Donnerstag, 19. März 2020

Gottes Wesen hl

LosungDer HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde. 2.Könige 13,23

Lehrtext: Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. Römer 11,29

Liebe Leserin, lieber Leser,

in Zeiten wie diesen voll Verunsicherung, Angst, Hysterie, Besserwisserei und Leichtsinn frage ich neu nach meinem Gott. Was sind seine offenbaren Wesenszüge, die es mir ermöglichen, ein stabiles, vertrauensvolles, persönliches Verhältnis zu ihm zu haben?
     Im Alten Testament erscheint Gott manchmal so unberechenbar wie Naturgewalten: Erst erschafft er die Menschen und segnet sie, dann will er sie wieder verderben (Sintflut), dann rettet er sie doch (Noah). Erst machte er einen Menschen zum König, bald darauf verwirft er ihn wieder (Saul). Erst hilft er seinem Volk, den Israeliten, gegen seine Feinde, dann lässt er diese als grauenhaftes Strafgericht über sie kommen (Aufstieg und Untergang der Staaten Israel und Juda im neunten und sechsten Jahrhundert vor Christus). Erst lässt er Salomon einen Tempel bauen, dann lässt er es zu, dass er durch die Babylonier und später noch einmal durch den Römer Titus wieder zerstört wird.

Unberechenbare oder verlässliche Größe?

     Im Alten Testament wird zwar auch ein anderes Gottesbild gezeichnet wie das vom fürsorgenden, guten Hirten (Psalm 23) oder das vom nahen und schützenden Gott (Psalm 139). Aber im Vordergrund steht schon Gott als unberechenbare Größe. Vor ihm muss man sich fürchten. Ihm muss man Opfer bringen und peinlich genau nach seinen Forderungen leben, wenn man nicht bestraft werden will.
     Und im Neuen Testament? Auch da können sich die Verfasser der Evangelien und Briefe, vor allem der Apostel Paulus, nicht gänzlich freimachen von den alttestamentlichen Wesenszügen Gottes. Und doch tritt Gott da in Jesus deutlich anders in Erscheinung. Jetzt ist er nicht mehr mal so und dann wieder so. Jetzt muss man sich vor ihm nicht mehr fürchten. Jetzt erscheint Gott als verlässliche Größe, als himmlischer Vater, der seine Kinder liebt und der von ihnen wieder geliebt werden kann. Jetzt lässt er nicht mehr die Brandung als Gericht über die Menschen kommen, sondern ist selbst der Fels in der Brandung. Ist in Jesus das personifizierte Gottvertrauen: Er verhindert den Sturm nicht. Aber er ist mit im Sturm und mit im Boot. So stillt er den Sturm der Angst in den Herzen seiner Jünger.

Gottes einziger Wesenszug

     Er verwundet nicht mehr, sondern heilt. Er verdammt nicht mehr, sondern vergibt. Er gibt seine Geschöpfe nicht mehr verloren, sondern rettet sie durch den Tod hindurch. Das Evangelium, die gute Nachricht, besagt: »Nichts kann uns scheiden von seiner Liebe, die in Jesus Christus ist, unserm Herrn« (Römer 8,39). Nichts. Mein Unglaube nicht. Meine Sünde nicht. Keine anderen Mächte. Nicht einmal der Tod.
     Nun hat Gott keine unterschiedlichen Wesenszüge mehr. Nun kennen wir an ihm nur noch diesen einen Wesenszug: »Gott ist Liebe« (1. Joh. 4,8). Von nun an ist er nicht mehr selbst Sturm, Erdbeben, Krieg, Seuchen, Hunger und Leid. Von nun an ist er in alledem das Fundament, auf dem du und ich Halt finden. Auch jetzt in diesen Corona-Zeiten. Auch in den Wechselfällen unseres persönlichen Lebens.
     Nein, „Gottes Gabe kann ihn nicht gereuen“ (Lehrtext). Gottes Gabe ist sein Sohn Jesus Christus, der uns die Liebe des Vaters bringt.

Gebet: Herr, auf dich verlasse ich mich ganz und gar. Worauf sollte ich mich denn sonst verlassen? Auf meinen Glauben? Auf meine Kraft? Auf meine Vernunft? Auf andere Menschen und Mächte? Das alles ist brüchig und vergänglich. Aber du bist der ewige Fels, auf dem ich die Hütte meines Lebens bauen kann. Wenn alles bricht, du verlässt mich nicht. Größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Amen
                           
Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

p.s. Ich freue mich über Ihren Kommentar, den Sie weiter unten schreiben können.
Sie können die Losungsauslegungen gerne über E-Mail, WhatsApp, Twitter, Facebook etc, weiterverbreiten: Einfach markieren, kopieren und in das jeweilige Programm einfügen.

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden nachträglich korrigiert.
In diesem Blog finden Sie über 3000 Losungsauslegungen. Kontakt: hansloehr@yahoo.de

Kommentare:

  1. Hallo Herr Löhr, hat Gott sich also verändert, vom unberechenbaren zum gütigen, treuen Gott? Warum? Das verstehe ich nicht. Dieser Post verunsichert mich sehr. Haben Sie darauf eine Antwort Herr Löhr? Beste Grüße Marianne

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Marianne,
    mir geht es da sehr ähnlich wie dir. Ich habe große Schwierigkeiten mit dem Gedanken, dass Gottes Wesen sich vom AT zum NT grundlegend verändert haben soll. Ich bin mir nicht sicher, ob wir dich, Hans da wirklich richtig verstanden haben.
    Ich glaube fest daran, dass Gott derselbe ist: gestern, heute und in alle Ewigkeit. Ich glaube fest daran, dass Gott ein Gott der Liebe ist, der Leben erschafft und erhält, der uns auch im Sterben nicht allein lässt und der uns im Tod in seine ewige Herrlichkeit aufnimmt.
    Wir alle wissen, dass das Leid aber auch zu dieser Welt gehört. Und womöglich haben die Menschen zur Zeit des AT dieses Leid direkt Gottes Willen zugeschrieben und das dann auch in ihren Berichten über ihre Erfahrungen mit Gott so ausgedrückt.
    Vielleicht haben wir Menschen durch Jesus ein Stück weit mehr verstanden, wie Gott wirklich ist: die Liebe selbst. Vielleicht haben wir durch Jesu Leben und Handeln etwas mehr begriffen, dass Gott nicht das Leid will, sondern mitfühlt, mitleidet und für uns den Tod ein für alle Mal besiegt hat.
    Vielleicht hat sich also nicht Gottes Wesen verändert, sondern unsere Sichtweise auf Gott und sein Tun.
    Ich fürchte, eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage des Leides in dieser Welt werden wir nur schwerlich finden. Da bleibt mir nur, fest darauf zu vertrauen, dass Gott mich hält und trägt – gerade in schweren Zeiten - und dass ich niemals tiefer fallen kann, als in seine liebende Vaterhand, auch wenn ich das gerade vielleicht nicht spüren und glauben kann.
    Vielen Dank, lieber Hans, für deine täglichen Gedanken und Impulse, mit denen Gott uns durch dich so reich beschenkt.
    Sei gesegnet!
    Liebe Grüße, Veronika

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Veronika,
    ich sehe das genauso wie du: "Vielleicht hat sich also nicht Gottes Wesen verändert, sondern unsere Sichtweise auf Gott und sein Tun." Nur das Wort "vielleicht" sage ich so nicht mehr. Jesus Christus hat es mir genommen.
    Ich hoffe, dass deine Gedanken auch Marianne weiterhelfen.

    Herzliche Grüße an Sie / Euch beide und alle guten Wünsche für diese Zeit!

    Behüt' Euch Gott!

    Hans Löhr

    AntwortenLöschen