Montag, 12. Oktober 2020

Meine Freudensonne hl

Losung: Du bist ja der Herr! Ich weiß von keinem Gut außer dir. Psalm 16,2 

Lehrtext: Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Johannes 17,3 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

nachstehende Liedverse hat Georg Weissel im Dreißigjährigen Krieg gedichtet. Hatte er da nicht andere Sorgen? Auf jeden Fall war es eine äußerst schwere Zeit. Die Söldner auf beiden Seiten der Kriegsparteien lebten von einem Tag zum nächsten. Hauptsache, man bekam seinen Sold und konnte immer wieder plündern. Ob man da als Protestant im katholischen Heer diente oder als Katholik im evangelischen, war vielen egal. Die meisten verstanden sowieso nicht, worum es eigentlich ging. 

     Und in der Tat war das Gemenge von Religion, politischer Macht und wirtschaftlichen Interessen nur schwer zu durchschauen. Also lebten viele nach dem Motto: „Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“ (Jesaja 22,13) Viele hatten jeden Glauben verloren. Zu äußeren Not kam noch die innere, kam eine große Leere der Seele: ein Leben ohne Zuversicht und Trost, ohne Orientierung und Halt. 

     Dagegen stemmte sich Georg Weissel. Er wurde evangelischer Pfarrer aus Überzeugung und versuchte mit seinen Liedern und Predigten den Menschen wieder Sinn und Gottvertrauen zu geben. Und so dichtete er bei seiner Amtseinführung 1623 in Königsberg, Ostpreußen (klick):

Such, wer da will, ein ander Ziel,
die Seligkeit zu finden;
mein Herz allein bedacht soll sein,
auf Christus sich zu gründen.
Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar,
sein heilger Mund hat Kraft und Grund,
all Feind zu überwinden.

Such, wer da will, Nothelfer viel,
die uns doch nichts erworben;
hier ist der Mann, der helfen kann,
bei dem nie was verdorben.
Uns wird das Heil durch ihn zuteil,
uns macht gerecht der treue Knecht,
der für uns ist gestorben.

Meins Herzens Kron, mein Freudensonn
sollst du, Herr Jesu, bleiben;
lass mich doch nicht von deinem Licht
durch Eitelkeit vertreiben;
bleib du mein Preis, dein Wort mich speis,
bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr,
an dich stets fest zu glauben.

Das ist ja das große Elend, dass die Seele eines Menschen sowohl in Zeiten der Not wie bei Georg Weissel als auch in Zeiten des Überflusses wie bei uns leidet. In solchen Zeiten braucht es Leuchtfeuer des Glaubens, damit man sich wieder orientieren kann, damit man wieder weiß, worum es im Leben und Sterben geht. Damit man den Glauben, die Liebe und die Hoffnung nicht vergisst.

Und Weissel wusste, dass Gott kein x-beliebiges, höheres Wesen ist, sondern der Gott der Bibel, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Der Vater Jesu Christi. Davon sprechen Losung und Lehrtext heute genauso wie seine Liedverse. Sein Lied war und ist so ein Leuchtfeuer. Seine Konzentration auf Jesus Christus hat auch mir geholfen, mich dem Mann aus Nazareth zu öffnen, in dem mir der allmächtige und barmherzige Gott begegnet.

Weissel dichtete noch andere Lieder, sein bekanntestes ist das Adventslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Er starb 1635 mit 45 Jahren noch während des Dreißigjährigen Krieges in Königsberg. 

Gebet:

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr. Amen 

(Lied „Macht hoch die Tür“, EG Nr. 1, Vers 5) 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr.

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Kommentare:

  1. Danke für Ihre Mut-Mach-Worte.
    Gott segne uns auch in diesen Tagen.
    Elisabeth

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  2. Herzlichen Glückwunsch. Möge Sie und Ihre Arbeit auch weiterhin von Gott gesegnet sein und somit ein Segen für noch viele Menschen sein. Ich bin dankbar diesen Blog gefunden zu habe und somit gleichzeitig meinen Gott als liebenden barmherzigen Vater zu verstehen und nicht als richtender Herrscher dem ich sowieso nie brav genug erscheinen kann. Durch diese Sichtweise kann ich fröhlich meinen Alltag verleben und diese mir geschenkte Vergebung an andere Menschen weitergeben.
    Danke. Jacqueline.

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