Freitag, 2. November 2018

Was mich froh macht hl

Losung: Als die wieder aufgebaute Stadtmauer Jerusalems eingeweiht wurde, erfüllte Gott die Bewohner der Stadt mit großer Freude; und auch die Frauen und die Kinder freuten sich. Und noch von ferne war die Freude Jerusalems zu hören. Nehemia 12,43 

LehrtextPaulus schreibt: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch. Der Herr ist nahe! Philipper 4,4.5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

du und ich, wir beide, sind verantwortlich für unsere Stimmung. Sind verantwortlich, wie wir drauf sind. Wir sind keine Marionetten und Opfer biochemischer Prozesse, sondern können uns wehren gegen schlechte Laune, Niedergeschlagenheit, Ärger – ja und auch gegen Depression (siehe Nachtrag weiter unten). Wir sind verantwortlich dafür, dass wir unsere Mitmenschen nicht mit unserer Übellaunigkeit belästigen und ihnen das Leben damit schwer machen. Und nein, wir haben keine Ausreden.
     Aber ist das denn so einfach? Nein, einfach ist es nicht, aber möglich. Dazu gehört, dass ich jeden Tag erst einmal so anfange, dass ich Gott danke für das Viele, was trotz allen Widrigkeiten gut ist. Es ist doch schon mal gut, dass ich diesen Tag überhaupt erleben darf. Zahllose Menschen sind in dieser Nacht überall auf der Erde gestorben. Du nicht. Du darfst wieder das Licht der Sonne sehen, auch wenn es manchmal durch die Wolken von Sorgen und Leid scheint. Vielleicht bist du krank. Aber das betrifft nur einen Teil deines Körpers, auch wenn du insgesamt darunter leidest. Andere Teile sind gesund. Oft sind es die fünf Sinne, die nach wie vor funktionieren: Sehen, hören, riechen, schmecken tasten. Damit hast du Zugang zu deiner Welt und zu den Menschen, die dir wichtig sind.
     Jedenfalls kannst du etwas dafür tun, dass deine Stimmung nicht im Keller ist. Und das Danken ist dabei die wohl beste Medizin. Du kannst dir auch gegen chronische Schwermut und Angstzustände Psychopharmaka verschreiben lassen. Gott hilft auch durch Ärzte und Medikamente. Du kannst dich überwinden und bei jedem Wetter täglich an die frische Luft gehen. Du kannst etwas lesen, was dich aufbaut oder ablenkt. Kannst Musik hören, die dir gut tut. Kannst singen, malen, basteln, tanzen, backen, übers Wochenende verreisen, dich mit Kindern abgeben und andere besuchen, die sich darüber freuen. Du hast ganz viele Möglichkeiten, etwas für dich zu tun, statt dich gehen und hängen zu lassen und immer unausstehlicher zu werden. Und du kannst dich mit deinem Glauben beschäftigen, kannst beten, in der Bibel lesen, ein Lied auswendig lernen, ausgewählte Sendungen auf Bibel-TV ansehen, auf Zeit in der Gemeinde mitarbeiten, einen Hauskreis besuchen und vieles andere mehr.
     Wir beide, du und ich, sind dafür verantwortlich, wie wir drauf sind. Und als Christen haben wir gute Gründe froh zu sein. Wenn ich merke, dass ich genervt bin, weil mein gebrochenes Handgelenk noch immer zwickt, dann sage ich mir: ‚Na schön, wenn's noch weh tut, ist das immerhin ein Hinweis, dass du noch da bist.‘ Stimmt schon, das ist banal. Aber es wirkt. Und darauf kommt es an. 
     Und welche sind die guten Gründe, froh zu sein? Wenn ich mir klar mache, was Gott bisher in meinem Leben alles gut gemacht hat, womit er mich gesegnet hat, wie er mir durch schwere Zeiten hindurch geholfen hat, wie viel Freude ich schon erleben durfte. Wenn ich mir klar mache, dass er für mich da ist, Tag und Nacht, immer und überall (Lehrtext). Wenn ich mir sagen lasse, dass ich von ihm gewollt und geschaffen bin als sein Kind. Wenn ich ihn in Jesus entdecke, als meinen barmherzigen Vater, dem ich alles, was ich bin und habe verdanke. Der mir alles schenkt, weil er mich liebt. - Das und noch mehr sind gute Gründe froh zu sein.
     Ja, manchmal freue ich mich über meinen Gott. Doch es muss ja nicht immer gleich überschäumende Freude sein. Es ist doch auch so schon ein großes Geschenk, wenn ich einfach nur froh und dankbar sein kann.

YouTube-Link: Freuet euch, ihr Christen alle (Freude, Freude über Freude)
1) Freuet euch, ihr Christen alle,
freue sich, wer immer kann;
Gott hat viel an uns getan.
Freuet euch mit großem Schalle,
dass er uns so hochgeacht,
sich mit uns befreundt gemacht.

Refr.: Freude, Freude über Freude:
Christus wehret allem Leide.
Wonne, Wonne über Wonne:
Christus ist die Gnadensonne. Halleluja

Gebet

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Nachtrag: Zum Thema Depression, siehe nachstehenden Kommentar einer Leserin. Ich denke, sie hat recht. Ich  will mich entsprechend korrigieren. Nein, einer schweren Depression kommt man mit dem, was ich geschrieben habe, nicht bei.

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Ich finde, Sie machen es sich ein wenig einfach, wenn Sie schreiben, dass man sich auch als depressiver Mensch, nur aufraffen muss, rauszugehen, seinen Hobbies nachzugehen, sich um seinen Glauben zu kümmern usw. Ein Mensch mit schweren Depressionen kann das nicht. Er möchte es so gerne, aber er kann es einfach nicht! In meinen schlimmen Zeiten war das (Über)Leben an sich schon anstrengend und Überwindung genug.
    Ich lese Ihre Auslegungen sehr gerne, und in meinen leichten Depressionszeiten haben mir Ihre Erklärungen oft auch geholfen. Aber heute bin ich enttäuscht. Hätte ich Ihren heutigen Text in einer meiner schweren Depressionen gelesen, hätte mir das keinen Mut gemacht, im Gegenteil, ich hätte mir gedacht: Wenn selbst ein Pfarrer sagt, es liegt an dir, wie du dich fühlst, aber du schaffst es nicht, dann bist du des Lebens nicht mehr wert.
    Ich werde Ihre Auslegungen weiterhin lesen, denn wie gesagt, oft geben sie mir Kraft. Aber das musste ich jetzt loswerden. Mit freundlichen Grüßen, Monika

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  3. Liebe Monika,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich gebe Ihnen recht, für Menschen mit schweren Depressionen ist diese Losungsauslegung keine Hilfe. Aber vielleicht möchten Sie mir schreiben, ob es in einem solchen Fall andere Hilfsmöglichkeiten gibt oder ob ein Mensch mit einer schweren Depression völlig hilflos ist. Ich kenne mich da nicht aus und werde deshalb meine Auslegung entsprechend ergänzen.
    Herzliche Grüße und alles Gute!
    Hans Löhr

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