Donnerstag, 31. August 2023

Vertrauensgeschichten hl

Losung: Der HERR sättigte sein Volk mit Himmelsbrot. Er öffnete den Felsen, da strömten Wasser heraus, sie flossen dahin als Strom in der Wüste. Denn er gedachte an sein heiliges Wort. Psalm 105,40-42 

Lehrtext: Unser tägliches Brot gib uns heute. Matthäus 6,11 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe früher den Fehler begangen, auf das Leid von Menschen wie Hunger und Krieg zu schauen und zu fragen: Wo ist da Gott? Warum lässt er das zu?

Diese Frage ist in mir auch heute nicht verstummt. Doch inzwischen weiß ich, dass es mir nichts hilft, sie in den Vordergrund zu rücken. Das macht mich nur im Glauben unsicher. Stattdessen bin ich ersteinmal dankbar für ein verhältnismäßig langes Leben in Frieden und Wohlstand bei leidlicher Gesundheit. Ich musste nie Hunger leiden, nie fliehen, nie unter menschenunwürdigen Umständen leben. Dass ich jetzt auch Beschwerden zu tragen habe, darüber will ich nicht klagen. Das gehört dazu, wenn man alt werden darf.

Was kann ich leisten?

Darüber will ich die nicht vergessen, denen es nicht so gut geht. Doch ich will nicht fragen, wieso Gott das zulassen, sondern welch kleinen Beitrag ich leisten kann, dass es diesen Menschen ein bisschen besser geht.

Die Geschichten aus dem Alten Testament, wie Gott die Israeliten in der Wüste vor dem Verdursten und Verhungern bewahrt hat, wurden über lange Zeit immer wieder erzählt, um denen Zuversicht zu geben, die sich gerade Sorgen machten, ob sie auch künftig genug zum Leben haben werden. Sie sind Vertrauensgeschichten, Geschichten, die zum Gottvertrauen einladen und Mut zum Leben machen sollen. In ihnen bündeln sich verschiedene Erfahrungen zu verschiedenen Zeiten, dass Menschen auch Hungerzeiten und Entbehrungen überlebt haben. Deshalb feiern wir noch heute das Erntedankfest und bitten im Vaterunser regelmäßig um das tägliche Brot (Lehrtext).

Tischgebet: Alle guten Gaben, / alles, was wir haben, / kommt, o Gott, von dir. / Dank sei dir dafür! Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärk. Sten wachsen lässt. 

Mittwoch, 30. August 2023

Gnade statt Zwang hl

Losung: HERR, verdirb dein Volk und dein Erbe nicht, das du durch deine große Kraft erlöst hast! 5.Mose 9,26

 

Lehrtext: Gott hat auch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Römer 8,32 

Liebe Leserin, lieber Leser,

sag mal, warum sollte Gott dir helfen? Hast du vielleicht etwas für ihn getan? Hast du dich in besonderer Weise vor ihm ausgezeichnet? Hast du ihn beeindruckt mit deiner Frömmigkeit? Oder gibt es einen anderen Grund, warum er dir helfen sollte?

Ja, den gibt es. Doch dieser Grund liegt nicht bei dir, sondern bei ihm.

Im Zusammenhang, in dem die heutige Losung steht, nennt die Bibel zwei Gründe, weshalb Gott die Sünde seines Volkes nicht ansehen, sondern es retten soll: Erstens, er soll statt auf die ungehorsamen und treulosen Israeliten lieber auf ihre Vorväter, auf Abraham und Jakob, sehen und wegen deren Treue ihre Nachfahren verschonen. Und zweitens sind die Israeliten, wie undankbar und ungehorsam sie sich auch verhalten, nach wie vor seine Kinder, sein Volk, das ihm gehört (5. Mose 9,24-29).

Im Lehrtext ist es Jesus, um dessen willen Gott zu uns barmherzig ist und uns segnet, unabhängig davon, was wir getan oder unterlassen haben.

Diese Gedanken, diese Aussagen sind ungeheuerlich, auch wenn sie uns auf den ersten Blick nicht so scheinen. Sie stellen alles auf den Kopf, was die Religionen sonst so sagen. Sie stellen auch weitgehend die christliche Religion auf den Kopf, wie sie sich in den letzten 2000 Jahren entwickelt hat.

Dass in unserer Beziehung zu Gott alles von ihm abhängt und nichts von uns, aber auch gar nichts, das will nur schwer in Kopf und Herz. Habe ich es doch von klein auf anders gelernt: im Kindergarten, im Religionsunterricht, im Konfirmandenunterricht, in den Gottesdiensten und teilweise auch auf der Universität. Soll das denn alles falsch gewesen sein?

Zwar hat Martin Luther klar und deutlich gesagt, dass wir Gott recht sind allein, weil er das will, aus Gnade und nicht, weil wir etwas dafür getan hätten. Doch wir Menschen machen untereinander eher die gegenteiligen Erfahrungen. Und darum misstrauen wir insgeheim auch der Gnade Gottes und wollen zu mindestens ein bisschen nachhelfen. Doch damit entkräfte ich, was Jesus für mich getan hat.

Sein von Menschen verschuldeter Tod am Kreuz stellt ein für allemal klar, dass sich Gott nicht rächt, dass er nicht straft und verdammt. Vielmehr will er lieber in Jesus leiden und sterben als zurückschlagen, anderen Leid zufügen oder sie töten. Er ist und bleibt ein Gott der Liebe, sogar der Feindesliebe. Das ist die Antwort auf die eingangs gestellte Frage, weshalb er dir und mir hilft. Alles, was uns bleibt, ist, dass wir ihm dafür danken und vertrauen.

Gebet: Herr, ich habe keinen Grund, dir Opfer zu bringen, aber allen Grund, dir dankbar zu sein für Jesus und den Segen, den du mir mit ihm schenkst. Ich habe keinen Grund, in meinen Schwierigkeiten den Kopf hängen zu lassen, aber allen Grund, dir zu vertrauen, dass du mir hilfst. Ich habe keinen Grund dich zu fürchten, aber allen Grund dich zu lieben. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Weiterführende Gedanken: Bereits viele Verfasser der biblischen Schriften haben dieses Problem. Einerseits sprechen sie von Gottes Gnade. Andererseits nennen sie viele Gebote und Verbote, vor allem im Alten Testament, aber auch im Neuen. Was also gilt jetzt? Können wir uns Gottes Segen durch einen tadellosen Lebenswandel verdienen? Können wir uns seinen Zorn und seine Strafe dadurch zuziehen, dass wir sündigen und seine Gebote und seinen Willen missachten? So denken wohl die meisten. Sie sind dabei mit Juden und Muslimen in guter Gesellschaft.

Aber was soll dann noch das Evangelium, die frohe Botschaft von Jesus Christus? Ist sie es nicht, die den Unterschied macht? Nach meinem Verständnis des Neuen Testamentes haben die Gebote und die Ermahnungen der Apostel zu einem tadellosen Lebenswandel nichts damit zu tun, dass die ersten Christen Gott damit einen Gefallen tun sollen. Vielmehr sollen sie in ihrer heidnischen Umgebung nicht negativ auffallen, sondern mit einem vorbildlichen Verhalten für den neuen Glauben werben. Das aber wird nicht befohlen und schon gar nicht erzwungen. Das soll aus ihrem Glauben folgen. Zumindest teilweise wird es wohl so gewesen sein, wie sonst hätte sich der Glaube im damaligen römischen Reich so schnell verbreitet?

Und wir beide, gibt es nicht doch irgendwas, um Gott für uns einzunehmen? Alles, was dir und mir bleibt, ist, dass wir Gott für seine Freundlichkeit und Geduld danken, vertrauen und ihn lieben. Das wird auch auf unser Verhalten abfärben. Zumindest hoffe ich das.

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Dienstag, 29. August 2023

Das gesegnete Ohr hl

Losung: Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst. Jesaja 48,17 

Lehrtext: Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Lukas 10,39 

Zuhören können, liebe Leserin, lieber Leser, ist eine große Kunst. Einfach mal den Mund halten und hören, was der andere sagt. Ihm nicht gleich ins Wort fallen. Nicht gleich mit der eigenen Meinung herausrücken oder gar Ratschläge erteilen. Auch nicht sofort widersprechen oder in Gedanken ganz woanders sein, sodass du gar nicht hören kannst, was der andere dir sagen will. Zuhören, nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Herzen und dem Verstand. Wer das kann, ist für seine Mitmenschen ein Segen. Wer auch im Gebet zuhört und Gott zu sich sprechen lässt, erfährt viel über sich selbst.

Gern gesehene Gesprächspartner

Solche Zuhörer sind gern gesehen. Denn wer sich für einen anderen Zeit nimmt und seine Anliegen in Ruhe und geduldig anhören kann, ist ein guter Partner / eine gute Partnerin, eine gute Mutter / ein guter Vater, ein guter Freund / eine gute Freundin, ein guter Arzt / eine gute Ärztin, ein guter Chef / eine gute Chefin, ein guter Kollege / eine gute Kollegin, …, ist ein Mensch so recht nach dem Herzen Gottes.

Zuhören können ist auch ein Geheimnis des Gebets. Nenne Gott ruhig deine Anliegen, bitte ihn und danke ihm. Aber dann sei auch mal ein paar Augenblicke still und lausche mit deinem Herzen. Setze dich und Gott nicht unter Druck, dass du für das, was dich bewegt, gleich Antworten bekommen willst. Manchmal ist es so. Manchmal auch erst am nächsten Morgen. Manchmal auch erst nach längerer Zeit.

Sich in Geduld üben

Für meinen Glauben ist es wichtig, dass ich mich zurücknehme und auch mal Gott schweigen, sprechen und tun lasse. Leider bin ich dabei noch nicht so weit, wie ich sein möchte. Noch muss ich mich in Geduld üben. Und doch habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass er mir irgendwann und irgendwie auf seine Weise geantwortet hat. Es stimmt schon, was die Losung sagt: „Gott lehrt mich, was mir hilft und leitet mich auf dem Weg, den ich gehe.“ Deshalb traue ich mir zu sagen, dass das bei dir auch so ist.

Gebet: Herr, schenke mir die Gabe des Zuhörens und der Geduld, damit ich verstehe, was gesagt wird und mein Gesprächspartner sagen kann, was er auf dem Herzen hat. Schenke mir die Gabe des Zuhörens im Gebet, dass ich darauf achte, was du mir sagst auf deine Weise und auf deinen Wegen. So erfahre ich, was mir hilft. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 28. August 2023

Zur Ruhe kommen hl

Losung: Wer gerecht herrscht unter den Menschen, wer herrscht in der Furcht Gottes, der ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht. 2.Samuel 23,3-4 

LehrtextJesus spricht: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Matthäus 11,29

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

in dieser lauten und aufgeregten Menschenwelt,  – wie soll man da Ruhe finden für seine Seele? Wie inneren Frieden?

Die Religionen bieten alles Mögliche an: Meditationen und Wallfahrten, Klosterleben und Einkehrtage, Yoga und Konzentrationstechniken, gregorianische Gesänge und Litaneien, Rituale und Feiertage, Gottesdienste und Tageszeitengebete, Kirchentage und Einsamkeit, liturgisches Tanzen, und „Stille Zeiten“ …..

Jesus Christus bietet sich selbst an.

Er ist das Zentrum des Friedens Gottes: sanftmütig und demütig, gewaltfrei und friedfertig, unaufdringlich und ohne Herrschaftsanspruch, besitzlos und anspruchslos …

Er ist so ganz anders als andere, die Einfluss haben und Macht ausüben wollen. Er ist wie das weiche Wasser, das mit der Zeit den harten Stein besiegt. Wie das Schilfrohr, das sich unter dem Sturm biegt und wieder aufrichtet, sobald er sich gelegt hat. Er ist wie der Regenbogen nach dem Unwetter. Wie „das Licht des Morgens“ (Losung) nach einer sternlosen Nacht. Er ist Balsam für die Seele.

Er sagt:

„Schaut auf mich und orientiert euch an mir. Ich herrsche nicht, sondern diene. Ich verzichte auf Gewalt und unterdrücke niemand. Ich verletze nicht und fordere nicht. Ich gebe, heile und liebe. Folgt meinem Beispiel. Das wird euch helfen, zur Ruhe zu kommen und Frieden zu finden.“ (Lehrtext)

 

Gebet: Herr, du bist mein Friede. Bei dir komme ich zur Ruhe, atme ich auf, bin ich geborgen. Bei dir wird mir wieder leicht ums Herz. Bleib bei mir auf meinem Weg. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 27. August 2023

Was der Rohrkolben erzählt (Predigt) hl

Predigt zum Wochenspruch von Hans Löhr am 12. Sonntag nach Trinitatis (27.8.2023) in der Schlosskirche Sommersdorf

Auf dem Taufstein steht eine Vase mit einem Rohrkolben

Liebe Gemeinde,

ein Bild sagt mehr als tausend Worte, so heißt es. Und ich will euch heute so ein Bild vor Augen führen, das euch vielleicht mehr sagen kann als ich. Und dazu ist es hilfreich, wenn ihr dieses Bild, das im Lauf der Predigt entsteht, tief in euch aufnehmt und wenn möglich behaltet. Denn es soll euch ein starker Trost sein und in euren schweren Zeiten Hoffnung geben.

Jesus hat ja vielfach in Bildern gesprochen, in Gleichnissen und treffenden Worten. Ohne die Bildworte der Bibel wäre unser Glaube arm oder würde sogar verkümmern. Und so stammt auch das Wort, das ich euch heute als Bild vor Augen stellen will, aus der Bibel, aus dem Buch des Propheten Jesaja, und heißt: »Das geknickte Rohr wird Gott nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.« Jesaja 42,3a

Der Rohrkolben

Dazu habe ich den Rohrkolben hier in einer Vase vor euch auf den Taufstein stellen lassen. Gefunden habe ich ihn gleich hinter Sommersdorf im Graben neben der Straße nach Winkel.

In Saft und Kraft steht die Pflanze vor euch, so wie sich jetzt hoffentlich möglichst viele hier fühlen mögen. Doch wie wir Menschen, so kann auch der Rohrkolben geknickt werden. Bei uns reichen schon herbe Enttäuschungen, tiefe Trauer, schwere Sorgen und massive Ängste, die uns geknickt sein lassen. Ich brauche die Gründe dafür gar nicht erst alle aufzuzählen. Jeder von euch war in seinem Leben schon einmal oder mehrmals geknickt und kennt den Grund. Dann hast du deinen Kopf hängen lassen und ein trauriges Gesicht gemacht. Schlimm ist es, wenn andere Menschen dir so weh getan haben, dass du deine Lebensfreude verloren hast. Aber wie gesagt, es gibt viele Gründe, weshalb man geknickt und am Ende ist.

Bei Rohrkolben ist es äußere Gewalt, die dazu führt, dass sie abknicken, ein heftiger Sturm vielleicht oder ein Mensch, der sie umgeknickt. [HL geht zur Vase und knickt den Rohrkolben um. Dann stellt er die Vase auf den Altar vor das Altarkreuz].

Das geknickte Rohr

Was für ein trauriger Anblick! Die Pflanze, die eben noch aufrecht standen und unversehrt war, jetzt ist sie schwer beschädigt. Grund genug, sie aus der Vase zu nehmen und wegzuwerfen.

Einen solchen Anblick bot das Volk Israel zur Zeit seines Propheten Jesaja etwa siebenhundert Jahre vor Christus. Die Großmächte des alten Orients hatten es wieder einmal besiegt, die Hauptstadt Jerusalem und den Tempel zerstört und die Bevölkerung versklavt. Nun gut, das ist lange her und betrifft uns nicht mehr. Doch wie gesagt, auch du und ich, wir können einen solchen traurigen Anblick bieten, wenn wir seelisch und körperlich angegriffen sind, keine Kraft mehr haben und keine Lebensfreude.

Wie ist das mit dir heute Morgen? Kannst du dich in dem geknickten Rohrkolben wiederfinden? Bist du vielleicht auch deshalb in den Gottesdienst gekommen, weil du dir auf irgendeine Weise Hilfe versprichst? Dann hast du die richtige Entscheidung getroffen. Denn du sollst nicht ungetröstet und hoffnungslos wieder nach Hause gehen. Schließlich will dir das heutige Bibelwort für die neue Woche Mut machen. Sagt es doch:

Die Kraft in den Schwachen

„Ja, das geschieht in jedem Menschenleben immer wieder einmal, dass man geknickt ist wie die Pflanzen hier. Doch Gott wird das Rohr nicht zerbrechen und wegwerfen. Er wird an deinem Leid nicht achtlos vorübergehen. Im Gegenteil. Denn er spricht zu dir aus dem Mund Jesu dieses so wichtige und wertvolle Wort: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!'' 2. Korinther 12,9. Er sagt das zu dir, zu wem denn sonst? Du bist jetzt angesprochen mit diesem Bild, das du hier am Altar vor Augen hast und mit dem Wort unseres Herrn Jesus Christus.

Doch wie soll das zu gehen, dass seine Kraft in den Schwachen mächtig ist? Ich habe das immer wieder selbst erlebt: wenn ich am Ende war; wenn ich keine Kraft mehr hatte, mich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, wenn mir die nicht helfen konnten, auf die ich gezählt hatte. Dann habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir am Tiefpunkt neue Kraft zugewachsen ist. Manchmal hat mir das Gebet geholfen. Manchmal ein anderer Mensch, der mich unverhofft aufgerichtet hat. Manchmal ein Spaziergang durch den Wiesengrund oder irgendetwas anderes, das mir gut getan hat.

Aber darauf, liebe Freunde, kommt es an, dass ich gerade die oft unscheinbaren Dinge mit Gott in Verbindung bringe und erkenne, dass er mir eben auch durch andere Menschen, durch die Natur, durch ein Lied, durch unverhofftes Glück hilft.

Wie schnell kann ein Mensch nicht alle Kraft verlieren und das Gefühl haben, am Ende zu sein. Doch dann erlebst du, dass die fünf Wörter aus dem Vaterunser, die du schon so oft gebetet hast, nicht leer und belanglos sind. Dann wird dir plötzlich klar, ja, das stimmt, was ich da sage: »Denn dein ist die Kraft«. Gott ist meine Kraft. Er gibt mir so viel, wie ich für jeden neuen Tag brauche. Er gibt mir so viel, dass ich meine Lasten tragen kann. Er gibt mir so viel Kraft, dass ich mich wieder aufraffen und meine Herausforderungen annehmen kann. Er gibt sie mir auf vielerlei Art und Weise.

Meistens ist mir gar nicht bewusst, dass er es ist, der mir alle meine Kraft gibt. Dann nehme ich es für selbstverständlich, dass ich gesund und stark bin und ohne große Mühe und Not leben kann. Dann bilde ich mir am Ende noch etwas auf meine Kraft und Gesundheit ein nach dem Motto: „Schaut her, was für ein starker Typ ich bin.“ Doch wer so denkt und redet, täuscht sich. Auch für ihn kommen Zeiten, wo er spürt, dass er aus eigener Kraft nicht mehr zurechtkommt. Wie gut, wenn ich dann weiß, an wen ich mich wenden, wen ich um neue Kraft bitten, auf wen ich mich verlassen kann.

Halt für das geknickte Rohr

»Gott wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen«, sagt der Prophet. Aber was dann? Er wird es wieder aufrichten, verbinden und heilen. Und das will ich euch jetzt an diesem geknickten Rohr hier zeigen. Ich schiene es und binde es hier am Altarkreuz fest. Denn, so glaube ich, das Kreuz Jesu ist der stärkste Halt, den ein Mensch finden kann.

Schau dir dieses Bild genau an. Die Wunde an dem Rohrkolben ist verbunden. Die Pflanze wird gehalten vom Kreuz. Schau genau hin. Vielleicht entdeckst du dich selbst in dieser Pflanze, in diesem Bild. Die Narben an deinem Leib und an deiner Seele zeigen, dass auch du schon mehrmals verwundet warst. Und doch bist du wieder soweit gesund geworden, dass du heute hier in den Gottesdienst kommen konntest. Und doch hast du wieder so viel Kraft bekommen, dass du heute hier Gott danken kannst, dass er dich nicht zerbricht, sondern heilt. Dass er dich nicht wegwirft, sondern dir neue Kraft gibt, um sich an dir zu freuen.

Die Botschaft der alltäglichen Dinge

Schau hinter die alltäglichen Dinge und entdecke die Botschaft, die sie für dich haben. Manchmal kann dir ein geknickter Rohrkolben mehr sagen als eine ganze Predigt. Doch dazu musst du die Bilder des Alltags mit deinem Glauben, mit Gott in Verbindung bringen, dass sie anfangen zu reden und dir neuen Lebensmut machen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – Nimm dieses Bild hier mit nach Hause, bewahre es in deinem Gedächtnis auf, in deinem Herzen und lass dir davon erzählen, sooft du Gottes Trost und Hilfe brauchst. Amen

Ihr hört jetzt auf einer Panflöte, einem uralten Instrument aus Rohr, einen Song, den viele von euch kennen. Die Melodie stammt aus Südamerika und heißt „El Condor pasa“, der Condor fliegt vorbei. Mit der Musik auf dieser Rohrflöte soll Gott gelobt und gedankt werden für alles, was er uns Gutes getan hat. Vielleicht sind wir ja alle solche Instrumente aus geknicktem Rohr, das er nicht zerbrochen hat, auf dem er das Lied der Schöpfung spielt und ein Liebeslied für dich und für mich: Klick "El Condor pasa"

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 26. August 2023

Berührende Gesten hl

Losung: Brich dem Hungrigen dein Brot! Jesaja 58,7 

Lehrtext: Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. Hebräer 13,16

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

was für berührende Gesten, wenn Vögel und Löwen ihren Jungen Futter bringen, wenn Vater oder Mutter dem Kind ein Stück von ihrem Brot abbrechen, wenn Schulkinder das Pausenbrot teilen und Arbeitskollegen das Vesper. Wie wunderbar, dass Gott Brot aus der Erde wachsen lässt für Mensch und Tier, dass er seine Sonne scheinen und es regnen lässt für die Pflanzen. Wie wunderbar, wenn seine Geschöpfe gedeihen. Da kannst du seinen Segen mit Händen greifen.

Ich glaube, dass jeder seelisch gesunde Mensch bereit ist, einem anderen etwas abzugeben, der gerade etwas braucht, sogar seinem Feind (Sprüche 24,21; Römer 12,20). Diese Gesten haben etwas Göttliches. Sie machen den Mensch zum Menschen und den Christen zum Christen.

 

Tischgebet: Herr, alle schauen erwartungsvoll zu dir, und du gibst ihnen zu essen zur rechten Zeit. Du öffnest deine Hand und sättigst deine Geschöpfe; allen gibst du, was sie brauchen (Psalm 145,15+16). Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 25. August 2023

Er ist schon da hl

Losung: Ich dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft umsonst und unnütz. Doch mein Recht ist bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott. Jesaja 49,4 

Lehrtext: So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Jakobus 5,7

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

»Er sitzt zur Rechten Gottes; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.« – Wie oft habe ich das nicht schon im Glaubensbekenntnis – meist gedankenlos – gesagt und du vielleicht auch. Wie lange warten nicht schon Christen auf die sogenannte „Wiederkunft“ ihres Herrn! Aber vielleicht täuschen sie sich.

Was ich nicht glaube und was stattdessen

Ich jedenfalls warte nicht darauf, dass er zu meinen Lebzeiten oder auch danach aus irgendeinem imaginären Himmel auf den Planeten Erde zurückkommt und alles zum Guten verändert. Ich glaube vielmehr, dass er längst bei mir und bei dir ist und das Versprechen Gottes erfüllt: „“Ich-Bin-Da“! Nur merke ich das nicht immer und habe manchmal den Eindruck, dass ich weit weg von ihm bin (vergleiche Losung). Doch dann ändert sich das wieder und ich lebe im Vertrauen, dass Gott in Christus bei mir ist und ich in ihm. Aber, liebe Leserin, lieber Leser, gerade dann, wenn der Glaube schwach ist, ist auch die Geduld (Lehrtext) schwach. Jedenfalls bei mir. Und darum bete ich:

Gebet: Herr, du musst in mir immer wieder aufs Neue das Vertrauen stärken, dass du bei mir bist gerade dann, wenn ich das nicht spüre. Du musst mir die Geduld geben, zu warten, bis der Glaube zurückkommt. Ich kann aus mir diese Kraft nicht schöpfen. Aber du tust das immer wieder, selbst wenn ich dich nicht ausdrücklich darum bitte. Dann bin ich plötzlich wieder bei dir Zuhause und kann dir danken, für alles, was du mir schenkst. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 24. August 2023

Bei sich beginnen hl

Losung: Der HERR sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrlichen will. Jesaja 49,3

 

Lehrtext: Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles. Apostelgeschichte 10,36

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

umfassenden Frieden hat Gott durch Jesus Christus verkündigt (Lehrtext), Frieden zwischen Gott und den Menschen, Frieden unter den Menschen, Frieden zwischen Feinden und Frieden in den Herzen und Seelen. Und das gilt auch für den Frieden zwischen den Religionen, zwischen Mensch und Tier, zwischen Mensch und der Schöpfung insgesamt. Es soll endlich Schluss sein mit dem Bekämpfen und Bekriegen, mit dem Ausbeuten und Ausrotten, den Vorurteilen und Feindseligkeiten.

Schwache Friedensbotschaft?

Diese Botschaft wurde zuerst im Volk Israel laut und dann mehr oder weniger treu in viele Länder und Völker getragen. Aber sind die Juden oder die Israelis heute Menschen des Friedens geworden, die auf Versöhnung bedacht sind, auf Ausgleich und gute Nachbarschaft? Oder sind wir Christen das geworden? Warum ist Jesu Friedensbotschaft nur so schwach, dass sie sich nicht durchsetzt, nicht einmal bei denen, die sich nach ihm Christen nennen und sich auf ihn taufen lassen?

Die Verantwortung für den Frieden liegt bei mir

Da muss ich zuerst mich selbst fragen. Bin ich denn ein durch und durch friedlicher Mensch? Habe ich denn meine negativen Gefühle, Gedanken und Bemerkungen im Griff? Es bringt nichts, zu bejammern und zu beklagen, warum die anderen nicht so friedlich sind, wenn man nicht bei sich selbst damit anfängt. Ich allein habe Verantwortung für den Frieden im Umgang mit meinen Mitmenschen. Wenn mir das nicht gelingt, mit meinen Familienmitgliedern, mit meinen Nachbarn, Arbeitskollegen oder mit wem auch immer im Frieden zu leben, wie soll das dann in unserem Land, wie soll das dann weltweit möglich sein?

Die Verantwortung für den Frieden beginnt bei mir. Beginnt damit, dass ich den Frieden Gottes in Jesus Christus annehme und ihn mit dem, was ich sage, tue und wie ich mich verhalte, ausstrahle und weitergebe. Ich glaube, dass Gott sich in jedem Menschen verherrlicht (Losung), der das tut. 

Gebet: Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. Amen

Friedensgebet (Auszug) Franz von Assisi zugeschrieben.

Herzliche Grüße

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Mittwoch, 23. August 2023

Muttermilch für Erwachsene hl

Losung: Ich will der Gnade des HERRN gedenken und der Ruhmestaten des HERRN in allem, was uns der HERR getan hat. Jesaja 63,7

 

Lehrtext: Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist. 1.Petrus 2,3

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

»Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist! Wohl dem, der ihm vertraut.«  – Mit diesem Satz aus Psalm 34,9 habe ich die Gottesdienstgemeinde schon oft zum Abendmahl eingeladen. Andere übersetzen »Spürt und erlebt die Freundlichkeit Gottes“. So oder so, das ist mehr, viel mehr, als wenn man nur sagt: „Glaubt, wie freundlich der Herr ist!“

Handfeste Bibel

Dem Glauben haftet manchmal so etwas Geistiges, Geistliches, nicht Fassbares, ja sogar Weltfremdes an. Aber die Bibel ist, was die Beziehung zwischen Gott und Mensch betrifft, viel handfester. Da geht es um tiefe Gefühle und prägende Erfahrungen, um Glücksempfinden und Trost, um Halt und Zuversicht.

Der Schrei der Säuglinge

Im Lehrtext vergleicht der Verfasser des Petrusbriefes das Wort Gottes mit der Muttermilch, um so im Glauben zu wachsen. Nach ihr haben wir als Säuglinge geschrien. Und das wünscht er sich, dass auch die erwachsenen Christen nach Gottes Wort, nach dem Evangelium von Jesus Christus verlangen wie die Säuglinge nach der Milch. So wie wir alle sie einst geschmeckt haben, so haben wir zugleich »geschmeckt, dass der Herr freundlich ist« (Lehrtext).

Gottes Freundlichkeit

Ich verstehe das so, dass sich in allem, was in unserem Leben dazu beigetragen hat, dass wir auch körperlich wachsen und gesund bleiben konnten, Gottes Freundlichkeit in Jesus Christus zeigt. Und dazu gehört auch, dass wir kräftig und groß wurden, dass Wunden und Krankheiten wieder heilten und nach schweren Zeiten die guten zurückkamen und nach dem Leid die Freude. All das hat wohl jeder Mensch schon geschmeckt und sieht und schmeckt es noch immer. Genau so, sagt der Verfasser des Petrusbriefes, verhält es sich mit der guten Nachricht, die Jesus von Gott gebracht und die er mit Haut und Haaren gelebt hat.

Zeichen, die schmecken

Brot und Wein des Abendmahls sind solche sichtbaren und fassbaren Zeichen von Gottes Freundlichkeit, die wir auch schmecken können. Sie sagen unseren Augen, mit denen wir sie sehen, unseren Händen, mit denen wir sie fassen, unserem Mund, mit dem wir sie essen und trinken: Christus, der Herr, ist freundlich. Er wendet sich dir in Liebe zu. Er kommt dir so nah, wie sonst niemand. Er nimmt weg, was dich von ihm trennt und bleibt bei dir in deinen schönen und in deinen dunklen Stunden. Lass dir seine Freundlichkeit gefallen. 

Gebet: ‚Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währt ewig.‘ So sollen sagen alle, die erfahren und bedenken, dass ihr Leben ein unverdientes Geschenk ist. Amen (Lies Psalm 107).

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärk. Sten wachsen lässt.