Dienstag, 4. Dezember 2018

Alter Mensch – neue Kleider hl

​​LosungBekehrt euch, so werdet ihr leben. Hesekiel 18,32 

Lehrtext: Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Epheser 4,24 

Liebe Leserin, lieber Leser,

das wär's, wenn ich jeden Morgen „den neuen Menschen“ (Lehrtext) anziehen könnte wie frische Wäsche. Den alten könnte ich dann vergessen. Alle meine Verletzungen und Enttäuschungen, mein Scheitern und  meine Schwächen, meine Belastungen und Sorgen,  - alles ablegen und vergessen. Halleluja, das wär's! Dann würde ich jeden Morgen aus dem Bett hüpfen und singen: »Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel; die Nacht ist verflattert. Ein neuer Tag von deiner Liebe, Herr, ich danke dir...“
     Aber ich entkomme mir nicht. Jeden Morgen wache ich mit mir auf, mit dem „alten“ Menschen, der ich nun mal bin. Mit allem, was mir nachhängt und anhängt. Und aus dem Bett hüpfe ich schon gar nicht. Wenn ich mich dann im Badezimmerspiegel sehe, komme ich mir noch älter vor, als ich ohnehin schon bin. 
     Wo ist der neue Mensch, den ich anziehen könnte? In meinem Kleiderschrank hängt er nicht. Im Textilgeschäft kann ich ihn nicht kaufen. Die Schneiderin kann ihn mir nicht schneidern. Aber der Folgesatz des Lehrtextes gibt einen Hinweis. Da heißt es: »Zieht den neuen Menschen an, wie ihr neue Kleider anzieht. Ihr seid von Gott selbst nach seinem Bild geschaffen hat. Jeder soll erkennen, dass ihr jetzt zu Gott gehört und so lebt, wie es ihm gefällt.« 
     Ein bisschen ist das so wie in dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Diese Kleider sind unsichtbar. Aber nachdem dem Volk mitgeteilt wurde, dass es die schönsten Kleider der Welt sind, will sich niemand blamieren und man bestärkt sich gegenseitig in der Illusion, wie prächtig der Kaiser gekleidet sei, obwohl er in Wirklichkeit nackt ist. Erst als ein Kind ruft: „Aber der Kaiser ist ja nackt!“, bricht der Bann und alle lachen den Kaiser ohne Kleider aus.
     Der neue Mensch, den wir anziehen sollen, ist ebenfalls unsichtbar. Aber er ist mehr als eine Illusion. Der Lehrtext sagt, Gott selbst hat ihn nach seinem Bild geschaffen. Dieser innere Mensch ist Realität. Ihn gibt es wirklich. Andere merken es daran, wie wir uns verhalten. Äußerlich sehen wir noch immer so alt aus, wie wir nun mal sind. Doch innerlich hat sich was geändert. Da schaut ein anderer Mensch aus deinen Augen und sieht die Mitmenschen so, wie Gott sie sieht: liebesbedürftig, angewiesen auf Verständnis und Nachsicht ...
     Und nun liegt es daran, dass Jesus durch den Glauben in uns wirkt. Da entscheidet sich, ob auch unser innerer Mensch immer noch der alte ist. Oder ob er von Mitgefühl bewegt wird, von Freundlichkeit und Entgegenkommen. Ob er vom Geist Jesu bewegt wird, oder vom Zeitgeist, für den Profit, Macht und Erfolg alles zu sein scheint.
     Ich allein kriege so einen Kleiderwechsel nicht komplett hin. Oft habe ich, um im Bild zu bleiben, ein neues Hemd an, aber die Hose ist immer noch die alte. So ist das bei mir. Wie ist das bei dir?
   
Gebet: Herr, ich kann meinen alten Menschen nicht abschütteln. Aber ich will auch nicht an ihn gefesselt bleiben. Ja, ich wäre gern ein neuer Mensch, der so lebt, wie es dir gefällt und wie es anderen und mir selbst gut tut. Du, Jesus, bist dieser neue Mensch. Komm zu mir mit deinem Geist, damit auch ich neu werden kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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