Donnerstag, 14. Juni 2018

Hinweis hl

Liebe Leserin, lieber Leser,

wegen einer Reise erscheinen die nächsten Losungsauslegungen wieder am Montag, 9.7.2018
Ich bitte um Verständnis,
grüße Sie / dich herzlich
und wünsche eine gute, gesegnete Zeit.

Hans Löhr

Mittwoch, 13. Juni 2018

Grundvertrauen hl

Losung: Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Psalm 91,4 

LehrtextIst Gott für uns, wer kann wider uns sein? Römer 8,31 

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit diesen beiden Bibelworten breche ich heute mit einem Freund zu unserer Frankreichtour auf. Ich freue mich sehr. Aber natürlich hoffe und bete ich, dass wir wieder heil zurück kommen.
     So ist das mit vielem, was man unternimmt: mit einer Partnerschaft (Ehe),  mit der Berufswahl, mit einem Wohnungskauf oder Hausbau... Letzten Endes ist jeder neue Tag, jeder Weg, den ich gehe oder fahre, jede Begegnung ein Wagnis. Anders geht Leben nicht, als dass ich mich auf was einlasse, von dem ich nicht weiß, was daraus wird.
     Dazu brauche ich ein gewisses Grundvertrauen. Viele sagen sich: 'Es wird schon werden'. Sie haben durchaus recht. Aber was berechtigt sie zu einem solchen Vertrauen? Warum 'wird es schon werden'? Ich glaube, dass Gott uns alle hält wie uns die Gravitation (Schwerkraft) hält. Diese wirkt unsichtbar überall im Weltall. Nur ist sie kein Gott, sondern sein Werkzeug. Gott aber hält mich nicht nur in physikalischer Hinsicht. Er hält mich im Auf und Ab des Lebens und breitet schützend seine Flügel über mir (Losung) wie ein Adler über seinen Jungen (EG 325 Vers 2).
     Für viele ist er eine anonyme Kraft, der sie sich anvertrauen. Ich weiß aus der Bibel, wer er für mich ist. Er begegnet mir persönlich in Jesus und ist für mich ansprechbar. Zu ihm kann ich mich flüchten in Zeiten der Not. Ihn kann ich bitten, mich auf meinen Wegen zu begleiten und zu behüten im Alltag und auf Reisen. Ihm kann ich aber auch danken, dass er das bis heute getan hat. Von ihm kann ich mit den Worten des Psalms 121 sagen:

Gebet
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. 
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. 
Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Ja, Gott ist bedingungslos für mich da - und für dich ebenfalls. Ich habe keinen Grund, mich zu fürchten (Lehrtext). Aber allen Grund ihm zu vertrauen.

Herzliche Grüße und eine gute Zeit!

Hans Löhr

p.s. Während meiner Tour erscheinen keine Losungsauslegungen. Das nächste Mal werde ich Losung und Lehrtext wieder am Montag, den 9. Juli auslegen.


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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Dienstag, 12. Juni 2018

Du bist doch mein Vater! hl

Losung: Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht! Jeremia 14,9 

LehrtextIhr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Galater 3,26 

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Mein Gott, das kannst du doch nicht machen. Ich bin doch dein Kind!" - Darf man so mit Gott reden? Keine Frage. Die Menschen der Bibel haben das getan. Unsere Vorfahren haben das getan. Und wir dürfen das genauso. Im Leben eines jeden Menschen können Umstände eintreten, wo man so redet. Immer noch besser, man sagt das zu Gott, als dass man sich in seiner Verzweiflung ganz von ihm abwendet und nicht mehr zu ihm betet und mit ihm spricht. Ich hoffe allerdings sehr für mich und für dich, dass uns nichts zustößt, was uns veranlasst, so zu reden. Ich will ihn nicht erinnern müssen, dass er mein Vater ist. Ich will so glauben und beten können, dass das für mich selbstverständlich ist.
     Und wenn ich doch so reden muss? Solange ich noch zu Gott sagen kann „Ich bin doch dein Kind und du bist mein Vater!“, solange habe ich noch Hoffnung, dass er helfen und mein Unglück wenden wird. Vielleicht nährt sich dann diese Hoffnung aus meinem Glauben in guten Tagen, wenn ich froh und dankbar sagen kann: 

Gebet:  Danke, Herr, dass ich deine Nähe und deinen Segen erleben darf. Danke, dass du mich bisher reich beschenkt hast und mich bis zu diesem Augenblick behütest. Es tut so gut, in dem Vertrauen leben zu dürfen, dass du mein Vater bist. Schenke dieses Vertrauen allen, die sich danach sehnen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Montag, 11. Juni 2018

Tempelvorhang und Wunschfee hl

​​Losung: Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Psalm 145,18 

LehrtextAlles, was ihr bittet im Gebet: So ihr glaubt, werdet ihr's empfangen. Matthäus 21,22 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer regelt deinen Zugang zu Gott? Oder meinst du, du könntest so ohne weiteres zu Gott kommen, ohne dass Priester und Pfarrer kontrollieren, ob du auch zugangsberechtigt bist, ob du die richtige Religion, den richtigen Glauben, die richtige Konfession hast? 
     Bei den Juden hatte zu biblischen Zeiten nur der Hohepriester Zugang ins Allerheiligste des Jerusalemer Tempels, wo Gott anwesend sein sollte. In zahllosen Religionen stehen solche „Vermittler“ zwischen den Göttern und den normalen Menschen. Auch in der christlichen Religion wurde Gott von einer Priesterkaste abgeschottet, die davon lebte, dass sie den Gläubigen Gottes Heil vermittelte.
     Die Bibel sagt etwas anderes. Gott schiebt alles beiseite, was dich von ihm trennt, damit du bei ihm sein kannst. Als Jesus am Kreuz starb, da zerriss der Vorhang im Jerusalemer Tempel, der Gott von den Menschen getrennt hatte (Matthäus 27,51, Markus 15,38, Lukas 23,45, Hebräer 10,20). Kein Papst, kein Bischof, kein Priester und kein Pfarrer regelt deinen Zugang zu Gott. Sondern Jesus „regelt“ Gottes Zugang zu dir. In ihm kommt Gott zu dir zu jeder Zeit und an jedem Ort. Wann und wo auch immer du betest, redest du mit Gott, der dir nahe ist. Das sagt das heutige Losungswort. Das lasse ich mir von niemandem ausreden.
     Doch wie ist das, wenn du zu ihm betest? Wirst du tatsächlich alles von ihm bekommen, worum du bittest? Auch die Jünger Jesu wussten doch, dass Gott keine gute Fee ist, die Wünsche erfüllt. Jeder von uns weiß, dass sich Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, nicht ins Meer stürzt, auch wenn ich Gott noch so sehr vertraue (Matth 21,21)Was meint also Jesus mit dem Satz aus dem heutigen Lehrtext? 
     Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich verstehe den Satz so, dass ich Gott auch um  das scheinbar Unmögliche bitten darf. Ich soll ihm mit meinem Glauben keine Grenzen setzen, sondern darauf vertrauen, dass seine Möglichkeiten unbegrenzt sind. Ich soll darauf vertrauen, dass er Türen öffnen kann, wo für mich zuvor keine zu sehen waren. Und genau das habe ich in meinem Leben mehrfach erlebt. Und ich nehme mal an, du auch.
     Nein, es kommt nicht immer alles genauso, wie ich es mir von ihm erbitte und wünsche. Aber, und darauf vertraue ich, es kommt alles so, wie es seinem Willen entspricht und wie es letzten Endes für mich und alle seine Geschöpfe gut ist.

Gebet: Herr, wenn ich auf die gegenwärtige Weltlage sehe, habe ich ein ungutes Gefühl. Du aber sagst: Fürchte dich nicht, vertraue nur! Und genau das will ich tun. Denn jenseits dessen, was ich sehe und verstehe, bist du hinter den Kulissen am Werk. Du hast ja den Überblick, den ich nicht habe. Du hast die Macht, die ich nicht habe. Du hast die Möglichkeiten, die ich nicht habe. Du bist es, der alles regiert auch die Regierenden. Du hast sie alle in der Hand, auch mich. Und du hast versprochen, dass kein Haar von meinem Kopf fällt, ohne dass du es willst. In diesem Glauben finde ich inneren Frieden. Dir zu vertrauen, macht mich ruhig und stark. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 10. Juni 2018

Gartenglück hl

Losung: Lasst uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel! Klagelieder 3,41 

LehrtextSeid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! Kolosser 4,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einer neuen Übersetzung lautet der Lehrtext: »Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen und vergesst dabei nicht, Gott zu danken.« (HNA) Es kann schon mal sein, dass man vor lauter Sorgen oder weil man sonst wie den Kopf voll hat das Beten vergisst und damit auch das Danken. Nun, Gott beleidige ich damit nicht. Ich tue nur mir selbst keinen Gefallen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass es mir nach dem Beten jemals schlechter gegangen wäre. Im Gegenteil. Und erst recht geht es mir mit dem Danken so. Zur Zeit vergesse ich nicht, Gott zu danken. Wenn ich an diesen schönen Sommertagen morgens auf unserer Terrasse sitze, frühstücke und dabei in unseren großen, naturnahen Garten blicke, kommt das Danken ganz von selbst. Ich will mit ihm nicht angeben. Aber ich meine schon, dass er ganz besonders schön ist. Meine Frau und ich tun auch was dafür. Doch was wir an Zeit und Mühe investieren, kommt als Gartenglück vielfach zurück. 
     Ein chinesische Sprichwort sagt:
Wer einen Tag lang glücklich sein will, der betrinke sich.
Wer einen Monat lang glücklich sein will, der schlachte ein Schwein.
Wer ein Jahr glücklich sein will, der heirate.
Wer ein Leben lang glücklich sein will, der lege einen Garten an.
     Nun, ob die ersten drei Aussagen so stimmen, will ich mal dahingestellt sein lassen. Aber die letzte stimmt zumindest für mich und viele, die ich kenne. Das gilt auch für Gott. Jedenfalls sagt die Bibel, dass Gott der Herr einen Garten angelegt habe, in dem er am Abend, wenn es kühl wurde, umherging (1. Mose 2,8 + 1. Mose 3,8). Reiche Leute haben einen Gärtner. Gott nicht. Und warum nicht? Weil das glücklich macht, wofür ich mich eingesetzt und wozu ich dann eine Beziehung habe. „Der Garten“, sagt ein weiteres Sprichwort diesmal aus Persien,„ist ein eigener Himmel“, ein Stück Himmel auf Erden.
     Aber das, wofür ich dankbar bin, kann ich letzten Endes nicht machen. Ich kann zwar einen Jasminstrauch pflanzen, aber ich kann keine einzige Blüte machen und auch nicht ihren unvergleichlichen Duft. Ich kann nicht das Blau des Sommerhimmels machen und nicht den warmen Wind. Nicht das Bienengesumm in der blühenden Linde und nicht die Glühwürmchen, wenn die Nacht hereinbricht... Aber ich kann danken, von ganzem Herzen danken. Nicht zuletzt deshalb, weil mir bewusst ist, dass die Sommer, die ich erleben darf, gezählt sind und ich nicht weiß, ob es einen weiteren für mich geben wird. Darum hebe ich mein Herz auf zu Gott im Himmel und manchmal auch meine Hände, danke und sage ihm, dass ich ihn liebe.

Gebet
1 Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.
2 Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.
3 Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
dass ich dir stetig blühe;
gib, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe.
4 Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.
Paul Gerhardt 1607 bis 1676
Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 9. Juni 2018

Gott kennt dich hl

Losung: Der HERR erforscht alle Herzen und kennt alles Sinnen und Trachten der Gedanken. 1.Chronik 28,9

Lehrtext: Nathanael spricht zu Jesus: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen. Johannes 1,48

Liebe Leserin, lieber Leser,

den Gedanken des heutigen Losungswortes nimmt der Psalm 139 auf, in dem es heißt:
     HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir (Psalm 139,1-5).
     Es soll Menschen geben, die haben Angst, dass Gott sie durch und durch kennt, dass er sie durchschaut. Doch warum sollte ich Angst haben, solang ich nichts Böses im Schilde führe? Im Gegenteil. Ich bin heilfroh, dass Gott mich kennt, denn das ist ein Hinweis darauf, dass Gott bei mir ist, mich von allen Seiten umgibt und seine Hand über mir hält (Psalm 139,5). Und weil er mich kennt, darum weiß er auch, was mir fehlt. Wenn ich als kleines Kind krank war, haben meine Eltern immer denselben Hausarzt gerufen. Er kannte mich eben, wusste, was ich früher schon alles hatte, und konnte gut einschätzen, was mit mir los war und was mir helfen würde. Und dieser „Onkel Doktor“, wie man damals sagte, saß genau wie beim "bösen Friedrich" im Struwelpeter-Buch an meinem Bett, nahm sich Zeit und redete mit mir.
     Ja, Gott kennt mich seit dem Augenblick, da er mich im Leib meiner Mutter gebildet hat (Psalm 139, 13.15.16). Er weiß was ich denke und fühle. Darum kann ich ihm auch in meinem Gebet alles sagen, was mich bewegt und ihn gegebenenfalls um Vergebung bitten. Er sieht mich auch in diesem Augenblick. Und dich auch.
   
Gebet: Herr, ich danke dir, dass du mich kennst und bei mir bist. Ich bin ja dein Geschöpf, von dir gewollt, von dir gemacht, von dir geliebt. Das gibt mir meine Würde und meinen Wert. Doch zugleich ist das ein Auftrag, so zu leben, dass ich dessen würdig bin. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 8. Juni 2018

Wie heißt du? (2) hl

​​Losung: Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird. 
Jesaja 62,2 

LehrtextDer gute Hirte ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. 
Johannes 10,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,

am 6. August 2014 war unser heutiges Bibelwort schon einmal die Tageslosung. Was ich damals geschrieben habe, ist noch heute mein Verständnis von diesem Wort. Und darum bringe ich die damalige Auslegung noch einmal:

Liebe Leserin, lieber Leser,

bedeutet dir dein Vorname etwas? Päpste, Nonnen und Mönche geben sich einen neuen Vornamen, wenn sie gewählt oder in den Orden aufgenommen worden sind. Papst Franziskus zum Beispiel hat sich nach dem berühmten Mönch und katholischen Heiligen Franz von Assisi genannt. Damit will er zum Ausdruck bringen, dass ihm besonders die Armen am Herzen liegen.
     Ich heiße Hans, die Kurzform von Johannes. Das war einmal der am weitesten verbreitete Vorname in der christlichen Welt. Lange bin ich mit diesem Namen herumgelaufen, ohne zu wissen was er bedeutet. Aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzt heißt Hans: „Gott ist gnädig!“. Und so erlebe ich es auch.
Den Namen geben meistens die Eltern einem Kind. Die Bibel erzählt davon, dass in Einzelfällen auch Gott einen Namen vergibt. So sagt ein Engel der Maria, welchen Namen sie ihrem ungeborenen Kind geben soll: „Jesus“ soll es heißen, auf Deutsch „Gott hilft!“.
     Auch die Stadt Jerusalem soll einmal einen neuen Namen bekommen, wenn alle Kriege, aller Hass, alle Gewalt und alles Leid aus ihren Mauern verschwunden sind. Dann soll sie für Gott „Meine Liebste“ heißen. So sagt es der Prophet Jesaja im Zusammenhang mit unserem heutigen Losungswort. O dass doch bald die Zeit käme, in der diese Stadt so heißt! O dass doch bald Heil und Frieden kämen über diese Stadt, den ganzen Nahen Osten, die ganze Welt! Wie sehr wünsche ich mir das gerade heute, am Jahrestag von Hiroshima.
     Und du? Wie heißt du? Ich meine nicht deinen Vornamen, sondern den Namen, den Gott dir gegeben hat. Ich bin überzeugt, jeder Mensch, der getauft ist und glaubt, trägt den Namen „Alles wird gut!“. Denn das ist der Sinn der Taufe, dass uns nichts mehr trennen kann von Gottes Liebe auf ewig, auch nicht der Tod. Und das ist der Sinn des Glaubens, dass Gott sein Versprechen hält.

Gebet: Herr, wird wirklich einmal alles gut? Immer wieder zweifle ich daran, weil die Wirklichkeit oft eine andere Sprache spricht. Aber was heute so ist, kann morgen schon ganz anders sein. Was mir zu schaffen macht, muss vergehen. Du aber hast mich im Glauben zu einem neuen Menschen geschaffen, dem deine Zukunft gehört. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 7. Juni 2018

Gottes Plan hl

Losung: Josef sprach zu seinen Brüdern: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen. 1.Mose 50,20 

LehrtextBarmherzigkeit triumphiert über das Gericht. Jakobus 2,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

edelmütige Menschen werden hoch geschätzt. Bist du einer? Ich möchte mir dieses Etikett nicht anheften. Aber natürlich wäre ich gerne so. Von Josef, von dem die heutige Losung handelt, heißt es, dass er gegenüber seinen Brüdern edelmütig gewesen sei. [Merkwürdigerweise ist dieses Wort aus unserem Wortschatz nahezu verschwunden. Womit das wohl zu tun hat?]
     Ja, das stimmt, Josef hat gegenüber seinen Brüdern Edelmut gezeigt. Er hat ihnen die schändlichen Taten, die sie an ihm verübt hatten, nicht nachgetragen. Er hat sich nicht an ihnen gerächt, dass sie ihn in die Grube geworfen, vor ihrem gemeinsamen Vater für tot erklärt und als Sklaven nach Ägypten verkauft hatten. Und als er dann in diesem Land zum zweitmächtigsten Mann nach dem Pharao aufgestiegen war und seine Brüder, von Hungersnot getrieben, zu ihm kamen, hat er sie weder davon gejagt, noch eingesperrt noch umgebracht. Er hat ihnen verziehen und hat sie und den Vater bei sich wohnen lassen. 
     Aber warum? Weil er so edelmütig war? Das denke ich nicht. Sondern weil er gläubig war und sich an Gottes Willen orientierte. Josef hatte nämlich erkannt, dass Gott einen Plan mit ihm hatte, der weit über sein Leben hinausreichte. Alles, was ihm widerfahren war, Böses wie Gutes, war Teil dieses Planes. Gott wollte das Versprechen, das er Josefs Urgroßvater Abraham gegeben hatte, erfüllen. Dessen Nachkommen sollten ja ein großes Volk werden. Jetzt aber waren sie von einer großen Hungersnot bedroht und Josefs Aufgabe war es, sie zu retten. Darum sagt er zu seinen Brüdern: »Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.« Ob also Josef edelmütig gewesen war? Ich weiß es nicht. Jedenfalls hat er sich nicht selbst auf die Schulter geklopft. Die Bibel sagt, dass er nicht aus sich selbst heraus so gehandelt hatte, sondern weil er gottesfürchtig war, also auf Gott achtete und ihm folgte. 
     Und darum glaube ich, dass es weniger darauf ankommt, ein guter, tugendhafter und charakterstarker Mensch zu sein als darauf, zu tun, was Gott will. Es geht ja nicht um mein Ansehen vor anderen Menschen. Es geht nicht um meine Verdienste. Für Menschen, die an Gott glauben, geht es schlicht und einfach darum, zu tun, was er sagt unabhängig davon, was andere dazu meinen. Und dazu gehört, dass ich nicht Böses mit Bösem vergelte, sondern vergebe und um Vergebung bitte, dass ich nicht über andere richte, sondern barmherzig bin (Lehrtext), dass ich Frieden halte mit allen Menschen, auch meine Feinde liebe und alles, was Gott geschaffen hat, achte und bewahre (1. Mose 2,15). So erfülle ich im Kleinen meinen Beitrag in Gottes großem Plan mit der Welt.

Gebet: Herr, ich glaube nicht an den Zufall, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du einen Plan hast mit mir im Kleinen wie mit der Welt im Großen. Und so will ich leben, wie es deinem Plan entspricht. Gib mir die Fähigkeit und die Bereitschaft, auf dich zu achten und nach deinem Wort zu leben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 6. Juni 2018

Du bist die Kraft, die mir oft fehlt hl

Losung: Der HERR ist meine Kraft. Habakuk 3,19 

LehrtextLass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. 2.Korinther 12,9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn du am Ende bist, ausgebrannt, ausgelaugt, weil zu viele zu viel von dir wollen, dann gestehe dir das auch ein, dass du keine Kraft mehr hast. Dann stehe auch gegenüber anderen dazu. Schäme dich deswegen nicht. Wer kein Verständnis für dich hat, hat es nicht verdient, dass du auf ihn eingehst. Du musst nichts erklären, du musst dich nicht rechtfertigen. Es muss genügen, wenn du sagst: „Ich habe jetzt keine Kraft mehr. Vielleicht geht es später wieder. Aber jetzt nicht. Jetzt brauche ich meine Ruhe.“
     Aber hast du dann auch Verständnis für dich selbst, für deine erschöpfte Seele, für deinen kraftlosen Körper? Bist du dann bereit, dich nicht zu überfordern und nicht zu ruinieren? Kannst du dann wirklich einmal alles loslassen und sein lassen und dich um nichts kümmern?
     Wenn es stimmt, was das heutige Losungswort sagt – und warum sollte es nicht stimmen? –, dann lass Gott machen. Dann übergibt ihm alles, was dich zu erdrücken droht und sage:

Gebet: Herr, ich kann einfach nicht mehr. Doch von dir heißt es "Du bist die Kraft und die Herrlichkeit". Komm du zu mir mit deiner Kraft. Trage, was ich nicht tragen kann. Kämpfe du für mich, wenn ich aufgegeben habe. Wirke du in meinem Leben, wenn meine Anstrengungen wirkungslos sind. Ich lege dir jetzt alles vor die Füße. Nimm dich meiner Angelegenheiten an und bringe sie zu einem guten Ende. Denn:

Du bist die Kraft, die mir oft fehlt,
du bist der Wert, der wirklich zählt.
Alles bist du mir, Herr.
Falle ich hin, stehst du mir bei,
stillst meinen Durst und sprichst mich frei.
Alles bist du mir, Herr!
Jesus, Gottes Lamm, Ehre deinem Namen.
Jesus, Gottes Lamm, Ehre sei dir, Herr!
Amen

(hier das Lied auf Englisch: All in all)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 5. Juni 2018

Würde mir das gelingen, wäre alles gelungen. hl

Losung: Das Volk kam zu Mose und sie sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir gegen den HERRN und gegen dich geredet haben. Bete zum HERRN, damit er uns von den Schlangen befreit. Und Mose betete für das Volk. 4.Mose 21,7 

LehrtextWenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei. Johannes 8,36 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist denn heute noch ein Schuld- oder Sündenbekenntnis nötig? Kann man denn nicht darüber hinweggehen, weil der gnädige Gott doch sowieso vergibt? Nein, kann man meiner Meinung nach nicht. Ich denke, dass uns Christen auch die Bereitschaft zur Selbstkritik eigen sein sollte. Es ist schon so viel Selbstgerechtigkeit in der Welt, da ist es wohltuend, wenn Menschen einen kritischen Blick auf sich selbst werfen, nicht nur auf ihr Tun, nicht nur auf ihre Worte, sondern auch auf ihre Gefühle und Gedanken. Es geht nicht darum, sich selbst klein und nieder zu machen, sondern einen realistischen Blick auf sich selbst und diese Welt zu bekommen. 
     Und da hilft meines Erachtens, dass ich mir vor dem heiligen Gott klar mache, was ich ihm, meinen Mitmenschen und auch mir selbst (!) schuldig geblieben bin. Ich behaupte, jeder ist eine Sache auf jeden Fall schuldig geblieben, nämlich die Liebe. Es gelingt mir nicht und ich kenne auch sonst niemand, dem es gelingt, Jesu wichtigstes Gebot, voll und ganz zu erfüllen: ‚Du sollst Gott und deine Mitmenschen lieben wie dich selbst‘. Würde mir das gelingen, so wäre alles gelungen. Denn mehr als Liebe geht nicht und braucht es nicht. Sie ist noch größer als die Hoffnung und der Glaube (1. Kor. 13,13).
     Doch nun bin ich auch nicht dazu verdammt, auf ewig damit zu leben, dass ich sie immer wieder schuldig bleibe. Jesus macht mich davon frei (Lehrtext), weil er diese Liebe an meiner Stelle erfüllt. Sie gab ihm die Kraft, sich selbst, seinem Vater im Himmel und mir treu zu bleiben bis zuletzt. Das motiviert mich, ihm zuliebe das gleiche immer wieder von neuem zu versuchen. 

Gebet: Herr, vor dir muss ich mich nicht minderwertig fühlen. Du kennst ja meine Grenzen besser als ich selbst. Und darum weißt du auch, dass ich deine Hilfe und vor allem anderen deine Liebe brauche. Du schenkst sie mir, damit ich sie weitergebe. Denn du bist mehr als ein Freund. Mehr als ein Vater. Du bist mein Herr und mein Gott. Deine Güte ist jeden Morgen neu und deine Barmherzigkeit hat kein Ende. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 4. Juni 2018

Widerspruch ist nötig hl

Losung: Der HERR spricht: Er liebt mich, darum will ich ihn erretten. Psalm 91,14 

LehrtextJesus spricht: Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! Johannes 15,9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

nein, so nicht. Diese Weil-darum-Geschichten mögen im Alten Testament, im Psalm 91 und sonst wo in der Bibel stehen. Spätestens seit Jesus sind sie überholt. Gott errettet dich nicht und mich nicht, weil wir brav und folgsam wären oder weil wir ihn liebten (Losung). Er liebt uns in Jesus ohne Vorbedingung und Vorleistung, so, wie es der Lehrtext sagt. Er will keine Jasager-Sklaven, keine berechnende, geheuchelte Liebe, sondern Menschen, die ihm offen, angstfrei und vertrauensvoll begegnen.
     Mit jener Wenn-dann-Erziehung, mit solchen Weil-Darum-Geschichten wurde in der Kindererziehung Jahrtausende lang viel Unheil angerichetet - bis heute. Die Braven werden belohnt, die Bösen werden bestraft - so war es bei den Diakonissen in meinem Kindergarten. So war es in der Grundschule. So war es noch im Gymnasium. Hat das Betragen eines Schülers nicht ins Lehrerhirn gepasst, hat er eine schlechte Betragensnote bekommen. Warum ein Schüler sich nicht normgerecht verhalten hat, danach wurde nicht gefragt. Nicht zuletzt dadurch wurde viel kreatives Potential vernichtet.
      Nun, die Lehrer und Eltern wussten es oft nicht anders, weil sie selbst so erzogen wurden. Heute könnte man es wissen. Aber noch immer werden Menschen so beurteilt und entsprechend behandelt egal ob in den Familien, in den Erziehungseinrichtungen, auf der Arbeit, in Behörden und Unternehmen und in der Kirche. Nur geschieht so etwas inzwischen kaum noch offen, sondern hinten herum und verdeckt. Doch die Braven und Angepassten sind der Tod für notwendige Veränderungen in allen Bereichen einer Gesellschaft. So viele Firmen und Geschäfte sind schon Pleite gegangen, weil sich die Angestellten nicht trauten, dem Chef zu widersprechen.
     Dabei wäre in allen diesen Einrichtungen die Fähigkeit zum Widerspruch bis hin zur offenen Rebellion dringend notwendig. Denn nur wenn Menschen ihren Protest und ihre Unzufriedenheit äußern können ohne Angst haben zu müssen, dadurch Nachteile zu erleiden, werden auch Missstände offenbar und wird deutlich, wo dringend Handlungsbedarf besteht. Doch dazu bräuchte es verständnisvolle Eltern, aufmerksame Lehrer, sensible Vorgesetzte, charakterstarke Chefs.

Gebet:  Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 3. Juni 2018

Bei Gott geborgen und froh hl

Kirchweihpredigt in Sommersdorf von Hans Löhr über Worte aus Psalm 84

Liebe Gemeinde,
 hier in der Kirche ist der Ort, wo mal was anderes geschieht als sonst, wo du nicht immer nur das hörst, was du auch sonst hörst auf der Arbeit, im Fernsehen, unter Freunden. Hier ist der Ort, wo du mal zur Ruhe kommen kannst.
Denn sonst bist du ja mit anderen Sachen beschäftigt. An den Werktagen musst du Geld verdienen. Das musste ich bis zu meinem Ruhestand auch. Wenn es sich ergibt, schaust du gern Fußball. Ich auch. Du hörst gern Musik. Ich auch. Du siehst dir einen Krimi an. Pflegst Freundschaften. Liebst vielleicht die Natur. Da gibt es Sachen, über die du dich freust und andere, über die du dich ärgerst. Du bist zufrieden und enttäuscht. Streitest und versöhnt dich wieder. Hast deine Hobbys. Du isst auf der Kirchweih gern ein Schäufele und so weiter. Das alles mache ich auch. Du bist eben ein ganz normaler Mensch und ich hoffe, dass ich das auch bin.
Aber ab und zu muss man auch mal was anderes hören, als was man sonst hört. Also hören wir jetzt für die Kirchweihpredigt Bibelworte aus dem Psalm 84. Da heißt es:
BS: HERR, du allmächtiger Gott, wie liebe ich den Ort, wo du mir nahe bist!
Dieser Gott, liebe Freunde, ist der Schöpfer von Himmel und Erde und von dir und mir. Er ist nicht fern in irgendwelchen Galaxien weit weg im Weltall. Sein hebräischer Gottesname heißt auf Deutsch „IchBinDa!“. Wo du bist, da ist auch er. Er ist bei dir daheim und auf der Arbeit. Auf der Straße und in der Natur oder im Lichtblickgottesdienst in der Schule in Burgoberbach, der jetzt zeitgleich stattfindet. Wo du auch an ihn denkst, wo du auch zu ihm betest, da ist Gott. Aber seine Nähe kannst du in besonderer Weise hier spüren, in der Kirche, wo wir gemeinsam zu ihm beten, ihm Lieder singen und sein Wort hören.
BS: Herr, ich sehne mich danach, in deinen Tempel zu kommen, wo ich dich, den lebendigen Gott, mit frohem Herzen anbeten will.
Viele haben eine Scheu, zu einem Gottesdienst in die Kirche zu kommen. Vielleicht noch an Weihnachten, wo man unter vielen anderen ist. Aber sonst fühlen sich viele unbehaglich, weil sie da in der Regel keine Freunde und Bekannten treffen und weil das, was hier geschieht, altertümlich und fremdartig ist. Darum besuchen so viele unseren Lichtblickgottesdienst, weil man sich da in einem neutralen Raum trifft und nichts wissen und können muss, um mitfeiern zu können. Und dann hört man in der Kirche oft eine altertümliche Sprache und singt alte Lieder in einem zum Teil unverständlichen Deutsch. Das ist drüben in der Schule anders. Da singt man neue Lieder und hört die Bibel in einer modernen Übersetzung.
Und trotzdem, wer öfter hierher kommt, dem wird dieser Raum vertraut, der kennt sich mit dem Gottesdienst aus, der singt gern populäre alte Lieder, die schon unsere Vorfahren hier gesungen haben und dem wächst unsere Kirche hier ans Herz. Der kann tatsächlich nachsprechen, wie es im Psalm 84 heißt: „Ich sehne mich danach, in den Tempel, in die Kirche Gottes zu kommen.“
BS: Sogar die Schwalben haben hier ein Nest gebaut, – in der Nähe deines Altars ziehen sie ihre Jungen groß.
Letzten Sonntag hatte ich Vertretung in dem kleinen Ort Reuth. Das alte Dorfkirchlein ist bald 600 Jahre alt. Seitdem feiern die Bauern von Reuth dort ihren Gottesdienst. Und es kommen auch Besucher aus dem nahen Neuendettelsau, weil ihnen dieses Kirchlein so gut gefällt. Wegen des schönen Wetters hatte die Mesnerin die Kirchentür offen gelassen. Da flog eine Schwalbe herein und zwitscherte bei unserem ersten Lied mit. Vielleicht hatte sie einen Ort gesucht, wo sie ein vom Wetter geschütztes Nest bauen könnte. Aber dann ist sie doch wieder hinausgeflogen. Ich unterbrach den Gottesdienst kurz und erzählte den Menschen von diesem Vers aus unserem heutigen Psalm, dass Schwalben schon in Zeiten der Bibel im Tempel ihre Nester gebaut haben. Der Dichter von Psalm 84 nahm diese Beobachtung zum Anlass, sich ebenfalls im Gotteshaus wie zu Hause zu fühlen, sicher und geborgen.
BS: HERR, du bist mein Gott! Wie glücklich sind alle, die ihre Stärke in dir suchen, die gerne und voll Freude in dein Haus kommen.
Damals wie heute waren Menschen ausgelaugt von ihrer Arbeit, geschwächt von Krankheiten, kraftlos in ihrer Seele. Damals wie heute kamen und kommen sie in den Gottesdienst, um hier neue Energie zu tanken, um getröstet zu werden und neuen Lebensmut zu bekommen. Damals wie heute ist hier der Ort, wo du aufatmen kannst und wieder froh wirst in Gottes Nähe. Damals wie heute stimmt, was das Psalmwort sagt, dass Menschen gern und voll Freude ins Gotteshaus kommen.
BS: Wenn sie durch‘s Tal der Tränen gehen, wird der Gottesdienst für sie zu einem Ort belebender Quellen. So bekommen sie immer wieder neue Kraft.
Auch heute sind hier unterschiedliche Menschen in unterschiedlicher Verfassung. Manchen geht es zur Zeit ganz gut. Andere plagen sich mit ihren Sorgen ab. Wieder andere kämpfen mit Ängsten. Manche sind da, weil sie dankbar sind. Andere, weil sie etwas auf dem Herzen haben, worum sie Gott bitten möchten. Manche hier sind heute, am Kirchweihsonntag, fröhlich gestimmt und freuen sich schon auf das Kirchweihbier im Anschluss. Andere tragen schwer an ihrem Leid und sind traurig. Ich weiß nicht, wie es dir jetzt geht. Damals wie heute mussten und müssen Menschen durchs Tal der Tränen gehen. Damals wie heute machen sie die Erfahrung, dass der Gottesdienst hier für sie eine belebende Quelle ist, aus der sie neue Kraft schöpfen. Denn hier bekommen sie die Zusage, dass Gott auch im finsteren Tal mitgeht und die Lasten mitträgt, die einer tragen muss.
BS: Denn du, Gott, bist für uns alle Sonne und Schutz. Jeder ist zu beglückwünschen, der auf dich vertraut.
Das haben Menschen schon vor 2500 Jahren gesagt und das sage ich auch heute wieder: ‚Du, Gott, bist für uns alle Sonne und Schutz.‘ Denn er lässt über allen seine Sonne scheinen, sagt Jesus. Und so schenkt er auch allen seine Liebe. Er hält seine schützende und segnende Hand über dich vom Tag deiner Geburt an bis zu diesem Augenblick. Denn ohne Gottes Willen und Segen gäbe es dich nicht. Und ohne seinen Schutz hättest du bis heute nicht überlebt. Das alles hat Gott bisher getan, für dich und für mich. Darum vertraue ich darauf, dass er das auch heute und morgen tun wird. Und ich lade dich aufs Neue dazu ein, ihm ebenfalls zu vertrauen.
Wir feiern heute wieder Kirchweih, weil die Kirche seit Jahrhunderten für dieses Dorf und die Dörfer, die zur Gemeinde gehören eine große Bedeutung hat. Viele von euch sind hier getauft, konfirmiert oder getraut worden. Viele haben hier Weihnachten gefeiert, manche auch die Osternacht. Manche kommen gern hierher, weil ihnen ein Gottesdienst gut tut. Viele gehen nicht gern in die Kirche, weil für sie das alles zu ungewohnt ist. Für sie verhält es sich mit der Kirche wie mit der Feuerwehr, die auch heuer wieder das Kirchweihfest ausrichtet: Man ist froh, wenn man sie nicht braucht. Aber man ist auch froh, dass es sie gibt, wenn man sie mal braucht.
Natürlich wünsche ich mir, dass der eine oder andere, der selten hierher kommt, für sich entdeckt, wie gut ihm ein Gottesdienst tun kann, wie sehr er das Leben bereichert. Aber ich mache niemandem einen Vorwurf, der damit nichts anfangen kann. Es liegt ja nicht zuletzt auch an uns Pfarrern, ob es uns gelingt, Lust auf den Gottesdienst zu machen. Und darum sage ich zum Schluss: Probiert es einfach mal aus. Lasst euch darauf ein, was hier geschieht. Lasst es auf euch wirken und öffnet euch für Gott, wie er in Jesus zu uns kommt. Denn niemand liebt euch so wie er. Und wenn ihr hier mit dem alten Kirchengebäude und dem traditionellen Gottesdienst wenig anfangen könnt, dann probiert es mal mit dem Lichtblickgottesdienst in der Schule in Burgoberbach. Bevor ihr nein sagt, solltet ihr es wenigstens mal versucht haben. Denn wer weiß, vielleicht verpasst ihr sonst was, das euch ein Leben lang hilft und Freude macht.
BS: Amen

Gebete im Kirchweihgottesdienst 2018 in Sommersdorf

A.      Herr, wir danken dir, dass wir in Frieden diese Kirchweih feiern können. Niemand verfolgt uns wegen unseres Glaubens. Niemand verwehrt uns, hier Gottesdienst zu feiern. Hierher bringen wir unsere Kinder, damit sie in deinem Namen getauft werden. Hier werden die Konfirmanden gesegnet. Hier, vor deinem Altar, versprechen sich die Brautpaare Liebe und Treue. Und du segnest sie für ihr gemeinsames Leben. Hier gedenken wir unserer Toten.

B.      Hier feiern wir an Weihnachten die Geburt deines Sohnes Jesus. Hier feiern wir an Ostern seine Auferstehung. Hier danken wir dir für die Ernte auf unseren Feldern und in unseren Gärten. Hier empfangen wir das Brot des Lebens und den Wein der Vergebung. Hier hören wir dein Wort, bringen dir im Gebet, was wir auf dem Herzen haben und preisen dich mit unseren Liedern. Hier findet unsere Seele Frieden und wir bekommen neuen Lebensmut.

C.      Das alles schenkst du uns, Herr. Dafür danken wir dir und bitten dich: Stärke uns im Glauben. Halte deine schützende und segnende Hand auch künftig über uns und unsere Lieben. Segne diese Kirchengemeinde und alle die zu ihr gehören. Sei du bei allen Menschen in unseren Dörfern, ob sie glauben oder nicht. Du liebst uns alle, denn du hast uns geschaffen. Wir alle gehören dir. Amen

Und nun sagen wir dir, was wir auf dem Herzen haben, wenn wir gemeinsam beten:  
Vater uns im Himmel ....