Donnerstag, 22. August 2019

Das Größte und das Edelste hl

LosungEr ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat seines Volks geplagt war. Jesaja 53,8 

Lehrtext: Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst. Hebräer 12,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,
viele Christen denken bei dem Losungswort seit jeher an Jesus. Dieses Wort hat der sogenannte "Zweite Jesaja" ein halbes Jahrtausend vor Christi Geburt aufgeschrieben. Ganz prosaisch sagt dieses Bibelwort: 'Er, der Gottesknecht, wurde umgebracht, nachdem er für die Vergehen seines Volkes gefoltert worden war.' Wen der Zweite Jesaja damit gemeint hat, ist bis heute unklar.
     Doch schauen wir den Zusammenhang etwas genauer an. Da heißt es:
7 Er, der (geheimnisvolle) Gottesknecht , wurde misshandelt, aber er duldete es ohne ein Wort. Er war stumm wie ein Lamm, das man zur Schlachtung führt. 8 Er wurde verhaftet, zum Tode verurteilt und grausam hingerichtet. Niemand glaubte, dass er noch eine Zukunft haben würde. 
Man hat sein Leben auf dieser Erde ausgelöscht. Wegen der Sünden meines Volkes wurde er zu Tode gequält! 9 Man begrub ihn bei Gottlosen, im Grab eines reichen Mannes, obwohl er sein Leben lang kein Unrecht getan hatte. 10 Doch es war der Wille des HERRN: Er musste leiden und blutig geschlagen werden. Wenn er mit seinem Leben für die Schuld der anderen bezahlt hat, wird er Nachkommen haben. Er wird weiterleben und den Plan des HERRN ausführen. 11 Wenn er dieses schwere Leid durchgestanden hat, sieht er wieder das Licht und wird für sein Leiden belohnt. Der Herr sagt: »Mein Knecht kennt meinen Willen, er ist schuldlos und gerecht. Aber er lässt sich für die Sünden vieler bestrafen, um sie von ihrer Schuld zu befreien. 12 Deshalb wird er belohnt, weil er den Tod auf sich nahm und wie ein Verbrecher behandelt wurde. Er hat viele von ihren Sünden erlöst und für die Schuldigen gebetet.«  (Jesaja 53,7-12, leicht gekürzt. Übersetzung: HFA)
     Die Parallelen zu Leiden, Tod, Grablegung und Auferstehung Jesu sind unübersehbar. Mit diesem Jesaja-Wort wurde dann viel später in den Evangelien und Briefen des neuen Testamentes Jesu Tod gedeutet und gewertet. Diese Deutung hat sich in der Kirche durchgesetzt und bis heute behauptet. Wer sich dieser Deutung anschließt, ist mit seinem Glauben offiziell auf der sicheren Seite.
     Die dahinterstehende Vorstellung ist: Gott ist gerecht. Deshalb gilt, dass die Sünder, die gegen sein Gesetz, wie es im Alten Testament steht (10 Gebote u.s.w.), verstoßen haben, bestraft werden müssen. Ein Unschuldiger, der Gottesknecht, aus dem später der Gottessohn wurde, nimmt diese Todesstrafe auf sich. Er erfüllt damit Gottes Willen und erlöst so die Sünder von ihrer Schuld. Danach wird er von Gott dafür belohnt und "sieht wieder das Licht". So bleibt Gott gerecht und der Mensch verschont.
     Hm, was denkst du dazu? Ist das der Gott, an den du glaubst, dem du vertraust? Schwierig, nicht wahr?
     Ich finde in der Bibel, was ich für das Evangelium und das Gold des Glaubens halte: Ja, Gott ist gerecht. Aber anders als wir Menschen, sonst wäre er nicht Gott, sondern nur ein Übermensch. Seine Gerechtigkeit ist seine Liebe. Ja, wir Menschen, wir alle, gehen an unserer Sünde und Schuld zu Grunde. Doch Gott will seine Geschöpfe nicht verlieren. Er liebt uns seit jeher. Er rettet uns durch seinen Sohnes Jesus, der Gottes Liebe bis zuletzt nicht verrät. Er liebt sogar seine Feinde, die ihn foltern und grausam hinrichten und betet für sie. Das ist göttlich. Das ist das Größte und Edelste im ganzen Universum. Mehr geht nicht. 

Gebet: Herr, wir haben unsere Gerechtigkeit und du hast deine. Wir urteilen und strafen nach unseren Gesetzen und unserem „gesunden“ Menschenverstand. Wir tun, was einsichtig ist und vernünftig. Was recht und billig ist. Aber du handelst nach dem Maßstab deiner Liebe. Du sagst nicht: „Strafe muss sein“. Du handelst nicht nach einem allgemeinen Prinzip von Gerechtigkeit und scherst uns Menschen über diesen Kamm. Du wirst jedem einzelnen von uns gerecht, weil du weißt, warum wir so sind wie wir sind. Du kennst unsere tiefsitzenden Ängste, die uns immer wieder schuldig werden lassen. Und du weißt, dass uns nur das Vertrauen auf dich heilt. Stärke unser Vertrauen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 21. August 2019

Gnade statt Religionskrampf hl

LosungIch will des HERRN Zorn tragen, denn ich habe wider ihn gesündigt. Micha 7,9 

Lehrtext: Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen. Jakobus 4,10  

Liebe Leserin, lieber Leser,

natürlich kannst du den Worten in Losung und Lehrtext glauben, weil sie halt in der Bibel stehen und weil man dir vielleicht beigebracht hat, dass man alles glauben muss, was  in diesem Buch aufgeschrieben ist. Ob es dir aber mit diesem Glauben an einen zornigen Gott, vor dem du dich demütigen musst, gut geht, ist eine andere Frage. 
     Vielleicht denkst du jetzt: Es geht doch nicht darum, dass es mir mit dem Glauben gut geht, sondern dass ich glaube was dasteht. Wirklich? Ist das das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus Christus? Ich denke schon, mehr noch ich glaube, dass Gott in Jesus zu uns Menschen gekommen ist, damit es uns mit ihm gut geht so wie es dem betrügerischen Zachäus, den Kranken, den Kindern, den Frauen, den Verlorenen, den Hoffnungslosen, den Sündern mit Jesus gut gegangen ist. Schließlich hat Gott unser Wohl und Heil im Blick und nicht sein eigenes.
     Ich vermute, hinter der Forderung des Jakobus (Lehrtext) steht ein problematisches Kalkül: 'Wenn ich mich nur vor Gott genug demütige, wird er mich schon erhöhen.' Aber diese Rechnung geht nicht auf. Gott lässt sich nicht manipulieren, schon gar nicht mit zweifelhafter Demut. Dass er dich und mich annimmt und zu sich zieht, also erhöht, ist reines, unverdientes Geschenk, also Gnade. Sie wirft den Menschen nicht erst in den Staub, um ihn dann wieder aufzurichten. Sie richtet jeden auf, der sowieso schon am Boden liegt, damit er wieder auf die Beine kommt und Gott preisen kann.

Gebet: Herr, ich lass mich nicht an dir irremachen, dass ich vor deinem angeblichen Zorn Angst habe oder der Forderung nachkomme, mich zu demütigen. Weder bist du so ein negativer Gott noch will ich so einen negativen Glauben. Vielmehr freue ich mich, weil es mir mit dir gut geht, weil du meine Seele belebst und mich immer wieder aufrichtest, wenn ich niedergeschlagen bin. Danke, dass ich diesen Religionskrampf hinter mir lassen und mich voll Vertrauen und Zuversicht dir zuwenden kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 20. August 2019

Militär und Krippenkind hl

LosungEr heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Jesaja 9,5 

Lehrtext: Jesus fragte die Jünger: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Matthäus 16,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du schon mal einen Soldatenfriedhof besucht? Als junger Mann hatte ich daran kein Interesse. Das hat sich geändert. Auf Soldatenfriedhöfen lernt man so einiges über den Krieg und die Verblendung der Menschen, über sinnlos geopfertes, junges Leben und das entsetzliche Leid von Müttern, Frauen und Kindern. 
     Ihr Mütter, Frauen und Schwestern – wollt ihr, dass eure Söhne, Männer und Brüder in einer Soldatenuniform sterben? Wollt ihr, dass sie vielleicht zuvor anderen Müttern, Frauen und Schwestern großes Leid zugefügt haben? Ihr Söhne, Männer, Väter und Brüder, wollt ihr solche Soldaten sein? Wenn ihr das erstmal seid, werdet ihr nicht mehr gefragt. Wollt ihr, dass eure Mütter, Frauen, Kinder und Schwestern leiden müssen euretwegen? Wollt ihr eure Brüdern auf der anderen Seite der Front ermorden? Sie sind genauso wenig Feinde wie ihr, sondern nur Menschen mit Ängsten und Hoffnungen - wie ihr. Darum sagt Nein, jetzt schon und nicht erst, wenn es zu spät ist!

Soldat Soldat in grauer Norm
Soldat Soldat in Uniform
Soldat Soldat, ihr seid so viel
Soldat Soldat, das ist kein Spiel
Soldat Soldat, ich finde nicht
Soldat Soldat, dein Angesicht
Soldaten sehn sich alle gleich
Lebendig und als Leich.

Soldat Soldat, wo geht das hin
Soldat Soldat, wo ist der Sinn
Soldat Soldat, im nächsten Krieg
Soldat Soldat, gibt es kein Sieg
Soldat, Soldat, die Welt ist jung
Soldat Soldat, so jung wie du
Die Welt hat einen tiefen Sprung
Soldat, am Rand stehst du.

(Wolf Biermann)
  
     Du denkst vielleicht, das sei alles weit weg. Wirklich? Das haben die Menschen nach dem Ersten Weltkrieg auch gedacht. Sind denn die gigantischen Waffenberge und die bis an die Zähne bewaffneten Truppen in unserer Zeit nur Spielzeug? Über unser Pfarrhaus fliegen täglich (!) die dröhnenden Kampfhubschrauber der US-Armee, auch nachts, und erinnern an Leid und Tod. „Sie üben ja nur“, heißt es beschwichtigend. Aber wozu?
     Wie stolz sind Soldaten in Friedenszeiten auf ihre Uniform! Früher noch mehr als heute. Da mussten die Burschen die Stiefel ihrer Offiziere polieren und die Schneider ganze Arbeit leisten. Kein Stäubchen durfte auf der Uniform sein, kein Fleck. Und dann, nach einer Schlacht, nach dem verlorenen Krieg – was blieb da noch übrig von all der uniformierten Pracht und Herrlichkeit? Die stolzen Offiziere warfen ihre verdreckten Stiefel weg, verbrannten ihre blutverschmierten und zerrissenen Uniformen. Stattdessen zogen sie schäbige Zivilkleider über, damit sie unerkannt blieben und nicht in Gefangenschaft kamen.
     So ist es seit tausenden von Jahren. Und so wird es auch in Zukunft sein. Die jetzt wieder marschieren und in ihren Uniformen stolzieren – warum sollten sie ein anderes Schicksal haben als frühere Soldatengenerationen? „Uns wird es schon nicht so ergehen.“ Ja, dieser Irrtum ist unausrottbar und wurde und wird vielen zum Verhängnis. 
     Zu alledem sagt unser heutiges Bibelwort:
»
Die Soldatenstiefel, die beim Marschieren so laut dröhnen, und all die blutverschmierten Uniformen werden ins Feuer geworfen und verbrannt. Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen.« (Jesaja 9,4-6a)
     Wohlgemerkt: Die Zeit der Stiefel und Uniformen soll vorbei sein, DENN ein Kind ist geboren und kein "starker Mann" ergreift die Macht. Ein Sohn ist uns geschenkt und kein General  vor die Nase gesetzt. Er herrscht mit seinem Rat und nicht mit Gewalt. Er ist unser starker Gott und kein charakterschwacher Mensch. Er ist ein liebender Vater von Ewigkeit her und kein selbstsüchtiger Diktator. Er ist der Friedensfürst und kein Kriegsminister. Diesem Kind geht es um dauerhaften Frieden und nicht um die dauerhafte Sicherung seiner Macht. Von diesem Kind redete der Prophet Jesaja, ohne zu wissen, von wem er da sprach. Vor diesem Kind knieten später Könige (Weise) im Stall. Dieses Kind, der König am Kreuz, ist für mich die einzige Hoffnung und Rettung. Und ich glaube, für uns Menschen insgesamt.
     Viele meinen, das seien Träume. Das sei eine Utopie, etwas, das (noch) keinen Ort hat. Vielleicht. Aber Träume und Utopien können Wegweiser sein zu dem Ziel, das wir gemeinsam ansteuern können.
     "Für wen haltet ihr mich?", fragt Jesus (Lehrtext). Für wen hältst du ihn? Petrus antwortete ihm damals: »Du bist der Sohn des lebendigen Gottes!« Das glaube ich auch. Und dies: In seinem geliebten Sohn kommt der Gott des Friedens zu dir und zu mir und zeigt sich, wer und wie er ist.

Gebet: O Gott, wir sind uns selbst die schlimmsten Feinde, solange wir uns auf Waffen und nicht auf dich verlassen. Heile uns von der Angst, dass andere unsere Feinde sind und mache uns fähig, besonnen und unbeirrt für den Frieden einzutreten. Gieße dazu deinen Geist in unser Herz, damit wir auch im Kleinen friedensfähig werden. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Nachtrag: Heute Abend, 20. August 2019, kam ein Themenabend auf ARTE-TV über den Vietnamkrieg (9 Folgen in der Mediathek. Hier Folge 7 von 9). Ich bitte dich inständig, wenigstens diese Folge anzusehen. Wenn man da noch einmal vor Augen geführt bekommt, welche Versager und Schurken in Politik und Militär auf allen Seiten aus Machtgier und Eitelkeit tausende von jungen Menschen und das Leid deren Familien auf dem Gewissen haben, kann man eigentlich nur noch verzweifeln. Doch das hilft nicht. Wir beide, du und ich, müssen uns nur um so entschiedener gegen die militärischen und machtpolitischen Lügen in Vergangenheit und Gegenwart  zu Wort melden. Im Unterschied zu früheren Generationen gilt für uns im Zeitalter von Internet und unbegrenztem Zugang zu Informationen: Wer wirklich wissen will, kann wissen, wenn er denn bereit ist, den Fakten mehr zu trauen als den eigenen Vorurteilen und Ängsten. Ich bin zutiefst überzeugt: Es gibt keine Alternative zum Gebot von Jesu Feindesliebe - oder wir versinken immer wieder in der Hölle des Krieges.

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Montag, 19. August 2019

So wird Kirche wieder glaubwürdig hl

LosungSiehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel. Sacharja 9,9 

Lehrtext: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. Matthäus 20,28 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wäre Jesus hoch zu Ross mit einer Reitereskorte, mit einer Rüstung, mit scharf geschliffenen Waffen und einem Batzen Geld in Jerusalem eingezogen, hätte man ihn wohl nicht verhaftet, gefoltert und gekreuzigt. Genau weiß man das natürlich nicht. Aber es wäre vielleicht zu einem Kampf auf Biegen und Brechen gekommen. Er hätte auch mit den Römern ein Abkommen treffen können, dass sie ihn als König einsetzen und Herodes dafür absetzen. Jesus hatte die Sympathie der Massen. Herodes nicht. Nun, das sind Gedankenspiele. Doch warum hat er auf diese Möglichkeiten verzichtet? Warum ist er sehenden Auges ans Kreuz und in den Tod gegangen?
     Die Losung sagt, er wollte gerecht und unbestechlich sein. Er wollte ein Helfer und kein Herrscher sein. Arm bleiben und nicht nach Geld gieren. Und zum Zeichen dessen ritt er auf einem Esel in Jerusalem ein, so wie es der Prophet Sacharja viele Jahre zuvor angekündigt hatte. Und noch etwas wollte er. Er wollte seiner Mission treu bleiben und das zu ende bringen, wozu Gott ihn gesandt hatte, nämlich die Menschen und sogar seine Feinde bedingungslos lieben bis zuletzt. Das war sein Dienst an dir und mir (Lehrtext)
     Wie? Ist das tatsächlich so, dass Gott in ihm uns Menschen dient und nicht wir Gott? Ja, so ist es (Lehrtext). Im Gottesdienst dienen nicht wir Gott, sondern er uns. Und das soll in dem, was da gesagt, gesungen und gebetet wird zum Ausdruck kommen. Darum ist auch die Kirche in erster Linie eine Dienstleisterin. Der Papst, jeder Bischof, jeder Priester und Pfarrer/Pfarrerin – sie sind Dienstleister für alle, die Gott geschaffen hat. Aber stimmt das auch? Haben die Fürstbischöfe nicht jahrhundertelang die Bauern geknechtet und beherrscht und von ihnen Abgaben erpresst, um sich herrliche Paläste bauen zu können? Lassen sich kirchliche Würdenträger mit Dienstwagen nicht auch heute noch hofieren und sonnen sich in der Ehrerbietung der sogenannten Laien und kleinen Leute?
     Im Namen Jesu anderen dienen, das ist sein Anspruch an uns alle, nicht nur an Geistliche. Dazu gehört füreinander zu beten, einander zu vergeben, einander zuzuhören und die seelischen Lasten des anderen mitzutragen, den andern zu ermutigen und den Weg zu Gott zu zeigen, dem er vorbehaltlos vertrauen kann, weil er ihn bedingungslos liebt. Zum Dienen im Namen Jesu gehört auch, was er im Evangelium sagt: Kranke und Gefangene besuchen, Nackte kleiden, Hungernde speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde aufnehmen. (Matthäus 25,34-40)
     Nicht jeder muss alles machen. Aber jeder kann etwas machen. Und wenn wir alle miteinander anpacken, dann geschieht viel, sehr viel. Dann werden andere auf uns aufmerksam, die wir uns einander annehmen und auch die Fremden davon nicht ausschließen. Wo das in Gemeinden geschieht, wo der Dienst am Nächsten wieder im Vordergrund und im Mittelpunkt steht, wird Jesus geehrt und Kirche wieder glaubwürdig. 

Gebet: Herr, rufe viele Menschen in deinen Dienst und fange bei mir damit an. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 18. August 2019

Wege (Predigt) hl

Predigt von Hans Löhr im Lichtblickgottesdienst

Predigttext = Tageslosung: Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen. Psalm 37,5

Liebe Freunde,

2010, nach dem Besuch unserer Partnergemeinde in Tansania, waren wir auf dem Mount Meru. Das ist der Nachbarberg zum knapp 6000 Meter hohen Kilimandscharo, auf dem wir 2006 waren. Der Mount Meru, ebenfalls ein Vulkan, ist nur 4500 Meter hoch, aber landschaftlich noch reizvoller. Beide Berge sind nicht schwer zu besteigen. Die meiste Zeit kann man wandern. Auf beiden Touren habe ich etwas gelernt. Wer auf den Klimandscharo will, muss sich Zeit lassen, viel Zeit. Auf- und Abstieg haben 6 Tage gedauert. Pole, pole sagen die Tansanier, schön langsam und Schritt für Schritt. Es geht auch schneller, ist aber nicht empfehlenswert. Denn wer sich nicht allmählich an die Höhe gewöhnt, wird schnell höhenkrank. Und das kann lebensgefährlich werden.
     Für den Hin- und Rückweg auf den Mount Meru braucht man nur drei Tage. Und so dachte ich mir: „Ich hab doch schon den großen Kilimandscharo geschafft. Da mache ich diesen „kleinen“ Berg mit links“. Doch es sollte anders kommen. In den ersten Stunden läuft man durch eine Savanne. Links und rechts Giraffenherden und grasende Zebras. Dann geht’s schon steiler bergauf. Neben dem Führer, den man mieten muss und ohne den nichts geht, hat uns dieses Mal ein Ranger mit geladenem Gewehr begleitet. „Wegen der Leoparden“, sagte er, „und wegen der Büffel“. Zu meinem Leidwesen habe ich keinen Leoparden gesehen. Aber als wir durch den nebelverhangenen Regenwald aufwärts stiegen, tauchte vor uns plötzlich die Silhouette eines afrikanischen Büffels auf. Der Ranger nahm vorsorglich sein Gewehr von der Schulter. Wir gingen leise weiter.
     Am zweiten Tag wanderten wir den Kraterrand entlang zum höchsten Punkt. Das Panorama links und rechts ist atemberaubend. Aber der steile Weg war es im wahrsten Sinn des Wortes auch. Von wegen „das mache ich mit links“. Obwohl der Mount Meru 1200 Meter niedriger ist als der Kilimandscharo, bekam ich mit der Zeit unerwartete Probleme. Ich musste wie ein afrikanischer Büffel schnaufen. Doch im Gegensatz zu ihm ging mir mit der Puste auch die Kraft aus. Die letzten 50 Meter bin ich auf allen Vieren den Berg hochgekrochen. Oben war ich völlig fertig. Schnell ein Blick durch Wolkenlücken, ein Foto, und dann ging‘s wieder bergab.
     Doch dieses Mal keine Euphorie, keine Erleichterung wie auf dem Kilimandscharo. Stattdessen hielten die Probleme an. Immer, wenn es wieder ein kleines Stückchen bergauf ging, warteten neue Qualen trotz pole, pole und Schritt für Schritt. Warum nur? Ich weiß es bis heute nicht.
     Dann kam ein letzter größerer Anstieg bevor es hinunter zur Hütte ging. „O Gott“, sagte ich mir, „das schaffe ich nicht mehr“. Und das habe ich nicht gedankenlos dahingesagt. Das war schon ein Stoßgebet. Aber ich hatte keine Wahl. Also machte ich die ersten Schritte bergauf. Okay, das ging noch. Dann die nächsten Schritte. Die gingen auch. Verwundert lief ich weiter. Alle Erschöpfung war weg. Problemlos schaffte ich den letzten Anstieg und stieg dann nahezu beschwingt zur Hütte ab. „Danke, Herr.“
     Was ich auf dem Mount Meru gelernt habe? Manchmal musst du dich mit letzter Kraft durch’s Leben schleppen, durch eine Krankheit, durch eine private Krise, durch eine Prüfung oder eine schwierige Zeit im Betrieb. Und dann musst du auch am nächsten Tag funktionieren und am übernächsten und so weiter und krabbelst mehr als dass du läufst und siehst kein Licht am Ende des Tunnels. Und dann ist plötzlich auch diese Schinderei vorbei. Der Weg ist wieder leichter, und du wunderst dich, woher du nur die Kraft hattest, das durchzustehen. Manch einer ist dann dankbar. Mir hatte der Mount Meru eine Lektion erteilt hat.

     Das Bibelwort für den heutigen Tag sagt, wie man sowas schafft. Da heißt es im Psalm 37 Vers 5: Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's gut machen.
Paul Gerhard hat daraus Lied gemacht: »Befiehl du deine Wege und was das Herz gekränkt«. Im Konfirmandenunterricht musste ich mehrere von den zwölf Strophen dieses Liedes auswendig lernen. Damals wusste ich nicht, was sie für mich bedeuten. Heute ist das anders. Und ich bin dankbar, dass ich sie noch immer kann. Denn dieses populäre Lied, das schon Generationen vor mir getröstet hat, entfaltet auch heute noch seine Kraft:

Befiehl du deine Wege
und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege
des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken Luft und Winden
gibt Wege, Lauf und Bahn
der wird auch Wege finden,
da dein Fuß gehen kann. 

Das ist für jeden, der mit seiner Kraft am Ende ist, eine klare Ansage und zugleich ein kräftiger Zuspruch:
„Befiehl du deine Wege“ – anders gesagt: Vertraue dich und dein Leben Gott an. Vertraue ihm in jeder Situation. Auf jedem Abschnitt deines Lebensweges.
„Und was dein Herze kränkt“ – auch das, was dich krank macht, was dir schwer auf dem Herzen liegt, vertraue auch das deinem Gott an, gib‘s an ihn ab und lass ihn machen. Er, der für die Wolken und die Winden Wege weiß, „der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“ Er hat das bisher gewusst, sonst wärst du nicht so weit gekommen bis zum heutigen Tag. Er weiß auch wie‘s weitergeht.
Dietrich Bonhoeffer betete in seiner Gefängniszelle entsprechend: „Herr, ich kenne meine Wege nicht. Aber du weißt den Weg für mich.“ Das ist auch bei uns, die wir in Freiheit sind, nicht anders. Denn niemand von uns kann um die nächste Kurve schauen und weiß, wie‘s weitergeht und was da auf ihn zukommt.
Frank Sinatra hatte einst den Welthit „My Way“, auf Deutsch „Mein Weg“, gesungen, der heutzutage oft auf Beerdigungen gespielt wird. Dieser Song ist sozusagen ein Rückblick auf sein Leben. Und er sagt damit etwas trotzig: Ich hab‘s auf meine Art gemacht. Ich bin meinen Weg gegangen, habe mein Leben gelebt. Ja, das möchte ich auch einmal von mir sagen.  
Aber wenn ich ehrlich auf mein Leben zurückblicke, weiß ich, dass Vieles anders gekommen ist als geplant. Ich jedenfalls konnte Vieles nicht planen, nicht voraussehen. Manchmal verstehe ich heute noch nicht, weshalb ich diesen oder jenen Weg gehen musste. Dann sage ich mir: Vielleicht hat mich dieser Umweg vor Schlimmerem bewahrt. Oder diese und jene schwierige Wegstrecke hat mich reifer und erfahrener gemacht. Oder warum bin ich jenen Weg ohne oder gegen Gott und sein Wort gegangen? Kein Wunder, dass darauf kein Segen lag. Und heute denke ich an das, was die Bibel sagt: „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der Herr lenkt seinen Schritt“. Er führt und fügt und das auch mal gegen meine Absicht und meinen Willen. „I did it my way? – Bin ich meinen Weg gegangen, wie ich wollte? Eher nicht.

Hin und wieder kommst du in eine Situation, wo es gar nicht mehr weiter zu gehen scheint. Du siehst keinen Ausweg, hast keine Lösung, alles ist verbaut. Da kann man nicht nur nervös, da kann man auch schnell panisch werden. Du steckst in einer tiefen Partnerschaftskrise, dein Geschäft geht bankrott, die Schulden wachsen dir über den Kopf, dein Kind kommt mit seinem Leben nicht zurecht. Beispiele gibt es genug. Da hilft es auch nichts, nächtelang wach im Bett zu liegen und sich den Kopf zu zermartern.
Aber wenn du ein Mensch mit Gottvertrauen bist, dann kann dir helfen, was in unserem Lied in einem anderen Vers steht:

Auf, auf, gib deinem Schmerze
und Sorgen Gute Nacht!
Lass fahren, was das Herze
betrübt und traurig macht;
bist du doch nicht Regente,
der alles führen soll:
Gott sitzt im Regimente
und führet alles wohl. 

Immer wieder müssen wir uns von unseren Sorgen und seelischen Schmerzen abnabeln und loslassen „was das Herze betrübt und traurig macht“. Ich bin‘s doch nicht, der ich mein Leben in der Hand habe, der ich allein alles unter größten Anstrengungen hinbiegen muss. Da ist immer noch der, der größer ist als ich und stärker, der weiter sieht und Möglichkeiten hat, von denen ich nicht mal zu träumen wage. Der mein kleines Leben regiert und die große Welt und schließlich und endlich alles zu dem guten Ende bringt, das er vorgesehen hat.
Dieses Gottvertrauen hat schon vielen geholfen, unter ihren Sorgen und Lasten nicht zu zerbrechen und neuen Lebensmut zu schöpfen. Denn plötzlich ist doch ein Ausweg da, wo zunächst kein Weg zu sein schien. Plötzlich öffnet sich eine Tür, wo du zuvor keine gesehen hattest.
Die Bibel erzählt eine Geschichte, die viele Menschen als Gleichnis für ihr eigenes Leben verstanden haben. Die meisten von euch kennen sie. Mose flieht mit den Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten. Doch plötzlich sitzen sie in der Falle. Vor ihnen versperrt ihnen das Rote Meer den Weg. Hinter ihnen kommt schon Pharao mit seiner Armee. Kein Ausweg ist da. Keine Rettung in Sicht. Da lässt Gott einen starken Wind kommen, der die Wasser des Meeres auseinandertreibt und einen Weg ans rettende Ufer freigibt. Und als dann die Ägypter auf diesem Weg hinterher reiten, strömen die Wasser zurück und das Heer des Pharao geht unter.
„Herr, ich kenne meine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich“ – das galt für die Israeliten. Das gilt für dich und für mich. Denn was Gott gestern getan hat, das kann er auch heute tun.
Manchmal ist aber auch das der Ausweg, dass du nicht länger mit dem Kopf gegen die Wand rennst, sondern einen anderen Weg nimmst, einen Umweg vielleicht, den du zunächst nicht gehen wolltest, der sich dann doch als der richtige herausstellt.
Vor ein paar Wochen bin ich auf kleinen, kurvenreichen Straßen Richtung Sommersdorf gefahren. Plötzlich versperrte eine Schranke den Weg. Aber es kam kein Zug. Da sah ich eine Art Notrufsäule neben der Schranke. Als ich den Hebel herunterdrückte, meldete sich tatsächlich eine Stimme, und ich fragte, was los sei. Ja, die Schranke sei eben kaputt und ich müsse umkehren. Sauber, dachte ich mir. Ganz in der Nähe war ein Feldweg. Na, der wird wohl auf eine größere Straße führen. Doch mit einem Mal endete er abrupt vor einem Fluss. Also wieder zurück. Schließlich war ich dann nach einem längeren Umweg auf der Straße, die mich nach Hause gebracht hat. Manchmal ist eben der kürzeste Weg nicht der richtige. Manchmal musst du ein Hindernis akzeptieren. Manchmal musst du eben umkehren, wenn’s so nicht weitergeht. Und manchmal musst du auch durch’s finstere Tal der Leiden und Ängste.
Diese Erfahrungen sind so alt, wie es uns Menschen gibt. Da erzähle ich nichts Neues. Aber auch die andere Erfahrung ist uralt, dass Menschen auf ihren Wegen nicht verloren und verlassen sind. Der Psalm 23 spricht davon, dass Gott bei dir ist und dich mit seinem Stecken und Stab tröstet. Jesus sagt: „Ich bin dein Licht, gerade wenn es in dir oder um dich finster ist. Geh mit mir, dann wirst du nicht in der Finsternis herumirren, sondern das Licht des Lebens sehen.“
Und er sagt noch etwas. Auf die Frage seines Freundes Petrus: „Herr, wohin sollen wir bloß gehen?“ Sagt er: „Ich bin der Weg, der dich in Gottes Arme führt. Da bist du sicher und geborgen.“ Ja, er führt und begleitet. Aber gehen muss ich schon selbst. Oft wird dann der Weg nach schweren Zeiten auch wieder leichter, wie ich es auf dem Mount Meru erlebt habe. Und manchmal, wenn dich die Kraft verlässt, wirst du auch getragen. Amen

Samstag, 17. August 2019

Keine Demut vor den Mächtigen! hl

LosungSo spricht der HERR: Wie lange weigerst du dich, dich vor mir zu demütigen? 2.Mose 10,3 

Lehrtext: Seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Jakobus 4,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hm, wer von uns geht schon wie Mose im Namen Gottes zu Donald Trump, Erdogan, Salvini, Putin, Orban, Xi Jing Ping, Kim Jong Un und wie die modernen Pharaonen und Menschenschinder alle heißen, um ihnen zu sagen: "Wie lange weigerst du dich, dich vor Gott zu demütigen?"
     "Ich bin doch nicht Mose!", wirst du vielleicht sagen. Reicht diese Entschuldigung?
Allerdings, wer auch immer Demut vor Gott fordert, und sei es der Papst, muss sich zuvor fragen, wie es um seine eigene Demut bestellt ist. Ich glaube, Demut kann man nicht fordern. Dazu muss ich aus eigener Einsicht bereit sein.
     Gleiches gilt auch für den Befehl, Gott untertan zu sein (Lehrtext). Da hat sich Jakobus im Ton und Inhalt vergriffen. Wir sind nicht Gottes Untertanen, sondern seine Kinder, genau genommen Prinzen und Prinzessinnen des höchsten Königs. Das soll unser Selbstbild sein, das unseren Glauben und unser Verhalten prägt und uns, wenn es angebracht ist, auch demütig sein lässt.
     Und der Teufel? Zum Teufel mit ihm!

Gebet: Herr, die Demut zähle ich nicht gerade zu meinen Stärken. Und ich will auch gar nicht demütig sein vor den Mächtigen in der Gesellschaft. Sie haben keinen Anspruch darauf. Aber die Kinder und die Schwachen haben schon Anspruch, dass ich mich ihnen gegenüber nicht hochmütig verhalte, sondern bereit bin, für sie da zu sein. Und auch vor dir will ich demütig sein und dir allein die Ehre geben. Denn ohne dich bin ich nichts. Ohne dich gäbe es mich nicht. Ja, du bist mir heilig, du allein. Dir liegt nichts daran, dass du mich demütigst, selbst wenn du einen Grund dazu hättest. Denn du bist mein Vater und ich bin dein Geschöpf und Kind. Das gibt mir meine Würde und meinen Wert. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 16. August 2019

Seine Freude ist unser Glück hl

Losung: Ich, der HERR, behüte den Weinberg und begieße ihn immer wieder. Damit man ihn nicht verderbe, will ich ihn Tag und Nacht behüten. Jesaja 27,3 

Lehrtext: Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen. 2.Timotheus 2,19  

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit tausenden von Jahren sind die Winzer stolz auf ihren Weinberg. Bis heute kümmern sie sich um jeden einzelnen Weinstock. Du und ich, wir sind Weinstöcke im Weinberg Gottes, dazu bestimmt, Frucht zu bringen. Er will aus uns den Wein der Freude keltern, um ihn mit seinen Engeln zu trinken und das Leben, dass er geschaffen hat, hochleben zu lassen. Ein guter Winzer kennt seine Weinstöcke (Lehrtext). Er nimmt nur von guten Weinstöcken die Trauben für den besten Wein. Wollen wir ihm doch diese Freude machen und gute Frucht bringen!

Gebet: Herr, mit unserem Leben wollen wir dazu beitragen, dass du dich deiner Schöpfung freuen kannst. Denn deine Freude ist unser Glück. Amen.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Donnerstag, 15. August 2019

und jetzt die gute Nachricht hl

LosungWie lieblich klingen die Schritte des Freudenboten auf den Bergen, der Frieden verkündet, der gute Botschaft bringt, der Rettung verkündet, der zu Zion spricht: Dein Gott ist König geworden! Jesaja 52,7 

Lehrtext: Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem Hause! Lukas 10,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in Anlehnung an die Predigt vom letzten Sonntag und an die Losung frage ich dich: Welche Nachricht möchtest du zuerst hören, die gute oder die schlechte? – Die schlechte? Na gut. Also, du musst sterben. Und jetzt die gute: Du darfst leben. Gott selbst hat beschlossen, dass du leben sollst. Er hat dich das Licht der Welt erblicken lassen. Und nun lebst du noch immer und hoffentlich noch lange. Mach was daraus. Versuche so zu leben, dass es dir und anderen gut tut. Doch vergiss nicht, dir selbst immer wieder Gutes zu tun. Dann geht es auch anderen gut mit dir. „Du darfst leben“, das ist eine sehr, sehr gute Nachricht. Ich hoffe, dass dir das klar ist und dass du dein Leben lieben und schätzen kannst. Und das umso mehr, weil heute der erste Tag vom Rest deines Lebens ist. Danach ruft dich der zu sich, der dich auch ins Leben gerufen hat und vollendet, was er mit dir begonnen hat. In diesem Sinn: Friede sei mit dir! (Lehrtext)

Gebet: Herr, du bist mein König und sollst mich regieren. Darum bitte ich und sage: Dein Wille geschehe. Denn wo du bist, ist mein Weg. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 14. August 2019

Himmel auf Erden hl


LosungMich sollst du fürchten und dich zurechtweisen lassen. Zefanja 3,7 

Lehrtext: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! Matthäus 4,17  

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Tue Buße!“ Wie geht's dir damit, wenn du das hörst? Buße klingt zunächst mal nach büßen, Bußgeld, Büßergewand. Alles keine positiv besetzten Begriffe. Doch im griechischen Urtext heißt Buße „Umdenken“ und infolgedessen auch umkehren und sich Gott bzw. Jesus zuwenden. Aber muss ich denn erst Buße tun, bevor Gott sich mir zuwendet? So haben das viele Christen verstanden. 
     Im Lehrtext aber heißt es als Begründung: »Denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen«. Mit Himmelreich umschreibt das neue Testament das, was Gott in Jesus tut. Denn aus Achtung vor dem zweiten Gebot „Du sollst den Namen deines Gottes nicht missbrauchen“, vermieden die frommen Juden und vermutlich auch Judenchristen den Gottesnamen und setzten dafür das Wort Himmel ein.
     Demzufolge kannst du die schroffe Aufforderung „Tue Buße!“ so verstehen: 'Ich bin eingeladen, mich Jesus zuzuwenden, in dem sich Gott mir zuvor in Liebe zugewandt hat'. Das war die Botschaft, mit der Jesus sein öffentliches Wirken begann und womit er das bisherige Verständnis von Buße auf den Kopf gestellt hat. Diese Botschaft ist meines Erachtens bis heute gültig.
     Das gilt nicht für die Botschaft in der Losung. Damit werden Menschen nur von Gott und vom Glauben abgeschreckt. Fürchten und zurechtweisen lassen - das hat schon im Alten Testament nicht funktioniert. Dagegen hat Jesus seine Botschaft gesetzt.
     Tue Buße! Das heißt denke neu, denke anders, denke um. Denn nicht du stehst, wie viele meinen, bei Gott in der Bringschuld, sondern er hat dir mit Jesus den Himmel gebracht. Also nimm dir, was er dir schenkt. Nimm ihn auf bei dir, so hast du den Himmel auf Erden.

Gebet: Herr, manchmal meine ich, ich müsste dich suchen. Dabei muss ich mich nur umdrehen. Denn du bist schon da, bevor ich überhaupt mit dem Suchen begonnen habe. Und wenn mich Kummer und Sorgen blind machen für dich, so berühre du mein Herz, dass ich deine Gegenwart spüre. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 13. August 2019

Leben im Überfluss hl

LosungEr weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Psalm 23,2-3 

Lehrtext: Jesus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge. Johannes 10,10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute lasse ich die beiden Bibelworte in ihrem Zusammenhang selber sprechen. Und ich bitte dich, sie auf dich wirken zu lassen und sie dir, so gut es geht, einzuprägen:

Psalm 23,1-4: Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.  

Johannes 10,1-15: Jesus: »Ich selbst bin die Tür, die zu den Schafen führt. Ich allein. Wer durch mich zu meiner Herde kommt, der wird gerettet werden. Er kann durch diese Tür ein- und ausgehen, und er wird saftig grüne Weiden finden. Der Dieb kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten. Ich aber bringe Leben – und dies im Überfluss. Ich bin der gute Hirte und kenne meine Schafe, und sie kennen mich; genauso wie mich mein Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben für die Schafe.   

Gebet: Herr, du bist mein Hirte. Alles was ich bin und habe, kommt von dir. Du bringst Leben im Überfluss. Ich gehöre dir und bin in deiner Hand. Da will ich sein und bleiben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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