Montag, 2. Mai 2016

Kleidertausch hl

Losung: Er hat die Sünde vieler getragen, und für die Übeltäter trat er ein. Jesaja 53,12

Lehrtext: Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. 2.Korinther 5,21

Liebe Leserin, lieber Leser,

bist du ein Übeltäter? Hoffentlich nicht. Aber ab wann ist man so einer? Wo genau verläuft die Grenze zwischen einem Übeltäter und einem unbescholtenen Bürger? Ich weiß das nicht. Mit dem BGB, dem Bürgerlichen Gesetzbuch, kommt man in diesem Fall nicht weiter.
Die Pharisäer schauen zur Zeit Jesu auf die herab, die Gottes Gebote verletzt haben, zum Beispiel auf Ehebrecher. Sie deuten auf jene mit dem Finger und sagen: „Schaut euch diese moralisch verkommenen Typen an, die fremdgegangen sind, besonders die Frauen!“ Dann schütteln sie ihre Köpfe, sagen „Wie kann man nur?“ und wenden sich empört ab.
Aber Jesus durchschaut ihre Selbstgerechtigkeit und sagt sinngemäß: ‚Ihr entrüstet euch über diese Menschen, die gegen das 6. Gebot verstoßen und die Ehe gebrochen haben. Ich aber sage euch, wer eine andere Frau nur ansieht und Lust auf Sex mit ihr hat, der hat bereits die Ehe gebrochen (Matthäus 5,27f.). Was seid ihr so heuchlerisch und selbstgerecht! Ihr meint, ihr seid besser und könnt andere verurteilen, nur weil ihr es äußerlich soweit nicht kommen lasst? In eueren Herzen aber seid ihr geile Böcke.‘
Hm, das ist ganz schön heftig. Doch Jesus kritisiert die Selbstgerechten auch deswegen, weil diese meinen, sich mit ihrem Lebenswandel bei Gott ins rechte Licht setzen zu können. Dass ich ein, nach dem bürgerlichen Gesetz, unbescholtener Bürger bin, bringt mir bei Gott keine Pluspunkte. Sonst ginge das ganze Geschacher mit den sogenannten guten Taten wieder von vorne los. Nein, um von Gott geliebt und von Jesus erlöst zu werden, kann ich nichts beitragen. Gott sei Dank!
Und was ist mit den bösen Taten? Wie steht Gott dazu? Die Losung gibt eine klare und eindeutige Antwort: Der geheimnisvolle Gottesknecht, von dem im Jesaja-Buch des Alten Testaments die Rede ist, und in dem Christen zu allen Zeiten einen Hinweis auf Jesus sehen, - dieser Gottesknecht hat die Sünden anderer getragen und ist vor Gott für die ‚Übeltäter‘ eingetreten.
Der nicht ganz einfache Lehrtext wird noch deutlicher: Gott selbst hat seinem Sohn unser schmutziges und zerrissenes Sündenkleid angezogen und uns dessen reines und unbeflecktes Kleid der Gerechtigkeit geschenkt. So und nicht anders stehen wir vor ihm: als Sünder, die wir bleiben, aber angezogen mit dem Kleid seines Sohnes Jesus. Und so steht Jesus vor uns: als der Gerechte, dem man die Kleider vom Leib gerissen und als angeblichen Übeltäter gekreuzigt hat. Und so liebt Gott uns beide: ihn und uns.

Gebet: Herr, ich weiß, dass es dir nicht gefällt, wenn ich nicht so lebe wie du es von mir erwartest und wie es mir gut tut. Aber deshalb verurteilst du mich nicht wie wir Menschen deinen Sohn verurteilt haben. Du willst mich nicht bestrafen, sondern mir helfen, so zu leben wie er. Du vergibst mir mein Versagen und meine Schuld und trägst meine Sünde. So schenkst du mir eine neue Chance. Gib mir die Kraft, sie zu ergreifen. Amen

Herzliche Grüße


Ihr / dein Hans Löhr 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen