Mittwoch, 20. März 2019

Woher dein Glück kommt hl

LosungAlles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören. 2.Mose 24,7 

Lehrtext: Jesus spricht: Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter. Matthäus 12,50 

Liebe Leserin, lieber Leser,

denkst du bei den beiden Bibelworten heute auch zunächst an die Zehn Gebote und vielleicht auch an das Doppelgebot der Liebe? Nun, das tun wohl die allermeisten Christen. Aber ich will heute mal nicht daran denken, obwohl das natürlich nicht falsch ist. Ich will dich und auch mich vielmehr fragen, ob wir denn auch tun, was in Psalm 16 steht. Ob wir das glauben, ob wir auf diese Worte vertrauen und entsprechend leben. Denn auch das ist für mich, „was der Herr gesagt hat“ und zugleich der „Wille meines Vaters im Himmel“:

Beschütze mich, Gott, denn bei dir suche ich Zuflucht! Bittest du so und tust du das
Ich bekenne: Du bist mein Herr und mein ganzes Glück!  Kannst auch du das bekennen?
Du, HERR, bist alles, was ich habeIst es so?
Du gibst mir, was ich zum Leben braucheGlaubst du das?
In deiner Hand liegt meine Zukunft. Legst du sie da hinein?
Ich sehe immer auf den HERRNStimmt das?
Er steht mir zur Seite, damit ich nicht falleVertraust du darauf?
Darüber freue ich mich von ganzem Herzen. Tust du das?
Bei dir, HERR, bin ich in SicherheitIst das dein Gefühl?
Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Glaubst du das?
Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir. Glaubst du auch das?
Aus deiner Hand empfange ich mein GlückKannst auch du das so sagen?
     
     Falls du alle oder einige Fragen nicht mit Ja beantworten kannst, was hindert dich daran? Was hindert dich daran, das zu sagen, das zu glauben, darauf zu vertrauen, das zu tun und danach zu leben, was in diesem Psalm steht? Mach dir diese Worte zu eigen. Gib sie deinem Glauben zur Nahrung, damit dein Zweifel verhungert. Fang einfach mal damit an. Du kannst nichts verlieren, aber alles gewinnen. 

Gebet: Herr, so möchte ich glauben und leben können, so wie David in seinem Psalm. So möchte ich reden und vertrauen können. Das ist der Glaube, wie ihn Jesus gelebt und gelehrt hat, wie er ihn von dir zu mir und allen Menschen gebracht hat. Ich bin noch nicht soweit, ganz und gar so zu glauben und zu leben. Aber ich danke dir, dass es immer wieder einmal geschieht. Lass mich in diesem Glauben wachsen und wehre allem, was mich daran hindert. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Dienstag, 19. März 2019

Gast bei seinem Fest hl

LosungAlles Fleisch soll erfahren, dass ich, der HERR, dein Heiland bin und dein Erlöser. Jesaja 49,26 

Lehrtext: Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen alle, die sie fanden, Böse und Gute; und der Hochzeitssaal war voll mit Gästen. Matthäus 22,2.10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wow, Böse und Gute lädt der König zum großen Fest?! Habe ich als Kind und Jugendlicher nicht gelernt, dass nur die Guten in den Himmel kommen, die Bösen aber in die Hölle? Ja, das habe ich. Und das hat mich nicht gefreut. Das hat mir als Kind Angst gemacht, weil ich nicht sicher sein konnte, ob ich zu den Guten gehöre. Hoffentlich war das bei dir anders. Denn mit einem solchen Schwarz-weiß-Glauben kannst du auch Zeuge Jehovas, Muslim oder Jude sein. Jedenfalls braucht es dafür Jesus nicht, noch Weihnachten, noch Karfreitag, noch Ostern. 
     Aber er selbst erzählt ja dieses Gleichnis vom großzügigen König, von seinem und deinem großherzigen Vater und Gott (Matthäus 22,2-5.8-10). Leider wird, wie auch anderswo in den Evangelien, dieses wunderschöne Gleichnis durch spätere Zusätze wieder entstellt und sein Sinn ins Gegenteil verkehrt: siehe die Verse 6 + 7,11-14. Doch darauf gehe ich jetzt nicht näher ein, weil sie die Aussage des Lehrtextes verdrehen. Wer dazu Fragen hat, kann mir gerne eine E-Mail schreiben oder noch einmal (klick) hier nachlesen.
    Ja, auch die Bösen sind eingeladen. Das gefällt mir nicht, wenn ich mich zu den Guten und Gerechten rechne. Das gefällt mir sehr, wenn ich mich selbst ehrlich prüfe, meine Gefühle und Gedanken und manches böse Wort.
     Da sitze ich also nun mit Jesus und Gott und mit dir, mit Guten und Gerechten, aber auch mit Bösen und solchen wie mir an der Festtafel. Und wir essen und trinken gemeinsam und feiern Gottes Liebe und unsere Erlösung. Wir freuen uns und erzählen und lachen und singen und tanzen und sind bester Stimmung. 
     Das ist so. Das gilt. Schon jetzt und nicht erst in ferner Zukunft oder gar im Jenseits. Du bist  eingeladen und ich auch. Jetzt sind wir seine Gäste. Wann denn sonst? Und als solche Gäste unseres Vaters im Himmel leben wir hier auf der Erde, leben und arbeiten wir mit anderen zusammen, gehen wir durch gute und schlechte Zeiten, freuen wir uns und leiden wir, sind wir gut und böse oder irgendwas dazwischen und bleiben doch seine Gäste, weil wir seine geliebten Kinder sind. 

Gebet: Herr, wie schön, dass ich die Einladung zu deinem Fest schon in der Tasche habe. Deine Tür steht für mich offen und an deinem Tisch ist für mich Platz. Das sagst du mir durch Jesus und darauf vertraue ich. So will ich als dein Kind und Gast in dieser Welt leben, solange es dir gefällt. Und niemand kann mir den Platz an deinem Tisch streitig machen. Und nichts kann mich von deiner Liebe trennen. Als einer, der das glaubt, gehe ich mutig meinen Weg. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

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Montag, 18. März 2019

Unterscheiden sich Christen von anderen? hl

LosungWeh denen, die unrechtes Urteil schreiben, um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der Elenden! Jesaja 10,1.2 

Lehrtext: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Römer 12,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute kriegen in der Losung mal die Richter ihr Fett weg. Die Richter? Nein, nicht alle. Aber die, die zu allen Zeiten das Recht im Interesse der Mächtigen und Reichen beugen.
     Ich bin dankbar, dass unser Rechtsstaat alles in allem funktioniert besonders im Vergleich   zu den meisten anderen Staaten. Das ist zur Zeit in der Türkei anders. Das war von 1933-1945 in Deutschland anders. Da wütete der Vorsitzende des Volksgerichtshofs Roland Freisler, der die Angeklagten, vor allem die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, zusammenbrüllte, demütigte und nach kurzem Prozess zwei Stunden nach Urteilsverkündung an Fleischerhaken in Berlin-Plötzensee aufhängen ließ. An ihm schien sich das heutige Losungswort erfüllt zu haben. Denn bald darauf wurde er bei einem Bombenangriff getötet.
     Aber ich bin vorsichtig, biblische Aussagen kurzschlüssig auf geschichtliche Ereignisse unserer Zeit zu übertragen. Da kann man schnell daneben liegen. Und dann muss man sich auch fragen, warum das in dem einem Fall zu passen scheint und in dem anderen wieder nicht. Alles in allem glaube ich aber schon, dass die Nazis so schmählich untergegangen sind, weil sie die Menschlichkeit verraten und die Menschenwürde, die von Gott kommt, mit Füßen getreten haben.

     Im Lehrtext werden die Christen aufgefordert, sich in ihrem Verhalten von denen zu unterscheiden, die nicht auf Gott vertrauen. Wie könnte das aussehen? Es fällt mir schwer, am Verhalten eines Menschen abzulesen, ob er Christ ist und glaubt oder nicht. Da gibt es Christen, die benehmen sich, als sei Gott ihnen egal. Und da gibt es Atheisten oder Gläubige anderer Religionen, die leben, wie man es sich von guten Christen wünscht.
     So viel ist mir jedenfalls klar, auch die „besten Christen“, wenn ich das mal so sagen darf, sind nicht vollkommen. Auch sie haben ihre Fehler und Schwächen. Auch sie versagen und werden schuldig. Vielleicht besteht der Unterschied zwischen ihnen und anderen darin, wie sie damit umgehen.
     Ich meine, gerade als Christ sollte man bereit sein, zu seinen Schwächen und Fehlern zu stehen, sie einzuge-stehen und dafür um Entschuldigung zu bitten. Besonders solche Menschen, die schwächer sind als man selbst, zum Beispiel Kinder. Ich glaube auch, dass das am ehesten gelingt, wenn ich auch Gott bitten kann, mir mein Versagen zu vergeben.
     Und ebenso sollte man als Christ bereit sein, anderen zu verzeihen und zu vergeben, ob sie darum bitten oder nicht, ob sie mir wohlgesonnen sind oder feindlich gesinnt.
     Man muss das auch gar nicht an die große Glocke hängen. Manchmal genügt es schon, wenn ich einem anderen diskret in meinem Herzen vergeben habe. Große Vergebungsgesten beschämen den anderen eher als dass sie ihn entlasten. In solch scheinbar großmütigen  Gesten versteckt sich oft eine kleine Rache.

Gebet: Mein Vater im Himmel, vergib mir meine Schuld wie auch ich denen vergebe, die an
mir schuldig geworden sind. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 17. März 2019

Trotzdem ist alles gut (Predigt) hl

Predigt von Hans Löhr im Lichtblickgottesdienst in Burgoberbach.

Liebe Freunde,

was hast du eigentlich für eine Meinung über unsere Welt? Und was hältst du von dir selbst?
     Bevor ich auf diese Fragen näher eingehe, werfe ich mit euch einen kurzen Blick in den Film „Der kleine Lord“ der seit 1982 jedes Jahr in der Weihnachtszeit im Fernsehen gezeigt wird. Alle, die diesen Film kennen, mögen doch jetzt bitte einmal die Hand heben. Ja, das habe ich mir gedacht. Fast jeder hier kennt die Geschichte vom kleinen Lord und seinem zunächst hartherzigen Großvater Earl von Dorincourt. Als Enkel darf der kleine Lord Cedric den Adelstitel tragen und sich Lord Fauntleroy nennen. Eines Tages reitet sein Großvater mit ihm über die Besitzungen und durch die Dörfer der Grafschaft. „Das alles wird einmal dir gehören“, sagt der Großvater. Darüber staunt der kleine Lord. Und allmählich wird er sich seiner besonderen Stellung bewusst.
     Nun frage ich dich, was glaubst du, mit welchen Augen der kleine Lord oder sonst ein junger Graf früher die Welt gesehen hat, die ihm durch Geburt gehörte, die Felder, Wiesen und Wälder, die Dörfer, die Bauern und natürlich das Schloss samt dem ganzen Vermögen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er seine Welt verachtet hat. Er hat wohl mit großem Wohlgefallen auf das alles geblickt. Und sich selbst wird er auch nicht verachtet haben. Er wird sich seiner gehobenen Stellung als Graf bewusst gewesen sein und entsprechend vornehm von sich gedacht haben.
     Und wie ist das nun mit dir? Welche Meinung hast du über die Welt, in der du lebst? Ist sie eher gut oder eher schlecht? Und was hältst du von dir selbst? Findest du dich gut oder hast du Probleme mit dir?
     Ein Sprichwort sagt: So, wie man die Welt anschaut, so schaut sie zurück. Und das gilt genauso für dich selbst: So, wie du in den Spiegel schaust, so schaust du zurück. Und, wie hast du dich heute Morgen im Badezimmerspiegel angeschaut? Hast du dir freundlich zugelächelt oder dich finster angeblickt? Hast du dir zugewinkt oder dir die Zunge rausgestreckt?
     So oder so, an dem Sprichwort ist was dran: Wie ich die Welt anschaue, so schaut sie zurück. Und das bestimmt darüber, wie ich die Welt finde. Das bildet meine Meinung über sie.
     In der Regel hängt meine Weltanschauung davon ab, welche Erfahrung ich mit der Welt gemacht habe und mache. Bin ich enttäuscht oder seelisch verletzt, dann sehe ich die Welt in düsteren Farben. Bin ich aber glücklich, dann strahlt auch die Welt, in der ich lebe, in hellen, frohen Farben. Und genauso verhält es sich mit dem Bild, das du von dir hast.
     Ich will dir in dieser Predigt sagen, dass du eine gute Meinung von unserer Welt haben kannst und ebenso von dir selbst. Und ich will dir sagen, dass das nicht von dir oder anderen Menschen abhängt und auch nicht von deinen guten oder schlechten Erfahrungen, die du gemacht hast. Freilich kannst du davon dein Urteil abhängig machen. Aber ich sage dir, mach dein Urteil von Gott abhängig, dann siehst du diese Welt und dich selbst mit anderen, mit seinen Augen.
     Dazu predige ich heute über ein Bibelwort aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Christen in Korinth im Kapitel 8 Vers 6. Da heißt es:  
Wir haben nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn. (Lehrtext vom 7.3.2019)
     Ich hatte früher dieses Wort schon öfter gelesen und mir ist daran nichts Besonderes aufgefallen. Doch dieses Mal ist es anders. Sagt doch der Apostel Paulus: „Alles was ist, alles hat Gott geschaffen.“ Soweit, so gut. Das ist für euch nichts Neues. Dem können wohl die meisten hier zustimmen. Doch dann fährt er fort: Und alles was ist, hat Gott durch Jesus Christus geschaffen von Anbeginn der Welt bis heute und in Zukunft.
     Jetzt wird‘s schwierig. Kann man das denn glauben? Hat denn Gott die Welt nicht allein, sondern wirklich durch Jesus Christus geschaffen?
     Nun, was Paulus da schreibt, ist keine Aussage darüber, wie Gott die Welt geschaffen hat, schon gar keine wissenschaftliche. Die Entstehung der Welt als solcher interessiert ihn nicht. Was ihn aber brennend interessiert ist die Frage, wer denn alles geschaffen hat, was ist, und – jetzt kommt‘s – was das alles für dich bedeutet.
     Er sagt mit anderen Worten: Alles, was geschaffen ist, hat einen positiven Wert: Jeder Stein, jeder Berg, jede Blume, jeder Baum, jeder  Floh, die Erde, die Sonne, die Milchstraße, das ganze Universum und jeder Mensch trägt den Stempel „Made by God“, „Gemacht von Gott“. Das gibt allem einen positiven Wert, auch dir.
     Und warum? Weil der Schöpfer von allem der Vater Jesu Christi ist, der Gott der Liebe. Er hat durch seinen geliebten Sohn alles geschaffen, alles gesegnet aus Liebe – auch dich. So lese ich die Bibel.
     Denke doch bitte einmal darüber nach, warum unser Glaubensbekenntnis mit der Aussage beginnt: »Ich glaube an Gott den Vater«. Das heißt doch nichts anderes als: „Ich glaube an Gott, der eine liebevolle Beziehung zu seinen Kindern hat, zu dir und zu mir.“ Und erst dann heißt es im Glaubensbekenntnis, dass dieser Gott der Allmächtige ist, der Schöpfer des Himmels und der Erde. 
     Liebe Freunde, hier geht es jetzt um was ganz Grundsätzliches, worüber du Klarheit haben solltest. Es geht nicht darum, wie die Welt im Einzelnen entstanden ist. Das ist Sache der Naturwissenschaften. Es geht um etwas Wichtigeres. Es geht um ihren Wert. Es geht um die Frage: Was hast du für eine Meinung über unsere Welt? Und was hältst du von dir selbst?
      Die Antwort findest du nicht, wenn du die Welt und dich selbst befragst oder hörst, was andere dazu meinen. Die Antwort steht von vorneherein fest, noch bevor du gefragt hast. Sie geht aller Erfahrung voraus. Die Antwort heißt: Die große Welt und deine kleine ist von Gott gut geschaffen und gesegnet. Und du selbst bist von Gott gut geschaffen, bist gesegnet und - geliebt. Das gilt von Anfang an. Daran kann niemand etwas ändern.
          Es hängt also nicht von dir ab, nicht von deiner Erfahrung und nicht von deiner Meinung, ob diese Welt gut oder schlecht ist. Dieses Urteil über sie hat Gott längst gesprochen. Er sagt: „Was ich durch meinen Sohn Jesus Christus geschaffen habe, ist gut. Als Vater liebe ich meinen Sohn und darum kann ich auch alles, was ich durch ihn schaffe, nur aus meiner göttlichen Liebe tun. Aus ihr habe ich die Welt geschaffen und dich auch.“     
     Wir mögen auf dieser Erde noch so schlechte Erfahrungen machen, wir selbst mögen noch so viele Fehler machen, noch sooft versagen und schuldig werden. Das alles ändert nichts daran, dass wir von Anfang an von Gott gesegnet und geliebt sind und bleiben.
     Und darum kann und will ich mir schlechterdings nicht vorstellen, wie ein Mensch, der an Jesus Christus glaubt, die Welt verachten kann, die Gott geschaffen hat. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, wie ein solcher Mensch andere Menschen oder gar sich selbst verachten kann, da er doch auch von Gott geschaffen ist.
     Der Mensch, jeder Mensch, ist nicht zuerst Sünder, sondern Gottes geliebtes Kind! Und die Welt ist nicht zuerst eine „gefallene, böse“ Welt, sondern Gottes gute Schöpfung, aus Liebe gemacht. Würde ich es anders sehen, würde ich den Schöpfer und Vater aller Dinge beleidigen. Und darum gehört zum Zentrum meines Glaubens, dass ich Gott immer wieder danke und preise, ihn den Schöpfer und Vater aller Dinge, für seine Liebe und Güte.
     Nun gut, wer will, kann dagegen jetzt mit Fug und Recht sagen: „Gibt es nicht so viel Negatives um mich herum und auch in mir? Was ist mit den Kriegen? Mit dem Holocaust? Was ist mit dem Terrorangriff in Neuseeland, mit dem Klimawandel, mit dem wachsenden politischen und rassistischen Hass in Europa? Ich muss doch nur die Zeitung aufschlagen, dann weiß ich, was das für eine problematische Welt ist, in der ich lebe. Und was ist mit Krebs und Demenz? Mit Unfällen, Leid, Verlust, Schuld und Tod?“
     Ja, so ist es. Und ich selbst habe auch meine leidvollen Erfahrungen gemacht, wenn auch nicht so schlimm, wie manch anderer.
     Aber, aber, aber alle diese negativen Einzelheiten können das große Ganze nicht infrage stellen. Es bleibt dabei: Der Vater Jesu Christi und der Vater seiner Menschenkinder hat alles aus Liebe geschaffen, auch dich und mich.
     Daran halte ich fest. Das gehört für mich zum Fundament des Glaubens. Das soll meine Sicht der Dinge und mein Selbstbild bestimmen. Und diese Sichtweise wird mir in meinen kleinen und uns in unseren großen Schwierigkeiten mehr helfen, als wenn ich von vornherein mit einer negativen Einstellung an die Probleme herangehe und immer nur schimpfe und kritisiere, jammere und andere beschuldige.
     Was folgt nun daraus, wenn ich diese Welt und mich selbst mit Gottes Augen sehe? 
     Der kleine Lord Fauntleroy hat sich über die etwas versteckte Liebe seines Großvaters zu ihm gefreut und ebenso über den großen Besitz, den er einmal erben würde. Ihm waren seine Privilegien bewusst. Aber er hatte auch begriffen, dass er nun Verantwortung haben würde für seine Güter und insbesondere für die Menschen in seiner Grafschaft. Ihr Wohlergehen hing davon ab wie der Graf für sie sorgte. Und so veranlasste der kleine Lord seinen ehemals hartherzigen Großvater, die Lebensbedingungen seiner Untergebenen zu verbessern.
      Und du? Du bist kein kleiner Lord. Du bist nicht das Kind eines Barons oder Grafen. Du bist ein Sohn und eine Tochter des höchsten Königs. Von ihm gesegnet und geliebt. Er hat dir diese Welt geschenkt, dass du hier zusammen mit deinen Mitmenschen im Frieden lebst. Dein Auftrag ist es, dass du dich deines himmlischen Vaters würdig erweist als sein Kind. Halte trotz aller negativen Erfahrungen, die auch dir nicht erspart bleiben, trotz Enttäuschungen, Sorgen und Leid daran fest, dass Gott der Vater die Welt gut geschaffen hat durch seinen Sohn Jesus Christus. Halte daran fest, dass aus diesem Grund und nur aus diesem die Welt von ihm geliebt und gesegnet ist und du auch. Sieh deine Mitmenschen mit seinen Augen an. Auch sie sind gesegnet und geliebt.
     Und vergiss nicht, der Vater im Himmel braucht Söhne und Töchter, die seine Schöpfung und seine Geschöpfe ebenfalls lieben. Die sie nicht vor die Hunde gehen lassen, sondern schützen und bewahren. Die angesichts der Probleme nicht resignieren und nicht verzweifeln, sondern auf Gott vertrauen und sich um sauberes Wasser und gesunde Luft, um Pflanzen und Tiere und um ihre Mitmenschen kümmern.
     Vergiss nicht, der Vater im Himmel braucht dich. Amen



Samstag, 16. März 2019

Mandala malen hl

LosungDer HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb. Psalm 11,7 

Lehrtext: Jesus sagt: Ihr sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. Matthäus 5,48 

Liebe Leserin, lieber Leser,

vollkommen sein – du? Und ich erst? Mutet uns Jesus wirklich das zu? Vollkommen sein wie Gott, unser himmlischer Vater? Das ist doch unmöglich! Doch der Lehrtext lässt mich fragen: In welcher Hinsicht soll ich vollkommen sein wie er?
     Letzte Woche habe ich endlich mal in unserem Dachboden Ordnung geschaffen. Das war längst überfällig. Jetzt muss ich mich wenigstens nicht mehr vor dem Schornsteinfeger schämen, wenn er da oben herumläuft. Und dabei fiel mir ein Malheft mit Mandalas in die Hände, die von meinen Kindern ausgemalt worden sind, als sie noch klein waren. (Mandalas sind meist kreisförmige, geometrische und symmetrische Figuren). Manche der abgedruckten Mandalas waren vollkommen im Sinne von ‚vollständig‘ ausgemalt. Andere nur zum Teil.
     In gleicher Weise soll auch ich vollkommen sein wie mein Vater im Himmel. Nicht vollkommen in meinen Fähigkeiten oder Verhaltensweisen, aber vollkommen in der Liebe. Ich soll also, um im Bild zu bleiben, das Mandala der Liebe nicht nur teilweise „ausmalen“, sondern ganz, vollkommen. Damit du verstehst, was ich meine, lass ich Jesus selbst zu Wort kommen:
     »Ich sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen! So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne für Böse wie für Gute aufgehen, und er lässt es regnen für Fromme und Gottlose. Wollt ihr etwa noch dafür belohnt werden, dass ihr die Menschen liebt, die euch auch lieben? Das tun sogar die Zolleinnehmer, die sonst bloß auf ihren Vorteil aus sind! Wenn ihr nur euren Freunden liebevoll begegnet, ist das etwas Besonderes? Das tun auch die, die von Gott nichts wissen. Ihr aber sollt in eurer Liebe vollkommen sein, wie es euer Vater im Himmel ist.«  
     Solange ich also nur die liebe, die mich auch lieben, habe ich sozusagen das Liebesmandala noch nicht vollkommen ausgemalt. Es fehlt dann noch die Liebe zu den Feinden. Sie erst macht es vollständig bzw. vollkommen. Doch dabei kommt es nicht darauf an, wie schön ich „gemalt“ habe. Für Gott genügt es, wenn ich es so mache wie meine Kinder in ihrem Malbuch. Sie haben mit schnellen, teilweise flüchtigen Strichen, die manchmal auch über die Begrenzung hinausragten, gemalt. Denn nicht die Technik soll vollkommen sein, sondern das Gesamtbild, in dem keine weißen Flecken mehr sind, sondern alles ausgemalt ist.
     Wenn ich schon als Christ versuche (!), nach dem höchsten und größten Gebot der Gottes- und Nächstenliebe zu leben, darf ich mich nicht davor drücken, meinen Feind zu lieben. Dann soll ich bereit sein, auch einem Menschen, mit dem ich Probleme habe, Gutes zu tun und beizustehen, wenn er Hilfe braucht. Leicht fällt mir das nicht. Aber ob es Gott leicht fällt, mich zu lieben?

Gebet: Herr, es ist schön, die zu lieben, die mich lieben. Aber die anderen sind auch deine Kinder und somit meine Geschwister. Auch die, die ich nicht besonders leiden kann. Doch danach fragst du nicht. Du willst, dass ich mir an dir ein Beispiel nehme und sie nicht vergesse. Ich will mich bemühen, weil du dir ja auch mit mir Mühe gibst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 15. März 2019

Religion und Macht hl

LosungSchafft Recht und Gerechtigkeit und errettet den Beraubten von des Frevlers Hand und bedrängt nicht die Fremdlinge, Waisen und Witwen und tut niemand Gewalt an. Jeremia 22,3 

Lehrtext: Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Epheser 5,8-9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie war und ist das bloß möglich, dass eine Religion wie das Christentum, in deren Heiliger Schrift (Bibel) so viel von Recht, Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Güte und Wahrheit steht (Losung und Lehrtext usw.) – dass eine solche Religion in ihrer 2000-jährigen Geschichte so gewalttätig, ungerecht und grausam sein konnte und kann?
     Einer der Gründe war, dass diese Religion, die ursprünglich dazu bestimmt war, den Menschen zu dienen, insbesondere den Kleinen und Armen, - dass sie im vierten Jahrhundert unter Kaiser Konstantin an die Macht kam. So wurde aus einer dienenden eine herrschende Religion, aus einer armen eine reiche, aus einer barmherzigen eine hartherzige, aus einer pazifistischen eine militaristische, aus einer demütigen eine hochmütige, aus einer wahrhaftigen eine heuchlerische Religion. 
     Wohl gemerkt, ich spreche von der Religion und nicht vom Glauben. Viele können das nicht unterscheiden. Ich will das aber unterscheiden. (siehe auch Losungsauslegung vom 21.2.2016)
     Wenn der ganze kirchliche Religionsbetrieb in unserem Land noch ernst genommen sein will, dann sehe ich nur die eine Möglichkeit, dass sich die Kirchen konsequent von jeder Art von Macht und Reichtum verabschieden. Dass sie von sich aus jede Beziehung zum Staat beenden und ausschließlich aus eigener Kraft, aus der Kraft des Glaubens ihre Mitglieder leben. Dass sie sich wieder ganz an der heiligen Schrift orientieren und an ihrem armen und gewaltlosen, barmherzigen, dienenden und gnädigen Herrn Jesus Christus.
     Die Kirchen? Wer sind die Kirchen, wenn nicht ihre Mitglieder? Ja, wir sind Kirche. Und deshalb  sind nicht nur die Kirchenfunktionäre gefragt, wenn es darum geht, etwas zu ändern, sondern wir selbst. Bei jedem einzelnen von uns, der Mitglied einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft ist, kann meines Erachtens diese Neuorientierung beginnen. Dafür können du und ich jetzt schon beten und uns überlegen, was wir im Kleinen dazu beitragen wollen.

GebetSonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit;brich in Deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann. Erbarm Dich, Herr.
Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit,dass sie Deine Stimme hört, sich zu Deinem Wort bekehrt.Erbarm Dich, Herr.
(Evangelisches Gesangbuch Nummer 262)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 14. März 2019

»Wo zwei oder drei …« hl

LosungIch halte mich zu allen, die dich fürchten und deine Befehle halten. Psalm 119,63 

Lehrtext: Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit. Kolosser 3,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

natürlich kannst du auch für dich allein glauben. Aber auf die Dauer wird das schwierig. Ich zum Beispiel brauche immer wieder die Gemeinschaft, in der ich mich meines Glaubens vergewissern kann. In der ich erlebe, dass andere mit mir glauben, beten, singen und auf die Bibel achten. So ehren wir gemeinsam unseren Gott. So ist er uns gemeinsam heilig.
     In einer Gottesdienstgemeinschaft mit anderen bekomme ich auch immer wieder neue Impulse, Anstöße, Anregungen. Werde ich durch biblische Lesungen und Predigten in meinem Glauben neu herausgefordert. Das ist dann so, als sei mein Glaube ein See, der von einem Zufluss mit frischem Wasser gespeist wird.
     Wäre es nicht so, würde ich ausschließlich für mich allein glauben, so würde dieser Glaubenssee mit der Zeit austrocknen und meine Seele würde verdorren. Darum bin ich froh, wenn ich Gottesdienste besuchen kann, in denen es mir gut geht und wo ich danach ermutigt und belebt wieder nach Hause gehen kann.
     Es muss da auch nicht immer super sein, was ich höre und erlebe. Manchmal reichen schon ein Lied, das mich innerlich berührt, ein Gebet, der Segen oder ein paar wenige Sätze aus der Predigt. Denn gerade Segen und Lebensmut kann ich mir ja nicht selber zusprechen. Das will ich mir von einem anderen gesagt sein lassen.

Gebet: Herr, du hast versprochen, dort zu sein, wo zwei oder drei in deinem  Namen versammelt sind. Danke, dass du dein Versprechen immer wieder einhältst und ich mit anderen zusammen im Gottesdienst deine Nähe und Kraft spüren darf. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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