Mittwoch, 31. Januar 2024

Geistlich kurzatmig hl

Losung: Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als am HERRN, unserm Gott. Jeremia 3,23 

Lehrtext: Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Lukas 1,46-47 48

Liebe Leserin, lieber Leser,

übermorgen, am 2. Februar, an Lichtmess, ist die 40-tägige Weihnachtszeit vorbei. Ja, so lange hat man früher in der Weihnachtszeit gelebt. Einen so langen Atem haben wir schon lang nicht mehr. Wir alle sind geistlich kurzatmig geworden. Und für nicht wenige ist Jesus sowieso Luft, etwas, das man nicht weiter beachtet. Dabei leben auch sie in jedem Augenblick von dieser lebenswichtigen „Luft“, die sie erhält und beseelt.

Gott denkt an uns (Psalm 115,12), doch wir vergessen ihn

Doch die Menschen unserer Tage sind bei weitem nicht die ersten, die Gott vergessen hatten. Der Prophet Jeremia klagt schon in der Bibel darüber. Immerhin haben damals die Israeliten offenbar auch die Erfahrung gemacht, dass es ihnen nichts gebracht hat, wenn sie woanders Heil und Hilfe gesucht haben (Losung). Doch statt dass sich Gott von ihnen ebenfalls abgewandt hat, sagt er: »Kehrt um zu mir, ihr Kinder, die ihr von mir weggelaufen seid, ich will euch von eurer Untreue heilen!« Darauf antworten die Israeliten mit dem Satz aus der heutigen Losung.

Blutige Nasen

Mein Eindruck ist, dass wir Menschen uns immer wieder mal erst „blutige Nasen“ holen müssen, bevor wir wieder wissen, wohin und wem wir gehören, wer allein helfen und heilen kann. Wie gut, dass wir einen so barmherzigen und gütigen Gott haben, der nicht beleidigt und nicht auf Strafe aus ist, sondern darauf, zu vergeben und wieder und wieder einen Neuanfang mit seinen Menschenkindern zu machen, auch mit mir.

Diesen Gott preist Maria, die in der Erzählung des Lukas erfahren hat, dass sie den zur Welt bringen soll, der Jesus, also „Gott hilft“ heißt. Und was sein Name bedeutet, wird er auch mit seinen Worten und Taten, mit seinem Leben und Sterben bezeugen.

Damit beginnt die Weihnachtszeit. Und dazu gehören auch Marias so gar nicht weihnachtlichen Worte, aus denen unser Lehrtext kommt: »Jetzt hebt er seinen gewaltigen Arm und fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen. Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron und richtet die Unterdrückten auf. Den Hungernden gibt er reichlich zu essen und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.« So hat Maria damals aus Freude und Begeisterung gesungen.

Nachhilfe für Gott?

Als Student war auch ich von ihren Worten begeistert und hätte gern ein bisschen nachgeholfen, dass sie Wirklichkeit werden. Aber Maria singt nicht von mir, sondern von Gott. Hm, und das ist dann doch ein Unterschied - und kein kleiner.

Die Weihnachtzeit ist demnächst vorbei. Aber dass Jesus Gottes Hilfe und Heil für die Welt ist und somit auch für dich und für mich, das bleibt.

Gebet: Herr, du bist meine Hilfe. An wen sonst soll ich mich wenden als an dich? Du hast mir schon so oft geholfen. Du wirst das auch in Zukunft tun – aber nicht wie ich will, sondern wie du willst. Amen 

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Die schlimme Nachricht, von der ich vor einer Woche geschrieben habe, betraf einen nahen Verwandten. Gestern wurde er operiert. Ich sorge mich, aber die Zuversicht überwiegt.

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

Dienstag, 30. Januar 2024

Beide Seiten sehen hl

Losung: Isai sprach zu David: Sieh nach deinen Brüdern, ob's ihnen gut geht. 1.Samuel 17,18 

Lehrtext: Da brachten Männer einen Gelähmten auf einer Trage herbei. Sie wollten ihn in das Haus bringen und vor Jesus niederlegen. Lukas 5,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

wo sind sie denn, die Brüder, nach denen David, ihr Jüngster, sehen soll? (Losung) Da wo junge Männer seit Menschengedenken so oft sind, in der Armee, im Krieg, kurz vor der Schlacht. Ihr Vater Isai macht sich Sorgen um sie; so wie jetzt wieder die Väter in der Ukraine, in Palästina und in Israel. Er schickt David zu ihnen, damit sie genug zu essen haben und er von ihnen Nachricht bekommt. Und noch etwas: Neben dem Brot für die Söhne lässt er durch David auch noch zehn Käse für den Hauptmann überbringen, sozusagen als Bestechung dafür, dass er auf die Söhne achten und sie nicht unnötigen Gefahren aussetzen möge. Was macht man nicht alles als Vater, wenn man sich um die Kinder sorgt!

Und dann geht es Schlag auf Schlag: David erschlägt Goliath, und die Israeliten erschlagen die Philister*. Alle freuen sich. Alle? Haben sich nicht auch damals die Väter der Philister Sorgen um ihre Söhne gemacht und ebenso die Mütter? Und haben sich nicht auch die Frauen um ihre Männer gesorgt und die Kinder um ihre Väter und die Schwestern um ihre Brüder damals, im Philisterland? Und geschieht dies nicht auch jetzt in Russland?

Blind für die andere Seite

Verständliche Sympathien für die eine Seite, machen für die andere schnell blind. In den alten Heldengeschichten bis in unsere Nachrichten ist fast immer von den handelnden Personen im Rampenlicht die Rede, von den Helden, den Staatenlenkern, den Generälen, den großen Verlierern. Man schreibt und redet von Strategien, von Schlachtfeldern, von Erfolgen und Niederlagen, von Waffen und Waffenlieferungen, vom bösen Feind und den guten Verbündeten – mit einem Wort: vom Krieg. Das alles wird beleuchtet vom Licht des eigenen Interesses.

Aber »die im Dunkeln sieht man nicht« (Bert Brecht), die Zivilbevölkerung, auch die der Gegenseite. Jeder Krieg wird auf dem Rücken der sogenannten kleinen Leute ausgetragen von den Kindern bis zum Greis. Wer zählt ihre Tränen? Hört ihre Schreie und Klagen? Verbindet ihre Herzen? - Gott. Ja, das hoffe ich. Er trägt Leid um die vielen Erschlagenen seiner Menschenkinder wie einst um Abel. Doch wie kann ich ihn ehren, lieben und vertrauen, wenn ich anderen feindlich gesinnt bin, sie hasse und mich freue, wenn die „Bösen“ sterben und die „Guten“ siegen? Kann ich mir vor Gott sicher sein, zu den Guten zu gehören? Und wie kann ich heute Jesu wichtigstes Gebot achten, meine Feinde zu lieben?

Weil ich Christ bin

Liebe Leserin, lieber Leser, ich habe all das Militärische und Kriegerische auf allen Seiten, all das Verlogene und Gemeine, all die Kriegsgewinnler und Angstschürer und die sich an ihre Macht klammern, so satt. Das alles ist keine einzige Träne eines einzigen Kindes wert. »Deutschland muss wieder kriegstüchtig werden« (Pistorius)? Nein! Und nochmal nein! Ich bin nicht von Geburt oder aus politischen Gründen Pazifist, sondern weil ich Christ bin. Ich bemühe mich, dass ich mich an Jesus orientiere und nicht meinen negativen Gefühlen freien Lauf lasse. Und mir tun meine Menschengeschwister auf allen Seiten einfach nur leid.

Vater Isai sorgte sich um seine Soldatensöhne (Losung). Doch das genügt nicht. Ich denke, wir alle müssen Sorge tragen für alle, die in den Krieg geschickt werden und für alle, deren kleines Glück und Leben skrupellos geopfert wird. Für sie können wir beten und uns zugleich auch öffentlich für Frieden und Verhandlungen aussprechen. Dazu gehört: »Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem« (Römer 12,21). Diesem Wort des Apostels Paulus versuche ich zu folgen. Etwas Besseres weiß ich nicht. 

Gebet: Herr, gib mir Kraft,
dass ich mich nicht fürchte, wenn man mir Angst macht,
dass ich nicht beleidige, wenn man mich kränkt,
dass ich lieber Unrecht leide als tue,
dass ich nicht einteile in Gute und Böse,
dass ich weder Gewalt unterstütze noch zu ihr greife,
dass ich die negativen Gefühle in mir beherrsche,
dass ich in meinen Gedanken nach Kompromissen suche,
dass meine Worte versöhnlich sind,
dass ich vergeben kann
und tue, was dem Frieden dient. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

* Von den Philistern haben die Palästinenser ihren Namen. Sie bewohnten ab dem 12. Jahrhundert vor (!) Christus, also vor über 3000 Jahren, die südliche Küste des historischen Palästina, unter anderem den heutigen Gaza-Streifen.

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

Montag, 29. Januar 2024

Ich bekenne hl

Losung: Alle Völker auf Erden sollen erkennen, dass der HERR Gott ist und sonst keiner mehr! 1.Könige 8,60 

Lehrtext: Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Matthäus 28,19-20 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

woran sollen die Leute in deiner Umgebung erkennen, »dass der Herr Gott ist und sonst keiner mehr?« (Losung) König Salomo meinte, das sollen die Völker der Welt daran erkennen, dass es Gott mit dem Volk der Israeliten gut meint und ihm täglich gibt, was es braucht (1. Könige 8,59). Und wie ist das bei dir? Kann man an deinem Leben ablesen, dass der Herr dein Gott ist?

Was den äußeren Eindruck betrifft, den ich mache, bin ich im Zweifel. Natürlich möchte ich auch nicht den gegenteiligen Eindruck erwecken, dass es Gott für mich nicht gäbe. Was aber mein inneres Erleben angeht, also mein Glaubensleben, bin ich schon überzeugt, dass der Herr mein Gott ist. Aber nicht irgendeiner, nicht irgendein höheres Wesen, sondern der Gott, der sich mir in Jesus zeigt.

Luft nach oben

Ich habe in diesem Glauben noch „Luft nach oben“. Es ist nicht so, dass dieses Pflänzchen nicht noch wachsen könnte, wenn ich mich mehr darum kümmerte. Aber ich bin schon mal froh, dass ich überhaupt glaube und versuche, mein Leben mit Gott zusammenzusehen. Mir hilft das gerade auch in Krisenzeiten.

Natürlich weiß ich nicht, ob durch mein Leben und meine Arbeit als Pfarrer jemals Menschen zum Glauben gekommen oder darin bestärkt worden sind. Manche haben das gesagt. Viele sind das nicht. Warum auch. Ich kann und will das sowieso nicht überprüfen. Immerhin habe ich mich schon von Berufs wegen daran gehalten, was der Lehrtext sagt, und anderen von Jesus erzählt, am liebsten Kindern.

Kein Oberlehrer und kein Feldwebel in Glaubensdingen

Sie wollte ich nicht „belehren“, wie es in der Übersetzung des Lehrtextes durch Martin Luther heißt und ihnen nicht „befehlen“, was Jesus seinen Jüngern und somit auch mir angeblich befohlen hat. Nein, ein Oberlehrer und Feldwebel in Glaubenssachen wollte ich nicht sein. Das ist auch Jesus nicht für mich. Darum habe ich mich gefragt, ob man dieses wichtige Wort am Schluss des Matthäusevangeliums nicht auch anders übersetzen kann, sodass es annehmbar wird. Das Ergebnis siehst du hier:

Jesus verabschiedet sich von seinen Jüngern mit diesen Worten: Geht in die Welt. Erzählt den Menschen von mir. Ladet sie ein, sich taufen zu lassen auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Legt ihnen ans Herz, so zu leben, wie ihr es von mir kennt. Und vertraut darauf: ich bin bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt Matthäus 28,19-20

Offenbar haben das früher andere Menschen für mich getan, besonders in meiner Kindheit, sodass ich zum Glauben gekommen bin. Später habe dann ich diese Aufgabe übernommen. Und bei aller Enttäuschung, die jeder Beruf und auch der des Pfarrers mit sich bringt, bin ich doch froh, dass ich diesen Weg geführt worden bin.

Gebet: Herr, was aus dem Glaubenssamen geworden ist, den ich ausgesät habe, weiß ich nicht. Dafür musst du die Verantwortung übernehmen. Vielleicht ist ja gerade da etwas gewachsen, wo ich der Meinung bin, nichts erreicht zu haben. Ich will mich nicht zuletzt um meine eigene Glaubenspflanze kümmern und dir danken. Doch auch sie kann nur gedeihen, wenn du zugleich deinen Segen dazu gibst und ich nicht nur an mich denke. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

Sonntag, 28. Januar 2024

Was sein wird, gilt jetzt hl

Losung: Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren. Psalm 86,9 

Lehrtext: Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Offenbarung 21,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,

sofern du die Losungsauslegung heute früh liest, wünsche ich dir einen guten Morgen und einen gesegneten Sonntag. Komm gut durch den Tag und denke daran, du gehst nicht allein. Gott geht mit.

Wanderer

Losung und Lehrtext heute reden davon, was sein wird und richten unseren Blick nach vorn, in die Zukunft. Wir Menschen sind ja ein Leben lang unterwegs. Manche gehen so vor sich hin, ohne zu wissen, wohin. Wer die beiden Bibelworte bedenkt und wem der Glaube wichtig ist, hat, so meine ich, ein Ziel, das über die gegenwärtige Zeit und auch über diese Welt hinausweist. Anders gesagt: als Christen sind wir Wanderer durch Zeit und Raum, unterwegs in Gottes Ewigkeit.

Aber auch Gott ist ein Wanderer. Unablässig macht er sich auf zu seinen Menschen, auch zu dir und zu mir. Er sitzt nicht mit verschränkten Armen auf einem goldenen Thron in irgendeinem Himmel und wartet, dass die Völker und wir mit ihnen zu ihm kommen (Losung). Er ist schon immer unterwegs zu seinen Geschöpfen. Er kommt ihnen, er kommt dir und mir aus der Zukunft entgegen, aus seiner Zukunft, die zu unserer werden soll. Zugleich geht er seinen Weg über Bethlehem zu uns heute. Für mich ist er immer der Gott, der aus dem Stall, aus der Krippe, vom Kreuz kommt. Einen anderen kenne ich nicht.

Seitdem es Menschen gibt, haben sie sich aufgemacht, das höhere Wesen zu suchen und zu finden, von dem sie glauben, dass es auf ihr Leben und diese Welt Einfluss nimmt. Sie haben alles Mögliche gefunden und verehrt und wieder aufgegeben und vergessen. Nur ein neugeborenes Kind haben sie nicht gesucht. Nur in der Futterkrippe haben sie nicht nachgesehen. Da lag der, der gekommen ist, um sich von ihnen, von dir und mir finden zu lassen.

Wo Gott seine Hütte baut

Nun zum Lehrtext: Für mich ist bemerkenswert, dass da nicht die Rede von Gottes Hütte bei den Juden oder Christen ist, sondern bei den Menschen, bei seinen Menschenkindern. Er, der sich uns in Jesus zeigt, passt nicht in einen Himmelspalast fernab von seinen Geschöpfen und unerreichbar für sie. Er ist ein naher Gott, der seine Hütte mitten hinein in die Hüttendörfer der Menschen baut, auch in die Favelas Amerikas, in die Slums Afrikas, in die Brennpunktviertel der europäischen und asiatischen Städte und der nachts in den Ecken und Winkeln zu finden ist, wo die Obdachlosen schlafen. Er baut sie aus unserer Hilfsbereitschaft und Güte und.wohnt auch mit dir Wand an Wand , ob du daheim bist oder auf Reisen, ob du in einer Klinik bist oder in einem Heim. Wo auch immer, er macht sich erreichbar.

Gebet: Du bist bei mir, Herr, damit ich nicht allein und orientierungslos auf dem Meer der Zeit treibe. Du hältst den Kurs und bringst mich sicher zurück nach Hause. Dich will ich ehren und dir vertrauen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

Samstag, 27. Januar 2024

Der Traum des Königs Salomo hl

Losung: Gott sprach zu Salomo: Weil du weder um langes Leben bittest noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, auf das Recht zu hören, siehe, so tue ich nach deinen Worten. 1.Könige 3,11-12 

Lehrtext: Paulus schreibt: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Römer 12,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du offene Wünsche? Gibt es etwas, das dich antreibt, das du erreichen möchtest, wovon du träumst? Die nahezu allgegenwärtige Werbung macht dir unablässig Vorschläge.

Die Bibel überrascht mich immer wieder, gerade auch das Alte Testament. In den meisten Religionen, soweit ich sie kenne, geht es darum, dass Gott die Gläubigen bestätigt. Er soll ihre Werte gutheißen; soll geben, was ihnen wichtig und heilig ist, was sie sich wünschen und was sie zu brauchen meinen. Gott oder die Götter sind dann dazu da, auszugleichen, was den Menschen zu fehlen scheint.

In der buddhistischen Religion ist es allerdings anders. Da sollen Menschen ihre Wünsche vergessen, sozusagen wunschlos glücklich sein unabhängig davon, ob sie arm oder reich sind, gesund oder krank. Das ist bedenkenswert. Aber leider haben auch Buddhisten so ihre Schwierigkeiten damit, ihre Wünsche zu vergessen. Oder geht es vielleicht darum, anzustreben, was Gott will? Dass nicht er meine Wünsche erfüllt, sondern ich seinen Willen?

Salomo, der andere König

In der Geschichte, aus der unsere heutige Losung kommt, wird der junge König Salomo als jemand dargestellt, der anders ist. Er, der Sohn und Nachfolger Davids, bittet Gott bei seiner Thronbesteigung: »Ich bin noch viel zu jung und unerfahren und fühle mich dieser Aufgabe nicht gewachsen. Und doch hast du mir das Volk anvertraut, das du dir erwählt hast, und ich trage die Verantwortung für so viele Menschen, die niemand zählen kann. Darum schenke mir ein Herz, das auf deine Weisung hört, damit ich dein Volk leiten und gerechtes Urteil sprechen kann. Wie kann ich sonst dieses große Volk regieren?« (1. Könige 3,7-9) Darauf antwortet dann Gott mit der heutigen Losung.

Ich denke, es wäre nicht verkehrt, in mich hineinzuhorchen, welche Wünsche mich regieren, welche Gefühle mich leiten, nach welchen Werten ich mich richte. Und dann sollte ich aufrichtig Gott fragen im Gebet, ob das mit dem übereinstimmt, was er will. Oder stimmt es mit dem überein, was mir von anderen beigebracht worden ist? Wonach sich die Menschen in meiner engsten und weiteren Umgebung richten? Was also von außen, nicht zuletzt von den Medien, an mich herangetragen wird? Was in dieser Gesellschaft allgemein gilt und anerkannt ist? Mit einem Wort, was „die Welt“ vorgibt, wie der Apostel Paulus sagt (Lehrtext)?

Weltkind und Gotteskind

Ich bin ein Weltkind. Ich unterscheide mich in meinem Leben und in meinen Ansichten nicht so von anderen, wie ich es selbst gerne möchte. Aber weil ich auch wie du ein Gotteskind bin, spüre ich den Widerspruch: Einerseits gehöre ich in diese Welt und will darum auch nicht weltflüchtig sein. Andererseits soll und möchte ich mich ihr nicht gleichstellen (Lehrtext), so, als ob es Gott, wie er mir in Jesus begegnet, nicht gäbe. Mir ist sein Wille durchaus wichtig. Vielleicht nicht wichtig genug. Aber immerhin so sehr, dass ich ihn nicht vergessen kann.

Ich hege in mir, wie auch die meisten, die ich kenne, durchaus den Wunsch, lange zu leben. Ich hätte nichts dagegen, mehr zu besitzen als ich habe, obwohl das reichen müsste. Und würde ich Jesus nicht kennen und auf ihn sehen, würde auch ich mein Heil in Waffen und Gewalt suchen und aus Angst den Feinden den Tod wünschen wie fast alle Menschen, seitdem es sie gibt (Losung).

So aber will ich mich nicht nach meinen Ängsten und meiner Gier richten, mich auch nicht bis zum Letzten ins Leben verkrallen, sondern, wie Salomo, von Gott erbitten, was seinem Willen entspricht und mich danach richten. Ich will das. Leider heißt das noch nicht, dass ich das auch jeweils tue. Immerhin weiß ich, an wem ich mich orientiere.

Übrigens, König Salomo hatte seine Bitten und Gottes Antwort (Losung) nur geträumt. Aber was heißt das schon, da er sich offensichtlich danach richtete.

Gebet: Herr, ich möchte auch, wie alle anderen, ein gutes Leben führen in Frieden und ohne Angst und Sorgen. Und die meiste Zeit meines Lebens hast du mir das geschenkt. Dafür bin ich dir dankbar. Aber ich danke dir auch, vielleicht sogar noch mehr, für die Herausforderungen, die auf mich zukamen und denen ich mich auch jetzt stellen muss. Wenn ich sie annehme, stärken sie meine Seele und lassen mein Vertrauen auf dich wachsen und reifen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

Freitag, 26. Januar 2024

Das darfst du nur zu Gott sagen hl

Losung: Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich. Psalm 16,11 

Lehrtext: Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden. Matthäus 16,25 

Liebe Leserin, lieber Leser,

auch heute zunächst ein herzliches Dankeschön für die Kommentare, die ich gestern bekommen habe. Es hat mir gut getan, sie zu lesen.

„Du tust mir kund den Weg zum Leben“, heißt die Losung aus Psalm 16. Leider fehlt der Nachsatz: „Vor dir ist Freude die Fülle.“ Wir haben ja immer wieder mal Anlass, Gott zu bitten, dass er uns begleite und uns helfe. Und manchmal klagen wir ihm auch unser Leid. Das ist auch gut so. Aber wann sage ich schon mal zu ihm: „Vor dir ist Freude die Fülle“?

An meinem Kleiderschrank klebt schon seit längerer Zeit ein Zettel mit Versen aus jenem Psalm. In einer neuen Übersetzung heißt es da:
»Gott, bei dir suche ich Zuflucht! Ich bekenne: Du bist mein ganzes Glück! Du bist alles, was ich habe; du gibst mir, was ich zum Leben brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft. Bei dir bin ich in Sicherheit. Ich gehöre ja dir. Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt (Losung). Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich Glück, das nicht vergeht

Auch im Leid ist Gott mein Glück

Ich von mir aus hätte in diesen Tagen nicht so gebetet. Doch wie gut tut es mir, durch die heutige Losung auf diesen Zettel hingewiesen zu werden. Da kommt wieder eine ganz andere Perspektive des Glaubens in den Blick, die ja auch gilt trotz allem, was schwer fällt und weh tut. Und ist es nicht ein großes Glück, in guten und in schlechten Zeiten Gott zu gehören und sich im Lauf des Lebens an ihm zu orientieren?

Nein, ich werde diesen Zettel nicht von meinem Kleiderschrank abnehmen, egal, was ist und was wird. Denn der Herr ist nun mal meine Zuflucht. Und in wessen Hand als in seiner liegt meine Zukunft? Wer kann mir schon geben, was ich brauche? Hand aufs Herz, liebe Leserin, lieber Leser, was wäre denn die Alternative? Ich hätte dann ja nur noch mich. Fände ich bei mir selbst Trost, wenn ich trostbedürftig wäre? 

Ersatz für Gott?

Aber ich habe doch Angehörige und Freunde. Könnten die nicht Gott ersetzen? Seien wir ehrlich, wenn ich zu ihnen so reden würde wie David im Psalm 16 zu Gott, ich würde sie heillos überfordern. Ich würde die Beziehung aufs Spiel setzen. Aus diesem Grund gehen auch manche Partnerschaften und Freundschaften in die Brüche. Nein, so darfst du als Mensch nicht zu anderen Menschen reden. So kannst du nur mit ihm reden - im
Gebet:
»Gott, bei dir suche ich Zuflucht! Ich bekenne: Du bist mein ganzes Glück! Du bist alles, was ich habe; du gibst mir, was ich zum Leben brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft. Bei dir bin ich in Sicherheit. Ich gehöre ja dir. Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich Glück, das nicht vergeht.« Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

Donnerstag, 25. Januar 2024

Mit meiner Sorge in seinem Licht hl

Losung: Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln. Psalm 89,16
oder
neue Übersetzung HFA: Wie glücklich ist das Volk, das dich mit Jubelrufen begrüßt! Es lebt in deiner segensreichen Nähe. Es freut sich täglich, weil du sein Gott bist. Durch deine Treue machst du es groß. Du gibst ihm deine wunderbare Kraft. Weil du uns liebst, sind wir stark. Psalm 89,16-18

Lehrtext: Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Johannes 8,12 

Liebe Leserin, lieber Leser,

zuerst möchte ich euch allen danken, die ihr mir auf meine Bitte hin euer Bibelwort zugesandt und in den Kommentaren veröffentlicht habt. In meiner Antwort (Kommentar 24.01.24, 18:33 h) habe ich angedeutet, weshalb mir gerade gestern eure Worte so wichtig waren und mich auch heute und gewiss auch noch länger tragen.

Und nun zur Auslegung: »Weil du uns liebst, sind wir stark«, heißt es in der Übersetzung „Hoffnung für alle“ im Folgesatz der Losung. Ich nehme diesen Satz ganz persönlich, denn ich brauche auch heute Gottes Kraft. Doch damit bin ich nicht allein. Da ist auch die eine oder andere Leserin oder ein Leser, dem es ähnlich geht.

Dir und mir lasse ich von der Losung dieses Wort in den Mund legen: ‚Gerade in schwerer Zeit freue ich mich, dass ich in deiner segensreichen Nähe lebe und du mein Gott bist‘. Das muss ja keine laute Freude sein. Für mich ist das heute mehr der stille Trost, dass ich mit meiner Sorge nicht allein bin, dass gerade in meiner Dunkelheit Jesus, „das Licht der Welt“, leuchtet. Damit zeigt er mir, an wen ich mich wenden kann in Freude und Leid mit meinem Dank und meinen Anliegen. Gerade jetzt brauche ich seine Zusage: „Ich bin da.“

Gebet: Mein Gott, mit dem Bibelwort gibst du mir heute die passende Losung mit auf den Weg: „Weil du mich liebst, bin ich stark.“ Du weißt, ich brauche deine Kraft, doch mehr noch der Mensch, um den ich mir Sorgen mache. Ob du einen Weg zu ihm findest, dass er deine Nähe und deine Kraft spürt? Du hast Möglichkeiten, die ich nicht habe. Du kennst Wege, die mir verborgen sind. Du wirst das Richtige tun, auch wenn ich es nicht sehe. In deine Hand lege ich meine Sorgen und vertraue dir alle an, die heute deine segensreiche Nähe brauchen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

Mittwoch, 24. Januar 2024

7 + 2 goldene Bibelworte hl

Losung: Himmel und Erde werden vergehen, du aber bleibst. Psalm 102,27  

Lehrtext: Jesus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28,20 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

welche Aussagen der Bibel sind dir am wichtigsten? Nach vielen Jahren des Nachdenkens über die Bibel sind es für mich diese sieben:

Worte des Gottvertrauens

1. Herr, ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir. Psalm 23,4

2. Nichts kann mich (uns) scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, meinem Herrn, auch nicht der Tod. (Römer 8,39)

3. Der Herr vergibt dir alle deine Sünden und heilt alle deine Gebrechen. Er erlöst dein Leben vom Verderben und krönt dich mit Gnade und Barmherzigkeit. Psalm 103

4. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Psalm 27,1

5. Jesus: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Matthäus 11, 28

6. Von allen Seiten umgibst du mich, Herr, und hältst deine Hand über mir. Psalm 139,5

7. Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Kolosser 1,15

Immer wieder einmal sind es auch andere Bibelworte, die mich besonders ansprechen und die dann im Vordergrund stehen. Aber diese sieben sind mit dabei und formen zusammen mit Losung und Lehrtext meinen Glauben. Vielleicht magst du ja in den Kommentaren das eine oder andere Bibelwort mit den Leserinnen und Lesern teilen, das dir besonders wichtig ist.

Der heutige Lehrtext hat mich überhaupt erst auf die Idee gebracht, dich so zu fragen. Denn auch dieses Wort macht mich zuversichtlich und tröstet. Es sagt mir, dass kein Tag vergehen soll, an dem ich allein auf mich gestellt bin. Ich soll darauf vertrauen, dass Gott in Jesus an meiner Seite ist und bleibt und mit mir durch die guten und schlechten Zeiten geht - und zuletzt auch durch den Tod.

Die beiden Namen

Denn der Name Gottes und der Name Jesu sind nicht Schall und Rauch, sondern Programm. Beide Namen sagen mir in der deutschen Übersetzung, worauf es im Glauben ankommt. Gott ist der »Ich bin (für dich) da!«. Und Jesus ist der »Gott hilft!«. Und falls ich einmal alles andere vergessen sollte, diese beiden Namen und ihre Bedeutung will ich um keinen Preis vergessen. Aus ihnen schöpfe ich immer wieder Hoffnung und Kraft unabhängig davon, was in der Welt und in meinem Leben sonst noch geschieht.

Gebet: Mein Gott, was für ein Geschenk, dass ich glauben kann. Was für ein Geschenk, dass ich mich dir mit allem, was mich ausmacht, anvertrauen kann. Was für ein Geschenk, dass ich dich lieben kann. Ich weiß, wie schnell mir diese Geschenke wieder abhandenkommen, wenn ich versuche, mein Leben aus eigener Kraft hinzubiegen. Wenn ich mein Glück anderswo suche als bei dir. Aber auf mich kommt es nicht an, sondern auf dich. Du wirst auch in Zukunft nicht von mir weichen und mich immer wieder zurückholen, wenn ich mich verlaufen habe. Das hoffe ich. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************

Dienstag, 23. Januar 2024

Bedingungslose Vergebung hl

Losung: Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, die da groß ist! Psalm 25,11 

Lehrtext: Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Markus 2,5 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

heute geht's wieder mal ans "Eingemachte". Als Mensch muss / soll ich einem anderen vergeben, wenn er an mir schuldig geworden ist und umgekehrt: ich soll ihn gegebenenfalls um Vergebung bitten. Bei Gott ist das anders. Wie? Das kannst du hier lesen:

Kurz von unserer Konfirmation mussten wir Konfirmanden und Konfirmandinnen damals zur Einzelbeichte beim Pfarrer in die Sakristei. Es war nur peinlich und furchtbar. Der brave Mann hatte sich halt an die Vorschriften gehalten. Er hätte es besser sein lassen.

Ja und welche Sünden sollte ich denn beichten? Meine sexuellen Fantasien als Pubertierender? Meine kümmerliche Glaubenspraxis? Streit mit meinem Bruder? Faulheit in der Schule? Gott sei Dank war die Einzelbeichte bald vorbei.

Gott braucht kein Sündenbekenntnis

Ich war selbst schon lange Pfarrer, bis mir klar geworden ist, dass das Sündenbekenntnis zu Beginn eines traditionellen Gottesdienstes oder beim Abendmahl nicht die Voraussetzung dafür ist, dass mir Gott vergibt. Es dient dazu, dass ich darüber nachdenke, was ich falsch gemacht habe „in Gedanken, Worten und Werken“ und wie ich das künftig anders machen kann. Es dient dazu, dass ich mich gemeinsam mit anderen vergewissere: Gott hat mir vergeben. Er selbst ist Vergebung in Person. Er macht seine Gnade und Barmherzigkeit nicht von einem in der Einzelbeichte erpressten Bekenntnis eines Pubertierenden abhängig und auch nicht von den allgemeinen, formalen Sündenbekenntnissen in der lutherischen Gottesdienstordnung. Er kommt uns mit seiner Vergebung schon immer zuvor.

Auch die Bitte im Vaterunser „und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ dient meines Erachtens dem Nachdenken über das eigene Versagen. Sie bindet die Gewissheit, dass Gott mir vergeben hat daran, dass ich dem vergebe, der an mir schuldig geworden ist. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Gewissheit aber ist keine Bedingung. Sie bestätigt, was sowieso schon gilt.

Die heilende Vergebung für den Gelähmten

Aber hat Gott mir denn wirklich vergeben? Im Lehrtext muss der Gelähmte kein Sündenbekenntnis sprechen, um von Jesus zu erfahren, dass ihm vergeben ist, dass das, was ihn von Gott trennt (= Sünde) und seinen Heilungsprozess blockiert, beseitigt ist. Ich glaube, es war ein zentrales Anliegen Jesu, allen Menschen, denen er begegnete, zu sagen, dass Gott ihnen ihre Sünden vergeben hat ohne jede Vorleistung und Bedingung. Dass sie sich ihm angstfrei und vertrauensvoll öffnen können, um seine heilenden Kräfte in sich zu spüren.   

In allen anderen Religionen, auch im Judentum, werden  für Gottes Vergebung Vorleistungen und Bedingungen verlangt. Auch in der christlichen Religion war und ist das noch weitgehend bis heute so. Aber Religion ist nicht gleich Glaube. Der Glaube bzw. das Zutrauen der Freunde des Gelähmten (Lehrtext), dass Jesus ihn heilen wird, war für ihn keine Vorbedingung. Gottes Gnade, die sich in ihm spiegelt, ist keine Währung, mit der Menschen, wer sie auch seien, schachern könnten. Die Heilung hat sich der Gelähmte nicht verdient. Er hat sie geschenkt bekommen (= Gnade).

In Jesus erkennen wir, dass uns von Gott vergeben ist und nicht erst noch vergeben werden muss

Das gehört für mich zur „Freiheit eines Christenmenschen“. Ich muss nicht wie der Ritter Tannhäuser nach Rom pilgern, um vom Papst Vergebung zu erflehen, und, wenn er sie verweigert, dann „verdammt in alle Ewigkeit“ sein. Ich darf und kann glauben, dass mir vergeben ist. Und wenn ich anderen nicht vergebe, ist das nicht mehr ihr, sondern mein Problem. Gott aber, wie er mir in Jesus begegnet, hat mich frei- und losgesprochen noch ehe ich ihn darum gebeten habe - auch ohne Papst und Einzelbeichte. 

In unserer Menschenwelt hingegen, im Staat beispielsweise, gelten andere Gesetze. Da kann dem Rechtsbrecher nicht von vornherein vergeben, ihm sozusagen ein Freibrief ausgestellt werden. Da muss er für seine Taten büßen, auch wenn Gott ihm längst vergeben hat. Menschliches Recht hat immer auch eine Schutz- und Abschreckungsfunktion, auch wenn diese schwächer ist als man gemeinhin glaubt.

Ich weiß, mit meinem Verständnis von Vergebung gehöre auch ich zu denen, die an den Grundfesten der Kirchenmacht und der christlichen Gemeinschaften rütteln. Es ist an der Zeit, dass Kirche alle Macht über die Gläubigen aufgibt. Dass sie ihnen, anders als der Staat, macht-los, selbst-los, demütig und gratis dient. Dass sie ihnen zuspricht, was schon immer gilt: „Gott hat dir durch Jesus vergeben, weil er dich liebt.“ Wir alle leben doch von der guten, befreienden Nachricht Jesu, vom Evangelium, das Kirche ausbreiten soll. Dazu ist sie da.

Gebet: Herr, ich muss mich nicht erst klein machen, damit du groß bist. Ich muss mich nicht erst als Sünder verdammen, damit du heilig bist. Ich muss dich nicht erst um Gnade anflehen, damit du gnädig bist. Du stellst keine Bedingungen. Mit dir kann ich nicht handeln. Über all das bist du erhaben. Was mir bleibt, ist, dir zu danken, dir zu vertrauen, dich zu lieben und mich so zu verhalten, dass ich mich vor dir und meinen Mitmenschen nicht schämen muss. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

**********************************************************
»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
***********************************************************
Hinweis für Smartphone-Nutzer:
So finden Sie alle Losungsauslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link "Web-Version anzeigen" tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
***********************************************************
Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Twitter, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.
Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden. Sie werden nachträglich korrigiert.
***********************************************************
1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
***********************************************************