Montag, 16. April 2018

Ein prägendes Bild hl

Losung: Eines jeden Wege liegen offen vor dem HERRN. Sprüche 5,21 

Lehrtetxt: Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich. 
Johannes 10,14 

Liebe Leserin, 
lieber Leser, 

Jesus der gute Hirte – dieses Bild hat sich mir eingeprägt und beeinflusst meinen Glauben bis heute. Ich erinnere mich noch an die Schlafstube meiner Großeltern, wo dieses damals weithin beliebte Bild hing.

     Heute weiß ich, dass solche Bilder keine große Kunst sind. Manche sagen dazu „Kitsch“. Das mag ja so sein. Doch ich sage das nicht, weil ich in diesem Bild den Glauben meiner Großeltern ehre, die einfache Bauern waren, und weil ich mich als Kind in dem Lamm  gesehen habe, das Jesus auf dem Schoß hat. Das hat mir ein Gefühl von Geborgenheit gegeben, welches mich bis heute nicht verlassen hat.

     Ja, ich glaube, dass stimmt, was der Lehrtext sagt: Jesus kennt mich und ich kenne ihn aus den Geschichten der Bibel, aus dem was er gesagt und getan hat. Ich habe eine emotionale Beziehung zu ihm, die sich im Laufe meines Lebens noch verstärkt hat. Mich berührt seine Liebe zu den kleinen Leuten, wie meine Großeltern. Und mich berührt ihre Liebe zu ihm. Mich berührt seine Liebe zu den zu seiner Zeit Verachteten und Ausgestoßenen,  zur Ehebrecherin (Johannes 8, 1-11), zur Prostituierten (Lukas 7,36-50), zu den Aussätzigen (Matthäus 8,1-3), zu dem von allen gemiedenen Betrüger Zachäus (Lukas 19,1-10), zu dem Versager Petrus (Johannes 21,15), zu dem Terroristen, der mit ihm gekreuzigt wurde (Lukas 23,43), zu seinen Feinden (Lukas 23,34) und zu vielen anderen mehr. Mich berührt seine Liebe zu den Kindern (Markus 10,13-16). Ich verstehe seinen Zorn auf die damaligen Kirchenführer und auf die selbstgerechte, „bessere“ Gesellschaft (Pharisäer und Sadduzäer). Aber am wichtigsten ist mir, dass er auch mein guter Hirte ist, dem ich mich ganz und gar anvertrauen, mit dem ich über die sonnigen Höhen und durch die dunklen Täler meines Lebens gehen kann. Ich kenne sonst niemanden, der bereit wäre, sein Leben für mich zu geben.

     Und ja, ich glaube, dass stimmt, was die heutige Losung sagt: Alle meine Wege, alles was ich sage und tue, fühle und denke, liegt offen vor ihm. Sollte mir das Angst machen? Nein. Aber manchmal schäme ich mich, weil ich gern anders wäre, so, wie ein Kind Gottes und ein Lamm des guten Hirten sein sollte: besonnener, liebevoller, aufrichtiger, zuversichtlicher und verständnisvoller. Aber weil ich nicht perfekt bin, genau aus diesem Grund bin ich ja ein Kind Gottes und ein Lamm des guten Hirten. Denn sonst bräuchte ich weder den einen noch den anderen. Und so kann ich mit den Worten Davids aus dem Psalm 139, Verse 23 und 24 beten:

Gebet: Erforsche mich, Gott, und sieh mir ins Herz, prüfe meine Gedanken und Gefühle! Sieh, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden, und wenn ja: Hol mich zurück auf den Weg, den du gewiesen hast! Amen 

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 15. April 2018

Platz da! (Predigt) hl

Lichtblickgottesdienst am 15.4.2018

Liebe Freunde,

was beschäftigt dich zur Zeit? Worum kreisen in diesen Tagen deine Gedanken Ist es deine Arbeit? Sind es deine Kinder oder Enkel? Deine Partnerschaft, deine Gesundheit, deine finanzielle Situation? Welche Gedanken füllen deinen Kopf? Welche Gefühle dein Herz?
Vielleicht ist es Zeit für einen Frühjahrsputz, damit du wieder einen klaren Kopf bekommst und ein reines Herz. Erst gestern habe ich unsere Rasenmäherkammer mit allen Gartengeräten aufgeräumt und gekehrt, danach unsere Garage und schließlich noch die Müllkammer, in die ich mangels Platz auch noch mein Motorrad hineinquetschen muss. Jedenfalls war diese Aktion bitter nötig. Jetzt habe ich wieder ein gutes Gefühl, wenn ich diese Räume betrete.
Aber wie ist es mit Kopf und Herz? Kann man, soll man da auch aufräumen?
Kein Geringerer als König David hat das getan und Gott im Psalm 51 gebeten: »Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.« Er kannte seine Belastungen und Sorgen und spürte, dass es ihm damit nicht gut ging. Er wusste aber auch, dass er sich allein nicht aus seinem Sumpf würde ziehen können. Darum bat er Gott um einen klaren Kopf und ein reines Herz.
Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber mir tut das auch gut. Ich will nicht ständig mit negativen Gedanken und Gefühlen leben. Die machen mich nur fertig. Ich will davon wieder frei werden und aufatmen können, will unbeschwerter und fröhlicher sein. Darum nehme ich mir David zum Vorbild und räume mit Gottes Hilfe in mir auf.
Wie sowas gehen kann, zeige ich euch jetzt mit diesem Gefäß (Vase aus Glas). Zunächst schütte ich es voll Sand. Dieser Sand sind meine negativen Gefühle und Gedanken, meine Sorgen und inneren Verletzungen, meine Ängste und meine Schuld, meine Bitterkeit und mein Selbstmitleid. Wenn Kopf und Herz davon voll sind, passt kaum noch etwas anderes hinein. Stell dir vor, ein Engel kommt von Gott, um dir von ihm Geschenke zu bringen. Neuen Lebensmut zum Beispiel und Freude, eine neue Perspektive und Zufriedenheit. Doch der Engel kann dir diese Geschenke nicht überreichen, weil du für sie keinen Platz mehr hast, weil dich die anderen, die negativen Dinge bereits ausfüllen. Nun hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du weist den Engel mit großem Bedauern ab und schickst ihn mit seinen Geschenken zurück. Oder du gibst all das Zeug aus, das dich beschwert und belastet und dir nicht gut tut. [Der Sand wird aus dem Glasgefäß gekippt]
In Wahrheit geht es nicht so einfach wie ich es jetzt vorgeführt habe. Aber ich bin überzeugt, dass es geht. Schließlich heißt es in der Bibel: »Alle eure Sorgen werft auf Gott, denn er sorgt für euch«. Und Jesus sagt zu dir und zu mir: »Komm zu mir, der du beschwert und belastet bist, ich nehme dir deine Last ab und mache es dir leicht«. Das sind klare Angebote. Aber will ich sie auch annehmen? Bin ich wirklich bereit, meine Sorgen und Lasten abzugeben und traue ich Gott zu, dass er sie mir nimmt?
Nun gut, wir beide, du und ich, wir schütten also unser Herz vor ihm aus, kippen all das Negative aus wie den Sand. Und jetzt? Was tun wir, wenn Gott uns wieder ein reines Herz schafft und einen klaren Kopf? Warten wir nun ab, bis aufs Neue wieder der alte Sand hineinrieselt und uns füllt?
Ich habe einen anderen Vorschlag. Ich will mich fragen, was ist mir denn wirklich wichtig, was soll denn in meinem Herzen und in meinem Kopf sein? Wenn ich dazu in die Bibel schaue, kriege ich diese Antwort:
·    „Lass zuerst Gott in dein Herz, den Vater und Schöpfer, den Sohn und Erlöser Jesus Christus und den Tröster, den Heiligen Geist.“ [In das Glasgefäß werden drei Golfbälle gelegt]
·    „Und lass dein Herz füllen mit seinen Gaben, mit Glauben, mit Hoffnung und mit Liebe [die nächsten drei Golfbälle werden in das Glasgefäß gelegt].
·    „Jetzt hast du noch Platz für dein Gebet, für sein Wort aus der Bibel und für Lieder, mit denen du ihn loben und preisen kannst“. [Wieder werden drei Golfbälle hineingelegt]
·    „Doch in deinen Kopf und in dein Herz passt noch mehr: Du kannst Gott dankbar sein, das macht dich zufrieden und getrost [Weitere drei Golfbälle]
·    Du kannst zu anderen Menschen freundlich sein, hilfsbereit und wahrhaftig [drei Golfbälle]
·    Besonders aber kannst du dir für deine Familie und Partnerschaft Zeit nehmen und deine nächsten Angehörigen lieben [zwei Golfbälle]
Ich weiß natürlich, dass das zwar alles möglich ist, aber nicht immer gelingt. Doch wenn du auch nur einen Teil von dem tust, so füllt sich bereits dein Kopf und dein Herz mit guten Gedanken und Gefühlen so wie dieses Gefäß.
Doch was ist mit den anderen Dingen, die es in deinem Leben doch auch gibt, mit dem, was dich bedrückt, mit den Sorgen, die du dir machst? Was ist mit den Dingen, die dich nach wie vor beschäftigen, mit deinem Zeitvertreib, deinem Auto, deinem Haus, deinem Bankkonto, dem Stress im Beruf, den Streit mit dem Nachbarn? Was ist mit alledem? Das ist ja nicht einfach weg. Nach wie vor rieselt Sand in dein Leben und beansprucht deine Gefühle und Gedanken. [In das Gefäß mit den Golfbällen wird wieder Sand geschüttet]. Ja, so ist die Wirklichkeit. Doch sieh dir dieses Gefäß an. Jetzt ist so viel Gutes drin, dass das Negative nicht mehr viel Platz hat. Der Frühjahrsputz hat sich gelohnt. Und vielleicht kannst du mit David und seinen Worten aus Psalm 103 sagen: »Lobe den Herrn, meine Seele, der dich mit Gutem füllt dein Leben lang.« (Psalm 103,5 Zürcher Bibel).
Was du tust und wie du darüber denkst, weiß ich nicht. Aber ich will dir sagen, was ich mir vornehme. Ich will immer wieder meine Sorgen ausleeren, damit ich Platz habe für den Frieden, den Gott mir geben will. Ich will die Verletzungen, die mir andere zugefügt haben, entfernen, damit Gottes Geist mich heilen kann. Ich will mich von meinen Verunsicherungen verabschieden, dass Selbstvertrauen in mir wachsen kann. Ich nehme mir vor, nicht mehr oder zumindest weniger bitter, neidisch und selbstmitleidig zu sein, um mein eigenes Leben nicht zu vergiften. Das nehme ich mir vor und bitte Gott, mir dabei zu helfen.
Alle diese negativen Gefühle und Gedanken, die ich los werden will, sind wie schädliche Keime, die eine Infektion auslösen. Kürzlich hat sich ein Freund bei Gartenarbeiten einen Spreißel zugezogen. Normalerweise ist das keine große Sache. Doch dieses Mal sind Keime eingedrungen, die zur Entzündung der Hand geführt haben. Er musste zum Arzt und der hat ihn sofort ins Krankenhaus überwiesen, damit seine Hand noch am selben Tag operiert wird, sonst wäre die eigentlich kleine Verletzung lebensbedrohlich geworden.
Darum sage ich mir: Raus mit den Seelenkeimen, die nur vergiften. Raus mit den Enttäuschungen, Sorgen und der Schuld. Raus mit diesen Fremdkörpern. Sie haben in meinem Kopf und in meinem Herzen nichts zu suchen. Du kannst nicht verhindern, dass dich solche Fremdkörper immer wieder infizieren. Doch du kannst verhindern, dass sie in dir bleiben. Kannst wie David beten: »Schaffe in mir Gott ein reines Herz und gib mir einen neuen Geist!« Kannst sagen: »Vergib mir meine Schuld wie auch ich denen vergebe, die an mir schuldig geworden sind.« Kannst dich von Gott mit Gutem beschenken lassen, sodass für seelische Giftstoffe kein Platz mehr in dir ist. Und wenn schon Gott dir deine Fehler vergibt, dann kannst du dir selbst auch vergeben. Wenn du gescheitert bist, mach nicht andere oder die Umstände dafür verantwortlich. Damit änderst du nichts. Schau nach vorn und sage: „Das nächste Mal werde ich es besser machen, werde ich tun, was in meinen Kräften steht und Gott wird seine Kraft dazugeben.“
Das alles sage ich mir und vielleicht willst ja auch du dir das gesagt sein lassen. Und wenn mein Herz voll Trauer ist, weil ich einen Verlust erlitten habe, will ich die Trauer zulassen und nicht mit Medikamenten unterdrücken oder mit Alkohol betäuben. Aber ich werde nicht in ihr ertrinken, sondern mich bemühen, ins Leben zurückzukehren bis ich sagen kann: „Jetzt ist es gut. Jetzt schau wieder nach vorn und lebe!“
Ja, liebe Freunde, es hat schon seinen Sinn, weshalb Jesus gesagt hat: „Glücklich, ja selig zu preisen sind, die mit leeren Händen, die mit einem leeren Herzen vor Gott stehen. Er wird es füllen.“ (Sinngemäße Übertragung der ersten Seligpreisung Matthäus 5,3). Und als es bei ihm ans Sterben ging, hat er sein Herz noch einmal freigeräumt von allen negativen Gefühlen und Gedanken gegen seine Feinde, die ihn gequält und gekreuzigt haben. Er sagte: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.« Jetzt erst konnte er unbelastet und ohne Gift in seinem Herzen sterben.
Denn was soll aus einem Herzen voll Aggression, Hass und Gift Gutes kommen? Wie soll Frieden in Familien werden, wenn in den Herzen nicht Frieden ist? Wie soll die politische Feindschaft in unserem Land überwunden werden, solange so viele randvoll mit Hass und Aggression sind? Wie soll Frieden werden in der Welt, solange sich Staaten und Regierungen gegenseitig verteufeln, mit Halbwahrheiten beschuldigen und schon bloße Mutmaßungen reichen, dass wieder Raketen auf Syrien geschossen werden? Warum wartet man nicht, bis Beweise vorliegen? Warum spricht man nicht miteinander? Warum greift man immer wieder nach Sanktionen und zur Gewalt?
Nein, aus einem Herzen voll negativer Gefühle und einem Kopf voll negativer Gedanken kann nichts Gutes kommen. Der große Maler Leonardo da Vinci erlaubte einmal, dass ihm kleine Kinder beim Malen zuschauen konnten. Da hat ein Kind einen Topf mit Farbe umgestoßen. Daraufhin hat der Meister die Kinder wieder vor die Tür geschickt. Dann wollte er den Kopf Jesu auf dem angefangenen Bild weitermalen. Doch er konnte nicht. Er konnte das Gesicht Jesu nicht malen, solange er noch Ärger und Wut in sich spürte.
Wirf also, so gut es geht, das Negative aus Kopf und Herz. Schmeiß den Sand raus und schaffe in dir Platz, damit Gott dich mit seinen guten Gaben füllen kann, mit innerem Frieden, Zuversicht und Liebe. Bitte ihn an jedem Morgen, wenn du deine Augen aufschlägst, wie David um ein reines Herz und einen neuen Geist. Dann bist du bereit für den Tag. Amen

Samstag, 14. April 2018

Negativer Glaube, positiver Glaube hl

Losung: Wer in der Finsternis geht und wem kein Lichtstrahl scheint, der vertraue auf den Namen des HERRN! Jesaja 50,10 

LehrtextEr hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes. Kolosser 1,13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer um Mitternacht in ein Flugzeug steigt und in 24 Stunden die Erde umrundet, für den bleibt es die ganze Zeit Nacht. Er bleibt die ganze Zeit im Erdschatten. Wer aber landet, für den wird es zuverlässig jeden Tag wieder hell. 
     Nun kann man durch künstliches Licht längst die Nacht zum Tag machen. Doch gibt es Zeiten, da kann die Sonne noch so hell scheinen und die LED-Dioden können noch so hell leuchten, und trotzdem bleibt es finster. Dann wanderst du durch das finstere Tal deiner Trauer und Ängste, deiner Leiden und Enttäuschungen. Dann aber, so heißt es in der heutigen Losung, »vertraue auf den Namen des Herren!« Dann, so möchte ich fortfahren, vertraue darauf, dass dein finsteres Tal einen Ausgang hat und Gott dich wieder herausbringen wird. Dann vertraue darauf, dass es auch in deinem Leben wieder zuverlässig hell werden wird so wie es nach jeder Nacht wieder hell wird, auch wenn sie lange dauert.
     Doch da ist noch eine andere Finsternis. Von ihr glauben die meisten Menschen in unserem Land, dass sie kein Ende nimmt und man darin für immer verloren ist - in der Nacht des Todes. Und so hoffen sie, dass sie davon nichts mitbekommen, wenn sie erst mal tot sind. Für mich ist das ein negativer Glaube und eine negative Hoffnung. Ich setze den positiven Glauben dagegen, dass Gott, der das Licht erschaffen hat, auch der Herr über die Finsternis ist. Und ich setze die positive Hoffnung dagegen, dass Jesus selbst die Lebenssonne ist in seinem Reich (Lehrtext)
     Offengestanden, immer wieder nagt in mir ein leiser Zweifel an diesem Glauben und an dieser Hoffnung. Wird es wirklich so sein? Rede ich mir da nicht nur etwas ein? Wissen kann ich es nicht. Und so entscheide ich mich immer wieder gegen den negativen Glauben für den positiven und gegen die negative Hoffnung für die positive, gegen die Macht der Finsternis für die Macht Gottes, gegen das Reich des Bösen für das Königreich Jesu Christi.
     Warum soll ich im Flugzeug des Unglaubens ständig im Nachtschatten der Hoffnungslosigkeit fliegen? Wird Zeit, dass ich lande und das Licht des neuen Tages begrüße.

Gebet: Herr, immer wieder einmal wird mein Leben von Sorgen überschattet. Doch ich weiß, dass nicht das Licht dem Schatten weicht, sondern der Schatten dem Licht. Und darum glaube ich, dass meine Schatten hinter mich fallen, wenn ich mich deinem Licht zuwende. Und darum vertraue ich, dass ich an deiner Hand aus der Finsternis herausfinde in ein Leben in deinem Licht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Freitag, 13. April 2018

Gottes Wille und mein Auftrag hl

Losung: Siehe, hier bin ich. Der HERR mach's mit mir, wie es ihm wohlgefällt. 2.Samuel 15,26 

LehrtextSimon Petrus spricht zu Jesus: Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! Johannes 21,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

gestern war im Zusammenhang mit dem Losungswort von den Folgen von Davids Sünde die Rede. Heute steht im Hintergrund der Losung eine dieser Folgen. Absalom hatte gegen König David, seinen Vater, rebelliert. Dabei hat er so viele Soldaten auf seine Seite gebracht, dass David aus Jerusalem fliehen musste. Nun war das Schicksal des Königs gänzlich ungewiss. Würde er gegenüber seinem abtrünnigen Sohn die Oberhand behalten oder würde er von ihm geschlagen und vielleicht sogar durch sein Schwert sterben müssen? In dieser Situation sagt David den Satz, der zugleich unser heutiges Losungswort ist: »Siehe, hier bin ich. Der Herr mach's mit mir, wie es ihm wohlgefällt.« 
     David hat sich seinem Sohn nicht  ergeben. Er hat gegen ihn gekämpft bis dieser von einem von Davids Soldaten erstochen wurde. Aber David hat sich Gott ergeben, sein Schicksal in seine Hand gelegt. Ihm war klar, Gott würde es sowieso so machen, wie es seinem Willen entspricht. Später hat Jesus im Garten Gethsemane kurz vor seiner Verhaftung und seinem Tod ähnlich gebetet: »Vater, nicht wie ich will, sondern wie du willst.« Und uns allen hat er im Vaterunser die Bitte gelehrt: »Dein Wille geschehe!« Das sagt und betet sich leicht. Aber wie schwer kann es sein, auch anzunehmen, was nicht nach meinem Willen geht.
     In Heinrich Bölls Roman „Billard um halb zehn“ ist der heutige Lehrtext ein zentrales Motiv. Der Architekt Dr. Robert Fähmel sprengt am Ende des Zweiten Weltkriegs die von seinem Vater gebaute Abtei Sankt Anton. Denn die Mönche hatten sich den Nazis angebiedert, den „Büffeln“ und, wie es in dem Roman heißt, von deren Sakrament gekostet statt von dem des Hirten Jesus Christus. Sie wie andere maßgebliche Kirchenleute hatten Jesu Auftrag „Weide meine Lämmer“ schmählich missachtet und die Lämmer den Wölfen überlassen. Lämmer? Damals waren es behinderte Kinder, Juden, solche, die sich den Nazis verweigert hatten und solche, die als 18,17 und 16-jährige in den letzten Kriegswochen noch verheizt worden sind. Vor sie hätte sich die Kirche stellen müssen, die katholische wie die evangelische. Doch beide haben versagt. Lag es vielleicht daran, dass sie Jesus nicht geliebt haben? (siehe Lehrtext)
     Und heute? Wer sind die Lämmer heute, vor die sich die Kirchen, und wenn sie es wieder nicht tun, die Gemeinden und einzelne Christen stellen sollen? Jesu Auftrag gilt nach wie vor. Er bedeutet, denen beizustehen, die heute unter die Räder des Staates, der Wirtschaft und der Gesellschaft geraten. Vielleicht fällt dir ja jemand ein, der deine Unterstützung braucht zum Beispiel ein muslimisches Kind auf der Flucht oder ein deutsches Hartz-IV-Kind in der Grundschule. Ich weiß von Einzelnen, die solche Lämmer weiden, Gläubige wie Ungläubige. Sie sind die Gesegneten des Herrn.

Gebet: Herr, mein Schicksal liegt in deiner Hand. Und auch wenn ich weiß, dass dein Wille geschehen wird, so bitte ich doch, dass du es weiterhin gut mit mir und meinen Angehörigen meinst. Du bist ja mein guter Hirte. Und falls sich etwas ändert, so erhalte mir mein Gottvertrauen und gib mir die Kraft, anzunehmen und zu tragen, was angenommen und getragen werden muss. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 12. April 2018

Aus Schuld wird Segen hl

Losung:  Ein Psalm Davids, als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Psalm 51,3 

LehrtextIn Jesus Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade. Epheser 1,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kennst du die Geschichte von David, Batseba und Nathan? Es lohnt sich sehr, sie zu kennen und sie auch mal wieder nachzulesen, weil man doch die eine oder andere Einzelheit vergisst. Nein, ein Ruhmesblatt ist diese Geschichte für König David nicht. Eher das Gegenteil. Umso erstaunlicher, dass sie in der Bibel aufgeschrieben ist und die mächtigen Nachkommen Davids das nicht verhindern konnten. Und noch erstaunlicher ist, dass sie wieder im Buch der Psalmen anklingt, wo das Reue-Gebet Davids abgedruckt ist, aus dem die heutige Losung kommt. Das ist es, was die Bibel auszeichnet, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt und auch die Mächtigen nicht verschont. Wenn man so will, ist sie auch so etwas wie der Mutterboden für die moderne Meinungs- und Pressefreiheit.
     David also appelliert an Gottes Gnade und Barmherzigkeit und bittet ihn um die Vergebung seiner Sünden, genauer seines Ehebruchs mit Batseba und seines Mordes an ihrem Mann Uria. Kann man ein solches Verbrechen überhaupt vergeben? Menschen vielleicht nicht, aber Gott. Doch auch wenn David die Sünde vergeben ist, so hat sie doch Folgen, mit denen er und seine Nachkommen leben müssen.
     Du kannst jetzt einwenden, Gott vergibt doch sowieso. Spätestens seit Jesus kennen wir seine bedingungslose und umfassende Gnade (Lehrtext). Das stimmt. Aber was nützt dir das, wenn du seine Vergebung nicht erlebst und spürst? Deshalb braucht es auch das Bekenntnis eigener Schuld und die ausdrückliche Bitte um Vergebung. Erst dann, so glaube ich jedenfalls, kannst du auch erleben, wie dir eine Last abgenommen wird und du eine neue Chance bekommst. 
     Manchmal dauert es, bis man dazu bereit ist. Manchmal braucht es dazu einen Anstoß von außen. So war das auch bei David. Erst als der Prophet Nathan zu ihm kam und ihm mit dem Gleichnis das ganze Ausmaß seiner Schuld vor Augen geführt hatte, war er bereit, sie zu bekennen und um Vergebung zu bitten. Die Folgen der Schuld waren, dass der erste Sohn aus dem Ehebruch nach der Geburt gestorben ist, dass es fortan in Davids Königsgeschlecht immer wieder zur Gewaltexzessen gekommen ist und er Gott auch den Tempel nicht bauen durfte. Aber Gott kann auch Schuld in Segen wandeln. Und deshalb heißt es von seinem zweiten Sohn Salomo, den er mit Batseba hatte: »Und der Herr liebte ihn.«

Gebet: Herr, lass mich meiner Schuld ins Gesicht sehen, damit ich mich eines Besseren besinnen kann. Vergib mir, wenn ich dich darum bitte und mache mich bereit, auch denen zu vergeben, die an mir schuldig geworden sind. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 11. April 2018

Gottes große Treue hl

​​Losung: HERR, wer ist wie du? Mächtig bist du, HERR, und deine Treue ist um dich her. Psalm 89,9 

LehrtextJesus Christus ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Fürst der Könige auf Erden! Offenbarung 1,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Keiner ist wie Du! Niemand sonst berührt mein Herz so wie Du. Wo auch immer ich noch suchte, o Herr, es bleibt: Keiner ist wie Du!« Wie oft haben wir nicht schon dieses Lied in unseren Lichtblickgottesdiensten gesungen! Ja, zu Gott gibt es keine Alternative, für mich nicht. Und ich suche auch nicht mehr danach. Wer oder was sonst sollte denn an seine Stelle treten? Eine höchste Idee? Die Naturgesetze? Eine ultrastarke Energie? Das Prinzip der Evolution? Der Zufall? Oder sonst irgendeine Gottheit, die von Menschen angebetet wird? Nein, das alles ist für mich keine Alternative zu Gott. Und für dich?
     Denn, liebe Leserin, lieber Leser, er war mir treu und er ist mir treu, sonst wäre ich jetzt nicht hier. Und ich glaube, dass dasselbe auch auf dich zutrifft. Dass es sich so verhält, dafür zeugt und bürgt Jesus (Lehrtext). In ihm, so glaube ich, lebte Gottes Treue. Und darum blieb er uns Menschen treu bis in den Tod. Und auch das glaube ich, dass Gottes Liebe und Treue nicht sterben können. Und darum konnte auch Jesus nicht im Tod bleiben, sondern ist als Erster „hineingeboren“ ins ewige Leben, wohin wir ihm folgen.
     So weit sind die beiden heutigen Bibelworte für mich plausibel, nachvollziehbar. Und jetzt bist du dran, über sie nachzudenken und dich zu fragen, ob und wie sie auch für dich nachvollziehbar sind.

Gebet

All Morgen ist ganz frisch und neu
des Herren Gnad und große Treu;
sie hat kein End den langen Tag,
drauf jeder sich verlassen mag.
(Johannes Zwick, vor 1541.EG 440, 1)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 10. April 2018

Einst, jetzt und dann hl

​​Losung: Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. Psalm 22,11 

LehrtextPaulus schreibt: Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. Philipper 1,6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gebet: Herr, du warst schon mein Gott, als ich dich noch nicht kannte und auch später, als ich nur eine vage Vorstellung von dir hatte. Du bist mir immer schon voraus. Auch jetzt. Denn jetzt kann ich nur glauben und bin begrenzt in meinen Möglichkeiten, dich zu erkennen. Aber einmal, so hast du es versprochen, werde ich dich schauen von Angesicht zu Angesicht. Dann werden mir die Augen übergehen und ich werde staunen ohne Ende und dich loben und preisen, was du für ein herrlicher und wunderbarer Gott bist, der alle meine Vorstellungen sprengt. Dann wirst du den Glauben, den du in mir begonnen hast, vollendet haben und ich werde durch ihn hindurch gegangen sein wie durch einen Vorhang und nichts wird mich mehr trennen von dir, kein Irrtum und Zweifel, keine Angst und keine Trägheit des Herzens. Dann bin ich wieder und für immer daheim bei dir, wo mit mir alles begonnen hat. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 9. April 2018

Von der Kraft, Gutes zu tun hl

Losung: Gerecht ist er, der HERR, ich aber war widerspenstig gegen sein Wort. Klagelieder 1,18 

Lehrtext Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes,
der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, 
und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Hebräer 13,20-21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gutes tun und Gottes Willen erfüllen – das ist seit jeher der Anspruch, den die Bibel an die stellt, die glauben. Das gilt auch heute für dich und für mich. Aber zugleich ist die Bibel, in diesem Fall der Hebräerbrief, realistisch genug, dass es nicht reicht, das einfach nur so zu sagen. Deshalb verbindet der heutige Lehrtext diesen Anspruch mit dem Wunsch, dass Gott einem Menschen dabei helfen und Christus ihm die Kraft geben möge, das zu tun, was Gott gefällt. 
     Diesen Wunsch mache ich mir als Gebet zu eigen, weil ich weiß, dass ich genau das brauche: Hilfe und Kraft von Gott. Aber auch das brauche ich, dass ich mir den Anspruch der Bibel zu eigen mache und somit auch von mir selbst erwarte, Gutes zu tun und Gottes Willen zu erfüllen. Ich tue das auch deshalb, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich dann im Einklang mit mir selbst bin und inneren Frieden habe, wenn ich im Einklang mit dem »Gott des Friedens« bin. Darum ist dieser Anspruch nicht etwas Fremdes, was ich widerwillig tue, sondern in meinem ureigensten Interesse. 
     Doch obwohl das so ist, habe ich aus mir selbst heraus nicht die Kraft, das zu tun. So wie ja auch der Apostel Paulus schreibt: »Das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. « (Römer 7,19) Das ist natürlich etwas zugespitzt, aber dadurch kommt der Grundkonflikt zum Vorschein, in dem sich wohl jeder Mensch befindet. Vielleicht hatte Paulus dabei auch das heutige Losungswort vor Augen.
     Aber was ist das Gute? Die Bibel selbst beantwortet das kurz und bündig so: »Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.« (Micha 6,6-8) oder in einer neueren Übersetzung: »Halte dich an das Recht, sei menschlich zu deinen Mitmenschen und lebe in steter Verbindung mit deinem Gott!«
     
Gebet: Herr, ich bitte dich an jedem Tag neu um deine Hilfe und Kraft, so zu leben wie du es von mir erwartest und wie es mir und meinen Mitmenschen gut tut. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 8. April 2018

Pantoffelheld Abraham? hl

Losung: Der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben dort, wo er liegt. Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zum großen Volk machen. 1.Mose 21,17-18 

LehrtextSo liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. Römer 9,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

alle berufen sich auf Abraham: Juden, Christen und Muslime. Im Neuen Testament wird er „Vater des Glaubens“ genannt. Und doch war er im entscheidenden Augenblick ein Pantoffelheld. Jedenfalls kommt es mir so vor. Sara, Abrahams Frau und die Mutter des von Gott versprochenen Sohnes Isaak, war eifersüchtig und missgünstig. Sie wollte ihre ägyptische Magd Hagar nicht mehr in ihrer Nähe dulden, mit der Abraham bereits seinen Sohn Ismael gezeugt hatte. Das ging so weit, dass sie den Tod ihrer Magd und ihres kleinen Sohnes wollte und Abraham befahl, beide in die Wüste zu schicken, damit sie dort sterben. Die Bibel ist gnädig mit Abraham und sagt, dass Gott ihm schon vorher mitgeteilt habe, er werde die beiden retten. Vielleicht war es so. Vielleicht aber wird Abraham so nur in einem etwas günstigeren Licht dargestellt. [Oder, gestatte mir diese kleine, unqualifizierte Bemerkung, hat sogar Gott vor Sara gekniffen? Aufgebrachten Frauen ist sogar das zuzutrauen.]
     Wie dem auch sei, Gott lässt Hagar und den kleinen Ismael in der Wüste nicht im Stich. Das ist entscheidend. Als die Mutter bereits alle Hoffnung aufgegeben hatte, rief der Engel Gottes vom Himmel her und sprach zu ihr: »Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben dort, wo er liegt. Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zum großen Volk machen.« (Losung) Und der Engel zeigte ihr einen Brunnen, sodass beide überlebten.
     Wieder einmal denkt ein Mensch. Aber wieder einmal lenkt Gott. Nein, an mir liegt es nicht, nicht an meinem Gestrampel, nicht an meinem Eigensinn, dass wird, was werden soll (Lehrtext). Aber an Gottes Erbarmen. Sein Wille geschieht. Oft anders, als ich mir das vorstelle. Aber schließlich und endlich doch so, wie es am besten ist.
 
Gebet: Herr, von dir heißt es, du habest alles in der Hand, die große Welt und meine kleine. Das will ich gern glauben. Denn wenn du nicht alles regierst, wer dann? Wenn dein Wille nicht geschieht, wessen Wille dann? Ich will mein Schicksal und das der Menschen, die mir nahe stehen, nicht in die Hand eines anderen Menschen legen noch in die des Zufalls, sondern in deine Hand. Da ist alles geborgen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 7. April 2018

Mehr als Silber und Gold hl

​​Losung: Silber und Gold kann nicht erretten am Tage des Zorns des HERRN. Hesekiel 7,19 

LehrtextWas ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Matthäus 25,45 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn dich Silber und Gold nicht aus einem gottverlassenen Leben retten, was dann?
     Zunächst antworte ich auf die Frage, wer führt denn ein gottverlassenes Leben? Jemand, den Gott verlassen hat oder jemand, der Gott verlassen hat? Was meinst du? Ich denke, das Zweite stimmt. Ein Grundproblem des Menschen ist nicht, dass Gott ihn verlässt, sondern dass er Gott verlässt.
     Dann frage ich, wovor werde ich denn gerettet? Vor Gottes Zorn und Gericht? Das mag man im Alten Testament so sehen. Im Vertrauen auf Jesus sehe ich das anders. Gott zürnt nicht, sondern hat Mitleid mit seinen Menschenkindern. Darum kommt er in Jesus zu uns. Er richtet nicht hin. Er vergibt seinen Menschenkindern und richtet sie auf. Denn sein Gericht heißt Gnade. Seine „Strafe“ heißt Liebe. 
     Und jetzt suche ich nach einer Antwort auf die eingangs gestellte Frage, was dich und mich denn rettet, wenn schon nicht Silber und Gold? Dabei werde ich in der Apostelgeschichte Kapitel drei fündig, wo Petrus zu einem Gelähmten sagt: »Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh.« Es ist der Glaube und das Vertrauen auf Jesus Christus, das rettet und heilt.
     Vielleicht sagst du jetzt: „Was soll's, das weiß ich doch längst.“ Dann kann ich dir zu deinem Glauben nur gratulieren. Aber zum Glauben gehört untrennbar die Nächstenliebe hinzu. Und da wird es heikel, wenn ich von Jesus aus dem Lehrtext erfahre: Alles, was ich den Geringsten meiner Menschengeschwister nicht getan habe, das habe ich Jesus auch nicht getan. Schließlich begegnet er mir in ihnen. 
     Ich ziehe daraus für mich den Schluss, dass ich den Hilfsbedürftigen – und das ist jeder Mensch, den irgendeine Not bedrückt, egal ob arm oder reich – so begegnen will, dass sie lächeln und die Begegnung in guter Erinnerung behalten können. Dazu brauche ich nicht in erster Linie Silber und Gold, obwohl ich einem, der um Geld bittet, eine geringe Summe nicht abschlagen will. Dazu brauche ich vor allem ein bisschen Zeit, einen verständnisvollen Blick, ein paar einfühlsame Worte. Diese bescheidenen Dinge wirken manchmal Wunder.

Gebet:  Herr, von dir ist niemand verlassen. Du bleibst jedem treu, den du geschaffen hast. So möchte ich mich und meine mit Menschen sehen, als solche, denen Gott treu ist. Ich möchte in ihnen aber auch dich sehen, der du in Jesus zu ihnen kommst und in ihnen zu mir. In denen, die meine Zuwendung brauchen, will ich dich ehren. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 6. April 2018

Immer und überall hl

Losung: Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Psalm 126,1 

LehrtextAls Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten. Markus 16,9-10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie es dir zur Zeit geht, weiß ich nicht. Aber das weiß ich: 
Immer und überall gibt es Menschen auf der Erde, die mit großen Problemen zu kämpfen haben. Und auch das: 
Immer und überall gibt es Menschen, die so glauben wie in Psalm 126:
1 Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. 2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Völkern: Der HERR hat Großes an ihnen getan! 3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. 4 HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland. 5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. 6 Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. 
# Immer und überall werden Menschen in schier unerträglichen Zuständen gefangen sein. 
# Immer und überall werden sie beten und hoffen: „Der Herr wird uns helfen, er wird uns befreien.“
# Immer und überall nehmen sie mitten in ihren Problemen die Zeit vorweg. Stellen sich vor, wie es sein wird, wenn sie davon erlöst sind und wieder lachen werden, obwohl sie jetzt weinen und Gott wieder rühmen, obwohl sie jetzt klagen.
# Immer und überall weinen sie in ihren Schmerzen und in ihrem Leid. Doch jede Träne, die sie vor Gott weinen, ist nicht umsonst geweint. Er wandelt sie in ein Samenkorn, aus dem neues  Leben, aus dem die Garben der Freude hervorgehen. Und dann werden sie sagen: "Wie im Traum."
# Immer und überall – das gilt auch für deine Zeit und den Ort, an dem du lebst. 
     Vielleicht geht es dir ja jetzt gut und du kannst zufrieden sein mit deinem Leben. Dann danke deinem Gott und preise ihn. Vielleicht bist du aber zur Zeit ein Gefangener deiner Schwierigkeiten, gefangen in einer Krankheit, in einem Streit, in Sorgen, gefangen in einer Sucht oder Angst. Dann lies den Psalm 126 einmal, zweimal, öfter. Dann stell dir vor, wie es sein wird, wenn du wieder frei bist. Dann lies die Geschichte von Jesu Auferstehung oder wenigstens den heutigen Lehrtext. Es soll ein Ende haben mit allen Tränen, mit allem Leid, mit aller Last, weil Gott es so will. Und auch dazu hat er Jesus von den Toten auferweckt, damit wir uns jetzt schon an dieser frohen Botschaft immer wieder aufrichten können.

Gebet: Herr, ich bitte dich für die Vielen, die jetzt weinen, dass sie wieder lachen können, weil du ihr Leid  in Freude wandelst. Ich bitte dich, auch mich in dem Glauben zu stärken, dass du einmal alle Tränen abwischen wirst und mit der Kraft, mit der du Jesus auferweckt hast, auch mich erlösen wirst. Ich bitte dich, dass ich mich auch in diesem Leben immer wieder an dieser Hoffnung aufrichten kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach