Sonntag, 4. Januar 2026

Stern über Bethlehem hl

Lichtblick-Gottesdienst am 4. Januar 2026

Begrüßung:

Gottes Segen zum neuen Jahr, liebe Freunde. Schön, euch nach langer Zeit wiederzusehen, seit ich das letzte Mal hier gepredigt habe. Viele von euch sind mir vertraut. Und etliche sind in den letzten Jahren neu zur Lichtblick-Gemeinde hinzugekommen. Ich denke, wir alle können dankbar sein, dass dieser Gottesdienst so viele Jahre nach seiner Gründung weitergeht dank der vielen Ehrenamtlichen, die ihn tragen.

Aber ich will heute noch kurz auf die augenblickliche Situation in der Welt eingehen. Vielen macht Angst, dass seit gestern auch das US-Militär unter Trump mitten in der Nacht ein anderes Land überfällt, den Präsidenten fesselt und ihn gewaltsam entführt. Wieder wird das Völkerrecht gebrochen, wie es schon Putin in der Ukraine getan hat. Wieder wird der internationalen Ordnung schwerer Schaden zugefügt. Wir wissen nicht, was das in Zukunft für uns alle bedeutet. Kein Wunder, dass viele tief besorgt sind.

Aber, liebe Freunde, aber: wir feiern trotzdem in den Gottesdiensten weiterhin unseren Glauben und leben ihn: öffentlich und zu Hause. Denn trotz allem Kriegsgeschrei gilt, was bisher schon gegolten hat: "Die Herren dieser Welt gehen. Unser Herr aber kommt." An diesen Bekenntnis lasst uns festhalten.

Und jetzt beginnen wir gemeinsam im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und singen das erste Lied.


Lied: Stern über Bethlehem


.....


Predigt:

Liebe Freunde,

noch zwei Tage sind sie unterwegs, die drei Könige, zwei Tage bis zum 6. Januar. Aber das wissen sie noch nicht. Und ebenso wenig wissen sie, wo ihre lange Reise endet, und schon gar nicht, was sie dort erwartet.

Sie wissen auch nicht, dass sie einen falschen König suchen am falschen Ort, einen neugeborenen Prinzen im Palast des Königs Herodes in Jerusalem. 

Denn sie sehen den Stern nicht mehr, denn sie haben aufgehen sehen und haben die Orientierung verloren. 


Und wir? Wissen wir mehr?

Wissen wir so genau, was wir im Leben suchen? Haben wir Ziele, die unser Suchen rechtfertigen? Und wenn wir dann gefunden haben, was wir wollten, hat es sich dann gelohnt? Oder klopfen auch wir, wie jene Könige, an der falschen Tür? Weil wir wohl alle meinen: was groß und mächtig ist, sei verehrungswürdig und wertvoll. Das muss doch irgendwie oben sein, über uns, etwas, zu dem wir aufblicken können.


Die drei Könige müssen weiter wandern, nach dem kleinen Dorf Bethlehem, wohin sie Herodes und seine Berater schicken. Da sehen sie zu ihrer Freude den Stern wieder. Doch zu ihrer Überraschung steht er über einem windschiefen Stall. 


Und der neugeborene König? Weit und breit kein Palast. Nichts, wozu man ehrfürchtig aufblicken könnte. Stattdessen müssen sie sich bücken, um durch die kleine Stalltür zu kommen. 

Sie sehen auch da keine goldenen Wiege, sondern einen Futtertrog. Darin ein Kind armer Leute. Davor knien Hirten, raue Gesellen in Lumpen.

Die drei Könige stellen sich hinten an und dann knien sie mit ihnen. Und draußen vor der Tür stehen wir. Wollen wir rein? Auch wir müssten uns demütig bücken, wenn wir in den Stall wollen zum Kind. Auch wir müssten knien vor dem, der alle Welt erhält und trägt, alle Welt! Hirten und Könige, mich und dich. Will ich das? Und du?


An diesem elenden Ort, in diesem hilflosen Kind zeigt sich Gott, so erzählt es Lukas. Da lässt er sich finden von dir und von mir - unten, ganz unten:


Großer Herr und starker König,

liebster Heiland, o wie wenig

achtest du der Erden Pracht!

Der die ganze Welt erhält,

ihre Pracht und Zier erschaffen,

muss in harten Krippen schlafen.  


Diese Wahrheit, liebe Freunde, lässt sich nicht in nüchternen, dogmatischen Sätzen sagen. Sie leuchtet aus den wunderbaren Bildern der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas und klingt im Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.


Diese Wahrheit, liebe Freunde, lässt uns alles in einem anderen Licht sehen: 

Der unfassbare und heilige Gott in der Höhe wird Mensch, bekommt ein Gesicht, eine Stimme und einen Namen: "Jesus", auf Deutsch: "Gott hilft".


So kommt er auf die Erde. Aber nicht zuerst zu Königen, Stars und Präsidenten. Nicht zuerst zu Bischöfen und uns Pfarrern, auch nicht zu den Frommen. Zuerst kommt Gott in dem Jesuskind zu denen, die ganz unten sind, am Rand der Gesellschaft, zu Hirten, die damals nichts galten. Ihnen erscheint der Engel und sagt: "Füchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch große Freude. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr." 


Und was ist mit den anderen, mit den Bürgern in ihren festen Häusern in Bethlehem? Was ist mit allen anderen und mit dir und mit mir?  Gott sei Dank sagt der Engel auch: "Ich verkündige Freude, die allem Volk widerfahren wird". Allen, den Armen zuerst, aber auch den Reichen. Den Machtlosen zuerst, aber auch den Mächtigen. Den Kranken zuerst, aber auch den Gesunden. Den Unglücklichen zuerst, aber auch den Unbeschwerten. Den Sündern zuerst, aber auch den Frommen. 

Sie alle sollen mit dem Kind in der Krippe Freude erfahren. Auch die, die nicht mehr glauben, hoffen und lieben können. Doch zuerst kommt Gott zu denen ganz unten, um allen zu zeigen: Gerade sie sind meine Kinder. Doch ihr anderen gehört auch dazu.


Im Licht des Sterns über Bethlehem werden wir, was wir in Gottes Augen längst sind: seine Kinder. Und das, liebe Freunde, wollen wir auch allen anderen zugestehen. Denn wer bereit ist, auch im anderen ein Kind Gottes zu sehen, ist selbst eins.


So lässt mich die Weihnachtsgeschichte Gott und die Welt und auch dich und mich in einem neuen Licht sehen, im Licht seiner Liebe. Denn der Stern von Bethlehem steht auch über unserem Leben. 

Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam dem Stern folgen. Wer weiß, vielleicht finden wir dann nicht nur den Stall, sondern den, der uns gefunden hat: Jesus, den guten Hirten, der gekommen ist, uns zu suchen und zu finden, damit keiner verloren sei.


Und noch eine letzte Frage: Was ist eigentlich mit der Krippe? Was bedeutet sie?


[HL: tritt vor die große Holzkrippe (mit Kerze) und spricht den ersten Vers:]


Ich steh an deiner Krippen hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir’s wohlgefallen.


Alle singen noch einmal Vers 1:


Ich steh an deiner Krippen hier ...

Mitarbeiter/in 1: Ja, Jesus, ich gehöre dir. Nimm mich an so wie ich bin mit meinen guten und schwierigen Seiten, mit meinen Glauben und meinen Sorgen.


Alle singen Vers 2:


Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.


Mitarbeiter/in 2: Und du, Jesus, willst mir gehören. Du bist damals in Bethlehem auch zu mir auf die Welt gekommen. Und heute liegst du für mich in der Krippe und zeigst mir Gottes Liebe.


Alle singen Vers 3:


Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen.


Mitarbeiter/in 3: Was wäre ich ohne dich? In meinen schweren Zeiten warst du meine Kraft. In meinen dunklen Stunden warst du meine Sonne. Du hast mich wieder froh gemacht und in mir den Glauben geweckt. Du bist auch morgen für mich da.


Alle singen Vers 4:


Eins aber, hoff ich, wirst du mir,

mein Heiland, nicht versagen,

dass ich dich möge für und für

in meinem Herzen tragen.

So lass mich doch dein Kripplein sein;

komm, komm und lege bei mir ein

dich und all deine Freuden.


Mitarbeiter/in 4: Komm, Herr, zu mir. Komm jetzt und bleibe  bei mir, was auch  geschieht. Wohne in mir mit deiner Freude und schenke mir und der Welt deinen Frieden.


HL: Also, liebe Freunde, möge der Stern von Bethlehem mit dir in das neue Jahr wandern und dich immer wieder an seine Botschaft erinnern. Und vielleicht behältst du nach dieser Zeit einen Stern vom Weihnachtsschmuck in deiner Wohnung und hängst ihn über dein Bett. Dann kann er dir, sooft du ihn siehst, sagen:„Gott ist da, in Jesus. Er hilft dir und tröstet dich.”


GW zu HL: „Und du, ja du, und ihr alle seid seine Krippe.”


HL: So sei es. Amen

.....

10 Kommentare:

  1. Herzlichen Dank für diese Predigt lieber Herr Löhr. 🙏
    Einen gesegneten Sonntag wünsche ich ALLEN

    AntwortenLöschen
  2. Lieber Herr Löhr vielen Dank für die Predigt wie gut das unser Gott alles in der Hand hält darauf will ich vertrauen auch wenn es so scheint das alles immer schlimmer wird unser Gott ist größer ihnen und ihrer Familie und allen Lesern Gottes reichen Segen herzliche Grüße Angelika

    AntwortenLöschen
  3. Völkerrecht wurde auch von Deutschland und der NATO gebrochen beim Eingriff in den Jugoslawienkrieg ! In der Ukraine werden seit 2014 ungarnstämmige und vor allem russischstämmige Bevölkerungsteile stark benachteiligt und von letzteren mind. 14000 Zivilisten ermordet - deshalb das Eingreifen Putin's. Dieser Überfall widerspricht freilich dem Völkerrecht, aber was ist mit den vielen Toten zuvor? Maduro ist ein Verbrecher, der sich an die Macht betrogen hat und das ehemals reiche Land in die Verarmung geführt hat (Sozialismus!) und andere Länder mit Drogen überschwemmt. Der rechtmäßig gewählte Präsident hatte keine Chance gegen das Drogenkartell und deshalb hilft das Völkerrecht auch hier nicht weiter. Es ist immer wichtig die Zusammenhänge zu sehen.

    AntwortenLöschen
  4. Vielen Dank für die segensreiche Predigt lieber Hans Löhr :-)
    Ich freue mich mit Dir und allen anderen (also Lesern hier und Menschen um mich herum die man anstecken kann...)
    ...dem Stern von Bethlehem weiter zu folgen.
    ...die Krippe und Jesus zu finden
    ...um meinen Geist und meine Seele ihm zuschenken und mich aufrichten zu lassen in seinem Sinne und für seine gute Botschaft
    Bleibt behütet!

    AntwortenLöschen
  5. Der prominente Medienrechtsanwalt Steinhöfel:
    "Die völkerrechtliche Legitimation des Zugriffs am 3. Januar 2026 stützt sich auf drei zentrale Säulen:
    Erstens entfällt Maduros völkerrechtliche Immunität, da er nach den manipulierten Wahlen 2024 international als „Usurper“ (Machtanmaßer) und nicht als rechtmäßiger Präsident gilt; ohne legales Mandat erlischt der Schutz des Amtes.
    Zweitens wird das Regime als „Criminal Enterprise“ eingestuft. Da Maduro den Staatsapparat für Drogenterrorismus (Cartel de los Soles) missbrauchte, wird er – analog zum Fall Noriega – als Kopf einer kriminellen Organisation und nicht als politischer Akteur behandelt.
    Drittens rechtfertigen systematische Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Jus-Cogens-Verstöße) sowie die Bedrohung der US-Sicherheit durch massiven Kokainschmuggel den Einsatz als notwendige Schutzverantwortung (Responsibility to Protect). Die Vollstreckung der Haftbefehle steht hierbei über der souveränen Unantastbarkeit eines illegitimen Machthabers."

    AntwortenLöschen
  6. Jetzt mal ehrlich: Was haben eigentlich alle immer mit dem Völkerrecht? Ständig höre ich: „Das Völkerrecht muss eingehalten werden.“ Aber was soll das überhaupt sein, dieses Völkerrecht? Ich fürchte, die Mehrheit hat keine Ahnung, wovon sie redet.
    Das Völkerrecht gibt es nicht, jedenfalls nicht in der Form, wie die meisten Leute glauben. Es gibt keine universelle Rechtsordnung der Völker, kein Strafgesetzbuch, kein Gesetz, das für alle Nationen und Menschen auf der Welt gilt. Alles, was als Völkerrecht bezeichnet wird, sind Verträge zwischen Staaten, historische Gepflogenheiten und politische Vereinbarungen, aus denen man mehr oder weniger willkürlich ableitet, was „akzeptabel“ ist und was nicht.

    AntwortenLöschen
  7. Lieber Herr Löhr, gerade hab ich Ihre Predigigt gelesen. Hab zuviel Wein getrunken wegen all der Sorgen. Sah jetzt einfach danke. Ich hoffe dass Jesus der in der krippe mich liebt und versteht. Danke Herr Löhr. Sie s7.s lieb. Danke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jesus liebt Dich und versteht dich!
      Ich bete für Dich dass es Dir bald besser geht und dass du Jesu Anwesenheit spüren und erfahren kannst. Sei gesegnet!

      Löschen
  8. Habe Predigt heute noch einmal gelesenen. Nochmals Danke Herr Löhr. Und danke an jene Person von heute ( 6.45 ) die für mich gebetet hat. Sehr lieb. Tut gut.

    AntwortenLöschen
  9. Ihre Worte sind heute wieder tröstend und ermutigend. Ich bitte immer wieder um Gottes Hilfe und hoffe jeden Tag auf seine Gnade und Güte. Möge er doch seine Hand über meinen schwer kranken Mann halten und ihn gesund werden lassen. Einen behüteten und segensreichen Tag allen.

    AntwortenLöschen