Sonntag, 31. März 2024

Osterträume hl

Losung: Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerige zur Ebene. Jesaja 42,16 

Lehrtext: Jesus nahm das Brot, dankte Gott, brach das Brot in Stücke und gab es ihnen. Da fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen, und sie erkannten ihn. Lukas 24,30-31 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

manchmal kam es vor, dass zwei verfeindete Männer oder Frauen zufällig in der gleichen Reihe vor dem Altar standen, um das Abendmahl zu empfangen. Ich habe mir dann so meine Gedanken gemacht, wenn ich beiden die Hostie gegeben habe mit den Worten »Christus, das Brot des Lebens für dich« und »Christus, der Wein der Versöhnung für dich.« Ich fragte mich: Wird dieses Erlebnis für die beiden etwas bewirken? Wird sie das in irgendeiner Weise verändern? Vor längerer Zeit habe ich mal von zwei Männern gelesen, bei denen es so ähnlich war und die dann anschließend aufeinander zugegangen sind und sich die Hand zur Versöhnung gereicht haben.

Putin und Biden beim Abendmahl?

Putin und Biden bekennen sich beide zum christlichen Glauben. Der eine ist russisch-orthodox, der andere römisch-katholisch. Sie sollten sich gegenseitig mal zu einem ökumenischen Gottesdienst einladen ohne jede Vorbedingung. Wer weiß, was dann geschähe. Es gibt wohl kein stärkeres Friedenszeichen, als dass das Brot des Abendmahls geteilt wird (Lehrtext) und die Feinde davon essen?
Nun gut, man kann ja mal träumen.

Das unvollständige Bild

Gestern habe ich auf dem Marktplatz unserer Kreisstadt einen kleinen Redebeitrag zur traditionellen, jährlichen Ostermarschkundgebung gehalten (siehe weiter unten). Am Rathaus hinter mir hingen vier Fahnen: die Fahne der Stadt, die Fahne des Bundeslandes, die Fahne der Ukraine und die Fahne Israels. Diese Art der Beflaggung war für mich deprimierend. Welche Botschaft sollte damit transportiert werden? Hingen noch zusätzlich die Fahnen Russlands und der Palästinenser am Rathaus, wäre dieses Bild ein Zeichen der Hoffnung, das über die gegenwärtigen Verhältnisse hinaus in eine friedliche Zukunft weist.
Nun gut, man kann ja mal träumen.

Ich wünsche mir, dass im Sinne der Losung des Ostersonntags "die Finsternis vor uns her zum Licht werde". Ich wünsche mir, dass Jesus auch heute das  "Licht der Welt" sein möge, das die Finsternis der Gewalt und des Todes, des Terrors und des Krieges vertreibt. Und ich wünsche mir, dass uns allen die Schuppen der Angst und der Empörung von den Augen fallen (Lehrtext), damit wir sein Osterlicht sehen. Es wird uns helfen, wieder klar zu denken, besonnen zu bleiben und das zu sagen und zu tun, was dem Frieden dient. 

Nun gut, man kann ja mal träumen und bitten: 

Gebet: Herr, sei du unser Licht, dass wir in Europa wieder den Weg zum Frieden finden. Du hast dem Tod die Macht genommen. So wollen auch wir ihm nicht länger dienen mit unseren Waffen und unserer Angst. Wir gehören ja dir. Du hast mit uns Frieden gemacht. Gib uns den Mut und die Kraft, dass auch wir der Gewalt abschwören und Frieden machen. Amen

Frohe und gesegnete Ostern!

Ihr / dein Hans Löhr

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Gebt dem Frieden eine Chance! 
Redebeitrag von HL beim traditionellen Ostermarsch am 30.03.2024 in Ansbach. 

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

ich bin Christ und Pazifist. Für mich gibt es das eine nicht ohne das andere. Ich stehe hier, um an ein paar einfache Werte zu erinnern, die bis vor kurzem noch selbstverständlich zu sein schienen. Sie heißen: Waffenstillstand, Verhandlungen, Kompromisse, Versöhnung, Zusammenarbeit, gemeinsame Sicherheit. Mit einem Wort: Frieden.
Ich stehe hier, um an die zu erinnern, um die es wirklich geht. Nein, nicht um Putin und Biden, nicht um Selenskyj und Scholz. Es geht um die wehrlosen Menschen, die unter dem Krieg in der Ukraine leiden, die fliehen und sterben.
Dazu gehören auch die jungen Soldaten auf beiden Seiten der Front und ihre Angehörigen. Sie alle, ob in der Ukraine oder in Russland, sind Opfer jenes Angriffs, den die russische Regierung befohlen hat. Sie sind aber auch Opfer westlicher Machtinteressen, die bis jetzt einen Waffenstillstand und die Aufnahme von Friedensgesprächen verhindern.

Beide Seiten in der Pflicht

In was für einer Welt, in was für einem Land leben wir inzwischen, wenn hier schon der Vorschlag, den Krieg einzufrieren, empört zurückgewiesen wird? Was ist denn die Alternative? Weiterhin den Krieg anzuheizen mit unabsehbaren Folgen für uns alle? Insbesondere für die unmittelbar Betroffenen? Ich halte das für verantwortungslos und gefährlich.
Natürlich könnte der Krieg sofort zu Ende sein, würde die russische Regierung die Kampfhandlungen einstellen und ihre Truppen zurückziehen. Der Krieg hätte aber auch gar nicht erst begonnen, hätte der Westen die russischen Sicherheitsinteressen und den Nationalstolz in diesem Land ernst genommen und sich in den letzten Jahren mehr zurückgehalten.
Ich sehe beide Seiten in der Pflicht, ihren Beitrag zu leisten, dass die Kämpfe eingestellt werden und Verhandlungen beginnen können. Dagegen stehen bis jetzt die nackten Machtinteressen in Russland wie im Westen. Dagegen stehen auch Gefühle wie Angst und Empörung in unserer Bevölkerung, die überhandgenommen und Vernunft und Besonnenheit verdrängt haben.

Wann, wenn nicht jetzt?

Hundert Meter von hier, im Gymnasium Carolinum, haben wir als Schüler einst das Drama „Wallenstein“ von Friedrich Schiller gelesen. Einen Satz aus diesem Stück habe ich mir gemerkt. Da heißt es:
"Beim Feind Vertrauen zu erwecken, ist doch der einz'ge Weg zum Frieden;
denn hört der Krieg im Kriege nicht schon auf, woher soll Friede kommen?
"
Ja woher soll auch heute wieder Friede kommen zwischen Russland, der Ukraine und dem Westen? Zwischen Israelis und Palästinensern? Wann ist Zeit, dass die Waffen schweigen und die Gegner miteinander reden? Wann, wenn nicht jetzt? Wann ist endlich Schluss mit den Feindseligkeiten, mit Lüge, Hass und Gewalt auf allen Seiten? Wann, wenn nicht jetzt? Einer muss doch den ersten Schritt zum Frieden tun.
Er beginnt damit, dass bei uns endlich die Kriegsrhetorik von Politikerinnen und Politikern aufhören muss. Dass endlich die sogenannten Kriegs- und Militärexperten aus unseren Medien wieder verschwinden und Platz machen für die Friedensexperten. Krieg kann man herbeireden. Den Frieden aber auch.

Friedenstüchtig

Statt mit Waffenlieferungen weiterhin Öl ins Kriegsfeuer zu gießen, muss unser Land wieder friedenstüchtig werden. Muss endlich wieder vernünftige, eigenständige und verantwortungsvolle Politik machen. Das Leiden und Sterben der Menschen in der Ukraine kann nur am Verhandlungstisch beendet werden - und zwar jetzt. Wie kann man sagen, dass das nicht funktioniert, wenn man es noch nichteinmal probiert?
Wir müssen und können den Frieden in Europa für uns alle wieder sicherer machen. Doch das geht nur, wenn man auch mit der Gegenseite redet, statt sie zu verteufeln. Immer sind im Konfliktfall die anderen schuld. Immer sind sie die Bösen. So sieht man es in Russland. So sieht man es im Westen. Mögen doch die anderen von ihrer Schuld reden. Ich rede von unserer. 

Und so frage ich:

Wo sind die, die sich nicht die Hände reiben ob der astronomischen Gewinne der Rüstungsindustrie, sondern die sich verzweifelt die Haare raufen wegen der Verluste an Menschenleben, die dieser Krieg an jedem weiteren Tag kostet?
Wo sind die, die nicht nur politische Interessen und Macht haben, sondern auch Mitgefühl für die Opfer?
Wo sind die, die nicht nur auf die nächste Wahl schielen, sondern jetzt schon an einer gemeinsamen, friedlichen Zukunft arbeiten für die Kinder in der Ukraine, für die Kinder in Russland, für die Kinder in Gaza, in Israel und für unsere Kinder und Enkel in Deutschland?
Wo sind diese weitblickenden und verantwortungsbewussten Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten, die das tun?
Freunde, wir dürfen nicht nur darauf warten, ob diese ihrer Verantwortung gerecht werden. Wir können selbst dafür sorgen, dass der Ungeist des Militarismus und der Gewalt aus unserer Gesellschaft wieder verschwindet und der Geist der Versöhnung und des Friedens wieder eine Chance bekommt.

Und so sage ich zum Schluss:

· Alle reden von Politik. Wir reden von den Menschen.
· Alle reden von Macht. Wir reden von den Ohnmächtigen.
· Alle reden von Feinden. Wir reden von Nachbarn.
· Alle reden von Sanktionen. Wir reden von Beziehungen.
· Alle reden von Abschreckung. Wir reden vom Vertrauen.
· Alle reden von Waffen. Wir reden von Verhandlungen.
· Alle reden vom Sieg. Wir reden von den Opfern.
· Alle reden vom Krieg. Wir reden vom Frieden.

Um daran zu erinnern, stehe ich hier und sage: „Give peace a chance!“ Gebt dem Frieden eine Chance! Jetzt!

»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit W Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Samstag, 30. März 2024

Ich Esel hl

Losung: Der HERR macht sich auf, dass er sich euer erbarme. Jesaja 30,18 

Lehrtext: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Johannes 3,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 meinst du, du musst Gott und seinen Ansprüchen gerecht werden? Wie willst du das schaffen? An diesem Missverständnis sind schon viele zerbrochen. Vielmehr wird Gott dir gerecht, indem er zu dir barmherzig ist (Losung). Er kennt ja seine Kinder und weiß um ihre Schwächen. Und gerade deshalb liebt er sie. Wir alle sind ja sozusagen seine „Sorgenkinder“, die er nicht weniger liebt als wir die unsrigen. Die Überflieger aber, die alles gut und richtig zu machen scheinen, bewundern wir vielleicht. Aber lieben wir sie auch?

Das Missverständnis der Gläubigen

Das Weltgericht Christi (Lehrtext) wurde und wird bis heute von vielen missverstanden, die es mit dem Glauben ernst meinen. Da hat man meistens das Bild aus Matthäus 25,31-46 vor Augen, wo der Richter den Guten, die zu anderen gut sind, die Tür zum ewigen Leben öffnet, während die Bösen, also die Egoisten, die auf Kosten anderer leben und ihnen das Leben sauer machen, auf ewig bestraft werden.

Aber gibt es Menschen, die nur weiß und gut und solche die nur schwarz und böse sind? Alles, was es gibt, - so jedenfalls verstehe ich das Evangelium im Ganzen – sind Esel. Und auch ich bin einer, der nicht gut oder böse, weiß oder schwarz, sondern grau ist. Grau wie jenes Tier, das an Jesu Krippe stand und ihn am Palmsonntag als gewaltlosen Friedenskönig nach Jerusalem getragen hat.

Und was ist mit den vielen braven Jerusalemer Bürgern, die gestern noch „Hosianna!“ gerufen haben und heute „Kreuzigen!“ schreien? Und was mit denen, die ihn verurteilt, gefoltert und am Kreuzgalgen hingerichtet haben? Was soll mit ihnen schon sein? Auch sie sind graue Esel. Vielleicht wäre ich damals ebenfalls unter ihnen gewesen und hätte verblendet und aufgehetzt mitgeschrien. Ausschließen kann ich das nicht.

Was ich gelernt habe

Doch das habe ich unter anderem aus Jesu Passionsgeschichte gelernt, dass militärische Gewalt und Waffen keine Mittel sind, die Konflikte dauerhaft lösen. Es wurde nur wieder einmal, in vermeintlich bester Absicht, Blut vergossen: „Sein (Jesu) Blut komme über uns und unsere Kinder!“ (Matthäus 27,25). So haben sie damals in Jerusalem gebrüllt. Grauenhaft!

Auch der gegenwärtige Moralismus in unserem Land, dass man wähnt, mit der Lieferung von Waffen den Krieg gewinnen zu können, verlängert nur das Leiden und Sterben der Menschen und fordert nur noch mehr Opfer. Ich orientiere mich stattdessen an Jesus. Er trägt keinen Stahlhelm, sondern die Dornenkrone. Er hat sich nicht der jüdischen Untergrundarmee, den Zeloten, angeschlossen, um die römische Besatzungsmacht mit Gewalt zu verjagen. Er vergoss kein Blut, auch nicht in scheinbar bester Absicht. Er leidet lieber als anderen Leid zuzufügen. Gewalt ist für ihn keine Option.

Nein, Gott hat ihn nicht zu uns gesandt, dass er unsere Sache mit Gewalt führe. Er hat ihn auch nicht gesandt, uns oder unsere Feinde zu richten. Denn unsere Feinde sind nicht automatisch auch seine Feinde. Auch sie sind seine Kinder wie wir. Gott hat ihn zu den Ukrainern und zu den Russen, zu den Israelis und Palästinensern, zu den US-Amerikanern und zu den Chinesen gesandt, auch zu dir und zu mir, dass er uns rette (Lehrtext), die Guten wie die Bösen, vor allem aber die Esel wie uns beide. Dass er uns rette vor uns selbst. Und, liebe Leserin, lieber Leser, das hat er getan. Deshalb begingen wir gestern den Karfreitag und feiern morgen Ostern. 

Gebet: Herr, was ist nur wieder für ein Geist in so viele Menschen in Ost und West gefahren! Warum vergiften Angst und Gier, Krieg und Lüge die Köpfe und Seelen der vielen? Hilf mir, dass ich diesem Geist widerstehe. Erbarme dich deiner Menschen und schenke uns den Geist deines Friedens. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

* (ÜS: HFA) = Übersetzung „Hoffnung für alle“-Bibel

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Freitag, 29. März 2024

Ohr des Glaubens hl

Losung: Jakob nannte die Stätte, da Gott mit ihm geredet hatte, Bethel, – Haus Gottes. 1.Mose 35,15 

Lehrtext: Als der Hauptmann und die mit ihm Jesus bewachten das Erdbeben sahen und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! Matthäus 27,54 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

überall ist Bethel, das Haus (Beth) Gottes (el). Denn wo wäre Gott nicht zu Hause?
Überall ist „die Stätte, da Gott mit uns Menschen spricht“
(Losung). Denn wo hätte er uns nichts zu sagen?
Er redet mit uns durch die Schöpfung, durch die Natur
(Römer 1,20).
Er redet mit uns durch andere Menschen, die mit Worten und Taten seine Liebe bezeugen, ohne dass ihnen das oft bewusst ist.
Er redet mit uns durch das Wort der Bibel, wie es in Jesus Christus Mensch geworden ist
(Johannes 1,14).

Überall spricht Gott zu dir und zu mir, aus der Krippe und am Kreuz. Zuhause, am Arbeitsplatz, im Krankenhaus. Aber er brüllt uns nicht die Ohren voll und macht uns nicht die Hölle heiß. Meist spricht er leise zu dir und zu mir durch seinen Geist wie einst zum Propheten Elia, mit einer „Stimme verschwebenden Schweigens“ (1. Könige 19,12 ÜS: Martin Buber).

Damals hat er Jakob und dessen Nachkommen noch einmal seinen göttlichen Segen verheißen wie zuvor schon Jakobs Großvater Abraham. Sie sollten zu einem Volk heranwachsen, das ihn kennt, ihm dient und ihm zu Ehren lebt. Und die Bibel erzählt, dass es dazu auch gekommen und dieser Segen schließlich auf alle Menschen und Völker übergegangen sei. Auch auf dich und auf mich.

Am Kreuz sagt er durch seinen Sohn: »Es ist vollbracht«:

Die Liebe hat über die Feindschaft gesiegt.
Das Böse wird nicht triumphieren.
Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Die Augen der Welt sehen das Gegenteil. Das Ohr des Glaubens aber ahnt und versteht. Und das Erdbeben, von dem im Lehrtext die Rede ist, ist wie Gottes großes Amen zum Leben und Sterben seines Sohnes Jesus Christus. Doch hinter dem Amen kommt kein Punkt, sondern ein Doppelpunkt. Die Geschichte Gottes mit seinem Sohn und uns Menschen ist noch nicht zu Ende.

Gebet: Herr, danke, dass du nicht aufhörst zu mir zu reden, selbst dann nicht, wenn ich nicht zuhöre. Ich brauche deine Worte und Zeichen. Damit kann ich mich vergewissern, dass du da bist, mich siehst und mich hörst. Aus der Krippe sprichst du in mein Lebensglück. Vom Kreuz sprichst du in meine dunklen Stunden. Heile die Ohren meines Herzens, wenn sie dich nicht mehr hören. Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Karfreitag!

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 28. März 2024

Dann bete! hl

Losung: Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben. Sprüche 14,34 

Lehrtext: Jesus ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Lukas 22,39-42 

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!« (Lehrtext) – Wenn die Zweifel keimen, wenn du versucht wirst, vom Glauben abzufallen und verunsichert bist, wenn du angefochten wirst und durch erschütternde Ereignisse dein Glaube auf der Probe gestellt wird, dann, so Jesus: „bete!“ Dann wende dich inmitten aller Herausforderungen an deinen Gott, dass er dich seine Nähe und seine Kraft spüren lasse. Dann sage oder singe diesen Vers (EKG 396, 3):
»Trotz dem alten Drachen, / Trotz dem Todesrachen, / Trotz der Furcht dazu! // Tobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe / in gar sichrer Ruh. / Gottes Macht / hält mich in acht, / Erd und Abgrund muss verstummen / ob sie noch so brummen

Und wenn du diesen Vers nicht kennst oder nicht mehr weißt, kannst du doch so ähnlich beten und alle deine Kräfte aufbieten, um dem zu trotzen, was dir deinen Glauben, dein Gottvertrauen und deine Zuversicht rauben will. Wie du weißt, bin ich Pazifist. Trotzdem sage ich, das Gebet ist ein starker Degen, um dem Paroli zu bieten, was dich anficht. Damit hältst du die Dinge in Schach, die dich von deinem Gottesfelsen stürzen und in den bodenlosen Sumpf des Unglaubens stoßen wollen.

Zugegeben, diese Worte und Gedanken klingen kämpferisch. Aber manchmal muss man eben kämpfen, nicht mit tödlichen Waffen, sondern mit Gottvertrauen und Gebet gegen das, was einen bedrängt.

Aber ach, die Jünger, sie sind eingeschlafen. Und als sie wieder aufgewacht sind, war da schon der Mob im Anmarsch mit Judas, dem Verräter, den obersten Priestern, den Offizieren der Tempelwache und den führenden Männer des Volkes. Sie waren gekommen, um ihn gefangen zu nehmen (Lukas 22,52). »Da verließen ihn alle und flohen. Und ein junger Mann folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm. Er aber riss sich los, ließ das Gewand zurück und floh nackt.« (Markus 14,50-52).  Das war die nackte Angst und die nackte Wahrheit über uns Menschen. Und darum wäre auch ich geflohen.

Jesus riss sich auch los, berichtet das Evangelium (Folgesatz der Losung): Er musste sich nahezu gewaltsam von seinen schläfrigen Freunden losreißen: weg aus ihrer Mitte, hin zu dem, der ihm nun allein die Kraft geben konnte, um die Anfechtung zu bestehen. Bisher war er auch in der Zuneigung seiner Freunde geborgen. Von jetzt an war er nur noch geborgen im Willen Gottes: »Vater, nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.« (Lukas 22,42)

Ab und zu bete ich auch so, wenn Sorgen und Ängste mich bedrücken und ich mir wünsche, dass Gott sie alle wegzaubern möge. Doch das sind meine Illusionen. Demgegenüber steht sein Wille. Er geschieht, so oder so. Deshalb sage ich: 

Gebet: Herr, du hast den Überblick. Ich kann nicht mal um die nächste Ecke sehen. Auch wenn ich einen schweren Weg vor mir habe, so vertraue ich darauf, dass es dein Weg ist, auf dem du mich führst. Du weißt, was du willst. Du kennst das Ziel und wirst mich und alle deine Geschöpfe einmal dahin bringen, wo alles gut ist. Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Gründonnerstag,

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 27. März 2024

arm und reich hl

Losung: Der HERR steht dem Armen zur Rechten, dass er ihm helfe von denen, die ihn verurteilen. Psalm 109,31 

Lehrtext: Hört zu, meine Lieben! Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? Jakobus 2,5 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

bei uns und in anderen Ländern, in denen es eine soziale Grundsicherung für alle Bedürftigen gibt, habe ich Probleme mit Bettlern und Bettlerinnen. Wenn ich den Untersuchungen Glauben schenken darf, verdienen sie mit Betteln nicht schlecht. Sie sollen auf diese Weise zusätzliche Einnahmen von etwa 1500 € im Monat haben. Wenn sie einfach nur da sitzen und mir die Wahl lassen, ob ich ihnen was geben will oder nicht, ist das für mich in Ordnung. Aber wenn sie sich mir aufdrängen, gar noch von Haustür zu Haustür gehen und mir keine Wahl lassen, ärgert mich das. Erst recht, wenn sie dann noch mehr verlangen, als ich zu geben bereit bin. Und was mir auch nicht gefällt, ist, dass seit ein paar Jahren überwiegend mit Hunden gebettelt wird. Die Tiere müssen dann oft stundenlang neben ihrem Besitzer bzw. ihrer Besitzerin liegen, um so das Mitleid der Passanten zu verstärken. Auch mir tun die Tiere leid, vor allem deshalb, weil sie für einen zweifelhaften Zweck missbraucht werden. Ich gebe dann trotzdem immer wieder mal was. Aber frage mich nicht, warum. Jedenfalls fällt es mir schwer, achtlos an ihnen vorüberzugehen. Und arm macht mich das „Scherflein“ sowieso nicht.

In meiner aktiven Zeit als Pfarrer kamen ab und zu Leute, die mir zum Teil erschütternde Geschichten erzählt haben und denen ich dann finanziell ausgeholfen habe. Manchmal hatte ich danach das Gefühl, das Richtige getan zu haben. Manchmal haben sie den Betrag zurückgezahlt. Manchmal hatte ich im Nachhinein den Eindruck, auf ein Märchen hereingefallen zu sein. Nun ja, dieses Risiko muss ich auch heute noch eingehen, wenn mich jemand um eine kleine finanzielle Unterstützung bittet. Besser, ich gebe einmal zu oft als gar nicht.

Schätzen, was man hat

Aber dass Arme bessere Menschen seien als die, die mit ihren Einnahmen auskommen oder vermögend sind, – das glaube ich nicht. Reiche sind nicht von vornherein geizig und Arme nicht automatisch bedürftig. Trotzdem möchte ich mit ihnen nicht tauschen, sondern bin froh, dass ich keine Not leiden muss. Sie können mich erinnern, das zu schätzen, was ich habe und dafür dankbar zu sein.

Zur Zeit Jesu war die Lage anders. Wer damals arm war, hatte kaum eine Chance, der Armut zu entkommen. Viele mussten sich in der Landwirtschaft als Tagelöhner verdingen (Matthäus 20,1-15), weil es sonst keine Arbeit gab. Viele mussten betteln, weil sie aus gesundheitlichen oder anderen Gründen große Probleme hatten. Weder gab es damals Rente, noch Krankenversicherung, noch eine soziale Grundsicherung. Man war von den nächsten Angehörigen abhängig, dass sie sich um einen kümmerten. Und es ist noch gar nicht so lange her, dass vor 150 und mehr Jahren auch aus Deutschland Tausende nach Nordamerika ausgewandert sind, um dort ein besseres Leben zu finden.

Arme nicht beschämen

Warum die einen arm und die anderen reich sind, das hat viele Gründe, und auf diese Frage gibt es viele Antworten. Natürlich spielt da auch die Ungerechtigkeit dieser Welt eine Rolle und vor allem, dass nicht jeder die gleichen Chancen, Kräfte und Begabungen hat. Aber das legt mir die Losung wieder einmal nahe, dass ich mich davor hüten soll, einen Armen zu beschämen, denn in ihm begegnet mir Christus, auch wenn ich das nicht erkenne (Matthäus 25,1-40). Und in den Bettlern und Bettlerinnen am Straßenrand soll ich meine Menschengeschwister erkennen, meine Brüder und Schwestern. Das fällt mir manchmal schwer. Richtig ist es aber doch. Schließlich ist Gott unser gemeinsamer Vater.

Und bin ich nicht letzten Endes in gewisser Weise auch ein Bettler? Was habe ich schon, das mir nicht gegeben wurde? Ich lebe von Gottes Segen und von seiner Gnade so wie du auch. Und er fragt nicht, ob ich auch richtig glaube, ob ich das auch verdient habe, sondern gibt mir mehr, als ich brauche.

Gebet: Herr, ich bin froh, in einem Land leben zu können, wo man sich um soziale Gerechtigkeit bemüht, wo niemand verhungern muss und ohne medizinische Hilfe bleibt. Und auch wenn sich viele darauf etwas zugutehalten, bist du es doch, der mit seinem Segen unter uns wirkt. So danke ich dir für die vielen, die ihre Arbeitskraft in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen, besonders in der Medizin, Pflege, Erziehung, Rechtspflege und Fürsorge. Du wirkst auch durch sie, ob ihnen das bewusst ist oder nicht. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 26. März 2024

Durch das Meer hl

Losung: Der HERR macht im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn. Jesaja 43,16 

Lehrtext: Jesus spricht: Wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe – den Weg dahin wisst ihr. Johannes 14,3-4 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

manchmal steht dir das Wasser der Angst bis zum Hals. Manchmal schlagen die Wogen der Sorgen über dir zusammen. Und dann weißt du nicht, ob du jemals wieder Boden unter die Füße bekommst und ob da jemand ist, der dir aus diesen „starken Wassern“ (Losung) wieder heraushilft.

Was die Taufe erzählt

Aber einst hat man dich „aus der Taufe gehoben“, aus dem Wasser der Schuld und des Todes. So hat man versucht, darzustellen, was Sache des Glaubens ist und darum nicht sichtbar: Dass da einer ist und bleibt, der dir seine Hand hinhält, damit du sie ergreifst. Und der dich aus den Wassern zieht, worin du zu ertrinken drohst. Der dich auch einmal retten wird ans Ufer des ewigen Lebens. Denn du gehörst nicht dem Tod, sondern ihm, Christus, deinem Retter und Herrn.

Was das Rote Meer erzählt

Manchmal scheint alles ausweglos zu sein wie damals, als die Israeliten bei ihrer Flucht aus Ägypten vor sich das Rote Meer und hinter sich die Soldaten des Pharao hatten. Sie schrien vor Angst, aber Gott sagte zu Mose: ‚Sag ihnen, dass sie weiterziehen sollen.‘ Und das Meer der Angst, das unüberwindlich schien, teilte sich und sie kamen hindurch.

Heute begann für einen nahen Angehörigen der zweite Teil seiner Chemotherapie. Er würde ihr am liebsten ausweichen. Wer möchte das nicht? Aber er hat schon beim ersten Mal die Erfahrung gemacht, dass es einen Weg hindurch gibt, einen Weg durch die elend langen Infusionen, einen Weg durch die Angst. Und so ist er dieses Mal schon gefasster in die Klinik gefahren als beim ersten Mal.

Solange Gott will und ich bereit bin, mich auf ihn einzulassen, gibt es diesen Weg – immer wieder. Und wenn ich einmal keine Kraft mehr habe, durch mein ‚Rotes Meer‘ zu gehen, wird er mir die Hand hinhalten, dass ich sie ergreife und mich retten. Um so zu glauben und so zu leben, bin ich getauft. 

Gebet: Herr, du weißt wie‘s mir geht. Was soll ich dir noch viel sagen? Ich bitte dich um die Kraft, auch den schweren Weg gehen zu können und um den Glauben, dass du mich hindurch trägst, wenn ich nicht mehr kann. Denn mit deiner Hilfe geht es weiter. Du lässt mich nicht im Stich und bringst mich ans rettende Ufer. Dafür danke ich dir. Bleibe  bei mir, dass mich das Böse nicht überwindet. Darum bitte ich dich auch für den Menschen, an den ich jetzt denke. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Montag, 25. März 2024

Zu seinem Wort stehen hl

Losung: So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden. 2.Chronik 18,13

Lehrtext: Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit. 2.Timotheus 4,2  

Liebe Leserin, lieber Leser,

bist du gottgläubig oder bist du Christ? Gottgläubig ist, wer zwar anerkennt, dass Jesus ein besonders edler Mensch gewesen ist, der anderen auf eine einzigartige Weise Gott nahegebracht habe, mehr aber nicht. Dieser Jesus mag dann wohl gekreuzigt worden sein, aber „auferstanden von den Toten“ ist er nicht. Und was er gesagt hat, ist dann wohl interessant, aber verbindlich ist es nicht. Und seinetwegen will man sich auch keine Unannehmlichkeiten einhandeln und zu dem stehen müssen (Lehrtext), was er von Christen erwartet.

Und wie ist es, wenn du Christ bist? Richtest du dich dann nach ihm? Wärst du gegenwärtig in unserer Gesellschaft bereit, in einem Gespräch über den Krieg der russischen Regierung gegen die Ukraine das zu vertreten, was Jesus als das wichtigste Gebot nennt: Gott und die Feinde zu lieben? Oder würdest du das relativieren und abschwächen, damit du in deinem persönlichen Umfeld keine Schwierigkeiten bekommst? Denn zurzeit würdest du als Christ, der militärische Gewalt ablehnt, selbst in deiner Kirche ziemlich allein dastehen.

Zur Erinnerung:
Jesus sagt, »Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; segnet die, die euch verfluchen, und betet für alle, die euch schlecht behandeln. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne für Böse wie für Gute aufgehen, und er lässt es regnen für Fromme und Gottlose.
Oder wollt ihr etwa noch dafür belohnt werden, dass ihr die Menschen liebt, die euch auch lieben? Das tun auch die Leute, die von Gott nichts wissen. Ist es etwas Besonderes, denen Gutes zu tun, die auch zu euch gut sind? Das können auch Menschen, die Gott ablehnen.
Ihr aber sollt eure Feinde lieben, dann werdet ihr Kinder des Höchsten sein. Denn auch er ist gütig zu Undankbaren und Bösen. Seid also barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist!
«
(Lukas 6, 27 ff sowie Matthäus 5,43-48)

Ich frage dich, gilt das alles nur im persönlichen Umfeld oder auch generell und somit weltweit? Treffen Losung und Lehrtext heute auch auf das Thema Feindesliebe zu? Hat das auch etwas mit dem Ukrainekrieg und anderen Kriegen zu tun, die bisher geführt worden sind? Oder sollen wir Christen uns komplett raushalten aus den Konflikten und Problemen dieser Welt? Was meinst du?

Sein Anspruch bleibt, auch wenn ich scheitere

Und ich? Ich habe zurzeit keine Feinde, auch nicht die Russen. Ich weigere mich, sie so zu sehen. Auch über ihnen lässt Gott die Sonne aufgehen und es regnen (Matthäus 5,45 b). Und wer "die Bösen und Gottlosen" sind, ist nicht nicht immer so eindeutig wie es scheint. Hätte ich Feinde, hätte ich auch Probleme, sie zu lieben, große sogar. Aber ich akzeptiere den Anspruch Jesu, es dann trotzdem zu versuchen, wenn ich mich nicht nur Christ nennen, sondern auch sein will. Und ich müsste akzeptieren, dass ich gescheitert bin, wenn es mir nicht gelänge, sein Gebot zu befolgen. Ich will das dann nicht relativieren und entschuldigen, sondern hoffentlich zugeben, dass ich versagt habe.

Lange glaubte ich, dass ich als Pazifist aus Glaubensgründen in meinem Land, in meiner Kirche, in meinem Freundeskreis und in meiner Familie kein Außenseiter sein würde. Ich habe mich getäuscht. Trotzdem werde ich keine Brücken abbrechen.

Gebet: Herr, ich will meine Motive prüfen, weshalb ich zu wichtigen Themen eine andere Einstellung habe. Geht es mir um die Sache? Geht es mir um das, was du sagst? Oder steckt etwas anderes dahinter? Von Politik, Gesellschaft und Medien will ich mich nicht mehr vereinnahmen lassen. Doch allein finde ich den Weg nicht. Geh du mit. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit W Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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Sonntag, 24. März 2024

gesegnet - ein für allemal hl

Losung: Was du, HERR, segnest, das ist gesegnet ewiglich. 1.Chronik 17,27 

Lehrtext: Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Matthäus 25,34 

Liebe Leserin, lieber Leser,

falls du getauft bist, bist du auch gesegnet worden. Vielleicht wurdest du auch später wieder gesegnet bei deiner Konfirmation oder Firmung und gegebenenfalls bei deiner kirchlichen Trauung. Und immer wieder wurdest du am Ende eines Gottesdienstes gesegnet im Namen des dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wurdest gesegnet mit seinem Frieden, mit seiner Liebe, mit seiner Kraft mit seiner Nähe und Hilfe.

Und vielleicht wirst du auch gesegnet, wenn du gestorben bist. Zunächst bei der sogenannten Aussegnung, sei es zu Hause, im Krankenhaus oder schon auf dem Friedhof in der "Aussegnungshalle". Da wird dich der Pfarrer oder die Pfarrerin mit der Geste des Kreuzes auf deiner Stirn segnen und dir noch einmal die Hand auflegen so wie sich das gehört. Und wenn dann der letzte Abschied kommt und du deine letzte Reise antrittst, wirst du nach den Riten der Kirche auch ein letztes Mal gesegnet sobald der Sarg ins Grab gesenkt oder die Urne beigesetzt wird.

Sich des einmaligen Segens Gottes vergewissern

Aber reicht es denn nicht, einmal und damit ein für alle Mal gesegnet worden zu sein, so wie es die Losung nahelegt? Gott reicht das meiner Meinung nach schon. Was er erschafft, das ist gesegnet. Und was er segnet, das bleibt gesegnet - Punktum. Doch uns reicht es offenbar nicht. Uns kleingläubigen Menschen tut es gut, wenn wir uns durch Gebete und andere Riten immer wieder einmal der Nähe und des Segens Gottes vergewissern. Dazu dienen die verschiedenen Segenshandlungen bei unterschiedlichen Anlässen.

Ist dann der erste Segen, zum Beispiel bei der Taufe, auch der wichtigste? Auch bei dieser Gelegenheit vergewissern wir uns lediglich dessen, was ohnehin gilt, sobald ein neuer Mensch entsteht und geboren wird. Die Geburt selbst ist schon ein Ausdruck des Segens von Gott dem Schöpfer von Himmel und Erde. Er segnet ja nicht nur Menschen, sondern alles, was lebt: „Und Gott segnete die Tiere und sprach: ‚Seid fruchtbar und mehret euch!‘“ (1. Mose 1,22a) 

Segen ist keine magische Handlung

Mit der Segensgeste machen wir uns das bewusst. Diese Geste ist entgegen dem landläufigen Verständnis keine magische Handlung, kein Zauberspruch. Sie bewirkt nichts, was nicht schon vorher gegolten hat, bevor ein Priester, eine Pfarrerin oder wer auch immer ein Segenswort gesprochen hat.

Und dann ist da noch der Neujahrswunsch sowie die Gratulation anlässlich eines Geburtstags, einer Hochzeit oder eines anderen wichtigen Ereignisses im Leben. Viele genieren sich inzwischen zu sagen oder zu schreiben: „Ich wünsche dir Gottes Segen zum neuen Jahr, zum Geburtstag, zum gemeinsamen Leben, als Familie…“ Stattdessen heißt es fast nur noch: „Ein gutes neues“ oder „Glückwunsch!“ Das war’s dann aber auch schon. Eigentlich schade. Warum geniert man sich, warum ist es vielen peinlich, ganz natürlich zu sagen: „Ich wünsche dir, ich wünsche euch Gottes Segen“? Will man kein Aufsehen erregen? Will man nicht „fromm“ erscheinen? Meiner Erfahrung nach hat sich noch jeder zumindest insgeheim gefreut, wenn ich ihm Gottes Segen gewünscht habe. Nun gut, ich tue mich da auch leicht, schließlich bin ich Pfarrer, der soll das auch. Und du darfst das auch. Darfst dich und andere mit einem Wunsch oder einer kleinen Geste vergewissern, dass ihr gesegnet seid. Also nur Mut!

Was auch geschieht, du bist gesegnet. Das gilt. Das bleibt. Die anderen sind's aber auch.


Gebet:

Unsern Ausgang segne, Gott,
unsern Eingang gleichermaßen.
Segne unser täglich Brot,
segne unser Tun und Lassen.
Segne uns mit sel’gem Sterben
und mach uns zu Himmelserben. Amen

(Das haben wir in der Grundschule jeden Tag am Ende des Unterrichts gesungen)

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit W Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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