Montag, 1. August 2016

Fremde lieben oder fürchten? hl

Losung: Der HERR schafft Recht den Waisen und Witwen und hat Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt. Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben. 5.Mose 10,18.19


Lehrtext: Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Matthäus 25,35

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du Probleme mit Fremden? Mit Ausländern, Asylbewerbern, Flüchtlingen…? Nein, diese Frage ist keine Beleidigung. Sie soll dazu dienen, mal ehrlich in sich selbst hineinzuhorchen. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass ein gewisses Maß Angst vor dem, was fremd ist, in uns allen steckt. Diese Angst ist vermutlich uralt, so alt wie die Menschheit und hat in vorgeschichtlicher Zeit dazu beigetragen, dass Menschen überlebt haben, weil sie vor dem, was fremd war, erst mal auf der Hut waren.
Weil das schon immer so war, wird in der Bibel ein menschenfreundlicher Umgang mit Fremden besonders betont. Wenn das selbstverständlich wäre, müsste man es nicht extra aufschreiben. Aber da es das nicht ist, wird es zu einem göttlichen Gebot (Losung). Und Jesus selbst identifiziert sich mit den Fremden, die zunächst einmal abgelehnt, vielleicht sogar ausgegrenzt und verfolgt werden. Er sagt: »Ich bin ein Fremder gewesen.« Und dann zeigte er die beiden Möglichkeiten auf, wie man sich verhalten kann. Entweder knallt man den Fremden die Tür vor der Nase zu, macht die Grenzen dicht, jagt sie dorthin zurück, woher sie kommen. Oder man nimmt sie auf, wenn sie darum bitten. Und mit ihnen, nimmt man auch ihn auf (Lehrtext).
Das habe ich mir nicht ausgedacht. Das sagt Jesus selbst zu denen, die zu ihm gehören wollen. Und warum? Weil auch die Fremden Gottes Kinder sind, von ihm geschaffen und geliebt. Dennoch ist das Zusammenleben mit ihnen nicht problemlos. Bis Fremde, neudeutsch: „Menschen mit Migrationshintergrund“, nicht mehr fremd sind, dauert es eine Zeit. Und währenddessen kommt es zu manchen Missverständnissen und Schwierigkeiten. Früher wurden oft die zugewanderten Italiener abgelehnt. Später die Türken. Heute sind es Syrer und vor allem Menschen aus Afrika. Die Angst vor denen, die einem fremd sind, führt dazu, sie als Bedrohung zu empfinden. Und manchmal schlägt dann die Ablehnung in Hass und Gewalt um. Dagegen bilden die beiden heutigen Bibelworte eine schützende Brandmauer. Bei allen Bedenken, die man gegenüber Fremden haben mag, sie bereichern auch unser Leben und eröffnen uns neue Sichtweisen und Horizonte. Die Frage ist also, siehst du mehr die Probleme, die möglicherweise entstehen oder die Chancen, die man bekommt, wenn man auf Fremde offen zugeht? Und die andere Frage: Ist deine Angst vor Fremden größer als dein Vertrauen auf Gott?

Gebet: Herr, ich gestehe, dass es mir nicht immer leicht fällt, auf Fremde offen zuzugehen. Aber sie sind ja ebenso deine Kinder wie ich und darum meine Menschengeschwister. Du liebst sie nicht weniger als mich. Ja mehr noch, du kommst in ihnen zu mir. Wie könnte ich sie und mit ihnen dich ablehnen? Wie könnte ich ihnen und mit ihnen dir mein Herz verschließen? Ich weiß, ich gehöre dir, aber nur mit ihnen und nicht ohne sie. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

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