Lehrtext: Paulus schreibt: Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 1. Korinther 13,12
Liebe Leserin, lieber Leser,
nur „stückweise“, mehr ist nicht drin, wenn überhaupt. Denn die Größe des Schöpfers von Himmel und Erde, die Größe des Allmächtigen und Ewigen kann ich nicht mal ahnen. Das Menschenwort „groß“ passt auf ihn nicht. Für Gottes Größe haben wir kein Wort.
Oder vielleicht doch? Vielleicht das Wort aus dem ersten Johannesbrief: „Gott ist Liebe“ (1. Johannesbrief 4,8b) zusammen mit dem Folgesatz: „Darin ist erschienen die Liebe Gottes, dass er uns Jesus gab…“
Wo ich Gottes Größe ahne
Er, das kleine, wehrlose Kind aus dem Stall und der ohnmächtige Mann am Kreuz lässt mich Gottes Größe ahnen. In ihm begegnet mir der leidende Gott sozusagen auf Augenhöhe auch in meinem Leid. So durchkreuzt er alles, was wir Menschen für groß und anbetungswürdig halten, was wir verehren, wovor wir uns fürchten, wovor wir uns klein und ohnmächtig fühlen.
In Jesus richtet der lebendige Gott mich auf und macht mich groß wie die Kinder aus Markus 10,13-16, wie das Mädchen, das schon gestorben schien (Markus 5,35-43), wie die blutende Frau aus Matthäus 9,20-22, wie die Ehebrecherin in Johannes 8,1-11, wie die sogenannte Sünderin (Lukas 7,36-50), wie Petrus, nachdem dieser ihn verleugnet hatte (Lukas 22,61.62 & Johannes 21,15-19), wie Lazarus im Grab (Johannes 11,38-44) …
Sich mit dem Glauben wehren
Ja, in Jesus und durch ihn richtet der liebende Gott mich auf, holt mich heraus aus Leid und Schuld, aus Krankheit und Tod. So macht er auch den Geringsten groß. Denn bei ihm „werden die Letzten die Ersten sein“ (Matthäus 20,16). Er beachtet den, der vor der Welt verachtet ist (1. Korinther 1,28). Das kann ich nicht beweisen. Aber das glaube ich. Und mit diesem Glauben wehre ich mich gegen alles, was mich entmutigen, erniedrigen und klein machen will — bis ich Gott einmal ganz und gar erkenne von Angesicht zu Angesicht, gleichwie ich von ihm erkannt bin (Lehrtext).
Gebet: Herr, ich lass mich immer wieder von dem blenden und beeindrucken, was in unserer Menschenwelt groß und bedeutend zu sein scheint. Doch du zeigst mir deine Größe in dem, was nach unseren Maßstäben klein und unbedeutend ist. Gott sei Dank. Denn so lässt mich deine Liebe hoffen, dass du mich nicht übersiehst, sondern aufrichtest und stärkst, wenn ich am Boden zerstört bin und sonst kein Hahn mehr nach mir kräht. Du kennst mich ja und wirst mich nicht vergessen und verlieren, was auch geschieht. Amen
Herzliche Grüße,
Ihr / dein Hans Löhr
Und wenn du jetzt noch ein paar Augenblicke Zeit hast, so lies bitte das folgende Kapitel, aus dem der heutige Lehrtext kommt:
Das Hohelied der Liebe
„Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
8 Die Liebe höret nimmer auf, wo doch die Erkenntnis aufhören wird. 9 Denn unser Wissen ist Stückwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören…
12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
1. Korintherbrief, Kapitel 13
Herzlichen Dank für die Auslegung lieber Herr Löhr!
AntwortenLöschenLieber Herr Löhr vielen Dank für Ihre Worte manchmal kommt es mir vor ich bin unfähig zu lieben sowohl mich als auch andere Menschen denen ich begegne dann flehen ich Jesus an mir seine Liebe zu geben ich bin so dankbar das ich mein Leben Jesus vor langer Zeit gegeben habe ,nur durch Jesus wird das Leben auf dieser Erde erträglich und in der Ewigkeit wunderbar Gottes Segen Ihnen und Ihrer Familie herzliche Grüße Angelika
AntwortenLöschenLieber Herr Löhr!
AntwortenLöschenNach dem Aufstehen bin ich voller Erwartung auf ihre Auslegung der Losung. Danke, dass Sie dies heute wieder tun konnten. Gottes Segen wünscht Ihnen Norbert.
So geht es mir auch. Ich freue mich über jeden Tag, den ich mit einer Losungsauslegung von Ihnen beginnen kann. Dafür herzlichen Dank!
AntwortenLöschenDito, vielen Dank
AntwortenLöschenDas Hohelied der Liebe, was für wunderbare Worte. Danke lieber Hans Löhr, daß Sie uns das heute mit auf den Weg gegeben haben.
AntwortenLöschenBleiben Sie behütet.
Lieber Hans Löhr, Ihre Worte sind immer wieder stärkend für mich und ich finde neue Wege für mich und meine Lebenssituation - vielen Dank dafür! Ich würde Ihnen gern etwas zurückgeben - ich schließe Sie in meine Gebete ein!
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