Montag, 12. Juni 2023

Heilsame Aussprache hl

Losung: Sieh an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden! Psalm 25,18 

LehrtextIch sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. Lukas 15,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

was der wohl erlebt hat, der diese Worte aus dem Psalm 25 gebetet hat, aus dem unsere heutige Losung kommt? »HERR, wende dich mir zu und hab Erbarmen; ich bin so verlassen und hilflos. Die Angst presst mir das Herz zusammen. Mach mich frei, nimm den Druck von mir! Sieh doch meinen Jammer an und meine Not! Vergib mir meine ganze Schuld! Beschütze mein Leben und rette mich! Bei dir suche ich Zuflucht.« (Psalm 25 Auszug)

Und du, hast du schon mal sowas erlebt, dass du so ähnlich gebetet hast? Ich denke, fast jeder macht wohl Zeiten durch, in denen es ihm so richtig schlecht geht. Aber nicht jeder weiß, an wen er sich dann wenden, wem er sich anvertrauen kann. Gut, wenn man jemand kennt, der verständnisvoll ist. Aber dieser Mensch ist  auch nicht immer da. Und wer weiß schon, ob er wirklich Verständnis und echtes Mitgefühl hat. Gott aber hat immer ein offenes Ohr für dich, auch mitten in der Nacht, auch im Krankenhaus. Und das glaube ich, dass er weiß, wie es dir geht und sich dir zuwendet, ob du ihn nun darum bittest oder nicht.

Weniger Druck

Falls dir zurzeit Angst das Herz zusammenpresst und Druck auf dir lastet, falls du dich verlassen und hilflos fühlst, aus welchem Grund auch immer, sage es ihm. Er wird das nicht wegzaubern. Aber es wird dir danach besser gehen, weil du dir mit dem Gebet selbst gezeigt hast, dass du nicht allein bist. Und falls du einen Menschen hast, dem du dich anvertrauen kannst, dann sage oder schreibe auch ihm, wie dir zumute ist. Wenn nur erst einmal der ganze Jammer und die Not ausgesprochen sind, lässt auch der Druck nach und du wirst ruhiger.
Es ist nicht gut, alles mit sich allein ausmachen zu wollen. Es ist nicht gut, alles runterzuschlucken, alle Sorgen, alle Ängste, alle Enttäuschung. All das Negative muss mal raus, muss aus-gesprochen werden, damit es dir wieder leichter wird. Dazu ist die kostenlose, anonyme Telefonseelsorge da: 0800 111 0 111. Dazu sind Freunde oder Angehörige da. Dazu sind die Beratungsstellen der Diakonie und der Caritas da. Dazu ist Gott da - und dein Gebet.

Gebet: Herr, ich sage dir alles, was ich auf dem Herzen habe, weil ich glaube, dass du mich hörst, weil ich vertraue, dass du mich verstehst, weil ich hoffe, dass du mir vergibst. Du hilfst mir auch durch andere, die mir zuhören und es gut mit mir meinen. Aber vor allem hilfst du mir, dass du zu jeder Zeit und an jedem Ort für mich da bist und ein offenes Ohr für mich hast. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Sonntag, 11. Juni 2023

Hose, Welt und Sorgenkind (Predigt) hl

Predigt am 1. Sonntag nach Trinitatis 2023 in Thann

Losung: Kehrt um zum HERRN, von welchem ihr so sehr abgewichen seid! Jesaja 31,6 

Lehrtext: Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen. 1.Timotheus 1,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Losungswort für den heutigen Sonntag steht beim Propheten Jesaja im Kapitel 31 Vers 6: »Kehrt um zum HERRN, von welchem ihr so sehr abgewichen seid!« Das klingt erst mal nicht sehr tröstlich. Das klingt nach Druck, nach Straf- und Bußpredigt.

Als ich noch Vikar in der Nähe von Nürnberg war, sah ich zwei von solchen Bußpredigern vor der Lorenzkirche auf ihren Obstkisten stehen und hörte, wie sie den Passanten mit schrillen Tönen die Hölle heiß machen wollten. Damals sind nur ein paar wenige stehengeblieben, die sich über sie lustig gemacht haben. Die beiden hatten einst Theologie studiert, dann das Studium abgebrochen und meinten, auf eigene Faust die Welt und die Menschen vor der Hölle retten zu sollen. Mir war ihr Fanatismus und ihr schwarzes Gottesbild zuwider. Der Prophet Jesaja, von dem die heutige Losung stammt, hat ein anderes. Er sagt vor diesem Wort von Gott: »Der HERR wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird beschirmen und erretten, schonen und befreien.« (Jesaja 31,5) Zu ihm sollten die Israeliten umkehren, zu ihrem Beschützer und Retter und nicht zu einem Richter und Bestrafer. Doch auch das hat nicht funktioniert. Sie haben so weitergelebt wie zuvor. 

Da ist etwas noch nie Dagewesenes geschehen: Gott hat sich in Jesus selbst den Sündern zugewandt, ist zu ihnen „umgekehrt“ im Kind in der Krippe und im Mann am Kreuz. Und warum zu den Sündern? Weil er auf der ganzen Erde nur solche gefunden hat und keine Heiligen und Gerechten. Und weil es auch jetzt in Kirche und Welt und somit auch unter uns nur Sünder gibt. Sünder, ein schwieriges Wort. Wer ist das? Ich zum Beispiel. Ich bin nicht perfekt. Ich habe in meinem Leben auch falsche Entscheidungen getroffen. Habe eigene Pläne verfolgt und mich nicht an Gott orientiert. Ich habe, wie ich es zu Beginn des Gottesdienstes gesagt habe, die Liebe, die er mir schenkt, oft nicht erwidert und an andere weitergegeben. Ja, ich bin ein Mensch mit Fehlern und Versäumnissen. Und das werde ich auch bleiben.

Der jüdische Schneider

Worauf das hinausläuft, will ich euch mit einer kleinen, humorvollen Geschichte verdeutlichen: Ein Mann geht zu einem jüdischen Schneider, um eine neue Hose zu bestellen. Der Schneider nimmt genau Maß, zeigt ihm die besten Stoffe und sagt: „No, in ner Woch wird se wohl fertig seiin die Hos.“ Der Mann ist zufrieden und geht. Eine Woche später betritt er wieder das Schneidergeschäft. Aber die Hose ist noch nicht fertig. Der Schneider sagt: „No, kommst eb'n in ner Woch noch emol.“ Doch auch da ist die Hose noch nicht fertig, und der Schneider vertröstet ihn eine weitere Woche. Dann ist es endlich soweit. Da sagt der Kunde zum Schneider: „Also hör mal, Gott hat die Welt in sechs Tagen geschaffen und du brauchst für eine Hose drei Wochen!“ Der Schneider antwortet ungerührt: „Schau dir de Hos an. Is se nit scheen wordn? Koin Fehler, a wunderscheene, perfekte Hos. Und itzt schau emol de Welt an.“

Tja, liebe Freunde, der jüdische Schneider hat recht, zweifellos. Die Welt, vor allem unsere Menschenwelt, ist nicht perfekt und schon gar nicht vollkommen, und ich bin's auch nicht. Wie ist das bei dir? Kennst du deine Fehler und dein Versagen? Kannst du auch vor anderen dazu stehen? Gott kennt sie alle, ganz genau. Ich spreche jetzt von mir. Er weiß, was bei mir schiefgelaufen ist und was im Argen liegt. Er kennt meine Schwächen und meine Probleme. Und nun? Muss ich jetzt vor ihm zittern? Nein. Ich habe keine Angst vor ihm aus dem einzigen Grund, weil ich sein Sorgenkind bin und weil er seine Sorgenkinder noch mehr liebt als wir Menschen das tun. Der verlorene Sohn zum Beispiel, von dem Jesus erzählt, war das Sorgenkind seines barmherzigen Vaters und wurde von ihm trotz allen Versagens nach wie vor bedingungslos geliebt. Und genau deshalb erzählt Jesus diese Geschichte, damit wir erfahren, wie Gott zu uns steht. Darum heißt es auch im heutigen Lehrtext: »Jesus ist von Gott in die Welt gekommen, nicht um die Sünder, nicht um die Gescheiterten, Verbitterten zu verurteilen und zu bestrafen, sondern um dich und mich selig zu machen«.

 „Selig machen“, wieder so ein schwieriges Wort. Dabei ist es ganz einfach. „Selig machen“ ist das, was jener Vater mit seinem verlorenen Sohn macht, der abgerissen, pleite, schuldbewusst zu ihm kommt. Er schließt ihn in seine Arme und drückt ihn an sich. Genau das und nichts anderes macht Gott mit mir und mit dir. So macht er uns selig, so macht er uns glücklich, so rettet er uns aus unserem Versagen. Um das zu sagen, um das zu tun, ist Jesus „in die Welt gekommen, um die Sünder selig zu machen“ (Lehrtext) - und die Sünderinnen auch.

Um diesen Gott geht es, um den, den uns Jesus nahe bringt und um keinen anderen. Immer wieder friert meine Seele in dieser Welt, bin ich unsicher, mache mir Sorgen um mich und andere, frage mich bang,  was wohl aus den gegenwärtigen Krisen und Katastrophen wird, aus dem Ukrainekrieg, aus der Energiekrise, aus der Erderwärmung und so weiter. Und dann fühle ich mich ohnmächtig und hilflos. 

Jener Vater in Jesu Gleichnis hat seinen verlorenen Sohn in die Arme genommen und an sich gedrückt. So sehe auch ich Gott. Er breitet die Arme aus, damit ich ganz bei ihm sein kann. "Er umgibt mich von allen Seiten" wie ein großer Mantel, der meine frierende Seele wärmt. So lese ich den Psalm 139. Da kann ich loslassen, was mich belastet, verbittert und schmerzt. Da muss ich nicht mehr auf andere schimpfen, sie beschuldigen noch gar sie verteufeln. Da finde ich inneren Frieden bei ihm.

Jesus ist in die Welt gekommen, nicht um sie zu verändern, sondern um die Sünder selig zu machen: dich und mich und deinen Nachbarn und deine Nachbarin in der Kirchenbank und Zuhause. Doch auch zu den anderen ist er gekommen, zu denen in unserer kleinen Welt und in der großen Welt der Politik, die wir nicht leiden können. Sie alle und uns alle will er entlasten, ermutigen, trösten. Und warum? Weil wir alle ihn brauchen.

Die Welt ist schön

"Schau dir die Welt an", sagt der Schneider. Doch nicht die Welt ist schlecht oder schlecht gemacht. Sie ist wie sie ist. Eine andere haben wir nicht. So sollen und können wir sie nehmen. Aber die Welt der Menschen ist das Problem, wir selbst sind es im Kleinen wie im Großen. Wir können die Welt immer böser machen durch unsere eigene Bosheit, immer kälter durch unsere eigene Kälte, immer bitterer durch unsere eigene Bitterkeit. Oder wir können sie ein klein wenig freundlicher und friedlicher machen durch unsere eigene Freundlichkeit und Güte. Denn was da in unserer kleinen Welt geschieht, wirkt sich auch auf die Dorfgemeinschaft aus, trägt zur Stimmung bei in unserem Land, ist ein Gewicht auf der Waage des Friedens.

Gestern bin ich mit dem Motorrad auf kleinen Straßen durchs bayerische Schwaben gefahren. Da habe ich wieder einmal in meinen Helm gesagt: „Herr, ich liebe deine Welt. Sie ist so schön.“ Ja, sie ist nicht perfekt. Doch gerade darum liebe ich sie. Denn was perfekt ist, kann man nur bewundern, aber nicht lieben. Es sind gerade die Fehler und Unvollkommenheiten, die die Menschen und unsere Welt liebenswert machen. Darum will ich es lernen, mit den Unzulänglichkeiten zu leben, mit ihren und den eigenen. Amen

Herzlich grüßt und einen gesegneten Sonntag wünscht

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Samstag, 10. Juni 2023

Reiche Bettler hl

Losung: Ich will die Müden erquicken und die Verschmachtenden sättigen. Jeremia 31,25

Lehrtext: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Matthäus 5,3


Liebe Leserin, lieber Leser,


ich habe über den Lehrtext seit langem nachgedacht. Was mag das nur bedeuten: "geistlich arm"? Eines Tages habe ich für mich eine Antwort gefunden. Sie heißt: 


"Selig sind, die mit leeren Händen und einem leeren Herzen vor Gott stehen, 

die alles von ihm erwarten 

und ihm nicht mit eigener religiöser Betriebsamkeit ins Handwerk pfuschen. 

Die wissen, dass sie ihm nichts geben können, 

auch nicht ihr Leben, 

weil ihm sowieso alles gehört. 

Die darauf verzichten, 

aus sich eine religiöse Person zu machen 

und sich etwas auf ihre Religiosität einzubilden.

Die nicht meinen, 

bei Gott Fleißpunkte für ihre Frömmigkeit sammeln zu können 

und für ihre Vorstellung von Moral von ihm gelobt zu werden. 

Selig sind, die sich in jeder Hinsicht von ihm beschenken lassen 

mit Segen und Glauben, 

mit Trost und Freude, 

mit Kraft für ihre schweren Zeiten. 

Die wissen, was es heißt, Gott zu danken, zu ehren und ihm in allen Dingen zu vertrauen.

Die sind selig und gottesreich, reich an Gott, weil sie geistlich arm sind.


Gebet: Herr, "ich bin ein Bettler, das ist wahr" (Martin Luther).  Mit leeren Händen und einem leeren Herzen stehe ich vor dir. Doch ich muss dich nicht anbetteln, weil du mir gibst, was du für richtig hältst und was mir hilft. Amen 

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 9. Juni 2023

Gesegnet hl

Losung: Aber der HERR, dein Gott, wollte Bileam nicht hören und wandelte dir den Fluch in Segen um, weil dich der HERR, dein Gott, lieb hatte. 5.Mose 23,6 

Lehrtext: Erachtet die Geduld unseres Herrn für eure Rettung. 2.Petrus 3,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Bibel, vor allem das Alte Testament, enthält wunderbare Geschichten, so auch das Märchen von Bileam und seinem sprechenden Esel. Aus ihm stammt das heutige Losungswort (4. Mose Kapitel 22-24). Bileam, der Zauberer, wurde von Balak, dem Moabiterkönig, gegen Geld engagiert, die Israeliten zu verfluchen. Sie waren dabei, durch sein Königreich zu ziehen, was Balak als Bedrohung empfand.

Doch immer wenn Bileam sie verfluchen wollte, kamen aus seinem Mund Segensworte, sodass Balak verzweifelte. Kurz und gut: Wen Gott liebt, den segnet er auch. Wen Gott segnet, den kann ein anderer nicht verfluchen.

Es mag schon sein, dass ein Mensch den Eindruck hat, verflucht zu sein, wenn ein Unglück nach dem anderen über ihn hereinbricht. Doch ich glaube das nicht. Wenn Gott seinen Mund auftut, dann nicht um zu verfluchen, sondern um zu segnen. Und wer eine schwere Zeit durchmacht, ist deshalb noch lange nicht verflucht. Man lese nur die Leidensgeschichte von Jesus. Er war und blieb mit Gottes Geist gesegnet. Er war und blieb sein „geliebter Sohn“.

Manchmal stellt sich im Nachhinein auch eine schwere Zeit als Segen heraus, als eine Zeit des Reifens und der Kraft, aus der der Mensch verwandelt hervorgeht, demütiger, verständnisvoller für andere, hilfsbereiter, dankbarer und mit einem gestärkten Gottvertrauen.

Gebet: Herr, wenn ich auf mein Leben blicke, sehe ich viel Segen. Ich sehe, wie du mich als Kind aus schweren Krankheiten gerettet hast. Ich sehe, dass ich aus meinen Niederlagen gestärkt hervorgegangen bin und dass mein Scheitern mich nicht entmutigt hat. Ich sehe Eltern, die mich geliebt haben, Freunde die mich seit vielen Jahren begleiten. Ich sehe meine Familie und die Familien meiner Kinder. Ich sehe Menschen, die mich mögen und all das, was mir Freude macht. Und ich sehe meinen Glauben. Das alles sind für mich Zeichen deiner Liebe. Dafür danke ich dir. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 8. Juni 2023

Gefährlich schief hl

Losung: Boas sprach zu Rut: Du bist gekommen zu dem HERRN, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest. Rut 2,12 

Lehrtext: Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Epheser 2,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kein Friede ohne Versöhnung, keine Friede ohne Kompromisse und Entgegenkommen. Kein Friede, ohne dass man auch mal nachgibt. Kein Friede, der ausgrenzt, der nur einer bestimmten Gruppe gilt. Kein Friede, der nur politisch verstanden wird und nicht in jedem einzelnen beginnt und wirkt. Kein Friede ohne Verzicht auf Gewalt. Kein Friede ohne Verzicht darauf, andere zu beschuldigen, zu verteufeln, zu provozieren. Kein Friede ohne die Interessen des Gegners zu berücksichtigen. Kein Friede ohne Mitleid mit den Opfern auf beiden Seiten, die nicht gefragt wurden, ob und wofür sie leiden und sterben wollen. Kein Friede ohne Christus, der die Mauer der Feindschaft zerbricht (Epheser 2,14)Kein Friede ohne Frieden mit sich selbst. Kein Friede ohne Frieden mit Gott.
Denn wenn statt Besonnenheit und Vernunft nur noch Waffen sprechen, wenn man den anderen in die Knie zwingen will, statt von Angesicht zu Angesicht mit ihm zu reden, wenn man ihm ständig droht, ihn in die Ecke drängt und ihn demütigt, - dann wird er zum Äußersten greifen und die Mittel einsetzen, die ihm noch geblieben sind.

Wem nützt das?

Auf die russische Regierung habe ich keinen Einfluss. Hoffentlich setzen sich dort gemäßigte Kräfte durch und beenden noch rechtzeitig die Kriegshandlungen. Ich kann nur das bewerten, was unser Land und die Nato-Staaten tun beziehungsweise unterlassen. Erst wurden vom Westen nur Helme in die Ukraine geliefert, dann Geschütze und Kampfdrohnen, danach Kampfpanzer, jetzt Kampfjets. Wir lassen uns in diesen Krieg immer weiter hineinziehen. Militärische Einheiten aus dem Nato-Staat Polen verüben Anschläge in Russland. Über unseren Köpfen findet in wenigen Tagen das größte Manöver der Luftstreitkräfte seit Gründung der Nato statt. Die Gaspipeline Nordstream 2 von Russland nach Deutschland wurde von Ukrainern und Polen mit Wissen der USA gesprengt (Washington Post u.a.). Der Kachowka-Staudamm im russisch besetzten Gebiet wurde zerstört. Tausende verlieren ihre Heimat und müssen vor den Fluten fliehen. Wem nützt das? Wer ist dafür verantwortlich? Die schiefe Ebene zum großen Knall wird schiefer.

Werden wir alle in den Abgrund der atomaren Vernichtung taumeln? Wofür? Für wessen Interessen müssen jetzt schon die Soldaten sterben und, wenn es so weitergeht, wir alle? Für die Interessen Putins und Selenskyjs? Für die Großmachtinteressen der USA und derer, die in Ost und West an der Macht sind und unbedingt bleiben wollen? Für die Profitinteressen der Rüstungsindustrie? Ja sind denn alle wahnsinnig geworden in Moskau und Kiew, in Washington und Berlin? Können oder wollen sie nicht die stetig wachsende Gefahr sehen, in der wir uns und unsere Kinder und Enkel sich befinden? Ob der Donbass oder die Krim russisch oder ukrainisch sind, rechtfertigt doch nicht die Gefahr, dass wir alle untergehen.

Nochmal: Kein Friede ohne Versöhnung, keine Friede ohne Kompromisse und Entgegenkommen. Kein Friede, ohne dass man auch mal nachgibt. Kein Friede, der ausgrenzt, der nur einer bestimmten Gruppe gilt. Kein Friede, der nur politisch verstanden wird und nicht in jedem einzelnen beginnt und wirkt. Kein Friede ohne Verzicht auf Gewalt. Kein Friede ohne Verzicht darauf, andere zu beschuldigen, zu verteufeln, zu provozieren und bestrafen zu wollen. Kein Friede ohne die Interessen des Gegners zu berücksichtigen. Kein Friede ohne Mitleid mit den Opfern auf beiden Seiten, die nicht gefragt wurden, ob und wofür sie leiden und sterben wollen. Kein Friede ohne Christus, der die Mauer der Feindschaft zerbricht (Epheser 2,14)Kein Friede ohne Frieden mit sich selbst. Kein Friede ohne Frieden mit Gott .

Wo sind die Besonnenen und Vernünftigen, die sich nicht nur empören und drohen, sondern nach Lösungen suchen? Wo sind die, die auf Jesus hören und seine Botschaft vom Frieden ohne Gewalt? Wo sind die, die einen kühlen Kopf bewahren, sich von irrationalen Ängsten nicht verrückt machen lassen und auf Gott vertrauen?

Gebet: Herr, du hast damals über Jerusalem geweint, weil die Mächtigen deines Volkes nicht sehen wollten, was dem Frieden dient. Sie haben ihre Schicksal selbst in die Hand genommen und sich auf ihre Waffen verlassen. Das war der Untergang. Bewahre uns, dass wir nicht schon wieder in unser Verderben rennen und alles aufs Spiel setzen, womit du uns segnest. Hilf uns, Herr, dass wir nicht länger den Götzen der militärischen Gewalt anbeten, sondern dir auf dem Weg des Friedens folgen. Wir suchen Zuflucht unter deinen Flügeln (Losung). Rette uns vor unserer Selbstgerechtigkeit. Rette uns vor dem Wahnsinn des Krieges. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 7. Juni 2023

Zukunftsträchtige Worte hl

Losung: Wandelt auf dem Weg, den euch der HERR, euer Gott, geboten hat, damit ihr leben könnt. 5.Mose 5,33 

Lehrtext: Was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. Römer 15,4 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in den Versen vor unserer Losung wird die Übergabe der Zehn Gebote von Gott an Mose und von Mose an sein Volk erzählt. Sie haben einen zentralen Platz im Glauben der Juden, der Christen und der Muslime. Doch auch in anderen Religionen und Kulturen spielen ähnliche Gebote eine große Rolle. Deshalb hoffte der katholische Theologieprofessor Hans Küng, dass mit seinem Projekt „Weltethos“ die Zehn Gebote zur verbindenden Norm aller Nationen auf dieser Erde werden könnten. So könnte ein allgemeiner Religionsfriede entstehen, der nach und nach auch zu einem allgemeinen, weltumspannenden, politischen Frieden führen würde. Schade, dass wir uns von diesem Projekt inzwischen wieder entfernen statt uns ihm anzunähern. Denn da stimme ich mit der heutigen Losung überein: Wo die Zehn Gebote oder ihnen ähnliche beachtet werden, haben Menschen eine Zukunft.

Entscheidend ist, dass man diese Gebote nicht als äußeren Zwang empfindet, sondern in ihnen die eigenen Interessen entdeckt nach der Weise: ‚Ich ehre Gott, weil ich ihm vertrauen kann‘. Ich stehle nicht, weil ich nicht will, dass ich bestohlen werde‘. ‚Ich rede nicht schlecht über andere, weil ich nicht will, dass über mich schlecht geredet wird‘ und so weiter. Ein Gebot oder Verbot aber, dessen Sinn und Nutzen nicht verstanden wird, ist sinnlos.

Gebet: Herr, dein Wort ist mein Leitstern. An ihm kann ich mich orientieren, mit ihm Entscheidungen treffen und prüfen, was meinem Leben und dem anderer dient. Erhalte mir dein Wort inmitten der vielen Wörter aus den Medien, die Tag für Tag auf mich einstürmen. Denn deinem Wort kann ich trauen. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 6. Juni 2023

Die Würde der Geschöpfe hl

Losung: Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen. Und der Mensch gab einem jeden seinen Namen. 1.Mose 2,19.20 

Lehrtext: Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen. Fürchtet euch nicht, ihr seid kostbarer als viele Sperlinge. Lukas 12,6p

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Sendung „Bares für Rares“ gehen die Angebote der Händler durch die Decke, wenn ein Kunstgegenstand von einem bekannten Künstler signiert ist. Der Name des Meisters macht sein Werk wertvoll. Doch auch der bedeutendste Meister hat noch nie etwas geschaffen, das lebt, nur einer, dem auch du dein Leben verdankst.

Aus solchen Überlegungen formulierte der berühmte Arzt, Theologe und Musiker Albert Schweitzer den Satz „Ehrfurcht vor dem Leben“ und sagte: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das auch leben will.“ Er bemühte sich, möglichst keinem Tier zu schaden geschweige denn, es zu töten. Für ihn waren Menschen wie Tiere einzigartige, kostbare Werke des einen großen Künstlers.

Magst du dich?

Und nun zu dir. Magst du dich? Kannst du dich wertschätzen, auch wenn bei dir nicht alles perfekt ist? Und wie steht es um dein Selbstwertgefühl? Hast du vielleicht anderen gegenüber Minderwertigkeitskomplexe? Oder behandelt man dich geringschätzig? Ich weiß wohl, wie wichtig es ist, dass andere uns schätzen und wie sehr es uns verletzt, wenn man geringgeschätzt wird.

Jesus hat den Satz aus dem Lehrtext vor allem den sogenannten „kleinen“ Leuten gesagt. Er hat ihnen damit ihre Würde zurückgegeben, die Würde, dass ein jeder Gottes Meisterstück ist, einzigartig und wertvoll, unvergessen und geliebt egal, was wir voreinander denken. Niemand ist minderwertig, den Gott geschaffen hat. Alles, was lebt, ist kostbar. Auch du. Achte auf dich und zeige es ihm.

Gebet: Herr, du bist der Schöpfer aller Dinge. Danke, dass du keines deiner Geschöpfe und auch mich nicht vergisst. Du bist es, der mir meinen Wert und meine Würde gibt. Darum will auch ich mich selbst achten und was mit mir lebt. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 5. Juni 2023

Der Jasmin hl

Losung: Der Vater macht den Kindern deine Treue kund. Jesaja 38,19 

LehrtextWie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit. Kolosser 2,6-7

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich freue mich über die Sträucher vor meinem Häuschen, die ich gepflanzt habe, über die Rosen, den Jasmin, die Buddleja, den Flieder, den Blauregen, den Kirschlorbeer ... Sie sind angewurzelt und gedeihen prächtig. Aber nur unter der Voraussetzung, dass ich sie regelmäßig gieße. 
Es reicht in der Regel nicht, etwas zu pflanzen, ohne sich weiterhin darum zu kümmern. Es reicht nicht, getauft zu sein, ohne den Glauben zu leben. So kann er keine Wurzeln bilden, die ihn tragen und nähren (Lehrtext)

Ich glaube um meiner selbst willen

Der Jasmin in meinem Vorgarten blüht und duftet nicht deshalb, weil er mir damit eine Freude machen will. Er tut das um seiner selbst willen. Er will leben und wachsen, blühen und Frucht bringen. 
Und ich glaube doch nicht, weil ich soll oder um Gott eine Freude zu machen. Ich glaube um meiner selbst willen, weil es mir gut tut und mich freut, mich tröstet und stärkt. Dafür danke ich ihm.
Mein Jasmin braucht Erde und Wasser für die Wurzeln und Sonnenlicht für die Blüten und Blätter. Mein Glaube braucht Gottes Wort, in dem er wurzelt, seinen Geist, damit er nicht verdorrt und das Licht seiner Liebe, damit er Frucht bringt. Mit einem Wort: mein Glaube braucht Jesus Christus. 

Gebet:

Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum'
und Pflanze möge bleiben,
und Pflanze möge bleiben.
(Vers 14 aus dem Lied "Geh aus mein Herz" von Paul Gerhardt, 1653)

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

 

Sonntag, 4. Juni 2023

Goldwaage hl

Losung: Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. Psalm 145,17 

LehrtextIch bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. Philipper 1,6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bin ein Goldsucher. Ich suche Gold im großen Bergwerk der Bibel, das Gold der guten Nachricht von Gott. Ich muss mich durchgraben durch viele Steine und prüfen, was ich da finde und auf die Goldwaage legen, damit ich nicht für Gold halte, was keines ist. Meine „Goldwaage“ ist Jesus. Er zeigt mir an, was wertvoll ist.
Heute bin ich wieder fündig geworden im Alten Testament. Habe den Zusammenhang, aus dem die Losung kommt, auf jene Goldwaage gelegt und reines Evangelium gefunden. Ich teile meinen Fund mit dir. Das macht uns beide reicher:

Gebet aus Psalm 145:
13b Auf das Wort des HERRN kann man sich verlassen, und was er tut, das tut er aus Liebe.
14 Wer keinen Halt mehr hat, den hält der HERR; und wer am Boden liegt, den richtet er wieder auf.
15 Alle schauen erwartungsvoll zu dir, und du gibst ihnen zu essen zur rechten Zeit.
16 Du öffnest deine Hand und sättigst deine Geschöpfe; allen gibst du, was sie brauchen.
17 Der HERR ist gerecht in allem, was er tut; auf ihn ist Verlass!
21 Ich will den HERRN loben, und alles, was lebt, soll seinen heiligen Namen preisen, jetzt und für alle Zeit! (Übersetzung: Hoffnung für alle)

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

 

Samstag, 3. Juni 2023

selig hl

Losung: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel. Sacharja 9,9

Lehrtext: Jesus sagt: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Matthäus 5,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

Selig und glücklich zu preisen sind 

die Sanftmütigen,
die den Mut haben, sanft zu sein gegenüber Mensch und Natur, statt aggressiv und rücksichtslos;

die Demütigen, 
die den Mut haben, den Schwachen zu dienen, 
statt sie unter ihre Herrschaft zu zwingen;

die auf Frieden bedacht sind 
und den Mut haben, ihre Feinde zu lieben.

Ihnen allen gehört die Erde und mit ihr die Zukunft.

Ihr Freund ist Jesus, 
der König ohne Geld und Macht, ohne Gier und Gewalt (Losung)der von sich sagt, 
"Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig" (Matthäus 11,29).
So kommt er zu mir und zu dir, zu allen, 
die sich nach einem solchen König sehnen. 

Gebet: "Amen, ja komm Herr Jesus!" (Offenbarung 22,17)

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 2. Juni 2023

Sein Friede, mein Weg hl

Losung: Ich will Frieden geben an dieser Stätte, spricht der HERR Zebaoth. Haggai 2,9 

LehrtextDer Friede Christi regiere in euren Herzen; zum Frieden seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Und dafür sollt ihr dankbar sein. Kolosser 3,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie soll Frieden werden? Der Friede ist der Weg zum Frieden. 

Dazu brauche ich Ohren, die den Ruf Christi zum Frieden hören und ein Herz, das er regiert und ihm folgt (Lehrtext),
um zuFRIEDEn zu sein und nicht mit mir selbst im Streit zu liegen,
um mich mit anderen zu vertragen, die anders sind, denken und leben,
um mich nicht hinreißen zu lassen zu Geringschätzung und Selbstgerechtigkeit, zu Ablehnung und Hass,
um nicht der Gewalt das Wort zu reden noch gar zu ihr zu greifen.

Wie soll Frieden werden? Sein Friede ist mein Weg zum Frieden. 

Gebet: Herr, dein Frieden sei mit mir und regiere meine Gefühle und mein Denken, mein Verhalten und meinTun. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 1. Juni 2023

Meine Zukunft ist seine Sache hl

Losung: Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Jesaja 25,8

LehrtextChristus möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten. Philipper 3,10-11 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe die Hoffnung, dass ich einst heimgehen werde zu meinem Schöpfer und Vater, von dem ich gekommen bin. Wie das sein wird? Ich weiß es nicht.  
Der Apostel Paulus wusste das auch nicht. Er dachte darüber nach, was man ihm von Jesu Leiden, Tod und Auferstehung erzählt hatte und was das für ihn persönlich bedeuten könnte (Lehrtext). Für mich als Theologen ist das bedenkenswert. Doch seine Denk- und Sprachmuster vor 2000 Jahren sind nicht mehr in jedem Fall die meinen. Für ihn hatte das Leiden offenbar einen Sinn. Ich will dem keinen Sinn abgewinnen. 

Ich denke schon auch darüber nach, was wohl nach dem Tod mit mir sein wird. Doch er setzt meinen Gedanken eine unüberwindliche Grenze. Dann sage ich mir: 
Das ist nicht mehr mein Problem, sondern Sache Gottes. 
Was ich vor diesem Leben war, war seine Sache.
Dass ich bin, ist seine Sache. 
Was ich sein werde, wird seine Sache sein.

Also glaube ich, dass der Tod nicht das letzte Wort haben wird, sondern der lebendige Gott, wie er mir in Jesus begegnet. 
Er hatte das erste Wort: "werde!". 
Sein Wort gilt jetzt: "liebe!". 
Er hat das letzte Wort: "lebe!" 
Auf ihn verlasse ich mich. Er wird es mit mir und seiner Welt machen, wie er es für richtig hält und wie es gut ist.

Ich bete: 
Herr, die Menschen werden mich vergessen. 
Du nicht. 
Mein Leben wird einmal vorbei sein. 
Du bleibst. 
Und ich bleibe in dir. 
Das soll mir genügen. Amen

Herzlich grüßt

Ihr / dein Hans Löhr

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Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.