Sonntag, 18. April 2021

Menschenkind – Gotteskind hl

Losung: Der Prophet Nathan zu König David: „Dein Haus (= Familie) und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor dir, und dein Thron soll ewiglich bestehen. Da sprach David: Wer bin ich, Gott, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher gebracht hast? 2.Samuel 7,18

Lehrtext: Paulus schreibt: Gottes Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 1. Korinther 15,10.11

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Wer bin ich schon?“, antwortet König David auf die Ankündigung des Propheten. Nun, immer wenn Menschen von so großen Zeiträumen reden, und sei es im Namen Gottes, verschätzen sie sich gewaltig. Die Dynastie Davids dauerte ungefähr 400 Jahre bis zu König Zedekia. Dessen Herrschaft haben dann die Babylonier im Jahr 586 vor Christus ein Ende bereitet. So sieht es aus der Sicht der Geschichtswissenschaftler aus. Im Neuen Testament gibt es noch eine andere, eine geistliche Sicht. Ihr zufolge ist Jesus ein Sohn Davids, der nun für immer unsichtbar auf dessen Thron sitzt. So sollte er den Juden annehmbar gemacht werden.

Dass einer unter den vielen Königen der Oberkönig ist, war den wenigen machtlosen Christen damals wichtig. Wenn man schon selbst klein und unbedeutend ist, dann soll wenigstens der, an den man glaubt, nur umso mächtiger sein als alle anderen. Doch wenn schon von Jesus, als dem Heilskönig die Rede sein soll, dann muss man vom Stall reden, von dem „Kreuzesthron“ und seiner Dornenkrone. Er ist das Gegenbild zu allen anderen menschlichen Königen. Im Adventslied „Macht hoch die Tür“ heißt es:

„Er ist gerecht, ein Helfer wert; / Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, /
sein Königskron ist Heiligkeit, / sein Zepter ist Barmherzigkeit …..“

Unter diesem sanftmütigen, demütigen und barmherzigen König lebe ich gern. Er ist mir heilig und aller Ehren wert. Mir ist wichtiger, dass er der „Menschensohn“ ist, wie  er von sich sagte, als der "Davidssohn", wie andere von ihm sagten. Für die menschlichen Protzkönige aber habe ich nicht viel übrig.

„Wer bin ich schon?“, so ein Satz aus dem Munde eines Königs ist mir sympathisch, wenn er denn ernst gemeint ist. Und wer bin ich schon? Ein sterblicher, irrender, sündiger Mensch. Ein Kind Gottes und Bruder meines Königs Jesus Christus, ein einzigartiges Geschöpf, das sich nicht selbst gehört und auch niemand sonst als ihm allein. Das ist Geschenk, das ist Gnade und nicht der verbrämte Leistungsstolz des Apostels Paulus (siehe oben).

Gebet: Herr, weil ich dir gehöre, muss ich mich vor niemandem beugen. Weil du mein König und Herr bist, bin ich vor den Herren dieser Welt frei. Dass ich unbedeutendes Menschenkind dein Gotteskind bin, macht, dass ich mich selbst achten kann. Weil ich dir vertraue, kann ich mir auch selbst vertrauen. Danke für diese Gnade. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 17. April 2021

Zwischen Bedürfnis und Gebot hl

Losung: Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. Psalm 19,9 

Lehrtext: Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit. Kolosser 3,16,

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Israeliten scheinen die Gebote der Bibel geliebt zu haben und zumindest die orthodoxen Juden lieben sie noch heute. Sie glauben, dass Gott selbst aus ihnen spricht, dass er ihnen damit Lebensanweisungen und Orientierung gibt, und somit Verlässlichkeit und Sicherheit.

Jesus hat die biblischen Gebote nicht einfach außer Kraft gesetzt. Er hat sie überboten durch sein Gebot der Gottes-, Nächsten- und Feindesliebe. Wer sich daran hält, so sagt er, hat alle anderen Gebote erfüllt.

Einer der Unterschiede zwischen seinem und den anderen Geboten ist allerdings, dass ich diese in aller Regel abhaken kann, wenn ich meine, mich daran gehalten zu haben. Jenes aber nicht. Denn wann habe ich schon genug geliebt? Könntest du, würdest du denn zu deinem Partner, zu deiner Partnerin oder deinen Kindern sagen: „So, jetzt habe ich dich genug geliebt?“ Unsinn. Liebe ist doch keine Aufgabe, kein To-do, das ich abhaken könnte. Aber ist sie ein Gebot?

Schwierig. Also wer seine nächsten Angehörigen von Herzen liebt, für den ist das kein Gebot. Dem ist das vielmehr ein Bedürfnis. Und ich meine, das gilt auch für die Liebe zu Jesus und zu Gott. Anders ist es mit der Liebe zum Nächsten und zum Feind. Vor allem, was die Menschen betrifft, die ich nicht mag, brauche ich dazu einen eine Aufforderung und eine Motivation. Nun, ich muss ihnen ja nicht um den Hals fallen. Aber ich kann auch zu ihnen freundlich sein, hilfsbereit, höflich und barmherzig. Auch das ist Liebe. Sie bin ich ihnen und nicht zuletzt mir als Gotteskind schuldig. Sie soll zeigen, dass mein Dank gegen Gott mehr ist als ein Lippenbekenntnis.

Und ein Letztes: Was ist, wenn dich einer längere Zeit demütigt und drangsaliert? Dann hilft nur noch Abstand und gegebenenfalls Trennung. Doch dann ist es nicht zuletzt Liebe zu dir selbst, dass du dir klar machst: Er / sie kann nicht anders. Ich gebe ihm / ihr keine Schuld. Seine / ihre psychischen Probleme hat er / sie vielleicht schon mit auf die Welt gebracht. Darum hat es auch keinen Sinn, zu grollen oder zu hassen. Stattdessen gilt der Vers des Dichters Erich Fried: „Es ist, was es ist, sagt – die Liebe.“ Das hilft dir, dass du annehmen kannst, was ist und dich mit deinem Groll oder deiner Wut nicht selbst vergiftest.

Gebet: Herr, ich danke dir für die, die mich lieben und die ich wieder leben kann. Und bitte dich um Kraft für die, die ich nicht mag, dass ich auch zu ihnen anständig und fair sein kann. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 16. April 2021

Babelturm-Denken hl

Losung: Nicht werde jemand unter dir gefunden, der seinen Sohn oder seine Tochter als Opfer verbrennen lässt, der Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt oder Geisterbeschwörungen oder Zeichendeuterei vornimmt oder die Toten befragt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel. 5.Mose 18,10.12

Lehrtext: Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Epheser 5,9-11

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Bedürfnis war zu allen Zeiten groß, an Gott vorbei etwas Magisches zu bewirken, um die eigene Angst zu bannen oder ein Geheimwissen zu erlangen, das Macht und Vorteil verschafft. Wenn man nur wüsste, was die Zukunft bringt, hätte man die Unwissenden in seiner Gewalt oder man wäre auf das vorbereitet, was hinter der nächsten Ecke lauert.

Und zu allen Zeiten hat man für den Machterhalt oder andere kriegerische Zwecke die eigenen Söhne auf dem „Altar des Vaterlands“ als Soldaten geopfert und die Töchter als „Kollateralschaden“ gleich mit verbrannt (vergleiche Losung). Auch zu unserer Zeit sind die sogenannten zivilisierten Völker nach wie vor dazu bereit. Und es fehlt nicht an klugen und vernünftigen Köpfen, die das leider rechtfertigen. 

Man achte beispielsweise nur einmal auf die anschwellenden, russlandfeindlichen Zwischentöne in den Äußerungen vieler Politiker und mancher Medien. Sie provozieren auf der Gegenseite, die sich umzingelt und unterlegen fühlt, nur umso schärfere Reaktionen. So wird eine unheilvolle Spirale in Gang gesetzt. Die Rhetorik des „Kalten Krieges“ aus der Zeit von 1945 bis 1989 kehrt zurück. Und niemand kann ausschließen, ob daraus nicht ein heißer Krieg wird. 

Jüngstes Beispiel: Der längst überfällige Abzug der 1100 Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan. Ohne Plan ist man den Amerikanern in dieses militärische Abenteuer gefolgt, weil sich die damalige rot-grüne Regierung nicht nein zu sagen traute. Sie stand unter Druck, weil sie keine deutsche Soldaten in den herbeigelogenen Irakkrieg geschickt hatte. Dafür hat man in Afghanistan den Tod eigener Soldaten in Kauf genommen, die dann am Volkstrauertag gefeiert werden. Ohne Plan zieht man sich jetzt wieder zurück. Und das Ergebnis? Die Taliban sind immer noch da und von stabilen politischen Verhältnissen keine Spur.

Vermutlich werden die meisten Leserinnen und Leser dieses Blogs meiner Einschätzung nicht zustimmen. Aber das soll mich nicht davon abhalten, zu schreiben, was ich beobachte und denke.

Wie immer ist es der Mensch, der sein Schicksal in die eigene Hand nehmen will, weil er Gott nicht zutraut, dass er die Geschicke der Völker wie auch sein eigenes lenkt. Wie immer in der Geschichte führt diese Selbstermächtigung, dieses Babelturm-Denken, diese Selbstherrlichkeit ins Unglück. Das wird auch in Zukunft nicht anders sein, als es in der Vergangenheit war und heute ist.

In dieses Schattenreich aus Hochmut und Angst mit seinen »unfruchtbaren Werken der Finsternis« (Lehrtext) fällt aus der Bibel ein Hoffnungslicht. Seine »Frucht« heißt: »Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit«. Das gilt für das Leben des Einzelnen wie für das einer Nation. Diese Frucht ist die unabdingbare, vertrauensbildende Maßnahme, die zur Verständigung, zum Interessenausgleich, zur Versöhnung und zum Frieden führt. Ohne Vertrauen aber tappen wir alle in der Finsternis der Feindseligkeit, ohne Gottvertrauen allemal.

Gebet: Herr, du hast uns Menschen die Freiheit gegeben, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Dazu hast du uns die Angst genommen, da du wieder und wieder sagst: ‚Fürchtet euch nicht!‘ Doch oft hören wir nicht auf dich und fürchten uns trotzdem. Das ist unsere große Tragödie. Überlass uns um Himmels willen nicht uns selbst. Setze deinen Willen durch, damit unserer nicht geschieht. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 15. April 2021

herzensfroh hl

Losung: Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! Psalm 5,12

Lehrtext: Die Jünger wurden erfüllt von Freude und Heiligem Geist Apostelgeschichte 13,52

Liebe Leserin, lieber Leser,

manche Menschen sind einfach ein Sonnenschein, ein Sonntagskind. Ich hoffe sehr, du gehörst dazu. Ich würde es gerne. Nun bin ich mit meinem Naturell nicht unzufrieden und meine, dass ich kein Griesgram bin. Das ist schon mal was. Und auch sonst bin ich oft guten Mutes. Aber ein Sonnenschein, jemand der fast immer fröhlich ist, bei dem jedem anderen das Herz aufgeht – das bin ich nicht. Ich kann schon auch ein finsteres Gesicht machen. Und dann gibt es ja auch Zeiten, in denen es mir nicht gut geht, wo meine Fröhlichkeit nur aufgesetzt und mein Lächeln gequält wäre.

Vielleicht ging es ja dem, von dem die heutige Losung kommt, ähnlich. Auch er ist offenbar zur Zeit nicht fröhlich, weil er Gott darum bitten muss, es sein zu dürfen. Doch ich meine, er hat Recht. Sobald ich mich an ihn wende und mir klarmache, dass ich seinen Namen, also ihn selbst liebe, mache ich schon einen großen Schritt zur Freude.

Aber wie ist das, sind Menschen, die an Gott glauben und ihn lieben nicht wenigstens eine Spur froher und freundlicher als wenn sie das nicht täten? Ich denke schon. Jedenfalls kenne ich einige herzensfrohe Christen, - aber leider andere auch.

»Die Jünger wurden erfüllt von Freude und Heiligem Geist«, heißt es im Lehrtext aus der Pfingstgeschichte. Doch nicht nur sie. Ebenso die Frauen damals, die zu den ersten Christen gehörten. Und nicht nur damals. Auch heute weckt Gottes Geist Freude in einem Menschen, auch in dir. Das kann beim Beten geschehen, in einem Gottesdienst, wenn du für dich ein Lobpreis-Lied oder einen Choral singst. Das kann auch einfach so geschehen, plötzlich, mitten am Tag, bei der Hausarbeit oder bei einem Spaziergang oder wo auch immer. Immer dann, wenn die Verbindung zwischen ihm und dir stabil ist, stabiler jedenfalls als meine Internetverbindung, die mir mehr Ärger als Freude bereitet. Und das heißt, dass du, dass ich auf Empfang bin, also aufmerksam auf die vielen kleinen Dinge, die mir Freude bereiten und sie in Verbindung mit dem bringe, der sie mir schenkt. 

Ich muss nicht immerzu ein Sonnenschein für andere sein. Wichtig ist, dass er es für mich ist und mir bei ihm das Herz aufgeht.

Gebet: „Fröhlich soll meine Herze springen dieser Zeit, da voll Freud alle Engel singen" Ja, Herr, das soll nicht nur an Weihnachten so sein, sondern sooft wie möglich. Trotz mancher Sorgen habe ich allen Grund dazu. Bist du doch mein Gott, der mich segnet und behütet, mich liebt und immer wieder froh macht. Dir gehöre ich mit Leib und Seele. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr 

Klick: „Jesus bleibet meine Freude“ Musik von J.S. Bach                                                                        

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Mittwoch, 14. April 2021

Der Blick auf das Gute hl

Losung: Der HERR hatte sie fröhlich gemacht. Esra 6,22 

Lehrtext: Jesus zu seinen Freunden: Doch darüber freut euch nicht, dass euch die (bösen) Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Lukas 10,20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„ich ärgere mich“ – lieber nicht. Trotzdem geschieht’s, auch wenn’s dumm ist, dass ich mich zu allem Überfluss noch selbst ärgere, wenn schon andere mich ärgern.

„Ich freue mich 😀“ – ja, je mehr desto besser. Hm, habe ich mich eigentlich heute schon gefreut? Noch nicht so richtig. Muss ich gleich nachholen. Und wie? Gerade kocht meine Tochter für meinen Sohn und für mich das Mittagessen: Couscous. Dass sie das macht, freut mich. Ich muss mir das nur bewusst machen, muss bewusst leben. Mal sehen, wie’s schmeckt. Vielleicht freue ich mich dann noch mal.

Oder soll ich lieber so schreiben, wie es in der Losung steht: „Der Herr macht mich fröhlich“, dass ich mich freuen kann? Warum nicht. Kommt nicht auch meine Freude von ihm. Gibt er mir nicht täglich Gründe, mich zu freuen? Wie gesagt, ich muss mir das bewusst machen, muss bewusst leben.

Die Losung steht in der Geschichte, wie die nach Babylon deportierten Juden nach Jahrzehnten aus der Gefangenschaft heimkamen und zum ersten Mal wieder in Jerusalem das Pessach-Fest (Passa) feierten, die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Das muss für sie eine riesige Freude gewesen sein, auch wenn die äußeren Umstände noch recht jämmerlich waren. Und so erlebten sie ihre Freude auch als ein Gottesgeschenk.

Jesus sagt im Lehrtext seinen Jüngern, dass er ihnen Macht über die bösen Geister gegeben habe und sie ihnen untertan seien. Böse Geister? Damit mein er, wie im Vaterunser, das Böse schlechthin, was einem Menschen widerfahren kann. Es soll sie, es soll dich und mich nicht beherrschen. Mit Hilfe des Glaubens können wir es immer wieder in unsere Gewalt bekommen und nicht umgekehrt.

Doch wenn wir es besiegt haben, sollen wir uns nicht freuen. Der Triumph über den Feind gebiert nur neue Feindschaft. Stattdessen sollen wir unsere Aufmerksamkeit auf Gott richten und uns freuen, dass wir ihm gehören (= Namen im Himmel geschrieben).

Das ist eine allgemeine Lebensweisheit, dass ich mich nicht auf das Negative fixiere, sondern das Gute in den Blick nehme. Leichter gesagt als getan. Ich meine, der Glaube ist auch so etwas wie „der Blick auf das Gute“. Ich muss es nur sehen wollen.

Gebet: Herr, ich danke dir für die großen Freuden in meinem Leben, wie die Geburt meiner Kinder. Aber noch mehr danke ich dir für die vielen kleinen Freuden, die du mir Tag für Tag machst. Sie machen mein Leben lebenswert und stärken meinen Glauben. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr 

PS. Das Couscous hat wirklich gut geschmeckt😀. Wird in unseren Speiseplan aufgenommen.                                       

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Dienstag, 13. April 2021

Abschied von Rosi B. hl

Vorbemerkung: Warum gestern und heute eine Traueransprache statt der Losungsauslegungen? Ich möchte damit zeigen, wie ein Mensch im Licht des Glaubens gewürdigt werden kann und wie Angehörige und die Trauergäste in diesem Licht Abschied nehmen können. Die Trauerfeiern fanden am Wochenende statt.

Lieber Herbert, liebe Familie B., lieber Herr L. und alle Angehörigen,

wir, die Trauergäste verneigen uns respektvoll vor eurem Schmerz. Und wir verneigen uns vor Rosi B., dieser tapferen und liebevollen Frau. Es ist uns ein Bedürfnis, ihr die letzte Ehre zu erweisen, ihr, die das viele Leid nicht klein gemacht hat, sondern groß. Die nicht schwach geworden ist, sondern stark. Die ihr Schicksal bis zuletzt nicht beklagt, sondern getragen hat. Und die sich, als die Kräfte erschöpft waren, von Gott und ihrer Familie hat tragen lassen. Sie war eine Persönlichkeit, zu der wir aufblicken können.

Ja, auf eure Rosi haben viele geschaut und haben sich gefragt: „Wie schafft die das nur, so viele Sorgen und so viel Leid in ihrem Leben und doch bleibt sie lebensfroh, freundlich und herzensgut? Woher nur nimmt sie die Kraft, die vielen Schicksalsschläge zu überwinden?“ So ist sie für manchen von uns hier ein heimliches Vorbild gewesen. Und der eine oder die andere denkt sich vielleicht jetzt: „So wie Rosi das gemacht hat, so möchte ich das auch können, wenn einmal auf mich große Herausforderungen zukommen.“

Auch sie hatte ihr Vorbild, ihre Mutter, die vor fünf Jahren gestorben ist. An ihr hat sie sich orientiert. Und vielleicht könnt auch ihr, die Kinder und Enkel, euch nach Rosi richten, eurer Mutter und Oma, je mehr ihr in eurem Leben Orientierung braucht. Sie soll in euren Herzen lebendig bleiben, auch wenn sie für die Außenwelt tot ist. Und die Liebe, die ihr von ihr empfangen habt, soll in euch weiter leuchten gerade dann, wenn ihr ein Licht braucht.

Könnte es nicht sein, so frage ich mich, dass Gott euch diese Frau, Mutter und Oma geschenkt hat, weil ihr gerade sie gebraucht habt? Dass er euch mit ihr gesegnet hat und ihr mit diesem Segen weiterleben könnt? Ja, ihr hattet gemeinsam schwere Zeiten, doch immer wieder auch schöne. Ihr hattet auch das Glück, dass Rosi viele Jahre bei euch war und ihre Tür und ihre Arme für euch immer offen standen. Und ihr habt es nach der Tumordiagnose geschafft, gemeinsam mit ihr und medizinischer Hilfe dem Tod noch zweieinhalb besonders wertvolle Jahre abzuringen. Auch diese Zeit war noch einmal ein Geschenk. Sie hat euch reifer und empfindsamer gemacht. Das soll euch helfen, dankbar von ihr Abschied zu nehmen.

Und doch ist sie nicht einfach fort. Rosi hat die Liebe an euch weitergegeben, die sie von Gott empfangen hat. Dadurch bleibt sie mit ihm und mit euch verbunden. Denn das Bibelwort für diese Trauerfeier sagt: »Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, weder Freude noch Leid, weder Glück noch Schmerz noch Angst, keine Macht im Himmel und auf Erden, weder eigene Schuld noch äußerer Zwang. Nicht einmal der Tod kann uns scheiden von Gottes Liebe, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn.« (Römer 8,35+39)

Das, liebe Freunde, wollen wir festhalten. Darauf lasst uns vertrauen, dass auch der Tod Rosi nicht scheiden kann von der Liebe Gottes und dich und mich auch nicht. Und auch davon nicht, dass sie ihr Andenken bei uns lebendig bleibt.

Doch wie soll man so positiv von Gott sprechen, wenn man weiß, dass Rosi und Herbert ihre drei eigenen Kinder und ein angenommenes wieder hergeben mussten? Und wie sollst erst recht du, Herbert, das können, der du deine Frau hergeben musst, die das Herz der Familie war und der Mittelpunkt in deinem Leben? Die nicht nur für dich, die Kinder und Enkelkinder da war, sondern dich auch bei der Arbeit auf dem Hof tatkräftig unterstützt hat?

Mir scheint, auch du hast dich an ihrem unerklärlich festen Glauben orientiert, den sie nicht aufgegeben hat, auch nicht, als sie wusste, dass ihr die Krankheit nicht mehr viel Zeit lassen würde. Rosi hat erfahren, dass es gerade in den finsteren Tälern ihres Lebens keinen anderen Halt gibt als den großen Hirten, der von sich sagt: »Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir und tröste dich.« Und du Herbert, der du mit ihr die Freuden des Lebens geteilt und die Lasten getragen hast, du siehst das ähnlich, da du sagst: »Ich habe schon auch mit Gott gehadert. Aber dann habe ich zu ihm gesagt: Ich brauche dich jetzt umso mehr.«

Genauso ist es. Es ist schön, Gott für die frohen und hellen Tage danken zu können und für allen Segen, den es doch auch in unser aller Leben gibt. Doch in den trüben und dunklen Tagen brauchen wir ihn umso mehr. Woran willst du dich sonst halten, wenn du keinen Halt mehr hast und auch Menschen mit ihrer begrenzten Kraft dich nicht mehr halten können?

Rosi hatte von ihrer Freundin ein Buch geschenkt bekommen, in dem sie bis zuletzt täglich las. Eine Stelle hat ihr besonders zugesagt. Da sagt Jesus: »Wenn die Dinge nicht so laufen, wie du es dir erhoffst, dann schau gelassen auf mich und sage: „Was soll‘s!“ Du wirst feststellen, dass die meisten Dinge, die dir Sorgen bereiten, nicht wichtig sind. Und wenn dir dann ernste Probleme begegnen, hast du für sie mehr Reserven.«

Vielleicht war das das Geheimnis ihrer Kraft, dass sie es gelernt hat, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Dass sie im Blick auf Jesus immer wieder sagen konnte „Meine Alltagssorgen? Ich lasse sie los. Was soll‘s!“. So blieb ihr dann die Kraft, mit dir Herbert und mit Gottvertrauen auch die schweren Lasten zu tragen.

Der Abschied tut weh, auch Ihnen, Herr L., der sie schon am Grab ihrer Frau haben stehen müssen, am Grab von zwei ihrer vier Töchter und heute am Grab der dritten. Auch die letzte Schwester und die Schwiegermutter tragen schwer an diesem Leid. Wie wird das in Zukunft sein? Wird die Zeit alle Wunden heilen? Nein. Doch sie lehrt uns, mit dem Unbegreiflichen zu leben.

Zuletzt möchte ich im Namen der Familie euch, den Trauergästen für die Anteilnahme danken, euch den Freunden und Nachbarn, den ehemaligen Lehrlingen und Mitarbeitern auf dem Hof. Ihr sagt mit eurem Kommen: „Wir haben Rosi geschätzt und gemocht, diese wunderbare Frau, die das viele Leid nicht bitter gemacht hat, nicht gebeugt und nicht gebrochen.“ Von ihr heißt es in der Todesanzeige:

„Wie ein Löwe gekämpft und viel gelitten,
hoch erhobenen Hauptes durchs Leben geschritten.“

So wollen wir Rosi B. in Erinnerung behalten, die auch in ihren dunklen Zeiten für andere ein Licht war. Amen

P.S. Rosi B. wurde 61

Montag, 12. April 2021

Abschied von Elsa F. hl

Liebe Angehörige von Elsa F., liebe Trauergemeinde,

heute und morgen nehmen wir Abschied von zwei bemerkenswerten Frauen aus unserer Gemeinde. Morgen von Rosi B., heute von Elsa F. Beide haben den guten Geist in den Dörfern T. und K. entscheidend mitgeprägt, ohne dass sie das wollten oder dass ihnen das bewusst gewesen wäre.

Frau F. war, was man in der Stadt eine vornehme Dame nennt. Aufs Dorf passt dieser Ausdruck nicht. Und es hätte ihr auch nicht gepasst, sie so zu nennen. Aber was damit gemeint ist, trifft auf sie zu.

Streichen wir also das Wort Dame. Aber das Wort „vornehm“ will ich nicht streichen. Nein, sie hat nicht nach außen hin vornehm getan. Aber sie war von vornehmer Geisteshaltung und vornehmer Herzensbildung. Ihre inneren Qualitäten waren das, was ihre Familie, auch die Enkel, geschätzt haben. Aber ebenso ihre Freundinnen und Nachbarn und alle, die sie näher gekannt haben.

Dabei hat sie durchaus auch auf ihr Äußeres geschaut. Sie hat sich bis zuletzt nicht gehen lassen, sondern war darauf bedacht, das ordentliche Leben, dass sie geführt hatte, zu Ende zu bringen. Und dabei haben ihr ein großes Maß Selbstdisziplin und Energie geholfen, womit sie ihr Leben so gestaltete, wie sie es für richtig hielt. Allein dafür, wie sie bis zuletzt ihre Wohnung in Ordnung hielt und mit Familienfotos und Blumen schmückte, kann man vor ihr den Hut ziehen. Aber noch bemerkenswerter war ihre Toleranz und Großzügigkeit, ihre Gastfreundschaft und Güte. Davor will ich meinen Hut ziehen, vor ihrem großen Herzen, das sie nicht nur für ihre Angehörigen, sondern auch für andere hatte.

So hat sie sich in T. und darüber hinaus Achtung erworben. Das zeigten auch die vielen Trauergäste, die an der Aussegnung teilgenommen hatten. Das zeigt ihr, die ihr heute zu ihrer Trauerfeier gekommen seid und ihr die letzte Ehre erweist.

Doch das Schicksal schien zunächst eine andere Richtung einzuschlagen. Sie kam am 1930 als uneheliches Kind in S. zur Welt. Das war damals eine Hypothek, die Mutter und Kind zu tragen hatten. Da war die Selbstgerechtigkeit und Empörung und die nicht immer ehrliche Moral in den Dörfern noch groß. Aufgewachsen ist sie dann als Elsa S. in T. und hat schon als Kind mit ihrem offenen und liebenswürdigen Wesens bald die Herzen erobert. Zur Familie gehörten noch zwei Brüder, von denen einer schon verstorben ist.

Geschenkt hat sie ihr Herz aber keinem Einheimischen, sondern einem Flüchtling aus dem Sudetenland. Auch damit hat sie wohl wieder allerhand Gerede auf sich gezogen. So war das damals, wenn sich ein Mädel in einen Fremden verliebte, zumal in einen Flüchtling. Und so ist das bis heute geblieben. Diese Erfahrungen haben sie geprägt, haben sie tolerant gemacht gegenüber ihren Kindern und Enkelkindern. Sie hat sich gehütet, über andere schlecht zu reden oder sie zu verurteilen.

Mit ihrer Geisteshaltung und Herzensbildung hat sie wesentlich dazu beigetragen, dass in T. alles in allem ein guter Geist herrscht und es eine gute Dorfgemeinschaft gibt. Oft ist es nur eine Hand voll Menschen, die das öffentliche Klima in einem Dorf positiv prägen. Frau F. gehörte dazu. Dazu passt auch ihr Konfirmationsspruch aus den Seligpreisungen Jesu, wo es heißt: »Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen(Matthäus 5,8)

Hatte sie denn ein reines Herz? Nein. Niemand kann sich in dieser Welt ein reines Herz bewahren, völlig unbefleckt von Versagen und Schuld. Doch darum geht es nicht. Der hat ein reines Herz, wer zu seinen Mitmenschen aufrichtig ist, wer Mitgefühl zeigt, hilfsbereit ist und dessen Herz kein Neid trübt, kein Groll, keine Gemeinheit und kein Hass.

Elsa F. gehörte zu T. beinahe möchte ich sagen wie der Kirchturm zur Kirche. Sie nahm rege am öffentlichen Leben teil zum Beispiel sang sie im Kirchenchor mit, war Mitglied im Brieftaubenverein, bei den Landfrauen, bei der IG Maibaum und hat, solang sie konnte, bei der Kirchweih bedient und danach den Kartoffelsalat gemacht. Auch im Gottesdienst und im Seniorennachmittag war sie regelmäßiger Gast. Und darum fehlt sie nicht nur ihrer Familie, sondern auch ihren Freunden und Nachbarn.

Zuletzt war es gut, dass Gott sie nach 90 Lebensjahren wieder heimgeholt hat. Aber nur die letzten Tage waren noch einmal besonders schwer. Bis dahin hat sie mit geistiger Frische am Leben ihrer Familie teilgenommen und hat im letzten September noch einmal so richtig ihren 90. Geburtstag gefeiert. Von diesem Ereignis, von dieser Freude hat sie bis zuletzt gezehrt. Kurz vor ihrem Tod haben wir dann noch einmal im kleinsten Kreis an ihrem Sterbebett Abendmahl gefeiert. Das hat sie noch mitbekommen. Und ich hoffe, dass sie das gestärkt und getröstet hat.

Und so möchte ich als Resümee von ihrem Leben sagen: Else F. war ein von Gott gesegneter Mensch. Er hatte sie mit Lebensfreude, Tatkraft und einer angenehmen Leutseligkeit gesegnet. Er hatte ihr die Kraft gegeben, auch Krisen zu überstehen und Leid zu tragen. So ist ihr Mann schon vor bald 40 Jahren gestorben. Sie hatte nicht nur ihre Kinder und zum Teil auch Enkel zu erziehen, sondern pflegte auch die Urgroßmutter, die Schwiegermutter und den Vater. Daneben hat sie dann mit Heimarbeit noch dazuverdient.

Gott hatte sie aber auch mit drei Töchtern gesegnet, mit vier Enkeln, von denen einer in jungen Jahren schon gestorben ist, und sieben Urenkeln. Und er hat sie mit Freude gesegnet an ihrer Familie, an der Musik, am Garten, an Blumen und damit, dass sie eine hervorragende Köchin war.

Ja, Elsa F. war eine bemerkenswerte Frau, keine Dame, aber trotzdem vornehm, nicht nach außen hin, sondern im Geist und im Herzen. Nun soll sie schauen, was sie geglaubt hat. Nun soll sie Gott schauen im Angesicht ihres Erlösers Jesus Christus. Und er wird sie anstrahlen und sagen: Nun komm, Elsa, es ist Zeit. Du warst lange genug auf der Erde. Jetzt gehe ein in meinen Frieden. Da bist du geborgen.

Wir, liebe Trauergäste, verneigen uns vor diesem Leben und nehmen von Elsa F. Abschied in Frieden und Dankbarkeit. Amen

Sonntag, 11. April 2021

Schatz und Herz hl

Losung: Fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. Psalm 62,11 

Lehrtext: Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Matthäus 6,21 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

"Schatz", so sagen manche Paare zueinander. Ich finde diesen Kosenamen eigentlich ganz schön. Sagt man doch damit, dass man den anderen liebt und schätzt. Jedenfalls ist so ein „menschlicher“ Schatz nicht mit Geld oder sonstigem Vermögen aufzuwiegen.

Manche aber hängen sich an ihren Besitz, weil er ihnen Sicherheit verspricht. Sie glauben, dass Geld ihr Ansehen erhöht und sie gut durch schwierige Zeiten kommen lässt. Es stimmt schon, ein gewisses Vermögen macht finanziell unabhängig und beruhigt. Doch es kann dir auch wieder zwischen den Fingern zerrinnen. Liebe und Geborgenheit aber kannst du nicht kaufen. Du bekommst sie nur geschenkt. Und du kannst sie einem anderen schenken.

Gott schenkt sie dir, sagt die Bibel, sagen Menschen, denen ihr Glaube kostbar ist. Sagt, wer die Erfahrung gemacht hat, dass er ganz und gar von Gott abhängig ist und alles von ihm bekommt. Vielleicht muss man dazu erst einmal erlebt haben, wie flüchtig und zerbrechlich das eigene Leben ist, wie wenig man im Grunde sich selbst in der Hand hat.

"Schatz", so sagen manche Paare zueinander. Schön, wenn sie das auch so meinen. Doch zu Gott sage ich das nicht. Warum? Vielleicht weil ich einen Kosename für ihn unpassend finde. Gott ist mir dazu einfach zu wichtig und wertvoll, weil er mir heilig ist. Und doch stimmt es für mich: Er ist mein größter Schatz und ich seiner. So wie du. 

Gebet: Herr, auch wenn ich alle materiellen Güter wieder verliere, du bleibst mir. Du bist das zuverlässige Fundament, auf dem ich Halt finde und mein Leben bauen kann. Du bist bei mir auf der grünen Aue und im finsteren Tal. In diesem Glauben gehe ich getrost meinen Weg weiter. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr                                       

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Samstag, 10. April 2021

Das Windlicht hl

Losung: Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde. Psalm 71,9

 

Lehrtext: Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. 2.Korinther 4,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

auch in einem alten Windlicht mit Sprüngen und Macken brennt die Kerze und macht es hell. Vielleicht hast du eins von deinen Großeltern oder Eltern geerbt und hältst es in Ehren. Sooft du es an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon oder im Garten anzündest, denkst du an sie. Dieses Windlicht hatte für sie eine schön Abendstimmung auf den Tisch gezaubert und jetzt tut es das für dich. Das Windlicht ist alt, die Flamme aber ist jung. Dem Gefäß sieht man die Jahre an. Dem Licht nicht. Es leuchtet heute so strahlend wie in vergangenen Zeiten.

Solange Oma ihre Enkel liebevoll anschaut, sind ihnen ihre Falten egal. Gott interessiert meine äußere Erscheinung sowieso nicht, doch er freut sich, wenn ich ein Licht für andere bin, egal in welchem Alter. Dann gebe ich es wie ein Fackelläufer an sie weiter.

Gebet: Herr, gib Acht auf das Licht des Glaubens in mir, dass es nicht verlösche, sondern mir den Weg durchs Leben bis zu seinem Ende zeige. Bis es verblasst im Licht deiner Herrlichkeit. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr                                       

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Freitag, 9. April 2021

Atme durch und fürchte dich nicht. hl

Losung: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Jesaja 43,1 

Lehrtext: Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Römer 8,31 

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Losungswort gestern hat sich Adam, der Mensch, vor Gott gefürchtet. Zurecht, denn die Strafe folgte auf dem Fuß. Weil er Gottes Gebot übertreten hatte, wurde er mit Eva aus dem Paradies vertrieben. So steht es am Anfang der Bibel. Von nun an muss der Adamsmensch, müssen du und ich "jenseits von Eden" leben, außerhalb des Paradieses in der Welt, wie wir sie kennen. Wer nicht hören will, muss fühlen. Das ist die unerbittliche Sprache des Gesetzes.

Im Losungswort heute sagt Gott zum Menschen: "Du lebst getrennt vom Paradies. Aber ich bin in dieser ganz und garnicht paradiesischen Welt bei dir. Ich lasse dich nicht im Stich. Du musst dich nicht erst noch vor mir bewähren. Du gehörst ja mir. Alles ist gut. Atme durch und fürchte dich nicht."

Das ist es, was ich hören muss. Das macht mich zuversichtlich und lebensmutig. Das ist das Evangelium, die frohe Botschaft. Sie gibt mir Orientierung und Sinn.

Gott, die große Macht im Himmel und auf Erden, ist für mich (Lehrtext). Heute und morgen. Es gibt Tage, da fällt es mir schwer, das zu glauben. Wichtiger aber ist, dass er tut, was sein Wort sagt.

Gebet: Herr, ich nehme dich beim Wort. Weil du mein Vater bist, kannst du mich nicht täuschen. Weil du mein Gott bist, kann ich auf dich vertrauen. Weil du mich erlöst hast, muss ich mich nicht fürchten. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr                                       

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Donnerstag, 8. April 2021

Nachdenken über den Menschen hl

Losung: Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt. 1.Mose 3,9-10 

Lehrtext: Kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft geben müssen. Hebräer 4,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Adam, - auf Deutsch: Gottes Menschengeschöpf – Adam wird von Gott angesprochen. Er wird von ihm einer Frage gewürdigt, weil der Schöpfer seinem Geschöpf zutraut, dass es ihm antworten, dass es sich ver-antworten kann.

Du bist von Gott angesprochen: „Wo bist du? – Wo ist dein Herz? Wo sind deine Gedanken? Wo ist dein Glaube?“

Adam lügt. Er fürchtet sich nicht wegen seines Nacktseins. Er hat ein fürchterlich schlechtes Gewissen; denn auch er hat von der verbotenen Frucht gegessen. Jetzt weiß er, was gut und böse ist. Jetzt weiß er, was ein schlechtes Gewissen ist.

Damit beginnt sein Versagen. Und nun wird es immer schlimmer: Erst duckt er sich weg, dann die Lüge, dann drückt er sich um seine Verantwortung und beschuldigt Eva und schließlich beschuldigt er auch noch Gott selbst: „Die Frau, die DU mir gegeben hast…“ (1. Mose 3)

So ist der Mensch, sagt die Bibel damit. So ist er von Anfang an: feige, furchtsam, unaufrichtig, verantwortungslos, gemein zu seinem Mitmenschen und frech zu Gott.

So ist der Mensch? - Was meinst du? Stimmt das? Bist du so?

Die Folge aus diesem Menschenbild ist, dass der Mensch Gebote und Verbote braucht, Gesetz und Gericht, Urteil und Strafe. Der Mensch muss beaufsichtigt werden, er muss erzogen werden. Man darf ihn nicht gewähren lassen. So sehen das Menschen, die sich an diesem Menschenbild orientieren.

Es gibt aber noch eine andere Sichtweise, die göttliche. Ja, der Mensch ist schwach und versagt. Doch ihn bessern nicht Gebote und Strafe, kein Liebesentzug, keine Drohungen mit ewiger Verdammnis. Ihn bessert einzig Gottes Liebe in Jesus Christus. Sie kann ihn heilen von den seelischen Wunden, die er sich allzu oft selbst und anderen zufügt. 

Nein, ich bestreite nicht, dass ich so ein Mensch bin, wie die Bibel sagt. Ich vermute, dass ich theoretisch zu allem fähig wäre, wozu ein Mensch fähig ist. Es müssen nur die Umstände so sein. Sie haben schon viele gebrochen.

Aber weil ich so ein zerbrechlicher Mensch bin, darum brauche ich umso mehr Gottes Hilfe. Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sagt Jesus, sondern die Kranken. Nicht die Gerechten, sondern die Sünder. Nicht die Frommen, sondern die Kleingläubigen und Ungläubigen. Für sie lag er in der Krippe. Für sie hing er am Kreuz. Für sie ist er auferstanden. Und damit für die anderen auch. 

Gebet: Herr, heile mich. Du kennst meine Krankheit und meine Wunden. Du kennst meine Schwächen und meine Not. Deine Barmherzigkeit bringt mir Frieden und deine Liebe macht mich gesund. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr                                       

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Mittwoch, 7. April 2021

Auf mich kommt es nicht an hl

Losung: Er hat die Sünde vieler getragen, und für die Übeltäter trat er ein. Jesaja 53,12 

Lehrtext: Jesus: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich, liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Lukas 6,27+28 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich hoffe sehr, dass du inzwischen nicht überdrüssig bist, wenn in meinen Losungsauslegungen schon wieder von der Feindesliebe die Rede ist. Aber darum geht es nun mal im heutigen Lehrtext.

Dazu diese Gedanken: Jesus verlangt von mir nichts, wozu er nicht bereit ist. Ich soll ihm, so gut ich kann in meinem Leben nachfolgen und nicht er mir. Hundertprozentig schaffe ich das sowieso nicht. Aber wenigstens soll und will ich in der richtigen Richtung unterwegs sein und seinen Weg nachgehen.

Denen, die mich hassen, Gutes tun, das ist viel verlangt, sehr viel. Die mich verfluchen, segnen, - das ist auch viel verlangt, geht aber schon eher ebenso wie für die bitten, die mich beleidigen oder „für Übeltäter eintreten“ (Losung). Aber diese Dinge sind es nun einmal, die mich zu einem Christen machen.

Hingegen die lieben, die einem mehr oder weniger sympathisch sind, das kann auch ein Atheist. Selbst, dass einer sein Leben für seine Freunde lässt, kommt vor, wenn auch selten, bei Christen wie Muslimen, bei Juden wie Buddhisten … und Atheisten.

Doch das kann ich auch als Christ nicht und ich weiß auch von sonst keinem, der das könnte: das Leben für seine Feinde hingeben. Das weiß ich nur von Jesus. Und darum, und nur darum weiß ich auch, dass seine Liebe bedingungslos ist und ausnahmslos allen Menschen gilt. Keiner, kein einziger ist verloren, ob mir das gefällt oder nicht.

Ich jedenfalls hätte, wie gesagt, nicht die Kraft und die Größe zu so einer Liebe. Ich könnte Kinderschändern, die die Seele ihrer Opfer für ein ganzes Menschenleben beschädigt haben, nicht vergeben. Und denjenigen, die Kinder systematisch umbringen oder mit Bomben und Drohnen töten, auch nicht. Doch auf mich kommt es Gott sei Dank nicht an, sondern auf den, der selbst gefoltert und am Kreuzgalgen umgebracht worden ist. Seine Gerechtigkeit ist entscheidend und nicht, was ich davon halte.

Gebet: Herr, es fällt mir schwer zu glauben, dass du wirklich alle Menschen ohne Ausnahme liebst. Aber das erst macht mich gewiss, dass du auch mich liebst. Zum Dank will auch ich zu denen freundlich sein und denen helfen, die ich nicht mag. Das fällt mir noch schwerer. Aber ich will mich bemühen und vertraue dabei auf deine Kraft. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr                                       

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