Samstag, 17. Oktober 2020

Jesus – das einzigartige Phänomen hl

 Losung: Nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, noch von dir, als dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele? 5.Mose 10,12 

Lehrtext: Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein. Jakobus 1,22 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

die Forderung aus der heutigen Losung war und ist für viele eine Überforderung. Vielleicht sogar für jeden Menschen. Kein Wunder, dass sich manche als Sünder und Versager gefühlt haben, wenn sie dieses Wort für bare Münze genommen haben. Wenn sie geglaubt haben, genau das müssten sie tun, immer Gottes Wegen und Weisungen folgen und ihm mit ganzer Hingabe dienen. Ich jedenfalls kenne niemanden, der dazu in der Lage wäre.

     Etwas anderes ist es, wenn es mir selbst ein Anliegen ist, Gott zu ehren und mich an ihm zu orientieren. Allerdings nicht an irgendwelchen Buchstaben des Gesetzes, sondern an der Person Jesu, der für mich in dieser unzuverlässigen Welt die einzige verlässliche „Größe“ ist, der einzige Mensch, auf dessen Liebe, ja sogar Feindesliebe noch Verlass war, als er schon am Kreuz hing. 

Die Kraft zu berühren 

     Er hat die Kraft, mich im Innersten zu berühren. Ich weiß selbst nicht wie. Aber wenn ich die Geschichten lese oder höre, die ich doch schon so oft gelesen und gehört habe, wie er den gesellschaftlich Geächteten ihre Achtung und Selbstachtung wieder zurückgegeben hat, wie respektvoll er mit Verrufenen umgegangen ist. Wenn ich vom Zöllner Zachäus (Lukas 19) höre, von der Ehebrecherin (Johannes 8), von der fremden Frau aus Samaria (Johannes 4), vom Hauptmann von Kapernaum, einem Heiden, Ausländer und Besatzer (Matthäus 8). Wenn ich höre, wie er sich Kindern zuwendet und sich für sie Zeit nimmt (Markus 10) und die vom Leben Beschädigten heilt. Wenn ich solche und andere Geschichten über ihn lese und höre und die Geschichten, die er selbst erzählt hat wie die vom ‚Barmherzigen Samariter‘ oder vom ‚Verlorenen Sohn‘, - dann hat er mich plötzlich wieder für sich gewonnen. Ich kann dieses Phänomen nicht erklären. Ich weiß nur, dass ich da nicht der einzige bin. Aber ich weiß auch, dass es vielen anderen nicht so geht.

     Und nun sagt der Lehrtext völlig zu Recht: »Allerdings genügt es nicht, seine Botschaft nur anzuhören; ihr müsst auch danach handeln. Alles andere ist Selbstbetrug!« (Jakobus 1,22). Mit anderen Worten: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner). Jesus nur zu bestaunen, sich von seinen Geschichten fesseln zu lassen und von seinem Mitleiden berührt zu werden, das genügt nicht. Ich muss mich schon auch fragen, inwiefern ich mich dazu bringen lasse, selbst hilfsbereiter, barmherziger und liebevoller zu werden. 

Gebet: Herr Jesus Christus, du warst zu deiner Zeit einzigartig und bist das bis heute geblieben. Staunend frage ich mich, woher hast du das alles gewusst? Woher hattest du die Zuwendungskraft gerade zu denen, die Zuwendung brauchen, weil sich so viele von ihnen abwenden? Du hast alle staatlichen und religiösen Gesetze, die Menschen klein machen, gesprengt, weil dir nur ein Gesetz wichtig war und ist: Die Liebe. Das hast du mit dem Leben bezahlt. Doch Gott hat dich auferweckt und dir damit rechtgegeben. In der großen Finsternis bist du das Licht der Welt und das Licht in meinem Leben. Durch dich muss sich nicht zynisch werden, sondern kann offen und empfindsam bleiben. Amen 

Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr

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Kommentare:

  1. Dem Menschen gegenüber mit Achtung, Respekt, Güte und Sanftmut begegnen - wie schön wäre unser aller Leben, wenn ein jeder dieses Vorhaben leben wollen würde und könnte. Wie oft steht man doch Unverständnis, Unbeherrschtheit und Aggression gegenüber und man muss selbst feststellen, dass es kein Leichtes ist, die Ruhe zu wahren.

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