Dienstag, 4. Mai 2021

Wo und wie beten? hl

Losung: Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft. Psalm 138,3 

Lehrtext: Es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Römer 10,12 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wo und wie betest du? Wenn du mich das fragst, so sage ich: eigentlich überall, natürlich in meinem Bett, aber auch im Badezimmer, am Mittagstisch, bei einem Spaziergang, auf dem Motorrad und so weiter. Ich habe auch schon im Flugzeug gebetet, als man noch fliegen konnte, und unter Wasser beim Tauchen, als man noch tauchen konnte. Als Pfarrer bete ich natürlich in der Kirche und auf dem Friedhof oder bei einem Seelsorgebesuch in den Häusern unserer Gemeinde. So oft, wie das jetzt klingt, bete ich auch wieder nicht. Aber ich würde es gern. Denn beten tut mir einfach gut.

Früher hatte ich im Gottesdienst immer ein Buch mit Gebeten dabei, die ich dann mit dem Rücken zur Gemeinde vorgelesen habe. Das verstaubt schon seit langem in meinem Bücherschrank. Heute wende ich mich beim Beten der Gemeinde zu. Ich meine, Gebete muss man beten und nicht vorlesen. Sie sollen aus dem eigenen Herzen kommen. Darum bereite ich sie auch nicht vor. Ich bete, wovon ich glaube, dass es jetzt dran ist. So entstehen auch die Gebete am Ende meiner Losungsauslegungen.

Mit am intensivsten bete ich, wenn ich mich ab und zu nach dem Aufstehen und der Morgentoilette auf den Teppich in meinem Schlafzimmer lege mit ausgebreiteten Armen und dem Gesicht nach oben. Dann sage ich ähnliche Sätze wie diese zu Gott:

Gebet: Herr, du hältst mich wie die Erde mit ihrer Kraft. Du strahlst mich von oben an wie die Sonne in ihrem Glanz. Du umgibst mich von allen Seiten wie die Luft, die ich atme. So bist du bei mir und ich bei dir.
Dir gehöre ich ganz und gar. Alles was ich bin und habe, kommt von dir. Ohne dich kann ich nicht sein. Ohne dich will ich nicht sein. Denn du bist meines Lebens Kraft. Was auch immer geschieht, ich nehme es aus deiner Hand, denn ohne deinen Willen geschieht nichts, was geschieht.
Wenn ich mich entscheiden muss, so vertraue ich, dass du mir hilfst. Wenn ich kämpfen muss, rechne ich mit dir. Wenn ich leiden muss, wirst du es beenden. Wenn mich Sorgen drücken, gebe ich sie dir. Wenn es mir gut geht und erst recht, wenn ich glücklich bin, preise ich dich. Und für allen Segen in meinem Leben, insbesondere für meine Familie und meinen Glauben, danke ich dir.
Geh mit mir in diesen Tag. Gib mir die nötige Kraft für Leib und Seele. Mache mich reich im Glauben und im Vertrauen auf dich. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Kommentare:

  1. Das ist toll.
    Den Tag versuche ich auch in einer stillen Zeit mit dem Herrn zu beginnen.
    Ich bete um Führung für diesen Tag,in allem was ich tue,sage,meine, fühle und handeln.
    Das gibt mir Sicherheit.
    Ich übergebe ihm alle meine Lieben und mich selbst.
    Danke für diesen Block.

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  2. Ich bete überall und zu jeder Zeit und an liebsten am Morgen in der Badewanne,da ist es ruhig und warm.Niemand stört.

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  3. Vielen Dank für die Kommentare mit Ihren Anregungen. Vielleicht beteiligen sich noch mehr Leserinnen und Leser dieses Blogs und schreiben wo, wie und was sie am liebsten beten. Das wäre für uns alle eine Hilfe für unser Glaubensleben.

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  4. Wir lesen morgens gemeinsam die Tageslosung und gehen damit ins Gebet für alles, was uns beschäftigt. Dank,Freude, Sorgen, Ängste und Fürbitte. Mittags lese ich ihren Blogg und am Abend danke ich für mindestens 5 gute Erlebnisse des Tages. Das alles ist eine liebgewonnene Tradition geworden, die ich nicht missen möchte. Glauben ist für mich ein Geschenk Gottes. Liebe Grüße aus Schleswig-Holstein von Frauke

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  5. Am liebsten bete ich am Abend mit meinen Kindern gemeinsam. Wir überlegen uns dann was unser schönstes Erlebnis war und was uns besonders geärgert hat.
    Wir danken für Gutes und bitten um Hilfe für schwierige Aufgaben die am nächsten Tag anstehen. Wir denken im Gebet oft an andere Familienmitglieder, Freunde und Bekannte. Das ist immer ein schöner Tagesabschluss. Man kann sich auch gegenseitig verzeihen, wenn es mal nicht so gut miteinander lief. Hoffentlich beten Sie noch lange gerne mit mir und behalten dieses Ritual in guter Erinnerung wenn Sie mal groß sind. J.D.

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  6. Waltraut H.04.05.21, 18:55

    Ihr Gebet, Herr Löhr, spricht mir sehr aus dem Herzen. Es gibt mir Frieden und vermittelt Geborgenheit. Danke dafür. Ich bete seltsamerweise am innigsten wenn ich morgens mit dem Auto den Weg zur Arbeit fahre oder von der Arbeit nachhause. In diesen 20 Minuten fühlte ich mich Gott oft sehr nah. Vom Heiligen Geist berührt, war ich nicht selten sehr bewegt. Dank und Lob für unseren Schöpfer und Heilland waren mir in dieser Zeit besonders wichtig. Nun bin ich in Pension und die Fahrten zur Arbeit und von der Arbeit nachhause entfallen, ich muss mir eine andere Zeit zum Beten einrichten. Ich bete zu Gott leider nicht zu festen Zeiten. Möchte das aber nun ändern. Seit November findet wegen der Pandemie unser Hauskreis nicht statt. Die Gebete in dieser Gemeinschaft sind mir sehr kostbar und ich hoffe daher, dass wir uns bald wieder unbeschwert treffen können. In der Fürbitte denke ich an meine Familie, Menschen aus unserer Gemeinde, Freunde, Kollegen, ich bete für die Leitung unserer Kirchengemeinde, aber auch für die Verantwortlichen in unserem Land, für Menschen, die von Katastrophen betroffen sind, verfolgt und mißbraucht werden. Wichtig ist mir auch die Fürbitte für Menschen, mit denen ich es nicht leicht habe. Oft sage ich zu Gott: "Herr es sind so viele Menschen, die deine Hilfe, deine Zuwendung brauchen, sie alle namentlich zu nennen überfordert mich, doch du kennst sie alle, ich lege sie in deine Hände." Ich bitte um Gottes Segen und Beistand für alle, die mir am Herzen liegen,und um Kraft, Konzentration, Weisheit und Erkenntnis für mich selbst.

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  7. Vielen Dank für Ihre wertvollen Kommentare. Sie geben mir manchen Impuls für meine eigenen Gebete.

    Gott segne Sie alle!

    Hans Löhr

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  8. Lieber Herr Löhr,
    mein Tag beginnt mit Ihrem Blog, dem 'Anstoß' und 'Wort zum Tag des ERF - jede Auslegung spricht mich anders an. Mit einem Gebet danach starte ich in den Tag. Sollte ich morgens einmal spät dran sein oder am Wochenende nicht so 'starten' können, fehlt mir tatsächlich etwas. Auf der Suche nach Hilfe, das Wort Gottes zu verstehen, es irgendwie in mein Leben einzubinden, ging ich vor gut ca. 1,5 / 2 Jahren im Netz auf die Suche und fand Sie. Da hat mich sicher jemand gelotst. Den ERF fand ich erst viel später durch einen Hinweis auf eine biographische Erzählung. Es ist sehr interessant zu hören, welche Wege Gott sich sucht, um uns Menschen zu finden. Mit dem Glauben bin ich mehr oder weniger seit meiner Konfirmation verbunden. 40 Jahre sind seither vergangen, und ich kann sagen, hätte ich nicht immer gewusst, dass da jemand ist, der mich 'hält', hätte mich wohl Vieles in die Knie gezwungen. Ich bin ohne Zweifel kein Vorzeigechrist, gehe nicht in die Kirche (außer bei meinen kleinen Wandetouren - da suche ich gerne kleine Kapellen auf - ev. oder katholisch - ich mache da keinen Unterschied) und doch spüre ich immer wieder eine Verbindung nach 'oben'.
    Viele Grüße aus dem schönen Fichtelgebirge

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