Dienstag, 23. Oktober 2018

Gott erleben hl

​​Losung: Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich. 5.Mose 29,28 

LehrtextDie Samaritaner sprachen zu der Frau: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland. Johannes 4,42 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

in meinen rund 2000 Losungsauslegungen habe ich viel über Gott geschrieben. Doch ich scheue mich zu behaupten, dass ich viel über ihn weiß. Was ich über ihn schreibe, kommt aus den engen Grenzen meines menschlichen Verstandes und aus meinen ganz persönlichen Glaubenserfahrungen. Ich schreibe von ihm, wie er mir in Jesus begegnet. Ich schreibe von ihm, was ich aus der Bibel von ihm erfahre und was ich von anderen Menschen über ihn gelernt habe. Recht viel mehr kann ich nicht von ihm sagen. Ich glaube aber auch, dass Gott uns Menschen insgesamt so viel von sich zeigt, wie wir von ihm wissen sollen und was zum Glauben und zum Leben hilft.
     Aber auch wenn man alles zusammenträgt, was Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten jemals von Gott glaubten, sagten und schrieben, es würde nur einen winzigen Ausschnitt seiner wahren Macht und Größe zeigen. Vielleicht gibt es ja auf einem Planeten in einer fernen Galaxis intelligente Lebensformen, die Gott geschaffen hat, die aber ganz anders sind als hier auf der Erde und die mit uns Menschen so gut wie keine Ähnlichkeit haben. Die haben vielleicht eine ganz andere Vorstellung, ein ganz anderes Wissen, einen ganz anderen Glauben von ihm. Vielleicht ist das so. Andererseits ist die Tatsache, dass es überhaupt Leben auf unserem Planeten gibt und erst recht menschliches Leben mit Bewusstsein von so unglaublich vielen Voraussetzungen abhängig, dass sich das der klügste Wissenschaftler nicht vorstellen kann. Man kann das zwar weitgehend berechnen, aber nicht begreifen. Sind wir also doch „allein“ in den Weiten und Tiefen dieses gigantischen Universums?
     Jedenfalls können wir von und über Gott nur auf menschliche Weise in für uns verständlichen Bildern sprechen. Doch was Gott an und für sich ist, bleibt uns in diesem Leben für immer verborgen. 
So viel ist mir allerdings klar: Eines ist es, etwas von Gott aus der Bibel und von anderen Menschen zu erfahren. Ein Anderes aber, eigene Glaubenserfahrungen zu machen. Gott erschließt sich nicht über Gedanken und Wörter. Ich erlebe ihn in meinen Gefühlen, wenn solche Gedanken und Wörter Gestalt annehmen, lebendig werden, wenn ich zu ihm bete, von ihm singe, eine Passion von Johann Sebastian Bach höre oder das Musical „Jesus Christ Superstar“. Ich erfahre ihn in der Zuneigung, die mir andere schenken, und bestaune ihn in den Wundern der Natur.
     Meine letzte, intensive Gotteserfahrung hatte ich nach einer Operation, als ich unter dem Einfluss starker Schmerzmittel stand. Ich kenne durchaus die Einwände, die man dagegen vorbringen kann. Aber sie verdunsten wie Wasser auf heißem Asphalt angesichts des Glücksgefühls, das ich empfunden hatte. Schmerzmittel allein können das nicht bewirken. Deshalb ist diese Erfahrung auch nicht wiederholbar. Da muss schon mehreres zusammenkommen, damit sich so eine einzigartige Gotteserfahrung einstellt. So viel will ich noch dazu sagen: Ich fühlte mich in dieser Situation absolut geborgen, geliebt und war zutiefst dankbar, dass ich leben darf.
     Meiner Meinung nach gibt es keinen für alle verbindlichen Glauben, den man in dogmatische Sätze gießen und so konservieren und weitergeben könnte. Glaube war und ist etwas sehr Persönliches und Lebendiges. Das spricht auch aus den Sätzen der Samariter im Lehrtext, wenn sie sagen: »Jetzt glauben wir nicht nur deshalb an Jesus, weil du uns von ihm erzählt hast. Wir haben ihn jetzt selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt!« Doch, es ist schon gut, wenn mir andere von Gott erzählen, der sich uns Menschen in Jesus zeigt. Aber besser ist es, wenn er selbst mir im Glauben begegnet, wenn er aus der Bibel zu mir spricht und ich spüre, dass er für mich da ist und für die anderen auch (Lehrtext).     

Gebet: Herr, unfassbar bist du und nicht zu begreifen. Du bist meinen Augen verborgen. Wo keine Zeit ist und kein Raum, da bist du - und bist doch zugleich in meiner Zeit und meiner Welt. Das Universum ist für dich ein Bandoneon aus Sternenlicht, auf dem du die Melodie der Schöpfung spielst in Dur und Moll. Und alles, was du geschaffen hast, tanzt dazu den Tanz von Liebe, Tod und Ewigkeit. Du zeigst dich mir in Jesus, damit ich in ihm dein Wesen erkenne. Du lässt mich deine Nähe spüren und machst mich gewiss, dass ich dir gehöre, was auch geschieht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 22. Oktober 2018

Die Verantwortung der Gemeindeleiter hl

​​Losung: Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Wege deiner Gerichte. Jesaja 26,8 

Lehrtext: So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1.Petrus 5,6 

Liebe Leserin, lieber Leser,
gestern wurden in der evangelischen Landeskirche in Bayern die Kirchenvorstandswahlen durchgeführt. Passend dazu geht es im heutigen Lehrtext darum, wie in einer Gemeinde Menschen in Leitungsfunktionen und andere miteinander umgehen sollen. Da heißt es: »Jetzt noch ein Wort an die Leiter eurer Gemeinden: Versorgt die Gemeinde gut, die euch Gott anvertraut hat. Hütet die Herde Gottes als gute Hirten, und das nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern aus freien Stücken. Das erwartet Gott. Seid nicht darauf aus, euch zu bereichern, sondern arbeitet gern, auch ohne Gegenleistung. Spielt euch nicht als die Herren der Gemeinde auf, sondern seid ihre Vorbilder. Den jungen Leuten unter euch sage ich: Ordnet euch den Leitern eurer Gemeinden unter! Und für euch alle gilt: Euer Umgang miteinander soll von Bescheidenheit geprägt sein! Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand. Dann wird Gott euch aufrichten, wenn seine Zeit da ist
     Ich verstehe das so, dass jemand, der eine Leitungsfunktion hat, nicht automatisch erwarten kann, dass andere (Jüngere) auf ihn hören. Es kommt darauf an, ob er auch den anderen Ansprüchen genügt, die an Gemeindeleiter gestellt werden. Und diese sind, ich wiederhole: Die Gemeinde gut zu versorgen; die Herde Gottes als gute Hirten zu hüten (vergleiche Johannes 21,15); freiwillig und nicht nur aus Pflichtgefühl zu handeln; auch mal ohne Gegenleistung zu arbeiten; auf Gewinnstreben zu verzichten; sich nicht als Herren aufzuspielen; in jeder Hinsicht Vorbild zu sein; bescheiden zu bleiben und Gott als den einzigen Herrn über sich, die Gemeinde und die Welt anzuerkennen.
     Wie würden die Christen, ihre Gemeinden und Kirchen heute dastehen, wenn man das von Anfang an so gemacht hätte! Sie wären tatsächlich ein Licht für die Welt gewesen und vielleicht auch ein Vorbild dafür, wie man in anderen gesellschaftlichen Bereichen miteinander umgeht. Doch ich will nicht auf die Vergangenheit schimpfen, sondern den heutigen Lehrtext und seinen Zusammenhang als ein Licht für die Gegenwart und Zukunft sehen. Jetzt haben die Gemeindeleiter, Pfarrer/innen wie Kirchenvorsteher, neu die Chance, ihrem Leitungsauftrag nachzukommen und sich so um die Menschen zu kümmern, wie es von Anfang an von ihnen erwartet wird. Und jetzt haben auch die Menschen in den Gemeinden wieder das Recht, die Gemeindeleiter daraufhin kritisch zu befragen, ob sie sich gut um die Kinder und Jugendlichen kümmern, ob sie gut besuchte Kindergottesdienste, Jungschargruppen und Jugendgruppen anbieten. Und wenn das nicht der Fall ist, ist es die Pflicht eines jeden Gemeindeglieds, nachzufragen, warum es nicht geschieht und sich nicht mit Ausreden zufrieden zu geben. Denn eine richtig gute Arbeit für Kinder und Jugendliche ist durchaus möglich. Es gibt eine ganze Anzahl von Gemeinden, wo das geschieht. Warum soll das dann in der eigenen Gemeinde nicht möglich sein? Warum sollen dann die eigenen Pfarrer und Kirchenvorsteher das nicht hinbekommen? Und gleiches gilt auch für andere Arbeitsbereiche in der Gemeinde.
     Eine Voraussetzung dafür ist, sich in einer Gemeinde gemeinsam unter Gottes Hand zu beugen (Lehrtext). Ihn, wie er uns in Jesus Christus begegnet, als den gemeinsamen Herrn anzuerkennen, ihn um seinen Geist, seinen Segen und den Mut zu bitten, neue Wege zu gehen. Aber auch das gehört dazu: Wenn Durststrecken kommen, wenn sich kein Erfolg einstellt, wenn die Gebete scheinbar nicht erhört werden und die eigenen Anstrengungen zu nichts führen, auch dann noch auf ihn zu hoffen (Losung). Ich habe es mehrmals erlebt, dass in einer Gemeinde unverhofft neue Mitarbeitende mit neuen Ideen auftauchen, die neue Impulse geben und einen neuen Aufbruch bewirken. Und dann geschieht, was viele nicht mehr geglaubt haben, dass sich eine Gemeinde wieder aufrichtet, die schon am Boden lag.

Gebet: Herr, segne die Menschen, die in deinen Gemeinden zu deiner Ehre arbeiten. Öffne ihnen die Augen, für die vielen, die bereit sind, sie zu unterstützen. Lass sie ihre eigenen Fähigkeiten entdecken dass sie das tun, womit du sie begabt hast. Amen

Herzliche Grüße
Hans Löhr

Sonntag, 21. Oktober 2018

Guten Appetit! hl

Losung: Ich pries die Freude, dass der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein. Das bleibt ihm bei seinem Mühen sein Leben lang, das Gott ihm gibt unter der Sonne. Prediger 8,15 

LehrtextAlles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird. 1.Timotheus 4,4 

Liebe Leserin, lieber Leser,

gibt es was, das du nicht gern isst? Wie ist es zum Beispiel mit Meeresfrüchten, mit Muscheln, Krebstieren, Schnecken und Fischen aller Art? Oder mit Wildbret, mit Reh-, Hasen- und Wildschweinbraten? Oder mit Gemüse wie Brokkoli, Spinat, Rote Rüben, Blumenkohl oder Fenchel? Mich ekelt es vor Milchhaut. Und darum mag ich auch keinen Pudding, weil sich darauf Haut bilden kann. Sonst aber bin ich beim Essen eher experimentierfreudig, besonders im Ausland.
     Den Juden und Muslimen verbietet die Religion bis heute, bestimmte Speisen zu essen. Da wird genau unterschieden zwischen rein und unrein. Schweinefleisch geht da schon mal gar nicht.
Doch weil das Essen mit zu den größten Lebensfreuden gehört, soll sich der Mensch daran freuen, vor allem dann, wenn es sonst nicht allzu viel Freude in seinem Leben gibt. Das sagt zumindest die heutige Losung. Wer trotzdem hin und wieder mal fastet, kann das ruhig tun. Aber für Christen ist das keine Vorschrift, und damit sammelt man auch bei Gott keine Punkte.
     Der christliche Glaube hatte zunächst einmal eine große Freiheit ins Leben vieler Menschen gebracht. Die jüdischen Speisevorschriften galten nicht mehr und auch nicht die vielen Gesetzen und Geboten, denen sich Menschen unterwerfen mussten, um damit angeblich Gott zu gefallen. Leider kamen alsbald neue Vorschriften und Verbote auf, die die Kirche den Gläubigen wie Mühlsteine um den Hals hängte. Sie sicherte sich damit ihre Macht und machte damit ein großes Geschäft. Inzwischen muss sich niemand mehr solchen Vorschriften unterwerfen, der das nicht will. Gott hat das sowieso noch nie gewollt. Ihm ging und geht es einzig darum, dass wir ihn und unsere Mitmenschen lieben wie uns selbst.
     Der sogenannte Kirchenvater Augustinus sagte im vierten Jahrhundert nach Christus den schönen Satz: „Liebe und tue was du willst.“ Anders gesagt, du kannst tun und lassen was du willst, solange du anderen nicht die Liebe schuldig bleibst. Sie ist die Grenze, die nicht verletzt werden darf. Erst in jüngster Zeit hat man das zumindest in der evangelischen Kirche auch den Schwulen zugebilligt. In anderen Glaubens- und Religionsgemeinschaften sowie in anderen Ländern und Kulturen tut man sich da bis heute schwer.
     »Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut«, sagt der Lehrtext. Und alles meint hier wirklich alles. Es ist ein großes Glück oder besser eine große Gnade, wenn man die Welt so sehen kann als Gottes gute Schöpfung und nicht als Reich der Finsternis. Natürlich geht das nicht immer. Manche Menschen zum Beispiel erscheinen uns als böse. Trotzdem, geschaffen sind sie gut und warum sie dann böse geworden sind, das ist noch einmal eine andere Frage, auf die man oft keine Antwort hat.
     Ich glaube, Gott hat uns die große Freiheit geschenkt, die Welt und uns selbst mit seinen Augen sehen zu dürfen, als gute Schöpfung, die er vollenden wird. Und er hat uns den weiten Raum der Liebe geschenkt, in dem wir leben dürfen, ohne uns mit Verboten und Gesetzen das Leben selber schwer zu machen.
     Gibt es was, das du gern isst (ohne deine Gesundheit damit zu gefährden)? Dann lass es dir schmecken. Guten Appetit!

Gebet: Herr, ich danke dir von Herzen, dass ich die Welt als deine gute Schöpfung sehen und in dem weiten Raum der Liebe leben darf, den du deinen Menschen geschenkt hast. Das nimmt viel Druck, Unzufriedenheit und Verbitterung von mir. Ich muss nicht mehr ständig alles und jeden kritisieren. Ich kann vieles und viele so sein lassen wie sie sind und was sie sind. Und ich darf und kann mich selbst lieben, ohne mich schon beim ersten Blick in den Spiegel herabzusetzen. Ja, das darf und das kann ich, weil du mir dazu deine Gnade schenkst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Samstag, 20. Oktober 2018

Gerettet – und jetzt?

Losung: Ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir, spricht der HERR. Amos 4,11 

Lehrtext: Wenn einige untreu wurden, hebt dann ihre Untreue Gottes Treue auf? Das sei ferne! Es bleibe vielmehr so: Gott ist wahrhaftig. Römer 3,3-4 

Liebe Leserin, lieber Leser,

du und ich, sind auch wir solche Brandscheite? Ein schmeichelhafter Vergleich ist das nicht. Aber wenn man so aus dem Feuer gerissen und gerettet wird, wie es die Losung sagt, kann einem der Vergleich egal sein. Dieses Wort ist fast 3000 Jahre alt. Aber mir kommt es so vor, als sei es zu uns heute gesagt. Gerade mal 73 Jahre sind es her, dass unsere Eltern und Großeltern aus dem Feuer des nationalsozialistischen Raubkrieges und der rassistischen Gewaltherrschaft gerissen worden sind. Wären sie darin umgekommen, würde es dich und mich nicht geben. Welche Konsequenzen ziehen wir daraus? Kehren wir denn zu Gott um? Sind wenigstens wir ihm jetzt treu?
     Die Wahlen letzten Sonntag im Bayern haben gezeigt, dass sich eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung nicht verängstigen und nicht verhetzen lässt. Die nationalistischen Brandstifter haben keine Chance. Noch lebt unter uns die Erinnerung, wohin das führen kann. Das ist schon mal gut. Aber wie steht es mit der Besinnung auf Gott?
     Hinge es von meiner Treue ab, ob Gott mir gnädig ist, sähe es schlecht aus. Aber davon hängt es nicht ab. Er macht seine Gnade von überhaupt nichts abhängig. Er ist und bleibt seinen Geschöpfen und Kindern treu, egal wie untreu wir sind. Denn, und das sage ich zum wiederholten Mal, Gott ist kein Mensch. Ich kann ihn nicht beleidigen und auch nicht wütend machen. Und du auch nicht. Aber wir beide können ihn um Vergebung bitten und darauf vertrauen, dass er sie uns auch schenkt, egal was zuvor gewesen ist.

Gebet: Herr, hilf uns, dass wir nicht wieder in unser Unglück rennen. Hilf uns, dass wir uns auf das besinnen, was gut ist und was du uns gesagt hast: Dein Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor dir (Micha 6,8). Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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Freitag, 19. Oktober 2018

Rabimmel, rabammel, rabumm

Losung: Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott. 1.Mose 6,9 

LehrtextLasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Matthäus 5,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

nur noch vier Wochen, dann heißt es wieder rabimmel, rabammel, rabumm. Dann tragen die kleineren Kinder am Martinstag wieder ihre Laternen spazieren und singen: „Ich geh mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, da unten leuchten wir.“ Aber warum geschieht das, wenn es schon fast dunkel ist? Und warum Laternen?
     So ganz genau weiß ich es auch nicht. Nun, die Kinder erinnern mit ihrem Umzug an St. Martin, der bekanntlich mit einem frierenden Bettler seinen Mantel geteilt hat. Für diese gute Tat leuchten die Laternen in einer oft so finsteren und kalten Welt. Ich denke, diese sind zugleich ein Symbol für uns selbst. Jesus sagt im Lehrtext mit anderen Worten: 'Seid auch ihr wie Laternen, dass mein Licht in euch leuchte.' Sein Licht? Geht es nicht vielmehr um unsere guten Taten? Ja. Wir sind mit unseren guten Taten die Laternen, die die Leute sehen. Aber das Licht, das aus ihnen leuchtet, ist er. Ohne ihn kein Licht. Ohne sein Licht kein geteilter Mantel oder sonst eine gute Tat.
     Von Noah in der Losung interessiert mich nicht, dass er ohne Fehl und Tadel war, sondern dass er mit Gott lebte. Ihn hatte er vor Augen. Und so war er hellsichtiger als die anderen, die das Unheil der Sintflut nicht sehen wollten. Darum trafen sie auch keine Vorsorge, wie sie ihr entkommen konnten. 
     Vielleicht sollten wir angesichts der weltweiten Probleme nicht nur Martinsumzüge, sondern auch Noah-Umzüge machen und dann entsprechend handeln.

Gebet: Herr, ich möchte deine Laterne sein. Sei du mein Licht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Tschüss!

LosungGeh hin, der HERR sei mit dir! 1.Samuel 17,37 

LehrtextWas ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre. 1.Korinther 10,31 

Grüß Gott, liebe Leserin, lieber Leser!

ich habe diesen süddeutschen Gruß heute sehr bewusst gewählt. Er kommt mir auch viel leichter von den Lippen als „Guten Tag“ oder „Hallo“. In unseren Dörfern grüßen sich inzwischen viele mit dem amerikanischen „Hi“. Und weil das in Franken genauso klingt wie Heu, hat ein inzwischen verstorbener Bauer aus listigem Protest immer mit „Stroh“ geantwortet. Vermutlich haben die meisten gar nicht die Ironie verstanden, die in seiner Erwiderung steckte. 
     Und wie grüßt du? - Und mit welchem Gruß verabschiedest du dich? Sagst du „Auf Wiedersehen!“, oder „Tschüss“,  oder „Ciao", oder „Servus", oder "Ade"? Die Auswahl ist groß. Ich selbst verwende verschiedene Formen. Aber oft sage ich auf gut Fränkisch „ade“.
     In unserer Losung heute könnte auch nur das Wort „Tschüss!“ stehen. Es würde das Gleiche bedeuten. Das gilt auch für den spanischen Abschiedsgruß Adios, das französische Adieu und das süddeutsche Ade. Alle diese Grußformen heißen wortwörtlich übersetzt: „Geh zu Gott hin!“ oder anders ausgedrückt „Geh mit Gott!“ oder „Gott befohlen!“.
     Auch ich denke nicht jedes Mal an diese Bedeutung, wenn ich Tschüss sage, aber manchmal schon. Und ein bisschen amüsiert es mich auch, wenn Leute, von denen ich weiß, dass sie nicht glauben, mir diesen Abschiedsgruß sagen, ohne zu wissen, was sie da tun, - weil sie offenbar auch wenig Ahnung davon haben, was sie nicht glauben..
     Auch im Lehrtext geht es um so etwas Alltägliches wie Grüßen und Verabschieden, nämlich um Essen und Trinken. Da schreibt der Apostel Paulus in seinem Brief an die Christen in Korinth: »Ob ihr esst oder trinkt oder was immer ihr sonst tut – alles soll zur Ehre Gottes geschehen.« Natürlich denke ich nicht bei allem, was ich tue, an Gott. Und ich bete auch nicht vor jedem Bissen und vor jedem Schluck, aber wenigstens vor dem Mittagessen. Es gab Zeiten, da habe ich ein solches Gebet einfach runtergebetet. Doch inzwischen mache ich mir bewusst, was ich da sage.
     So viel ist jedenfalls klar, Grüßen sowie ein Tischgebet sollten gern geschehen. Ich bete auch nicht in der Öffentlichkeit laut vor dem Essen. Aber es macht mir auch nichts aus, wenn man mich dabei beobachtet, wie ich erst einmal ein paar Augenblicke still bin und dabei die Hände in meinem Schoß falte bevor ich zu Messer und Gabel greife und ein unterbrochenes Gespräch fortsetze.
     So vergewissere ich mich tagsüber mit dem Willkommensgruß „Grüß Gott!“, dem Abschiedsgruß „Ade“ und dem kleinen Tischgebet, wem ich alles, was ich bin und habe, verdanke, wen ich damit ehre (Lehrtext) und wem ich gehöre.

Gebet: Herr, wie gut tut es mir, wenn ich mich zwischendurch immer wieder mal vergewissere, dass du da bist und ich dir gehöre. Das ist dann jedes Mal ein kleiner Lichtblick mitten im Alltag. Und so danke ich dir, dass ich glauben kann. Amen

Und tschüss!


Hans Löhr

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Mittwoch, 17. Oktober 2018

Ewiger Friede?

​​Losung: Seine Herrschaft wird groß und des Friedens kein Ende sein. Jesaja 9,6 

LehrtextJesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Hebräer 13,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

schön wäre es schon, wenn es zu einem ewigen Frieden käme, wenigstens in der Region Israel und Palästina, auf die die heutige Losung verweist. 
# Und noch schöner wäre es, wenn das für die ganze Erde gälte. Das hoffen viele Christen, wenn sie in den Weihnachtsgottesdiensten diese Bibelworte hören, die im Zusammenhang heißen: »Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt ... Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich.« 
Am schönsten aber wäre es, wenn Jesus dieses immerwährende Friedensreich jetzt aufrichten würde, in unserer Zeit und Welt und man nicht erst am Ende der Zeiten darauf hoffen dürfte.

Doch nichts von alledem ist bis jetzt eingetreten. Ist dann diese Hoffnung eine Illusion? Für mich ist das so, wie wenn ich mitten in der Nacht in einem kleinen Boot auf dem großen Ozean schwimme und in weiter Ferne einen Leuchtturm sehe. Ich weiß dann zwar, dass es noch weit bis zum Land ist. Aber ich weiß auch die Richtung, die ich einschlagen muss. Ich bin nicht mehr orientierungslos und verzweifelt, sondern habe ein Ziel, auf das ich hinarbeiten kann. 
     Genauso verhält es sich mit der Prophezeiung des Jesaja. Sie stellt uns mitten im Ozean militärischer Gewalt und kriegerischer Politik das leuchtende Ziel vor Augen, auf das wir gemeinsam hinarbeiten können. Wir werden es wohl nicht erreichen, aber wir können wissen, wohin wir müssen. Und wir können uns jetzt schon bemühen, Streit zu vermeiden, Versöhnung zu suchen und Frieden zu schaffen. Wenn man das in der großen Politik erreichen will, dann müssen viele im Kleinen damit beginnen, bei sich selbst und in ihrem Lebensumfeld. Letzten Endes aber ist das immerwährende Friedensreich ein Geschenk Gottes, dass wir nicht erzwingen, um das wir ihn aber bitten können.
     Beten und arbeiten für den Frieden – das gilt ja nicht nur für uns heute, das hat schon für unsere Vorfahren gegolten und wird auch für unsere Nachkommen gelten. Das bleibt eine ständige Aufgabe. Doch damit sind wir nicht allein. Unsere Vorfahren haben sich im Vertrauen auf den „Pazifisten" Jesus, auf diesen „Friedensmacher“, was Pazifist wortwörtlich heißt, - unsere Vorfahren haben sich im Vertrauen auf ihn an diese Aufgabe gemacht. Wir können das heute tun. Und unsere Kinder und Kindeskinder werden das morgen tun. Denn zum Frieden gibt es keine Alternative. Er ist nicht alles. Aber ohne Frieden ist alles nichts.

Gebet: Herr, hättest du uns Menschen uns selbst überlassen, unseren negativen Gefühlen, unserem Neid und Hass, unserer Angst und unserem Größenwahn, es gäbe und schon längst nicht mehr. Wir hätten uns ausgelöscht. Doch trotz aller Kriege und Konflikte hast du uns immer wieder Zeiten des Friedens und der Verständigung geschenkt. Ich danke dir für die lange Friedenszeit, die wir in Europa erleben dürfen. Ich fürchte aber auch den wachsenden Nationalismus und Fremdenhass, die Lüge und die Hetze, womit in immer mehr Ländern Politik gemacht wird. Und darum bitte ich dich für alle, die politische Verantwortung tragen, um deinen Geist des Friedens und der Versöhnung. Ich bitte dich auch für mich, dass ich in diesem Geist mit anderen auskommen und meinen Beitrag zum Frieden leisten kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 16. Oktober 2018

Einander gerecht werden

Losung: Recht und Gerechtigkeit tun ist dem HERRN lieber als Opfer. Sprüche 21,3 

Lehrtext Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet gerecht. Johannes 7,24

Liebe Leserin, lieber Leser, 

"Do ut des", "ich gebe, damit du mir gibst" - so haben die alten Römer ihr Verhältnis zu ihren zahlreichen Göttern beschrieben Do ut des - dieser Grundsatz gilt wohl in allen Religionen. Immer und überall opfern Menschen einer höheren Macht Tiere, Geld, manchmal sogar Kinder (Majas), Kerzen, Kapellen, Gebete, vermachen der Kirche oder dem Kloster Grundstücke und Häuser (siehe Johann Wolfgang von Goethe: "Faust": Eine Tragödie - Kapitel 12), ihre Sexualität (Priester) oder sich selbst (ein Leben als Mönch und Nonne) um ... ja warum eigentlich? Um von der höheren Macht, die sie verehren, etwas zu bekommen: Schutz, Sicherheit, Reichtum, Erfolg, einen Partner, Gesundheit, Glück, Vergebung und ewige Seligkeit
     Meistens aber wurden Tiere geopfert. Die Tempel, auch der in Jerusalem, waren die reinsten Schlachthäuser. Da floss das Tierblut Tag für Tag in Strömen. Dieser gigantische Blutrausch war ein Teil der Religiosität. Auch der Todesstrafe (USA, Nordkorea, Iran, Saudi Arabien, China ...) haftet noch dieser archaische, unzivilisierte Opfergedanke an.
     Was von alledem verlangt Gott, wie er uns in Jesus begegnet? Denke bitte selbst darüber nach. Fällt dir was ein?
     Schon im Alten Testament lehnt Gott Tieropfer ab. Stattdessen will er, wie es die Losung sagt, dass unter seinen Menschen Recht und Gerechtigkeit herrschen. Da muss erst mal jeder vor seiner eigenen Tür kehren und sich fragen: Werde ich anderen gerecht in ihrer jeweiligen Besonderheit und Einzigartigkeit? Werde ich als Lehrer meinen Schülern gerecht, jedem auf seine Weise und verzichte ich darauf, alle über denselben Kamm zu scheren? Werde ich als Chef meinen Mitarbeitenden gerecht und sehe ich in ihnen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, statt nur kostenintensive Arbeitskräfte? Werde ich als Vater oder Mutter meinen Kindern gerecht und helfe ich ihnen, dass sich jedes nach seinen Begabungen und innerhalb seiner Grenzen entwickeln kann? Oder stülpe ich ihnen meine Vorstellungen über, wie sie zu sein haben und was sie werden müssen? Und wie ist es mit meinem Partner, meiner Partnerin? Werde ich ihm beziehungsweise ihr gerecht?
      Der einzige, dem ich nicht gerecht werden kann, ist Gott. Da kann ich strampeln wie ich will. Denn er ist, was kein Mensch je werden kann: heilig und ewig (da hilft auch keine Heiligsprechung). Und ich bin, was jeder Mensch ist: fehlerhaft und vergänglich. Doch er wird mir gerecht und macht mich "gerecht allein aus Gnade", wie die Bibel sagt. Dass ich ihm recht bin, ist und bleibt ausschließlich sein Geschenk (= Gnade).
     Doch auch meinen Mitmenschen kann ich nur annäherungsweise gerecht werden. Zwar sagt der Lehrtext, dass ich nicht danach urteilen soll, was vor Augen ist. Aber ich kann einem Menschen nicht in die tiefsten Tiefen seines Herzens sehen. Kann nicht wissen, was alles dazu beigetragen hat, dass er so ist wie er ist, dass er das ist, was er ist. Darum gefällt mir das andere Jesus-Wort besser als der  Lehrtext, wenn er sagt: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.“ (Matthäus 7,1)
    Und trotzdem, eine Gesellschaft kann nicht existieren, wenn in ihr nicht Richter Recht sprechen. Doch jeder Richter, der ein Urteil spricht, sollte sich meiner Meinung nach bewusst sein, dass er einem Angeklagten nie ganz gerecht werden kann und er ihm auf diese Weise immer auch etwas Unrecht zufügt. Und das gilt ebenso im alltäglichen Zusammenleben. Auch da kommt man nicht ohne Meinung und Urteil aus, nicht ohne Beurteilungen und Bewertungen. 
     Doch Jesus legt uns nahe, damit besonders vorsichtig und behutsam umzugehen und, wo es möglich ist, auf Werturteile zu verzichten. Denn »es ist, was es ist, sagt die Liebe« (Erich Fried).  

Gebet: Herr, ein Leben lang bewerten und beurteilen wir Menschen einander, verteilen Zensuren, klassifizieren, nehmen uns an und lehnen uns ab. Du nicht. Du hast das nicht nötig. Denn du weißt, warum jeder so ist wie er ist. Darum bist du barmherzig und schließt niemand von deiner Liebe aus. Darum kann auch ich mich dir zeigen wie ich bin, ohne Angst haben zu müssen, und darauf vertrauen, dass du mir hilfst, der zu werden, den du von Anfang an in mir siehst. Amen

Herzliche Grüße
Hans Löhr

Montag, 15. Oktober 2018

Andere Götter?

Losung: Tut von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und neigt euer Herz zu dem HERRN. Josua 24,23

Lehrtext: Lebt als Kinder des Lichts. Epheser 5,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

kennst du irgendeinen Gott, der für unseren gemeinsamen Gott eine Konkurrenz sein könnte? Ich nicht. Ich glaube an Gott, den Schöpfer von Himmel und Erde, von dir und mir. Er ist alles in allem. Wie soll es neben ihm etwas Vergleichbares geben können? Wäre es so und könnte ihm jemand das Wasser reichen, so wäre der Gott der Bibel nur eine religiöse Größe neben anderen. Doch das ist grotesk. 
     Mein Gott, also der Gott des christlichen Glaubensbekenntnises, ist nicht nur der Schöpfer, sondern der liebende und barmherzige Vater, der sich in Jesus Christus zu erkennen geben hat. In seiner Welt haben auch andere Religionen ihren Platz, auch die kleine Regionalreligion der Juden. Seine Einzigartigkeit und Allmacht hängt sowieso nicht von menschlichen Zustimmungswerten ab. 
     Ja, das Christentum ist zur Zeit die größte Weltreligion. Doch was besagt das schon. Selbst wenn es zahlenmäßig abstürzt wie gestern die SPD in Bayern, bleibt Gott, der er war und der er ist.
     Warum noch andere Religionen existieren und andere Götter verehrt werden? Da musst du ihn fragen. Ich kann das nicht beantworten. Ich meine, ihm geht es nicht so sehr um Religionen, auch nicht um die christliche Religion und schon gar nicht um eine Kirche oder ein religiöses Bekenntnis. 
     Gott geht es darum, dass Menschen glauben. Nein, nicht an etwas glauben wie an die Jungfrauengeburt oder übernatürliche Wunder. Was könnten die schon beweisen? Gott geht es darum, dass Menschen, dass du und ich ihm vertrauen. Und dazu gehört, was Jesus sagt: Keine Lippenbekenntnisse, sondern Gottes Willen tun; ihn und den Mitmenschen lieben wie sich selbst. Das geht auch außerhalb christlicher Religionsgrenzen (siehe Jesu Gleichnis vom "Barmherzigen Samariter" oder seine Begegnung mit dem römischen Hauptmann von Kapernaum oder sein Gespräch mit der Syrophönizierin). Doch wenn das wenigstens in der christlichen Religion und Kirche klappt, umso besser.
     Wo uns das gelingt, leben wir als "Kinder des Lichts" und sind dann auch für andere ein Licht, das ihr Leben hell und freundlich macht. Licht sein - das ist unser göttlicher Auftrag. Doch das kann nur heißen, andere einladen, in dieses Licht zu kommen, aber niemals, sie dazu zu zwingen.
     Wie sagt Jesus in der Bergpredigt? "Lasst euer Licht leuchten unter denen, die Gott nicht kennen!" Aber er sagt nicht: Blendet sie und macht ihnen Angst.

Gebet: Herr, ich muss nicht andere über dich belehren oder dich vor ihnen verteidigen. Ich habe schon genug damit zu tun, dir zu vertrauen. Wenn mir das gelingt, wenn ich glaubwürdig als dein Kind leben kann, bin ich Licht von deinem Licht und vielleicht auch ein Lichtblick für andere.
Amen

Herzliche Grüße
Hans Löhr


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Sonntag, 14. Oktober 2018

Eine besondere Qualität

Losung: Wollte Gott, dass alle im Volk des HERRN Propheten wären und der HERR seinen Geist über sie kommen ließe! 4.Mose 11,29

Lehrtext: Jesus spricht zu den Jüngern: Nehmt hin den Heiligen Geist! Johannes 20,22

Liebe Leserin, lieber Leser,

Propheten sind Menschen, die ihr Ohr bei Gott haben und offen sind für seinen Geist. Doch diese innere Haltung haben Propheten nicht exklusive. Du kannst das ebenso. 
     Eine Möglichkeit ist, Gott mehr und mehr in den Alltag mit hineinzunehmen, an ihn zu denken, mit ihm zu reden wie mit einem Freund und ihm Anteil zu geben an dem, was du so erlebst. So kommt noch einmal eine neue Qualität in ein Menschenleben.
Was das für ein Geist ist, dem ich mich öffnen möchte, hat Paul Gerhardt wunderschön in seinem Lied "Zieh ein zu deinen Toren" beschrieben:

Gebet:
Du bist ein Geist, der lehret,
wie man recht beten soll.
Dein Beten wird erhöret,
Dein Singen klinget wohl.
Es steigt zum Himmel an,
es lässt nicht ab und dringet,
bis der die Hilfe bringet,
der allen helfen kann.

Du bist ein Geist der Freuden,
von Trauern hältst du nicht,
erleuchtest uns im Leiden
mit deines Trostes Licht.
Ach ja, wie manches Mal
hast du mit süßen Worten
mir aufgetan die Pforten
zum güldnen Freudensaal.

Du bist ein Geist der Liebe,
ein Freund der Freundlichkeit,
willst nicht, dass uns betrübe
Zorn, Zank, Hass, Neid und Streit.
Der Feindschaft bist du feind,
willst, dass durch Liebesflammen
spich wieder tun zusammen,l
die voller Zwietracht seind.

Du, Herr, hast selbst in Händen
die ganze weite Welt,
kannst Menschenherzen wenden,
wie dir es wohlgefällt.
So gib doch deine Gnad
zu Fried und Liebesbanden,
verknüpf in allen Landen,
was sich getrennet hat.

Amen

Herzliche Grüße
Hans Löhr

Samstag, 13. Oktober 2018

Gott ist groß

Losung: Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der HERR ist ein großer Gott. Psalm 95,2-3

Lehrtext: Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Römer 15,5-6

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke ..." - wie oft haben wir, katholische und evangelische Christen, nicht dieses Lied in ökumenischen Gottesdiensten  einträchtig und einmütig  gesungen (Lehrtext)!
     Beim gemeinsamen Singen und Beten zeigt sich die Ökumene von ihrer schönsten Seite. Der Lehrtext sagt, dass auch das ein Geschenk Gottes ist.
     Ich persönlich kann ihm heute in besonderer Weise danken (Losung). War gestern einige Zeit in der Notaufnahme. Hatte einen Motorradunfall in einem Tunnel im Mittleren Ring in München. Ging glimpflich aus. Hätte schlimmer sein können. 
     Jetzt muss ich ein paar Tage in München bleiben und die Losungsauslegungen über die Handytastatur eintippen. Ich bitte um Verständnis, wenn es nicht so klappt wie sonst.

Gebet:

Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Herzliche Grüße
Hans Löhr

Freitag, 12. Oktober 2018

Erfülltes Leben hl

LosungIhr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen. 3.Mose 26,5 

LehrtextJesus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge. Johannes 10,10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer hätte das noch vor 60 Jahren gedacht, dass das Wort aus der heutigen Losung für uns in Europa einmal wahr werden würde. Wir haben wirklich „Brot die Fülle“, so viel, dass weltweit mehr an Übergewicht sterben, denn in einem Krieg. Und wir haben es in Europa tatsächlich geschafft, dass die Nationen nicht mehr gegeneinander Krieg führen, was bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts undenkbar war. Doch wir leben nur darum sicher in unserem Land, weil uns die europäische Gemeinschaft diese Sicherheit gibt. Wir wären geschichtsvergessen und wirklichkeitsfremd, würden wir unser Heil wieder in einem engstirnigen Nationalismus suchen, der so viel Unheil über die Völker Europas gebracht hat.
     Das ist eine politische Aussage. Wer sich daran stört, dem möchte ich zu bedenken geben, dass es vor allem gläubige Christen nach dem Zweiten Weltkrieg waren, die das Friedensprojekt „europäische Union“ vorangetrieben haben. Für sie war der Glaube und waren die biblischen Werte wegweisend aus der Katastrophe, der sie mit knapper Not entronnen waren. Gott arbeitet ja auch mit unserem Glauben. Er lässt nicht einfach Brot vom Himmel regnen und unsere Grenze von Engeln bewachen. Er nimmt Menschen in seinen Dienst, die bereit sind sich der Verantwortung zu stellen, die er gibt, und sich bei ihrer Arbeit an ihm zu orientieren.
     Und darum würden wir an einer friedlichen Zukunft für unsere Kinder freveln, setzten wir die europäischen Gemeinsamkeiten, die wir errungen haben, wieder aufs Spiel. Wir dürfen nicht vergessen, was wir erreicht haben und was wir verlieren können; wie hoch wir gekommen sind und wie tief wir fallen würden. Die Alternative zu einem nationalistischen Deutschland ohne Zukunft ist das in Frieden und Freiheit vereinte Europa. Dafür gilt es zu arbeiten und zu beten.
     Doch Brot und Friede ist nicht alles. Wir sehen es daran, dass viele Menschen in unserem Land unzufrieden sind, obwohl es ihnen so gut geht wie keinem ihrer Vorfahren. Brot allein macht gierig und Frieden allein wird vielen langweilig. Brot und Friede garantieren noch kein Leben in Fülle. Ein sinnvolles Leben, das einen Menschen erfüllt, hat meines Erachtens damit zu tun, dass er mit Gott lebt, so wie er sich in Jesus zeigt (Lehrtext).

Gebet: Herr, ich sehne mich nach einem erfüllten Leben voll Sinn und Zuversicht. Ich weiß, dass ich es nirgendwo finden kann außer in dir. Es ist der Glaube, der mir sagt, woher ich komme, wer ich bin und wohin ich gehe. Ich brauche nicht rätseln und vermuten. Ich kann dir vertrauen, dass du diese Welt und mein Leben in deiner Hand hast und die Geschicke so lenkst, wie es zu meinem Besten ist. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach