Montag, 10. Mai 2021

Alles hat seine Zeit (Predigt) hl

Vorbemerkung: Aufgrund des großen Interesses an meinen Predigten bei den Trauerfeiern für Rosi B. und Elsa F. bringe ich heute die Ansprache für Hans S.

Liebe Familie S., liebe Trauergäste, 

»Alles hat seine Zeit«, sagt das Bibelwort in der Traueranzeige für Hans S., alles, was auf der Welt und in unserem Leben geschieht. Und so geht das Wort weiter:

»Geborenwerden und Sterben hat seine Zeit, Pflanzen und Ausreißen,

Töten und Heilen hat seine Zeit, Einreißen und Aufbauen,

Weinen und Lachen hat seine Zeit, Klagen und Tanzen,

Umarmen und Loslassen, Schweigen und Reden hat seine Zeit,

Lieben und Hassen, Krieg und Frieden.

Alles hat seine Zeit. Alles kommt und geht. Für alles auf der Welt hat Gott die rechte Zeit bestimmt. Doch in das Herz des Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was bleibt.« (Prediger 3,1-11 in Auswahl)


Hans S. hatte seine Zeit vom 5. November 1930 bis 2. Mai 2021. 90 lange Jahre währte sein Leben, eine Zeit voll Arbeit, von Kindesbeinen an bis ins Alter. Erst mit 75 Jahren war Feierabend, war „das Tagwerk vollbracht“.

    Und du hier hast auch deine Zeit. Deine Kindheit ist schon vorbei. Für viele auch die Jahre der Jugend. Manche von euch stehen jetzt mitten im Leben. Für andere wie mich ist der Lebensabend gekommen. Doch wer weiß schon, wie viel Zeit ihm noch bleibt? Sind es wirklich noch Jahre oder vielleicht nur noch Tage? So viel steht fest: für jeden von uns hier ist dieser Tag heute der erste vom Rest des Lebens. Nur wissen wir nicht, wie viel Sand noch im Stundenglas ist, der unablässig von oben nach unten rinnt.

    Doch vielleicht ist die Frage, wie lange man lebt, falsch gestellt. Es geht doch nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. Und das kann jeder von uns hier nur selbst beantworten, ob seine Tage mit Leben gefüllt sind oder leer.

    Solange Hans S. arbeiten konnte, war sein Tag randvoll mit Arbeit gefüllt. Und wenn er dann zur Ruhe kam, ist er eingeschlafen. Das war sein Leben. Darin fand er seinen Sinn. Das hat ihn auch erfüllt. Mehr brauchte er nicht, keinen Urlaub, keine Freizeit, nur seine Zeitung. Er war Landwirt mit Leib und Seele. Was ihn selbst anging, so war er bedürfnislos wie ein Eremit. Und doch war er offen und interessiert an allem, was in seiner kleinen und in der großen Welt vor sich ging.

    Für die Familie war das nicht einfach, weil sie mit dem Vater gerne auch mal Zeit verbracht hätte. Doch er steckte seine ganze Zeit und Kraft in den Hof, um ihn nicht gezwungenermaßen aufgeben zu müssen. Er wollte, selbst entscheiden, wann er den Stall zusperrt. Und zuletzt wollte er nicht gezwungenermaßen so lange leben müssen, wie es die Medizin ermöglicht hätte. Er wollte selbst entscheiden, wann die Behandlungen beendet werden und das Hinauszögern des Sterbens ein Ende hat. So hatte er letztes Wochenende beschlossen, nach acht Jahren die Dialyse zu beenden wohlwissend, dass das sein Ende bedeutete.

    Am Sonntag Abend ist er dann im Beisein seiner Töchter Christa und Margit zuhause gestorben. Die eine hat dabei seinen Kopf gehalten, die andere seine Hände. Ich möchte euch für diesen Dienst der Liebe an eurem Vater an seiner Stelle danken. Besser kann ein Mensch nicht aus dieser Welt gehen. Ihr wart in diesen Augenblicken für ihn wahre Engel. Und als ihr ihn wieder loslassen musstet, hat Gott der Herr ihn gehalten und heimgetragen, dorthin, wo vor über 90 Jahren alles begonnen hatte. Alles hat seine Zeit, Halten und Loslassen hat seine Zeit. Kommen und Gehen.

    Hans S. war ein von Gott gesegneter Mann. Dazu gehören seine vier Töchter, von denen eine bereits gestorben ist. Als er einmal gefragt wurde, was sein größter Schmerz in seinem Leben war, sagte er, dass dieses Kind behindert auf die Welt kommen musste. Und ich sage dazu, was viele von euch vielleicht jetzt nicht verstehen: Wir werden von Gott auch mit unseren Schmerzen gesegnet, auch mit unseren Enttäuschungen und unserem Leid. Auch das macht uns aus und gehört zu uns, wie die schönen Tage, wie der Erfolg und das Glück. Ein anderes Leben gibt es nicht.

    Hans S. war gesegnet mit vier Enkeln und zwei Urenkeln, mit einer staunenswerten Arbeitskraft und einem nicht minder staunenswerten Gedächtnis. Er hätte das Zeug dazu gehabt, auf eine weiterführende Schule zu gehen, vielleicht sogar auf die Universität, so, wie das seine Enkel jetzt tun. Das war sein großer Traum. Doch dazu fehlte in der Familie mit sechs Kindern das Geld. Stattdessen musste er bald nach der Konfirmation im Jahr 1944 von Zuhause fort und als Knecht auf fremden Höfen arbeiten.

    Wenige Wochen vor Kriegsende wurden er und andere 14-jährige als Hitlers letztes Aufgebot in Ansbach gemustert. Dann sollten die Kinder 50 Kilometer nach Weißenburg marschieren, um schließlich die vorrückenden Amerikaner aufzuhalten. Das wäre ihr sicherer Tod gewesen. Da sagte ein mutiger Vater den Erfüllungsgehilfen der SS: »Wenn ihr nicht einmal mehr ein Lastauto habt, um die Buben zu fahren, dann nehme ich sie wieder mit.« Und so geschah es dann auch.

    Nach seinen Jahren als Bauernknecht war Hans S. zunächst LKW-Fahrer. Schließlich hat er 1958 in den Hof seiner Frau eingeheiratet und sich ganz und gar der Landwirtschaft verschrieben.

    Während die meisten Höfe in unseren Dörfern längst aufgegeben worden waren, hielt er sich noch lange über Wasser. Im Winter arbeitete er mit seinem Freund Hans H. bei einer Forstbehörde im Wald. Das war für ihn eine schöne Abwechslung, die ihm viel Freude gemacht hatte. In der übrigen Zeit des Jahres saß er auf seinem Bulldog, als wäre er da zur Welt gekommen, und kümmerte sich um die Felder und das Vieh. So gelang es ihm mit großem Fleiß und großer Disziplin für seine Töchter das Nachbaranwesen zu erwerben und zu renovieren und auch noch einmal einen neuen Stall zu bauen.

    Vor dieser Lebensleistung des Hans S. ziehe ich meinen Hut. Auch wenn er in den letzten Jahren als Landwirt von seinen Töchtern immer wieder unterstützt wurde, so war er doch die längste Zeit ein Einzelkämpfer. Er war, wie seine Kinder zu ihm sagten, der Häuptling auf dem Hof. Er wusste genau, was, wie und wann gemacht werden musste. Trotzdem war er für seine Töchter ein liebevoller und, wie sie selbst sagen, herzensguter Vater.

    Alles hat seine Zeit. Vor 15 Jahren starb seine Frau. Das Wohnhaus steht nun leer und auch der Stall. Der Häuptling ist gegangen und mit ihm auch ein Stück Dorfgeschichte.

War es das? Nein. Auch wenn er gegangen ist, so bleibt er doch in den Herzen seiner Familie und in der Erinnerung von manchen von uns, die mit ihm bekannt waren. Aber noch etwas anderes soll bei seiner Beerdigung zur Sprache kommen. Im Bibelwort für diese Trauerfeier heißt es am Schluss: »In das Herz des Menschen hat Gott den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was bleibt.«

    Und das ist er selbst, der Herr über Raum und Zeit. Er bleibt derselbe, der er gestern war. Und er wird auch morgen derselbe sein, der er heute ist. Er ist der ewige und heilige Gott. Aber auch der barmherzige, der uns in Jesus begegnet. Er hat die ganze Welt und dich und mich und Hans S. aus Freude und Liebe geschaffen. Und was Gott liebt, das will er nicht mehr verlieren. Ihm gehören wir. Bei ihm bleiben wir im Leben und im Sterben, in dieser Welt und in jener.

    Darauf kannst du vertrauen. Denn auf dich kommt dabei nichts an, auch nicht auf deinen Glauben oder Unglauben, sondern alles auf ihn. Wie auch immer du lebst, er bleibt dir treu. Für diese gute Nachricht hat Jesus gelebt, ist er gestorben und auferstanden. Halte dich an ihm fest, dann bist du gehalten im Leben und im Sterben.

Ich schließe mit Worten von Matthias Claudius:

„Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit,
und alle Welt vergehet, wie ihre Herrlichkeit.
Es ist nur einer ewig und an allen Enden,
und wir in seinen Händen.

Amen


Sonntag, 9. Mai 2021

Impfen? – Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! (Predigt) hl

Predigt am Sonntag Rogate in der Kirche in Thann

Bibelwort: Impfen? – Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! (3. Mose 19,18 / Markus 12,31)

Liebe Leserin und lieber Leser,

das hat mich dann doch überrascht, dass wesentlich mehr Menschen in unserem Land sich impfen lassen wollen als ich gedacht hatte. Von 100 sagen 69 „ja“ und weitere 13 sagen „ich bin eher dazu bereit“. Hattest du, liebe Leserin, lieber Leser, schon die Chance, dass du dich impfen lassen konntest? Mich macht das zuversichtlich, dass wir die Pandemie bis nächsten Monat weitgehend unter Kontrolle haben werden und unsere bisherigen Rechte zurückbekommen.

Es wird höchste Zeit, dass wir wieder normal leben, uns begegnen, miteinander feiern, uns umarmen, reisen und uns ohne Ansteckungsangst in der Öffentlichkeit bewegen können. Ich will unbedingt mal wieder in einem Biergarten und in ein Konzert. Darauf freue ich mich schon sehr.

Neulich hat mir ein Mann erzählt, dass er die Möglichkeit gehabt hätte, sich impfen zu lassen. Doch er war noch unentschlossen, zumal ein Kollege ihm davon abgeraten hatte. Prompt hatte er sich angesteckt und seine Schwester und seinen Vater dazu. Alle drei haben eine harte Zeit hinter sich. Aber sie haben es überstanden und hoffen, dass keine Spätfolgen mehr auftreten. Jetzt hat er eine völlig andere Einstellung zum Impfen. Aber wie so oft, denkt man: Das trifft nur d e anderen, aber mich doch nicht.

Samstag vor einer Woche habe ich nach langer Zeit mal wieder „Das Wort zum Sonntag“ gesehen. Pfarrerin Ilka Sobottke hat darin engagiert und überzeugend für das Impfen geworben. Im Folgenden greife ich ein paar Gedanken von ihr auf:

Sie erzählte von einer Frau, die sich auf keinen Fall impfen lassen will. Man wisse ja nicht, was einem da alles gespritzt werde. Ein jüngerer Mann, den sie fragte, sagte mit einem breiten Grinsen: „Ich habe ein super Immunsystem. Mir macht das Virus keine Angst.“ Als sie sich am Sonntag nach dem Gottesdienst von den Besucherinnen und Besuchern verabschiedete, fragte sie einen älteren Herrn, ob er den schon geimpft sei. Der zwinkerte ihr zu und sagte: „Gott passt schon auf mich auf.“ Das stimmt schon. Aber die Frage ist doch: Wie passt Gott auf dich und mich auf?

Dazu erzählte die Pfarrerin folgende Geschichte:

Während einer großen Überschwemmung musste ein Mann auf sein Hausdach klettern. Da trieb ein Baumstamm vorbei. Doch der Mann dachte bei sich: ‚Nein, da setze ich mich nicht drauf. Gott passt schon auf mich auf.‘ Danach kamen Mensch in einem Boot vorbei und wollten ihn mitnehmen. Doch er rief ihnen zu: ‚Ich bleibe erst mal hier.‘ Und wieder dachte er bei sich: ‚Gott passt schon auf mich auf.‘ Das Wasser stieg und stieg und stand im schon fast bis zum Hals, da kam ein Hubschrauber und wollte ihn retten. Doch auch dieses Mal wollte der Mann nicht und schrie, obwohl ihn niemand hören konnte, in den Lärm der Rotorblätter: ‚Gott passt schon auf mich auf.‘

Bald darauf ertrank er. Er kam in den Himmel und beschwerte sich bei Gott: „Ich hab doch ganz und gar auf dich vertraut. Warum hast du mich nicht gerettet?“ Da antwortete ihm Gott: „Ich habe dir einen Baumstamm, ein Boot und einen Hubschrauber geschickt. Aber du hast meine Hilfe nicht angenommen.“

Gottvertrauen, liebe Freunde, kann doch nicht heißen, dass ich alle Verantwortung für mich aus der Hand gebe. Auch die Selbstverantwortung ist sein Geschenk, das mir hilft, mein Leben zu bestehen. Wenn schon beten – und das ist immer gut – dann gleichzeitig auch anpacken und das tun, wofür man betet.

In den nächsten Wochen können sich wohl fast alle Erwachsenen impfen lassen. Die weitaus meisten tun das auch, weil sie wissen, dass sie eine Verantwortung für sich selbst, also auch für ihre Gesundheit haben. Doch jeder von uns hat auch eine Verantwortung für seine Mitmenschen. Wenn ich mich impfen lasse, dann schütze ich nicht nur mich, sondern auch sie. Damit erfülle ich ein zentrales Gebot der Bibel, das im Alten Testament steht und das Jesus wieder aufgreift, indem er sagt: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!«

Gott hat uns die Möglichkeit gegeben, dass wir uns informieren können, vernünftige Entscheidungen treffen und unseren Verstand gebrauchen. Er hat uns ein Gewissen gegeben und ein Verantwortungsgefühl. Manchmal schickt er einen Baumstamm, ein Boot oder einen Hubschrauber. Und manchmal eben auch Impfstoff.

Ich bin so dankbar, dass in einer Rekordzeit wie nie zuvor ein Impfstoff gegen diese schwere und zum Teil tödliche Pandemie gefunden worden ist. Das rettet Millionen, vielleicht sogar Milliarden Menschen das Leben. Freilich wurde diese Medizin von Menschen erfunden. Doch genau durch uns wirkt Gott und nimmt unseren Verstand, unsere Fähigkeiten, unser Wissen und unsere Liebe in seinen Dienst.

Ich wurde mit AstraZeneca geimpft. Hätte mich aber auch mit jedem anderen Impfstoff impfen lassen. Die möglichen Nachwirkungen stehen in keinem Verhältnis zur Krankheit selbst. Ein oder maximal zwei Tage Erkältungsbeschwerden sind nichts gegen die Erkrankung der Lunge und die lebensnotwendige, künstliche Beatmung. Ein Genesener, der auf der Intensivstation war, sagte hinterher: „Es war die Hölle. Jeder Atemzug hat mich so geschmerzt, als wäre meine Lunge voll mit Glasscherben gewesen.“ Nein, diese Hölle braucht niemand. Jetzt, da endlich der Impfstoff zur Verfügung steht, kann man sie sich selbst und seinen Mitmenschen ersparen.

Wenn du zu den Geimpften gehörst, gratuliere ich dir. Und ich danke dir, weil du deinen Beitrag geleistet hast, dass andere durch dich nicht mehr angesteckt werden können. Wenn du zu den Zögerlichen gehörst, dann gib dir einen Ruck und melde dich im Impfzentrum an. Wenn du unentschlossen bist, dann denke noch einmal nach, informiere dich bei Menschen deines Vertrauens, überwinde deine Skepsis und lass dich impfen. Und wenn du zu denen gehörst, die es strikt ablehnen, sich impfen zu lassen, dann hoffe, dass möglichst bald möglichst viel andere Menschen sich impfen lassen, damit du nicht noch angesteckt wirst.

Übrigens, meine Kinder waren neulich erstmals erkennbar neidisch auf uns alte Menschen. Sie sagten zu mir im Scherz: „Im Altenheim können sie jetzt wieder richtig Party feiern. Du kannst das mit deinen Freunden auch bald. Und wir? Wir haben noch lange Hausarrest.“

Ich freue mich, wenn das Leben wieder in normale Bahnen zurückkehrt, wenn wir uns wieder unbeschwert begegnen können, wenn wir im Gottesdienst wieder ohne Maske aus voller Brust und vollem Herzen singen können und all die anderen Dinge tun, die wir in den letzten Monaten vermisst haben. Dann, liebe Freunde, wenn es soweit ist, freut euch des Lebens, feiert miteinander und dankt Gott, der manchmal einen Baumstamm, manchmal ein Boot, manchmal einen Hubschrauber schickt und dieses Mal den rettenden Impfstoff.

Amen

Samstag, 8. Mai 2021

Gott rütteln hl

Losung: Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen! Psalm 44,27 

Lehrtext: Sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Lukas 17,21 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

ganz schön direkt der Mensch, der zum ersten Mal das Wort aus der Losung gebetet hat. Er sagt nicht ‚bitte‘ zu Gott. Im Gegenteil. Er klagt ihn im Psalm 44 an und macht ihm Vorwürfe. Mit seinem Gebet rüttelt er ihn wach und sagt: »Wach auf, Herr! Warum schläfst du? Wach auf und verstoße uns nicht für immer! Warum verbirgst du dich vor uns? Hast du unsere Not und unser Elend vergessen? Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!« (Psalm 44,24-27)

     Nun, natürlich schläft Gott nicht, das wusste auch dieser Mensch. Im Psalm 121 heißt es ausdrücklich: »Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.« Aber manchmal, wenn die Not groß ist und nichts passiert, kann man schon diesen Eindruck haben. Und ich denke, dass es ihm gefällt, wenn du so betest wie der, der den Psalm 44 verfasst hat. Warum? Weil du dich dann durch nichts davon abbringen lässt zu glauben, dass er dir helfen kann. Auch nicht durch deine Not.

     Gestern habe ich vom Wert des Vertrauensgebetes gesprochen. Und heute lese ich in der Bibel dieses Bittgebet, dieses geradezu unverschämte „Rüttelgebet“. Und wieder will ich dich ermutigen, ebenso zu beten, wenn du in großen Schwierigkeiten bist. Dann aber vertraue darauf, dass Gott hellwach ist und genau weiß, was du brauchst und wie er dir helfen wird.

     Er schläft ja nicht irgendwo hinterm Mond auf einem Wolkenbett. Er ist, wie Jesus sagt, mitten unter uns (Lehrtext), mitten im Alltag, mitten in meiner Freude und mitten in meinem Leid, mitten in meinem Glück und mitten in meinem Schmerz. Er ist da. Das ist sein Wesen. Er ist für dich da. Trotzdem schadet es nichts, wenn du ihn ab und zu mal ein bisschen rüttelst. 

Gebet: Herr, bist du weg, wenn es mir schlecht geht? Oder schläfst du gar? Das kann nicht sein. Du bist doch der Gott, der mir hilft. Dein Wille, dein Wesen ist es, für mich da zu sein. Also bist du auch in meinen dunklen Stunden bei mir. Das will ich glauben. So kann ich darauf vertrauen, dass du mir hilfst, meine Lasten zu tragen und auch den schweren Weg zu gehen bis es wieder leichter wird und hell über mir. Also, Herr, zeige mir, dass du nicht schläfst. Amen 

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 7. Mai 2021

Gottes Gedanken und meine hl

Losung: Du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich. Psalm 25,5 

Lehrtext: Wir wissen, dass er uns hört. 1.Johannes 5,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum betest du, um zu bitten oder zu danken? Deshalb werden wohl die meisten Menschen in allen Religionen beten. Auch ich. Aber das ist nicht der hauptsächliche Grund. Ich habe beim Nachdenken über die Psalmen für mich etwas anderes entdeckt. In diesen biblischen Gebeten geht es neben Bitte und Dank immer wieder um das Vertrauen, das der Betende Gott entgegenbringt. So zum Beispiel im heutigen Losungswort. Da sagt der Verfasser des Psalm 25 zu Gott, wie er ihn sieht und erlebt. Und damit stärkt er sein Gottvertrauen und seinen Glauben.

Auch 2500 Jahre später kann ich noch genauso beten und sagen: „Du bist der Gott, der mir hilft.“ Und wenn ich es etwas ausführlicher sagen möchte, dann bete ich den Psalm 23 wie auch heute wieder auf dem Friedhof: »Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln …« Ich nenne diese Art zu beten ‚Vertrauensgebet‘. Falls du Zeit hast, dann blättere doch einmal das Buch der Psalmen daraufhin durch, wie oft dort Menschen ihr Gottvertrauen zur Sprache bringen.

Das ist auch im Lehrtext der Fall. Wer glaubt und betet, geht in der Regel auch davon aus, dass Gott ihn hört. Aber er kann nicht davon ausgehen, dass Gott auch tut, warum er bittet. Im Kapitel 55 des Jesaja-Buches sagt Gott durch den Mund seines Propheten: »8 Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.«

Das sagt eigentlich schon alles. Es geht nicht nach meinem Willen, sondern nach seinem. Es geht nicht nach meinen Plänen, sondern nach seinen. Es geht nicht nach meiner Kraft  , sondern nach seiner. Und da ich glaube, dass Gott gut zu mir ist und barmherzig - so wie auch zu dir - bin ich froh, dass es nicht nach meinem Kopf geht. Denn ich kann nicht einmal um die nächste Ecke schauen geschweige denn weiter in die Zukunft. Ich weiß nicht, welche Auswirkungen die Dinge, die jetzt geschehen, künftig haben werden. Aus manchem, worunter ich jetzt leide, kann Gutes entstehen. Das habe ich schon erlebt. Er ist der Herr über die Zeit. Er kennt Anfang und Ende. Ihm vertraue ich mich in meinen Gebeten an. Und ich tue das, nicht, weil ich weiß (Lehrtext), sondern weil ich darauf vertraue, dass er mich hört. Und immer wieder einmal schließe ich mein Gebet mit dem Satz:

Gebet: Herr, du weißt ja, was ich brauche, auch ohne dass ich dich darum bitte. Darum soll dein Wille geschehen und nicht meiner, denn das ist schließlich am besten für mich. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Donnerstag, 6. Mai 2021

Raben, Sorgen und Vertrauen hl

Losung: Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. Psalm 145,15-16 

Lehrtext: Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel! Lukas 12,22-24 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

ausgerechnet die Raben nimmt Jesus als Beispiel. Hätte er nicht die niedlichen Rotkehlchen nehmen können oder die sangesfreudige Amsel? Er hatte schon seine Gründe. Er kannte die Bibel, die ihm, vereinfacht gesagt, in Gestalt des Alten Testamentes vorlag. Darin heißt es im Psalm 147,9: »Gott gibt den Tieren ihr Futter, den jungen Raben, die zu ihm rufen.«

So erklärt sich auch die Frage Jesu an dich und mich: „Wenn sich Gott schon um die Raben kümmert und sie versorgt, um wie viel mehr kümmert er sich nicht um dich?“ 

Gestern bin ich wieder an den Schlossteichen vorbeigegangen und habe mich an den kleinen Wildenten und Blesshühnern erfreut, die gerade geschlüpft sind. Auch in diesem Frühjahr gibt uns wieder ein Schwanenpaar für ein paar Wochen die Ehre. Und auf den Fischteichen wimmelt es nur so von anderen Wasservögeln. Da habe ich mich gefragt, wie kann es sein, dass so viele Tiere auf kleinem Raum genug Futter finden? Doch offenbar reicht es.

Reicht denn mir zum Leben, was ich habe? Oder muss ich mir Sorgen machen, ob meine Rente sicher ist? Auf die erste Frage kann ich antworten: Das kommt auf meine Ansprüche an. Was ich habe, reicht nicht für eine Villa. Aber ich kann damit verhältnismäßig gut leben. Und auch wenn es Probleme mit meiner Rente geben sollte, verhungern werde ich nicht.

Zu Jesu Zeiten waren die Existenzprobleme der Menschen schwerwiegender als jetzt. Sie hatten keine Rente, kein Bankkonto, vielleicht ein kleines Haus und einen kleinen Acker und oft nicht einmal das. Und zu ihnen, die wenig materielle Reserven hatten oder keine, sagt Jesus den Satz: »Sorgt euch nicht um das Leben«. Und er nennt als Beispiel die Raben. Denn, so heißt es im Psalm 36,7: »Herr, du hilfst beiden, Menschen und Tieren« und in der Losung: »Alle schauen erwartungsvoll zu dir, und du gibst ihnen zu essen zur rechten Zeit. Du öffnest deine Hand und sättigst deine Geschöpfe; allen gibst du, was sie brauchen.«

Was meine Ansprüche an den Lebensstandard angeht, gilt der Satz: „Gott erfüllt nicht alle meine Wünsche ...“ Was aber das Leben selbst angeht und was ich dazu brauche, gilt der zweite Teil: „ … aber er erfüllt alle seine Verheißungen.“ Und die kann ich in Losung und Lehrtext heute nachlesen. Schade, dass ich mich trotzdem immer wieder mal um mein Leben sorge. 

Tisch-Gebet: Herr, alle schauen erwartungsvoll auf dich, und du gibst ihnen zu essen zur rechten Zeit. Du öffnest deine Hand und sättigst deine Geschöpfe; allen gibst du, was sie brauchen, auch mir. Darauf will ich vertrauen. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 5. Mai 2021

Geschenk für Sanftmütige hl

 Losung: Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich will. Jeremia 27,5 

Lehrtext: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Matthäus 5,5 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

das ist und das bleibt wahr: »Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen. Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat‘s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!« (Hiob 1,21; 1. Tim. 6,7) Alles, was zwischen Geburt und Tod ist, ist Gnade, ist Geschenk, ausnahmslos alles, auch das Leben selbst und - auch der Tod. Du wurdest nicht gefragt, ob du auf diese Erde kommen wolltest. Und du wirst nicht gefragt, ob du wieder gehen willst. Diese Entscheidung liegt nicht in deiner Macht, sondern in der eines anderen.

Eines Tages in deiner Kindheit wirst du dich gefragt haben: „Woher kommt das alles, was ist, die Bäume und die Blumen, die Wälder und Felder, Sonne Mond und Sterne, Berge, Flüsse und das Meer? Wer hat das gemacht? Und woher komme ich, wer hat mich gemacht?“

Und vielleicht hattest du Menschen, Eltern oder Lehrer oder sonst wen, die sagten: „Alles kommt von Gott“. Oder sie haben mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Wir wissen es nicht. Alles ist Zufall, auch die Evolution, auch die Natur, auch du. Wir kennen die Macht und die Kraft nicht, die den Urknall und das Universum hervorgebracht haben.“

Wir, liebe Leserin, lieber Leser, glauben sie zu kennen. Wir haben uns sagen lassen, was Gott durch den Propheten Jeremia sagt: »Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine große Kraft.« (Losung) Ja, das glaube ich. Entscheidend ist für mich nicht, wie Gott das alles gemacht hat, sondern dass er es gemacht hat. Ich habe keine Schwierigkeiten damit, auch den Urknall und die Evolution als seine Werkzeuge zu sehen. Oder vielleicht war alles noch ganz anders, unvorstellbar und unerforschbar?

Alles was war, was ist und was wird, entspringt seinem Willen. Und der ist nicht böse oder stur oder berechnend. Sein Wille fließt aus seinem Herzen. Alles, was er gemacht hat, hat er aus Freude und Liebe gemacht, auch dich! Das behaupte ich nicht einfach. So zeigt er sich mir in seinem Sohn Jesus Christus. Er ist in allem sein Ebenbild (Kolosser 1,15).

Auch du bist von ihm aus Freude und Liebe erschaffen. Seine Erde gehört dir. Er schenkt sie dir. Und sie ist freundlich und wohltuend zu dir, solange du ihr mit Sanftmut begegnest (Lehrtext). Sie entzieht dir aber ihre Gaben, wenn du ihr sie abpresst und sie aus Profitgier ausbeutest und zerstörst.

Ja, »ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen. Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat‘s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!«

Gebet: Danket dem Herrn; denn er ist freundlich und seine Güte währet ewig. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 4. Mai 2021

Wo und wie beten? hl

Losung: Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft. Psalm 138,3 

Lehrtext: Es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Römer 10,12 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wo und wie betest du? Wenn du mich das fragst, so sage ich: eigentlich überall, natürlich in meinem Bett, aber auch im Badezimmer, am Mittagstisch, bei einem Spaziergang, auf dem Motorrad und so weiter. Ich habe auch schon im Flugzeug gebetet, als man noch fliegen konnte, und unter Wasser beim Tauchen, als man noch tauchen konnte. Als Pfarrer bete ich natürlich in der Kirche und auf dem Friedhof oder bei einem Seelsorgebesuch in den Häusern unserer Gemeinde. So oft, wie das jetzt klingt, bete ich auch wieder nicht. Aber ich würde es gern. Denn beten tut mir einfach gut.

Früher hatte ich im Gottesdienst immer ein Buch mit Gebeten dabei, die ich dann mit dem Rücken zur Gemeinde vorgelesen habe. Das verstaubt schon seit langem in meinem Bücherschrank. Heute wende ich mich beim Beten der Gemeinde zu. Ich meine, Gebete muss man beten und nicht vorlesen. Sie sollen aus dem eigenen Herzen kommen. Darum bereite ich sie auch nicht vor. Ich bete, wovon ich glaube, dass es jetzt dran ist. So entstehen auch die Gebete am Ende meiner Losungsauslegungen.

Mit am intensivsten bete ich, wenn ich mich ab und zu nach dem Aufstehen und der Morgentoilette auf den Teppich in meinem Schlafzimmer lege mit ausgebreiteten Armen und dem Gesicht nach oben. Dann sage ich ähnliche Sätze wie diese zu Gott:

Gebet: Herr, du hältst mich wie die Erde mit ihrer Kraft. Du strahlst mich von oben an wie die Sonne in ihrem Glanz. Du umgibst mich von allen Seiten wie die Luft, die ich atme. So bist du bei mir und ich bei dir.
Dir gehöre ich ganz und gar. Alles was ich bin und habe, kommt von dir. Ohne dich kann ich nicht sein. Ohne dich will ich nicht sein. Denn du bist meines Lebens Kraft. Was auch immer geschieht, ich nehme es aus deiner Hand, denn ohne deinen Willen geschieht nichts, was geschieht.
Wenn ich mich entscheiden muss, so vertraue ich, dass du mir hilfst. Wenn ich kämpfen muss, rechne ich mit dir. Wenn ich leiden muss, wirst du es beenden. Wenn mich Sorgen drücken, gebe ich sie dir. Wenn es mir gut geht und erst recht, wenn ich glücklich bin, preise ich dich. Und für allen Segen in meinem Leben, insbesondere für meine Familie und meinen Glauben, danke ich dir.
Geh mit mir in diesen Tag. Gib mir die nötige Kraft für Leib und Seele. Mache mich reich im Glauben und im Vertrauen auf dich. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 3. Mai 2021

Im Aufwind des Gottvertrauens hl

Losung: Der HERR ward mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite. 2.Samuel 22,19-20 

Lehrtext: Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm. Matthäus 9,9 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

ins Weite, ins Weite, hinaus ins Weite! Wann endlich raus aus Lockdown, aus Quarantäne und Ausgangssperre? Wann endlich wieder sich frei bewegen? Hingehen und reisen, wohin man will? Freunde und Verwandte treffen, Ausflüge machen, in großer Runde feiern? Wann endlich wieder in Kneipen und Restaurants, in Konzerte, ins Kino, in Opern und Theater, in die Stadien und auf Festivals? Wann endlich wieder gemeinsam musizieren und in den Gottesdiensten gemeinsam singen aus voller Brust und vollem Herzen? Es gibt nur eine Antwort auf solche Fragen: Impfen bis die Macht der Pandemie gebrochen ist. Impfen - um deiner selbst und um deiner Mitmenschen willen.

Ins Weite, ins Weite, hinaus ins Weite! – Raus aus den Gefängnissen der Angst und Engstirnigkeit, der Gesetzlichkeit und Intoleranz, des Misstrauens und der Vorurteile! „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“, dem schenkt er ein weites Herz, einen weiten Glauben und einen weiten Horizont.

Nieder mit den Zäunen und Mauern! Weg mit den Grenzen! Fort mit den Schranken in Herz und Hirn! Ins Weite, ins Weite, hinaus ins Weite! – Gott führt mich ins Weite (Losung), da kann ich durchatmen und aufatmen, loben und danken. Da bin ich Mensch, da darf ich’s sein (vgl. Goethe, Faust I, Osterspaziergang).

Matthäus, der Steuereintreiber, folgte Jesus ins Weite, in die Freiheit (Lehrtext). Zulange lag er schon an der Kette der römischen Besatzer. Zulange musste er deshalb die Feindseligkeiten seiner Landsleute ertragen. Zulange war er unglücklich. Sein Bedürfnis nach materieller Sicherheit, sein Wunsch nach Anerkennung bei den Mitmenschen ließen ihn am alten Leben kleben wie den Vogel an der Leimrute.

Und dann trat Jesus in sein Leben und machte ihn frei. Nun konnte Matthäus die trügerische Sicherheit aufgeben, weil er sich bei ihm geborgen wusste. Nun fesselte ihn nicht mehr die Meinung anderer Leute, da er sich von Gott angenommen wusste. Nun lähmte ihn nicht mehr die Angst, da er nicht mehr allein war. Und Matthäus schleppte sich nicht mehr durchs Leben. Er flog auf und ließ sich tragen vom Aufwind des Gottvertrauens über Problemberge, Sorgensteine und Unglückstäler.

Ins Weite, ins Weite, hinaus ins Weite! Du brauchst Sicherheit? Bei Gott bist du geborgen! Du hältst dich fest an dem, was dich bindet? Gott ist dein Halt und „stellt deine Füße auf weiten Raum“ (Psalm 31,9) Es gibt nur einen Weg in die Freiheit: Vertrauen.

Gebet: Herr, befreie mich von den gottlosen Bindungen dieser Welt, dass ich mit dir und ohne Angst durch alle Zeiten ziehe, froh und unbeschwert, geborgen und doch frei. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 2. Mai 2021

Ich muss nicht alles richtig machen hl

 Losung: Mose sprach: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge, dass ihr euren Kindern befehlt, alle Worte dieses Gesetzes zu halten und zu tun. Denn es ist nicht ein leeres Wort an euch, sondern es ist euer Leben. 5.Mose 32,46.47 

Lehrtext: Jesus spricht: Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben. Johannes 6,63 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wenn du alles richtig machen könntest, wie ginge es dir dann? Wärst du dann glücklich und zufrieden oder würdest du an Langeweile leiden? Falls du Schach spielst und würdest dabei alles richtig machen und immerzu gewinnen, wäre das nicht furchtbar langweilig? Wer hätte dann noch Lust, mit dir zu spielen? Und dir selbst würde es auch keinen Spaß mehr machen.

Wenn du alles richtig machen könntest, bräuchtest du dann noch Gott? Er ist doch deshalb dein barmherziger und gnädiger Gott, weil du eben gerade nicht alles richtig machst. Ich glaube, er liebt dich gerade deshalb, weil du mehr sein Sorgen- als sein Musterkind bist, so wie auch wir unsere Sorgenkinder oft am meisten lieben.

Nein, wenn wir uns an Gottes Wort orientieren, wie es in Jesus Mensch geworden ist (Johannes 1), dann nicht, damit wir alles richtig machen, sondern eine Richtung haben, in die wir durchs Leben gehen können. Wer eine Richtung hat, kann trotzdem Umwege machen oder sich verlaufen. Aber er kann dann wenigstens feststellen, dass er auf dem Holzweg ist. Das hilft ihm, sich neu auszurichten.

Gottes Wort hilft mir, immer wieder auf Kurs zu bleiben. Es ist kein totes Wort, kein Gesetz, das um seiner selbst willen gilt, kein Befehl, der peinlich genau befolgt werden muss. Sein Wort ist in Jesus Christus lebendig geworden, damit wir nicht tot sind in unserer Routine, in unserem Trott, in unseren Gewohnheiten. Es weckt mich aus meiner Selbstgenügsamkeit und meinem Egoismus. Es ermutigt mich zu einem Leben, das nicht perfekt ist, in dem ich Fehler machen und scheitern kann, aber mich auch korrigieren und wieder von vorn beginnen. Mit einem Wort, es ermutigt mich ein fehlerfreundliches Leben zu leben, weil mein Gott barmherzig ist und ich darum nicht alles richtig machen muss. 

Gebet: Herr, ich muss nicht immer schon am Ziel sein, aber du hilfst mir, dass ich immer wieder in die Spur zurückfinde. Und wenn ich mich verlaufen habe, suchst du mich und bringst mich wieder zurück. Dein Wort weist mich nicht zurecht, sondern weist mich hin auf den Weg, auf dem du bei mir bist. Und wenn dieser Weg auch durch dunkle Täler und schlechte Zeiten führt, so will ich lieber mit dir deinen Weg gehen als ohne dich den meinen. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 1. Mai 2021

Wahlhilfe hl

Losung: Der HERR wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich. Psalm 9,19 

Lehrtext: Der Hausherr sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen herein. Lukas 14,21 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

im Herbst ist Bundestagswahl. Welche Partei wirst du wählen? Keine? Das wäre schade. Jeder von uns hat Verantwortung für die Zukunft dieses Landes, für die eigene Zukunft und die seiner Kinder und Kindeskinder. Zuerst ist die Regierung in der Pflicht. Das hat gestern das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zum Klimaschutzgesetz ausdrücklich betont. Doch als Staatsbürger nehme ich Einfluss darauf, wer uns regiert. Deshalb habe ich die Pflicht zu wählen. Die Möglichkeit, in unserem Land frei und geheim wählen zu können, verteidigen wir nur damit, dass wir sie nutzen.

Als Christ soll ich bei der Wahl nicht zuerst an mich selbst, sondern an die denken, deren Lebenssituation verbesserungsbedürftig ist. Zum Beispiel an alleinerziehende Mütter und ihre Kinder, an Geringverdiener, an Menschen mit einer kleinen Rente, an Arbeitslose, Obdachlose, Pflegebedürftige, Gefangene, Flüchtlinge, Zwangsprostituierte und so weiter (vgl. Matthäus 25).

Welche politische Partei wird sich wohl am ehesten für diese Gruppe unserer Mitmenschen einsetzen? Welche hat das in der Vergangenheit getan? Welche hat jetzt überzeugende Antworten auf die sozialen Herausforderungen in unserem Land?

Die Antwort auf diese Fragen muss jeder selbst finden. Es bleibt dir gerade als Christ, als Christin nicht erspart, dich für Politik zu interessieren und dich im Hinblick auf die Bundestagswahl entsprechend zu informieren. Als Entscheidungshilfe nur so viel: Christen schauen auf die da unten und nicht zuerst auf die da oben, auf die im Finstern und nicht auf die im Licht.

Gebet: Herr, du vertraust uns die Menschen an, die unsere Unterstützung brauchen. Dazu nimmst du uns als deine Mitarbeitenden in deinen Dienst. Hier, in unserer Zeit und Welt, sind wir deine Augen und Ohren, deine Füße und Hände und vor allem dein Herz. Wir sehen die Bedürftigen mit deinen Augen, hören sie mit deinen Ohren, gehen zu ihnen auf deinen Füßen und helfen ihnen mit deinen Händen. Wir vergessen sie nicht, weil dein mitfühlendes und barmherziges Herz in uns schlägt. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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