Montag, 6. Januar 2020

Der rätselhafte Gott hl

Losung: Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber?« Jesaja 40,27

Lehrtext: Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen. 2.Timotheus 2,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Herr kennt die Seinen“, aber nicht alle kennen den Herrn.
Die Frage muss erlaubt sein, ob alle, die sich gläubig nennen, den Herrn wirklich kennen. Die Frage muss ich auch mir selbst stellen. Wieso glaube ich, den Herrn zu kennen? Woran mache ich das fest?
Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, bleibt für mein winziges Menschenhirn unzugänglich. Das wäre eine gewaltige Anmaßung um nicht zu sagen Gotteslästerung, wollte ich behaupten, ich würde ihn durch und durch kennen und verstehen. Eher noch versteht mich eine Maus als dass ich Gott verstehe. Aber Anmaßung ist nun mal eine menschliche Eigenschaft, die gerade bei denen weit verbreitet ist, die sich auf ihre Frömmigkeit etwas einbilden. Manche von ihnen glauben sich im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit auch von Gott; sie seien „einfache“ Laien oder Theologieprofessoren, Hauskreisleiter, Pfarrer/in oder Papst.

Gemeinsam mit der Bibel scheitern

     Gemeinsam mit der Bibel scheitere ich schon an der Frage, weshalb Gott das Leid und das Böse in dieser Welt zulässt. Weshalb vor allem immer wieder Kinder unter Erwachsenen leiden müssen infolge von sexuellem Missbrauch, Krieg, Terror, Macht- und Geldgier der Gewaltmenschen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Aber noch mehr verstört mich, wenn Kinder an schweren Krankheiten zugrunde gehen oder bei Unfällen und Naturkatastrophen leiden und sterben. Und da erdreisten sich ein paar Schlaumeier, dass sie es wüssten?
     Wie soll ich das mit dem barmherzigen Gott vereinbaren können? Ich weiß es nicht. So sehr ich ihm vertraue als meinem Vater im Himmel, so bleibt er mir doch immer auch fremd, unverständlich, rätselhaft. Diese Erfahrung steht auch hinter der Klage der Israeliten: „Mein Weg ist dem Herrn verborgen“  (Losung) 

Nur wer selbst gelitten hat, versteht den Leidenden

     Ich glaube, Gott zeigt sich mir nicht, wie er an und für sich ist, sondern nur insofern, wie ich ihn mit meinem menschlichen Herz und Hirn erkennen kann. Darum ist er in Jesus Mensch geworden, damit er mir auf diese Weise nahekommen kann und ich ihm. In ihm zeigt er sich als der barmherzige und gnädige Gott, aber auch als der, der mit mir leidet, weil er selbst gelitten hat. Als der Gekreuzigte kommt er mir in meinem Leiden besonders nahe. Und wenn ich ihn manchmal auch nicht verstehe, von ihm fühle ich mich verstanden. Ja, das glaube ich, dass er mich kennt (Lehrtext), besser als jeder andere, besser als ich mich selbst. Und das glaube ich auch, dass er mich immer wieder seine Nähe und Hilfe spüren lässt, so wie es im Zusammenhang der heutigen Losung heißt:

Neue Kraft

     »Warum behauptet ihr Israeliten: „Der HERR weiß nicht, wie es uns geht! Es macht unserem Gott nichts aus, wenn wir Unrecht leiden müssen“? Begreift ihr denn nicht? Oder habt ihr es nie gehört? Der HERR ist der ewige Gott. Er ist der Schöpfer der Erde – auch die entferntesten Länder hat er gemacht. Er wird weder müde noch kraftlos. Seine Weisheit ist unendlich tief. Den Erschöpften gibt er neue Kraft, und die Schwachen macht er stark. Selbst junge Menschen ermüden und werden kraftlos, starke Männer stolpern und brechen zusammen. Aber alle, die ihre Hoffnung auf den HERRN setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.« (Jesaja 40,27-31)

Gebet: Ewiger und heiliger Gott, was weiß ich schon von dir. Aber du weißt alles von mir. Und du lässt mich durch Jesus so viel wissen, wie ich verstehen kann und wie ich dir vertrauen kann. Ich lass mir daran genügen, dass du in ihm zu mir kommst, um mir nahe zu sein in guten wie in schlechten Zeiten. Und auch wenn ich manches nicht verstehe, du weißt und verstehst alles. Du weißt jetzt schon, warum alles so ist, wie es ist und wie du alles zu einem guten Ende bringst. Von diesem Ende her will ich auf meine Gegenwart schauen und auch meine Ungewissheiten aushalten. Amen

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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