Montag, 31. Juli 2023

Wiedergeboren? hl

Losung: Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen! Psalm 25,7 

Lehrtext: Jesus spricht zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. Johannes 3,7 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,  

du kennst es sicher die Redensart „ich fühle mich wie neu geboren“, wenn dir zum Beispiel ein Wellness-Angebot oder eine medizinische Anwendung gut getan hat. Was für den Körper gilt, gilt auch für die Seele. Beglückende Ereignisse können ebenfalls ein Hochgefühl hervorrufen. Das gilt auch, wenn jemand neu zum Glauben kommt und erfährt, dass er nicht mehr einsam und verloren ist, sondern Jesus ihn auf seinen Wegen begleitet und er Gott vertrauen kann.

Viele evangelikale Christen vor allem in den USA, aber auch bei uns in Deutschland sagen von sich, dass sie "wiedergeboren" seien. Das ist schön und gut, wenn sie sich selbst so erleben und fortan dankbar sein können.

Ins Gegenteil aber verkehrt sich die Selbstwahrnehmung, „wiedergeboren“ zu sein, wenn das zum Zeichen für wahren und falschen Glauben gemacht wird, wenn auf andere damit Druck ausgeübt wird, das von sich ebenfalls zu behaupten. Oft ist das verbunden mit der Aufforderung zur „Lebensübergabe“ an Jesus. Natürlich ist nichts einzuwenden, wenn jemand zu ihm sagt: „Herr, mein Leben gehört dir.“ Im Grunde sagt man damit nichts anderes, was ohnehin schon immer gilt. Schon immer gehört jedes Geschöpf seinem Schöpfer. Aber es ist schön, wenn man sich das bewusst macht und es voll Freude und Dankbarkeit sagen kann.  

Wiedergeburt und Lebensübergabe sind keine Kampfbegriffe 

Nur eins darf nicht passieren, dass die Redeweise von geistlicher Wiedergeburt und Lebensübergabe als "eiserner Vorhang" missbraucht wird, hinter dem alle anderen gottlos dahin leben, die das so nicht von sich behaupten können oder wollen. Diese Redeweisen sind keine Kampfbegriffe, dürfen nicht der Ausgrenzung dienen, der Überheblichkeit und der Glaubensprüfung. Du kannst sie, wenn es dir gut tut, dankbar für dich verwenden. Aber du darfst damit nicht anderen absprechen, dass sie nicht den richtigen Glauben hätten, weil sie das von sich nicht sagen.

Ich behaupte von mir auch nicht, dass ich wiedergeboren und somit gerettet sei. Wie soll ich das auch feststellen? Ich vertraue aber darauf, dass Gott mich gewollt und geschaffen hat, weil er mich, wie auch seine anderen Geschöpfe, bedingungslos liebt. Und ich behaupte von mir auch nicht, dass ich mein Leben Jesus übergeben hätte. Ich glaube vielmehr, dass er sein Leben für mich gegeben hat und dass es nicht darauf ankommt, was ich tue, sondern was er tut. Denn ich glaube an den barmherzigen und gütigen Gott (Losung), wie er mir in Jesus begegnet. 

Gottes Sonne scheint über allen 

 

Der Evangelist Johannes hat in seinem Evangelium Jesus so verkündigt, als müsse er wahren und falschen Glauben unterscheiden, als müsse eine scharfe Grenze gezogen werden zwischen Gläubigen und Ungläubigen (vergleiche Lehrtext). Vielleicht hatte er in seiner Zeit Anlass, so zu schreiben und Jesus so darzustellen. Ich habe zweitausend Jahre später einen solchen Anlass nicht. Ich bin froh, dass ich glauben und vertrauen kann. Das heißt aber nicht, dass andere, die das aus unterschiedlichen Gründen nicht können oder wollen, deshalb bestraft würden. Gott lässt seine Sonne über uns allen scheinen (Matthäus 5,45), auch wenn nur eine Minderheit weiß, wem sie das Licht verdankt.

 

Gebet: Ja Herr, ich weiß, der Glaube und alles, was mit ihm zu tun hat, ist nicht mein Verdienst. Du hast ihn mir geschenkt. Dafür bin ich dir dankbar. Das tut mir gut und macht mich froh. Doch das ist für mich kein Grund, mich überlegen zu fühlen, sondern Anlass, so gut ich kann meinen Glauben zu leben. Ich wünschte, mir würde das besser gelingen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Sonntag, 30. Juli 2023

Was wirst du Gott erzählen? hl

Losung: Ich erzähle dir meine Wege, und du erhörst mich; lehre mich deine Gebote. Psalm 119,26 

Lehrtext: Wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben. 1.Johannes 5,15

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

warum soll ich Gott meine Wege erzählen (Losung)? Er weiß doch,  was ich erlebt habe, wie es mir geht, was ich vorhabe, was mir Sorgen macht oder worauf ich mich freue. Er kennt meine Wege doch sowieso, oder? Er muss sie also nicht noch mal wissen. Aber ich, ich muss mir meine Wege bewusst machen, damit mir manches klarer wird. Damit ich verstehe, warum dieser Weg ein Holzweg war, und jener ein Umweg und wieder ein anderer ein Irrweg und ich dann doch immer wieder auf „die rechte Straße“ (Psalm 23,3) gekommen bin, weil Gott mich geführt hat.

Ja, ich muss mir meine Wege bewusst machen. Und das geschieht am besten dadurch, dass ich sie Gott erzähle, weil ich dann hoffentlich nichts beschönige und verschweige, weil er sie doch sowieso kennt. Und wozu? Doch wohl dazu, dass ich künftig manchen verkehrten Weg vermeide und an Weggabelungen die richtige Entscheidung treffe.

 

Auch falsche Wege können notwendig sein

 

Manchmal denke ich sogar, ob auch die Wege, die mir im Rückblick als die falschen erscheinen, nicht doch auch notwendig waren, um zu lernen und reifer zu werden. Vielleicht hat Gott auch sie mich geführt. Warum nicht?

Losung und Lehrtext kreisen auch noch um den Gedanken, dass Gott die erhört, die ihn bitten. Ja, das glaube ich schon auch, allerdings mit dem Unterschied, dass er nicht alle meine Wünsche erfüllt, sondern alle seine Verheißungen (Bonhoeffer).

 

Gottes Wille soll geschehen, nicht meiner.

 

Und du? Stell dir doch mal vor, Gott hätte alles genauso erfüllt, wie du es dir erträumt und worum du ihn gebeten hast. Glaubst du im Nachhinein, dass dies für dich das Beste gewesen wäre? Manches Mädchen hat Gott um die Liebe des Mannes gebeten, der ihr Ein und Alles zu sein schien und ist heute doch froh, dass sie den Tunichtgut nicht bekommen hat. Und so gilt wieder einmal der Satz, den Jesus in Gethsemane gebetet hat: „Vater, nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

So zu beten, ist nicht einfach. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und doch ist das wohl der beste Weg, um annehmen zu können, was geschieht.

 

Gebet: Befiehl du deine Wege / und was dein Herze kränkt / der allertreusten Pflege /  des, der den Himmel lenkt. / Der Wolken, Luft und Winden / gibt Wege, Lauf und Bahn, / der wird auch Wege finden, / da dein Fuß gehen kann.

 

Paul Gerhardt 1653. Evang. Gesangbuch EG Nr. 361 Vers 1

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 29. Juli 2023

Hand in der Finsternis hl

Losung: In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab. Psalm 77,3 

Lehrtext: Jesus sprach zu den Jüngern: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet mit mir! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete. Matthäus 26,38-39 

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 


neulich hat mir eine Leserin dieses Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898) geschickt:


Die Rechte streckt ich schmerzlich oft

In Harmesnächten

Und fühlt gedrückt sie unverhofft

Von einer Rechten -

Was Gott ist, wird in Ewigkeit

Kein Mensch ergründen,

Doch will er treu sich allezeit

Mit uns verbünden. 


Mit Harmesnächten meint der Dichter wohl Nächte voll Harm und Pein, voll Sorgen und Schmerzen.

Das Gedicht hat mich verblüfft, weil mir die Geste, von der es erzählt, vertraut ist. Auch ich habe schon, wenn ich nicht schlafen konnte, ein paarmal meine rechte Hand in die Finsternis ausgestreckt zu Gott, dass er sie ergreife und halte.


Gesten, die den Glauben stützen


Ich halte viel von kleinen Gesten, die den Glauben unterstützen. Manchmal falte ich beim Beten die Hände. Oft mache ich vor dem Einschlafen mit meinem Daumen ein kleines Kreuzzeichen auf meiner Brust. Und wenn ich mich sehr freue und dankbar bin, drehe ich, wie neulich geschrieben, unwillkürlich meine Hand nach oben und hebe sie an.

Und wie ist es mit der ausgestreckten Hand in der Finsternis? Also "gedrückt" (siehe Gedicht) fühle ich sie nicht. Doch ich verlasse mich darauf, dass Gott sie beachtet und fühle mich gehalten. 


Glaube und Gefühl


Glauben hat ganz viel mit Gefühlen und Empfindungen zu tun und nicht ganz so viel mit Gedanken und Worten. Doch eins braucht das andere, sonst wird er entweder stumm oder kalt.

Und auch das hält meinen Glauben am Leben, dass ich mit ihm nicht allein bleibe, sondern ihn mit anderen teilen kann (siehe Lehrtext), zum Beispiel hier in den Losungsauslegungen oder in einem Gottesdienst.


Gebet: Herr, oft denke ich über dich nach, den Schöpfer des Universums und meines kleinen Lebens. Doch noch öfter bist du mir eine Herzensangelegenheit. Denn du bist es ja, der mich wieder froh macht, wenn meine Stimmung nicht mehr stimmt. Du schenkst mir neuen Lebensmut, wenn mich die Nachrichten mutlos machen. Du machst mich dankbar, wenn ich mir bewusst werde, womit du mich alles segnest. Du bist meine Freude und mein Trost. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 28. Juli 2023

Das "liebe" Geld hl

Losung: Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! Psalm 97,10

Lehrtext: Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Matthäus 6,24

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 


der Mammon, der Gott des Geldes, was ist er nach kosmischen Maßstäben für ein armseliger Wicht auf unserem winzig kleinen Planeten Erde! Und doch dienen wir ihm alle irgendwie. "Geld dreht die Welt", singt Liza Minelli im Musical-Film "Cabaret". "Ohne Moos nix los", lautet ein populärer Spruch.

Jesus hatte offenbar kein Geld, da er sich erst eine Münze zeigen lässt, bevor er die Frage beantwortet, ob man dem römischen Kaiser Steuer zahlen soll. Sein dunkler Jünger Judas hingegen wird in der bildenden Kunst oft mit einem Geldbeutel dargestellt. Darin sollen sich die 30 "Silberlinge" befinden, für die er seinen Herrn verraten hat.


Der reiche Franz von Assisi


Ich habe auch einen Geldbeutel, klar. Und du wahrscheinlich auch. Bisher musste ich mir ums Geld keine großen Sorgen machen. Es hat für meine Ansprüche gereicht. Aber manchmal frage ich mich schon, ob es nicht meinem Glauben im Weg steht. Ob nicht Franz von Assisi die richtige Entscheidung getroffen hat, als er sich für den Weg Jesu entschied? Als er sein Leben im Reichtum aufgab zugunsten seiner "Schwester", der Armut?

Aber ich bin Hans und nicht Franz. Ich will nicht arm sein, schon gar nicht im Alter. Es soll sich aber auch nicht immer alles ums Geld drehen. Das macht die Seele krank und vergiftet die menschlichen Beziehungen. 


Der arme Dagobert Duck


Vielleicht ist es wirklich so, dass man dann reich ist, wenn man großzügig mit seinem Geld umgeht und arm, wenn man es wie Dagobert Duck ängstlich hortet. Ich  möchte nicht dem Mammon dienen, sondern er soll mir dienen, andere zu unterstützen oder ihnen eine Freude zu machen. Ich bin froh, dass mir das möglich ist. Und ich nehme mir vor, das künftig verstärkt zu tun.


Sondervermögen


Doch nicht jeder kann das. Mehr Menschen in unserem Land als man glaubt, müssen jeden Euro zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben können, - ganz zu schweigen von anderen in anderen Ländern. Ihnen täte ein "Sondervermögen" auch gut, vielleicht nicht bar auf die Hand, aber investiert in Kindererziehung, Gesundheit, Nahverkehr und bezahlbare Energie statt in - na du weißt schon, was ich meine.

Gebet: Herr, alles was ich von dir habe, habe ich auf Zeit. Einmal muss ich es wieder loslassen und zurückgeben. Darum will ich mich nicht daran festkrallen. Ich schau auf dich, der du schenkst ohne Erwartungen, der du gibst ohne gebeten zu werden, der du nicht kleinlich rechnest, sondern großzügig deine bedingungslose Liebe verschwendest, auch wenn sie nicht erwidert wird. So bin ich nicht. Doch so möchte ich sein können. Öffne du mein Herz und meine Hände. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 27. Juli 2023

Spaziergang mit Gott hl

Losung: Ich, ich bin der HERR, und außer mir ist kein Heiland. Jesaja 43,11 

Lehrtext: Das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Johannes 17,3

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

heute lasse ich dich teilhaben an meinen Beobachtungen und Gedanken, die ich gestern bei einem Spaziergang hatte:

Herr, ich muss an die frische Luft, damit ich auf andere Gedanken komme. Kommst du mit?

Ja, es wirkt. Danke. Ich sehe die himmelblauen Sterne der Wegwarte am Straßenrand und spüre, wie ich mich darüber freue. Sie sind für mich Zeichen deiner zahllosen Wunder. Die kleine Wildbiene auf der Distel daneben, sie lebt von dir wie ich. Das reife Korn vor mir erzählt von deinem Segen. Über mir regenschwere Wolken. Endlich.

An den Apfelbäumen werden die Früchte rot. Der Mais, grün und hoch, hat sich erholt. Ein Motorrad zerreißt die Stille. Der junge Fahrer spürt seine Lebenslust. Ein Bussard sucht Beute. Der Storch hat eine Feder verloren. Rohrkolben, Binsen und Wasserlinsen im Graben säumen den Weg. In der Pfütze glitzert das Gras.

Hier und da zeigt der Himmel scheu sein lichtes Blau. In der Ferne schaut das alte Schloss über die Bäume. Drüben, hinterm Fluss, grüßt ein Kirchturm, kurz von der Sonne beschienen. Die Glocke schlägt die volle Stunde. Es ist frisch geworden nach der langen Hitze. Die kühle Luft tut gut. Jetzt bin ich doch noch nass geworden. Die Katze huscht mit mir ins Haus.

Das Leben ist wunderbar. Deine Welt ist wunderbar. Du, Gott, bist wunderbar und einzigartig. Keiner ist wie du. Du hilfst Menschen und Tieren (Psalm 36,7). Du allein bist mein Schöpfer, mein Heiland, mein Erlöser (Losung) und zeigst mir deine große Güte in Jesus Christus (Lehrtext). Mit dir zu gehen, die Welt mit deinen Augen zu sehen, macht mich froh.

Im nächsten Dorf demonstrieren sie heute Abend gegen die "Asylanten", gegen Menschen, die Zuflucht suchen. - Ach Gott!

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 26. Juli 2023

Keine Furcht im Glauben hl

Losung: Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN. 1.Mose 3,8 

Lehrtext: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. 1.Johannes 4,18

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

ältere Mitglieder meiner letzten Gemeinde haben mir erzählt, dass sie sich als Kinder versteckt haben, wenn der Pfarrer durchs Dorf gegangen ist. Er trat als Wächter über Sitte, Moral und Anstand auf und war für die Dorfbewohner, nicht nur für die Kinder, ihr schlechtes Gewissen im schwarzen Anzug.

Und, was haben alle jene Erziehungsmethoden und Moralpredigten gebracht, die Strenge, die Ohrfeigen, Strafarbeiten und Demütigungen? Ist die Welt nun besser? Sind die Menschen nun bessere Christen und Bürger? Sind sie sittlicher, moralischer, anständiger – und frömmer? 

 

Das schlechte Gewissen von Adam und Eva

 

Die Bibel erzählt, dass auch Adam und Eva, die sogenannten ersten Menschen, sich vor Gott versteckt haben, weil sie ein schlechtes Gewissen gehabt haben. Bekanntermaßen hat Eva die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen gepflückt und auch Adam davon zu essen gegeben. Der Sinn dieser Geschichte, dieses Mythos, ist unter anderem, dass man versucht hat zu erklären, wie die Sünde in die Welt gekommen ist und mit ihr der Tod.

 

Der große Seelsorger

 

Jesus hat mit dem schlechten Gewissen aufgeräumt. Vor ihm musste und muss sich niemand verstecken, schon gar nicht die Kinder (Markus 10,13-16). Erst recht nicht, wenn man versagt hat und schuldig geworden ist. Er ist sozusagen der große „Seelsorger“ für alle. Er hat ein offenes Ohr, ein liebevolles Herz, einen verständnisvollen Sinn. Er verurteilt nicht und straft nicht. Er verletzt nicht und richtet niemand zugrunde. Er heilt und richtet auf, die niedergeschlagen sind. Er hilft mir, meine Last zu tragen und gibt mir Orientierung, Mut und neue Kraft. Nein, vor ihm muss ich mich nicht fürchten (Lehrtext). Im Gegenteil. Er schützt mich mit seiner Liebe vor der Kritik, der Häme, den Angriffen und der üblen Nachrede anderer. So zeigt er mir Gott als meinen barmherzigen und gütigen Vater. So ermuntert er mich, seinem Beispiel zu folgen.

 

Gebet: Herr, vor dir verstecke ich mich nicht. Dich suche ich. Lass dich finden. Denn ohne dich will ich nicht sein. Bei dir bin ich geborgen und muss mich nicht fürchten. Mit deiner Liebe heilst du meine Seele. Du bist das Beispiel, wie auch ich sein kann zu denen, die mir begegnen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 25. Juli 2023

Ich will dir danken … hl

Losung: Ich will dir danken in großer Gemeinde; unter vielem Volk will ich dich rühmen. Psalm 35,18 

LehrtextErmuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Epheser 5,19

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

die Losung heute ist ein Gebet, das mich anregt, in diesem Sinn weiterzubeten:

 

Herr,

 

ich will dir danken für diesen neuen Tag, den du mir schenkst.

Ich will dir danken mit den vielen, die dich preisen (Losung).

Ich will dir danken in meiner Einsamkeit, in der ich zu dir komme und du zu mir, in der ich mich besinnen kann.

Ich will dir danken für meine Mitmenschen, durch deren Freundlichkeit du mich wärmst.

Ich will dir danken für den Planeten Erde, für die große Familie „Natur“, zu der auch ich gehöre.

Ich will dir danken für das Leben, das du mir geschenkt hast, für meine Kinder und Enkelkinder, für die Zeit, die du mir zugeteilt hast und den Raum, den du mir zum Leben gibst.

Ich will dir danken für alle Erkenntnis, die wir haben können, um die Welt im Kleinsten und im Größten zu bestaunen und zu verstehen.

Ich will dir danken für alle Kunst, die Menschen schaffen, um das zu sagen, was mit Worten nicht zu sagen ist, um dich damit zu rühmen und mich zu erfreuen.

Ich will dir danken für die Musik, die mich erfüllt und den Glauben, der mich hält.

Ich will dir danken für Jesus Christus deinen Sohn, meinen Bruder und Herrn. In ihm kommst du zu mir. Durch ihn zeigst du mir, wer und wie du bist.

Ich will dir danken für deine grenzenlose und bedingungslose Liebe, in der ich lebe wie ein Fisch im Wasser.

Ich will dir danken für deinen Segen und dafür, dass ich dir danken kann.

Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 24. Juli 2023

Gott ist doch nicht farbenblind! hl

Losung: Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Psalm 23,3 

LehrtextIch bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich. Johannes 10,14

 

Liebe Leserin, lieber Leser,  

die Seinen, zu denen ich gehöre und du vielleicht auch, sind Jesu schwarze Schafe. Sie sind immer ein bisschen eigensinnig. Sie laufen mal dahin und mal dorthin und manchmal verlaufen sie sich auch. Ihnen muss er wieder und wieder geduldig nachgehen. Sie muss er suchen und finden und zurückbringen auf "die richtige Straße" (Losung), auf seinen Weg.

Und die anderen? Die weißen? Die würden ihm natürlich auch gehören. Aber kennst du welche? Und wenn schon, er kennt sie alle und alle gehören ihm.

Hirten sind keine Rassisten

Übrigens, ich kenne keinen Schäfer (Hirten), der seine schwarzen Schafe schlägt. Sie liegen ihm nicht weniger am Herzen als die anderen. Sie unterscheiden sich nur in der Wolle, aber nicht im Charakter und Verhalten. Ihr Schäfer führt sie alle (Lehrtext). Hirten sind keine Rassisten, und Jesus schon gar nicht.

Wir Menschen nennen jemand, der "aus der Art schlägt", der sich nicht so verhält, wie wir uns das vorstellen und deshalb schief angesehen ist, ein "schwarzes Schaf". Wir tun uns oft schwer damit, ihn zu akzeptieren oder gar zu mögen. Vielleicht liegt es daran, dass wir moralisch farbenblind sind, dass wir nur schwarz und weiß sehen können und die anderen Schattierungen und Farben nicht. Oder täusche ich mich? Hoffentlich.

Von Gott auf dich schließen

Gott jedenfalls ist nicht farbenblind, obwohl ihm das immer wieder angedichtet wird. Obwohl immer noch viele Juden, Christen und Muslime dem verhängnisvollen Irrtum anhängen, als würde er seine Menschen einteilen in Sünder und Gerechte, Gute und Böse, Gerettete und Verlorene. Ja, solche Unterschiede machen auch manche Verfasser biblischer Schriften, wenn sie von sich auf Gott schließen. 

Bei Jesus ist das umgekehrt. Er schließt von sich auf uns. Für ihn sind wir alle seine Geschwister, Söhne und Töchter Gottes, von ihm gesegnet und geliebt. Was würden wir Menschen uns nicht alles ersparen, wenn wir uns mit seinen Augen sähen. Wenn wir endlich einmal konsequent von Gott auf uns schließen würden statt umgekehrt. Nein, Gott ist nicht farbenblind. Er sieht das ganze Spektrum seiner Schöpfung, des sichtbaren Lichts und des für unsere Augen unsichtbaren. Er sieht alle Schattierungen meiner menschlichen Seele. Er kennt sie und versteht sie.

Gebet: Herr, wenn ich wieder einmal hadere mit meinen Mitmenschen oder mit meinem Schicksal, dann will ich nicht von mir auf dich schließen. Dann will ich sie und mich endlich mal mit deinen Augen sehen. Dann sehe ich Menschen, die dich brauchen. Dann sehe ich uns, die wir nicht wissen, wie der Weg hinter der nächsten Biegung weitergeht. Dann sehe ich mich, der du mich führst auf deinen Wegen, glatten und rauen, zu dir. Du bist ja mein Hirte und kennst mich und hast dich mir in Jesus bekannt gemacht als mein Vater und mein Gott. Amen

Herzliche Grüße

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