Mittwoch, 21. Januar 2026

Die Trotzkraft des Glaubens hl

Wochenspruch aus Johannes 1,16:

Aus seinem göttlichen Reichtum hat er uns immer wieder mit seiner grenzenlosen Liebe beschenkt. (Übersetzung: Hoffnung für alle)


Liebe Leserin, lieber Leser,  


kannst du das ebenfalls sagen: Ich bin mit Gottes grenzenloser Liebe beschenkt? Auch wenn es dir nicht gut geht?


Jedenfalls ist es das, was Jesus von Gott gesagt hat: 

Die Macht und Kraft, die alles geschaffen hat und erhält, ist nicht fremd und undurchschaubar. Vor ihr muss sich niemand fürchten, denn jeder ist  grenzenlos geliebt.

Für dieses Evangelium, für diese gute Nachricht hat Jesus gelebt. Für sie ist er gestorben. Seitdem ist Gott nicht mehr verborgen. In seinem Sohn hat er sich gezeigt, wie er von uns Menschen gesehen und geglaubt werden will.


Ich prüfe den Wochenspruch aus dem Johannesevangelium anhand meiner Erfahrung und meines Glaubens: 

Ja, ich kann das auch so sagen, wenn es mir gut geht und ich mich als einen Menschen erlebe, der von Gott gesegnet ist.

Aber was ist, wenn ich nicht gut drauf bin? Wenn ich leide? Wenn ich mich sorge ...?

Dann, ja dann kann ich diesen Satz nicht mehr so einfach sagen. Dann brauche ich eine Kraft, die mir hilft, den Satz von Gottes „grenzenloser Liebe” trotzdem sagen zu können gegen den Augenschein und gegen mein Befinden. Dann brauche ich die Trotzkraft des Glaubens


Martin Luther drückt das so aus: 

Ich setze mein Vertrauen in keinen Menschen auf Erden, auch nicht in mich selbst.

Ich wage und setze mein Vertrauen allein in den unsichtbaren, unbegreiflichen, einzigen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat.

Ich glaube nichtsdestoweniger (trotzdem) an Gott, ob ich auch von allen Menschen verlassen oder verfolgt wäre.

Ich vertraue beständig auf ihn, wie lange er auch auf sich warten lässt.

Denn er weiß, wie er's mit mir aufs Beste machen soll.« 

(Auszug aus Weimarer Ausgabe Band 6)


Unglaublich! Das muss man ersteinmal sagen, so muss man ersteinmal vertrauen können. Luther hat, soweit ich weiß, das auch nicht immer gekonnt. Er musste immer wieder um einen solchen Glauben ringen. 

Er hielt sich dabei an die Worte aus Psalm 73, an die auch ich in meinen schweren Stunden denke:


„Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du, Herr, hältst mich bei meiner rechten Hand. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.” 


Dennoch - ja, darauf kommt es an. Warum soll ich das sagen? Warum das glauben? Ich denke, es ist jene „Trotzkraft des Glaubens”, die sich dann in mir rührt. Die verhindert, dass ich resigniere und aufgebe. Sie ist aus meiner Sicht „Gottes Hand, die mich hält”. So habe ich es immer wieder erlebt. Sie ist die Gnade, mit der er beschenkt. Gnade, also nichts was ich aus eigener Kraft machen kann. Vielleicht merke ich das nicht einmal. Vielleicht geht es dir ähnlich. Aber diese Trotzkraft lässt mich wieder aufstehen und weitermachen und, wenn mir das bewusst wird, Gott danken.


Gebet: Herr, Ich gehöre doch dir. Du bleibst mein Vater, was auch geschieht. Du wirst, du kannst mich nicht vergessen und verlassen, auch wenn ich das so empfinde. Du wirst, du kannst deine Liebe nicht verraten. Ich vertraue dir, trotzalledem. Amen


Herzliche Grüße und eine gesegnete neue Woche,


Ihr / dein

Hans Löhr 

2 Kommentare:

  1. Danke für ihre ermutigenden Worte.

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  2. Auch ich danke lieber Herr Löhr und fühle mich beschenkt . Von Ihnen und ganz reich beschenkt von Gott .

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