Sonntag, 18. Oktober 2020

Der böse Gehorsam hl

 Losung: Gehorsam ist besser als Opfer. 1.Samuel 15,22 

Lehrtext: Paulus schreibt: Euer Gehorsam ist bei allen bekannt geworden. Deshalb freue ich mich über euch. Römer 16,19   

Liebe Leserin, lieber Leser, 

geh doch bitte mal in dich und spüre dem nach, was du fühlst und denkst, wenn du das Wort „Gehorsam“ liest. Schade, dass du mir das jetzt nicht sagen kannst. Dann sage ich, wie es mir mit diesem Wort geht.

     Mich schaudert es. Dieses Wort war der Ausgang zahlloser Verbrechen. Und als man dann zum Beispiel einigen wenigen Nazi-Verbrechern nach dem Krieg den Prozess gemacht hat, waren sie so feige, nicht zu ihren Taten zu stehen, sondern versuchten die Schuld auf andere zu schieben. „Wir“, so sagten sie unisono, „wir standen doch unter dem Diktat von Befehl und Gehorsam. Wir haben nichts anderes getan, was andere uns befohlen haben so wie das doch überall auf der Welt ist in allen Staaten und Armeen. Darum haben wir keine Schuld.“ Nun, die großen, namhaften Verbrecher sind damit nicht durchgekommen, aber viele, zu viele „kleinere“, ohne die das furchtbare Morden und Schlachten von Menschen nicht möglich gewesen wäre. Leider hatten sie in einem Punkt recht. In vielen Staaten werden nach wie vor die eigenen Soldaten nicht oder nur pro forma verurteilt, wenn sie Kriegsverbrechen verübt haben, allen voran in den Vereinigten Staaten. Und diejenigen, die Kriegsverbrechen aufdecken, wie Julian Assange, werden gnadenlos verfolgt.

     Ich habe nicht zuletzt daraus gelernt, dass es ein Verbrechen sein kann, gehorsam zu sein, wenn man für seine Tat nicht selbst Verantwortung übernimmt. Wer einen Befehl ausführt, muss sich darüber im Klaren sein, dass er selbst die Verantwortung für die Folgen trägt. Andernfalls muss er den Befehl verweigern wie sehr ihm das auch persönlich schaden mag. Und das gilt nicht nur beim Militär, das gilt immer und überall.

     Ich tue mir heute leichter, so etwas zu sagen, weil ich erstens nie in einen ernsthaften Loyalitätskonflikt geraten bin und zweitens in einer Zeit lebe, in der der Gehorsam in Misskredit geraten ist. Noch zur Zeit meine Eltern waren es neben der Familie der Staat und die Kirche, die den Kindern den Gehorsam im wahrsten Sinn des Wortes eingebläut haben. Da hatte ein Mensch oft nicht die Freiheit noch die innere Kraft, sich gegen jene drei Riesen zu behaupten und eine eigene Entscheidung zu treffen. Prügelnde Pfarrer und Lehrer waren noch in meiner Jugendzeit keine Seltenheit.

     Natürlich wünsche ich mir auch heute von meinen Kindern, dass sie tun, was mir wichtig ist. Doch wenn sie das nicht tun, was soll ich dann machen? Rumschreien? Irgendwelche wirkungslosen Sanktionen verhängen? Beleidigt sein? Leere Drohungen ausstoßen? Ich habe so gut wie keine Druckmittel, und das ist gut so. Was mir bleibt, sind meine Argumente und Bitten und dass ich darüber nachdenke, warum sie sie manchmal nicht erfüllen. Und dann muss ich mich ändern und mich fragen, ob ich nicht falsche Erwartungen und vielleicht auch falsche Werte habe.

     So, das war nun ein langer Anlauf bis zum Nachdenken über die beiden Bibelworte heute. Nein, ich will Gott nicht gehorsam sein im Sinn des Alten Testaments. Ich will die 613 Gebote und Verbote, an die sich die strenggläubigen Juden noch heute zu halten versuchen, nicht befolgen. Für mich gibt es nur das eine Gebot Jesu, wenn er sagt: »Du sollst Gott, deine Mitmenschen und deine Feinde lieben wie dich selbst.« Damit ist sein Wille erfüllt. Daraus ergibt sich alles andere von selbst. Und damit habe ich ein Leben lang zu tun. Auf der Grundlage dieses Gebots entscheide ich, ob ich das, was andere von mir wollen, auch selbst tun will.

     Dann muss ich niemandem gehorchen, nur weil er eine entsprechende Position hat, nur weil er Apostel, Papst oder Bischof ist, Lehrer oder Pfarrer, Vater und Mutter, Vorgesetzter, Chef oder Polizist oder sonst eine staatliche Behörde. Dann bin ich frei zu entscheiden, ob ich das, was ich tun soll, verantworten kann und will. Natürlich muss ich dann auch bereit sein, mit den Folgen meiner Entscheidung zu leben. Aber das gehört nun einmal zur Freiheit dazu. 

Gebet:. Herr, du bist kein Feldwebel. Du hast keine Freude daran, dass ich aus Angst irgendwelche Gebote befolge. Du freust dich aber, wenn ich aus eigener Einsicht tue, was anderen und mir selbst gut tut. Darum will ich nicht Böses mit Bösem vergelten und Feindschaften pflegen. Ich will deinen Weg gehen und mich fragen, was denn du an meiner Stelle tun würdest. Amen 

Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr.

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Kommentare:

  1. Mit staatlichen Gehorsamsverordnungen unter Aussetzung von elementaren Grundrechten haben wir es doch in 2020 schon wieder zu tun - und alle folgen (auch die Kirchenoberen) widerspruchslos und willfährig; die meisten ohne wirklich nachzudenken. Als fachliche Ausrede dient ein Tierazt und ein Laborvirologe. Sehr sehr viele Fachleute und Wissenschaftler, die tiefgehend begründet ganz anderer Meinung sind, werden nicht gehört. Das macht die Regierung mit den MP's ganz unter sich aus - ohne Parlamentsmitwirkung. Zwar schlagen Verfassungs- und Staatsrechtler seit Monaten Alarm; trotzdem geht die Einschüchterung nun in die 2. Welle. Fällt denn niemand etwas auf? Jedenfalls ist die Ausrede mit dem Infektionsschutzgesetz hanebüchen, denn so manche Vorjahre waren in jeder Hinsicht um ein Vielfaches schlimmer. Recherchieren hilft. Allein die jährlichen Toten aufgrund multiresistenter Keime in den Krankenhäusern sind fast 4x so hoch.

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  2. Hallo walterwerner, ich will nicht Böses mit Bösem vergelten. Mensch,
    geh' in dich. Was Sie anführen sind "Birnen und Äpfel". Was würde
    Jesus dazu sagen? "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Haltet die
    AHA-Regeln ein.
    Marlis

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  3. Hallo silram4ever, danke für die Antwort, aber wo ist in Ihrer Antwort die Substanz? Auch ein beliebig ausgeschnittenes Bibelwort gibt hierzu keine Antwort. Und Jesus sagt auch nicht, haltet die AHA-Regeln ein; aber wir haben einen Verstand bekommen. Deshalb: sich erst mal wirklich kundig machen, dann nachdenken und nicht einfach nur übernehmen. Das ist ja genau das Problem, was wir haben. Mit der gesundheitsschädlichen Maskenpflicht analog. Infos: https://telegra.ph/Chirurg-gegen-den-Masken-Terror-10-18 und am besten hier PDF anklicken und bis zum Ende lesen: https://christen-im-widerstand.de/ziele/

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