Dienstag, 25. September 2018

Von der Ungeheuerlichkeit des Gottvertrauens hl

LosungDer Herr sprach zu Jakob im Traum: Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe. 1.Mose 28,15

LehrtextDurch den Glauben segnete Jakob, als er starb, die beiden Söhne Josefs. Hebräer 11,21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

falls du dir die heutige Losung zueigen machst - und das solltest du tun! -, warum sollte dann Gott mit dir sein, dich behüten und nicht verlassen, bis er alles tut, was er zugesagt hat? Ist irgendetwas an dir oder deinem Leben, was ihn dazu bewegen könnte? Fragen wir mal, ob irgendetwas an Jakob und seinem Leben war, das Gott veranlasste, ihm im Traum dieses Wort zu sagen.
     Als Jakob das träumte, war er auf der Flucht. Er hatte seinen blinden, sterbenden Vater betrogen und seinen Bruder bestohlen. Der war nun hinter ihm her, um ihn zu töten. Deshalb floh Jakob zu Laban, dem Bruder seiner Mutter. Das war es, was an Jakob und seinem Leben war.
     Nach der Vorstellung mancher Christen müsste er dafür auf ewig in der Hölle gegrillt werden oder in der Friteuse des "Feuersees" backen. Aber Gott hatte andere Vorstellungen. Er sah nicht nur auf das, was Jakob gerade getan hatte, sondern auf das, wozu er ihn noch brauchen würde. Schließlich sollte Jakob der Stammvater der zwölf Stämme Israels werden aus denen viel später auch Jesus kommen würde. Vielleicht war aber auch entscheidend, dass sich Jakob trotz seines abstoßenden Verhaltens nicht von Gott abgewandt, sondern weiterhin auf ihn vertraut hatte. Das ist eigentlich eine Ungeheuerlichkeit, dass er sich als gerissener Betrüger trotzdem darauf verlässt, dass Gott ihm helfen werde.
     Doch genau das ist der springende Punkt dieser Geschichte, wo sie auch für mich heute wichtig wird. Auch ich verlasse mich darauf, dass das Wort, das Gott dem Jakob gesagt hat, mir gilt. Auch ich bin kein Engel, kein Unschuldslamm, kein „Heiliger“. Und trotzdem verlasse ich mich auf Gott. Und wenn auch du kein „Heiliger“ bist, wenn auch du dich nicht auf einen einwandfreien, moralischen Lebenswandel verlassen kannst, nicht auf deine weiße Weste, auf deine Unschuld und Sündlosigkeit, nicht auf deinen Lobpreis, auf deine Gebete, auf deine Gottesdienstbesuche, nicht auf dein Bibellesen usw. – wenn du dich auf all das nicht verlassen kannst und willst, - dann verlasse dich ebenfalls auf Gott. Er braucht all deine religiösen und moralischen Leistungen nicht, um „mit dir zu sein und dich zu behüten, wo immer du auch hingehst.“ (Losung) Er braucht nur eins: Deinen Glauben und dein Vertrauen.

Gebet: Herr, du bist kein Gott der Heiligen, sondern der Sünder. Du kommst nicht um zu strafen, sondern um zu vergeben. Du willst deine Menschen nicht quälen, sondern heilen. Das lese ich in der Bibel und das glaube ich. Und weil das so ist, muss ich dich nicht fürchten, sondern darf ich dich lieben, muss ich an dir nicht zweifeln, sondern darf dir vertrauen. Das gibt mir Lebensmut und dafür danke ich dir. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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Montag, 24. September 2018

Das Glaubensgeschenk hl

LosungDu aber wirst umkehren und der Stimme des HERRN gehorchen, dass du tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete. Und der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände. 5.Mose 30,9 

LehrtextGott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Philipper 2,13

Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht gehörst du ja zu den Menschen, denen es Sicherheit gibt, wenn ihnen jemand befiehlt und sie gehorchen können; wenn ihnen jemand sagt, wo's lang geht und sie sich nicht selbst entscheiden müssen. Vielleicht gibt dir das auch im Glauben Sicherheit, wenn du über die Bibel nicht erst nachdenken musst, sondern versuchst, genau das zu tun, was dasteht. Dann wirst du dich heute vor allem am Losungswort aus dem 5. Mosebuch orientieren. Und dann hoffst du vielleicht, dass Gott zur Belohnung alles segnet, was du tust (Losung). In diesem Fall bist du mit deinem Glauben nicht allein. Es gibt weltweit etliche Christen und orthodoxe Juden, die das genauso sehen.
     Ich sehe das anders. Mein Verhältnis zu Gott besteht nicht aus Befehl und Gehorsam. Ich scheue mich auch nicht, über die Bibelworte ersteinmal nachzudenken und mich zu fragen, was sie mit meinem Leben heute zu tun haben. Ich scheue mich auch nicht, für mein Leben selbst Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Ich weiß, dass die Bibel von Menschen geschrieben worden ist, die zu ihrer Zeit das ausgedrückt haben, was sie geglaubt haben. Darum prüfe ich, ob und wie das auch für mich in meiner Zeit noch stimmt. Das war auch vor 2000 Jahren so, als verschiedene Menschen die unterschiedlichen Schriften des Neuen Testaments verfasst haben. Auch sie haben sich nicht damit begnügt, was andere vor ihnen aufgeschrieben hatten. Sie haben ihre Erfahrungen mit Jesus und ihren Glauben überliefert, wodurch manches, wenn auch nicht alles, was im Alten Testament steht, überholt wurde.
     Für mich überbietet heute der Lehrtext die Losung. Ja, Gott hat durchaus auch einen Anspruch an mich, dass ich seine Gebote halte, die Jesus im Liebesgebot zusammengefasst hat. Und auch wenn ich immer wieder daran scheitere, ihn, meine Mitmenschen und sogar meine Feinde wie mich selbst zu lieben, so bleibt dieser Anspruch doch bestehen und fordert mich heraus, es immer wieder von neuem zu versuchen. Und trotzdem überlässt er mich damit nicht mir selbst. „Er schenkt mir auch den Willen und die Kraft, sein Gebot auszuführen" (Lehrtext). Mehr noch, er unterstützt mich nicht nur, sondern er „allein ist es, der beides in mir bewirkt, dass Wollen und das Vollbringen“ (Lehrtext).
     Wieder einmal bin ich in Glaubensdingen ausschließlich der Empfangende und er ist der Geber. Der Glaube ist sein Geschenk an mich. Ich werde mich hüten, daran herumzumäkeln, warum mein Glaube nicht so stark ist wie der anderer. Ich werde mich vor dem Hochmut hüten, auf meinen Glauben stolz zu sein und auf die herabzublicken, die, aus welchem Grund auch immer, nicht glauben können. Ich bin für dieses Geschenk einfach nur dankbar und dafür, dass Gott mir zum Befolgen seines Gebotes so viel Willen und Kraft gibt, wie es ihm gefällt (Lehrtext).

Gebet: Herr, du weißt wie begrenzt mein Wille und meine Kraft ist, so zu leben, wie es dir gefällt. Aber ich muss darüber nicht verzweifeln; denn du schenkst mir so viel Glauben und so viel Willenskraft wie du es für richtig hältst. Ich danke dir, dass ich glauben kann. Und ich bitte dich für alle Menschen, die auf der Suche sind, dass du dich von ihnen finden lässt und auch sie das Glück erfahren, auf dich vertrauen zu können. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 23. September 2018

Die Hölle ist leer hl

LosungSiehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen ... Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein ...; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken. Jeremia 31,34 

LehrtextJohannes schreibt: Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. 2 Und er selbst ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 1.Johannes 2,1+2 

Vielleicht bist du, liebe Leserin, lieber Leser, an diesem Punkt mit mir nicht einer Meinung, ...

... wenn es um die Frage geht, wer alles durch Christus mit Gott versöhnt ist, wer gerettet und wer verdammt ist? Oder bildlich gesprochen: Wer in den Himmel kommt und wer in die Hölle. Ja, ich glaube, die Hölle ist leer. Das kommt für mich auch in dem Satz unseres 1600 Jahre alten Glaubensbekenntnisses zum Ausdruck, in dem es von Jesus Christus heißt: »Hinabgestiegen in das Reich des Todes, aufgefahren in den Himmel«. Ich habe als Konfirmand noch die alte Fassung gelernt, in der es hieß: »Niedergefahren zur Hölle, aufgefahren in den Himmel«. Ja, Jesus ist in die tiefste Tiefe, in die Menschen sinken können, hinabgestiegen, um sie aus ihrer Hölle und aus der Gewalt des Bösen zu erlösen (= befreien). Anders gesagt: Christus, das Lamm Gottes, hat die Sünde der Welt (und nicht nur der Christen oder irgendwelcher Erwählten) aufs Kreuz hinaufgetragen, um dort alle ohne Ausnahme zu erlösen (siehe auch den Folgesatz zum heutigen Lehrtext). 
     Welchen Sinn sollte sein Kreuzestod denn sonst haben? Oder gibt es irgend eine widergöttliche Macht, die stärker wäre als seine Liebe, stärker als seine Versöhnung, stärker als Gottes Vergebung? Das kann und muss ich nicht glauben.
     In der Losung ist nur das Volk der Israeliten (Haus Israel und Juda) Gottes Bündnispartner. Da wird durch den Mund des Propheten Jeremia ein „neuer“ Bund (= Neues Testament!) angekündigt. Dann sollen die Israeliten für immer sein Volk und er ihr Gott sein. Dann sollen ihnen ihr Versagen und ihre Sünden vergeben werden.
     Diesen neuen Bund ist Gott durch Jesus eingegangen, nicht nur mit den Israeliten (Juden), sondern mit allen Menschen ohne Ausnahme. Anders gesagt: Gott hat sich in Jesus mit allen seinen Menschen verbündet, die er geschaffen hat, auch mit mir und mit dir. Mögen auch Menschen diesen Bund brechen, er tut's nicht. Er ist, wie es im Lehrtext heißt, unser Vater. Er wird und kann keines seiner Kinder verleugnen. Jesus ist unser Fürsprecher und Bruder. Er wird keines seiner Geschwister im Stich lassen oder gar verraten. 
     Was in der Losung noch als Absichtserklärung für die Zukunft erscheint, ist im Lehrtext bereits Wirklichkeit: Da will oder wird Gott nicht erst noch vergeben, sondern da hat er es bereits getan, weil wir längst mit ihm versöhnt sind noch bevor wir geboren wurden und versöhnt bleiben, auch wenn wir gestorben sind.
     Und welcher Meinung bist du? Besser: Und was glaubst du? Und wenn du glaubst, dass die Hölle nicht leer ist, welches Interesse hast du dann daran?

Gebet: Herr, Gott sei Dank muss ich nicht aus Angst vor dir glauben, nicht aus Angst, in die Hölle zu kommen, wenn ich es dir nicht recht mache. Gott sei Dank darf ich so glauben, weil ich dir vertraue und weil ich dich liebe. So kann ich mich ganz und ohne schlechtes Gewissen auf das Leben hier konzentrieren, weil du in deinem Sohn Jesus Christus längst für mein ewiges Leben gesorgt hast. So kann ich als ein fröhlicher, freier und dankbarer Mensch leben, weil ich dein Geschöpf bin und du mein Gott bist, weil ich dein Kind bin und du mein Vater bist. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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Samstag, 22. September 2018

Licht vom Licht hl

LosungTreu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er. 5.Mose 32,4 

LehrtextDas ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. 1.Johannes 1,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich weiß nicht, welche Gründe du hast, an Gott zu glauben. Einer meiner wichtigsten ist, dass ich ihm vorbehaltslos vertrauen kann. Keinem Menschen kann ich so vertrauen wie ihm und mir selbst auch nicht. Das liegt nicht an irgendwelchen moralischen Defiziten oder charakterlichen Schwächen. Das liegt in der Natur von uns Menschen. Wir werden von unseren Gefühlen gesteuert und selbst rationale Entscheidungen treffen wir auf der Basis von Gefühlen. Biologen meinen sogar, dass wir aus diesem Grund gar keinen freien Willen hätten, weil die Gefühle, die eine Sinneswahrnehmung in uns auslöst, längst „durchgerechnet“ hätten, wie wir uns entscheiden sollen. Das klingt nicht sehr schmeichelhaft für uns und unsere Gattung, die wir uns  selbst „Homo sapiens“ nennen, auf Deutsch: vernunftbegabter, weiser Mensch. 
     So viel meine ich aber sagen zu können: Ein Mensch ist deshalb nicht absolut vertrauenswürdig, weil man nicht mit Sicherheit wissen kann, wie er in einer bestimmten Situation reagiert. Umso wichtiger ist mir, dass es wenigstens eine Instanz gibt, der ich mich rückhaltlos anvertrauen kann. Gott ist für mich diese Instanz. Er ist nicht dem Wechsel der Zeiten und Situationen unterworfen. Er wird nicht von schwankenden Gefühlen regiert. Er ist auch nicht ein Ergebnis der Evolution, der Entwicklung von allem, was ist. Vielmehr ist die Evolution sein Ergebnis, ist eines seiner Werkzeuge, mit dem er bis zum heutigen Tag unablässig schöpferisch tätig ist.
     Von diesem Gott sagt die Losung, dass er treu, gerecht und wahrhaftig ist. Und dieses Bibelwort sagt noch etwas ganz Wichtiges: „An ihm ist kein Böses“. Vor ihm muss ich nicht auf der Hut sein. Muss mich nicht vor ihm fürchten. Muss mich nicht mit seinen Launen herumschlagen. Ihm kann ich vertrauensselig begegnen ohne Angst haben zu müssen, enttäuscht oder schlecht behandelt zu werden. Er hat, wie der Lehrtext sagt, keine Schattenseiten und keine dunklen Geheimnisse. Er ist „Licht vom Licht“, hell und klar. Ihm kann ich vertrauen -  und du auch.

Gebet: Herr, du gibst mir die Sicherheit, die ein Mensch mir nicht geben kann und ich mir selbst auch nicht. Auf dich kann ich mich verlassen zu jeder Zeit und unter allen Umständen. Ich muss nicht fürchten, dass du mich plötzlich fallen lässt. Du hältst auch dann noch zu mir, wenn andere nicht mehr zu mir halten. Du bleibst mir treu, selbst wenn ich dir untreu werde. Dir kann ich blind vertrauen. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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Freitag, 21. September 2018

Menetekel hl

Losung: Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. 1.Mose 2,15 

LehrtextSelig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Matthäus 5,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

so sollte es sein, sagt die Bibel, so hatte es Gott ursprünglich geplant, dass die Menschen in seinem Garte Eden (=Paradies) in Frieden leben und arbeiten sollen. Arbeiten im Paradies? Ja, denn für die Bibel ist das Paradies kein Schlaraffenland, sondern der Ort, wo der Mensch ein sinnerfülltes Leben führt. Dazu gehört, dass er arbeiten kann. Und arbeiten nach Gottes Weisung meint bebauen und bewahren statt ausplündern und zerstören. 
     Doch jenseits von Eden, also nach der Vertreibung aus dem Paradies, da, wo wir uns jetzt befinden, geht es anders zu als ursprünglich geplant. Ich muss das jetzt nicht darlegen. Jeder weiß oder könnte wissen (wenn er denn will), in welchem Zustand sich unsere Erde befindet und dass wir Menschen drauf und dran sind, sie als Lebensort zu verlieren.
     Jesus aber sagt im Lehrtext aus seinen Seligpreisungen, worauf es ankäme, sie zu behalten: Sanftmütig sollen wir mit der Natur und vor allem mit den Tiere umgehen, um die Erde zu besitzen. Zu seiner Zeit wusste man noch nichts von Klimawandel, Insektengiften, Massentierhaltung oder Bodenversiegelung. Aber das wusste man, dass Gier in jeder Form vernichtet und zerstört. 
     Zur Zeit wird der Hambacher Wald abgeholzt, um der Erde die klimaschädliche Braunkohle zu entreißen. Global gesehen ist das eher ein kleines Problem. Aber für mich ist es ein Symbol, wie wir uns selbst den Boden unter den Füßen wegziehen und an dem Ast sägen, auf dem wir alle sitzen. Biblisch gesprochen ist es ein Menetekel, ein Unheil verkündendes Zeichen.

Gebet: Herr, wirst du uns Menschen vor uns selbst retten? Oder müssen wir die Suppe bis auf den Grund auslöffeln, die wir uns eingebrockt haben? Nein, nicht du strafst uns, sondern wir strafen uns selbst, dass wir dein Gebot so missachten. Ich bekenne, ich sehe keinen Grund zur Hoffnung, wenn ich auf uns Menschen sehe. Darum schaue ich auf dich und bitte dich: Herr, erbarme dich über uns. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 20. September 2018

Ewiges Leben? hl

​​Losung: Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf. Psalm 49,16 

LehrtextChristus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. 2.Timotheus 1,10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

mir ist der Glaube, dass ich im Tod nicht verloren gehe, näher als der Zweifel. Ich glaube, dass Gott alles, was er geschaffen hat, nicht einfach so wieder verschwinden lässt, auch mich nicht. Er wird alles vollenden wie er es von Anfang an vorgesehen hat.
     Ob in der Zeit oder in der Ewigkeit, ich bin immer in ihm, jetzt als vergänglicher Mensch im Glauben und dann als auferstandener in seiner unmittelbaren Gegenwart. Ich komme aus ihm, bin in ihm, gehe zu ihm. Ich gehöre ihm und sonst niemandem. Nichts kann mich von seiner Liebe trennen, die in Jesus Christus ist, schon gar nicht der Tod (Römer 8,38 f.). Wie das alles geschieht, wie das alles sein wird, wie man sich das alles vorzustellen hat - es interessiert mich nicht. Ich gehe davon aus, dass es so ist und überlasse die Einzelheiten meinem Gott.

Gebet: Herr, du hast mich geschaffen. Darum hast du jetzt auch die Verantwortung für mich, für mein Leben hier auf der Erde und dafür, dass ich auch nach dem Tod in dir bleibe. Mit meinem Glauben nehme ich dich in die Pflicht. Du bleibst mir treu. Denn ich bin dein und du bist mein für immer. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 19. September 2018

Sich aufregen und abregen hl

Losung: Du stillst das Brausen des Meeres und das Toben der Völker. Psalm 65,8 

LehrtextDer Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. Philipper 4,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

während ich diese Losung verfasse, ist es mir egal, ob Gott „das Brausen des Meeres und das Toben der Völker stillt“ (Losung). Ich ärgere mich gerade heftig über meine beiden jüngeren Kinder. Da braust und tobt es in mir, und ich habe Mühe, wieder ruhig zu werden. Ich weiß, ich werde mich wieder abregen. Aber jetzt will ich mich erst mal aufregen. Das hilft mir, den Ärger zu verarbeiten. Nein, ich will nicht alles schlucken, will nicht zu allem Ja und Amen sagen, will nicht den Gelassenen spielen, wenn ich es innerlich nicht bin. Meine Kinder sollen ruhig merken, dass ich Emotionen habe. Auch das ist ein Zeichen, dass sie mir nicht gleichgültig sind.
     Ob Gott mich wieder besänftigt? Ich spüre ja jetzt schon, da ich dies schreibe, dass mein „Brausen“ nachlässt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass er mir sagt: „Jetzt ist es auch wieder gut.“ Naja, ein bisschen werde ich schon noch brauchen bis ich wieder runterkomme.
     Im Lehrtext schreibt Paulus vom „Frieden Gottes“. Ausgerechnet Paulus, der sich mindestens ebenso aufregen konnte wie ich. Aber vielleicht hat er gerade deswegen den Frieden Gottes so hoch geschätzt, weil er in ihm wieder zur Ruhe gekommen ist und sein Herz wieder in den Griff gekriegt hat. Für mich gehört das zu den besten Früchten des Glaubens, dass ich immer wieder neu diesen Frieden spüren kann: ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit.
     Ich schätze die Vernunft (Lehrtext) hoch. Ohne sie ist ein erträgliches Zusammenleben im Kleinen wie im Großen nicht möglich. Sie ermöglicht einen klaren Blick auf die jeweilige Situation. Sie führt aus den Aufgeregtheiten wieder heraus und lässt mich besonnen reagieren. Aber noch höher als sie schätze ich den Frieden Gottes. Denn meine Vernunft ist kühl, sein Friede aber wärmt mich. Sie scheitert daran, den Glauben zu begreifen, den man nicht vernünftig begründen, den man nur erleben kann.
     So, das Brausen und Toben in mir hat jetzt schon beträchtlich nachgelassen. Wozu doch das "Nachdenken über die Bibel" alles gut sein kann!

Gebet: Herr, du hast den Sturm gestillt als deine Jünger mit dir auf dem See waren. Du hast in ihnen den Sturm der Angst gestillt. Hilf auch mir, dass ich das, was mich innerlich aufwühlt, wieder gelassener sehen kann. Ich bin froh, dass ich Gefühle haben kann, die mich das Leben mit allen seinen Facetten spüren lassen. Ich bin dir aber auch dankbar für deinen Frieden, in dem ich wieder zur Ruhe komme. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 18. September 2018

Erst hören hl

LosungRede, HERR, denn dein Knecht hört. 1.Samuel 3,9 

LehrtextWas ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch. 1.Johannes 2,24 

Liebe Leserin, lieber Leser,

drei Gedanken aus Losung und Lehrtext für den heutigen Tag:
     1. Seit Jesus sind wir nicht mehr „Knechte“, sondern Kinder Gottes. Darum können wir so beten: „Rede, Vater im Himmel, denn dein Kind (dein Sohn, deine Tochter) hört.“ Zwischen ihm und uns geht es nicht wie beim Militär nach Befehl und Gehorsam, sondern danach, wie ein guter Vater zu seinen Kindern spricht. Und natürlich geht es auch darum, was er zu sagen hat. 
     2. Ich selbst ertappe mich dabei, dass ich beim Beten sehr oft drauflos rede, statt erst einmal, wie in der heutigen Losung, zu sagen: „Rede, Vater, denn ich höre.“ Und dann sollte ich das auch tun: hören, erst mal nur hören. Ja, das nehme ich mir gleich für heute vor. Schließlich habe ich es schon öfter erlebt, dass ich dann von Gott eine Antwort oder auch einen Hinweis bekommen habe, womit ich nicht gerechnet hatte. Das hat mir nicht immer gefallen, aber schließlich doch gut getan.
     3. Was der Lehrtext sagt, ist scheinbar banal: Bevor du etwas in dir hast, musst du erst etwas in dich hineinlassen. Das ist mit dem Essen genauso wie mit dem Glauben. In unserer Gemeinde hat die Arbeit mit Kindern einen hohen Stellenwert. Wir möchten, dass der Glaube in ihnen wächst. Darum erzählen die Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit die Geschichten aus der Bibel. Doch ebenso wichtig ist es, dass sie ihre eigene Glaubensgeschichte erzählen, warum Gott ihnen wichtig ist und was sie mit ihm erlebt haben. Nicht alle Kinder nehmen das in gleicher Weise auf. Aber doch bleibt bei den meisten etwas hängen. Und das ist es auch, wofür ich bete:

Gebet: Herr,  was du mir an Glauben durch andere Menschen und durch das Wort der Bibel geschenkt hast, will ich um keinen Preis mehr verlieren. Denn daraus gewinne ich jeden Tag aufs Neue Lebensmut und Zuversicht. So will ich auch weiterhin offen sein für dich und dein Wort, dass ich höre, was du mir zu sagen hast und danach lebe. Und so bitte ich dich vor allem für unsere Kinder: Öffne du ihnen die Ohren und Herzen, wenn Menschen ihnen von dir erzählen. Schenke ihnen dann den Glauben, der sie für ein ganzes Leben reich macht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 17. September 2018

Auch du bist ein Priester / eine Priesterin hl

Losung: Ich will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein. Hesekiel 37,23 
LehrtextIhm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu einem Königreich gemacht hat, zu Priestern vor Gott und seinem Vater, dem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Offenbarung 1,5-6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Losung zufolge bist auch du ein Priester / eine Priesterin Gottes. Dazu hat dich kein Mensch berufen, sondern Jesus Christus. Wenn du der Losung glaubst, fragst du dich vielleicht, was soll ich dann tun? Im Lied „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“ (EG 288) in Vers 5 heißt es:
Dankt unserm Gott, lobsinget ihm,
rühmt seinen Namen mit lauter Stimm;
lobsingt und danket allesamt.
Gott loben, das ist unser Amt.  
     Das also ist unser "priesterliches" Amt, deins und meins, dass wir Gott loben und ihm danken. Er zwingt uns nicht dazu, sondern freut sich, wenn wir das freiwillig und von Herzen tun. Mit unserem Lob und Dank sagen wir zugleich, dass wir ihn ehren und ihm vertrauen. Mehr können wir nicht für Gott tun. Mehr müssen wir nicht tun. 
     Aber er hat in seinem Sohn mehr für uns getan: Er hat uns gerettet (Losung) und erlöst (Lehrtext) aus unseren Sünden. Sünden. Aus unserer Gottesferne. Aus unserem Gottvergessen. Aus unserem Misstrauen. Aus unserer Herzenskälte und „von allen unseren Abwegen“ (Losung)
     Manche meinen, um eine Priesterin, ein Priester Gottes zu sein, bräuchte man besondere moralische Fähigkeiten. Und sie glauben dann, dass sie deshalb dazu nicht geeignet seien. Aber das ist ein Irrtum. Priester und Pfarrer sind keine besseren Menschen als andere. Sie kämpfen genauso mit ihren Problemen und ihrem Versagen. Auch sie werden schuldig und leben von Gottes Vergebung wie du auch. Also, „walte deines Amtes“ und lobe Gott. Lobe ihn dafür, was er in deinem Leben Gutes getan hat und was er nach wie vor tut.
     Wenn es nach Gott geht, braucht es keine Päpste, Bischöfe und Pfarrer. Da genügt es, dass jeder, wer er auch sei, ihn lobt, ihm dankt und ihn ehrt. Jeder Mensch steht unmittelbar vor ihm und braucht niemanden, um zu vermitteln oder Fürsprache einzulegen. Er hat uns zu mündigen Menschen gemacht, die selbst beten können. Und das will ich nun auch tun und sagen
   
Gebet: Herr, halte weiterhin deine schützende und segnende Hand über alle Menschen, die mir nahestehen und über die anderen auch. Insbesondere bitte ich dich für alle, von denen ich weiß, dass sie jetzt in großen Schwierigkeiten sind. Hilf du ihnen, wie nur du helfen kannst. Lass sie spüren, dass du ihnen nahe bist und sie liebst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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