Montag, 15. April 2024

mutig, trotzig, zuversichtlich hl

Losung: Amos sprach: Ach, HERR, sei gnädig! Wie soll Jakob bestehen? Er ist ja so klein. Da reute es den HERRN. Der HERR sprach: Es soll nicht geschehen! Amos 7,2-3

Lehrtext: Jesus sprach: Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Lukas 22,31-32 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

glaubst du an Geister und Dämonen? An einen oder mehrere Teufel und an den Satan oder an den großen, feuerspeienden und alles verschlingenden Drachen? Wenn du meinst, dass du einen solchen Glauben nötig hast, will ich ihn dir nicht nehmen. Aber das will ich schon sagen: Besser wäre es, du würdest ihnen nicht die Ehre erweisen und an diese dunklen und bösen Mächte glauben. Besser wäre es, du würdest ihnen die Zunge rausstrecken und sagen: ‚Fort mit euch! Ich werde euch keine Macht über mich einräumen. Ihr könnt mir keine Angst einjagen, weil ihr für mich nur Einbildungen seid. Was ich von euch halte, das singe ich frei heraus, dass euch die nicht vorhandenen Ohren gellen:

Unter deinem (Jesu) Schirmen
bin ich vor den Stürmen
aller Feinde frei.
Lass den Satan wettern,
lass den Feind erzittern,
mir steht Jesus bei!
Ob es ietzt gleich kracht und blitzt,
ob gleich Sünd und Hölle schrecken;
Jesus will mich decken.

Trotz dem alten Drachen,
trotz des Todes Rachen,
trotz der Furcht dazu!
Tobe, Welt, und springe;
ich steh hier und singe
in gar sichrer Ruh!
Gottes Macht hält mich in acht;
Erd und Abgrund muss verstummen,
ob sie noch so brummen
.

(aus: „Jesu meine Freude“, Verse 2 und 3  von Johann Franck, 1653)

Ich liebe diese bildkräftigen Verse, weil sie mich mutig und trotzig machen, dass ich mich von dem Bösen nicht so schnell unterkriegen lasse.

Böse, liebe Leserin, lieber Leser, sind für mich nicht irgendwelche übernatürlichen, finsteren Mächte, auch keine Naturkatastrophen. Böse sind „nur“ wir Menschen, böse aufeinander und zueinander. Aber was ist schon ein Mensch? Staub ist er; ein schnell vergehender Windhauch, sagt die Bibel; keine Macht, an die ich glauben sollte.

Das Beste

Im Lehrtext heißt es, dass der Satan begehre, uns zu sieben wie den Weizen. Ist erst mal die Spreu ausgesiebt, bleibt das Beste, der Weizen, übrig. Das Beste aber, was in der Bildersprache ‚Satan‘ begehrt, also mein Weizen, ist mein Glaube. Das Beste ist mein Gottvertrauen und mit ihm meine Liebe und meine Hoffnung. Doch das kriegt er nicht.

Und auch wenn ich vom Satan nichts halte oder wie die Teufel dieser Welt sonst heißen mögen, hat doch die Angst etwas Satanisches an sich, wenn sie sich in mein Herz schleicht, wenn sie mir die Zuversicht raubt und mit ihr den Glauben. Diese teuflische Angst ist aus meiner Sicht verantwortlich für den Streit im Kleinen und für die Kriege im Großen, die Angst vor Machtverlust, die Angst vor Gewalt, vor Verarmung, vor Kontrollverlust, vor der Zukunft. Die Angst davor, nicht genug kriegen zu können ...

Im Machtbe-Reich Gottes

Aber bin ich denn dieser satanischen Angst schutzlos ausgeliefert? Manchmal hat es den Anschein. Doch ich lebe hier und jetzt nicht im Reich der Angst, nicht im Reich des Bösen, sondern im Reich Gottes. Ja, hier und jetzt! Er ist es, dem ich meine Ehre erweise. Er ist es, der mich in acht hält. Er ist es, dem ich gehöre und der wegen Jesu Fürsprache (Lehrtext) dafür sorgt, dass mein Glaube nicht aufhöre.

Ich allein habe nicht die Macht und die Kraft, mich gegen das Böse zu wehren, das in der Menschenwelt auf mich einstürmt, mein Herz vergiften, mein Vertrauen zerstören und mir Angst machen will. Aber so viel Kraft bringe ich schon auf, dass ich sage:

Gebet: Herr, du hast mir den Glauben geschenkt. Du wirst dafür sorgen, dass er nicht aufhört. Er ist, nein, du bist das Beste, was ich habe. Du stehst mir bei. An dir halte ich fest. Und deshalb singe ich dir dieses Lied:
„Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht, / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht!“ Amen

Also, liebe Leserin, lieber Leser, bleiben wir zuversichtlich. Wir haben trotz aller schlechten Nachrichten allen Grund dazu.

Herzliche Grüße und eine gute neue Woche!

Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit W Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Sonntag, 14. April 2024

Du bist ein Gott, der mich sieht hl

Predigt am 14.04.2024 in Sommersdorf. Predigttext: 1. Mose 16,1-16

Liebe Gemeinde /// liebe Leserin, lieber Leser, 

sind alle Frauen so wie Sara, Abrahams Frau: schnell zu kränken, eifersüchtig, neidisch und bissig? Ihr Männer hier haltet am besten den Mund, sonst ist der Frieden in eurer Partnerschaft für heute dahin und der Sonntag verdorben.

Hören wir erstmal, was uns heute die Bibel erzählt. Die Geschichte steht im ersten Buch Mose im Kapitel 16. Angela Seibert (AS) wird uns zunächst den ersten Teil vorlesen:

AS: Abrahams Frau Sara blieb kinderlos. Sie hatte aber eine ägyptische Sklavin namens Hagar. So sagte sie zu ihrem Mann: »Du siehst, der HERR hat mir keine Kinder geschenkt. Aber vielleicht kann ich durch meine Sklavin zu einem Sohn kommen. Ich überlasse sie dir.« Abraham war einverstanden, und Sara gab ihm die ägyptische Sklavin zur Frau.
Abraham schlief mit Hagar und sie wurde schwanger. Als Hagar wusste, dass sie ein Kind erwartete, sah sie auf ihre Herrin herab. Da beklagte Sara sich bei Abraham: »Jetzt, wo Hagar weiß, dass sie schwanger ist, verachtet sie mich – dabei war ich es doch, die sie dir überlassen hat! Du bist schuld, dass ich jetzt so gedemütigt werde! Gott soll entscheiden, wer von uns beiden im Recht ist!« – »Sie ist dein Eigentum«, erwiderte Abraham, »ich lasse dir freie Hand – mach mit ihr, was du willst!« In der folgenden Zeit behandelte Sara ihre Sklavin Hagar so schlecht, dass sie in die Wüste flüchtete. 

HL: Hm, eine delikate Geschichte, in der auch Abraham nicht gut weg kommt. Sind wir Männer alle so wie Abraham? Sind wir alle ein bisschen feige, wenn uns die Frauen beschuldigen und beschimpfen? Am besten, wir verraten es ihnen nicht.
Doch ich will von der Geschichte nicht ablenken. Sie geht ja noch weiter. Wie gesagt, Hagar ist vor Sara in die Wüste geflohen. Was will sie denn da? Das hat doch keinen Sinn! Also hört, wie es weitergeht. Und es geht weiter wie sooft in der Bibel mit einem kleinen entscheidenden Wort und das heißt: ABER. 

AS:. Aber der HERR fand sie an einer Wasserstelle in der Wüste und fragte sie: »Hagar, du Sklavin von Sara, woher kommst du und wohin gehst du?« »Ich bin auf der Flucht vor meiner Herrin Sara«, antwortete sie. Da sagte der HERR zu ihr: »Geh zu ihr zurück. Bleib ihre Sklavin und ordne dich ihr unter!
Ich werde dir so viele Nachkommen schenken, dass man sie nicht mehr zählen kann! Du wirst bald einen Sohn bekommen. Nenne ihn Ismael, denn ich, der HERR habe gehört, wie du gelitten hast. Er wird ein Mann wie ein Wildesel sein; mit allen wird er Streit haben und sie mit ihm, und er wird sich seinen Brüdern vor die Nase setzen.
Und Hagar sagte zu Gott, der mit ihr redete: ‚Du bist ein Gott, der mich sieht.‘ Und sie gebar Abraham einen Sohn, und er nannte den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael. 

HL: Nun also, meine Freunde, kommt Gott ins Spiel. Eigentlich ist es ja kein Spiel, sondern eine Tragödie, weil sich alle drei schlecht fühlen: Sara, Abraham und Hagar, die jetzt am meisten leidet. Doch wo Gott erscheint, kann sich mit einem Mal alles ändern.

Hagars Satz ist unser Satz

Was jetzt geschieht, was er sagt, haben wir schon gehört. Hagar ist von Abraham schwanger und wird ihm einen Sohn gebären. Doch der wichtigste Satz jener Geschichte ist für mich ein anderer. Hagar sagt zu Gott: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“
Weil Hagars Satz so wichtig ist, bitte ich jetzt euch Frauen ihn mit mir noch einmal zu sagen: „Du bist ein Gott der mich sieht.“ Das soll aber nicht Hagars Satz bleiben. Er soll auch zu deinem und zu meinem Satz werden, auch zu einem Satz für uns Männer hier. Darum bitte ich euch alle, ihn jetzt gemeinsam noch einmal zu sagen: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“

Ja, das glaube ich mit Hagar: Er sieht mich und dich und deinen Banknachbarn. Er sieht aber vor allem und zuerst die, denen es nicht gut geht, die unter anderen Menschen leiden wie Hagar unter Sara. Oder die an einer Krankheit leiden oder unter der Last anderer Sorgen. Und so hat Gott, erzählt die Bibel, auch die ägyptische Sklavin Hagar in der Wüste gesehen, ihre Verzweiflung und ihre Angst, was denn nun werden soll.  

Wie ich Hagars Satz verstehe

Ich habe über diesen Satz nachgedacht und verstehe ihn so: Kein Mensch ist für Gott so unbedeutend, dass er ihn übersehen würde, ich nicht und du nicht und nichteinmal eine ausländische Sklavin, die für ihre Herrin so viel wie ein Putzlappen zählt und mit der sie machen kann was sie will. Gott übersieht niemanden, weder einen Geflüchteten, noch einen Gefangenen, noch einen Obdachlosen, noch einen Pflegebedürftigen oder geistig Behinderten. Wie gesagt, er sieht vor allem und zuerst die, denen es nicht gut geht. 
Wenn du also heute mit Sorgen in die Kirche gekommen bist, dann sage jetzt insgeheim zu dir selbst: ‚Herr, hilf mir glauben, dass du mich jetzt siehst. Du willst mir meine Sorgen abnehmen. Darum lasse ich sie jetzt los und gebe sie dir. Gib du mir deinen Frieden.‘ 

Dein Ansehen und deine Würde

Wen Gott sieht, liebe Freunde, den beachtet er auch. Und wen er beachtet, den achtet er auch, der ist ihm wichtig. Ja, ich wage zu sagen, dass Gott uns sieht, macht uns erst menschlich. Das verleiht uns Ansehen und Würde . Und das gilt, auch dann noch, wenn ich für Gott oft keinen Blick habe, weil ich mit so vielen anderen Dingen beschäftigt bin.

ABER wenn ich ihn auch nicht sehe, er sieht mich. Er sieht mich in der Nacht meiner Sorgen. Er sieht mich, wie Hagar, in der Wüste meiner Leiden. Er sieht mich, „ob ich gleich wanderte im finsteren Tal“ (Psalm 23,4). Und er sieht mich nicht von Ferne, sondern ist bei mir und spricht tröstend zu meinem Herzen. Das habe ich erfahren. Das glaube ich. 

Sein gütiger Blick

Manchen macht die Vorstellung Angst, dass Gott sie sieht. Sie fühlen sich überwacht und überführt. Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie fürchten, etwas falsch gemacht oder vor ihm versagt zu haben. Sie fürchten sich, von ihm bestraft zu werden, weil sie seinen Ansprüchen und Geboten nicht gerecht geworden sind.
Ich werde ihnen auch nicht gerecht. Aber ich fürchte mich vor Gott nicht mehr. Das ist vorbei. Das war mal schlechter Religions- oder Konfirmandenunterricht oder was auch immer. Inzwischen weiß und glaube ich, dass Gott mich mit Jesu gütigen Augen sieht gerade dann, wenn ich versagt habe. Ja, dann schäme ich mich vor ihm, vor mir und manchmal auch vor meinen Mitmenschen. Aber fürchten muss ich mich nicht. Im Gegenteil. Weil Gott mich beachtet, weil er dich beachtet, darum nimmt er dich in Acht, und passt auf dich auf. Denn du und ich, wir sind doch seine Geschöpfe, seine Kinder, von ihm gewollt und geschaffen, behütet und geliebt. Du bist doch nicht irgendwer. Und er ist nicht irgendwer. ‚Er ist dein Gott, der dich sieht.‘ Amen 

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Zwei kurze Nachbemerkungen zur Predigt:

Wie manche von euch schon wissen, gilt Abraham bei den Juden, bei den Christen und bei den Muslimen als Stammvater des Glaubens. Juden und Christen führen die Verbindung mit Abraham auf seinen Sohn Isaak zurück, den er dann doch noch mit seiner Frau Sara gezeugt hat. Muslime führen die Verbindung mit ihm auf Ismael zurück, von dem heute in der Predigt die Rede war.

Und dann bin ich euch noch eine Antwort mit Augenzwinkern schuldig, ob denn alle Frauen bis heute so bissig sind wie Sara und alle Männer so feige wie Abraham? Natürlich nicht. Ich will es mir doch nicht mit den Frauen verderben und mit den Männern auch nicht. Aber vielleicht ist es besser, ihr entscheidet selbst. 

Gebet: Herr, du siehst die, die ich leicht übersehe, weil sie scheinbar bedeutungslos sind. Du siehst die Waisenkinder unserer Partnergemeinde in Tansania, die Sklaven in Indien, die Frauen in Afghanistan, die Flüchtlinge und Sozialhilfeempfänger in meinem Land. Du siehst die Opfer militärischer Gewalt in der Ukraine und im Gaza-Streifen. Du siehst die Demenzkranken und geistig Behinderten, die Suchtkranken und die Häftlinge. Ich danke dir für jeden, der sie mit deinen Augen sieht und sie nicht links liegen lässt. Öffne du auch mir die Augen und das Herz. Amen

Samstag, 13. April 2024

Mein Glaubensverständnis hl

Losung: Der lebendige Gott ist ein Retter und Nothelfer. Daniel 6,28 

Lehrtext: Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. Galater 2,20


Liebe Leserin, lieber Leser,


glauben heißt vertrauen
. Glauben heißt nicht, etwas Übernatürliches für wahr halten. Glauben heißt für mich, die Welt und mich im Lichte Gottes sehen, wie es in Jesus aufscheint. So kann ich ihren und meinen Wert erkennen. Das macht mich dankbar, auch wenn manches schlimm ist. Glauben heißt für mich, im Gefühl und im Bewusstsein leben, dass ich von Gott gesegnet und geliebt bin, auch wenn manches dagegen zu sprechen scheint. Und auch das ist für mich Glaube, dass ich Jesus in mir willkommen heiße und ihm Raum gebe in meinem Fühlen und Denken.

Nicht verkrampfen

Das gelingt mir nicht ein für alle Mal. Aber glauben heißt doch auch, immer wieder von neuem beginnen, sich nicht entmutigen lassen, sich nicht überfordern, aber auch sich nicht gehen lassen. Mehr ist in diesem Leben nicht drin, sonst verkrampfe ich oder werde fanatisch oder falle schließlich vom Glauben ab.

Zum Glauben gehört für mich, dass ich meinen inneren Frieden finde trotz allem, was mich aufregt; dass ich gelassen und zuversichtlich bleibe, weil ich nicht alles in der Hand haben muss. Ich kann meine Probleme, gerade was ich nicht ändern kann, an den lebendigen Gott abgeben, meinen „Retter und Nothelfer“ (Losung).
Glauben heißt, mit Gott leben, so wie er mir in Jesus begegnet. 

Gebet: Herr, mein Glaube ist manchmal klein und schwach. Wer wüsste das besser als du?. Und dann meine ich, dir aus Angst ins Handwerk pfuschen und mein Leben selbst in die Hand nehmen zu müssen. Ja, ich will Verantwortung für mich übernehmen. Aber das soll im Einklang mit dir geschehen. Ich will tun, was in meinen Kräften steht. Dabei vertraue ich, dass du mir diese Kräfte gibst. Schlussendlich aber staune ich immer wieder von neuem, wie du mich, manchmal auch gegen meine Absichten, leitest und mir hilfst. Danke! 

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit W Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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Freitag, 12. April 2024

Beschenkte Bettler hl

Losung: Ich will meinen Bund mit dir aufrichten, sodass du erfahren sollst, dass ich der HERR bin. Hesekiel 16,62 

Lehrtext: So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. Römer 9,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

von allen religiösen Erfahrungen der Menschheit ist diese für mich die erstaunlichste, dass wir keinen Einfluss auf Gott haben. Wir können noch so viele Gottesdienste feiern, noch sooft in der Bibel lesen, noch so viel beten und spenden, noch so sehr für andere da sein – das alles bewirkt bei ihm nichts, was nicht schon zuvor in seinem Sinne war. Anders gesagt, niemand kann bei ihm Pluspunkte sammeln, keine Pfarrerinn, kein Bischof, kein Mönch, keine Theologieprofessorin, kein Papst. Wir alle sind unterschiedslos auf Gottes Gnade und Liebe angewiesen.

Ernüchternd und entlastend

Einerseits ist das ernüchternd. Warum also soll ich mich in Glaubensdingen anstrengen, wenn es für mich selbst keinen Vorteil bringt? Andererseits ist das entlastend, weil ich nicht wissen kann, ob ich jemals genug und das Richtige geglaubt und getan habe.

Was auch immer wir als Glaubende tun, wir tun es für uns und unsere Mitmenschen, aber nicht für unser Ansehen bei Gott. Wir tun es für unseren Nächsten, dem wir damit einen Dienst erweisen. Wir tun es für uns selbst, weil unser Gewissen uns dazu drängt. Das beste Motiv aber, weshalb ich zu einem anderen freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend bin, ist, dass er ein Mensch ist wie ich. Dazu hat Gott mich geschaffen. Weshalb sollte er mich dafür noch extra belohnen?

Und darum schreibt der Apostel Paulus im Zusammenhang mit unserem Lehrtext:
»Gott spricht: »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.« So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen
(Lehrtext) Die Heiden (=Nichtjuden), die nicht der Gerechtigkeit (aus dem Gesetz der Bibel) nachjagten, haben Gerechtigkeit erlangt, nämlich die Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. Israel (= die Juden) aber, das dem Gesetz der Gerechtigkeit nachjagte, hat das Gesetz nicht erreicht. Warum das? Weil es die Gerechtigkeit nicht aus Glauben suchte, sondern als komme sie aus Werken. (Römer 9,15-32 Auswahl). 


Gnade statt Werke

Und doch, so glaube ich, zeigt sich gerade darin seine Gnade, dass er sich auch der Juden erbarmt, weil er nicht auf ihre Werke achtet, sondern weil auch sie seine Kinder sind und bleiben und Jesus sie ohne Gegenleistung liebt.

Es bleibt dabei: Gott ist der Gebende, wir sind die Empfangenden. Er ist der Schenkende (= Gnädige), wir sind die Beschenkten. Er ist der Segnende, wir sind die Gesegneten. Er ist der Handelnde, wir sind die Glaubenden. Er weist uns den Weg, wir vertrauen ihm. Er ist in seinem Sohn Jesus Christus der Erlöser der Menschen, wir sind die Geretteten.
Das alles wird nicht so sein. Das alles ist bereits so, auf dass wir als die leben, die wir in seinen Augen jetzt schon sind. Wie soll nochmal Martin Luther auf dem Sterbebett gesagt haben?: „Wir sind Bettler; das ist wahr!“

Von allen religiösen Erfahrungen der Menschheit ist diese für mich die erstaunlichste, dass wir keinen Einfluss auf Gott haben. Wir können noch so viele Gottesdienste feiern, noch sooft in der Bibel lesen, noch so viel beten und spenden, noch so sehr für andere da sein – das alles bewirkt bei Gott nichts, was nicht zuvor schon in seinem Sinne war. Denn nicht unser Wollen oder Laufen, nicht unsere religiösen und spirituellen Taten machen uns ihm recht, sondern das Gottvertrauen. 

Gebet: Herr, vor dir stehe ich mit leerem Herzen und leeren Händen, dass du mir gibst, was ich brauche: Glauben und Segen. Und alles, was ich dir dafür geben kann, ist, dass ich dir vertraue, dich liebe und dir danke. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 11. April 2024

Klarer Kopf, zuversichtliches Herz hl

Losung: Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben? Jesaja 51,12 

Lehrtext: Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist. 1.Petrus 3,15 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

„Fürchtet euch nicht!“ „Fürchte dich nicht!“ – Immer wieder und wieder werden die Menschen der Bibel aufgefordert, sich nicht zu fürchten. Eigentlich hatten sie schon Gründe genug, sich vor ihren äußeren Feinden, vor einem schlimmen Schicksal, vor ihrer Regierung, wovor auch immer zu fürchten. Und daran hat sich im Grunde bis heute wenig geändert. Gerade in unserer Zeit wird, wie es scheint, die Furcht immer mächtiger. Viele fürchten sich vor der Zukunft, vor dem Klimawandel, vor Putin, vor Terror, vor persönlichen Katastrophen. Manche fürchten sich vor alledem und dazu noch vor anderen Dingen und Menschen, die ihnen Angst machen. 

Der Glaube macht besonnen und vernünftig

 „Fürchte dich nicht!“; denn was macht die Furcht oder gar die Angst schon besser? Was kann sie dir helfen? Ja, manche Ereignisse der Gegenwart muss man ernst nehmen. Aber man muss ihnen mit Vernunft und besonnen begegnen statt furchtsam. Und genau davon bin ich überzeugt, dass der Glaube mir die Furcht nehmen und mich vernünftig und besonnen machen kann (Lehrtext). Denn er sagt mir, was im Psalm 146,3-9 steht:

Setzt euer Vertrauen nicht auf Leute, die Einfluss haben und Macht ausüben! Sie sind doch bloß vergängliche Menschen und können euch nicht retten. Sie werden sterben und zu Staub zerfallen; und wenn ihr Lebensgeist sie verlässt, dann vergehen auch all ihre Pläne.
Gut dran aber ist der Mensch, der seine Hilfe von Gott erwartet! Gut dran ist, wer seine Hoffnung auf den HERRN setzt! Denn er hat Himmel und Erde geschaffen. Für immer wird er zu seinem Wort stehen!  
Unterdrückten verschafft er Recht, Hungernden gibt er zu essen, und Gefangene befreit er. Der HERR macht Blinde wieder sehend und richtet die Niedergeschlagenen auf. Er bietet Ausländern Schutz und sorgt für Witwen und Waisen. Er liebt alle, die seinen Willen tun, aber diejenigen, die ihn missachten, führt er in die Irre.
(Übersetzung: „Hoffnung für alle“)

Unsere Berufung

Ich glaube, Gott tut das alles auf seine Weise, aber er tut das auch durch dich und mich. Dazu sind wir berufen, dass wir in seinem Sinn leben und nach seinem Willen handeln. Dafür bekommen wir von anderen nicht immer Beifall. Aber deshalb sollten wir es ja auch nicht tun.

Nein weder will ich mich auf die Mächtigen verlassen noch gar sie fürchten, wie sie auch heißen mögen, wo sie auch ihre Macht ausüben. Sie können mich nicht trösten. Mich tröstet mein Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Er ist meine Hilfe und meine Zuversicht. Darum lasse ich mich auch nicht mundtot machen von solchen, die in Politik und Medien das Sagen haben und Angst verbreiten. Sie alle sind doch bloß Menschen und können nicht retten (Psalm 146).

Also, liebe Leserin, fürchten wir uns nicht. Behalten wir einen klaren Kopf und ein zuversichtliches Herz! 

Gebet: Herr, du sagst "In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden."* Das will ich glauben und mich nicht fürchten, auch wenn es manchmal schwerfällt. Aber du bist ja nicht irgendwer. Du bist, der Himmel und Erde geschaffen hat und auch mich. Du weißt, was du tust, auch wenn ich das manchmal nicht verstehe. Doch du bist auch meine einzige und letzte Hoffnung. Auf dich verlasse ich mich. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

Johannes 16,33

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Mittwoch, 10. April 2024

Die Stimme hl

Losung: Ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Jesaja 43,3 

Lehrtext: Es geschah eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein auserwählter Sohn; den sollt ihr hören! Und als die Stimme geschah, fanden sie Jesus allein. Lukas 9,35-36 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Ich bin dein Gott“ (Losung) — das kann jeder sagen, der sich für einen kleinen Herrgott hält und sich entsprechend aufführt. Aber „Ich bin dein“, das sagen nur Verliebte zueinander. Bei manchen ist das wieder vorbei, sobald die Liebe erkaltet. Bei manchen bleibt das so, bis der Tod sie scheidet. Bei Gott gilt das darüberhinaus. Er sagt das nicht nur, er ist das auch. Er besiegelt das mit seinem hebräischen Namen: „Jahwe, IchBinDa. IchBinDein. Ich mache dich glücklich.“

Das habe ich mir nicht ausgedacht. Das ist so. Von ihm aus sowieso. Und weil ich das glaube, ist es auch für mich so. Woher ich das weiß? Vom Nachdenken über die Bibel im Licht meiner Erfahrung. Denn Gott ist für mich keine Information und keine Spekulation, sondern wesentlich Erfahrung. Und was ich mit meinem begrenzten Menschenhirn von ihm erfassen kann, erkenne und sehe ich in seinem menschlichen Ebenbild, in Jesus (Kolosser 2,15). Ihn soll ich hören, heißt es im Lehrtext, und Gott nicht anderswo suchen als in ihm, in seinen Worten, in seinen Taten, in seinem Leben, in Krippe und Kreuz. Und im Garten am dritten Tag (Johannes 19,41), wo der „Morgenglanz der Ewigkeit“ leuchtet.

Durch ihn sagt mir Gott: „Ich bin für dich der IchBinDein“. Und ich antworte: „Ja, und ich bin dein.“ So reden zwei, die sich lieben und so empfinden sie auch. Ja, Gott ist für mich eine Erfahrung: was auch geschieht, ich bin geliebt - so wie du. 

Gebet: Herr, wenn du redest, lass mich schweigen. Wenn du redest, will ich lauschen, damit ich erfahre, dass du mich liebst. So tröstest du mich in trostloser Zeit. So machst du mich glücklich auch im Leid. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

Macht Gott glücklich? (siehe oben). Eine alte Bäuerin hat mir mal erzählt, wie ihr Konfirmationspfarrer das Wort „Heiland“ erklärt hat: der Seligmacher. Das habe ich von ihr gelernt und sehe das seitdem ebenso. Denn „selig“ im Sinn von Jesu Seligpreisungen in Matthäus 5,3-10 heißt glücklich, und das wird, wer Gottes Nähe und Hilfe erfährt.

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Dienstag, 9. April 2024

Gott und die Gottlosen hl

Losung: Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt? Hesekiel 18,23 

Lehrtext: Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. Römer 6,23 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

es gibt Menschen, die brüsten sich damit, dass sie nicht religiös seien, dass sie nichts glauben würden, dass sie Gott losgeworden seien. Sie müssen mit ihrer Religion oder ihrem Glauben schlechte Erfahrungen gemacht haben oder gar keine, dass sie so reden und sich selbst so einschätzen. Mag ja sein, dass sie von sich meinen, sie seien gottlos. Aber Gott hat eine andere Meinung von ihnen. Ihn werden sie nicht los. Wäre es so, gäbe es sie nicht. Er erhält auch sie am Leben, segnet sie mit seiner Kraft, behütet sie und schenkt ihnen weiterhin seine Liebe, so wie ein guter Vater seinem Kind, das sich von ihm losgesagt hat und keinen Kontakt mehr mit ihm haben will.

Nein, Gott hat wirklich „keinen Gefallen am Tode der Gottlosen(Losung). Auch sie sind und bleiben seine Geschöpfe und Kinder, auch wenn er ihnen gestohlen bleiben kann oder anders gesagt, wenn er für sie gestorben ist. Und das ist er ja in Jesus Christus tatsächlich. Ja, er hat Gefallen daran, dass sich ausnahmslos alle seine Geschöpfe ihres Lebens freuen können. Das glaube ich. Denn er ist völlig souverän. Er steht über den Dingen und auch darüber, wenn Menschen scheitern. Zugleich aber kommt er in seinem Sohn auch zu den Gescheiterten, um sie zu heilen und wieder aufzurichten.

Denn wenn es so wäre, wie Paulus im Lehrtext schreibt, wer könnte dann leben? Ich jedenfalls kann und will von mir nicht behaupten, dass ich ohne Sünde sei. Aber das glaube ich, dass ich auch als einer, der immer wieder vor Gott versagt, doch unter seiner Gnade lebe und bleibe – so wie du. Vorsätzlich aber will ich nicht denken, sagen und tun, was gegen seine Liebe ist, die mir in Jesus begegnet. Damit würde ich meinen eigenen Glauben zerstören. Wenn es aber doch geschieht, weil ich nicht stark genug bin, so vertraue ich darauf, dass er mir vergibt. 

Gebet: Himmlischer Vater, Gott sei Dank bist du kein Mensch und verhältst dich nicht so wie wir. Dich kann man nicht beleidigen noch erzürnen. Du strafst nicht, sondern heilst. Du sinnst nicht auf Rache und Vergeltung, sondern vergibst. Und wer dir flucht, den segnest du noch (Lukas 6,28). Deine Ehre kann dir niemand nehmen. Darum verlasse ich mich darauf, dass du zu mir schwachem Menschen barmherzig bist. Erhalte mir diesen Glauben, dass ich mit dir und meinen Mitmenschen in Frieden leben kann. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit W Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Montag, 8. April 2024

An meiner Seite hl

Losung: Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten! Psalm 112,1 

Lehrtext: Christus hat euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen. 1.Petrus 2,21 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

das weiß ich inzwischen: seine Schuhe sind mir zu groß, seine Schritte zu lang (siehe Lehrtext). Ich könnte Jesus höchstens hinterhertrippeln. Doch auch auf diesem Weg stolpere ich oder verliere ihn aus den Augen. Und jetzt?

Vorsicht beim Lehrtext!

Mir hilft die Aufforderung aus dem Lehrtext wenig, zumal sie in meinen Augen hoch problematisch ist. Der unbekannte Verfasser des ersten Petrusbriefes wendet sich an damalige christliche Sklaven. Er verordnet ihnen, sich nicht nur den „freundlichen und gütigen“, sondern auch ihren „wunderlichen Herren“ unterzuordnen und deren Misshandlungen zu ertragen. Und dann schreibt er den Satz, in dem auch unser Lehrtext steht: „Wenn ihr leidet und duldet, weil ihr das Gute tut, ist dies Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen(1. Petrus 2,20b-21). - NEIN! Um Schikanen und Misshandlungen anderer zu ertragen, dazu bin ich nicht berufen und du auch nicht, es sei denn, dass ich jemanden damit rette. Und auch dann bleibt es meine Entscheidung und ist kein göttlicher Befehl.

Ich möchte gar nicht die furchtbare Wirkungsgeschichte dieser Sätze im Detail wissen. So viel aber ist mir schon klar: solche Bibelworte wurden (und werden?) bis in unsere Zeit auch dazu missbraucht, um die Ehefrauen und Töchter herrschsüchtiger und jähzorniger Männer unter die Knute zu zwingen. In der Antike vor rund 2000 Jahren, als der erste Petrusbrief geschrieben wurde, waren Sklaven Eigentum ihres Herrn. Er konnte mit ihnen machen, was er wollte. Lange, sehr lange hat es gedauert, bis die Sklaverei am 18. Dezember 1865 auch in den „frommen“ USA offiziell abgeschafft wurde. Aber in manchen Familien wurden (und werden) Frauen und Töchter weiterhin unterdrückt, auch bei uns. Von Wertschätzung oft keine Spur.

Besser mitgehen als nachfolgen

Immerhin ist mir beim Nachdenken über den Lehrtext klar geworden, dass auf Christus nicht zutrifft, was Udo Lindenberg über die exotischen, religiösen Führer unserer Zeit gesungen hat: „Durch die Wüste zieht der Treck (der Anhänger); der Guru fliegt schon mal vorweg.“ Nein, Jesus ist mir nicht in die Zukunft entschwunden. Ich muss ihm nicht in seinen zu großen Schuhen und Fußstapfen hinterherhecheln. Er ist bei mir (Psalm 23,4) und geht an meiner Seite. So bleiben wir in Kontakt. Und wenn ich nicht mehr kann, wird er mich tragen. Das glaube ich. 

Gebet: Herr, durch dich habe ich erfahren, dass der Glaube kein Kasernenhof ist, auf dem es nach Befehl und Gehorsam geht. Dass ich dir vertrauen kann, erlebe ich als Geschenk. Und dass du mit mir durch Höhen und Tiefen gehst, dafür danke ich dir. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit W Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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