Sonntag, 23. Juli 2023

Lebe, liebe, vertraue hl

Losung: Du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde. Psalm 5,13 

LehrtextWer aus Gott geboren ist, den bewahrt er und der Böse tastet ihn nicht an. 1.Johannes 5,18

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

wer – der: wer gerecht ist, wer aus Gott geboren ist, den schützt Gott. Ach wenn es doch so wäre! Damit wollen die Verfasser von Psalm 5 und vom ersten Johannesbrief die Gläubigen veranlassen, sich an Gott zu halten und im Glauben zu bleiben. Denn wer möchte nicht von Gott geschützt sein? Aber da schwingt noch ein sogenannter "Subtext" mit, etwas, das nicht extra ausgesprochen wird, aber doch zwischen den Zeilen steht: wer nicht gerecht und wer nicht aus ihm wiedergeboren ist, den schützt Gott nicht; der ist in diesem Leben dem Bösen aller Art schutzlos ausgeliefert.

 

Druck und Bedingungen

 

Ja, das steht so in der Bibel. Ja, darüber muss und will ich nachdenken. Nein, das glaube ich nicht. Dazu stehen zu viele andere Worte in der Bibel, die etwas anderes sagen. Sie erzählen von Gottes Gnade und Barmherzigkeit und davon, dass er sich in Christus besonders der Menschen annimmt, die im Glauben versagt haben.

Losung und Lehrtext heute sind gesetzlich. Sie machen ein schlechtes Gewissen und lassen ängstlich fragen: Bin ich den gerecht? Bin ich denn aus Gott wiedergeboren? Sie stellen Bedingungen und machen Druck. Das aber ist unsere, der Menschen Methode. Wir sind so, wir tun so und meinen, Gott müsse auch so sein.

 

Ich glaube nicht, weil ich muss, sondern weil ich will

 

Das Evangelium, die gute Nachricht, die Jesus von Gott bringt und die er "verkörpert", sagt etwas anderes. Sie sagt mir: lebe einfach und glaube, liebe und vertraue! Und zwar nicht deshalb, weil dann Gott etwas für dich tun wird, sondern weil er dir Gutes bereits getan hat und tut. Das Evangelium zwingt nicht. Es befreit. Ich glaube doch nicht, weil ich soll, sondern weil ich will, genauer, weil ich Gott dankbar bin.

 

Gebet: Herr, ich gehöre nicht zu den Gerechten. Das weißt du. Und ich weiß das auch. Und trotzdem segnest und behütest du mich. Ich bin kein „wiedergeborener Christ“. Und trotzdem achtest du auf mich und erlöst mich von dem Bösen. Denn du bist gnädig. Du stellst mir deine Engel zur Seite, ja bist selbst mein Schild und Schutz. Du gibst, statt zu nehmen. Du schenkst, statt zu fordern. So zeigst du dich mir in Jesus. Denn du bist ein gnädiger Gott, der du meine Not und meine Schwächen kennst und darum weißt, dass ich dich brauche. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

p.s. In der Auslegung vom 19. Juli "Gemeinschaft der Wenigen" habe ich geschrieben, dass es Jesus nicht auf die große Zahl ankommt. Aber ich freue mich doch, dass inzwischen die Auslegungen meines Blogs über zwei Millionen Mal angeklickt worden sind. Dafür möchte ich dir und allen anderen Leserinnen und Lesern herzlich danken. 

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

 

Samstag, 22. Juli 2023

Neuer Segen für dich hl

Losung: Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil. Jesaja 25,9

LehrtextEs ist der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebräer 11,1 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

erst war es schlimm. Und dann hat sich doch noch alles zum Guten gewendet. Wer hat so etwas noch nicht erlebt? Und dann? Dann hast du dich gefreut, na klar. Dann hast du vielleicht ein kleines Fest gefeiert und dein Leben neu genossen. Auf jeden Fall bist du wieder mit strahlenden Augen und erhobenem Kopf aus dem Haus gegangen. Und die dich kennen, haben dir das angemerkt und sich mit dir gefreut.

 

Und dann?


Ja was dann? Dann kommt meines Erachtens noch der Schritt, dass ich bedenke, wem ich die positive Veränderung zu verdanken habe. Und dass ich das auf irgendeine Weise auch zum Ausdruck bringe und sei es, dass ich einfach nur danke sage, ihm, meinem Gott und mich über ihn freue, über ihn ganz besonders.

Ich hab mir vor einiger Zeit spontan eine kleine Geste angewöhnt. Wenn ich mich über etwas richtig freue und dankbar bin, dann drehe ich unwillkürlich meine rechte Hand nach oben, hebe sie an und schicke, ja werfe auf diese Weise meinen Dank und meine Freude an den Himmel, zu ihm, von dem ich alles habe. Und manchmal singe ich dazu einen kleinen Vers, den ich hier, in den Losungsauslegungen schon das eine oder andere Mal zitiert habe: 

Gebet: Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel; die Nacht ist verflattert. Ein neuer Tag von deiner Liebe, Herr, ich danke dir. Amen

 

Erst war es schlimm, und dann ist es auch noch schlimm geblieben. Dein Kind wird nicht mehr lebendig, dein Partner kehrt nicht mehr zurück. Du selbst wirst nicht mehr gesund … Auch das muss der eine oder die andere erleben. 


Und dann? 


Dann brauchst du Zeit, viel Zeit, um mit dem Verlust leben zu lernen. Und so ganz verschmerzen wirst du ihn vielleicht nicht mehr und es bleiben Narben an deiner Seele. Und doch, plötzlich kannst du dich auch wieder ein bisschen freuen, sogar lachen. Nein, es wird nicht alles wieder gut. Dennoch, die Brüche in deinem Leben heilen. Deine Seele heilt. Er ist es, der sie heilt, von dem alles Heil (Losung) kommt. Du wirst vielleicht nicht jubeln, aber doch Dankbarkeit verspüren, weil da viele kleine Dinge sind und gute Menschen, durch die Gott dir hilft. Alles wendet sich nicht mehr zum Guten, aber es bleibt nicht so wie es ist.


In einer neuen Übersetzung (HFA) heißt der heutige Lehrtext: »Der Glaube ist der tragende Grund für das, was man hofft: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man noch nicht sieht.« Ich habe – ja, auch unter Schmerzen und Tränen – gelernt, meine Hoffnung und mein Gottvertrauen nicht wegzuwerfen, gerade auch dann nicht, wenn es schlimm ist, richtig schlimm. Und ich werde nicht enttäuscht. Nein, es wird nicht alles wieder so, wie ich mir das erträume, aber es wird anders, besser. Dann kommt mir manchmal ein alter Vers in den Sinn, den ich mal als Konfirmand lernen musste:

"Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, / verricht das Deine nur getreu / und trau des Himmels reichem Segen, / so wird er bei dir werden neu. / Denn welcher seine Zuversicht / auf Gott setzt, den verlässt er nicht."

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 21. Juli 2023

Neue Kraft hl

Losung: Als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da erfüllte die Herrlichkeit des HERRN das Haus Gottes. 2.Chronik 5,13.14 

LehrtextDie heilige Stadt, das neue Jerusalem, bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Offenbarung 21,2.23

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

„Du bist Jerusalem. Du bist der Tempel, in dem Gott wohnt und den Jesus, das Lamm Gottes, erhellt.“ Ungewöhnliche Bilder für mich. Aber so verstehe ich Losung und Lehrtext heute.

Ich habe in dem Augenblick, da ich das schreibe, überhaupt nicht das Gefühl, dass in mir das Licht Jesu leuchtet, seine Kraft und Herrlichkeit. Bestenfalls bin ich gerade ein zerbrochenes Windlicht mit einer kleinen, flackernden Kerze. Doch offenbar ist nicht entscheidend, wie wir uns fühlen und uns selbst bewerten, sondern was wir für Jesus sind. Da gilt, was der Apostel Paulus schreibt: »Der Herr hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.«  (2. Korinther 12,9) Da ist dann kein Selbstmitleid mehr angebracht, sondern eine leise Freude darüber, dass du für ihn wichtig bist und einen Wert hast, auch wenn du dich selbst unwichtig, kraft- und wertlos fühlst. Für mich hat es manchmal den Anschein, als ob er mit den Schwachen mehr zuwege bringt als mit denen, deren eigene Kraft ihm im Wege ist.

Schon vor über 2500 Jahren haben Juden in ihren Tempelgottesdiensten Gott mit den gleichen Worten gelobt, die wir uns in unseren Gottesdiensten noch heute zu eigen machen: „Der Herr ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig“ (Losung). Das ist keine theologische Aussage, kein Dogma, kein Bekenntnis. Das gehört zu den grundlegenden Glaubenserfahrungen, die ein Mensch machen kann. Ja, mein Gott ist barmherzig, immer, so wie jener Vater in Jesu Geschichte vom "Verlorenen Sohn" (Lukas 15).

 

Erfahrungen mit Gott stärken die Seele und den Glauben

 

Wie soll ein Mensch auch glauben, der mit Gott keine solchen Erfahrungen macht? Der nicht immer wieder einmal von ihm überrascht wird und zum Beispiel mitten in einer körperlichen oder seelischen Schwächeperiode plötzlich erlebt, wie ihm neue Kraft zuwächst, wie ihn Gott durch andere ermutigt und aufbaut? Da erfüllt dann „die Herrlichkeit des Herrn“ nicht nur „das Haus Gottes“, sondern auch das Herz des Menschen. Mir jedenfalls geht es manchmal so. Nicht regelmäßig, aber doch immer wieder einmal. Und diese Kraft der Lieder mit ihren guten Worten und erhebenden Melodien (Losung) stärkt dann auch meinen Glauben.

 

Gebet: Herr, du bist ausnahmslos gütig und barmherzig. Diese Worte aus der Bibel tragen mich durch mein Leben, flößen mir Vertrauen ein und machen mich dankbar. So gibst du mir immer wieder neue Kraft für meinen Glauben und mein Leben. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 20. Juli 2023

Der richtige Glaube hl

Losung: Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre. Psalm 62,8 

LehrtextJesus sprach zu der Frau: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden! Lukas 8,48

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

hast du den richtigen Glauben? Diese Frage ist schon mal falsch gestellt.
Erstens hat man den Glauben nicht wie irgendein Ding, das einem gehört. Er ist nicht dein Besitz, den du dir erworben hast und auf den du stolz sein könntest. Er ist Gottes Geschenk für dich.
Zweitens gibt es den richtigen Glauben nicht. Welcher Mensch sollte das schon beurteilen? Du glaubst so gut du kannst. Und darum glaubst du anders als andere. 


Der Glaube, eine persönliche Angelegenheit


Der Glaube ist meines Erachtens eine ganz persönliche Angelegenheit. Ich glaube nicht so wie streng evangelikale Christen, nicht so wie Juden oder Muslime oder Anhänger anderer Religionen. Doch ich achte ihren Glauben und habe keinen Grund, auf diese Menschen verächtlich herabzusehen.

Nehmen wir als Beispiel die Geschichte, aus der der heutige Lehrtext kommt. Jesus wusste nicht, wer ihn heimlich von hinten berührt hat. War das eine Frau? Ein Mann? Ein Kind? War es ein frommer Jude oder ein Heide? Ein Gläubiger oder ein Ungläubiger? Ein Reiner oder ein Unreiner? Ein Rechtschaffener oder ein Lump?


Jesu Leidenschaft


Offenbar war ihm das nicht wichtig. Alles, was die heilende Kraft von ihm ausgehen ließ, war seine Leidenschaft, für Menschen dazusein, die ihn brauchten, die seiner Liebe und Hilfe bedurften. Er hat nicht gefordert, er hat gegeben, hat sich gegeben, unabhängig davon, ob ihm wiedergegeben wurde. Das war seine göttliche Sendung und sein Auftrag. Das ist bis heute so geblieben. In ihm ist Gott für dich da, nicht, weil wir beide es verdient hätten, sondern weil wir ihn brauchen. Und das gilt auch für Menschen, die ihn nicht kennen.


Ohne Ansehen der Person


Diese Geschichte aus dem achten Kapitel des Lukasevangeliums sagt mir: Gott hilft jedem, der Hilfe braucht, auch ohne Ansehen der Person , »aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit« wie Martin Luther in der Auslegung zum ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses im Kleinen Katechismus schreibt.


Der Glaube, der hilft


Aber muss man dann nicht wenigstens den richtigen Glauben haben? Es reicht offenbar schon, wenn man sich, wie jene Frau, von ihm Hilfe erhofft. Das ist schon Glaube, der hilft (Lehrtext). Und wenn nicht einmal das der Fall ist? Dann hilft er auch. Oder wie sonst soll man sich erklären, dass genauso viele Nichtchristen und Ungläubige wieder gesund werden wie die, die nach menschlichem Ermessen den richtigen Glauben zu haben scheinen?

Doch das glaube ich schon, dass jede heilende Kraft für Leib und Seele von Gott ausgeht, wie er sich mir in Jesus zeigt. Und was ist mit denen, die nicht mehr gesund werden? Ich habe auch nicht auf jede Frage eine Antwort. Doch ich glaube, dass er mir dann hilft, mein Leid zu tragen. Warum ich das glaube? Weil ihm sein Name heilig ist, der da heißt: "Jesus" - auf Deutsch "Gott hilft".

 

Gebet: Herr, »ich wage und setze mein Vertrauen allein auf dich, den unsichtbaren, unbegreiflichen, einzigen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat und allein über alles Geschaffene herrscht.
Ich glaube nichtsdestoweniger an dich, ob ich auch von allen Menschen verlassen oder verfolgt wäre.
Ich glaube nichtsdestoweniger an dich, ob ich auch arm, unverständig, ungebildet und verachtet bin oder nichts besitze.
Ich glaube nichtsdestoweniger an dich, ob ich auch ein Sünder bin.

Ich vertraue beständig auf dich, wie lange du auch auf dich warten lässt.
Weil du denn Gott bist, so weißt du, wie du's mit mir aufs Beste machen sollst.

Und weil ich daran nicht zweifle und setze mein Vertrauen auf dich,

so bin ich gewiss dein Kind und mir wird geschehen, wie ich glaube.« Amen

 

(Nach dem persönlichen Glaubensbekenntnis von Martin Luther)


Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

Hier meine Invokavit-Predigt von 2014 zum Thema: Nichtsdestoweniger glauben

p.s. Herzlichen Dank für die vielen freundlichen und ermutigenden Kommentare auf meine gestrige Auslegung. 

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Mittwoch, 19. Juli 2023

Gemeinschaft der Wenigen hl

Losung:  Gott, gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast. Psalm 74,2 

LehrtextJesus spricht: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Matthäus 18,20

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

ich lasse jetzt mal alles weg, was mit Kirche zu tun hat und konzentriere mich auf den Kern des Glaubens, auf den heutigen Lehrtext. Denn darauf kommt alles an und ohne diesen Kern ist sowieso alles überflüssig.


Das Christentum mag verschwinden, der Glaube nicht


»Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich mitten unter ihnen«, sagt Jesus. Offensichtlich waren ihm die großen Zahlen gar nicht so wichtig. Das aber war ihm wichtig, dass sich Menschen in seinem Geist und Namen treffen und sich gegenseitig ermutigen, trösten und stärken. Mehr braucht es nicht, um in seinem Sinn „Gemeinde“ zu sein und sei sie noch so klein. Das Christentum in Europa und in unserem Land mag verschwinden. Aber der Glaube nicht, solange hier und dort diese zwei oder drei oder auch ein paar mehr sind, denen es um Glaube, Hoffnung und Liebe geht, oder anders gesagt, denen es darum geht, dass sie Gott vertrauen, ihn, ihre Mitmenschen und sich selbst lieben, dass sie wahrhaftig und demütig sind. Das genügt. Jedenfalls meine ich das. Und was meinst du? Würde dir noch etwas fehlen?


Vom Wert der Demut


Und auch das meine ich, dass es in der Gemeinschaft derer, die sich in Jesu Geist und Namen zusammentun, nicht um Erfolg und schon gar nicht um Macht und Ehre geht. Darum ist die Demut so wichtig. Natürlich bin auch ich enttäuscht, wenn das Interesse an der eigenen Arbeit in der Gemeinde wieder zurückgeht. Und es schmerzt mich auch, dass ich in den letzten Tagen bis zu zwei Drittel der Leserinnen und Leser meines Blogs wieder verloren habe, weil sie mein Verständnis von Frieden, Naturwissenschaft und Glaube nicht teilen. Vielleicht sind es noch andere Gründe. Ich weiß es nicht. Aber ich will und kann nun mal nichts anderes schreiben als das, was ich glaube und wohinter ich stehe. Ob das auch wirklich alles so stimmt, was ich sage, ob es im Sinn, Geist und Namen Jesu ist, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich weiß nur, dass auch ich mich irren kann, Fehler mache und meine blinden Flecken habe.

Aber das glaube ich schon, dass es da, wo sich zwei oder drei in Jesu Namen treffen, um ihn geht, darum, dass sie Gott vertrauen, lieben, wahrhaftig und demütig sind.


Glauben in unsicheren Zeiten


Aus meiner Sicht werden die Probleme unserer Zeit immer komplexer, immer unübersichtlicher und verunsichern viele in unserem Land. Sie fragen sich, wem kann man im Zeitalter der Fake News, also der gelogenen Nachrichten und der künstlichen Intelligenz noch trauen? Wie kann man noch zuversichtlich sein angesichts der offenbar wachsenden Bedrohungen? Hat die Liebe in Zeiten von Krieg, Flucht und Asyl ihre Grenzen? Muss ich in dieser Gesellschaft nicht auch meine Ellbogen ausfahren, um meinen Anteil vom „Kuchen“ zu ergattern? Und was ist mit Gott, kann ich mich wirklich auf ihn verlassen?

Ich habe für mich keine andere Antwort als die, dass ich die Gemeinschaft von Christinnen und Christen brauche und sei sie noch so klein. Ich brauche die, die im Geist, Sinn und Namen Jesu zusammenkommen, gemeinsam beten, singen, danken, sich gegenseitig ermutigen, trösten und sich an ihm orientieren ganz gleich, was auch immer im persönlichen Leben und in der Welt geschieht.

Gebet: Herr, ich muss und kann die Welt nicht retten. Ich muss und kann die Kirche nicht retten. Ich muss und kann mich und alle, die mir am Herzen liegen, nicht retten. Ich bring alles vor dich. Denn du allein weißt, warum geschieht, was geschieht. Du kennst den Sinn und die Zukunft. Du hast die Macht, dass alles nach deinem Willen geht. Gib mir die Kraft, dir zu vertrauen und an dir festzuhalten, wahrhaftig zu sein und mich an dir zu orientieren. So halte deine schützende und segnende Hand über mich und alle deine Geschöpfe. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 18. Juli 2023

Das Ganze hl

Losung:  Lobet Gott für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! Psalm 150,2 

LehrtextGottes unsichtbares Wesen - das ist seine ewige Kraft und Gottheit - wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken. Römer 1,20

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

»Gott ist nicht das Gute, sondern das Ganze« – so lautet eines meiner Lieblingszitate von Thomas Mann (aus dem Roman „Josef und seine Brüder“). Was gut und schön ist und was schlecht oder böse, ist das Urteil von uns Menschen. Darin können wir irren und haben auch schon oft geirrt. Auch was wir für böse und grausam halten, hat irgendwie mit Gott zu tun. Meistens verstehe ich das nicht. Aber dann trifft hin und wieder zu, was Dietrich Bonhoeffer gesagt hat: »Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.«

 

Eine andere Schöpfung haben wir nicht und kennen wir nicht

 

Gott ist nicht das Gute, sondern das Ganze; denn er hat das Ganze geschaffen auch die Gegensätze wie Licht und Finsternis, Freude und Leid, Lust und Schmerz, Krankheit und Gesundheit, Gut und Böse, ….. und nicht zuletzt Leben und Tod. Ohne ihn ist nichts, was ist. Dafür will ich ihn loben (Losung); denn eine andere Schöpfung haben wir nicht und kenne ich nicht. Er allein ist die lebendige Quelle von allem. Das weiß ich nicht, das glaube und bekenne ich.

Wir Menschen nehmen in der Regel nur einen winzigen Ausschnitt seiner Schöpfung wahr. Schon auf der Erde ist unser Horizont eng begrenzt, und es gelingt uns nur selten, darüber hinauszusehen. Für viele Wunder seiner Schöpfung, zum Beispiel für die dunkle Materie im Universum und die Elementarteilchen in den Atomkernen unseres Körpers, interessieren wir uns nicht, weil wir sie nicht kennen und sie uns nicht vorstellen können. Doch eins vorab: Das größte Wunder seiner Schöpfung ist das Leben. Es war vor dem Menschen da, es wird auch nach ihm da sein, was immer er mit der Erde und sich selbst anstellt.

 

Alles schwankt

 

„Die Schöpfung der Welt“, von der im Lehrtext die Rede ist, ist die Schöpfung des Universums und nicht nur die unserer allerwinzigsten Erdenwelt. Wie das Universum entstanden ist, dafür gibt es plausible Theorien seriöser Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Alle anderen esoterischen Spekulationen und religiös-fundamentalistischen Dogmen sind für mich bedeutungslos.

Die wahrscheinlichste Theorie bis jetzt ist, dass vor der Entstehung des Universums ein energetisches Gleichgewicht geherrscht haben muss, bis plötzlich eine Schwankung aufgetreten ist. Sie hat dazu geführt hat, dass es zum sogenannten "Urknall" gekommen ist und sich die Energie in einem komplizierten Prozess materialisiert hat*. Daraufhin sind Sterne und Galaxien entstanden und schließlich auch die Sonne mit unserer Erde. Das ist, stark verkürzt, der gegenwärtige Stand der weltweiten Forschung.

 

Glaube und Wissenschaft sind kein Widerspruch


Für mich als Christ bleibt es dabei, dass Gott der Ursprung und Urheber von allem ist, was ist. Das ist kein Widerspruch zur Wissenschaft. Denn er ist für mich die große Kraft, aus der alles hervorgegangen ist und die bis jetzt in allem wirkt, nicht zuletzt in dir und in mir. Doch auch wenn Thomas Mann sagt, dass Gott das Ganze sei, so bleibt auch das Ganze seine Schöpfung und er ihr Herr. Denn Gott geht nicht in seiner Schöpfung auf, sondern sie in ihm.

 

Der Wert des Seins

 

Diese Kraft, die ich Gott nenne, ist anonym. Ich kann von ihr nichts weiter sagen, als dass sie ist. Zu meinem Herrn und Gott wird sie erst durch Jesus Christus. In ihm bekommt die göttliche Kraft ein Gesicht und seine Schöpfung einen Wert. Und dieser ihr Wert ist, dass Gott das Universum und alles was in ihm ist und noch sein wird und also auch dich und mich aus bedingungsloser Liebe geschaffen hat und schafft. Das glaube ich und das gibt dieser Welt und meinem Leben Sinn. Wir sind nicht die Produkte eines kalten, gefühllosen Zufalls, sondern Kinder des barmherzigen Vaters. Das weiß ich von Jesus Christus und nur von ihm. Und nur in ihm erkenne ich den Schöpfer der Welt und allen Lebens (Kolosser 1,15 - 17).

Gebet: Herr, du Schöpfer von allem, was ist, als ich auf die Welt kam, soll mein erster Schrei ein Lob deiner Herrlichkeit gewesen sein. So will ich es. Und auch mein letzter Seufzer soll ein Lob sein für dich, den Unbegreiflichen, der bei mir bleibt in meinen guten und in meinen schweren Zeiten. Der du mir in Jesus deine Hilfe und Treue versprochen hast und dieses Versprechen hältst, dich preise ich und dir vertraue ich. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

*  E=mc² (Energie E ist gleich Masse m mal Lichtgeschwindigkeit c im Quadrat) Albert Einstein

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Montag, 17. Juli 2023

Gespräch unter Freunden hl

Losung:  Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre. Hosea 8,12 

LehrtextJesus spricht: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Matthäus 7,24

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

heute erzähle ich dir von einem Gespräch zwischen Freund A und Freund B:

 

A: „Du, ich habe heute mal die Losung und den Lehrtext gelesen. Um welche Gebote handelt es sich denn?"

B: „Na ja, du sollst Gott und deinen Nächsten lieben wie dich selbst!

A: „Ist das alles?"

B: „Eigentlich schon.“

A. „Und was heißt das nun?"

B: „Zum Beispiel, du sollst nicht stehlen!

A: „Na klar, und sonst?“

B: „Du sollst einem anderen nichts Übles nachreden!

A: „Okay, auch klar. Sonst noch was?“

B: „Du sollst nicht ehebrechen!

A: „Ja, weiß ich.“

B: „Du sollst nicht töten!“ „

A: „Selbstverständlich nicht. Noch was?“

B: „Na gut, dann noch ein paar Gebote aus der Bibel. »Du sollst vergeben! Du sollst denen Gutes tun, die dich hassen! Du sollst für die bei Gott bitten, die dich beleidigen und verfolgen! Du sollst segnen, die dich verfluchen! Du sollst deine Feinde lieben! Du …«“

A: „Stopp! Ähm, steht das wirklich so in der Bibel? Hat Jesus das wirklich gesagt?“

B: „Ja schon.“

A: „Aber ... Also wenn das so ist, kann ich kein Christ sein. Und wie ist das mit dir? Hältst du denn diese Gebote?“

B: „Nein.“

A: „Na siehst du.“

B: „Aber ich bemühe mich. Und wenn ich scheitere, tut mir das leid. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen und bitte Gott, mir zu vergeben.“

A: „Und, tut er das?“

B: „Ja, wenn es mir ernst damit ist und ich nicht nach faulen Ausreden suche. Vor ihm komme ich damit sowieso nicht durch. Vor meinen Mitmenschen schon eher. Ich mag vor ihnen nicht in einem schlechten Licht stehen."

A: „Aber du bist doch kein schlechter Mensch!"

B: „Meinst du? Ich habe schon das Bedürfnis, manches, das nicht so gut ankommt, zu beschönigen und zu rechtfertigen.“

A: „Aber du hast doch noch niemanden getötet, und ich auch nicht.“

B: „Von eigener Hand nicht. Aber ich bezahle Waffen mit meinen Steuern, damit andere das tun.“

A: „Das ist doch was anderes.“

B: „So? Was denn?“

A: „Ach lass mich doch in Ruhe!“ 

Gebet: Herr, niemand ist vor dir ganz aufrichtig, weil wir nur allzu gern uns selbst was vormachen. Niemand tut, was du sagst, zu hundert Prozent. Du weißt das. Und ich will wissen, wie das bei mir ist, auch wenn es für mich beschämend ist. Gib, dass ich sage, was ich sagen soll, auch wenn es für mich und andere unangenehm ist. Gib, dass ich tue, was ich tun soll zur rechten Zeit. Nicht was ich denke und möchte, sondern du bist meine Wahrheit. Amen

Herzliche Grüße

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