Sonntag, 19. August 2018

Wenn der Glaube die Erzieher erzieht (Predigt) hl

Liebe Freunde,

in dieser Predigt geht es darum, was ich durch den Glauben für die Erziehung meiner Kinder gelernt habe. Doch diese Einsichten sind nicht auf den Umgang mit Kindern beschränkt. Sie können auch in der Partnerschaft eine Rolle spielen oder wo sonst Erwachsene miteinander zu tun haben.

Eine Klarstellung

     Doch vorweg eine Klarstellung. Obwohl ich vier Kinder habe, bin ich kein Erziehungsexperte. Da hat meine Frau wesentlich mehr Kompetenz. Ich habe auch keine konkreten Erziehungsziele. Meine Kinder müssen in dieser Gesellschaft nicht bestimmte Sprossen auf der Karriereleiter erreichen. Doch das war nicht immer so. Als ich noch ein junger Vater war, meinte ich, dass meine inzwischen großen Töchter mindestens eine ähnliche Ausbildung haben sollten wie die Eltern. Ich hatte nicht gemerkt, dass es mir im Grunde gar nicht um meine Kinder ging, sondern um den gesellschaftliche Status. Ich wollte, dass meine Kinder mithalten können und ich ohne rot zu werden eine Antwort auf die Frage geben kann: „Und was studieren Ihre Kinder?“ Vielleicht wollte ich ja nur, dass ich mich mit ihnen nicht blamierte. Ich wollte auch sagen können: Seht her, meine Kinder haben Abitur und haben studiert. So wollte ich mich mit ihnen schmücken können. Nun, die beiden Großen haben dann auch die Ausbildungshürden genommen. Aber nicht, weil ich das wollte, sondern weil sie das selbst irgendwann wollten. Doch bis es soweit war, habe ich manches graue Haar bekommen.

Warum ist mein Kind nicht wie ich?

     Wie das jetzt bei meinen beiden jüngeren Kindern sein wird, steht noch nicht fest. Da ist noch alles offen und vieles denkbar. Nur so viel ist klar: Keines meiner Kinder ist so wie ich. Keines denkt genau wie ich und keines hat dieselben Interessen wie ich. Darum darf ich auch nicht verlangen, dass sie so werden wie ich bin.
     Auch was den Glauben betrifft, geht jedes meiner Kinder seinen eigenen Weg. Eines von den vier glaubt, soweit ich das weiß, gar nicht. Bei den anderen drei spielt der Glaube nach meiner Beobachtung eine unterschiedlich wichtige Rolle.
     Über jedes meiner Kinder habe ich mir mehr oder weniger Sorgen gemacht. Über jedes aber habe ich mich auch immer wieder gefreut. Manchmal war ich wütend, manchmal war ich drauf und dran zu resignieren, manchmal war ich stolz, manchmal waren mir ihre schlechte Noten peinlich und  immer noch bin ich alles in allem erleichtert, dass sie so sind, wie sie sind.

Worauf es ankommt

     Und worauf kommt es nun letztlich bei der Kindererziehung an? Welche Ziele soll man erreichen? Meine Antwort wird euch vielleicht enttäuschen. Denn ich meine, es kommt darauf an, dass man so gut es geht zusammenlebt. Die Eltern müssen privat und beruflich ihr Leben meistern mit allen Höhen und Tiefen, mit allem Gelingen und Scheitern. Und die Kinder erleben das mit und lernen nebenbei, wie ein Familienleben so funktioniert und worauf es ankommt.

Das habe ich durch den Glauben gelernt

     Und was habe ich nun durch den Glauben für die Erziehung meiner Kinder gelernt? Ich erinnere mich noch genau, wie ich einmal über eines von ihnen ganz verzweifelt war. Die schulischen Leistungen waren so schlecht, dass ich für seine Zukunft nur noch schwarz gesehen habe. Ich habe darüber gegrübelt, ob dieses Kind einfach nicht lernen will oder vielleicht gar nicht lernen kann. Sooft es nur irgend ging, lief es von seinen Schularbeiten davon und traf sich mit seinen Freunden. Und wenn ich dann in sein Zimmer kam, dachte ich mir: ‚O Gott, wenn es im Kopf dieses Kindes genauso ausschaut wie in seinem Zimmer, dann ist Hopfen und Malz verloren.‘    
     Ich habe mich mit meiner Frau gestritten, was denn da zu tun sei. Ich habe vor ihr meiner Enttäuschung Luft gemacht, was unser Kind doch für ein Versager sei. Und sie hat mir zurecht gedroht, nur ja kein einziges von meinen negativen Urteilen diesem Kind zu sagen. So saß ich dann noch eine Zeit lang versunken in schwarze Gedanken mit mir allein im Wohnzimmer, ratlos und deprimiert. Schließlich seufzte ich: „Ach Herr, was soll ich nur tun!“
     Das war eigentlich gar kein Gebet und ich erwartete auch gar keine Antwort. Doch da war plötzlich dieser Satz in meinem Kopf: „Lieben – Liebe dein Kind genauso wie ich es tue.“ Und ich dachte zuerst: ‚Ja, schon. Freilich liebe ich auch dieses Kind.‘ Aber dann war es mir als sagte jemand: „Wirklich? Liebst du es bedingungslos wie ich? Unabhängig von allem, was dich stört und womit du nicht einverstanden bist?“ Und ich dachte mir, ja genau, das ist es, was jetzt dran ist. Mein Kind soll spüren, dass ich es liebe und dass es dafür nichts tun muss.
     Später dachte ich vor dem Einschlafen noch einmal darüber nach. ‚War das wirklich Jesus, der da zu mir sprach? Und wie? Durch meine Gedanken? Durch meine Gefühle?‘ Und ich sagte mir: ‚Das ist doch jetzt egal. Du hast eine klare Antwort bekommen. Danach kannst du dich richten.‘

Warum ist mein Kind nicht wie andere?

     Aber ich war mit meiner Enttäuschung noch nicht fertig. Ich dachte: ‚Warum nur tut sich denn dieses Kind so schwer in der Schule? Warum hat es keine Motivation zu lernen? Warum hat es kein Ziel, das es erreichen möchte? Andere Kinder tun sich viel leichter, sind engagiert, motiviert, fleißig. Machen neben der Schule noch andere Sachen: Sport, Musik, Kunst. Andere haben eine erkennbare Begabung, sind gut in Mathematik oder in Sprachen oder spielen schon richtig gut ein Instrument. Warum nur ist mein Kind nicht so begabt?‘ Und da war wieder diese Stimme in mir, die sagte:
     „Na hör mal, willst du mir etwa Vorwürfe machen? Ich habe schließlich dein Kind geschaffen und weiß warum und wozu. Ich habe dir ein gesundes Kind geschenkt. Und jetzt willst du herummäkeln, weil es nicht so ist, wie du dir das vorstellst? Willst mir gar Vorschriften machen, was ich zu tun habe? Was weißt du denn schon, warum dein Kind so ist wie es ist. Ich kenne den Weg, denn es gehen wird. Du nicht. Und auf diesen Weg habe ich es vorbereitet. Ich habe ihm Begabungen gegeben, die du jetzt noch nicht erkennen kannst, die aber noch sichtbar werden, wenn es an der Zeit ist. Und du? Du hast zwar keine Ahnung, aber dafür negative Vorurteile. Also, liebe dein Kind so wie es ist und vertraue mir, dass ich es gut geschaffen habe. Ich habe es gesegnet und behütet und werde auch in Zukunft mit ihm sein.“
     So ähnlich habe ich das damals in mir gehört. Da habe ich erst mal eine Zeit lang nichts mehr gesagt. Ich dachte dann nur noch im Stillen: Aber ist es nicht doch schlimm mit meinem Kind? Und dann meinte ich zu hören, wie jemand laut und deutlich zu mir sagte: „Du warst schlimmer.“

Drei Einsichten

     Damals, liebe Freunde, habe ich drei Dinge gelernt, die mir im Umgang mit meinen Kindern heute helfen und manchmal auch im Umgang mit anderen Menschen:
     Erstens: Das wichtigste Gebot, das Jesus mir gegeben hat, gilt auch gegenüber meinen Kindern: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, voraussetzungslos und bedingungslos. Wenn ich mich darin übe, färbt das auch auf meinen Umgang mit anderen Menschen ab.
     Zweitens: Jeder Mensch ist von Gott einmalig und einzigartig geschaffen und spielt eine wichtige Rolle in seinem Plan, aber nicht unbedingt in meinen Plänen. Ich soll und will meine Mitmenschen so nehmen wie sie sind und nicht wie ich sie haben will. Und da meine Kinder zugleich Gottes Kinder sind, bin ich auch nicht alleine für sie verantwortlich. Es ist auch seine Sache, was aus ihnen wird. Ja es stimmt, ich soll in der Erziehung, im Umgang mit ihnen tun, was in meiner Kraft steht. Aber zugleich wird Gott tun, was in seiner ungleich größeren Kraft steht. Und er wird auch dann noch für sie da sein, wenn es mich längst nicht mehr gibt.
     Und Drittens: Ich darf nicht vergessen, wie ich in diesem Alter war, welche Sorgen ich damals meinen Eltern gemacht habe. Die haben sich bestimmt auch manchmal verzweifelt gefragt, was wohl aus mir noch werden wird, ohne dass ich davon viel mitbekommen habe. Nein, ich habe keinen Grund und erst recht kein Recht, meine Kinder abzuwerten. Aber ich habe allen Grund, dankbar zu sein, dass sie mir geschenkt sind - so wie sie sind. Amen

Predigt von Hans Löhr im Lichtblickgottesdienst am 19.8.2018

Samstag, 18. August 2018

Wege zum Glauben hl

Losung: Das sei ferne von uns, dass wir den HERRN verlassen! Josua 24,16 

LehrtextSeid in Christus verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit. Kolosser 2,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du dich öffentlich in der Kirche für den Glauben entschieden? Wer als mündiger Mensch getauft oder konfirmiert wird, wird in einem öffentlichen Gottesdienst gefragt, ob er auf Gott vertrauen will, wie er uns in Jesus begegnet. Und dann hat man die Möglichkeit mit Ja oder mit Nein zu antworten. Konfirmanden sind damit meist überfordert, weil sie die Bedeutung und Tragweite dieser Frage kaum verstehen. Doch wie steht es um dich? Was würdest du antworten, wenn du jetzt gefragt würdest? Ich weiß noch, wie ich mich vor Jahren nachts noch einmal ausdrücklich dafür entschieden habe, auf Gott zu vertrauen, mich ihm anzuvertrauen und nach ihm zu fragen. Damals war kein anderer dabei außer ihm. Dieser Entschluss hat mich in meinem Glauben gestärkt. Käme so etwas auch für dich infrage?
     Das Losungswort heute steht in einer Geschichte aus der Frühzeit des Volkes der Israeliten. Josua, ihr Anführer nach dem Tode des Mose, stellt sie vor die Entscheidung, wem sie dienen wollen: Gott oder den Göttern fremder Völker. Und er schärft ihnen ein, dass sie diese Entscheidung nicht auf die leichte Schulter nehmen sollen.
     Er sagt zum Volk der Israeliten: »So spricht der HERR. 'Ich gab euch ein Land, das ihr nicht mehr urbar machen musstet, und Städte, die ihr nicht erbaut habt. Ihr esst die Früchte von Weinbergen und Ölbäumen, die ihr nicht gepflanzt habt.'« Josua fährt fort: »Deshalb habt Ehrfurcht vor dem HERRN! Dient ihm aufrichtig und mit ganzer Hingabe! Trennt euch von den Göttern, die eure Vorfahren verehrt haben. Dient allein dem HERRN! Wenn es euch aber nicht gefällt, dem HERRN zu dienen, dann entscheidet euch heute, wem ihr gehören wollt... Ich aber und meine Familie, wir wollen dem HERRN dienen.« Da antwortete das Volk: »Auch wir wollen ihm dienen und auf ihn hören. Der HERR ist unser Gott! Das soll nicht geschehen, dass wir ihn verlassen (Losung)« (aus Josua 24,13-24)
     Ja, man kann nicht ewig auf beiden Seiten hinken. Jeder steht immer wieder einmal vor der Frage, wie er sich entscheiden soll. Das betrifft auch den Glauben. Doch auch wer sich nicht entscheiden kann, trifft letzten Endes eine Entscheidung. Heute entscheiden sich viele nicht zwischen dem Glauben an Gott und anderen Göttern, sondern zwischen dem Glauben und dem, was bei anderen Menschen angesagt ist. Nicht wenige können sich aber gar nicht entscheiden, weil sie nie erfahren haben, was Glaube ist, auch wenn sie getauft und konfirmiert sind. Ich selbst muss mich fragen, ob durch mich Glaube für andere erfahrbar geworden ist und wird. Konnte ich einen Beitrag leisten, dass andere in Jesus Christus verwurzelt und im Glauben gegründet (Lehrtext) sind? 
     Doch auf mich kommt es nicht an. Sondern darauf, dass Menschen die Impulse zum Glauben aufnehmen, woher auch immer sie kommen, und sich dann irgendwann bewusst dafür entscheiden. Und wenn es dann soweit ist, stellen viele verwundert fest: Ich war's ja gar nicht, der sich entschieden hat und auch andere haben nicht eigenmächtig dazu beigetragen. Es ist Gottes Gnade (Geschenk), dass ich glauben kann. Er hat sich von Ewigkeit her für mich entschieden. Ich selbst kann dafür nur dankbar sein und zugleich nachsichtig mit denen, die nicht oder anders glauben als ich.

Gebet: Ja, Herr, das soll nicht geschehen, dass ich dich wieder verlasse. Doch so wie ich dich brauchte, um zum Glauben zu kommen, so brauche ich dich auch, um im Glauben zu bleiben. Ich habe allen Grund dir dankbar zu sein und darum auch allen Grund dir zu vertrauen. Ich bitte dich aber auch für die Menschen, die mir nahestehen, dass sie sich von dir finden lassen können – und für die anderen auch. Segne und behüte du uns alle, ob wir glauben oder nicht. Wir alle sind deine Kinder und leben von deiner Barmherzigkeit. Amen
Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Freitag, 17. August 2018

Erst kommt der Rock hl

LosungDer HERR sprach: Dich jammert der Rizinus, um den du dich nicht gemüht hast, hast ihn auch nicht aufgezogen, der in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb, und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt? Jona 4,10-11 

LehrtextNiemand suche das Seine, sondern was dem andern dient. 1.Korinther 10,24 

Liebe Leserin, lieber Leser,

doch, das Sprichwort hat schon recht: Die Hose ist mir buchstäblich näher als der Rock (= die Jacke). Und das meint: Zuerst einmal geht es um meine Interessen oder, wie es in der Werbung für eine Bank heißt, „unterm Strich zähl ich“. Oder nicht? Habe ich zuerst das Wohl anderer im Sinn, bevor ich ans eigene Wohlergehen denke? Wieder so eine Frage, über die man erst mal nachdenken muss.
     Der Prophet Jona, um den es in der Losung geht, dachte zuerst an sich. Erst wollte er sich von Gott nicht nach Ninive schicken lassen, um den Leuten dort klipp und klar zu sagen, was sie doch für gottlose Idioten seien und dass es nun mit ihnen aus sei. Nein, das wollte er nicht. Das war ihm peinlich und dann fürchtete er sich auch vor der Reaktion dieser Leute. 
    Er ist dann mit einem Schiff in die entgegengesetzte Richtung geflohen. Der Fortgang der Parabel (Lehrgedicht) ist bekannt: Jona landet im Meer. Ein großer Fisch verschluckt ihn, schwimmt mit ihm Richtung Ninive und spukt ihn an den Strand. 
     Nun also kommt Jona dem Auftrag nach, den Gott ihm gegeben hatte und hält eine donnernde Predigt, dass den Leuten in Ninive Hören und Sehen vergeht. Zu seinem großen Erstaunen geben die Leute ihm und vor allem Gott recht und zeigen sich einsichtig. Selbst der König geht in Sack und Asche. Da „reut Gott das Übel, dass er ihnen angekündigt hatte und verdirbt Ninive nicht“.
     Damit könnte die kleine Geschichte von Jona zu Ende sein. Aber der Prophet war ein Dickkopf. Er sagte sich: ‚Jetzt habe ich das alles durchgemacht, das Meer, den Fisch, die gefährliche Predigt, und jetzt soll nichts passieren? Wie stehe ich denn jetzt da? Keine Spur von Untergang. Jetzt bin ich blamiert.‘ Und Jona bockt mit Gott. Ich, ich, ich – unterm Strich zähl ich!
     Und so muss Gott schon wieder eingreifen und Jona eine Lektion erteilen, die seitdem alle  Propheten, Päpste, Bischöfe, Pfarrer usw. lernen und beherzigen sollten. (Wenn sie es nur getan hätten!) Jona sitzt in der stechenden Sonne und leidet unter der schrecklichen Hitze. Da lässt der Herr in kürzester Zeit eine Rizinusstaude für ihn wachsen, die ihm Schatten spendet. Und Jona freut sich. Doch die Freude währt nicht lange. Gott sendet einen Wurm, der den Rizinus verdirbt. Und Jona sitzt wieder in der sengenden Sonne. Da wird er auf Gott böse und sagt: „Am liebsten wäre ich tot!“ Gott aber entgegnet: »Du hast dich mit dieser Staude keinen Augenblick abmühen müssen, nichts brauchtest du für sie zu tun. In einer Nacht ist sie gewachsen, und in der nächsten ging sie zugrunde. Trotzdem hättest du sie gerne verschont. Ich aber sollte Ninive nicht verschonen, diese große Stadt, in der mehr als 120.000 Menschen leben, die Gut und Böse nicht unterscheiden können, und dazu noch so viele Tiere
     Und die Moral von der Geschicht? »Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.« (Lehrtext) Oder anders gesagt: Erst kommt der Rock.

Gebet: Herr Jesus Christus, wie soll ich das nur verstehen, dass lieber du dich von uns Menschen töten lässt als dass uns etwas geschieht? Du denkst nicht an dich. Du hast jeden von uns vor Augen und bist darauf bedacht, was zu unserem Besten dient. Du lässt es auch denen gut gehen, die nicht nach dir fragen und stehst denen bei, die deine Hilfe brauchen. In dir begegnet uns Gottes grenzenlose Barmherzigkeit und bedingungslose Gnade. Da kann ich nur staunen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Donnerstag, 16. August 2018

Brauchen Tiere Gott? hl

Losung: Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst. Jesaja 48,17 

LehrtextDer Herr wird dir in allen Dingen Einsicht geben. 2.Timotheus 2,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

brauchen Tiere Gott? 
     Ja, sie brauchen ihn als Beistand gegen ihren schlimmsten und grausamsten Feind, den Menschen. Sie brauchen dazu auch dich und mich. Leider fällt es nicht leicht, von bisherigen (Ess-)Gewohnheiten Abstand zu nehmen und einen tierfreundlicheren Lebensstil anzunehmen. Aber lässt uns der Glaube und mit ihm die Liebe zu unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, eine andere Wahl?
     Ja, Tiere brauchen Gott. Jesus sagt: »Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.« Gott hat sie geschaffen. Er erhält sie auch am Leben. Genau wie uns Menschen.
     Nein, Tiere brauchen Gott nicht, wenn es um die Frage geht, wie sie leben sollen. Sie leben, wie es ihrer Natur, ihren Instinkten entspricht. (Wenn denn der Mensch sie so leben lässt). Sie kommen mit dem "Wissen" auf die Welt, welchen Weg sie in ihrem Leben gehen sollen. Nun ja, so wurden sie von Gott geschaffen in langen evolutionären Prozessen. Insofern brauchen sie ihn doch.

Brauchen Menschen Gott?
     Ja, sie brauchen ihn als Beistand gegen ihren schlimmsten und grausamsten Feind, den Menschen. Wölfe haben keine Vernichtungslager gebaut und keine Atombomben abgeworfen und was dergleichen Scheußlichkeiten mehr sind.
     Ja, wir brauchen Gott aus demselben Grund wie die Tiere: Er muss uns ernähren und am Leben erhalten. Als die meisten Menschen noch auf dem Land lebten und arbeiteten, haben sie sehr bewusst Erntedankfest gefeiert. Heute ist das selbst vielen Bauern immer weniger wichtig.
     Ja, wir brauchen Gott auch und gerade, wenn es um die Frage geht, wie wir leben, welchen Weg wir im Leben gehen sollen. Und genau davon handelt die heutige Losung: "Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst." Jesaja 48,17 
     Die Bibel sagt: Ohne ihn sind wir "wie Schafe, die keinen Hirten haben" (1. Könige 22,17; Hesekiel 34,8; Matthäus 9,36; Markus 6, 34). Ohne den "guten Hirten" leidet unsere Seele Mangel, finden wir nicht die grüne Aue und das frische Wasser, nicht die rechte Straße. Ohne ihn kommen wir im finsteren Tal der Gier und der Zerstörungswut um (Psalm 23).
Nein, Gott braucht uns nicht. Ja, wir brauchen Gott, mehr denn je. So sehe ich das.
     Kommt diese Einsicht schon zu spät? Im Lehrtext heißt es, dass der Herr dir und mir "in allen Dingen Einsicht" gibt. Aber bin ich auch wirklich einsichtig? Und wenn, bin ich denn bereit, mich so zu ändern und so zu leben, dass ich für meine Menschengeschwister und für das Mitgeschöpf Tier keine Last mehr bin, sondern eine Hoffnung?

Gebet: Herr, ich muss dich nicht erst bitten, mir beizubringen wie ich leben soll, was mir hilft und welcher Weg der richtige für mich ist. Du hast mir längst zugesagt, dass du das tust. Aber ich muss dich um einen starken Glauben bitten, dass ich immer wieder neu nach dir frage, auf dich schaue und Jesus nachfolge, in dem du mir vorangehst. Wenn ich das tue, bin ich für deine Welt und deine Geschöpfe ein Segen. Wenn nicht, bin ich ein Fluch. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Mittwoch, 15. August 2018

Der starke Turm hl

LosungDer Name des HERRN ist ein starker Turm, der Gerechte eilt dorthin und findet Schutz. Sprüche 18,10 

LehrtextIch bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige. Offenbarung 1,8 

Liebe Leserin, lieber Leser,

zur heutigen Losung sind mir drei Dinge eingefallen: Erstens ein Gedicht von Rainer Maria Rilke aus dem Jahr 1899 „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“. Zweitens ein Wort Davids aus dem Psalm 63 Vers 4 und drittens das Lied „Herr, ich suche deine Ruhe“.

Zunächst zu Rilke. 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang
.  (von 1899)  

     Der Dichter war sein Leben lang ein Suchender. Er konnte mit den alten Glaubensgewissheiten, wie sie die Kirche vermittelt hat, nichts mehr anfangen und litt als Kind unter einer strenggläubigen Mutter. Aber er kam auch nie ganz von Gott los. Immer wieder beschäftigt er sich in seinen Gedichten mit ihm, in vielen Andeutungen. Immer wieder kreist er „um Gott, den uralten Turm“. Es scheint, er sucht wie ein Turmfalke eine Möglichkeit, dort sein Nest zu bauen, wo er geborgen ist. Aber offenbar findet er keinen Zugang zum Turm, zu Gott und kreist und kreist „jahrtausendelang“. Und dann sieht sich der Dichter wieder als Sturm, der um den Turm tobt, der Gott bestürmt mit seinen Bitten und doch wieder nachlässt und vergeht, während der Turm bleibt. Und schließlich vergleicht Rilke sich mit einem „großen Gesang“. Was für ein kühnes und schönes Bild: Der Mensch als Gesang, der sein Leben in Gottes Ohr singt, seine Schmerzen und seine Lust, seine Freude und sein Leid, sein Flehen, sein Lob und seinen Dank...
     Rilkes Gedicht ist überaus beliebt. Vermutlich entdecken sich viele selbst darin mit ihren Zweifeln und ihrem Glauben. Schon die Bibel spricht von Gott als einem Turm, die heutige Losung ebenso wie König David in Psalm 63: »Herr, du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.«  Doch offenbar haben der Mensch, von dem die heutige Losung stammt und David einen Zugang zum Gottesturm gefunden und sind in ihm, anders als Rilke, sicher und geborgen.
     Doch das A und O des Glaubens ist noch etwas anderes. Nicht ich muss um den Turm, nicht ich muss um Gott kreisen auf der Suche nach einem Unterschlupf. Wer im Glauben erwacht, weiß: Er ist in Jesus längst zu mir gekommen und ich war schon immer in ihm, habe das aber bisher nicht bemerkt. Ja, Gott ist das A und das O (Lehrtext), der Anfang und das Ende, mein ein und alles. Er ist das Ganze und ich bin ein Teil von ihm. Er ist mein Schöpfer und ich sein Geschöpf. Er ist mein Vater und ich sein Kind. Er ist der Herr, der da war, der da ist und der da kommt – für mich und für dich.

Gebet
fern vom Getöse dieser Welt !
Ich hör jetzt auf mit allem, was ich tue
und tu` das eine, das im Leben zählt.
Ich geh` im Geist jetzt vor Dir auf die Knie
und höre auf die Stimme meines Herrn .
Führe Du mein Innerstes zur Ruhe,
und lass Dein Feuer meine Hast verzehren !

Du bist ein starker Turm ,
du bist das Auge im Sturm .
Du sprichst zum aufgewühlten Meer
meiner Seele in mir, Herr,
Friede mit Dir, Friede mit Dir !

Herr, ich suche Deinen Frieden,
das, was die Welt nicht geben kann,
in Harmonie und tief versöhnt zu leben,
denn das fängt erst in Deiner Nähe an!
Ich löse mich von allen Ambitionen
und werd` so still wie ein grad gestilltes Kind !
Denn Du hast mehr für mich als Illusionen,
Dein Rat für mich verweht nicht mit dem Wind !
  
Amen

(Text und Musik: Martin Pepper © 1997 mc-peppersongs)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Dienstag, 14. August 2018

Wieder ruhig werden hl

Losung: Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Er allein gibt mir Hoffnung. Psalm 62,2

LehrtextJesus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28,20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was machst du eigentlich, um runterzukommen, wenn du dir Sorgen machst, aufgewühlt oder gestresst bist? Raucher rauchen in so einem Fall. Wer öfter Alkohol trinkt, genehmigt sich einen Drink. Haschisch-Konsumenten drehen sich einen Joint. Andere schlucken Pillen. Manche joggen oder machen Yoga. Andere lenken sich mit einem Film oder Buch ab. Wieder andere mit einem Spiel auf ihrem Smartphone. Und du?
     König David hat in einem solchen Fall im Gebet Gottes Nähe gesucht und sich so vergewissert, dass er für ihn da ist und er ihm erst einmal alles abgeben kann, was ihn beunruhigt. Das kostet nichts, ist nicht gesundheitsschädlich und hilft. Doch zwei Sachen sind dafür schon erforderlich. Erstens, dass ich mir für ein Gebet Zeit nehme und zweitens, dass ich darauf vertraue, dass Gott für mich da ist.
     Der „Kirchenvater“ Augustinus hat den schönen Satz gesagt: »Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.« Und Jesus hat allen, die auf ihn schauen, ausdrücklich versprochen: „Verlass dich darauf, ich bin bei dir. Ich war es gestern. Ich bin es jetzt und ich werde morgen bei dir sein. Immer.“ (Lehrtext) 

Gebet: Herr, bei wem sonst sollte ich denn zur Ruhe kommen, wenn nicht bei dir? Wenn mir das Herz bis zum Hals klopft, bist du meine Hilfe und Hoffnung. Wenn ich nachts nicht schlafen kann und mir den Kopf zermartere, wie denn alles wieder gut werden könnte, bist du es, mit dem ich reden, vor dem ich schweigen, auf den ich hören kann. Amen 

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Und hier noch ein neueres Lied zum Thema: Stille vor dir 

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Montag, 13. August 2018

Nachdenken über Gebote hl

LosungDem HERRN, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhangen. 5.Mose 13,5 

LehrtextJesus spricht: Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch liebe. Johannes 15,12 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du schon mal darüber nachgedacht, warum du die Verkehrsregeln einhältst? Aus Angst vor einem Bußgeld oder einer noch empfindlicheren Strafe? Oder weil man es halt so macht? Oder weil du weißt, dass es in deinem ureigensten Interesse ist, dich daran zu halten, um dich und andere nicht zu gefährden? Ähnlich verhält es sich mit den Geboten Gottes. Man richtet sich im Großen und Ganzen danach, weil es letztlich im eigenen Interesse ist. Ich will nicht von meinen Mitmenschen belogen, bestohlen oder getötet werden und darum tue ich das auch nicht. 
     Über Jahrtausende waren göttliche Gebote gemeinschaftsstiftend und haben eine Familie, eine Sippe oder eine Gesellschaft stabilisiert. Sie waren der Orientierungsrahmen, an den man sich gehalten hat. Und das galt für den Glauben allgemein. Ein gemeinsamer Glaube hat die Gemeinschaft gestärkt und dem einzelnen Halt gegeben. Bei einer Minderheit in unserem Land ist das heute noch so. Nun, das gilt nicht nur für Christen, sondern auch für Juden (siehe Losung) oder Muslime. Gerade bei den Letzteren hat ihr Glaube noch eine starke, prägende Kraft für das Zusammenleben. Und wer als Muslim in eine säkulare Gesellschaft wie die unsere kommt, hält sich meist erst recht an seinen Glauben, weil ihm das in der Fremde Heimatgefühl und Geborgenheit vermittelt. Das ist übrigens bei Deutschen, die im Ausland leben, nicht sehr viel anders.
     Und was ist mit den anderen? Woran orientieren die sich? Was gibt ihnen Halt? Viele orientieren sich daran, wie sie auf andere wirken und tun, womit sie akzeptiert werden. Und Halt geben ihnen andere Menschen: Freunde, Partner, Familie … Aber das alles ist zerbrechlich und ändert sich fortwährend. Du musst dann  darauf schauen, den Anschluss nicht zu verlieren und mit dem Strom zu schwimmen. Richtig bitter wird es, wenn du aus welchem Grund auch immer zum Außenseiter wirst. Dann kannst du plötzlich in einer großen Menge von Menschen ziemlich einsam sein.
     Jesu Gebot aus dem Lehrtext ist keiner Mode und keinem Zeitgeist unterworfen. Es ist heute genauso wichtig wie es damals war. Und darum wiederhole ich noch einmal, was ich bereits gestern in der Losungsauslegung geschrieben habe: Wir sollen nicht die Liebe schuldig bleiben, weder Gott, noch unseren Mitmenschen noch uns selbst; denn durch sie werden wir erlöst. Mit ihr lösen wir unsere Probleme. Mit ihr können wir auch in den Herausforderungen bestehen, die auf uns alle zukommen werden: Mit der Liebe zum Frieden, mit der Liebe zu den Tieren und zur Natur, mit der Liebe zu denen, die Hilfe brauchen und mit der Liebe zu Gott. Sie lässt uns auf ihn schauen und nach seinen Geboten fragen.

Gebet: Herr, wenn ich meinen Glauben verliere, habe ich alles verloren. Dann bin ich ein Blatt im Wind, Gischt im Ozean, ein Wolkenfetzen am Himmel. Dann werden die Dinge zu meinem Gott, die Eindruck auf mich machen und die Menschen, die mich in der Hand haben. Doch der Glaube ist mein Anker in der Zeit, der Fels, auf dem ich stehe. So finde ich Halt im Auf und Ab des Lebens. Ich danke dir für meinen Glauben. Er hilft mir, mich zurechtzufinden und gibt mir Geborgenheit. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 12. August 2018

Nachdenken über das Kreuz hl

Losung: Der Knecht Gottes sprach: Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Jesaja 50,6 

LehrtextJesus hat gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Hebräer 13,12-13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum musste Jesus leiden und sterben? Diese Frage wird oft im Hinblick auf Gott gestellt. Und dann werden alle möglichen Deutungen versucht, auch schon im Neuen Testament. Doch zu den Geheimnissen Gottes gehört, dass er in Jesus war (und ist) und dass er deshalb in ihm mitgelitten hat und mitgestorben ist. Dabei hat sich der Tod an ihm "verschluckt" und ist an dem lebendigen Gott, am Leben selbst erstickt. Noch kühner und drastischer sagt es Martin Luther in seinem Lied "Christ lag in Todesbanden" (EG 101,4):
Es war ein wunderlicher Krieg
Da Tod und Leben (ge)rungen;
Das Leben behielt den Sieg
Es hat den Tod verschlungen.
Die Schrift (Bibel) hat verkündigt das,
Wie ein Tod den andern fraß. (Jesaja 25,8; 1. Korinther 15,55)
Ein Spott aus dem Tod ist worden.
Halleluja!
[Hier der Vers in der Vertonung von Johann Sebastian Bach: "Es war ein wunderlicher Krieg ..."]

Die Frage, was mit Jesus am Kreuz geschehen ist, wandelt sich in die Frage, was da mit dem Tod geschehen ist. Ostern hat sie beantwortet. Die Frage aber, warum Jesus leiden und sterben musste, sollten wir nicht an Gott richten. Wir müssen sie uns selbst stellen. Denn
  • Das Kreuz, an dem Jesus hängt weist auf uns Menschen. Es ist das Kreuz von Karfreitag, der Galgen, an dem wir ihn umgebracht haben. 
  • Das leere Kreuz aber weist auf Gott. Es ist das Osterkreuz, das Zeichen dass Gott in Jesus den Tod besiegt und die Sünde vergeben hat.
  • Worunter leidet Jesus und womit töten wir ihn noch heute? Es ist die Lieblosigkeit, aus der jedes Übel kommt.
  • Welche Kraft hat ihn auferweckt? Die Bibel sagt: Gott ist  Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm (1. Johannes 4,16)
  • Und was ist die Sünde? Dass wir das Einzige, was Gott von uns will, verweigern; dass wir ihm, unseren Mitmenschen und auch uns selbst die Liebe schuldig bleiben. Durch sie werden wir erlöst. Durch sie lösen wir unsere Probleme ob im Großen oder im Kleinen.
So sehe ich das. Du siehst es vielleicht anders. Doch die Losungsauslegungen stehen unter dem Titel "Nachdenken über die Bibel". Dazu lade ich dich ein, damit du deine Antworten findest.

Gebet: Herr, das Geheimnis deines Leidens und Sterbens werde ich so wenig ergründen wie die Tiefe deiner Liebe. Doch das glaube ich, dass ich von dir erlöst und mit dir versöhnt bin. Erhalte mir diesen Glauben, damit ich lebe, was ich durch dich bin. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
***************************************************************************
Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
****************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 11. August 2018

Wunderbarer Wiesenklee hl

Losung: Herr, ich will dir danken unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Psalm 57,10.11 

LehrtextDie Menschen sprachen am Pfingsttag in Jerusalem: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Apostelgeschichte 2,11 

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum danke ich Gott? Bin ich in seinen Augen etwas Besonderes? Ja. Bin ich etwas Besseres als andere Menschen? Nein. Ich bin anders als andere, einzigartig. Aber auch die anderen sind so. Entwertet mich das? Manchmal muss ich mich selbst ermuntern, Gott zu danken (Losung). Aber wenn ich genau hinschaue, was in meiner Welt um mich ist, werde ich von selbst dankbar.
     Ein Vorschlag: Geh doch heute mal auf eine Wiese oder einen Grünstreifen und suche dir eine unspektakuläre Blume und sei sie noch so klein. Ich denke jetzt zum Beispiel an eine Klee-Blüte. Aus diesen Blüten werden normalerweise keine Blumensträuße gemacht. Aber hast du dir schon einmal aus nächster Nähe eine solche Blüte aufmerksam angesehen? Vielleicht sogar mit einer Lupe? Es gibt sie in den Farben weiß, pink, violett, rot und in Zwischentönen aus diesen Farben. Wäre die Blüte so groß wie eine Rose und selten, würde sie schon was hermachen. Aber so ist sie klein und unscheinbar und wird darum kaum beachtet. Falsch, von Menschen vielleicht, aber die Tiere, die bei ihr zu Gast sind, beachten sie wohl, die Bienen und Wildbienen, die Hummeln, Falter und Käfer. Ihnen sind dafür die von uns bewunderten Edelrosen egal, weil diese nichts zu geben haben, sondern sich selbst genug sind. Aber Klee ist in ihren Augen wertvoll.
zum Vergrößern anklicken
    Die Kleeblüte ist sich ihrer Schönheiten und ihres Wertes nicht bewusst. Aber du kannst das sein. Du bist nach Gottes Ebenbild geschaffen und hast viel zu geben, was anderen gut tut. Du hast einen Platz in seiner Schöpfung, in dieser Zeit, in dieser Welt. Sieh dich nicht oberflächlich oder gar geringschätzig an. Sondern danke Gott für seine Güte, dass du sein darfst und lobe ihn, dass du unter seinem Himmel lebst. Du bist für ihn so wichtig, dass er in Jesus zu dir kommt, der für dich in der Krippe liegt, am Kreuz stirbt und für dich aufersteht, damit du eine unvergängliche Hoffnung hast. Diese „großen Taten Gottes“ (Lehrtext) sind für dich geschehen. Für dich! Für wen denn sonst? Das dürfen auch die anderen erfahren, damit sie sich fragen "Und für mich?"

Gebet
Herr, ich lobe dich für die Schönheit im Unscheinbaren, preise dich für den Wert des Alltäglichen und danke dir für den Segen im Selbstverständlichen. Überall lese ich deine Handschrift an jedem Geschöpf, auch an mir. Wo ich auch bin, sehe ich deine Güte. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach