Donnerstag, 14. Mai 2026

Gott wechselt die Seiten hl

Tageslosung: Dein Herz eifre nicht gegen die Sünder, sondern jederzeit nach der Furcht des HERRN. Sprüche 23,17

Liebe Leserin, lieber Leser, 

„halt“, habe ich zu mir gesagt, „nicht gleich über die Losung heute hinweglesen, weil sie dir nichts zu sagen scheint. Erstmal nachdenken. Was meint hier 'eifern' und was 'Furcht des Herrn'? Und was hat dieses Bibelwort mit mir zu tun?“

Also „eifern gegen Sünder”, gegen Menschen mit moralisch zweifelhaftem Verhalten, was man traditionell unter 'Sündern' versteht, - da bin ich vorsichtig. Erstens untersagt das Bibelwort selbst ein solches Verhalten. Zweitens will ich kein eifernder Moralapostel sein. Drittens habe auch ich immer wieder Grund zur Selbstkritik. Und viertens ist dieses Sündenverständnis problematisch, wenn man es absolut setzt. So viel habe ich in meinem Glaubensleben gelernt: 'Sünde' meint zuallererst, von Gott getrennt sein'. 

Sünde kommt ja von dem Wort 'Sund', wo ein ins Land ragender Meeresarm eine Küste von der anderen trennt. Um im Bild zu bleiben: Gott ist auf jener Seite und ich bin ohne ihn auf dieser. Oder? Ja, so kann man das sehen. 

Andere, die aus welchen Gründen auch immer Gott aus den Augen verloren haben, vermissen ihn gar nicht mehr. Sie meinen, man müsse im Leben allein zurechtkommen und kann von Glück sagen, wenn da noch andere sind, die einem helfen.

Doch da sind auch die, die darunter leiden, dass sie Gottes heilsame Nähe nicht spüren. Sie fürchten sich vor seinem drohenden Zeigefinger, wenn sie versagt haben oder finden ihn nicht in ihrem Alltag.

Gott wechselt die Seiten

Dabei ist er doch ebenfalls auf dieser Seite des Sundes, wo die Sünder sind. Ist er bei mir und bei dir und bei allen anderen auch. Ist er bei denen, die sich nach einem liebenden und barmherzigen Gott sehnen, selbst wenn sie  nicht wissen, was der tiefste Grund ihrer Sehnsucht ist. Ja, bei den Sündern will er sein.

Ganz unten

Und da ist er auch: ganz unten, selbst noch in den menschlichen Abgründen. Da ist er: verborgen im Bild des Kindes aus dem Stall und des Mannes am Kreuz. In dem, der von sich sagte: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig." Und zugleich zeigt sich Gott in ihm, wie er wirklich ist. So wie der heißt, den wir mit seinem hebräischen Namen „Jesus” nennen: „Gott hilft.”

Davon erzählen die Evangelien: Von den Sündern und Sünderinnen, zu denen er gegangen ist, um mit ihnen zu essen, um sie vor den Moralaposteln in Schutz zu nehmen, um Gottes bedingungslose Liebe zu ihnen zu bringen. Und um damit zu zeigen, dass ihnen vergeben ist – dir und mir. 

Das haben ihm die Glaubenswächter damals nicht durchgehen lassen. Dafür musste er sterben. Denn damit hatte er die Gottesvorstellung von vielen auf den Kopf und die alten Ordnungen infrage gestellt – und tut es noch. In ihren Augen war Jesus ein gefährlicher Provokateur.

Ich aber, und jetzt spreche ich bewusst von mir, weil du deine eigene Antwort finden sollst – ich will „eifern nach der Furcht des Herren", wie es im Bibelwort heißt. Mit anderen Worten: Das soll mir heilig sein, der höchste Wert in meinem Leben, dass ich Gott, meinen Nächsten und mich selbst liebe. Doch dazu brauche ich ihn, Jesus Christus, den „Gott hilft “.

Herzliche Grüße

Ihr / dein

Hans Löhr

5 Kommentare:

  1. Herzlichen Dank für Ihre Auslegung lieber Herr Löhr .
    Gottes Segen wünsche ich uns ALLEN

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  2. Lieber Herr Löhr danke für Ihre Auslegung wie oft bin ich wütend und frustriert über den Egoismus bei Menschen die mir nahestehen urteile verurteile und sehe nur meine eigenen Befindlichkeiten und nicht das diese Jesus als Helfer und Heiland genauso nötig brauchen wie ich, das will ich mehr lernen das ich nicht besser bin sondern nur schon durch Jesus gerettet und das möchte ich auch für meinen Nächsten das er Jesus kennen und lieben lernt dazu brauche ich Jesus ohne ihn geht es nicht ihnen und ihrer Familie und allen Lesern wünsche ich Gottes reichen Segen herzliche Grüße Angelika

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  3. Danke dem Vater aller Väter. Danke seiner Liebe für uns.
    Gesegneten Tag.

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  4. Danke Herr Löhr und Gottes reichen Segen Ihnen und Ihrer Familie! 🙏🙏🙏

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  5. Lieber Pastor Löhr,
    Ihre Gedanken und Denkanstöße sind uns sehr wertvoll und wir möchten uns herzlich bedanken, dass Sie uns an Ihren Überlegungen teilhaben lassen. Gott segne Sie!

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