Sonntag, 10. Juni 2018

Gartenglück hl

Losung: Lasst uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel! Klagelieder 3,41 

LehrtextSeid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! Kolosser 4,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einer neuen Übersetzung lautet der Lehrtext: »Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen und vergesst dabei nicht, Gott zu danken.« (HNA) Es kann schon mal sein, dass man vor lauter Sorgen oder weil man sonst wie den Kopf voll hat das Beten vergisst und damit auch das Danken. Nun, Gott beleidige ich damit nicht. Ich tue nur mir selbst keinen Gefallen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass es mir nach dem Beten jemals schlechter gegangen wäre. Im Gegenteil. Und erst recht geht es mir mit dem Danken so. Zur Zeit vergesse ich nicht, Gott zu danken. Wenn ich an diesen schönen Sommertagen morgens auf unserer Terrasse sitze, frühstücke und dabei in unseren großen, naturnahen Garten blicke, kommt das Danken ganz von selbst. Ich will mit ihm nicht angeben. Aber ich meine schon, dass er ganz besonders schön ist. Meine Frau und ich tun auch was dafür. Doch was wir an Zeit und Mühe investieren, kommt als Gartenglück vielfach zurück. 
     Ein chinesische Sprichwort sagt:
Wer einen Tag lang glücklich sein will, der betrinke sich.
Wer einen Monat lang glücklich sein will, der schlachte ein Schwein.
Wer ein Jahr glücklich sein will, der heirate.
Wer ein Leben lang glücklich sein will, der lege einen Garten an.
     Nun, ob die ersten drei Aussagen so stimmen, will ich mal dahingestellt sein lassen. Aber die letzte stimmt zumindest für mich und viele, die ich kenne. Das gilt auch für Gott. Jedenfalls sagt die Bibel, dass Gott der Herr einen Garten angelegt habe, in dem er am Abend, wenn es kühl wurde, umherging (1. Mose 2,8 + 1. Mose 3,8). Reiche Leute haben einen Gärtner. Gott nicht. Und warum nicht? Weil das glücklich macht, wofür ich mich eingesetzt und wozu ich dann eine Beziehung habe. „Der Garten“, sagt ein weiteres Sprichwort diesmal aus Persien,„ist ein eigener Himmel“, ein Stück Himmel auf Erden.
     Aber das, wofür ich dankbar bin, kann ich letzten Endes nicht machen. Ich kann zwar einen Jasminstrauch pflanzen, aber ich kann keine einzige Blüte machen und auch nicht ihren unvergleichlichen Duft. Ich kann nicht das Blau des Sommerhimmels machen und nicht den warmen Wind. Nicht das Bienengesumm in der blühenden Linde und nicht die Glühwürmchen, wenn die Nacht hereinbricht... Aber ich kann danken, von ganzem Herzen danken. Nicht zuletzt deshalb, weil mir bewusst ist, dass die Sommer, die ich erleben darf, gezählt sind und ich nicht weiß, ob es einen weiteren für mich geben wird. Darum hebe ich mein Herz auf zu Gott im Himmel und manchmal auch meine Hände, danke und sage ihm, dass ich ihn liebe.

Gebet
1 Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.
2 Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.
3 Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
dass ich dir stetig blühe;
gib, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe.
4 Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.
Paul Gerhardt 1607 bis 1676
Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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