Donnerstag, 19. Februar 2026

Geduld mit Gott hl

Lehrtext: Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, 6damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. (Römer 15,5-6)

Liebe Leserin, lieber Leser,

vom „Gott der Geduld” schreibt der Apostel Paulus. Ja, das gehört zu meinem Glauben, dass ich auf seine Geduld vertrauen kann. Es gibt Zeiten, da dauert es einfach, bis ich wieder zu meinem Glauben und zu ihm zurückfinde. Da muss ich erst andere, meist problematische Erfahrungen verarbeiten, bis mein Herz wieder frei ist für ihn.

Aber nun frage ich mich und dich: haben wir denn auch Geduld mit Gott? 

Manchmal dauert es schon ziemlich lang, bis ich wieder synchron mit ihm bin. Bis ich ihm nicht mehr hinterher laufe, weil ich mich von anderen Dingen habe ablenken lassen. Aber ich sollte auch nicht vorpreschen und mich dann wundern, dass ich plötzlich allein auf weiter Flur bin.

Zum Glauben gehört offenbar, dass ich auf Gottes Zeit achte. Doch dazu brauche ich Geduld und viele andere ebenfalls.

Vielleicht haben manche ihn auch deshalb aus den Augen verloren, weil sie vorschnell geurteilt und eigenmächtig gehandelt haben, ohne zu warten, ob und wann es an der Zeit ist.

Ich nenne das mal das Petrus-Problem. Dieser hatte bei der Gefangennahme Jesu gleich das Schwert gezückt und einem der Kriegsknechte ein Ohr abgehauen. Da fuhr ihm Jesus mit diesem denkwürdigen und bis heute gültigen Satz in die Parade: „Stecke dein Schwert in die Scheide, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen." (Johannes 18,10-11a und Matthäus 26,52)

Ach wenn nur immer gleich in Erfüllung ginge, worum ich bitte und bete. Manchmal muss ich schon arg lange warten. Und manchmal kommt es ganz anders, als ich mir gedacht hatte.

Ja, „Gottes Mühlen mahlen langsam”, sagt das Sprichwort - aber, so möchte ich hinzufügen: sie mahlen. Ich darf nur nicht die Geduld verlieren.

In einem alten Adventslied heißt es dazu:

Ihr dürft euch nicht bemühen
noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen
mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen,
ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen,
die ihm an euch bewusst. 
(1)

Gebet: Mein Schöpfer, du bist Herr über Zeit und Ewigkeit. „Ich hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen.” (2) Du weißt, wie du's aufs Beste mit mir machen willst (3). Amen

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein 

Hans Löhr 

(1) Paul Gerhardt, Lied: Wie soll ich dich empfangen, Vers 7
(2) Psalm 31,15+16
(3) Martin Luther


6 Kommentare:

  1. Herzlichen Dank für die Auslegung und das Gebet .
    Ich wünsche Ihnen lieber Herr Löhr, Ihren Lieben und all Ihren Lesern eine erfüllte Passionszeit und Gottes Segen

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  2. Lieber Herr Löhr vielen Dank für Ihre Auslegung und das Gebet ja Geduld die brauche ich dringend auf Gottes Antwort warten meine Gebete um Erweckung in meiner Familie scheinen von Gott nicht erhört zu werden im Gegenteil manche von meinen Lieben tristen immer weiter weg von Gott da ist meine Geduld sehr von nöten weiter beten auch wenn es umsonst scheint denn eine andere Möglichkeit gibt es für mich nicht ihnen und ihrer Familie und allen Lesern wünsche ich Gottes reichen Segen herzliche Grüße Angelika

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  3. Herzlichen Dank für die tröstenden Worte heute. Geduld ist leider auch nicht so meine Stärke, aber ich hoffe weiter auf die Hilfe unseres Gottes. Er wird nach seinem Ratschluss eingreifen. Einen segensreichen und behüteten Tag allen!

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  4. Geduld mit Gott, ich würde es so formulieren, Geduld mit mir selber und Geduld vor Gott, nicht sorgen Tag und Nacht, einfach da sein, die Stille hören und aushalten, nichts verlangen, einfach ehrlich sein, zu mir, zu anderen, wenn ich das schaffe, ein Meilenstein, ich kann daran arbeiten, schau ma mal, Elisabeth

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  5. Hans Löhr19.02.26, 11:19

    Geduld mit mir selber – Ja, dieser Gedanke kommt in meinen Text zu kurz. Danke für den Hinweis. Vielleicht hat ja beides miteinander zu tun, und das eine geht aus dem anderen hervor: Wenn ich mit mir selbst mehr Geduld habe, habe ich auch mehr Geduld mit ihm und umgekehrt.

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    1. Hier noch einmal mein Kommentar in korrekter Rechtschreibung und mit einer Ergänzung:

      Geduld mit mir selbst – ja, dieser Gedanke kommt in meinem Text zu kurz. Danke für den Hinweis. Vielleicht hat ja beides miteinander zu tun, und das eine geht aus dem anderen hervor: Wenn ich mit mir selbst mehr Geduld habe, habe ich auch mehr Geduld mit ihm – und umgekehrt.
      Und was ist mit der Geduld VOR Gott? Stimmt, darauf läuft beides hinaus.

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