Losung: Der HERR schafft Recht den Waisen und Witwen und hat Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt. Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben. 5. Mose 10,18-19
Liebe Leserin, lieber Leser,
ich will über die Bahn nicht schimpfen. Das hieße, Wasser ins Meer schütten. Jedenfalls habe ich meine einschlägigen Erfahrungen gemacht. Aber neulich hat mir die Bahn auch zu einem anderen Erlebnis verholfen:
Zielbahnhof. Ich will aussteigen und muss an vier jungen Männern mit Bärten vorbei, die sich über den Gang hinweg unterhalten. ‚Aha, Muslime‘, denke ich.
Als ich vor ihnen stehe, sehe ich sie freundlich an, lächle und sage: „Ui, vier schwarze Bärte” und streiche mit meiner Hand über mein Kinn. Die Männer unterbrechen ihr Gespräch und lachen freundlich zurück. Dann gehe ich weiter. Das war's schon.
Eigentlich nicht der Rede wert. Oder vielleicht doch? Ich jedenfalls habe über die kleine Begebenheit noch ein bisschen nachgedacht und mir gesagt: Es braucht gar nicht viel, einander freundlich und entspannt zu begegnen: Ein offener Blick, ein Lächeln, eine nette Bemerkung.
Doch warum ist das manchmal so schwer? „Die Fremdlinge lieben” (Losung) - das war offenbar schon zur Zeit des Alten Testaments nicht einfach, sonst würde es in der Bibel nicht mehrfach betont. Deswegen muss man sich ja nicht gleich um den Hals fallen. Aber einfach achtlos so vorübergehen? Das fühlt sich irgendwie nicht gut an.
Die vier jungen Männer haben diesen flüchtigen Augenblick wahrscheinlich längst vergessen. Doch vielleicht wirkt es bei ihnen und bei mir unbewusst fort, dass man sich vor Fremden nicht unbehaglich fühlen muss. Man kann sich gegenseitig wahrnehmen und ansehen. So wird aus einem Fremden eine Person. So gewinnt einer beim anderen ein kleines bisschen Ansehen: die vier schwarzen Bärte bei einem Weißhaarigen und umgekehrt. Das würde ich zwar nicht als „Fremdenliebe” bezeichnen, aber als eine kleine Vorstufe dazu.
Gott, so heißt es im Bibelwort heute, hat die „Fremdlinge" lieb, nicht nur die, die hier eine Ausbildung machen oder ihr Können schon in den Arbeitsprozess einbringen. Auch und gerade die geflüchtet sind und hier Schutz suchen. So wie damals die Israeliten in Ägypten oder später Maria und Josef mit dem Jesuskind ebenda.
Ich glaube, alle Migranten sind seine Kinder wie du und ich. Und darum müssen sie auch für mich keine Fremden sein. Ich kann sie ansehen, damit sie auch für mich werden, was sie sind: Brüder und Schwestern.
Gebet: Gott, du bist der Vater aller Menschen. Dir will ich die Ehre geben, indem ich in ihnen meine Schwestern und Brüder sehe. Indem ich bereit bin, sie anzunehmen, wie sie nun mal sind. Gib mir dazu deinen Geist des Friedens und der Freundlichkeit. Amen
Herzliche Grüße,
Ihr / dein Hans Löhr
Herzlichen Dank für die Auslegung und das Gebet !
AntwortenLöschenIch wünsche allen eine gesegnete nachösterliche Zeit
Lieber Herr Löhr danke für Ihre Auslegung und für das Gebet ja ich möchte gerne Menschen die mir durch ihr Verhalten und Aussehen fremd sind freundlich begegnen mit einem Lächeln aber auch da muss ich noch viel lernen in ihnen das Wunderwerk Gottes zu sehen der sie erschaffen hat und liebt ihnen ihrer Familie und allen Lesern Gottes reichen Segen herzliche Grüße Angelika
AntwortenLöschen❣️
AntwortenLöschenHerr hilf auch mir, Fremdlingen freundlich entgegenzutreten . Oft genügt schon ein Anlächeln. Ich bitte Dich hilf, dass Deine Kinder zum Frieden beitragen. Geh bitte mit mir in diese neue Woche und hilf mir, meine Situation trotz aller Schwierigkeiten dankbar anzunehmen. Allen wünsche ich einen segensreichen und behüteten Tag.
AntwortenLöschenDanke für das immer wieder erinnern an unsere Einstellung und was die Bibel uns empfiehlt.
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