Wochenspruch: Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Johannes 3,8
Liebe Leserin, lieber Leser,
zunächst wollte ich den Wochenspruch nicht erwähnen und auch keinen Tagesimpuls dazu schreiben. Aber das wäre dann doch ein bisschen feige gewesen. Auch wenn manche, die das jetzt lesen, meine Sicht ablehnen, will ich doch damit nicht hinterm Berg halten.
Kurz, ich halte es für problematisch, wenn man heute noch manche Aussagen aus dem Johannesbrief kritiklos übernimmt. Andere wiederum sind unverzichtbar und tröstlich wie Vers 20 in Kapitel 3: „Gott ist größer als unser Herz.”
Zurück zum Thema: Es ist immer gefährlich, vom Teufel zu reden, besonders wenn es um die Verteufelung anderer geht. Lieber wäre mir, es würde heißen: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er unser Vertrauen auf Gott stärke und den Glauben an den Teufel zerstöre.
Wer anders als wir Menschen sind es denn, die den Teufel an die Wand malen? Und was anderes sind seine Werke als das Böse, das wir sagen und tun? So jedenfalls verstehe ich das Evangelium, also die gute Nachricht von Gott. Und daneben brauche ich nicht noch die schlechte Nachricht von einem Teufel. Der gehört ins Kasperletheater, und da soll er auch bleiben.
Im Johannesbrief herrscht noch die Denkweise vor: »wir - die«: Wir die Guten, Gerechten, Frommen. Und die anderen - die Schlechten, Ungerechten und Bösen. Darüber sollten wir hinaus sein, die wir auf Jesus schauen.
Natürlich weiß ich, dass offen oder insgeheim fast alle Menschen immer wieder so denken, auch Christen, auch ich. Aber ich weiß auch, dass das nicht in Ordnung ist. Und dann schäme ich mich, wenn ich mich bei solchen Gedanken ertappe.
Wer bin ich denn, dass ich es wage, so zu urteilen? Sind wir nicht alle Gottes Geschöpfe? Ist unsere Aufgabe nicht, zu anderen und zu uns selbst (!) so zu sein, wie er zu uns: miteinander reden, einander vergeben, barmherzig sein, auf jede Form von Gewalt verzichten, Gutes tun und segnen?
„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.” (ausführlicher bei Lukas 6,27-35)
Ja, das Böse in unserer Menschenwelt ist eine traurige und manchmal auch furchtbare Tatsache. Wie wir ihm begegnen sollen, hat Paulus in Jesu Geist unmissverständlich gesagt: „Lasst dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem” (Römer 12,21) - in dir und in deiner Welt.
Gebet: Herr, ich glaube nicht an den Teufel, sondern an dich. In deiner Kraft kann ich das Böse in mir und außer mir überwinden. Und wenn es gar nicht anders geht, werde ich es wohl ertragen müssen – mit dir. Du hast es ja auch ertragen. Und so bitte ich mit deiner Gemeinde: ‚Erlöse uns von dem Bösen, denn dein ist die Kraft.’ Amen
Herzliche Grüße,
Ihr / dein Hans Löhr
Lieber Hans,
AntwortenLöschendanke dass du nicht hinterm Berg gehalten hast! "Die anderen Schlechten" und der Teufel passt nicht zur frohen Botschaft.
Jürgen
Herzlichen Dank für diese klaren Worte und für das Gebet . Ich brauche jeden Tag aufs neue die Vergebung .
AntwortenLöschenEinen gesegneten Sonntag wünsche ich ALLEN .
Lieber Herr Löhr das Beste im Leben eines Christen ist es Satan keinen Raum zu geben weder im Gedanken Reden oder Tun Jesus allein soll Raum in uns sein insofern haben sie recht viele christliche Lieder und Texte in der Bibel weisen darauf hin Gottes liebe ist bleibt und war immer größer als alles Böse dieser Welt Ihnen und Ihrer Familie und allen Lesern wünsche ich Gottes reichen Segen herzliche Grüße Angelika
AntwortenLöschenHerzlichen Dank für Ihre klaren Worte zum Thema Teufel. Ich wünsche mir, dass ich mit Gottes Hilfe lerne, das Böse im Alltag zu überwinden. Es ist nicht so einfach wie es sich spricht. Taten müssen folgen, dass es gelingt. Mit diesen Gedanken gehe ich in den Sonntag und die neue Woche. Möge Gottes Segen und seine Güte mit uns allen sein.
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