Montag, 4. März 2024

herzzerreißend hl

Losung: Seinem Volk wird der HERR eine Zuflucht sein und eine Burg den Israeliten. Joel 4,16 

Lehrtext: Der Blinde schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Markus 10,48-49 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

"Kyrie eleison - Herr, erbarme dich!" singen wir Sonntag für Sonntag in den Kirchengottesdiensten. Weißt du, wer da in dir singt? Es ist der Blinde, der nahe bei der Oase Jericho im heutigen Palästinensergebiet in der Wüste sitzt (Lehrtrxt). Aber damals hat er nicht gesungen, sondern aus Leibeskräften geschrien: "Jesus, mein Herr, erbarme dich! Hab Mitleid mit mir! Bleib stehen! Geh nicht einfach an mir vorüber! Beachte mich!"

Der verlassene Star

"Halt’s Maul, du störst!", gifteten die Jesus-Fans, die ihrem Star hinterherliefen. Denn zu der Zeit war Jesus noch ein Star. Und viele waren in seiner Nähe fromm gestimmt. Bald würden sie alle in Jerusalem sein mit ihm, dem König der Endzeit. Doch plötzlich war Jesus kein Star mehr. Man hatte ihn eingesperrt. Und alle seine Fans haben ihn in Scharen verlassen, verleugnet und verraten, alle, ohne Ausnahme, nicht nur Judas, auch Petrus, auch Johannes und ich wohl auch, wäre ich damals unter ihnen gewesen.

hören, stehenbleiben, ansehen

Aber der Blinde schrie nur noch mehr. Er ließ sich doch von diesen Mitläufern nicht mundtot machen. Er nicht. Dazu war er zu lange vor der Stadt in der Wüste in Dreck und Elend gesessen und musste die Leute anbetteln. Er hatte nur noch diese eine Chance, dass Jesus ihn hörte. Er hatte nur noch diese letzte Hoffnung, dass er ihm helfen würde, irgendwie, um endlich ein normales, ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Und Jesus hörte sein Schreien, blieb stehen und sah ihn an.

Und, half er? Heilte er ihn? Nein. Stattdessen fragte er: "Was willst du, dass ich dir tun soll?"  — Mein Gott, was für eine Frage! Das sah doch ein Blinder, dass dieser Blinde geheilt werden wollte. Aber Jesus nahm den Blinden ernst und achtete dessen Würde als ein mündiges Kind Gottes. Dieser sollte selbst sagen, was er wollte. Er sollte nicht so im Vorbeigehen mal schnell geheilt werden. Und da brach es aus ihm heraus: "Dass ich endlich sehen kann." Ich weiß es nicht, aber ich stelle mir vor, dass er dabei herzzerreißend geweint hat.

Und Jesus hat es das Herz zerrissen, so wie es Gott bis heute das Herz zerreißt, wenn er seine Kinder weinen sieht. Und er sagte zu dem Blinden: „Du kannst gehen. Dein Glaube hat dir geholfen.“ Und dieser sah, sah tiefer und schärfer als die meisten sehen. Darum er ging nicht weg, sondern blieb bei ihm und folgte ihm nach (Markus 10,46-52).

Denen die Augen aufgehen

Diese Geschichte, liebe Leserin und lieber Leser, wurde unseretwegen weitererzählt und aufgeschrieben. Für alle, die in ihrer Lebenswüste sitzen, mitten in Elend und Einsamkeit. Für alle, die blind sind für Gott, wie er sich in Jesus zeigt. In denen der Blinde Sonntag für Sonntag singt: „Kyrie eleison - Herr, erbarme dich!“, und die das trotzdem nicht wissen und verstehen. Denen plötzlich die Augen aufgehen und die diese Welt und sich selbst neu und anders sehen als zuvor. Die nicht nur an etwas glauben, sondern ihm, Jesus, glauben und ihm vertrauen. Die ihm nicht blind folgen, sondern sich an ihm sehenden Auges orientieren und seinen Weg gehen, ohne Garantie, aber voll Zuversicht. Für sie wurde diese Geschichte erzählt und aufgeschrieben. Ihren Weg würde ich gerne mitgehen. Ob mir mein Glaube hilft? Und was ist mit dir?

Gebet: Herr, wer hört, dass du ihn rufst, wer mit dir geht, dem öffnest du die Augen für Gott, für dich und für sich. Dem zeigst du die Welt in einem anderen, in einem neuen Licht. Der verschließt die Augen nicht vor dem Leid seiner Mitmenschen. Der sieht aber auch hindurch und darüber hinaus auf das, was werden soll durch dich. Denn du bist gekommen, um mir zu sagen, dass alles gut werden wird, alles. Das ist meine Hoffnung. Und du bist meine Zuversicht. Amen

Herzliche Grüße und behüt' dich Gott!

Ihr / dein Hans Löhr

HINWEIS: Ich werde nun mit den Losungsauslegungen pausieren. Wer möchte, kann sie ab 14. März hier weiterlesen. Vielen Dank für dein bisheriges Interesse. 

**********************************************************

»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

23 Kommentare:

  1. Sehr geehrter Herr Löhr, vielen Dank für die täglichen Auslegungen , diese Auslegungen lese ich (fast) jeden Morgen und sie begleiten mich durch den Tag und haben mir eine neue Sicht der Spiritualität vermittelt, dafür möchte ich mich bei Ihnen bedanken. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit und freue mich auf die nächsten Auslegungen. HG Alwin

    AntwortenLöschen
  2. Eine gesegnete Zeit für Sie. Und herzlichen Dank für Ihre Mühe und Tag für Tag zu ‚versorgen‘.

    AntwortenLöschen
  3. Lieber Herr Pastor Löhr, danke für Ihre täglichen Auslegungen von Losung und Lehrtext. Ich freue mich schon auf den 14. März! Haben Sie eine gesegnete Zeit, alles Gute für Sie und Ihre Lieben!

    AntwortenLöschen
  4. Lieber Herr Pfarrer Löhr! Ihre Auslegungen drehen oft meinen Blick zu einer anderen Sicht auf Gott. Es kostet sicher viel Kraft, dies Tag um Tag zu tun. Davor habe ich großen Respekt. Für die nächste Zeit möge Gott Sie behüten und Ihnen Kraft geben, dass Sie "auffahren wie ein Adler". Ich schließe Sie in mein Gebet ein. Herzlich
    Cornelia

    AntwortenLöschen
  5. Lieber Herr Löhr
    Auch ich wünsche Ihnen eine gesegnete Auszeit.
    Möge Jesus Sie mit seinen Augen leiten. Ja, er sieht Sie!
    Wir beten für Sie und Ihre Angehörigen.
    Liebe Grüße Rahel

    AntwortenLöschen
  6. Lieber Herr Löhr, von Herzen DANKE für das tägliche Auslegen der Losungen und all Ihre guten und wertvollen Gedanken, die Sie mir mit in meinen Tag und auf meinen Weg geben. Alles Gute und Gottes Segen für Sie!

    AntwortenLöschen
  7. Vielen Dank für Ihre täglichen Auslegungen. Sie geben mir Kraft und Mut. Ich wünsche Ihnen eine gute, erholsame Auszeit und freue mich jetzt schon auf den 14. März.
    Alles Gute und bleiben auch Sie behütet!

    AntwortenLöschen
  8. Lieber Herr Löhr,

    auch von mir ein herzliches Dankeschön für Ihre täglichen Losungsauslegungen, die jeden meiner Tage bereichern. Ich wünsche Ihnen alles Gute und eine erholsame Auszeit.
    Herzliche Grüße
    Veronika

    AntwortenLöschen
  9. Alles Liebe und ein unerschütterliches Gottvertrauen gepaart mit seinem übernatürlichen, unnachahmlichen, unbegreiflichen Frieden. Sylvana

    AntwortenLöschen
  10. Gottes Segen für Sie und vielen Dank für den morgendlichen Mut .
    Ich werde ihn vermissen.

    AntwortenLöschen
  11. Herzlichen Dank für Ihre Auslegungen . Sie werden mir fehlen . Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich eine gesegnete Zeit . Bis zum 14 . werden wir durch die Gebete verbunden bleiben .

    AntwortenLöschen
  12. Für Ihre täglichen Auslegungungen herzlichen Dank, sie stärken Herz und Gemüt jeden Tag neu. Für sie und ihre Familie Gottes Segen und bleiben sie behütet.

    AntwortenLöschen
  13. Danke für Ihr tägliches Tun für unsere Gemeinschaft! Danke!
    Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit für Sie selber und Ihre Lieben.
    Zeit, mal ohne diese tägl. Mühe, das wird Ihnen bestimmt auch mal gut tun. Und wir denken beim Lesen der Losung kräftig selber nach und bleiben Ihnen verbunden.
    Herzliche Grüße, Annelie

    AntwortenLöschen
  14. Lieber Herr Löhr, aus Ihrer heutigen Auslegung strahlt die überwältigende Liebe Gottes in Jesus Christus wunderbar aus. In dieser liebevollen Kraft sind wir verbunden, bis Sie uns wieder ab 14.03.24 beglücken.
    Ich wünsche Ihnen Tage der Erholung und inneren Friedens.
    Herzliche Grüsse. G. Städter

    AntwortenLöschen
  15. Lieber Hans Löhr! Auch ich möchte mich aus tiefsten Herzen für Ihre täglichen Auslegungen bedanken. Danke, daß Sie immer für uns da sind. Gott segne und behüte und beschütze Sie und Ihre Liebsten. Ich schließe Sie auch in meine täglichen Gebete ein. Alles Liebe, ❤️lichst Ursula Anna

    AntwortenLöschen
  16. Ich möchte mich all den guten Wünschen anschliessen und auch herzlichst für Ihre Mühe und täglichen Auslegungen bedanken. Gottes Segen für alles was Sie Vorgaben.
    Ute

    AntwortenLöschen
  17. Herzlichen Dank auch von mir und eine gesegnete, behütete Zeit Ihnen und Ihrer Familie, lieber Hans Löhr. Durch Ihre tägliche Arbeit und Mühe bereichern Sie mich und uns mit etwas so wertvollem und bringen uns Gott näher auf so eine positive und sinnergebende Art und Weise. Einen herzlichen Dank dafür.

    AntwortenLöschen
  18. Vielen Dank für ihre täglichen Auslegugen sie geben mir immer wieder neue Kraft und Zuversicht . Ich freue mich jetzt schon wenn's wieder weiter geht . Gottes reichen Segen für sie und ihre Familie .Herz lichen Dank dafür Marianne

    AntwortenLöschen
  19. Eine Überbrückunghilfe für uns !Tagessegen katholisch von Bruder Paulus.

    AntwortenLöschen
  20. Heute morgen 5.3. Gab es keine Andacht ich Bete für sie und ihre Familie und stelle sie unter den Segen Gottes der es immer und überall gut mit uns meint auch wenn wir es nicht erkennen können

    AntwortenLöschen
  21. Lieber Herr Löhr,
    ein herzliches Dankeschön an Sie für ihre seelenkräftigenden Auslegungen der Losungen. Meist jeden Morgen gehören sie zu meinem Einstieg in den Tag. Ihr Erläuterungen geben mir Kraft, Zuversicht und oft auch ein Überdenken meiner Sichtweise auf Menschen und Ereignisse. Seien Sie behütet in ihrer „Auszeit“ und alles Gute für Sie und ihre Familie wünscht Ihnen Norbert M.

    AntwortenLöschen
  22. Ein herzliches Dankeschön, lieber Herr Löhr, für Ihre tiefgründigen Gedanken, die Sie täglich mit uns teilen und die von so viel Mut, Hoffnung und Zuversicht geprägt sind.
    Möge Gott Sie schützend in seiner Hand halten! Adelheid

    AntwortenLöschen
  23. Ich kann mich den vielen Kommentaren nur anschließen. DANKE. DANKE. DANKE für diesen Dienst an uns allen. Ich werde morgen nach Karlsruhe zu einem christlichen Kongress aufbrechen und dort für sie beten.

    AntwortenLöschen