Donnerstag, 9. Januar 2025

Vertrauensgebet hl

Liebe Leserin, lieber Leser,

selten hat ein Liederdichter sich so innig mit Gott verbunden gefühlt und das in Worte kleiden können wie Gerhard Tersteegen.

Mich berühren seine Worte heute noch, und so mache ich sie mir immer wieder zu eigen. Sie sind der Schlüssel, mit dem ich die Tür zu einem neuen Tag öffnen oder ihn am Ende beschließen kann. Dafür habe ich sie mir eingeprägt.

Ich lasse mich durch die poetische Sprache vergangener Zeiten nicht stören. Sie veranlasst mich, nachzuempfinden wie der Dichter seine Gottesliebe und sein Vertrauen zur Sprache bringt.

Vielleicht kann der eine oder andere Vers auch für dich so ein Schlüssel sein, um die Tür in den neuen Tag zu öffnen oder sie vor dem Einschlafen zu schließen. Ich denke, dass dir das gut tun wird.

In diesem Sinn herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

Nun sich die Nacht / der Tag geendet

 Morgen- oder Abendgebet

1.

Nun sich die Nacht / der Tag geendet,

Mein Herz zu dir sich wendet

Und danket inniglich.

Dein holdes Angesichte

Zum Segen auf mich richte,

Erleuchte und erfülle mich!

6.

Die Zeit ist wie verschenket,

Drin man nicht dein gedenket,

Da hat man's nirgends gut;

Weil du mir Herz und Leben

Allein für dich gegeben,

Das Herz allein in dir auch ruht.

7.

Ich schließe mich aufs Neue

In deine Vatertreue

Und Schutz und Herze ein.

Die irdischen Geschäfte

Und alle finstern Kräfte

Vertreibe durch dein Nahesein!

8.

Dass du mich stets umgiebest,

Dass du mich herzlich liebest

Und rufst zu dir hinein,

Dass du erfreust alleine,

So wesentlich, so reine,

Lass früh und spät mir wichtig sein!

9.

Ein Tag, der sagt dem andern,

Mein Leben sei ein Wandern

Zur großen Ewigkeit;

O Ewigkeit, so schöne,

Mein Herz an dich gewöhne,

Mein Heim ist nicht in dieser Zeit!


Gerhard Tersteegen, 1745

(Melodie: Nun ruhen alle Wälder; leichte Textmodifikation: H. Löhr)


Herzliche Grüße, Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.«
 J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erscheint in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.

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Hinweis für Smartphone-Nutzer: So finden Sie alle Auslegungen seit 2010: Weiter nach unten gehen. Auf den Link „Web-Version anzeigen“ tippen. In der rechten Spalte gewünschtes Jahr, Monat und Tag aufrufen.
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Sie können die Losungsauslegungen gerne über WhatsApp, E-Mail, Facebook etc., weitergeben: Den Link einfach markieren, kopieren und versenden.

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Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Mittwoch, 8. Januar 2025

singen und springen hl

Losung: Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele! Psalm 108,2

Lehrtext: Der Gelähmte sprang auf, konnte stehen und gehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Apostelgeschichte 3,8 

Wach auf, meine Seele (Losung), die du schläfst einer Ohnmächtigen gleich.
Wach auf aus deinen Albträumen.
Wach auf aus deinen Tränen.

 „Aber willst du nicht weinen, nicht ausweinen deine purpurne Schwermut, so wirst du singen müssen, o meine Seele, bis alle Meere still werden, dass sie deiner Sehnsucht zuhören“ (F. Nietzsche, Zarathustra III)

Wach auf, meine Seele und singe!

Dich lähmt die Angst? Sie schnürt dir die Kehle zu?
So summe, meine Seele, summe. Erst leise und verhalten, dann aber sage und singe dir zu:

Du, meine Seele, singe, wohlauf und singe schön!
Dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd,
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben wird.
(Paul Gerhard, EG 302,1)

Springe, mein Herz, und lobe!

Nicht länger soll die Angst dich lähmen. Du sollst von ihr genesen, dass du wieder stehen und gehen kannst, singen und springen vor deinem Gott und ihn loben (Lehrtext).

Singe, meine Seele, springe, mein Herz, dass der Albtraum verfliegt, die Angst weicht und die Tränen trocknen.

Singe, meine Seele! Springe, mein Herz, und fliege ihm zu, deinem Gott!

Psalmgebet: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

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 J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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Montag, 6. Januar 2025

Dankbarkeit stärkt den Glauben hl

Losung: Der Herr ist mein Hirte, er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Psalm 23,2-3

Lehrtext: Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen. 1.Petrus 2,25

Liebe Leserin, lieber Leser,

glaubst du an Gott? Ich nicht. Ich vertraue ihm. Und das heißt für mich, dass ich alles, was mich im Guten wie im Bösen bewegt, meine Freude und mein Leid, meine Sorgen und meine Zuversicht mit ihm teile.

Der Psalm 23, aus dem die Losung kommt, regt mich dazu an: „Der Herr ist mein Hirte“. Mit diesem Bild-Wort aus der Bibel deute ich mein Leben. Er, so glaube ich, ist es, der mich durch gute und schlechte Zeiten gebracht hat. Er führt mich noch immer wie ein Hirte seine Herde zu neuen Weidegründen und Quellen mit frischem Wasser (Losung).

Ich habe mir angewöhnt, ihm auch für scheinbare Kleinigkeiten zu danken, über die ich mich freue. Davon gibt es jeden Tag genug. Ich muss nur genau hinsehen und etwas bewusster leben. So bleibe ich mit ihm in Verbindung. So spüre ich seine Nähe und fühle mich bei ihm geborgen, auch „im finsteren Tal“ (Psalm 23,4). Das ist keine Frömmelei, wie manche vielleicht spotten. Das ist für mich eine tiefgehende Erfahrung, wie ich trotz mancher Sorgen und Probleme, trotz aller Paranoia und Kriegshysterie in unserem Land meinen Lebensmut und meinen Humor behalte, wie ich hoffnungsfroh bleibe und meinen Gott samt seiner Welt lieben kann.

Gebet: Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich. Amen (Psalm 23,1-4)

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

P.S. Heute feiern die katholischen Christen das Fest der "Heiligen drei Könige". Die orthodoxen Christen in Griechenland, Serbien, Bulgarien, der Ukraine und Russland feiern heute Weihnachten (was einst der ursprüngliche Termin war) und die evangelischen Christen feiern Epiphanias, auf Deutsch, das Fest der "Erscheinung des Herrn", dass Gott uns Menschen in Christus erschienen ist. Ich wünsche den orthodoxen Christen frohe Weihnachten und Frieden und uns allen in diesen aufgeheizten Zeiten mehr Gottvertrauen und Gelassenheit.

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.«
 J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erscheint in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
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Sonntag, 5. Januar 2025

Was es mit Gott auf sich hat hl

Wochenspruch: Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes 1,14b

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer oder was ist eigentlich Gott?
Darauf können sich die meisten Christen, Muslime und Juden verständigen:

Gott ist heilig. Er ist das Geheimnis der Welt.
Er ist die große Macht und Kraft, aus der alles hervorgeht,
die alles erschaffen hat und noch erhält,
die ihre Geschöpfe ins Leben ruft und segnet,
sie aber auch sterben lässt.
Dieser eine und einzige Gott steht für das Gute.
Er hat aber auch Macht über das, was wir Menschen böse nennen und was uns leiden lässt.
Er lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Er, der Herr über Zeit und Raum, will von seinen Menschengeschöpfen geglaubt und erkannt sein.
Ihm gehören sie.
Nach seinem Willen sollen sie leben - zu ihrem Besten.
Ja, das ist Gott für Muslime, Juden und Christen. 

Doch ist das seine ganze Wahrheit?
Manche Christen glauben, dass er den Menschen erst in und durch Jesus zeigt, was und wie er wirklich ist:
Der Vater, der alle seine Geschöpfe liebt, auch wenn viele das nicht annehmen können.
Der in Jesus zu ihnen kommt und nicht sie zu ihm.
Der für sie da ist und nicht sie für ihn.
Der von ihnen keine Opfer und Geschenke braucht, sondern sich selbst ihnen schenkt (= Gnade).
Der nicht verdammt, sondern aus aller Schuld erlöst.
Der nicht straft, sondern tröstet und vergibt.
Der keinen bevorzugt und keinen benachteiligt.
Der sich von der Herrlichkeit der Menschen, von ihrer Macht, ihren Leistungen und ihrer Frömmigkeit nicht beeindrucken lässt,
auch nicht 
von ihrem Lebenswandel und ihrer Moral.

Denn was können wir ihm schon geben, was er uns nicht gegeben hat?
Auch unser Glaube, auch unser (vermeintlich) guter Wille, was auch immer wir ihm zu geben meinen, wir tun es für uns selbst: jedes Gebet, jede gute Tat, jeder Gottesdienst dient uns selbst ..... ER ist es, der alles in allem wirkt.

Der Evangelist Johannes schreibt es in seinem Vorwort, aus dem der Wochenspruch kommt, so:
Christus ist das wahre Licht. Er ist in die Welt gekommen um für alle (!) Menschen das Licht (der guten Nachricht von Gottes Liebe) zu bringen. 10 Doch obwohl er unter ihnen lebte und die Welt durch ihn geschaffen wurde, erkannten ihn die Menschen nicht. 11 Er kam in seine Welt, aber die Menschen wiesen ihn ab. 12 Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen schenkte er auch den Glauben, dass sie Kinder Gottes sind. 13 Das wurden sie nicht, weil sie zu einem auserwählten Volk gehörten, auch nicht durch menschliche Zeugung und Geburt. Dieses neue Leben gab ihnen allein Gott. 14a Jesus Christus, das lebendige Wort Gottes, wurde Mensch und lebte unter uns. 14b Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, wie sie Gott seinem einzigen Sohn gibt. In ihm sind Gottes Gnade und Wahrheit zu uns gekommen. 
Johannes 1,9-14
Wochenspruch Johannes 1,14bÜbersetzung HFA, Modifikation HL

Jesus ist Liebe. Er ist das Geheimnis Gottes.
Wer ihn in der Krippe und am Kreuz sieht, der schaut Gott ins Herz. Da sieht er seine Herrlichkeit, seine Liebe und Wahrheit. Ohne ihn aber bleibt Gott letzten Endes eine anonyme Macht, von der niemand wissen kann, was und wie er wirklich ist.

Herzliche Grüße und eine gesegnete neue Woche,
Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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Freitag, 3. Januar 2025

Standhaft in Stürmen und Fluten hl

Losung: Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten? 4.Mose 23,19 

Lehrtext: Jesus spricht: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Matthäus 7,24 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

noch immer steht unsere Welt auf festem Grund, auf dem Felsen der Zehn Gebote und des Evangeliums von Jesus. Noch immer gelten unter uns Lebens- und Glaubensregeln aus der Bibel, auch wenn viele Menschen nicht mehr wissen, woher ihre Überzeugungen und Werte ursprünglich stammen.

Nun, viele kennen auch die Beschaffenheit des Untergrunds nicht, auf dem ihre Häuser stehen, die Straßen verlaufen und die Brücken gebaut sind. Für sie steht eben alles einfach so da, ohne dass sie sich Gedanken machen, warum es hält und nicht zusammenbricht.

Doch ohne Kenntnis davon, worauf man die Bauwerke baut, worauf man sein Leben gründet, wird beides, so fürchte ich, zunehmend instabil. Das "Nachdenken über die Bibel" hilft mir, den Grund, den Felsen zu finden, auf dem ich mein Lebenshaus bauen kann. Bisher hat es den Stürmen und Fluten, den Wechselfällen des Lebens standgehalten (Lehrtext). Mit meiner Klugheit (Lehrtext) hatte das weniger zu tun. Ich traf immer wieder Menschen, die mir dabei geholfen haben.

Das persönliche Eigenheim

Ja, ich habe mein eigenes Lebenshaus gebaut, so wie du deins. Das soll auch so sein. Jeder soll so wohnen, jeder so glauben können, wie es ihm entspricht. Der Glaube ist kein gleichförmiges Reihenhaus so wenig wie das Leben. Doch eins gilt für alle "Häuser": das Fundament muss stabil sein. Meins, so glaube ich, ist fest und stark wie ein Fels. Ich habe es ja nicht selbst gelegt. Es ist Gottes Wort, wie es in Jesus Mensch geworden ist (1. Korinther 3,11). Darauf baue ich. Darauf vertraue ich. Ich kann diesen "Baugrund" nur weiterempfehlen.

Dabei hoffe ich, nicht selbst fundamentalistisch zu sein. Ich baue mein Lebens- und Glaubenshaus nicht auf den Buchstaben der Bibel, sondern auf den Geist Jesu, der in ihr - nicht überall, doch an vielen Stellen - weht. Denn, so schreibt der Apostel Paulus: „Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig“ (2. Korinther 3,6).

Gebetslied:

1) Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

 

2) Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.


6) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Georg Neumark 

Hier: Melodie mit Text (klick) (EG 369)
(Werbung bitte überspringen

 

Herzliche Grüße, Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 1. Januar 2025

Alter Kompass, neues Jahr hl

Jahreslosung 2025: Alles prüft und als Beste behaltet! (1. Thessalonicher 5,21)

Liebe Leserin, lieber Leser,

also ich komme mit dem Prüfen nicht mehr nach. Du vielleicht? Und der Apostel Paulus, aus dessen Brief an die Christen in Thessaloniki die Jahreslosung stammt, würde das in unserer Zeit auch nicht mehr schaffen. Wenn ich bedenke, was an unterschiedlichsten Informationen aus unterschiedlichsten Quellen Tag für Tag auf uns einstürmt, wie soll man da noch alles nachprüfen können? Wie herausfinden, ob da nicht viele "fake news" (gefälschte Nachrichten) darunter sind? Wie soll man sich da noch zurechtfinden?

Werte und Maßstäbe

Im Laufe meines Lebens habe ich unterschiedliche Werte kennengelernt, nach denen man sich richten sollte. Manche habe ich verworfen, andere für mich übernommen. Nach denen richte ich mich, um herauszufinden, was für mich das Beste ist. Sie sind mein Kompass.
Und die Jüngeren? Was ist ihr Kompass? Wonach richten sich die Leute in den Medien bei dem, was sie senden und schreiben? Woran orientieren sich die Personen des öffentlichen Lebens, die in Politik, Gesellschaft und Kirche Verantwortung tragen? Was sind ihre Maßstäbe? Und vor allem, prüfen sie sich auch selbst? Sind sie auch selbstkritisch oder nur selbstgerecht? Doch das alles muss ich mich ebenso fragen.

Die Menschenfreundlichkeit Gottes

Es wird dich nicht überraschen, wenn ich sage, dass ich versuche (!) mich an der guten Nachricht von Jesus zu orientieren und daran, was heute wohl in seinem Sinn ist. Was im Sinne seiner Liebe, seiner Barmherzigkeit und des Friedens ist. In ihm, so glaube ich, ist die Menschenfreundlichkeit Gottes unter uns erschienen.
Und so sehe ich das auch als meine Aufgabe, freundlich zu sein egal zu wem, wie fremd er mir auch ist. Freundlich auch zu denen, deren politische Überzeugungen und religiöse Vorstellungen ich nicht teilen kann. Doch ebenso will ich klar und entschieden sein, wenn anderen Unrecht getan wird und die Schwachen unter den Starken zu leiden haben. Denn ausnahmslos jeder ist ein Kind Gottes und seine Würde ist unantastbar (Grundgesetz), nicht nur die von uns Deutschen.

Um in Jesu Sinn freundlich und klar zu sein, brauche ich auch im neuen Jahr das Licht der guten Nachricht (Evangelium), in dem ich prüfe, was das Beste für meine Mitmenschen und für mich ist. Das soll mein Kompass sein, um meinen Weg zu finden. 

Gebet: Herr, ich bitte dich nicht um eine Autobahn durchs neue Jahr. Ich werde, wenn es denn sein muss, auch steinige Wege gehen. Aber darum bitte ich dich, dass du mich leitest. Gib mir die nötige Einsicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bleibe an meiner Seite und trage meine Lasten, wenn ich nicht mehr kann. Aber segne mich auch im neuen Jahr mit der nötigen Gesundheit und Kraft, mit Gottvertrauen und Lebensfreude. Auf dich verlasse ich mich. Amen

Herzliche Grüße und Gottes Segen zum neuen Jahr!
Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 31. Dezember 2024

Gottvertrauen und Gelassenheit hl

Bibelwort für Silvester: Meine Zeit, Herr, steht in deinen Händen. Psalm 31,16a

„Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit,
und alle Welt vergeht mit ihrer Herrlichkeit.
Es ist nur einer ewig und an allen Enden,
und wir in seinen Händen.“ (Matthias Claudius)


Liebe Leserin, lieber Leser,


was kommt auf dich und auf mich zu im neuen Jahr? Ist es der unvorhersehbare, unbeeinflussbare, unabänderliche Zufall? Oder ist mein Geschick von Gott geschickt? Steht sein Wille hinter allem?

Wie gehe ich damit um? 
Schaue ich der Zukunft ängstlich entgegen? Verdränge ich und will gar nicht wissen, was kommt? Pfeife ich im dunklen Wald der schlechten Nachrichten? Trinke ich mir Mut an? Behaupte ich einfach „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, dann ist es noch nicht zu Ende“? Oder wünsche ich dir und mir „Hals- und Beinbruch“ für unsere nächste Reise auf der Erde in 365 Tagen um die Sonne?
Diese Fragen beantwortet jeder für sich anders, je nachdem, was er für ein Typ ist und welche Rolle der Glaube für ihn spielt.

Gelassenheit, Mut, Weisheit
Friedrich Schiller, dessen großer, starker Geist in einem schwachen, kranken Körper wohnte, schrieb aus eigener Erfahrung: „Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann, und preiszugeben mit Würde, was er nicht retten kann."
Reinhold Niebuhr, ein Theologe, der in den USA lebte, hat Schillers Gedanken so formuliert:

Gebet:
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Amen

Lied zum Jahreswechsel von Jochen Klepper (1937):

1) Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.

2) Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns geschenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.

3) Wer ist hier, der vor dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht:
nur du allein wirst bleiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für,
drum kehre jeden Tag zu dir,
weil wir im Winde treiben.

6) Der du allein der Ewge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

 

Ich wünsche Ihnen / dir Gottes Segen, Gesundheit, Frieden und Gelassenheit für das neue Jahr 2025.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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