Donnerstag, 23. Mai 2024

Spotlight hl

Losung: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Jesaja 9,1

Lehrtext: Da die Weisen den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an. Matthäus 2,10-11

Liebe Leserin, lieber Leser, 

man lernt einfach nicht aus. Bei der Vorbereitung dieser Losungsauslegung habe ich erfahren (was du vielleicht schon lange weißt), dass bei den meisten Menschen der so genannte Spotlight-Effekt wirkt. Sie haben den Eindruck, dass andere sie ständig beobachten würden. Doch das geschieht in weitaus geringerem Maß, als sie selbst denken.

Spotlight, so nennt man einen Bühnenscheinwerfer, der einen einzelnen Schauspieler heraushebt, während die Umgebung dunkel bleibt. Der Schauspieler steht sozusagen im Rampenlicht und wird von allen gesehen.

Ein Kind als Hoffnungslicht

In der Losung aus dem Buch des Propheten Jesaja ist es ein nicht näher genanntes Kind, das geboren wurde, und von dem der Prophet sagt, dass es das Hoffnungslicht für das gedemütigte Volk der Israeliten sei. Die Herrschaft läge auf seiner Schulter und nicht auf der Schulter des Königs der Großmacht Babylon. Dieses Kind war für ihn so etwas wie ein himmlischer Scheinwerfer, der in der Finsternis der Israeliten scheinen und ihr Leben und ihre Zukunft wieder hell machen würde.

Kein Wunder, dass viele hundert Jahre später dieses Wort vom Evangelisten Matthäus  aufgegriffen und auf Jesus gedeutet wurde (Matthäus 4,13-16). Zuerst, so Matthäus, war es ein Stern, der die heidnischen Astrologen (später als drei Könige umbenannt) nach Bethlehem geführt hatte (Lehrtext). Aber nicht sein Licht war es, das die Dunkelheit erhellte, sondern das neugeborene Jesuskind. Von ihm ging der göttliche Glanz aus, der die Welt in ein überirdisches Licht tauchte für die, die Augen hatten, um tiefer zu blicken. Und das blieb so sein Leben lang -und gilt noch heute. 

Wo er ist, wird es hell

Überall, wo Jesus hinkam, wurde es hell - bei den Kranken, bei den Armen, bei den Schuldigen, bei den Soldaten, bei den Huren, bei den Fremden und Andersgläubigen. Er war das Himmelslicht, das die Finsternis vertrieb, das die Welt im Licht der Gnade Gottes erscheinen ließ. In wessen Nähe er kam, auf den strahlte sein Glanz ab. Dem "ist ein Licht aufgegangen". In dem wurde es ebenfalls hell (Matthäus 4,15+16). Genau das geschieht noch heute. Und ich nehme an, dass das auch bei dir so ist, sonst würdest du dich für diese Losungsauslegungen wohl kaum interessieren.

Auch ich wohne ohne dieses Licht "im finstern Lande" (Losung) trotz alle Neonlichter und LED-Leuchtmittel. Doch wenn mir Jesus im Glauben begegnet, in den Erzählungen der Evangelien, in meinen Gebeten, in den Liedern, in den Menschen, die freundlich zu mir sind, dann wird es hell. Nicht die Welt ändert sich, aber ich schaue sie mit anderen Augen an, so, wie Jesus sie sieht, mit den Augen Gottes. Und dann erkenne ich, dass sie Gottes gesegnete Schöpfung ist und bleibt, was immer wir ihr antun. Dann sehe ich sie in seinem Licht, im Licht seiner Liebe und meiner Hoffnung.

Er ist das Spotlight, der Scheinwerfer, in dem mich Gott sieht auf der Bühne des Lebens. Was ich da "spiele" ist leider kein Lustspiel, sondern gleicht eher einer Tragikomödie mit tragischen und komischen Anteilen. Doch sein Licht ist nicht erbarmungslos grell, sondern barmherzig mild. Es scheint über mir und über dir, ganz gleich wie finster die Zeit ist, in der wir leben.

Und der Spotlight-Effekt? Wahrscheinlich ist es so, dass wir, du und ich, von anderen viel weniger beachtet werden als wir glauben. Bei Gott aber stehen wir im Rampenlicht, weil wir beide ihm wirklich wichtig sind - aber die anderen auch.

Gebet: Herr, du bist mein Licht. Bei dir gehen mir die Augen auf und ich sehe diese Welt und mich selbst neu im Licht der Gnade und Liebe Gottes. Leuchte mir in dieser und in jener Welt, wenn die irdischen Lichter erlöschen. Und lass mich selbst ein Licht für andere sein. Amen 

Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier,
Herr Jesu Christ bleib du bei mir;
es will nun Abend werden.
Lass doch dein Licht
auslöschen nicht
bei uns allhier auf Erden
EG 473,4

Herzliche Grüße,     

Ihr / dein Hans Löhr

Hier der Link zur Erklärung des Begriffs Tragikomödie

Lied "Mein schönste Zier" EG 473,1-4

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Mittwoch, 22. Mai 2024

Nachdenken über Versöhnung hl

Losung: Er sandte Erlösung seinem Volk und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll. Psalm 111,9

Lehrtext: Jesus Christus selbst ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 1. Johannes 2,2

Liebe Leserin, lieber Leser, 

gestern habe ich einen kleinen Teil dieser Losungsauslegung mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) verfasst. Ich habe in das Programm die Frage eingegeben: „Woher kommt das Wort Versöhnung und was bedeutet es?“

Hier die Antwort der KI: »Das Wort "Versöhnung" kommt aus dem Mittelhochdeutschen "versuenunge". Es hat Wurzeln im Verb "versühnen," was so viel bedeutet wie "sühnen" oder "wiedergutmachen." Die Bedeutung des Wortes "Versöhnung" umfasst den Prozess und das Ergebnis der Beilegung eines Konflikts oder Streits und der Wiederherstellung eines harmonischen Zustands zwischen Parteien. Es geht darum, durch Verständigung und Kompromiss eine vorherige Feindschaft oder Auseinandersetzung zu überwinden und Frieden oder Eintracht wiederherzustellen

Nun, das Ganze ist etwas hölzern formuliert, aber in der Sache stimmt es. Das Wort Versöhnung kommt nicht von ‚Sohn‘, wie manche meinen, sondern, wie auch die KI sagt, von Sühne. So heißt es zum Beispiel im Weihnachtslied „O du fröhliche“: »Christ ist erschienen, uns zu versühnen«, also wiedergutzumachen, was kaputt gegangen ist und den Frieden unter uns und zwischen Gott und uns wiederherzustellen.

Leuchtendes Beispiel für Versöhnung

Die jüngere Geschichte kennt ein leuchtendes Beispiel für Versöhnung. Und das ist die deutsch-französische Freundschaft nach den grauenhaften, verlustreichen Kämpfen im Ersten und gleich darauf noch mal im Zweiten Weltkrieg. Dass es bei dieser Freundschaft bleibt, daran muss weiterhin gearbeitet werden. Schließlich kann sie ein Beispiel sein, wie verfeindete Nationen wieder zueinander finden. Das wird auch die Zukunft der Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine sein müssen, wenn der Westen seine eigenen, machtpolitischen Interessen zurückstellt.

Auch die politische Versöhnung hat ihre Wurzeln in Christus, selbst wenn das vielen nicht bewusst ist. Aber noch mehr gilt das für die Versöhnung im persönlichen Umfeld, besonders in der Partnerschaft, in der Familie und am Arbeitsplatz. Weil wir durch ihn mit Gott versöhnt sind, haben wir in uns die Möglichkeit, uns untereinander zu versöhnen, also wiedergutzumachen, was kaputt gegangen ist und den Frieden wiederherzustellen. Ich habe das so erlebt und denke, dass das ohne Jesu Geist der Versöhnung nicht möglich gewesen wäre.

Doch nun überbietet der Lehrtext noch einmal alles, was auf der persönlichen Ebene möglich ist und sagt: »Jesus Christus selbst ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.« Was für eine Aussage! Er ist die Versöhnung für die Sünden der Deutschen und der Franzosen, der Russen und der Ukrainer, der Israelis und der Palästinenser ... Wenn zwischen Menschen und Nationen Frieden werden soll, dann, so meine ich, geht das nur auf seinem Weg, auf dem Weg, die eigene Schuld einzugestehen und um Ent-Schuldigung zu bitten, auf dem Weg der Vergebung, auf dem Weg der Reue und der Demut. In einem Wort: auf dem Weg des Friedens. 

Der Kniefall von Warschau*

Am Fenster meines Arbeitszimmers hängt eine Ansichtskarte. Darauf ist der Augenblick festgehalten, wie unser ehemaliger Bundeskanzler Willy Brandt am 7. Dezember 1970 in Warschau auf die Knie geht. Er tut das vor dem Mahnmal zum Gedenken an den jüdischen Ghetto-Aufstand von 1943 . Diese überraschende Geste hat für die Aussöhnung zwischen Deutschen, Polen und Juden mehr bewirkt als alle diplomatischen Gespräche und Verträge. Für seine Geste bekam Willy Brandt 1971 den Friedensnobelpreis, weil er »als Chef der westdeutschen Regierung und im Namen des deutschen Volkes die Hand zur Versöhnung zwischen alten Feindländern ausgestreckt« habe, hieß es in der Begründung. 

Versöhnung heißt für mich nicht, dass sich alle um den Hals fallen, sondern dass man sich gegenseitig respektiert als Menschen mit den gleichen Stärken und Schwächen, die sich Leid zufügen und Leid erfahren. Die einander schuldig werden und sich doch auch wieder vergeben. Die sich im Licht des Evangeliums Jesu als Brüder und Schwestern erkennen: Deutsche wie Polen, Russen wie Ukrainer, Israelis wie Palästinenser ...

Gebet: Herr, du allein weißt, wen ich alles in meinem Leben bewusst und unbewusst verletzt habe. Du allein weißt, wie oft ich dich habe links liegen lassen, um mich anderswo zu orientieren. Wie könnte ich das alles wiedergutmachen, wenn du es nicht für mich gutmachen würdest? „Du bist die Versöhnung für die Sünden der ganzen Welt“. So kommt dein Friede auch zu mir. Amen 

Herzliche Grüße,     

Ihr / dein Hans Löhr

* Hier der Link zum Kniefall von Warschau und zum YouTube-Video.

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Dienstag, 21. Mai 2024

Gott ist treu hl

Losung: Ich, der HERR, behüte den Weinberg und begieße ihn immer wieder. Damit man ihn nicht verderbe, will ich ihn Tag und Nacht behüten. Jesaja 27,3 

Lehrtext: Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt. 1.Korinther 10,13 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Gott ist treu. In dieser vergänglichen und veränderlichen Welt gibt es nichts, worauf du dich hundertprozentig verlassen kannst, auch nicht auf dich selbst. Auch nicht auf einen anderen. Unsere seelischen Kräfte sind begrenzt. LeiderManchmal gibt es das Wunder, dass ein Mensch selbst unter größten Belastungen bis zum Tod zu seiner Sache steht wie Franz Jägerstätter (googeln) oder auch zu denen, die er liebt. Darauf kannst du hoffen, wissen kannst du das nicht. Und das kannst du auch nicht selbst garantieren allen Treueschwüren zum Trotz, weil du nicht weißt, wie weit deine Kraft reicht. 

Aber, so schreibt es der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther, Gott ist treu. Ihm traue ich zu, dass er die Kraft und die Größe hat, alles zu überwinden, was seiner Treue zu mir im Wege steht, auch mein Versagen und meine Schuld, auch meine Untreue ihm gegenüber. Dazu noch einmal Paulus in seinem Brief an die Römer: "Dass einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!" Römer 3,3-4

Gestern, heute, morgen

Ich muss seine Treue nicht beweisen und schon gar nicht auf die Probe stellen. Ich verlasse mich einfach darauf, dass es sich so verhält. Dass er mir auch morgen treu sein wird, wie er gestern war und heute ist. Dass er mir gerade in meinen schweren Krisen treu ist und bleibt bis an mein Lebensende und darüber hinaus. 

Und so kommt es auch auf meinen Glauben an, auf mein Gottvertrauen. Dass Gott treu ist, liegt an ihm. Dass ich das so empfinde und erfahre, liegt an mir. Liegt daran, dass ich ihm auch dann vertraue, wenn die guten Tage vorbei sind und die „Versuchungen“ kommen, wenn morgens schon das Elend am Bett sitzt und auch am Abend nicht weicht. Im Lehrtext heißt es, dass er mir auch dann die Kraft geben wird, ihm treu zu bleiben und die Versuchungen zu ertragen, bis sie vorüber sind. Darauf hoffe ich. Darum bitte ich.

Gebet: Herr, du weißt, es gibt Augenblicke, da möchte ich mein Gottvertrauen wegwerfen, weil ich meine, dass es umsonst ist. Gerade dann brauche ich dich und deine Treue am meisten. Gerade dann musst du zu mir halten, damit ich weiterhin zu dir halten kann. Darum bitte ich dich im Namen deines Sohnes und meines Herrn Jesus Christus. Amen 

Herzliche Grüße,     

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 20. Mai 2024

Wo Gott wohnt hl

Losung: So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet? Jesaja 66,1 

Lehrtext: Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 1.Korinther 3,16 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

vor kurzem habe ich mir die ostdeutschen Dome in Quedlinburg, Halberstadt, Merseburg und Naumburg angesehen. Was für herrliche Bauwerke! Sie haben zT 800 und mehr Jahre überdauert, wurden im Krieg zerstört und wieder aufgebaut und sind auch für spätere Generationen unbedingt erhaltenswert. Sie sind nicht nur Weltkulturerbe. Für mich gehören sie zu den Wurzeln, von denen wir in Deutschland geistig und kulturell leben, oft ohne es zu ahnen. Soweit, so gut. 

Gott lässt uns nicht in Ruhe

Aber Gott braucht sie nicht. Er wohnt nicht in einem Tempel, nicht in einem Dom, nicht in einer Kirche. Manche würden ihn da vielleicht gerne einsperren und aus der Welt und ihrem Leben, aus Politik und Alltag heraushalten, damit man vor ihm Ruhe hat. Doch das ist aberwitzig. Der Schöpfer von Himmel und Erde lässt sich von uns keinen Platz anweisen. Und in Ruhe lässt er uns schon gleich gar nicht.

In der Losung heißt es, dass der Himmel sein Thron und die Erde der Schemel seine Füße sei. Das war für die damalige Zeit, in der Gott oder die Götter Holz– und Steinfiguren waren und in irgendwelchen Tempeln und Schreinen wohnten, eine ungeheure  Behauptung. Das überstieg schon damals das Vorstellungsvermögen der Menschen. 

Unvorstellbare Dimensionen

Inzwischen haben wir noch ganz andere Erkenntnisse von der Größe des Himmels (Universum) und im Vergleich dazu von der Winzigkeit unserer Erde. Unser Heimatplanet ist in den Weiten des Weltalls nicht mehr als ein "glimmender Docht". Und wir erst, wir kurzlebigen Fünkchen! Und trotzdem glauben wir, dass auch wir von Gott gewollt und geschaffen wurden, von ihm geliebt werden und ihm vertrauen können.

Gottes Zuhause

Der einzige Ort auf der Erde, wo er wohnt, ist dein Herz. Wenn du eine Kirche besuchst, trägst du ihn hinein. Du besuchst sie gemeinsam mit ihm. Und wenn du sie verlässt, geht auch er wieder mit. Du bist sein Tempel, und sein Geist wohnt in dir (Lehrtext). Da findest du ihn, in deinem Glauben, in deinem Gottvertrauen. 

Wenn ich ihn da nicht finde, ist die ganze Welt, ja das ganze Universum gottlos - für mich. Aber ich nicht für ihn. 

Gebet: Herr, du bist größer als deine Schöpfung. Das gesamte Weltall kann dich nicht fassen. Und doch wohnst du in mir. Wie soll ich das begreifen? Ich kann nur staunen und glauben. Ich bin deine Krippe und dein Kreuz. Du lebst mit mir. Du teilst mein Glück. Du leidest mit mir und stirbst mit mir. Und ich erwache in dir zum ewigen Leben. Amen 

Herzliche Grüße,     

Ihr / dein Hans Löhr

Nachbemerkung: Die Verfasser der Bibel haben über Gott nachgedacht. Und wir heute denken über die Bibel nach. Wir denken nach über die Einsichten, die sie im Rahmen ihrer Grenzen unter den damaligen Lebensumständen und mit ihrem damaligen Weltverständnis gewonnen und überliefert haben: über ihre guten Erfahrungen mit Gott, aber auch über ihre Irrtümer und problematischen Schlussfolgerungen. 

Unser Nachdenken setzt voraus, dass die Bibel nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis menschlichen Glaubens und Nachdenkens ist. Sie ist in einem Zeitraum von rund 1000 Jahren entstanden, in dem sich das Gottesbild der Israeliten weiterentwickelt und verändert hat bis hin zu Jesus. Aber schon die Evangelisten und Apostel haben wieder ihr jeweiliges, persönliches Jesus-Verständnis weitergegeben, haben ihre Narrative erzählt, die sie voneinander unterscheiden.

Unsere Aufgabe heute ist es, das Evangelium Jesu, also seine gute Nachricht von Gott für uns und unsere Zeit aus der Bibel zu erschließen und zum Leuchten zu bringen. Doch das geht meines Erachtens nur, wenn ich selbst glaube und Jesus Ziel und Mittelpunkt meines Nachdenkens ist. Wie aber alle, die daran arbeiten, Kinder ihrer Zeit sind und somit auch ihre Grenzen haben, kann auch das, was sich aus meinem Nachdenken ergibt, nur vorläufig und unvollständig sein. Ich stehe mit meinem Nachdenken auf den Schultern zahlloser Bibelleser und Ausleger vor mir. Und diejenigen, die vielleicht einmal auf meinen und meiner Zeitgenossen Schultern stehen, haben wiederum einen größeren Überblick und können weiter sehen, als das heute möglich ist. Des Nachdenkens ist kein Ende und des Glaubens auch nicht. Gott sei Dank!

Ich würde das nicht mehr tun, hätten die vielen, meist unbekannten Verfasser der biblischen Schriften nicht wertvolle Erkenntnisse gehabt und Erfahrungen gemacht, die heute noch für meinen Glauben und mein Leben wegweisend sind. Anders gesagt, die mir helfen, diese Welt und Zeit zu deuten und zu werten. Die mir helfen, mich zu verstehen und zu orientieren, so wie es die heutigen Verse aus Losung und Lehrtext tun. 

Die für mich wichtigste Gotteserfahrung, steht im Alten Testament. Jesus hat sie sich zu eigen gemacht und danach geglaubt und gelebt. Sie enthält den Kern der guten Botschaft von Gott und heißt kurz und knapp: "Du (Herr) bist bei mir" (Psalm 23,4) - In den finsteren Tälern und auf den lichten Höhen des Lebens. Du warst bei mir, als ich auf diese Welt gekommen bin. Du bist bei mir in meiner Zeit. Und du wirst auch dann noch bei mir sein, wenn ich wieder gegangen bin.

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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Sonntag, 19. Mai 2024

Frohe Pfingsten! hl

Losung: Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Amos 5,24

Lehrtext: Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Johannes 16,13

Liebe Leserin, lieber Leser, 

erst mal frohe Pfingsten! Also frohe Pfingsten! So wie man auch frohe Weihnachten und frohe Ostern sagt. Und warum sagt man das? Ganz einfach, weil wir ‚Menschen des Evangeliums‘ sind, der frohen Botschaft Jesu; der Botschaft, dass Gott jetzt für dich und für mich da ist und hilft. Jetzt. Kann man das glauben? Ob man das glauben kann, weiß ich nicht. Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Ich glaube das, weil Jesus für mich glaubwürdig ist. Ich glaube, dass er wie niemand sonst offen und ehrlich zu mir ist, dass aus ihm „der Geist der Wahrheit“ (Lehrtext) spricht, dessen Zwillingsschwester die Liebe Gottes ist.

Handeln in Jesu Geist

Und wem sagt Jesus seine Botschaft? Den Gläubigen, den Guten, den Frommen …? Ihnen auch. Doch zuerst einmal denen, die sie brauchen. Die gerade nicht froh sind. Die mit widrigen Umständen aller Art zu kämpfen haben. Die ihre persönliche Situation genauso bedrückt wie die gegenwärtige Weltlage. Er sagt sie mir. Doch er redet nicht nur. Er hilft konkret.

Gestern Nacht musste ein naher Verwandter in die Notaufnahme. Da gerade niemand anderes zu erreichen war, hat er früh um halb Fünf seinen Chef angerufen. Der kam sofort und brachte ihn ins Klinikum. Das Schlimmste scheint ersteinmal überstanden.

Jesu Stellvertreter heute

Ob die Leute in der Klinik, die ihm halfen, gläubige Christen sind, weiß ich nicht. Ich denke eher nicht. Möglicherweise waren auch Muslime darunter. Aber kommt es darauf an? Sie haben, wohl ohne es zu ahnen, getan, was Jesus mit seiner guten Botschaft sagt. Sie waren (und sind) für die da, die Hilfe brauchen. So sind sie seine Stellvertreter heute. SIe leben in solchen Augenblicken seinen Geist, der tröstet und heilt. Das ist die Wahrheit, um die es geht, und nicht, welche Religion Recht hat. 

Ein alter Kommunist und Altenpfleger hat vor 45 Jahren zu mir gesagt: „Das Kriterium der Wahrheit ist die Praxis.“ Diesen Satz habe ich mir gemerkt. Er stammt von Lenin und stimmt trotzdem. Er könnte auch von Jesus sein, der sagt: „Seht euch vor vor den falschen Propheten. An ihren Früchten (ihrer Praxis, ihrenTaten) sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, zu Gott kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.“ (Matthäus 7,15,16,21)  

So geht es ständig und überall auf der Welt. Gottes Geist, wie er in Jesus erkennbar wird, wirkt ohne Unterlass. Sein Geist wirkt auch da, wo ein kommunistischer Altenpfleger eine demenzkranke Frau behutsam zur Toilette führt. Wo eine muslimische Krankenschwester einem Patienten die Schuhe bindet. Wo ein Mann mit einer politisch rechten Gesinnung einen Ausländer gegen pöbelnde Jugendliche in Schutz nimmt.

In diesem Sinn: Frohe Pfingsten!

GebetO komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, dass jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann.

Du Heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, dass wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund. (EG 136,1+7) 

Herzliche Grüße,     

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 18. Mai 2024

So hilft Gott hl

Losung: Der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört. 2.Mose 3,7

Lehrtext: Wenn ein Bruder keine Kleidung hat und es ihm an täglicher Nahrung mangelt und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das? Jakobus 2,15-16

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Gott hilft“ – so heißt der Name ‚Jesus‘ auf Deutsch. Das habe ich in den Losungsauslegungen wer weiß wie oft gesagt und betont. Er hilft, indem er dir die Motivation und die Kraft gibt, alles, was in deiner Macht steht, zu tun, damit du aus deiner Notlage herauskommst. Er hilft dir aber auch durch andere Menschen, die für dich sorgen, dir beistehen, dich gegebenenfalls behandeln und pflegen. Er hilft dir durch Menschen, die ein funktionierendes Gesundheitssystem in einem funktionierenden Staat schaffen und erhalten. Er hilft dir durch soziale Gesetzgebung, durch Kranken- wie Rentenversicherungen. Er hilft dir durch die Arbeit von vielen in der Landwirtschaft und im Gartenbau, in der Industrie, im Bildungssektor, in der Verwaltung, in den verschiedensten Einrichtungen unseres Staates. Er hilft auch deiner Seele, der es normalerweise nur dann gut geht, wenn es auch deinem Leib gut geht und du mit anderen in Frieden leben kannst.

Unterschiedslose Hilfe

Gott hilft dir täglich auf vielerlei Art und Weise, ohne dass du dir das bewusst machst oder es bemerkst. Doch fast immer sind Menschen beteiligt, wenn etwas zu deinen Gunsten geschieht. Gott hilft auch durch deinen Glauben und deine Gebete, wodurch du erfährst, dass du von ihm geliebt bist und Grund hast, auf seine Hilfe zu hoffen. Er hilft aber auch denen, die nicht oder anders glauben. Wir alle sind seine Kinder und er ist unser aller Vater. Warum sollte er die einen den anderen vorziehen? Es ist schon Vorzug genug, wenn ich ihn kennen und ihm vertrauen kann.

„Gott hilft“ – so heißt der Name ‚Jesus‘ auf Deutsch. Er hilft dir, weil er dich sieht und dich hört (Losung). Er hilft dir mit dem täglichen Brot und indem er dir Schuld vergibt. Ér hilft dir aber auch damit, dass er nicht alle deine Wünsche erfüllt und auch Nein sagt, wenn du Entscheidungen triffst, die dir und anderen schaden. Und manchmal hilft er auch dadurch, dass Dinge geschehen, die ich nicht will, die ich nicht verstehe, die mir Angst machen. Und dann erkenne ich – hoffentlich – im Nachhinein, dass die Herausforderungen, die ich unter Schmerzen annehmen musste, mir mehr gebracht als genommen haben.

„Gott hilft“ – so heißt der Name ‚Jesus‘ auf Deutsch. Ihm glaube ich das.

 Gebet: Herr, ohne deine Hilfe wäre ich nicht auf die Welt gekommen. Ohne deine Hilfe hätte ich nicht gefährliche Situationen überlebt. Ohne deine Hilfe und deinen Segen gäbe es mich schon lange nicht mehr. Dafür danke ich dir auch in meinen schweren Zeiten. Amen

Bis hierher hat mich Gott gebracht
durch seine große Güte,
bis hierher hat er Tag und Nacht
bewahrt Herz und Gemüte,
bis hierher hat er mich geleit',
bis hierher hat er mich erfreut,
bis hierher mir geholfen.

Hab Lob und Ehr, hab Preis und Dank
für die bisher'ge Treue,
die du, o Gott, mir lebenslang
bewiesen täglich neue.
In mein Gedächtnis schreib ich an:
Der Herr hat Großes mir getan,
bis hierher mir geholfen.

Herzliche Grüße,      

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 17. Mai 2024

In welcher Gestalt Jesus kommt hl

Losung: Einen Fremden sollst du nicht quälen. Denn ihr wisst, wie dem Fremden zumute ist, seid ihr doch selbst Fremde gewesen im Land Ägypten. 2.Mose 23,9

Lehrtext: Dann werden die, die den Willen Gottes getan haben, fragen: Herr, wann kamst du als Fremder zu uns, und wir nahmen dich auf? Dann wird der König antworten: Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (oder eine meiner geringsten Schwestern) getan habt, das habt ihr für mich getan. Matthäus 25,37.38.40                                                                                                                                     

Liebe Leserin, lieber Leser, 

offensichtlich war bei den Israeliten der Umgang mit Fremden ein Problem. Offensichtlich kam es immer wieder vor, dass Fremde, Ausländer, Flüchtlinge von der einheimischen Bevölkerung gequält wurden. Sonst hätte es dieses Gebotes in der Losung nicht bedurft. So ähnlich wird es wohl in allen Ländern des alten Orients gewesen sein. So ähnlich ist es in vielen Ländern bis heute.

Ausländer unter Gottes Schutz

Was meines Wissens aber neu, ja einzigartig war, das waren die Gebote für das Zusammenleben im Sinne Gottes. Sie schärften das Gewissen und das Bewusstsein der Israeliten, dass auch Fremde Geschöpfe Gottes sind und man mit ihnen nicht machen kann, was man will. Auch sie standen unter Gottes Schutz.

Erst in der Neuzeit hat sich in den Staaten die Erkenntnis durchgesetzt, dass es Menschenrechte für alle gibt und dass jeder Mensch das Recht hat, anständig behandelt zu werden. Darum heißt es in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Dahinter steht die schlimme Erfahrung mit der Menschenverachtung der Nationalsozialisten.

Unsere guten Wurzeln

Der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann hat dazu einmal gesagt: „Nicht die Würde des Deutschen, sondern die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Würden wir Deutsche die Würde anderer antasten, wäre es um unsere eigene Würde geschehen. Die Wurzel für diese Einsicht reicht zurück bis in unsere Losung, bis in das 2. Buch Mose. Wir sollten diese unsere guten Wurzeln* nicht vergessen, auch die nicht, die nicht glauben (können).

Jesus greift die sozialen Schutzgesetze aus dem Alten Testament wieder auf und verbindet sie mit seiner Person: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (und Schwestern), das habt ihr mir getan(Matthäus 25,40). Das gilt für Kranke, Gefangene, Arme, Obdachlose, Hungernde, Dürstende und ausdrücklich auch für Fremde (Ausländer, Migranten usw.). Sie alle stehen unter Jesu besonderem Schutz. Wer sie missachtet, missachtet ihn. So einfach ist das (Matthäus 25,31-40). Ich rege an, dass ein/e Abgeordnete/r der Christlichen Unionsparteien (CDU/CSU) im Bundestag dieses Wort aus der Bibel zitiert, wenn es wieder mal um die Verschärfung des Asyl- und Ausländerrechts geht*. 

Gebet: Herr, mein Gott, du sagst mir durch deinen Apostel: „Von nun an bist du wegen Jesus kein Gast oder Fremder mehr, sondern gehörst zu meiner großen Familie“ (Epheser 2,19)Das zu hören und zu glauben tut gut. So will auch ich meine Mitmenschen als Mitglieder deiner Familie ansehen, als meine Brüder und Schwestern. Das fällt mir manchmal schwer. Doch du sollst mir helfen. Amen 

Herzliche Grüße,    

Ihr / dein Hans Löhr

* Mir ist bewusst, dass es alles anders als einfach ist, die Zuflucht und die Zuwanderung nach Deutschland befriedigend zu regeln, ohne dass es zu gesellschaftlichen Verwerfungen kommt. Allerdings braucht es dafür auch ethische und moralische Maßstäbe, die sich an der Menschenwürde orientieren und somit auch und gerade an unseren biblischen Wurzeln.

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Donnerstag, 16. Mai 2024

Was die Seele satt macht hl

Losung: Du tränkst die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. Psalm 104,13 

Lehrtext: Als sie aber satt waren, spricht Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übrig blieben, die gespeist worden waren. Johannes 6,12-13                                                                                           

Liebe Leserin, lieber Leser, 

hier zunächst die leicht gekürzte Geschichte von der Speisung der Fünftausend, aus der unser Lehrtext kommt:
Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern. 5 Da sieht er, dass viel Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben? 7 Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Silbergroschen Brot ist nicht genug für sie, dass jeder auch nur ein wenig bekomme. 8 Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: 9 Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das für so viele? 10 Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich lagern. Da lagerten sich etwa fünftausend Männer (Frauen und Kinder nicht mitgerechnet).
11 Und er nahm das Brot, dankte und gab es denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch* von den Fischen, so viel sie wollten. 12 Als sie aber satt waren, spricht er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt. 13 Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übrig blieben, die gespeist worden waren. (Johannes 8,3-13)

Wie oft ist diese Wundererzählung nicht schon ausgelegt worden. Viele Ausleger/innen heben Jesus als Wundertäter hervor, der über übernatürliche Fähigkeiten verfügen würde. Ich wähle einen anderen Ansatz, ohne darauf zu bestehen, dass meine Auslegung die einzig mögliche sei. Für mich unterstreicht diese Erzählung, was Jesus von Gott und seinem Reich verkündigt und was in seiner Person anschaulich wird:

Wie Gott regiert

Gott, unser himmlischer Vater, ist überaus großherzig und großzügig. Er rechnet nicht und spart nicht. Er ist nicht kleinlich und nicht geizig. Er achtet nicht darauf, ob jemand seine Güte auch verdient (Matthäus 20). Von ihm, von seiner Gnade bekommt jeder soviel er will (Vers 11). Keiner muss darben, niemand wird weggeschickt, keiner geht leer aus, niemand wird enttäuscht.
Wir Menschen sagen mit Andreas
(Vers 8): ‚Was sind schon fünf Brote und zwei Fische für so viele?‘ Jesus sieht mit Gottes Augen und weiß: „Ich bin so reich, ich habe genug  für alle – Brot und Fische, Liebe und Barmherzigkeit, Vergebung und Gnade, Freude und Segen, Heil und Frieden, Hoffnung und Glauben.“ 

Genug Liebe für alle

Er diskutiert nicht, er handelt. Er dankt Gott und teilt mit den Menschen. Er teilt sich aus. Er teilt Gott selbst aus — Brot des Lebens. So bringt er ihn unter die Leute, unter solche wie dich und mich, unter solche, die wir für gerecht und ungerecht, gut und böse, gottlos und fromm halten … Ihm ist das egal. Er hat genug Liebe für alle, sodass alle an Leib und Seele satt werden. Und es bleibt genug übrig, genug an Brot, genug an Barmherzigkeit, wovon wir auch morgen noch satt werden können.

Wunder machen nicht satt

Und wir Menschen damals und heute? Wir schauen zunächst wieder einmal auf das Vordergründige. Starren auf fünftausend Männer, auf fünf Brote und zwei Fische und wundern uns. Und weil wir uns wundern, meinen wir, Jesus vollbringe übernatürliche Wunder. Wir wollen satt werden vom Außergewöhnlichen, vom Sensationellen, von Zauber und Magie und hungern doch nach Liebe, hungern nach Gott.

Aber wir finden ihn nicht in irdischer Macht und Größe, nicht in Glanz und Gloria. Er begegnet uns im Stall und im Futtertrog, verletzlich und bedroht. Er reitet auf einem Esel ohne Macht, ohne Waffen, ohne Geld in die Hände seiner Feinde und stirbt am Kreuz.

Hellsichtige Heiden und Frauen

Und wenn wir klar sehen wie jener Heide, der römische Hauptmann unterm Kreuz, sagen vielleicht auch wir „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen“. Und wenn wir noch klarer sehen wie die Frauen an seinem Grab, sagen wir vielleicht: „Dieser Jesus ist sein Sohn. Er ist das Ebenbild des lebendigen Gottes und zugleich unser Leben in Zeit und Ewigkeit.“ (Kolosser 1,15 / 3,4) 

Gebet: Herr, ich muss dich nicht finden, denn du zeigst dich mir. Aber erkenne ich dich auch in deinem irdischen Leben, in deiner niedrigen Gestalt, im Stall und am Kreuz? Heile meine Augen, dass sie dich sehen. Denn in dir verherrlicht sich Gott für mich und diese Welt. Amen 

Herzliche Grüße,    

Ihr / dein Hans Löhr

* Man beachte die Ähnlichkeit mit den Worten in der Geschichte vom Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte und wir noch heute feiern.

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Mittwoch, 15. Mai 2024

Alle Morgen hl

Losung: HERR, sei unser Arm alle Morgen, ja, unser Heil zur Zeit der Trübsal! Jesaja 33,2

Lehrtext: Wer sind diese, die mit den weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen? Diese sind’s, die aus der großen Trübsal kommen und haben ihre Kleider gewaschen und haben sie hell gemacht im Blut des Lammes. Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten. Offenbarung 7,13.14.16

Liebe Leserin, lieber Leser, 

mein ganzes Leben lang bin ich jeden Morgen ohne Angst vor Krieg und Überfällen aufgewacht. Was für eine Seltenheit in der Geschichte der Menschheit! Und was für ein Geschenk (= Gnade)! 

Anders in der Losung. Da wird im 8. Jahrhundert vor (!) Christus die Stadt Jerusalem vom assyrischen König Sanherib belagert. Doch nach einer Tributzahlung und erneuter Unterwerfung des judäischen Königs Hiskia unter die Großmacht Assur, zieht die assyrische Armee wieder ab. Jerusalem bleibt vorerst verschont. In dieser "Zeit der Trübsal" flehten die Einwohner der Stadt zu ihrem Gott, er möge doch jeden Tag aufs Neue ihr Arm (= Beschützer) sein (Losung). Im Abzug der Assyrer sahen sie eine Bestätigung dafür, dass ihre Gebete erhört worden sind.

Ich möchte nicht, dass erst wieder Zeiten der Trübsal über uns kommen müssen, bis wir uns in unserem Land wieder auf Gott besinnen und ihn um seine Hilfe und seinen Schutz bitten. Gleiches gilt für für jeden Einzelnen. Wenn ich nicht in meinen guten Zeiten mit ihm verbunden war, nicht zuletzt durch meinen Dank für seinen Segen, wie soll das plötzlich in meinen Notzeiten geschehen? 

An ihm liegt es nicht. Er ist auch dann für seine Menschen da, wenn auch unerkannt. Aber für mich wäre es ein Desaster. Ich wüsste dann nicht, an wen ich mich in meiner "Trübsal" (Lehrtext) wenden könnte. Ich brauche zu jeder Zeit das Vertrauensverhältnis zu Gott. Dann erst weiß ich, dass er ist, was sein hebräischer Name sagt: "Ich-bin-für dich-da".

Mein ganzes Leben lang bin ich jeden Morgen ohne Angst vor Krieg und Überfällen aufgewacht. Das soll so bleiben, auch für meine Kinder und Enkel. Doch dazu muss ich mich an Jesus orientieren, in dem Gott mir begegnet. Er rüstet nicht zum Krieg, sondern bringt den Frieden, damit ich mich nicht auf militärische Gewalt verlasse, sondern auf ihn.

Gebet: Herr, bleibe bei uns und unseren Kindern, dass wir sicher wohnen und dein Friede uns beschützt. Amen 

Herzliche Grüße,     

Ihr / dein Hans Löhr

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Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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