Donnerstag, 30. November 2023

Mein Morgenstern hl

Losung: Euch, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Maleachi 3,20 

Lehrtext: Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen. Römer 13,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute sollen mal zwei Große Losung und Lehrtext auslegen, zwei Liederdichter aus dem Evangelischen Gesangbuch (EG). Zur Losung zitiere ich Christian David mit Vers 1 aus dem Lied „Sonne der Gerechtigkeit“ (EG 263):

Sonne der Gerechtigkeit, / gehe auf zu unserer Zeit; / brich in deiner Kirche an, / dass die Welt es sehen kann. / Erbarme dich, Herr.

Das war auf den Kirchentagen in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein großer Hit. Und ich habe dieses Lied gern gesungen, wollte ich doch auch, dass Jesus als „Sonne der Gerechtigkeit“ (Losung) in der Kirche aufgeht. Dass er über ihre Mauern hinausstrahlt in die Welt als Licht der Hoffnung für alle Unterdrückten und Ausgebeuteten. Ich habe heute noch die Klänge im Ohr, wenn dieser Choral von Dutzenden von Posaunenchören angestimmt wurde und den Gesang der großen Kirchentagsgemeinde begleitete.

Und zum Lehrtext fällt mir das Lied von Jochen Klepper ein „Die Nacht ist vorgedrungen“ (EG 16), ein Adventslied, das demnächst wieder vielfach in unseren Gottesdiensten erklingt und in dem es im ersten und im vierten Vers heißt:

Die Nacht ist vorgedrungen, / der Tag ist nicht mehr fern. / So sei nun Lob gesungen / dem hellen Morgenstern! / Auch wer zur Nacht geweinet, / der stimme froh mit ein. / Der Morgenstern bescheinet / auch deine Angst und Pein.

Noch manche Nacht wird fallen / auf Menschenleid und -schuld. / Doch wandert nun mit allen / der Stern der Gotteshuld. / Beglänzt von seinem Lichte, / hält euch kein Dunkel mehr, / von Gottes Angesichte / kam euch die Rettung her.

Der segnende Christus

Jochen Klepper hatte eine jüdische Frau und wurde deshalb von den Nationalsozialisten schikaniert. Kurz bevor sie und die beiden Töchter in ein Vernichtungslager abtransportiert werden sollten, hat er sich mit ihnen am 11. Dezember 1942 in Berlin das Leben genommen. Der letzte Eintrag in seinem Tagebuch lautet: »Wir sterben nun – ach, auch das steht bei Gott – Wir gehen heute Nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“ 

Gebet: Ja, Herr, die Nacht ist vorgedrungen, die Nacht, in der wieder so viele geweint haben und vor Kummer und Sorgen nicht schlafen konnten. Doch auch nach dieser Nacht bist du, Jesus, mein Morgenstern, aufgegangen über unserem Menschenglück und Menschenleid und bescheinst tröstend und mild Angst und Schmerz. Noch brennen uns die Augen von unseren Tränen. Doch wir singen dir dein Lob und danken dir für deinen Trost. Du bist der Stern der Gottesliebe. Du vertreibst die Finsternis um uns und in uns. Durch dich wird alles gut. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

Kleine Auswahl weiterer Lieder von Jochen Klepper im evangelischen Gesangbuch: EG 64: „Der du die Zeit in Händen hast“ (Melodie: EG 363). EG 452: „Er weckt mich alle Morgen“. EG 486: „Ich liege, Herr, in deiner Hut. EG 532: „Nun sich das Herz von allem löste“

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

 

Mittwoch, 29. November 2023

Wohin sonst? hl

Losung: Hilf, HERR! Die Heiligen haben abgenommen, und treu sind wenige unter den Menschenkindern. Psalm 12,2 

Lehrtext: Jesus sprach zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Johannes 6,67

Liebe Leserin, lieber Leser, 

diese Verse, die dem heutigen Lehrtext vorangehen, sind eine schwere Kost. Hier der Zusammenhang:

Geheimsprache?

Jesus sagt zu seinen Jüngern: (Johannes 6,53) »Wenn ihr nicht esst das Fleisch des Menschensohns und trinkt sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch.
54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.
56 Wer mein Fleisch isst und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm …..
Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht.« 
66 Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm.
67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: »Wollt ihr auch weggehen?« (Lehrtext)
68 Da antwortete ihm Simon Petrus: »Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; 69 und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.«

Um diese Verse nicht misszuverstehen, mache ich mir klar, dass Johannes hier sein eigenes Verständnis vom Abendmahl darlegt. Immerhin hat er sein Evangelium erst gut 70 Jahre nach Jesu Tod geschrieben. Und dabei lag ihm nicht daran, nur wiederzugeben, was damals geschehen ist, sondern seine eigene Sicht der Dinge auf dem Hintergrund seiner Glaubenserfahrungen mitzuteilen.

Ein Herz und eine Seele

Nein, Johannes war kein Kannibale. Blut und Fleisch Jesu sind hier im übertragenen Sinn gemeint als Gleichnisworte für die Speise, von der der Glaube oder die Seele lebt. Im Glauben soll man sich ihm zufolge Jesus 'einverleiben', um so mit ihm eins zu werden, um so ein Herz und eine Seele mit ihm zu sein: »Er in mir und ich in ihm« (Vers 56). Dann hat man den lebendigen Christus in sich. Wer das Wesen und den Geist Jesu ganz und gar in sich aufgenommen hat, bleibt nicht im Tod, sondern wird auferweckt. Soweit Johannes.

Das alles war auch damals für viele zu viel. Sie verstanden nicht, was das Reden vom Fleisch und Blut Jesu sollte und wandten sich deshalb ab. Und auch ich heute habe mit dieser Art zu reden meine Schwierigkeiten. Für Johannes ist das eine seiner gewollten Missverständnisszenen. Das war sein Stilmittel, in einer Art Geheimsprache für Eingeweihte vom Geheimnis Jesu Christi zu reden. Nur die von Gott Berufenen und Erwählten sollten die Bedeutung Jesu erkennen. Den anderen würde sie verborgen bleiben.

Gott braucht keine frommen Besserwisser

Ich habe ein anderes Verständnis von Jesus. In ihm ist Gott für alle Menschen da, für alle seine Geschöpfe. Und alle sollen das erfahren. Er braucht keine frommen Besserwisser, keine Heiligen und keine Erwählten mit Geheimwissen. Er braucht dich und mich mit all unseren Schwächen und Fehlern, aber auch mit unseren guten Seiten.

Mir persönlich ist der Schluss jenes Bibelabschnittes wichtig, da Petrus auf Jesu Frage (Lehrtext) sagt: »Herr, wohin sollen wir schon gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.« Dieser Vers ist mein Konfirmationsspruch. Vor allem als junger Mensch war ich manchmal nah dran, Jesus zu verlassen, weil er mir scheinbar nichts zu sagen hatte.

Zurück in die offenen Arme

Und dann kam mir immer wieder dieser Konfirmationsspruch in die Quere: „Herr, wohin soll ich denn dann gehen?“ Wem kann ich sonst trauen gerade in meinen dunklen Stunden? Wer zeigt mir sonst, wie und wer Gott ist? Und vor allem, wer liebt mich so wie du, gerade wegen meiner Fehler und Schwächen, und bleibt mir treu, auch wenn ich untreu bin? (Vergleiche Losung) 

Und wenn ich von ihm weggegangen bin wie der „Verlorene Sohn“ in Jesu Gleichnis, so bin ich doch wieder in seine offenen Arme zurückgekommen. Ja, wohin sollte ich denn sonst gehen? 

Und wieder bete ich: ‚Herr, du bist bei mir‘, ‚du umgibst mich von allen Seiten‘, du bist meine Kraft und mein Licht, in dir bin ich geboren, ‚in dir lebe ich‘, in dir werde ich sterben und doch in deiner Liebe bleiben. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Dienstag, 28. November 2023

Licht auf meinem Weg hl

Losung: Wenn dein Wort offenbar wird, so erleuchtet es und macht klug die Unverständigen. Psalm 119,130 

Lehrtext: Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts. Epheser 5,8

Liebe Leserin, lieber Leser,

hinter dem heutigen Losungswort muss eine Erfahrung gestanden haben, die jemand gemacht hat. Die Erfahrung ist verloren gegangen, und so ist nur das Wort selbst übrig geblieben. Jetzt liegt es an dir und an mir, ob wir mit diesem Wort eine eigene Erfahrung verbinden können. Hast du es schon einmal erlebt, dass jemandem, der in der Bibel gelesen hat, plötzlich ein Licht aufgegangen ist? Ist es dir vielleicht selbst so ergangen?

Reden wie der Blinde von der Farbe

Ich selbst habe lange, zu lange von Gott geredet wie der Blinde von der Farbe. Dass daran irgendwas falsch gewesen sein könnte, scheint auch anderen nicht aufgefallen zu sein. Aber am Ende meines Theologiestudiums hatte ich begriffen, dass ich unmöglich von ihm reden kann ohne von Jesus Christus zu reden und umgekehrt.

Das Wort „Gott“ ist zunächst nichts anderes, als ein Allerweltswort, das viele im Munde führen, ohne sagen zu können, was sie darunter verstehen. Ständig wird es in Floskeln verwendet wie: „Gottseidank”, „Um Gottes willen“, „O Gott!“, „Mein Gott!“, „Ach Gott“, „gottlob“, „gottverdammt“ und so weiter. Auf diese Weise reden auch eingefleischte Atheisten von Gott. Aber Gott ist mehr als eine Floskel im Mund eines winzigen und schwachen Menschen. Er ist mehr als der unpersönliche Schöpfer von Himmel und Erde und allem was lebt, mehr als bloße Energie. Er ist kein alter Mann mit Bart und auch kein Prinzip, keine stärkste Kraft oder höchster Wert.

Der Mensch gewordene Gott

Für mich ist Gott in Jesus Mensch geworden und hat sich in ihm gezeigt, wie er für mich und für dich und für alle Menschen sein will:
Für mich ist er der Schöpfer, der an seinem Geschöpf Anteil nimmt und den Menschen, also dich und mich, fragt: „Adam, wo bist du?“ Der meine Antwort will. Der will, dass ich mich vor ihm verantworte. 
Für mich ist er der „Jahwe“, der „IchBinDa“ aus der Geschichte von Abraham am brennenden Dornbusch.
Für mich ist er der Hirte aus Psalm 23, zu dem ich sagen kann „Du bist bei mir“.
Für mich ist er der nahe Gott aus Psalm 139, der mich von allen Seiten umgibt, der seine Hand über mir hält, für den ich nicht verloren gehen kann.
Für mich ist er der Herr aus Psalm 103, „den meine Seele lobt und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Der mir mein Versagen verzeiht, meine Schwächen heilt, meine Schuld vergibt und mich mit Güte und Liebe beschenkt.“

Dieser Gott ist mein Gott und kein anderer. Er begegnet mir in Jesus Christus
als Kind im Stall,
als Mann am Kreuz,
als Freund der Armen,
als Anwalt der Machtlosen,
als Kraft der Schwachen,
als Friedefürst unter den Kriegsknechten,
als Wahrheit in einem Meer der Lüge,
als Befreier aus den gottlosen Bindungen dieser Welt,
als der, dem ich mich anvertrauen kann im Leben und im Sterben ... 
In ihm und nur in ihm erkenne ich, wer und wie Gott ist.

Ob auch auf mich zutrifft, was der Lehrtext sagt? Das entscheide nicht ich. Das ist seine Sache. Doch so viel kann ich in Anlehnung an die Losung und mit Psalm 119 Vers 105 zu ihm  sagen: 

Gebet: Herr, „dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

Übrigens, gerade sehe ich ein Foto auf Tagesschau online mit einem Fahrzeug, das Geiseln durch die Nacht in die Freiheit fährt und die Gefangenen der anderen Seite zu ihren Familien zurückbringt. Auf der Tür des Fahrzeuges ist das Rote Kreuz zu sehen, das Kreuz Jesu. Und so fährt das Fahrzeug hin und her vom muslimischen Halbmond zum jüdisch-israelischen Davidstern und zurück. Und genau da, liebe Leserin, lieber Leser, gehört es hin, ist sein Platz, zwischen den Fronten und Feinden, ohne Parteinahme für die einen oder die anderen, das Kreuz als Zeichen der unparteiischen Menschlichkeit Jesu, als Fingerzeig Gottes. Und genau da ist auch dein und mein Platz.

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Montag, 27. November 2023

Land ohne Gott? hl

Losung: Bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen! Sacharja 7,10

Lehrtext: Ihr habt Christus nicht so kennengelernt. Epheser 4,20

Liebe Leserin, lieber Leser,

60 Milliarden Euro fehlen im Bundeshaushalt, seitdem das Bundesverfassungsgericht der Regierung verboten hat, dieses, ursprünglich zur Bekämpfung der Corona-Seuche bestimmte Geld, anderweitig auszugeben. 60 Milliarden, das sind sechzigtausend Millionen Euro.

Ich bin kein Politiker und auch kein Haushaltsexperte. Aber mir ist aufgefallen, dass vor allem aus der Opposition gefordert wurde, nun kräftig bei den Sozialausgaben und bei der Kindergrundsicherung zu sparen. Das ist mir wieder eingefallen, als ich die heutige Losung gelesen habe.

Damals …

Die Warnung des Propheten Sacharja an die regierende Oberschicht in Jerusalem (Losung) geschah vor 2500 Jahren. Und er war nicht der einzige unter den biblischen Propheten, der immer wieder im Namen Gottes davor gewarnt hat, die Menschen im Land auszubeuten und zu unterdrücken. 

In anderen Ländern des alten Orients zu jener Zeit war das kein Problem. Denn oft wurden die Könige selbst als Götter verehrt. Sie konnten schalten und walten wie sie wollten. Die Kriege, die sie führten, die Paläste, die sie bauten – alles geschah auf dem Rücken der kleinen Leute und Sklaven. Da war niemand, der sie kritisiert hätte. Da gab es keinen Gott, der sich zum Anwalt der sozial Schwachen gemacht hätte.

Nur in dem kleinen Juda mit der Hauptstadt Jerusalem traten immer wieder diese unbequemen und lästigen Propheten auf, welche die Könige, die Oberschicht und die Oberpriester im Namen Gottes anklagten. Welche sagten, dass die Katastrophen, die immer wieder über dieses kleine Volk gekommen sind, auch damit zusammenhängen, wie man im Land mit den Schutzlosen, den Witwen und Waisen, den Ausländern, Flüchtlingen und Armen umgeht.  2500 Jahre ist diese Sozialkritik und die Verteidigung der Menschenwürde alt.

… und heute.

Und heute? Auch heute fällt vielen nichts anderes ein, als für die Krisen die Flüchtlinge verantwortlich zu machen und für die finanziellen Probleme die sozial Schwachen, für die der Staat zu viel Geld ausgeben würde. Wie gesagt, ich bin kein Politiker und kein Haushaltsexperte. Aber in mir sagt eine Stimme, dass das nicht recht ist und dass das mit meinem Glauben an Gott, wie er mir in Jesus Christus (Lehrtext) begegnet, nicht vereinbar ist.

Für Aufrüstung aber und Waffenlieferungen in die Ukraine waren in kürzester Zeit 100 Milliarden Euro da. Was könnte man mit diesem Geld für die eigene Bevölkerung nicht alles tun! Schulen, medizinische Versorgung, bezahlbare Wohnungen, funktionierender Bahnverkehr, alternative Energien und so weiter. Doch wenn sich die eigene Bevölkerung von der Politik vernachlässigt fühlt – ob zu Recht oder zu Unrecht –, ist es um die Zukunft des Landes nicht gut bestellt.

Heute ist die Situation so, dass, wer im Namen Gottes öffentlich auftritt, wer die Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft kritisiert und militärische Gewalt ablehnt, - dass der nach Meinung vieler in eine psychiatrische Klinik gehört. Und die Kirchen? Haben sie den Mut zur Kritik an denen, die in Politik, Medien und Gesellschaft Macht haben? Diese Frage kannst du, liebe Leserin, lieber Leser, selbst beantworten.

Gebet: Herr, sammle du die Menschen in unserem Land, die sich zu dir bekennen und nach dir richten, dass sie in deinem Namen auch öffentlich sagen, was Recht und Unrecht ist. Dass sie die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Kirche darauf hinweisen, wem gegenüber sie Antwort und Rechenschaft schuldig sind. Dass sie die Mächtigen mahnen, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern sich um die zu kümmern, die Unterstützung brauchen. Denn eine Gesellschaft und ihre Regierung ohne dich ist wie ein Schiff ohne Ruder, das orientierungslos dahintreibt im Sturm der Zeit. Davor bewahre uns, Herr. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr 

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Sonntag, 26. November 2023

Er und ich hl

Losung: Der HERR ist gütig und eine Feste zur Zeit der Not und kennt, die auf ihn trauen. Nahum 1,7 

Lehrtext: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Matthäus 7,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

ob das wirklich so stimmt, was im heutigen Lehrtext steht? Kannst du das mit deinen Erfahrungen bestätigen? Hier meine Gedanken dazu:

Ich bitte dich, Herr, weil ich glaube, dass du mir geben wirst, was gut für mich ist, auch wenn ich mir etwas anderes vorgestellt habe.
Ich suche dich, weil ich glaube, dass du dich von mir finden lässt gerade an den Orten, wo ich dich nicht vermute.
Ich klopfe bei dir an, weil ich glaube, dass du die Türe bist (Johannes 10,7+9), hinter der es weitergeht, auch wenn alles dagegen zu sprechen scheint.
Ich bin der, der bittet, sucht und anklopft. Ich lasse mich von dir überraschen.

Du bist der, der gibt, der sich finden lässt und den neuen Weg zeigt. 
Du machst dich mir selbst zum Geschenk nicht nur an Weihnachten, sondern an jedem Tag neu.
Du liegst für mich in einem Futtertrog und nicht in einer goldenen Wiege, um mir zu sagen, dass du auch da bei mir ist, wo es mir schlecht geht.
Du hängst für mich am Kreuz und sitzt nicht auf einem goldenen Thron, um mir zu zeigen, wie stark deine Liebe ist.
Du öffnest die Tür meines Herzens, um bei mir zu sein, damit auch ich bei dir bin.
Du bist es, der mich sucht, weil du meine Füße, meine Hände, meinen Mund brauchst, um deine Arbeit auf Erden zu tun.
Du bittest mich für dich, wenn du in den Geringsten meiner Brüder und Schwestern zu mir kommst (Matthäus 25,40). Denn was ich ihnen gebe, das gebe ich dir und was ich ihnen tue, das tue ich dir.

Gebet: Herr, du klopfst bei mir an, damit du nicht obdachlos bist in dieser Welt. Ich will dir öffnen, weil du mir die Tür geöffnet hast zu deinem Reich des Friedens, der Hoffnung und des Glaubens.
Ich klopfe bei dir an, damit meine Seele ein Zuhause hat. Denn du bist gütig und kennst mich. Auf dich traue ich in Zeiten der Not und des Segens
(Losung). Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Sonntag,

Ihr / dein Hans Löhr 

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Samstag, 25. November 2023

Gewissen und Gott hl

Losung: Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören. 2.Mose 24,7 

Lehrtext: Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst. Jakobus 1,22

Liebe Leserin, lieber Leser,

Christen glauben, dass Gott durch ihr Gewissen zu ihnen spricht. Das geht mir auch so. Aber zugleich weiß ich, dass mein Gewissen nicht mein Gott ist. Es bleibt nach wie vor eine menschliche Instanz, die geprägt und gebildet wird durch die Erziehung im Elternhaus, durch die Werte, die in der Gesellschaft gelten, die durch die Religion vermittelt werden. Auch was mir mein Gewissen sagt, muss ich prüfen. Aber wie und womit?

Beispiel Dietrich Bonhoeffer
Dietrich Bonhoeffer, der sich dem gewaltsamen Widerstand gegen Hitler angeschlossen hatte, musste sich gegen sein Gewissen dazu durchringen. Er war Pazifist und verabscheute Krieg und Gewalt. Doch mit der Zeit wurde ihm klar, dass er in der Situation damals kein reines Gewissen behalten konnte, egal wie er sich verhalten würde. Er wusste, dass er sich so oder so schuldig machte, durch Nichtstun genauso wie durch eine Beteiligung am Attentat auf Hitler. Er musste im Glauben und im Gebet vor Gott abwägen, welche Entscheidung die richtige wäre. Und er entschied sich, in diesem Fall nicht seinem Gewissen zu folgen, sondern Schuld auf sich zu nehmen um nicht an so vielen Opfern des Nationalsozialismus schuldig zu werden.

Die Attentatspläne der Männer vom 20. Juli 1942 flogen auf. Auch Bonhoeffer wurde am 5. April 1943 verhaftet und am 9. April 1945 auf ausdrücklichen Befehl von Hitler in Flossenbürg in der Oberpfalz hingerichtet.

Handeln ohne Garantie

Bonhoeffer hat es nicht dabei belassen, in der Bibel zu lesen und zu beten und sich sonst wegzuducken. Er hoffte, im Einklang mit Gottes Wort zu handeln. Eine Garantie dafür hatte er nicht. Auch 80 Jahre später sind wohl die meisten Christen, die sich mit ihm beschäftigen, der Ansicht, dass er richtig gehandelt hat.

Wer auf Gott und sein Wort hört, muss das vor seinem eigenen Glauben verantworten und darf die Verantwortung nicht an andere abgeben. Der kann unter Umständen ganz schön allein damit sein. Wer auf Gott und sein Wort hört, muss bereit sein, die Konsequenzen zu tragen so wie Jesus und die vielen, die nach ihm um ihres Glaubens willen gelitten haben und gestorben sind. Doch bevor es soweit ist, gibt es tausend Möglichkeiten, seinen Glauben durch die Tat zu bewähren. Und zu den wichtigsten Möglichkeiten gehört wohl, dass man die eigene Zunge hütet und es vermeidet, andere unnötig zu verletzen. Auch das ist eine Tat und gehört zu dem Gebot, das Jesus uns gegeben hat genauso wie das Gegenteil, den Mund aufzumachen, wenn andere schweigen und man am liebsten auch schweigen würde, um nur keine Unannehmlichkeiten zu bekommen. In beiden Fällen gilt Jesu Gebot: Verstecke dich nicht hinter deinem Gewissen, sondern ‚liebe Gott, deinen Nächsten und auch deinen Feind wie dich selbst! Und komme deinen Mitmenschen darin zuvor, was du dir von ihnen erwartest!‘

Gebet: Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Freitag, 24. November 2023

Wer tröstet Gott? hl

Losung: Ich werde zu ihnen sagen: »Ihr seid mein Volk«, und sie werden sagen: »Du, HERR, bist unser Gott.« Sacharja 13,9 

Lehrtext: Gott wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Offenbarung 21,3-4

Liebe Leserin, lieber Leser, 

heute sagt Gott zu mir: »Du bist mein Mensch«, und ich sage

Gebet: »Du, Herr, bist mein Gott« (siehe Losung). Du wohnst bei mir und bei jedem deiner Geschöpfe. Wir alle gehören dir. Und du selbst, Gott mit uns, bist unser Gott; und wirst abwischen alle Tränen von unseren Augen.« (Lehrtext)

Unsere Tränen – deine Tränen

Du weinst mit den Weinenden, weil dich das Schicksal deiner Kinder jammert. Die Tränen, die Jesus über Jerusalem geweint hat, sind auch deine Tränen. Sie fließen mit den Tränen der Kinder und Mütter von Gaza. Sie fließen mit den Tränen der verschleppten israelischen Geiseln und ihrer Angehörigen.

Du zählst die Tränen der russischen wie der ukrainischen Mütter, deren Söhne gefallen sind. Du weinst mit den Angehörigen um die Toten und Verwundeten in diesem sinnlosen Krieg, der andauert, weil wir hier wie dort nicht fähig sind, auf militärische Gewalt zu verzichten.

Deine Tränen füllen die Augen aller Mütter, die um ihre Kinder und Männer weinen überall auf der Erde, von Kain und Abel bis heute.

Du allein tröstest die Untröstlichen

Alle diese Tränen musst du, Gott, abwischen, da du doch unser aller Vater bist. Dir geht doch unser Schicksal zu Herzen. Du alleine kannst noch die Untröstlichen trösten, wo sonst niemand mehr ist.

Du selbst hast ja um deinen Sohn geweint, als er am Kreuz verblutet ist. Wer tröstet dich? Wer wischt dir die Tränen von den Augen, die so viel Leid sehen? Sind wir es, wenn wir einander lieben und verzeihen? Sind wir es, wenn wir auf Gewalt in Gedanken, Worten und Werken verzichten? Sind wir es, wenn wir den ersten Schritt zur Versöhnung wagen?

Du willst, dass wir im Geist deines Sohnes zu Botschaftern des Friedens werden, in unseren Ehen und Familien, am Arbeitsplatz, wo auch immer wir sind – doch zuerst in uns selbst. Damit von uns ausgehe der Geist des Friedens in alle Welt. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr
 

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Donnerstag, 23. November 2023

Wieder unbeschwert und zuversichtlich sein hl

Losung: Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen. Psalm 69,6

Lehrtext: In Jesus Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade. Epheser 1,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gott sei Dank kennt Gott auch meine dunklen Seiten, kennt er meine problematischen Beweggründe (Losung), die mir oft selbst nicht bewusst sind. Nur wenn der Arzt nicht nur die Symptome sieht, sondern auch die Krankheit selbst in den Blick nimmt, sind die Aussichten auf Heilung gut. Gott ist mein Arzt. Vor ihm kann ich schonungslos ehrlich sein, ohne befürchten zu müssen, dass er mir mein Versagen zum Vorwurf macht. Er weiß, was mir fehlt und was zu tun ist, dass es mir besser geht. Er weiß wie ich im Sinne der Losung klüger werde und erkenne, wo ich an anderen schuldig geworden bin und sie verletzt habe.

Gottes Gnade kann niemand abräumen

Wegen Jesus vertraue ich darauf, dass ich nicht auf mein Fehlverhalten festgenagelt werde. Ich bekomme von ihm eine neue Chance, es besser zu machen. Er hat sich denen in den Weg gestellt, die meinten, etwas Besseres zu sein als andere, weil sie mehr Macht hatten. Ja, sie hatten auch die Gewalt, ihn, ihren „Störenfried“, aus dem Weg zu räumen. Doch Gottes Gnade, die in ihm Mensch geworden ist, konnten sie nicht abräumen. Sie kam auch ihnen, seinen Feinden, zugute, weil er nicht hasste, nicht Vergeltung übte (1. Petrus 2,23), sondern trotz allem an seiner Liebe auch zu ihnen festhielt - bis zuletzt.

Kein Zaubertrank

Doch nicht sein Blut erlöst uns (Lehrtext). Es ist keine magische Substanz, kein Zaubertrank, sondern ein Sinnbild für seinen gewaltsamen Tod. Uns alle erlöst seine Liebe, für die sein Blut vergossen, das heißt, für die er getötet wurde, für die er in den Tod gegangen und gestorben ist. Sie ist die beste Medizin des besten Arztes.

Gebet: Herr, welch ein Glück, dass ich mir nicht ständig meine Fehler und mein Versagen vorwerfen muss. Dich interessieren sie nur insofern, als dass du sie mir abnehmen und vergeben willst. Darum will auch ich von meinen Selbstvorwürfen lassen und dir geben, was ich allein nicht loswerden kann. Du bist ja mein Arzt, der Leib und Seele heilt. Der für mich da ist, um mir zu helfen, dass ich unbeschwert und zuversichtlich leben kann. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Mittwoch, 22. November 2023

Problematisches Schuldbekenntnis hl

Losung: Wie könnte ein Mensch recht behalten gegen Gott. Hat er Lust, mit ihm zu streiten, so kann er ihm auf tausend nicht eines antworten. Hiob 9,2-3

Lehrtext: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Lukas 15,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich möchte dich heute, am Buß- und Bettag, ermutigen, gegebenenfalls noch einmal neu über Buße und Sünde nachzudenken. Gerade Buße heißt ja im griechischen Urtext Metanoia, auf Deutsch „umdenken“, also den bisherigen Gedankenweg verlassen und einen neuen betreten. Und dazu gehe ich vom Lehrtext aus.

Um ihn zu verstehen, muss ich das Gleichnis vom ‚Verlorenen Sohn‘ (Lukas 15,11-24) kennen, in dem er steht. Damit sagt Jesus: „So wie dieser barmherzige Vater, so ist Gott.“ Doch nun zu den Einzelheiten:

Der Sohn, ein richtiger ‚Bruder Leichtfuß‘, kommt reumütig wieder nach Hause, nachdem er sein ganzes Erbe mit Frauen und Partys durchgebracht hat. Wenn schon nicht mehr als Sohn, so will er wenigstens als Knecht auf dem Hof seines Vaters arbeiten, Hauptsache, kein Hunger mehr. Er überlegt, was er wohl sagen wird, wenn er seinem Vater wieder unter die Augen tritt. Soviel ist klar, er will Reue zeigen.

Kein Interesse an Reue

Als aber sein Vater diesen abgerissenen Burschen kommen sieht, wird er von Mitleid und Freude übermannt. Er rennt (!) gleich los, drückt sein Kind an die Brust und küsst es. Der Sohn aber bleibt steif. Er will erst noch sein Sprüchlein (= Lehrtext) loswerden: ‚Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel (Gott) und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.‘ Doch für den Vater ist das nicht wichtig. Er achtet nicht darauf und geht nicht darauf ein. Hauptsache, er hat seinen Sohn, sein Kind, wieder.

Was ist denn das für ein Buße? Liest ihm denn der Vater nicht die Leviten? Macht er seinem Sohn nicht mal Vorhaltungen wegen des liederlichen Lebenswandels und der Schuld, die dieser auf sich geladen hat? Ja, was ist mit der Reue, mit der Buße damals und heute am Buß- und Bettag? Was mit einem Sündenbekenntnis? Was mit Strafe? Es ist an der Zeit, darüber einmal nachzudenken und dann vielleicht umzudenken. Das wäre Buße.

Fromme Heuchelei?

In der Kirche, in der ich als Kind öfter war, beteten die Diakonissen und die Gemeinde: „Meine Schuld! Meine Schuld! Meine übergroße Schuld!“ Und dabei kamen sich alle recht fromm vor. Jedenfalls schien es mir so. Wenn ich Jesu Geschichte vom Verlorenen Sohn recht verstehe, braucht Gott ein solches Gebet nicht. Vielleicht ist es in seinen Ohren schlimmer noch als jede Schuld, weil es zur Heuchelei verführt und das vor ihm, dem Heiligen. Der verlorene Sohn wollte mit einem ähnlichen Sündenbekenntnis seinen Vater gnädig stimmen, schließlich wollte er ja auf dem Hof bleiben können. Das war sein Interesse. Doch er kannte seinen Vater schlecht. Er hatte nicht bedacht, dass dieser schon immer gütig war und auch dieses Mal wieder.

Mit solchen Schuld - und Sündenbekenntnissen läuft man Gefahr, Gottes Güte zu missachten oder wenigstens zu unterschätzen. Stattdessen sage ich lieber gleich:

Gebet: Ach Herr, du weißt doch, wie es um mich steht. Du kennst mein Herz. Was soll ich mich erst künstlich demütigen? Ich komme zu dir, weil du mein gütiger Vater bist, der mir das nicht nachträgt, wenn ich versagt habe. Ich komme, weil du mich liebst. Das macht mich frei, aus meinen Fehlern zu lernen und einen neuen Weg zu gehen. Amen

Ich glaube, liebe Leserin lieber Leser, dass es mir leichter fällt, mir selbst gegenüber kritisch zu sein und mich zu korrigieren, solange ich aus Gottes Vergebung lebe. Ich glaube, auch vor anderen meine Fehler und mein Versagen eingestehen und sie um Verzeihung bitten zu können, solange ich aus Gottes Güte lebe. Ich glaube, auch ihnen verzeihen zu können, ob sie mich darum bitten oder nicht, solange mich Gottes Liebe leitet, die mir in Jesus begegnet.

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.