Montag, 21. September 2020

In die Freiheit hl

 Losung: Ich liege gefangen und kann nicht heraus, mein Auge vergeht vor Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich. Psalm 88,9-10 

Lehrtext: Jesus betet: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Johannes 17,15 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

was ist dein Gefängnis? Eine chronische Krankheit? Eine Sucht? Eine unglückliche Beziehung? Der Arbeitsplatz, an dem es dir nicht gut geht? Binden dich Schulden? Nimmt dich die Meinung anderer gefangen? Fesseln dich Verpflichtungen, aus denen du nicht herauskommst? Ist es deine problematische Erziehung, die du nicht abschütteln kannst? Oder sind es diffuse Lebensängste? Oder ist es etwas anderes, das hier nicht aufgeführt ist?

     Der die Losung geschrieben hat, sah für sich keinen Ausweg aus seinem Gefängnis. Doch warum hat er dann täglich zum Herrn gerufen? Offenbar hat er trotz allem gehofft, dass Gott den Schlüssel hat, um die Tür seines Gefängnisses aufzusperren und ihm den Weg in die Freiheit zu zeigen.

     In der Bibel stehen mehrere Geschichten, wie er Menschen aus ihren Gefängnissen geführt hat: Josef aus dem Gefängnis des Pharao; die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten; Daniel aus der Löwengrube; Hiob aus dem Gefängnis seines Elends; die Israeliten aus dem Exil in Babylon; Jesus hat Besessene, Aussätzige, Blinde, Gelähmte, Taubstumme und nicht zuletzt Sünder geheilt und so aus ihren Gefängnissen befreit; Paulus und Silas kamen mit Gottes Hilfe aus dem Gefängnis der Stadt Thyatira frei. - Unser Gott will die Freiheit seiner Geschöpfe, sagen diese Geschichten. Denn das ist ja auch unser aller Ziel: „Die herrliche Freiheit der Kinder Gottes.“ (Römer 8,21)

     Nicht aus jedem Gefängnis kommst du wieder heraus. Einer tödlichen Krankheit zum Beispiel entkommt man in der Regel nicht. Aber das ist eine Ausnahme. Viele könnten ihre Ketten abschütteln. Aber sie tragen sie weiter, weil sie keine Alternative sehen. Sie trauen sich nicht sich gegen andere aufzulehnen. Sie haben Angst ihre bisherige, bedrückende Lebenssituation zu verlassen, weil sie nicht wissen wohin. Sie richten sich ständig nach der Meinung anderer, weil sie so hoffen, dass hinter ihrem Rücken nicht schlecht über sie geredet wird. Aber diese Hoffnung ist trügerisch. Viele Gefängnisse könnte man verlassen, wenn man den Mut aufbrächte, den Schritt in die Freiheit zu tun. Und wo du wirklich nicht ausbrechen kannst, da lass dich wenigstens innerlich nicht gefangen nehmen, sondern lebe nach dem Wort: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Kor. 3,17)

     Nach den Vorstellungen und dem Glauben des Johannes ist die Welt insgesamt ein Gefängnis, in dem die Christen aushalten müssen, bis der Herr kommt und sie befreit (Lehrtext). Bis dahin aber soll Gott sie vor dem Bösen bewahren. Es hat immer wieder Lebensumstände gegeben und gibt es heute noch, die die Welt als ein Gefängnis erscheinen lassen. Ich erinnere nur an die Sklaverei. Aber für uns heute trifft das nicht zu. Wir haben das Glück und die Gnade, in äußerer Freiheit zu leben. Aber leben wir auch in innerer Freiheit? Genau dazu ruft Paulus uns auf, wenn er im Galaterbrief sagt: »Durch Christus sind wir frei geworden, damit wir als Befreite leben. Jetzt kommt es darauf an, dass ihr euch nicht wieder vom Gesetz versklaven lasst.« (Galater 5,1) 

Gebet: Herr, du bist mein Erlöser, mein Befreier. Immer wieder erlöst du mich aus meinen negativen Gefühlen und Gedanken, aus Niedergeschlagenheit, Schmerzen und Leid bis du mich eines Tages auch vom Tod erlösen wirst. Amen

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr.

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