Mittwoch, 2. Januar 2019

„Freut euch des Lebens …“ hl

LosungJosef sprach zu seinen Brüdern: Zankt nicht auf dem Wege! 1.Mose 45,24 

Lehrtext: Ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern. Kolosser 3,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie schnell ist nicht das alte Jahr vergangen. Und auch dieses neue wird schnell vergehen. Und wenn man sehr alte Menschen fragt, dann sagen auch sie: 'Wie schnell ist nicht mein Leben vergangen: Es ist doch noch gar nicht so lange her, dass ich Kind war, dass ich jung und stark war, und jetzt bin ich alt und schwach.' In der Bibel heißt es dazu: »Unser Leben fähret schnell dahin, als flögen wir davon« (Psalm 90, 10b). Als flögen wir davon ...
     Wer klug ist, fragt sich: Wie will ich diese Zeit verbringen? Was werde ich von meinem Leben halten, wenn ich an meinem Ende darauf zurückblicke? Werde ich dann sagen: „Ich hätte noch mehr auf mein Smartphone schauen sollen. Hätte mich (!) noch mehr ärgern und aufregen sollen. Hätte noch mehr schimpfen, noch mehr streiten sollen“ ?
     Es heißt, dass Menschen an ihrem Lebensende am meisten bedauern, nicht mehr Zeit mit denen verbracht zu haben, die ihnen wichtig waren. Wenn das so ist, dann hat die heutige Losung noch mal eine tiefere Bedeutung. Dann sagt sie: ‚Verbringe die kurze Zeit auf deinem Lebensweg, den andere mit dir gehen, nicht mit Ärger und Streit. Freue dich gemeinsam mit ihnen an deinem und ihrem Leben.‘
     In einem bekannten Volkslied vom Ende des 18. Jahrhunderts heißt es:

Freut euch des Lebens,
weil (= solange) noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose,
eh' sie verblüht!
Man schafft so gern sich Sorg' und Müh',
sucht Dornen auf und findet sie
und lässt das Veilchen unbemerkt,
das uns am Wege blüht!  

Dieses Lied ist nicht gerade ein Kunstwerk. Aber es ist deshalb so bekannt und beliebt, weil es eine einfache Wahrheit ausspricht. Das Lebenslämpchen ist schnell verglüht. Und mancher sieht vor lauter Dornen die Rose nicht. Er tritt auf das Veilchen, das ihm sagen will, wie schön das Leben trotz allem doch auch ist, und dass man Freude und Glück oft in kleinen, unscheinbaren Dingen findet. Zugegeben, das alles ist trivial. Und doch steckt darin eine zeitlose Lebensweisheit.
     Der Lehrtext gibt dazu noch einen wichtigen Hinweis. Wer mit anderen gemeinsam auf dem Weg durchs Leben ist, hat nur dann Gefährten, wenn er bereit ist, ihre Eigenheiten und schwierigen Seiten auszuhalten. Dann muss ich auch mal den Mund halten, auch etwas hinnehmen, was nicht zu ändern ist. Und weil die anderen auch mich ertragen müssen, sollte ich ihnen nicht nur vergeben, sondern sie ebenso um Vergebung bitten – einmal, siebenmal, siebenmal siebzigmal. So sagt es Jesus.
     Machen wir uns also, liebe Leserin, lieber Leser, mit den heutigen Bibelworten auf den Weg durchs neue Jahr und durch die Zeit, die uns noch bleibt. Gott wird diesen Weg segnen. Das soll uns zuversichtlich stimmen.

Gebet: Herr, zum Kostbarsten, was du mir geschenkt hast, gehört meine Lebenszeit. Dafür danke ich dir. Ich will sie nicht mit Dingen totschlagen, die ich später bereue. Ich will sie nicht mit Streit und Ärger vergeuden. Und ich will auch nicht mein Leben mit Sorgen trüben. Aber ich will mich an den zahllosen kleinen und großen Geschenken freuen, die du mir auch in Zukunft machen wirst, vor allem an den Menschen, die du in mein Leben gebracht hast und vielleicht noch bringen wirst. So segne und behüte du sie und mich auch im neuen Jahr und stärke unseren Glauben. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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