Donnerstag, 11. August 2022

Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. hl

Losung: Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! Psalm 31,24 

Lehrtext: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 1.Korinther 13,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn ich weiß, dass es für mich aussichtslos ist und ich Abschied nehmen muss, – ob ich da noch glauben kann? Und die Hoffnung? Es heißt zwar, sie stürbe zuletzt. Aber falls ich mal die Kraft dazu habe, möchte ich mein Ende nicht nur hinnehmen, sondern auch annehmen. Ich möchte mich nicht bis zum letzten Atemzug ins Leben verkrallen, sondern loslassen und gelassen und in Frieden gehen.

Glauben und Hoffen können vergehen. Was aber bis zum letzten Atemzug bleiben soll, ist die Liebe zu meinen Kindern und Enkeln und zu denen, die mir nahestehen. Und vielleicht bleibt mir ja auch meine Liebe zu Gott, wie ich ihn in Jesus Christus kennenlerne. Ja, das wäre schön, wenn ich einmal in Liebe zu meinen Lieben und zu Gott gehen könnte, wenn das mein letzter Gedanke und mein letztes Gefühl wäre.

Bis dahin aber will ich jeden Tag glauben, hoffen und lieben so gut ich kann. Und ich will darauf vertrauen, dass Gottes Liebe die größte ist (Lehrtext), größer als jede andere Macht und Kraft.

Gebet: Herr, du hast mir das Leben geschenkt und mit ihm auch den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Ich habe diese drei nicht aus mir geschöpft, sondern von dir empfangen. Wenn du willst, werde ich sie mit zu dir hinüber nehmen. Dann brauche ich die Hoffnung nicht mehr und auch nicht den Glauben. Dann bin ich am Ziel, dort, wo die Liebe wohnt. Amen

Und hier der Gesang der Communität Taizé: Ubi caritas et amor, deus ibi est - wo die Güte, wo die Liebe wohnt, da ist Gott.

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 10. August 2022

Im Feuer und im Wasser hl

Losung: Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen. Jesaja 43,2 

Lehrtext: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen! Matthäus 8,26 

Liebe Leserin, lieber Leser,

niemand kann allem, was unangenehm für ihn ist, ständig ausweichen. Auch für uns beide gilt immer wieder mal der Satz: "Da musst du jetzt durch." Und wir sind auch durch manche Schwierigkeiten hindurchgekommen, sonst wären wir jetzt nicht da, wo wir sind: durch Prüfungen und Krankheiten, durch Trauer und Enttäuschungen...

"Über sieben Brücken musst du gehn,
Sieben dunkle Jahre überstehn.
Siebenmal musst du die Asche sein,
Aber einmal auch der helle Schein."

So sang es 1978 die DDR-Band "Karat" (später Peter Maffay). So erzählen es die Märchen. So haben es auch die Menschen der Bibel erfahren.

Leider siehst du den hellen Schein oft nicht, wenn du durch deine "sieben" dunklen Jahre gehst, wenn du durchs finstere Tal wandern musst. Und dann hören die Feuer der Leiden nicht auf zu brennen. Und das Wasser der Angst steht dir bis zum Hals. Und du fragst dich: Werde ich da hindurchkommen? Wird die schwankende Brücke über dem Abgrund halten? Werde ich jemals wieder den hellen Schein sehen und selbst wieder einmal vor Freude strahlen?

Und vielleicht hörst du andere, die sagen: "Kopf hoch!", "Hab dich nicht so!", "Reiß dich zusammen!"! Oder du hörst, was "Karat" in ihrem Song singen: "Manchmal find ich Trost in einem Lied." Warum nicht? Gott hat viele Möglichkeiten, auch die zu trösten, die nicht glauben. Sind sie doch auch seine Kinder.

Doch heute hörst du sein Wort, da er zu dir sagt:
"Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen. Denn ich bin der Herr, dein Gott, dein Retter." (Jesaja 43,1-3)

Dieses Wort lasse ich mir heute wieder gesagt sein und sage es dir.

Gebet: Herr, ich verlasse mich auf dein Wort. Damit gehe ich zuversichtlich die Herausforderungen an, die auf mich warten. Ich gehöre ja dir, darum will ich angesichts der großen Probleme unserer Zeit zuversichtlich bleiben. Ich kann die Klimakatastrophe nicht abwenden. Ich kann den Krieg in der Ukraine nicht beenden. Ich kann die Pandemie nicht stoppen. Doch ich kann auf dich vertrauen. Du siehst den Ausweg, den ich nicht sehe. Du kennst die Zukunft, die ich nicht kenne. Du sagst, du seist unser Retter. Ich nehme dich beim Wort. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 9. August 2022

Glauben, ein lebenslanger Lernprozess hl

Losung: Ich halte mich zu allen, die dich fürchten und deine Befehle halten. Psalm 119,63 

Lehrtext: Philippus fragte den Kämmerer: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. Apostelgeschichte 8,30-31 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe gerne Kontakt mit Menschen, denen Gott etwas bedeutet und denen er etwas zu sagen hat. Ich bin vorsichtig bei solchen, denen nichts heilig ist. Genauso bei denen, die keine Zweifel kennen und wähnen, sie seien gottgefällig, wenn sie die Bibel wörtlich nehmen und sich und andere unter Druck setzen.

Ich lerne im Glauben lebenslang hinzu, am meisten von den Verfassern der biblischen Schriften. Ich bin denen dankbar, die mir die Bibel nahegebracht und mir geholfen haben, sie besser zu verstehen. Mein Glaube lebt auch davon, dass ich mit anderen darüber im Gespräch bin, Bücher lese, in denen es um den Glauben geht, Predigten und Vorträge höre und selbst immer wieder in der Bibel lese und über sie nachdenke. So bleibt er lebendig und verdorrt nicht.

Auch diese Losungsauslegungen sollen ein Anstoß für dich sein, selbst über deinen Glauben nachzudenken sei es im Widerspruch zu dem, was ich schreibe oder zustimmend. Niemand kann genauso glauben wie ein anderer, da jeder seine eigenen Lebenserfahrungen macht und sein eigenes Verständnis von der Bibel hat. Darum akzeptiere ich auch andere Glaubensweisen, solange sie nicht doktrinär sind, d. h. als allein richtig und wahr ausgegeben und anderen aufgedrängt werden.

Zum Schluss noch eine andere Bemerkung zum Lehrtext. Der „Kämmerer“, von dem da die Rede ist, war jüdischen Glaubens und Finanzminister Äthiopiens. Dass er eine schwarze Hautfarbe hatte, findet die Apostelgeschichte nicht erwähnenswert. Im Unterschied zu vielen späteren Christen bis heute, ist die Bibel und vor allem das Evangelium nicht rassistisch. Denn auch für Afrikaner und Asiaten gilt, was für uns Europäer gilt: »Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.« (1. Mose 1,27)

Gebet: Herr, ich danke dir für meinen Glauben, zu dem viele Menschen einen Mosaikstein beigetragen haben. So ist aus den vielen Teilen ein unverwechselbares Bild entstanden, noch im Werden, aber doch erkennbar. So arbeitest du an mir. Noch ist mein Glaube, noch bin ich unvollkommen. Doch du wirst einmal auch mich vollenden, wenn ich bei dir bin und ich nicht mehr glauben muss, sondern dich schauen darf. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 8. August 2022

»Gott ist Liebe ...« hl

Losung: Er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Jesaja 9,5 

Lehrtext: Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1.Johannes 4,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Gott ist Liebe« – drei Wörter, die alles sagen.
Drei Wörter, die alles verändern.
Drei Wörter, die glücklich machen
(siehe Auslegung von gestern)
Drei Wörter, die viele nicht glauben können, weil die, die sie glauben, so wenig davon spüren lassen.

»Gott ist Liebe« – drei Wörter, die nichts sagen.
Die viele nicht glauben,
weil sie nicht wissen, was Gott sein soll.
Weil sie in dieser Welt und oft genug in ihrem Leben seine Liebe nicht zu spüren meinen.
Weil die Liebe, die sie hoffentlich von Menschen empfangen, mit ihnen vergeht.
Weil man auch sich selbst nicht ständig lieben kann.
Weil diese drei Wörter im Mund der Frommen oft nur wie eine hohle Phrase klingen und platt sind wie ein Autoaufkleber.

»Gott ist Liebe« – drei Wörter, ein Name: Jesus Christus.
Er segnete seine Feinde; liebte die Kinder; achtete die Frauen; nahm sich Zeit für die Hilfesuchenden; aß mit denen, die „Sünder“ waren für die, die sich selbst für gerecht und rein hielten. Er hatte keine Angst vor Fremden; ging zu denen, die ganz unten waren und scheute keinen Kontakt mit den Ausgestoßenen. Mit einem Satz: Er liebt auch dich und mich.

Anders gesagt: „Darin ist die Liebe Gottes unter uns erschienen, dass er seinen einzigen Sohn sandte, damit wir durch ihn leben können.“ (1. Johannes 4,9)

Gebet: Herr mein Gott, an Jesus habe ich erkannt, dass deine Liebe allen deinen Geschöpfen gilt und dass du sie bedingungslos schenkst. Das unterscheidet dich von uns allen. Dafür danke ich dir und liebe ich dich. Ich hoffe auf deine Kraft, dass auch ich immer wieder die lieben kann, mit denen ich zu tun habe, gerade dann, wenn sie für mich problematisch sind und ich für sie. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 7. August 2022

Was glücklich macht hl

Losung: Fürchte dich nicht, du von Gott Geliebter! Friede sei mit dir! Sei getrost, sei getrost! Daniel 10,19 

Lehrtext: Eure Trauer wird sich in Freude verwandeln. Johannes 16,20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ja, ich weiß schon, viele können nicht glauben, dass sie von Gott geliebt sind. Und ich vergesse das ja auch immer wieder über den Herausforderungen des Tages. Vielleicht gehört das zum Geheimnis eines Menschen wie Franziskus von Assisi oder Elisabeth von Thüringen, dass sie das nicht vergessen und aus diesem Glauben, Wissen und Gefühl gelebt haben. Und bei Jesus war das mehr als ein Geheimnis, sondern für alle Welt offenkundig. Deshalb hat ihn Dorothee Sölle auch »für den glücklichsten Menschen, der je gelebt hat«, gehalten.

Ach, ich wäre auch gerne so glücklich! Aber dann müsste ich anders leben. Müsste von mir selbst absehen und mich an die Menschen verschenken. Müsste die lieben, die mich nicht mögen und die segnen, die schlecht über mich reden. Müsste loslassen, was mich an diese Welt bindet, aufhören, mich zu sorgen und annehmen, was ist. Müsste bereit sein, für Gottes bedingungslose Liebe zu leben und zu sterben.

Dann, ja dann würden sich Schwermut, Enttäuschung und Unzufriedenheit in eine tiefe, stille und bleibende Freude verwandeln (Lehrtext). Darum zehre ich von dem Zuspruch aus der heutigen Losung. So kann ich schon jetzt im Glauben „getrost“ sein (Losung), auch wenn das immer wieder vergeht.

Gebet: Herr, das soll mein erstes Gefühl, mein erster Gedanke an jedem Morgen sein, dass du mich liebst – und die anderen auch. Damit wäre der Tag schon gewonnen. Schenke mir dieses Gefühl und diesen Gedanken und gib mir die Kraft, daraus zu leben. Amen

Herzliche Grüße und nehmen auch Sie / nimm auch du das Losungswort mit in den Tag.

Ihr / dein Hans Löhr 

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Samstag, 6. August 2022

Was ich brauche. Was ich will. hl

Losung: Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben. 5. Mose 4,9 

Lehrtext: Denk daran, wie du die Botschaft empfangen und gehört hast, bewahre sie und kehre um! Offenbarung 3,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Hüte dich!“, „bewahre!“, „vergiss nicht!“, „denke daran!“, „kehre um!“ – Verhältnismäßig viele Menschen sehnen sich auch heute noch danach, dass ihnen jemand sagt, wo es lang geht. Ich nicht. Ich sehne mich nicht nach den Befehlen des Mose (Losung) und auch nicht nach denen des Apokalyptikers Johannes (Lehrtext).

Ich brauche aber das Wort Gottes, wie es mir in Jesus, in seinen Worten und in seinem Leben begegnet. Ich brauche seine Zusage, dass da ein guter Gott ist, der die Welt und mich aus Liebe geschaffen hat und erhält - allen schlechten Nachrichten zum Trotz. Ich brauche die Zusage, dass er für mich da ist, jederzeit, mich umgibt und hält und trägt. Ich brauche die gute Nachricht, dass ich mir bei Gott nichts verdienen muss, sondern alles geschenkt bekomme, alles, auch den Glauben, auch die Vergebung. Ich brauche das Vertrauen, dass er den Weg weiß und alles zu einem guten Ende bringen wird, auch mich.

Aber ich brauche auch Orientierung. Ich muss wissen, worauf es im Leben ankommt. Darum will ich meine negativen Gefühle und Gedanken mit dem überwinden, was anderen und mir gut tut. Darum will ich sie nicht bevormunden und herumkommandieren. Darum will ich Gutes sagen, also segnen, statt mit Worten zu kränken und zu verletzen. Darum will ich, wo es nötig ist, um Entschuldigung bitten und anderen verzeihen. Darum will ich nicht wegschauen, sondern dorthin gehen, wo ich gebraucht werde. Darum will ich tun, was Jesus mir sagt: Gott und meinen Nächsten lieben wie mich selbst.

Das will ich. Dabei muss er mir helfen. Und er wird es tun, wenn ich mich auf ihn verlasse. Und ich kann es tun, wenn ich ihm dankbar bin für alles, was er für mich schon getan hat.

Gebet: Herr, ich lebe von deinen guten Worten. Sie helfen mir, zuversichtlich und freundlich zu bleiben und mich an dir zu orientieren. Was wäre ich ohne dich und dein Wort?! Durch dich aber habe ich Frieden und kriege neue Kraft. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Freitag, 5. August 2022

Über Mauern hinweg hl

Losung: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Psalm 18,30

Lehrtext: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 2.Timotheus 1,7 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

das heutige Losungswort kann ich auswendig. Ist ja auch nicht schwierig, es zu lernen. Schwieriger ist es, oft genug daran zu denken. Und noch schwieriger, danach zu leben. Aber kann ich das wirklich? Kann ich über meine Mauern springen – mit ihm? Oder behaupte ich das nur wie im Psalm 18?

König David hat das nicht nur behauptet. Er hatte die Erfahrung gemacht, dass er über manch hohe Mauer in seinem Leben springen konnte. Auf einer stand „Goliat“. Auf einer anderen „Saul“. Auf einer stand bedrohlich „Schuld“, als er seinem Offizier die Frau wegnahm und ihn in ein Himmelfahrtskommando ohne Wiederkehr schickte. Immer wieder stand ihm eine andere Mauer im Weg. Und manchmal war er sich selbst eine. Aber zumindest rückblickend hat David gewusst, dass Gott ihn an der Hand genommen und mit ihm über seine Mauern gesprungen ist. Und vielleicht hat ihm das auch Mut gemacht, schon vorausschauend Anlauf zu nehmen und zu springen - mit ihm.

Ich bin in meinem Leben auch über manche Mauer gekommen, die mir zuvor unüberwindlich schien. Ich denke an Prüfungen im Studium und in der Ausbildung. An schlaflose Nächte, in denen ich bangte, wie ich die Herausforderung des nächsten Tages bestehen sollte. An Projekte, von denen ich nicht wusste, ob sie und ich mit ihnen nicht scheitern würden. An schlechte Nachrichten. An persönliche Enttäuschungen, an eigene Fehler und immer wieder daran, dass ich mir selbst im Weg stand mit meiner Ungeduld und anderen problematischen Verhaltensweisen. Und, siehe da, ich kam darüber hinweg und jetzt liegt das alles hinter mir.

Und was ist mit dem, das nicht geklappt hat? Über alle Mauern bin auch ich nicht gekommen. Manchmal war es gut so, dass ich einen anderen Weg einschlagen musste. Und auch das Scheitern war eine wichtige Erfahrung. Aber dann musste ich eben über andere Mauern springen.

An seiner Hand mit seinem Geist

Natürlich kann ich mir die Erfolge selbst zuschreiben, meinem Mut, meiner Beharrlichkeit, meiner Cleverness und so weiter. Doch ich habe das anders erlebt. Mir ist bewusst, dass ich ohne Gottes Hilfe über das eine oder andere Hindernis nicht gekommen wäre. Und so hoffe ich, dass ich mit ihm noch über manche Mauer springen werde, die sich vor mir auftürmt und mir den Weg in die Zukunft versperren will.

Dazu brauche ich, was der Lehrtext sagt, den Geist des Mutes, der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Das ist Geist von seinem Geist. Gott wird, wenn es nötig ist, ihn mir geben. Denn klein beigeben gilt nicht. Ja, mit ihm werden wir über Mauern springen – du und ich.

Gebet: Herr, ohne dich wäre ich nicht so weit gekommen, wie ich bin. Ohne dich hätte ich vor manchem Hindernis aufgegeben. Doch mit deinem Geist konnte ich manche Schwierigkeiten überwinden und andere tragen. An deiner Hand will ich auch künftig über die Mauern springen, die mir im Weg stehen. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Donnerstag, 4. August 2022

Der Brief hl

Losung: Als Hiskia den Brief gelesen hatte, ging er hinauf zum Hause des HERRN und breitete ihn aus vor dem HERRN. 2.Könige 19,14 

Lehrtext: Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Philipper 4,6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

am liebsten würde ich hier das ganze Kapitel 19 aus dem 2. Buch der Könige zitieren, so sehr gefällt es mir. Es ist nicht nur spannend zu lesen, sondern enthält auch einen wichtigen Hinweis, wie ich mit meinen Sorgen und Problemen umgehen kann.

Hier die Zusammenfassung: König Hiskia von Juda mit der Hauptstadt Jerusalem wird um das Jahr 700 vor Christus vom Anführer der assyrischen Belagerer in einem Brief verhöhnt. Er solle doch die Verteidigung der Stadt aufgeben, weil niemand den Assyrern standhalten könne. Kein Gott eines Volkes, das die Assyrer unterworfen haben, habe ihm jemals geholfen, und mit den Juden werde das genauso sein.
Er lässt dieses Schreiben König Hiskia bringen. Der weiß, wie aussichtslos es um die Stadt steht und tut etwas, was ich mir von ihm abschaue. Er bringt diesen Brief in den Tempel und legt ihn Gott vor. Soll doch auch er diesen Brief lesen. Er ist jetzt gefragt. Denn ohne hin, das glaubt Hiskia, haben sie gegen die Übermacht der Assyrer keine Chance.
Daraufhin betet er: „Herr, Gott Israels, du allein bist Gott über alle Königreiche der Welt. Himmel und Erde hast du geschaffen. Erhöre mich! Sieh doch, wie schlimm es um uns steht! Es stimmt, was in diesem Brief steht. Nun bitte ich dich, HERR, unser Gott: Rette uns aus der Gewalt des assyrischen Königs!“
Daraufhin lässt der Prophet Jesaja ihm sagen: „So spricht der HERR: ‚Ich habe dein Gebet wegen der Assyrer gehört. Keiner von ihnen wird Jerusalem betreten. Darauf gebe ich mein Wort. Um meiner Ehre willen beschütze ich diese Stadt.
‘“

Und nun zu uns beiden. Warum tue ich es nicht Hiskia gleich und lege Gott vor, was mich umtreibt, nicht nur im Gebet, sondern buchstäblich? Ich könnte beispielsweise die Zeitung mit all den schlechten Nachrichten vor ihm ausbreiten oder meine ärztlichen Befunde und sagen:

Gebet: Herr, du weißt zwar, wie es um mich steht, aber ich will dir trotzdem sagen, dass du mir helfen musst, weil ich mir nicht helfen kann. Ich kann tun, was der Arzt mir sagt. Aber ob das hilft, steht in deiner Hand. All die Sorgen, die mein Herz belagern, gebe ich an dich ab. Mach du mit ihnen, mach du mit meinen Problemen, was du für richtig hältst. Du kannst sie mir nehmen. Du kannst mir helfen, sie zu tragen. Du kannst sie mir zumuten, dass ich daraus lerne, im Glauben zu wachsen und seelisch zu reifen. Aber lass mich in meinen Herausforderungen nicht allein. Ohne dich gehe ich unter. Mit dir habe ich Kraft, zu hoffen und zu kämpfen. Amen

Und du? Was treibt dich um? Was kannst du ihm vorlegen? Tu’s einfach. Breite vor ihm aus und zeige ihm buchstäblich, was dich bedrückt. Und sage ihm, was du von ihm willst. Aber danke ihm auch für all das Gute, das er dir bisher getan hat. 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Mittwoch, 3. August 2022

Kind des Lichts hl

Losung: Jerusalem, mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. Jesaja 60,1-3 

Lehrtext: Ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. 1.Thessalonicher 5,5 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

gilt, was der Prophet Jesaja für Jerusalem sagt, auch für dich? Sollst auch du licht und hell werden nicht nur im Kopf, sondern im Herzen? Und stimmt es, dass dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn über dir aufgeht wie die Sonne am Morgen? Die Antwort darauf kann ich dir nicht geben. Ich weiß ja nicht, was es mit deinem Glauben auf sich hat. Doch ich will versuchen, für mich zu antworten. Vielleicht kannst du dich darin wiederfinden.

Jerusalem, von dem in der Losung die Rede ist, steht für das Volk der Israeliten damals, so wie in den Nachrichten die Hauptstadt Berlin manchmal für die Deutschen insgesamt steht oder Washington für die Amerikaner. Aber damit ist auch jeder einzelne gemeint, der zu diesem Volk gehört. Nun bin ich kein Israeliten, kein Bewohner Jerusalems, kein Jude und doch gehöre ich wie sie zum Volk Gottes. Denn Jesus hat die nationalreligiösen Grenzen gesprengt. Seitdem haben wir alle einen Gott und sind alle seine Kinder, die, die das wissen und glauben, aber auch die, die das nicht wissen und nicht glauben.

Als Christ ist für mich das Losungswort ein Hinweis auf Weihnachten. Ich glaube, dass Jesus mein Licht ist und „die Herrlichkeit des Herrn“, die für mich in der Krippe liegt und für dich auch. Ich weiß aber auch, dass nach wie vor Finsternis aus Hass und Gewalt das Erdreich bedeckt und Dunkel aus Angst und Gier über den Völkern liegt. Und wiederum glaube ich, dass durch dich und durch mich diese Welt heller werden kann, wenigstens ein bisschen. Sind wir doch Kinder des Lichts, Kinder von Gottes Liebe, die aus Jesus in diese Welt scheint. Wir beide leuchten nicht aus uns. Aber wie der Mond des nachts das Sonnenlicht reflektiert und die Macht der Finsternis bricht, so sollen und so können auch wir beide etwas vom Licht der Liebe Gottes reflektieren. Vorausgesetzt, wir leben in seinem.

Aber kann ich das wirklich? Kann ich Gottes Liebe in dieser dunklen Welt reflektieren, dass es ein bisschen heller werde? Ich habe da so meine Zweifel. Jesus nicht. Er traut mir das zu und ermutigt mich – und dich. 

Gebet: Herr, es fällt mir schwer zu glauben, dass ich ein Kind des Lichts bin. Ich kann das von mir nicht behaupten. Dazu kenne ich mich zugut. Aber du sagst mir das zu. Du machst mich dazu, weil dein Licht auf mich fällt. Ja, ich will in deinem Licht leben und ein Abglanz davon in meiner kleinen Welt sein. Amen  

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Dienstag, 2. August 2022

Runter vom hohen Ross! hl

Losung: Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern? Maleachi 2,10 

Lehrtext: In Demut achte einer den andern höher als sich selbst. Philipper 2,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Warum?, habe ich gestern gefragt? Warum weiterhin Öl ins Kriegsfeuer und warum nicht Friede jetzt?
Warum?, fragt heute der Prophet Maleachi in der Losung. Warum verachten wir denn einer den andern, da doch Gott unser aller Vater ist?

Man könnte noch viele solcher Warum-Fragen stellen. Oft weiß ich die Antwort nicht. Und ich selbst muss mich fragen: Warum habe ich auch negative Gefühle? Warum denke ich dies und sage das und mache dies und das? Warum versage ich und mache Fehler? Warum achte ich den andern nicht höher als mich selbst (Lehrtext)?

Es hat keinen Sinn, mich oder einen anderen deshalb zu verurteilen. Damit mache ich nichts besser. Doch es hat Sinn, dass ich mir vornehme, demnächst auf einen anderen freundlich zuzugehen, den ich sonst eher meide. Es hat Sinn, vom hohem, moralischen Ross herunter zu steigen und stattdessen den Weg der Menschenfreundlichkeit Gottes zu Fuß zu gehen. So begegne ich anderen von gleich zu gleich, von Geschöpf zu Geschöpf, von Bruder zu Bruder und Bruder zu Schwester. Wie auch Jesus mir begegnet, von dem es heißt: „Er schämt sich nicht, sie seine Brüder und Schwestern zu nennen.“ (Hebräer 2,11)

So viel habe ich in meiner Zeit als Dorfpfarrer jedenfalls gelernt: Manch einer, manch eine aus meiner Gemeinde hatte ein größeres Format, einen besseren Charakter und mehr Sinn für Anstand als der eine oder andere Professor, dem ich als Studentenpfarrer an der Universität München begegnet bin. Auf die Herzensbildung kommt es an. Ohne sie ist alle andere Art von Bildung nicht mal die Hälfte wert. 

Gebet: Herr, du nennst uns Brüder und Schwestern, und wir sind es auch, weil wir alle Kinder Gottes sind. Darum will auch ich in meinen Mitmenschen meine Geschwister sehen, auch wenn ich das immer wieder üben muss. Und ich will mich hüten, einen anderen zu verachten, weil ich damit nur mich selbst herabsetze. Dir aber danke ich, dass du, heiliger Gott, in Jesus zu mir kommst, damit ich dich erkennen und lieben kann. Amen  

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Montag, 1. August 2022

Warum nicht Frieden jetzt? hl

Losung: Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ich will sie heilen. Jesaja 57,19 

Lehrtext: Der Gott des Friedens sei mit euch allen! Römer 15,33 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in Deutschland leben doch Christen. Und in Russland und in der Ukraine ebenso. 
Warum werden dann machtpolitische Interessen und irrationale Ängste immer wieder über das Wort Gottes gestellt?
Warum wird sein unbedingter Friedenswille immer wieder so schmählich missachtet und seine heilende Hand zurückgestoßen?
Warum spielt das wichtigste Gebot in unserem Glauben, dass wir unsere Feinde lieben sollen, so gar keine Rolle?
Warum unterstützt Kyrill, der Patriarch der russisch orthodoxen Kirche, Putins Krieg? Und warum unterstützen Frau Kurschus, die Repräsentantin der evangelischen Kirche hier und die deutsche, katholische Bischofskonferenz die Lieferung von Waffen in die Ukraine und tragen damit zur Verlängerung des Leidens und Sterbens bei? 

Irgendwann wird dieser Krieg zu Ende gehen, wird verhandelt werden müssen und wieder Friede werden. Warum nicht jetzt? WARUM?

Gebet: Gott des Friedens, lass Frieden werden in Russland und der Ukraine und wehre allen, die Öl ins Feuer des Krieges gießen. Lass Frieden werden in den Köpfen und Herzen der Menschen in unserem Land und heile uns von der gottlosen Versuchung zur Gewalt. Fange bei mir damit an, dass der Frieden in meiner kleinen Welt keime und wachse und die Waffen in der großen Welt schweigen müssen. Du, Gott des Friedens, sei mit uns allen! Amen  

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Sonntag, 31. Juli 2022

Mit Gott gegen die Angst hl

Losung: Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. Psalm 22,12 

Lehrtext: Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft. 1. Korinther 10,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Angst oder Gott? Eigentlich sollte das eine das andere ausschließen. Wo Gott ist, kann keine Angst sein und umgekehrt. Doch ich kann mir vorstellen, dass ein Mensch so betet und sagt: "Herr, ich habe große Angst, hilf mir, dir zu vertrauen. Lass mich nicht im Stich. Hol mich da raus."

So ähnlich beten vielleicht Eltern, die am Krankenbett um das Leben ihres Kindes fürchten. So ähnlich beten vielleicht junge Soldaten auf beiden Seiten der Front in der Ukraine. So ähnlich kannst auch du in deiner Angst beten.

Worte wie diese werden die Angst nicht in Luft auflösen, aber sie können helfen, dass du dich nicht völlig ausgeliefert fühlst. Und wenn ich einmal in den Strudel der Angst gerate, hoffe ich, dass sie wieder kleiner wird und weicht, wenn ich dranbleibe an ihm, meinem Gott, mit meinem Glauben und meinem Gebet.

Ja, Angst kann wie ein schwarzer Riese sein, gegen den ich keine Chance zu haben scheine. Doch mein Gott ist größer. Und deiner doch auch. Wir beide kämpfen gegen sie nicht allein. Wir haben die Waffe des Gebets und können sagen:

Gebet: Ja, Angst, du hast mich im Griff. Aber mein Gott hat dich im Griff. Du schnürst mir jetzt die Kehle zu, aber mein Gott wird mich wieder frei atmen lassen. Du willst mich erdrücken, aber mein Gott wird die Last von mir nehmen. Denn er ist treu und bleibt bei mir. Er wird mir die Kraft geben, dich zu überwinden. Ich weiß jetzt nicht wie und ich weiß nicht wann. Aber so wird es sein. Ja, HErr, so wird es sein. Ich verlasse mich auf dich. Amen  

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 30. Juli 2022

Liebe und Wahrheit hl

Losung: Wir wollen dem HERRN, unserm Gott, dienen und seiner Stimme gehorchen. Josua 24,24 

Lehrtext: Jesus sprach zu Pilatus: Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Johannes 18,37 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was für ein Fürchtegott begegnet uns da in dem Bibelabschnitt, aus dem die heutige Losung kommt:
Das Volk der Israeliten sprach: „Wir wollen dem HERRN dienen; denn er ist unser Gott.“ Josua sprach zum Volk: „Ihr könnt dem HERRN nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifernder Gott, der eure Übertretung und eure Sünden nicht vergeben wird. Wenn ihr den HERRN verlasst und fremden Göttern dient, so wird er sich abwenden und euch plagen und euch umbringen, nachdem er euch Gutes getan hat.“ Das Volk aber sprach zu Josua: „Nein, sondern wir wollen dem HERRN, unserm Gott, dienen und seiner Stimme gehorchen.“

O weh, ist das unser Gott: streng, unerbittlich und grausam? Der die Sünden nicht vergeben, sondern uns plagen und umbringen wird, wenn wir ihn verlassen? Nein, so war Gott nie. Aber Menschen, Priester vielleicht, haben mit diesem Gottesbild den Gläubigen Furcht und Schrecken eingejagt, um sie nur ja bei der Stange zu halten.

Die Wahrheit über Gott

Gott sei Dank ist das nicht die Wahrheit über Gott, sondern Jesus Christus ist Gottes Wahrheit, so wie er sprach, mit den Menschen umging und sich verhielt. Er droht und straft nicht. Er schlägt uns seine Wahrheit nicht um die Ohren. Sie ist der Mantel, in den er seine Liebe kleidet, in den er sich selbst kleidet, weil es Liebe ohne Wahrhaftigkeit nicht geben kann und genauso wenig Wahrheit ohne Liebe.

Jedenfalls möchte ich nicht im grellen Scheinwerfer einer menschlichen Wahrheitskommission sitzen und verhört werden, ob alles wahr ist, was ich jemals gesagt, behauptet und geglaubt habe.

Zu meiner Wahrheit gehört auch das Recht auf Irrtum. Und in der Tat habe ich mich in jungen Jahren öfter geirrt und irre ich mich noch heute. Ich bin nicht perfekt, so wie auch keine Wahrheitskommission der Kirche (Inquisition) oder irgendeiner politischen Partei oder Ideologie (Stalinismus) perfekt ist. Immer sind dabei Macht und Angst im "Spiel".

Bei Jesus nicht. Seine Wahrheit macht mich frei von allem Druck und aller Angst. Und so stehe ich vor Gott im Kleid seiner Wahrheit und werde nicht nach meinen Irrtümern und Halbwahrheiten beurteilt und auch nicht danach, ob ich nicht Gott immer wieder mal verlassen und mein Leben ohne ihn gelebt habe.

Ja, auch ich will auf ihn hören und mich an Jesus orientieren. Aber nicht aus Angst vor Strafe, sondern weil mir das gut tut und aus Dankbarkeit, dass er mich liebt. Er weiß, dass ich das aus eigener Kraft nicht kann, sondern ihn dazu brauche.

Gebet: Herr, was für ein Glück, dass ich mich vor dir nicht fürchten muss, sondern dankbar sein kann, dass du für mich da bist. Deine Liebe ist aufrichtig und wahrhaftig. Und deine Wahrheit ist, dass du barmherzig bist. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Freitag, 29. Juli 2022

Gott sehen hl

Losung: Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Sprüche 4,18 

Lehrtext: Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1.Johannes 3,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

"will ich Gott gleich sein?* (Lehrtext) Will ich das wollen, was dem biblischen Mythos zufolge Adam und Eva wollten: „Sein wie Gott“? (1. Mose 3,4+5) Nein, das will ich nicht. Der Schreiber des ersten Johannesbriefes hat recht: Ich bin schon Gottes Kind, sein erwachsenes Kind, dem er durch Christus Freiheit und Verantwortung gegeben hat. Das genügt mir. Aber ich Winzling »ihm gleich sein«? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Da kann ich dem Verfasser des ersten Johannesbriefes nicht folgen. Schließlich bin und bleibe ich Gottes Geschöpf und bin nicht Schöpfer meiner selbst. Er ist immer mein Gegenüber und braucht keine anderen Götter neben sich und schon gar nicht jemand wie mich."

"Will ich, Gott, den Menschen gleich sein? Will ich zu ihnen kommen und unter ihnen leben, sie heilen, erlösen und ihnen vergeben? Will ich mich von ihnen verachten, verspotten, verhaften, verleumden, verleugnen, verraten und verkaufen lassen? Will ich, Gott, mich in Jesus von ihnen töten lassen? Ja, das alles will ich auf mich nehmen. Ich will sein, wie einer von ihnen und leiden, wie viele von ihnen und sterben, wie sie alle. Und ich will sie lieben, ob sie mich achten, ob sie mir die kalte Schulter zeigen oder ob sie meine Feinde sind. Das will ich und das kann ich und das werde, weil ich in Jesus nicht nur Mensch bin wie sie, sondern zugleich Gott und darum die Kraft dazu habe."

"Will ich, Hans, diesen meinen Gott „sehen, wie er ist“ (Lehrtext)? Ja, das will ich und das werde ich, weil das nicht von mir abhängt, sondern von ihm allein. Bis dahin aber zeigt er sich mir in „Jesus Christus, dem Ebenbild des unsichtbaren Gottes“. (Kolosser 1,15).

Gebet: Heiliger Gott und barmherziger Vater, ich will mich vor den Menschen nicht schämen, zu sagen, dass ich dein Kind bin. Im Gegenteil. Es ist mir eine Ehre und Freude. Denn dass du mein Gott und Vater sein willst, ist mein ganzes Glück. Und dass ich dir gehöre, macht mich zuversichtlich und froh. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

* Andere, außer Luther und der Züricher Bibel, übersetzen etwas verschämter „Gott ähnlich sein“. Die Bibel „Hoffnung für alle“ übersetzt „Christus ähnlich sein“. Ich will hier nicht herumeiern, sondern dem Verfasser des ersten Johannesbriefs widersprechen. 

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Donnerstag, 28. Juli 2022

wichtig und nichtig hl

Losung: Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade. Jona 2,9 

Lehrtext: Die Welt vergeht, mit ihrem Begehren; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 1.Johannes 2,17 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

was ist nichtig und was ist wichtig? Wer könnte das schon so einfach beantworten? Denn was für dich nichtig ist, kann für mich wichtig sein und umgekehrt. Ich mag zum Beispiel Musik, die du vielleicht gar nicht magst. Und du magst vielleicht Filme, die mir nichts sagen. Was davon ist nichtig und was wichtig?

Wenn ich die heutige Losung richtig verstehe, dann ist das Nichtige etwas, das mich von Gott ablenkt und ihn vergessen lässt. Und das kann im Prinzip alles sein, womit wir Menschen uns beschäftigen: die Arbeit und der Besitz, Unterhaltung und Sport, Vergnügungen aller Art und Medienkonsum, aber auch religiöse Betriebsamkeit, die mir wichtiger ist als dass ich mich von ihm einfach nur beschenken lasse und dankbar bin.

Auch das ständige Bitten und Beten kann etwas Begehrliches an sich haben, dass ich einfach nicht genug kriege und Gott mir das geben soll, was ich will. Auch so „verlasse ich meine Gnade“ (Losung), weil er kein Automat ist, den ich bedienen kann und kein Glücksgott, der alle meine Wünsche erfüllt.

Meine Gnade aber ist er selbst, denn er hat sich mir in Jesus geschenkt. Und sein Wille, den ich tun soll (Lehrtext), ist, dass auch ich mich und meine Zeit anderen schenke.

Gebet: Herr, wenn du mir nicht immer wieder in den Weg trittst, wenn du meine Aufmerksamkeit nicht immer wieder auf dich lenkst, wenn du mich nicht immer wieder ansprichst durch dein Wort, werde ich dich verlieren. Du weißt, wie schnell ich mich in dieser bunten Welt von dir ablenken lasse. Und doch will ich sie nicht verteufeln, da sie doch deine Welt ist und du mir in ihr immer wieder auf überraschende Weise begegnest. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Mittwoch, 27. Juli 2022

Grundlos beschenkt hl

Losung: Danket dem Herrn aller Herren, der allein große Wunder tut, denn seine Güte währet ewiglich. Psalm 136,3.4 

Lehrtext: Einer unter den Aussätzigen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Lukas 17,15-16 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

ich weiß nicht, wie ich von Gott denken und wie ich glauben würde, stünde ich vor großen Herausforderungen. Aber wer weiß das schon von sich? Ich weiß aber, was ich jetzt von ihm denke und wie ich glaube am Ende dieses Tages, da ich diese Auslegung vorbereite:
Ich sitze bei einem Glas Frankenwein vor meinem Haus und höre leise Musik. Die große Hitze ist vorbei. Der Himmel färbt sich im Westen purpurrot. In der Ferne ein paar Fahrgeräusche. Sonst ist es still. 
Wie viele von solchen bezaubernden Sommerabenden ich wohl noch erleben werde? Darum will ich diesen mit allen Sinnen genießen und dem danken, der ihn mir schenkt.
Ich habe 
nichts dafür getan. Ich habe ihn mir nicht verdient. Ich werde von meinem Gott beschenkt, einfach so. Denn er ist ein barmherziger Gott. Er rechnet nicht ab und hält mir nicht kleinlich meine Fehler vor. In seiner Gegenwart kann ich glücklich sein. Seine Güte hat kein Ende und nichts kann sie schwächen oder begrenzen. Auf sie verlasse ich mich und danke ihm für die vielen kleinen und großen Wunder in meinem Leben.

Die Güte selbst ist so ein Wunder und dass es diese Welt überhaupt gibt und mich mittendrin. Das größte Wunder aber ist er selbst in dem Kind im Stall und dem Mann am Kreuz, in dem seine Liebe wohnt.

Gebet: Herr, als ich krank war, hast du mich wieder gesund gemacht. Als sich am Boden lag, hast du mich wieder aufgerichtet. Als ich keinen Ausweg mehr sah, hast du eine Tür für mich geöffnet. Als mein Glaube verdorrte, hast du ihn wieder wachsen lassen. Das alles und noch viel mehr hast du für mich getan. Du hast mich gesegnet und reich beschenkt, ohne dass ich mir das verdient habe. Darum will ich mit dem, was ich jetzt bin und habe zufrieden sein und dir dafür danken. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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