Montag, 19. November 2018

Rettende Worte – tröstende Bilder hl

Losung: Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Josua 1,5 

LehrtextJesus spricht: Eure Traurigkeit soll zur Freude werden. Johannes 16,20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich weiß nicht, in welcher Verfassung du gerade bist. Wenn es dir im Großen und Ganzen gut geht, so wie mir im Augenblick, dann sagst du vielleicht beim Lesen von Losung und Lehrtext: „Das sind schöne, ermutigende Bibelworte. Sie gefallen mir.“ Und genau das sage ich auch. Aber es können Zeiten kommen, da sind das nicht nur schöne Worte. Da wird die Losung wie ein Glas Wasser für einen Verdurstenden sein. Und wenn es dann soweit sein wird, werde ich mich an Gottes Versprechen klammern wie an einen Rettungsring. 
     Doch bis es soweit ist – und ich rechne durchaus damit, dass es auch in meinem Leben noch Erschütterungen geben wird – bis es soweit ist, will ich dieses Wort nicht nur auswendig lernen, sondern fest in meinen Glauben einbauen. Denn auf einem solchen Versprechen, gründet mein Gottvertrauen. Das hilft mir, durchzuhalten und, wenn es sein muss, zu kämpfen. Denn damit sagt mir Gott: „Du bist nicht allein. Ich bleibe bei dir und kämpfe mit dir. Ich werde dich unterstützen und dafür sorgen, dass alles gut wird.“
     Im Lehrtext verspricht Jesus, dass die Nachtzeiten ein Ende haben werden und die Freudensonne wieder scheinen wird. Auch an dieses Wort möchte ich mich erinnern, wenn es einmal in mir und um mich dunkel wird. Wenn ich einmal schwer an meinem Leid tragen muss und die Traurigkeit einen schwarzen Schatten auf mein Leben wirft. Und darum sollen diese beiden Bibelworte für den heutigen Tag sozusagen zur Inneneinrichtung meines Glaubenshauses gehören. Das soll so ähnlich sein wie mit dem Bild von Jesus als dem guten Hirten. das über dem Bett meiner Großeltern hing. Sie hatten es jahrzehntelang vor Augen. Es hat ihren Glauben geprägt. Ich glaube, es wurde für sie im Lauf der Zeit auch zu einem inneren Bild. Es hat sie darin bestärkt, dass Gott den Lebensweg mitgeht - bis zuletzt.

Gebet: Herr, ich danke dir für diese ermutigenden und tröstlichen Worte. Ich will sie nicht mehr vergessen. Ich will mich daran festhalten, wenn ich Halt brauche und die Gewissheit, dass du da bist. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 18. November 2018

Was dem Frieden dient (Predigt) hl

Predigt zum Volkstrauertag 2018 über Lukas 19,41-43

Liebe Gemeinde,

»Wenn doch auch du heute erkannt hättest, was dem Frieden dient!« Damit beginnt das heutige Bibelwort für diese Predigt. Manche von euch kennen diesen Satz. Manche sagen: Diese Worte sind 2000 Jahre alt, sie haben mit uns heute nichts mehr zu tun. Ich sage: Was Jesus den Menschen damals gesagt hat, das sagt er uns heute. Wer damals auf ihn gehört hat, dessen Leben hat sich zum Guten verändert. Wer heute auf ihn hört, erlebt das ebenso.
     Doch wie kann man das verstehen? Höre ich heute auf Jesus, werde ich nicht schlagartig gesund, wenn ich krank bin; nicht schlagartig reich, wenn ich arm bin; nicht schlagartig glücklich, wenn ich unglücklich bin. Doch der Glaube verändert meine Einstellung zur Krankheit, zum Geld, zum Unglück. Der Glaube hilft mir, mit den Widrigkeiten meines Lebens, mit meinen Ängsten, Sorgen und Problemen zu leben.
     Nein, Jesus ist kein Zauberer. Er zaubert das, was negativ ist, nicht Simsalabim weg. Doch wer in seinem Geist lebt, für den ändert sich das Leben und er selbst ändert die Welt. Das behaupte ich nicht nur, das habe ich erlebt und erlebe es bei anderen. Meistens sind das keine spektakulären Änderungen. Sein Geist wirkt mehr im Verborgenen, auf eine stille Art, sanft, aber nachdrücklich, scheinbar wirkungslos und doch mit großer Kraft.
     Mein Leben hat sich nach und nach geändert, als ich das, was mir sehr weh getan und mich enttäuscht hat, - als ich das im Glauben angenommen habe. Das ging nicht von heute auf morgen. Das war ein langer Prozess über Jahre. Irgendwann war es dann soweit, dass ich mich mit der Wirklichkeit arrangiert habe oder besser gesagt, dass ich mich mit der Situation, so wie sie ist, versöhnt habe. Damit sind die negativen Gefühle, ist mein Unglücklichsein, meine Enttäuschung verschwunden. Das hat mir zum Frieden gedient, wie es im Bibelwort heißt.
     Ohne meinen Glauben, hätte ich das nicht geschafft. Mir haben meine Gebete geholfen. Vor allem hat mir geholfen, dass ich Gott immer wieder gedankt habe für das, was in meinem Leben doch gut ist. Das hat mir einen anderen Blick auf mich selbst und die Welt verschafft. Das hat mich dankbar und zufrieden gemacht. Und was, liebe Freunde, was will man mehr?
Im Licht meines Gottvertrauens ist mir bewusst geworden, dass da nicht nur mein Wille am Werk war, sondern dass Gott mir diesen anderen Blick geschenkt hat und ich mit seiner Hilfe über die Probleme hinweggekommen bin.

Doch im Glauben geht es ja nicht nur mich persönlich. Im Bibelwort heute geht es um den Frieden zwischen den Völkern. Da heißt es:
     41 Als Jesus die Stadt Jerusalem vor sich liegen sah, weinte er über sie. 42 »Wenn doch auch du heute erkannt hättest, was dir Frieden bringt!«, rief er. »Aber jetzt bist du mit Blindheit geschlagen. 43 Es kommt eine Zeit, da werden deine Feinde dich dem Erdboden gleichmachen und deine Bewohner töten. Denn du hast die Gelegenheit, als Gott dir nahekam, nicht genutzt.«
     Wie gesagt, dieses Wort galt nicht nur den Bewohnern Jerusalems zur Zeit Jesu, es gilt unverändert durch die Zeit auch uns heute. Auch wir müssen uns nicht nur heute am Volkstrauertag  fragen, was zu unserem Frieden dient. Wir haben allen Grund dazu, weil seitdem Jesus dieses Wort gesagt hat, gerade auch in seinem Namen zahllose Kriege geführt worden und zahllose Menschen in einem Ozean von Blut und Tränen untergegangen sind.
     Was aber dient dem Frieden? Dazu möchte ich zunächst mit euch darüber nachdenken, was dem Frieden nicht dient, was zu Konflikten und schließlich auch zum Krieg führt. Damals wie heute waren es negative Gefühle wie Überheblichkeit, Gier, Rachsucht, Größenwahn und immer wieder der dreimal verfluchte Nationalismus. Und durch alle Zeiten galt dasselbe Motto: Wir sind im Recht, wir sind die Guten. Die anderen sind im Unrecht, sie sind die Bösen. Gegen sie müssen wir rüsten, vor ihnen auf der Hut sein und ihnen möglichst zuvorkommen, bevor sie uns angreifen.
     So ist das bis heute. Man braucht den äußeren Feind, um nach innen die Reihen fest zu schließen. Man braucht die Minderheiten, um ihnen die Schuld für all das geben zu können, was im eigenen Land nicht gut läuft. Man braucht Militär und Waffen, um sich stark und sicher zu fühlen. Man muss dem Feind, den man sich selbst geschaffen hat, drohen, um ihn umso gefährlicher erscheinen zu lassen. Das alles dient nicht dem Frieden. Das alles führt seit Jahrtausenden immer wieder von Krieg zu Krieg.
     In diesem Jahr erinnern wir an das Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Dabei sollten wir auch daran denken, wie er begonnen hat. Den Völkern in Europa ging es verhältnismäßig gut. Kunst und Wissenschaft blühten, die Wirtschaft wuchs, das Elend der unteren Schichten nahm ab. Doch die Königshäuser in Europa gönnten sich gegenseitig nicht das Schwarze unterm Fingernagel. Gerade weil sie alle miteinander verwandt waren, wollte man es den anderen zeigen, wer es besser kann, wer mächtiger ist, wer das stärkere Militär hat. Und so genügte ein verhältnismäßig kleiner Anlass, um wie von Sinnen aufeinander einzuschlagen.
     Als der Krieg begann, liefen in ganz Europa die Leute auf die Straße und waren begeistert. Jetzt endlich war es mit dem langweiligen Frieden vorbei. Jetzt endlich passierte etwas. Jetzt endlich konnte man es der Welt zeigen, wer die glorreiche Nation ist, welches Volk das größte ist. Und so herrschte zu Beginn des Krieges ein heute nicht mehr vorstellbarer Jubel. Vier Jahre und 20 Millionen Tote später war die Ernüchterung groß. So hatte man sich das dann doch nicht vorgestellt.
     Warum ich das erzähle? Weil ich gewisse Parallelen zu unserer heutigen Situation sehe. Auch in unserer Zeit geht es den Völkern Europas so gut wie noch nie in der Geschichte. Doch statt zusammenzuarbeiten, breitet sich in immer mehr europäischen Staaten der Nationalismus von neuem aus und will das Friedensprojekt „Vereintes Europa“ von innen her zerstören. Und wieder ist das Motto so ähnlich wie vor gut 100 Jahren: „Unser Volk, unser Land zuerst! Wir lassen uns doch von Europa nicht Regeln und Gesetze diktieren. Wir nehmen unser Schicksal in die eigene Hand und leben so, wie es uns gefällt. Raus aus der EU! Fort mit der EU!“
     Mir kommt unsere Situation heute so vor wie es in einem Sprichwort heißt: „Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis.“  Um Gottes und der Menschen willen NEIN!
Wie sagte Jesus noch mal? »Wenn doch auch du heute erkannt hättest, was dir Frieden bringt!  Aber jetzt bist du mit Blindheit geschlagen. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben. Denn du hast die Gelegenheit, als Gott dir nahekam, nicht genutzt.«
     Was ich im Glauben persönlich erlebt und wovon ich zu Beginn gesprochen habe, das gilt meines Erachtens auch im Großen. Der Glaube an Gott, so wie er uns in Jesus Christus nahekommt, hilft uns, uns selbst und diese Welt in einem anderen, in einem neuen Licht zu sehen. Er befreit uns aus der Knechtschaft unserer eigenen, negativen Gefühle. Er zeigt uns, wie kurz unser Leben ist und wie dumm wir wären, wenn wir es uns gegenseitig zur Hölle machten. Durch den Glauben erfahren wir, dass wir nur gemeinsam eine gute Zukunft haben. „Leben und leben lassen“ – das, so sagt man, sei die bayerische Lebensart. Ich wünsche mir sehr, dass das so stimmt.
     Was dem Frieden im Großen dient, im Staat, in der Politik, das üben wir im Kleinen ein, in der Familie, am Arbeitsplatz. Wer sich da, wo er lebt und arbeitet im Griff hat, leistet einen kleinen, aber dennoch unverzichtbaren Beitrag zum Frieden im Großen. Wer den Hass aus seinem eigenen Herzen verbannt, hilft mit, ihn aus unserem Land zu verbannen. Wer auf Gewalt verzichtet, stärkt den Frieden in unserer Gesellschaft und Welt.
     Es gibt eine ganz einfache Regel, nach der das Zusammenleben im Kleinen wie im Großen funktioniert. Sie steht in der Bergpredigt Jesu und heißt: »Alles, was ihr euch von anderen wünscht, das tut ihnen zuerst!« 
     Das ist es, was dem Frieden dient. Dieses Wort gilt damals wie heute. Vielleicht sind wenigstens wir klüger und hören darauf.
Amen

Samstag, 17. November 2018

Gezählte Tage hl

Losung: Die Tage deiner Trauer werden ein Ende haben. Jesaja 60,20 

LehrtextGott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Offenbarung 7,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn es jemandem richtig schlecht geht, vor allem, wenn er einen großen Verlust erlitten hat, sollte man diesen Satz möglichst vermeiden: „Kopf hoch, es wird schon wieder!“
Der Satz ist nicht falsch. Im Gegenteil, genauso ist es auch. Das Sprichwort sagt: „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Doch das hilft dem nicht, der gerade mitten im Leid lebt. Das Beste ist, du zeigst Verständnis für seinen Schmerz und hörst ihm zu. Jedes Mal, wenn er von seinem Leid erzählen kann, wird es ein kleines bisschen besser. Wenn du doch etwas dazu sagen willst, kann ein Gebet helfen. Dann kannst du so ähnlich sagen:

Gebet:  Herr, du siehst, wie schlecht es Ursula gerade geht, wie schwer sie an ihrem Leid trägt. Lass sie spüren, dass du jetzt bei ihr bist und ihr tragen hilfst. Du harrst bei denen aus, die untröstlich sind und weinst mit den Weinenden. Ich bitte dich, begleite Ursula durch das finstere Tal ihres Unglücks. Gib ihr so viel Kraft, dass sie diesen und den nächsten Tag schafft. Du hast versprochen, dass die Tage der Trauer nicht ewig dauern. Du selbst willst die Tränen trocknen. Daran erinnere ich dich. Darauf vertraue ich. Amen

Manchen erreichst du auch damit nicht. Ich kenne Menschen, die haben sich in ihrer Trauer regelrecht eingerichtet und haben aus dem Zimmer des Verstorbenen ein Museum gemacht. Doch wie will dann die Seele heilen? Wie will man ins Leben wieder zurückkehren, wenn man die Tür zuhält? 

Liebe Leserin, lieber Leser, die Tage der Trauer bleiben uns nicht erspart. Aber auch sie sind gezählt. Das sagt mir heute das Bibelwort und dir auch.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 16. November 2018

Mehr als ein Fels hl

Losung: Es ist kein Fels, wie unser Gott ist. 1.Samuel 2,2 

LehrtextJesus spricht: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Matthäus 7,24 

Liebe Leserin, lieber Leser,

senkrecht ragt der riesige Felsbrocken an allen Seiten in die Höhe. Deshalb hatten die Juden auf seinem Plateau ihre uneinnehmbare Festung Masada gebaut. Als dann die Römer unter Feldherrn Titus im Jahre 70 nach Christus den jüdischen Staat für 2000 Jahre ausradiert und auch den Jerusalemer Tempel komplett zerstört hatten, flüchteten sich die letzten überlebenden Freiheitskämpfer auf diesen Felsen. Man hatte dort oben riesige Zisternen angelegt, um genügend Wasservorräte zu haben, ebenso entsprechend große Speicher für Lebensmittel. Die Römer verfolgten die letzten bewaffneten Juden, die in ihren Augen Terroristen waren, bis zu dieser Festung. Dann mussten sie haltmachen, weil sie uneinnehmbar war. 
     Uneinnehmbar? Rings um diesen Felsbrocken errichteten sie eine Mauer, die Tag und Nacht bewacht wurde, sodass von außen niemand auf den Felsen hinauf und von oben niemand hinunter kam. Dann begann die Belagerung. Da die Juden aber genügend Vorräte hatten, würde das ein sehr langwieriges Unternehmen werden, bis sie ausgehungert sind. Deshalb schütteten die Römer mit ihren Sklaven und Kriegsgefangenen kurzerhand einen riesigen Wall auf, der bis an die obere Kante dieses Felsblocks reichte. Die Verteidiger wehrten sich erbittert. Doch es nützte ihnen nichts. Als der Wall fertig war und die Römer die Festung stürmten, hatten sich alle jüdischen Kämpfer bis auf zwei oder drei mit ihren Familien umgebracht. Man kann diesen Felsen mit den Überresten der Verteidigungsanlagen und den Wall noch heute besichtigen. Man kann den beschwerlichen Weg zu Fuß nehmen oder mit einer Seilbahn hinauf fahren.
     Nein, kein Fels, und sei er noch so hoch und schroff, ist uneinnehmbar. Kein Fels besteht für immer. Erdbeben und Erosion sorgen dafür, dass auch der stärkste Fels irgendwann nur noch Schutt ist. Gott aber ist unantastbar und ewig. Wenn alles in Trümmer fällt, er wankt nicht. Das ist die Botschaft der heutigen Losung. Und passend dazu heißt es im Hiobbuch: „Ich weiß dass mein Erlöser lebt und als der letzte wird er sich über dem Staub erheben (Hiob 19,25).“
     Als nach 1945 Deutschland in Trümmern lag und Millionen aus den Ostgebieten in den Westen flüchteten mit nichts als den Kleidern am Leib, da hatten sie diesen Gott in ihren Herzen. Den konnte ihnen nichts und niemand nehmen. Und in einem Vers, den wir oft bei Beerdigungen singen, heißt es:
Wenn alles bricht,
Gott verlässt uns nicht;
größer als der Helfer
ist die Not ja nicht.
Im Lehrtext ist noch von einem anderen Felsen die Rede, vom Fels der Tat. Bloße Lippenbekenntnisse, sagt Jesus, haben wenig Wert, wenn es hart auf hart kommt. Doch wer den Glauben lebt und ihn in Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber den Mitmenschen bewährt, der hat sein Lebens- und Glaubenshaus auf einem festen Fundament gebaut.

Gebet: Ja Herr, du bist mehr als ein Fels. Du bist unvergänglich und beständig. Bei dir muss ich keine Angst haben, dass du versagst und mich im Stich lässt. Darum baue ich auf dich. Du bist das Fundament in meinem Leben. Bei dir finde ich Halt, wie sehr auch die Stürme wehen und die Erde bebt. Und wenn mein Glaube nicht mehr ausreicht und mein Vertrauen nicht mehr stark genug ist, dann halte du mich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

p.s.: In den letzten beiden Tagen sind keine Losungsauslegungen erschienen, weil Telefon und Internet komplett ausgefallen sind. Seit heute ist alles wieder repariert. Ich hoffe, dass die erheblichen Schwierigkeiten, die wir in den letzten Monaten mit dem Internet hatten, nun behoben sind.

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Dienstag, 13. November 2018

Auf Adlerflügeln Teil 2 hl

LosungDer HERR spricht: Ihr habt gesehen, wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. 2.Mose 19,4 

LehrtextDem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter. Epheser 3,20-21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Nils Holgersson war ein ungezogener Junge. So schildert ihn Selma Lagerlöf, die diese Kinderbuchfigur 1907 erfunden hat. Zur Strafe wurde er von einem Wichtelmännchen geschrumpft. Doch das war für ihn der Beginn sagenhafter Erlebnisse. Nun flog er eine Zeit lang auf dem Rücken des Gänserichs Martin zusammen mit den Wildgänsen nach Lappland und erlebte spannende Abenteuer. Das hätte mir auch gefallen.
     Doch was sind schon ausgedachte Geschichten gegen das wirkliche Leben? Und was ist schon ein Gänserich gegen Gott? Und was ein Sommer auf Martins Rücken gegen ein Leben lang auf Gottes Adlerflügeln? Und was die Rückkehr auf einen kleinen schwedischen Bauernhof gegen die Heimkehr in das göttliche Zentrum der Liebe, wo alles beginnt und alles endet?
     Und so werden wir beide, du und ich, auf seinen Adlerflügeln emporgehoben, getragen und gerettet bis wir alt und grau werden (Jesaja 46,3+4). So fliegen wir mit ihm durch unser Leben, durch finstere Nächte und freundliche Tage, durch gute und durch schlechte Zeiten. Und manchmal ist uns gar nicht bewusst, dass Gott uns auf seinen Adlerflügeln trägt, weil das schon immer so war, weil das auch jetzt so ist und auch so bleiben wird. Manchmal meinen wir, wir müssten alleine reisen. Und dann fürchten wir uns bisweilen. Dann machen wir uns Sorgen, wohin wohl die Reise geht und wie sie endet. Doch dann hören wir ein Wort wie das aus der heutigen Losung. Und dann fassen wir aufs Neue Vertrauen zu dem, der uns trägt.
     Und wenn wir uns dann zuweilen umblicken und zurückschauen auf den Weg, der schon hinter uns liegt, können wir bestätigen, was der heutige Lehrtext sagt:
 »Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt.« Das ist Grund genug, ihn zu loben und zu preisen. Und das geschieht am besten durch Jesus Christus, durch den wir ihn erkennen und erfahren. 
     Der schlimme Nils Holgersson wurde aus seiner Wichtelmännchen-Existenz durch eine gute Tat erlöst, indem er verhinderte, dass sein Martin geschlachtet wurde. Wir aber sind dadurch erlöst, was Jesus für uns getan hat. Darum müssen wir uns keine Sorgen machen, was einmal wird, sondern können dafür sorgen, dass wir hier und jetzt gemeinsam mit anderen klarkommen.
[siehe auch Losungsauslegung vom 26.01.2014 "Auf Adlerflügeln" Teil 1]

Gebet: Ja, Herr, du willst, dass ich das Meine tue, um in diesem Leben auch mit den Schwierigkeiten zurechtzukommen. Doch zugleich sagst du mir, dass du mich auf deinen starken Adlerflügeln trägst durch sonnige und stürmische Tage. Das hast du bisher getan. Und darum vertraue ich darauf, dass du das auch in Zukunft tun wirst. Denn 

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 12. November 2018

Faustregeln fürs Spenden hl

​​Losung: Wer ist bereit, dem HERRN heute eine Gabe zu bringen? 1.Chronik 29,5 

LehrtextWer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. 2.Korinther 9,6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gold, Silber und Edelsteine sollten die Israeliten zur Ausstattung des Tempels in Jerusalem spenden. Und sie haben das, der Bibel zufolge, auch reichlich getan (Losung mit Kontext). Sie glaubten, dass das eine Opfergabe für Gott sei. Und das glaubten und glauben wohl die meisten, die Kirchen errichten und prächtig ausstatten. Aber braucht Gott das? Ihm gehört doch sowieso alles. Auch mein Besitz gehört mir doch nicht. Er Ist mir von ihm nur geliehen. Wie sollte ich ihm also etwas geben, schenken, opfern? Nein, Gott braucht nichts von mir. Aber ich brauche alles von ihm, was meine Seele und meinen Leib lebendig macht.
     Wenn ich etwas spende, dann soll es meinen Mitmenschen zugute kommen, den Kindern und Jugendlichen in unserer Gemeinde, unseren Waisenkindern in Kilanya/Tansania und anderen Hilfsbedürftigen. Wenn ich etwas für unseren Friedhof spende, soll das denen zugute kommen, die da ihre Toten bestatten und trauern. Und wenn ich etwas für die technische Ausstattung unseres Lichtblick-Gottesdienstes spende, soll es uns allen zugute kommen, die wir diesen Gottesdienst gemeinsam feiern.
     Nein, Gott braucht nichts von mir. Wozu auch? Ich kann ihn mit meiner Spende nicht freundlich stimmen und auch nicht dazu bewegen, irgendetwas für mich zu tun. Er lässt sich nicht manipulieren und nicht bestechen. Von ihm kann ich nichts kaufen.
     Aber, das glaube ich, er freut sich, wenn ich ihm für seinen Segen danke. Und das wiederum kommt mir zu gut, weil mich das Danken freier und zufriedener macht. Er freut sich, wenn ich für meine Mitmenschen etwas übrig habe, weil ihnen das gut tut. Und das wiederum tut auch mir gut. Es gibt mir ein gutes Gefühl; ja, und auch ein gutes Gewissen. Warum nicht?
     Vielleicht ist das sogar so etwas wie eine Faustregel: Alles, womit ich Gott eine Freude mache, tut mir gut. Und auch das ist eine bewährte Faustregel: Je mehr ich für andere gebe, desto mehr kommt für mich zurück (Lehrtext). Und damit meine ich nicht nur Geld, sondern vor allem Freundlichkeit, Zeit und nicht zuletzt meine Gebete für sie.

Gebet
Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,
sondern überall uns zu dir bekennen.
Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.
Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

Keiner kann allein Segen sich bewahren.
Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.
Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,
schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.  (Dieter Trautwein)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 11. November 2018

erlöst und frei hl

Losung: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 2.Mose 20,2 

LehrtextDa gingen Paulus und Silas aus dem Gefängnis und gingen zu der Lydia. Und als sie die Brüder und Schwestern gesehen und sie getröstet hatten, zogen sie fort. Apostelgeschichte 16,40 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer einmal gefangen war, vergisst wohl nie mehr den Tag der Freiheit. So ging es nach dem letzten Krieg Tausenden deutscher Kriegsgefangener. So geht es heute Menschen, für die sich die Gefängnistore öffnen. Und vielleicht ging es auch dir schon einmal so, wenn du zum Beispiel in einer Krankheit gefangen und längere Zeit ans Bett gefesselt warst.
Das Volk der Israeliten hat mehrere solcher Freiheitserfahrungen gemacht. In der Bibel wird davon erzählt, wie Gott durch Mose das Volk aus der ägyptischen Sklaverei geführt hat.
     Hunderte Jahre später konnte die israelitische Oberschicht nach einem Erlass des persischen Königs Kyros aus der Gefangenschaft in Babylon heimkehren. Und 1945 öffneten sich für die Überlebenden Juden die Tore der Vernichtungslager und sie fanden in Palästina eine neue Heimat. Viele von ihnen dankten Gott für ihre Befreiung.
     Darum ist der Gott der Bibel nicht nur der Gott der Schöpfung, des Segens und der Gebote. Er ist vor allem der Gott der Freiheit. Das gilt buchstäblich, wenn Gefangene wieder frei werden. Das gilt aber insgesamt, wenn Menschen aus Krankheit, Schmerzen, Elend, Unterdrückung, Gewalt, Einsamkeit, Angst und Schuld erlöst (= befreit) werden. Dafür feiern wir Gott. Wir feiern an Weihnachten, dass er uns durch Jesus von aller Lieblosigkeit erlöst. Wir feiern an Ostern, dass er uns durch Jesus vom Tod erlöst.
     Eigentlich könnten wir Christen uns auch „die Erlösten“ nennen, weil wir mit Hiob sagen können: »Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.« (Hiob 19,25) Doch dann müsste man uns auch anmerken, dass wir befreiter, freier und erlöster als andere sind. Grund genug haben wir.

Gebet: Herr, es gibt so viele Dinge, die mich gefangen nehmen können. Doch du willst nicht, dass ich mein eigener Sklave bin noch der anderer. Du willst, dass ich frei bin, weil du mit mir verbunden bist. Manchmal, so glaube ich, bin ich auch so. Oft genug, das weiß ich, bin ich nicht so. Darum bitte ich dich, dass du mich immer wieder von allem erlöst, was mich vereinnahmen will. Erlöse mich auch von der Macht des Bösen und des Todes. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Samstag, 10. November 2018

Wir da drinnen, ihr da draußen hl

LosungDanket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Psalm 106,1 

LehrtextEs ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen. Titus 2,11 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich verlange nicht, dass du glaubst, was ich schreibe. Aber ich wünsche mir, dass du selbst tust, womit meine Losungsauslegungen überschrieben sind: „Nachdenken über die Bibel“. Zu welchem Ergebnis du kommst, ist dir überlassen. Das gilt besonders für meine heutigen Überlegungen zum Lehrtext.
     Seit Jahrtausenden funktioniert Religion nach dem Schema: „Wir da drinnen und ihr da draußen.“ Anders gesagt: Wir, die Geretteten und ihr die Verdammten. Wir, die wir die Wahrheit kennen und ihr, die ihr im Irrtum gefangen seid. Folgerichtig schlugen sich ebenfalls Jahrtausende die Anhänger verschiedener Religionen und Konfessionen gegenseitig die Köpfe ein. Noch heute werden die muslimischen Rohingya von radikalen Buddhisten in Myanmar grausam verfolgt. Und erst kürzlich hat man im Irak wieder Massengräber mit hunderten von Opfern der Terrororganisation „Islamischer Staat" entdeckt. Sie wurden massakriert, weil sie nicht den fanatischen Glauben ihrer Mörder teilten .
     Und was Konfessionskriege anrichten können, zeigen die aktuellen Fernseh-Dokumentationen über den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland, der vor 400 Jahren begann. Dabei glaubten die verfeindeten Lager, doch Christen zu sein. Aber die einen waren aus Sicht der anderen die falschen Christen. Selbst war man natürlich rechtgläubig. So wie das immer ist.
     „Wir da drinnen und ihr da draußen“ – dieses Denken ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. Und es prägt noch heute Politik und Gesellschaft: Wir Deutsche und die Ausländer, Flüchtlinge, Migranten, Juden, Schwule, Zigeuner usw. Früher hieß es: Wir Arier und ihr Untermenschen. - Nie wieder? Heute werden wieder vermehrt in ganz Europa Juden angegriffen. Das antisemitische Gift wirkt wieder stärker. Kristallnacht-Pogrom und Holocaust lassen grüßen. 
     Immer sind die Anderen verdächtig, weil sie anders sind. Durch ihr Anderssein fühlen sich viele bedroht, weil damit ihr eigenes Lebenskonzept, ihre Religion, ihre nationale Besonderheit, ihre eingebildete Einzigartigkeit, mit einem Wort ihre Identität relativiert und infrage gestellt wird. Ihr Hass auf Minderheiten ist Ausdruck ihrer eigenen Minderwertigkeitskomplexe. Sie zu erniedrigen, gibt ihnen das Gefühl, bedeutend zu sein.
     Das Schema „Wir da drinnen und ihr da draußen“ zieht sich auch durch die Bibel. Besonders ausgeprägt ist das im Alten Testament: Wir, das erwählte und rechtgläubige Volk und dort die nichtswürdigen, verworfenen Heiden. 
      Das hat sich fortgesetzt als man Kirchen gründete. Wieder kam es zur Selbstverherrlichung der scheinbar Rechtgläubigen und zur Verdammung derer, die andere Glaubensschwerpunkte hatten. Eskaliert sind die Konflikte in der Trennung zwischen katholischer Kirche und orthodoxer Kirche im Jahre 1054 und während der Reformationszeit. In der Bartholomäusnacht vom 23. auf den 24. August 1572 wurden in Frankreich mehr Protestanten (Hugenotten) getötet als Christen während der gesamten Christenverfolgung im römischen Reich. Nebenbei bemerkt, solche innerreligiösen Konflikte gab und gibt es auch bei den Muslimen, Buddhisten, Hindus und so weiter.
      Doch bereits die Propheten des Alten Testaments sprachen davon, dass am Ende der Zeit alle Völker der Erde sich zu einer großen Wallfahrt nach Jerusalem aufmachen werden, um dort gemeinsam den einen Gott anzubeten. Nun gut, das soll ja erst am Ende der Zeiten sein. 
     Und Jesus? Er zeigte eine erstaunliche Nähe zu denen da draußen, zu Menschen, die nicht zu einer bestimmten rechtgläubigen Gruppe gehörten. Er wollte, dass der barmherzige Samariter für alle ein Vorbild sei, obwohl dieser kein rechtgläubiger Jude war. Er sprach mit der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen. Er pries den römischen Hauptmann von Kapernaum, einen Heiden, für seinen Glauben und ebenso die Mutter aus Syrophönizien. Er heilte die Menschen, ohne nach ihrer Religion zu fragen (Lukas 17,11-19) noch zuvor eine Glaubensprüfung abzuhalten (Markus 5,25-34 usw). Und er verlangte nicht einmal, dass sie von nun an ihm folgen sollten. Er stellte auch keine moralischen Vorbedingungen (Lukas 7,36-50; Lukas 15, 11-24; Lukas 23,42-44). 
     Er riss die Mauer ein, die die Frommen und Reinen von den Unreinen trennte. Für ihn waren, wie schon der Name sagt, auch die Aussätzigen nicht draußen, nicht die körperlich und auch nicht die seelisch Kranken, nicht die Huren und auch nicht die Betrüger (Zachäus), nicht die mit ihm gekreuzigten Terroristen, nicht die Ausländer und nicht die Obdachlosen. Mit einem Wort: Auch die "Sünder" gehörten in die Gemeinschaft mit Gott. Gerade sie zuerst (Lukas 5,31). Doch genau das führte dazu, dass er selbst ausgeschlossen und draußen (!) vor den Toren der Stadt am Kreuzgalgen gehenkt worden ist.
     Als bei Jesu Tod der Vorhang im Tempel zerriss, gab es keine Reinen und Unreinen mehr, keine Geretteten und Verdammten. Denn jetzt war offenkundig, was in Bethlehem begann, dass in Jesus die heilsame Gnade Gottes allen Menschen erschienen ist (Lehrtext). Allen ohne Unterschied. Und Gnade ist nicht das, was irgendwelche Menschen innerhalb oder außerhalb der Kirche großzügig gewähren könnten oder was man sich von ihnen kaufen könnte oder sonst wie verdienen. Gnade war, ist und bleibt Gottes Geschenk. Durch sie hat Jesus vergeben und geheilt. Und das gilt noch heute . 
     Diese meine Auffassung verdirbt natürlich Kirchen, Glaubensgemeinschaften und Religionen das Geschäft der Einzigartigkeit. Es sei denn, sie würden von dieser unseligen „Wir da drinnen, ihr da draußen“-Ideologie endlich Abschied nehmen. Es sei denn, sie würden endlich tun, was ihre Hauptaufgabe ist, jenes Geschenk weiterzureichen ohne jede Bedingung und Überheblichkeit. Niemand hat Gott exklusiv, hat ihn ausschließlich, keine Kirche, keine Gemeinde, kein Mensch.
     Wie gesagt, ich erwarte nicht, dass du das auch so siehst. Aber ich wünsche mir, dass du darüber nachdenkst.
Gebet: Ja, Herr, du bist freundlich zu allen und deine Güte kennt keine Grenzen (Losung). Du grenzt nicht ab und grenzt nicht aus, denn alle Menschen gehören dir. Alle hast du geschaffen, alle geliebt, allen vergeben, alle mit dir versöhnt. Das hast du mir in Jesus gezeigt. Daran halte ich mich, das glaube ich, darüber freue ich mich. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 9. November 2018

Vorfahren und Vorbilder hl

Losung: König Salomo bei der Einweihung des Tempels von Jerusalem: Der HERR, unser Gott, sei mit uns, wie er mit unseren Vorfahren war. 1.Könige 8,57 

LehrtextTut es denen gleich, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. Hebräer 6,12 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kannst du das, was König Salomon sagt, auch selbst sagen? War Gott mit deinen Vorfahren? Hat er ihnen beigestanden?
     Diese Frage ist schwer zu beantworten. Wir kennen vielleicht noch unsere Großeltern. Aber schon von unseren Urgroßeltern haben wir kaum noch eine Erinnerung, wenn wir sie überhaupt erlebt haben. Und erst recht nicht von unseren Vorfahren, die all die Jahrhunderte und Jahrtausende davor gewesen waren. Aber eins können wir beide, du und ich sagen: Alle unsere unmittelbaren Ahnen sind nicht bei der Geburt gestorben und auch nicht als Kinder. Sie sind zumindest so alt geworden, dass sie selbst Kinder zeugen konnten. Das war die Voraussetzung, dass es dich und mich gibt. Man kann das als Zufall sehen. Ich sehe das als Fügung. Darüber hinaus erlaube ich mir kein Urteil über meine unmittelbaren Vorfahren, die vor langer, langer Zeit gelebt haben. Doch ich erlaube mir ein Urteil über Gott. Ich glaube, dass er zu ihnen nicht weniger gnädig und barmherzig war als zu mir.
     Der Lehrtext heißt in einer neueren Übersetzung: »Werdet in eurem Glauben nicht träge und gleichgültig, sondern folgt dem Beispiel der Christen, die durch ihr Vertrauen zum Herrn standhaft geblieben sind und alles erhalten werden, was Gott zugesagt hat.« 
     Braucht ein Mensch überhaupt positive Beispiele, braucht er Vorbilder zumal im Glauben? Ich denke ja. Jedenfalls habe ich mich immer wieder an solchen Menschen orientiert. An Jesus sowieso. Aber auch an den Propheten des Alten Testaments. An Martin Luther. An Dietrich Bonhoeffer. An meinem väterlichen Freund Karl Steinbauer. An meinem früheren Dekan Wolfgang Dietzfelbinger. Sie alle und noch manch andere, die ich hier jetzt nicht erwähnt habe, haben, jeder auf seine Weise, meinen Glauben beeinflusst. Leider sind sie alle schon tot. Doch ich behalte sie in Erinnerung, weil ich weiß, was ich ihnen verdanke.

Gebet:  Herr, ich danke dir für alle, die über zahllose Generationen hinweg bis zu mir, meinen Kindern und Enkeln das Leben weitergegeben haben. Du hast mich und meine Nachkommen durch sie gesegnet. Ich danke dir aber auch für alle, die meinen Glauben geprägt haben, für meine theologischen Lehrer genauso wie für meine Mutter, meine Großmutter und meine Patin. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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Donnerstag, 8. November 2018

Wem glauben? hl

LosungFrage doch zuerst nach dem Wort des HERRN! 2.Chronik 18,4 

LehrtextBleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist. 2.Timotheus 3,14 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Lügenpresse!“ So rufen immer wieder mal Demonstranten aus der rechten politischen Szene, die glauben, dass es eine Verschwörung der Regierenden in Berlin und der Medien gegen sie gäbe. Sie können oder wollen nicht glauben, dass in den seriösen Zeitungen und Nachrichtensendungen unseres Landes nach bestem Wissen berichtet wird. 
     Das englische Wort für „Lügenpresse“ heißt „Fake News“. Die beiden großen politischen Lager in den USA haben sich im zu Ende gegangenen Wahlkampf zum Repräsentantenhaus und Senat gegenseitig vorgeworfen, die Wählerinnen und Wähler mit erlogenen Nachrichten zu täuschen.
     Und nun gehen wir fast 3000 Jahre zurück und lesen in der Bibel, dass auch damals schon Fake News, also offizielle Lügen verbreitet wurden. Dazu lohnt es sich, mal das ganze Kapitel 18 aus dem zweiten Buch der Chronik zu lesen, aus dem die heutige Losung kommt. Diese Geschichte gehört zu meinen Lieblingsgeschichten im Alten Testament. Ihr Held ist ein einzelner Prophet, der sich nicht vor der Masse der anderen Propheten, der Priester, der Hofbeamten und auch nicht vor dem König beugt. Er heißt Micha Ben Jimla. Er hat ein ganz anderes Wort von Gott als alle anderen. Denn bevor die Könige von Israel und Juda gegen die Syrer in den Krieg ziehen, wollen sie durch die Propheten Gott befragen, ob dieser Feldzug gelingen werde. Alle schreien „Ja!“. Nur Micha sagt „Nein!“ und prophezeit König Ahab von Israel, dass er in dieser Schlacht umkommen werde. Dafür  wurde er kurzerhand eingesperrt. Und so kam es, wie es kommen musste: Ahab wurde trotz einer List in der Schlacht getötet.
     Wie machst du das, wenn du vor einer wichtigen Entscheidung stehst? Fragst du dann auch Gott? Betest du über dieser Entscheidung? Und wenn du nach deinem Gebet den Eindruck hast, dass du dich so entscheiden sollst wie es dir nicht gefällt, wie verhältst du dich dann? Folgst du eher deinem Bauch, also deinem Verlangen, oder deinem Herzen, also deinem Gewissen?
     Im Lehrtext empfiehlt Paulus seinem jungen Freund Timotheus, sich in wichtigen Fragen an dem Glauben zu orientieren, den er gelernt hat und der ihm anvertraut worden ist. Anders gesagt, er empfiehlt ihm sich zu fragen, was denn Jesus in diesem Fall tun würde. Damit hat man schon mal einen Anhaltspunkt und muss nicht zu anderen, fragwürdigen Methoden und Hilfsmitteln greifen.

Gebet: Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.  
Stärke in mir den Willen, dass ich mich an dir orientiere und nicht auf die höre, die mächtiger, einflussreicher und stärker sind als ich. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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