Donnerstag, 17. Januar 2019

Ein Ohr für Gott hl

Losung Josua fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach: Was sagt mein Herr seinem Knecht? Josua 5,14

Lehrtext: Selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören. Matthäus 13,16

Liebe Leserin, lieber Leser,

nicht mal mehr zehn Wochen, dann sind sie wieder da. Dann singen sie wieder die Vögel in unserem Garten. Amsel, Meise, Fink und Star kann ich aus dem vielstimmigen Konzert heraushören. Auch den Buntspecht, Elster und den Spatz, wobei diese drei mehr Krach machen als singen. Und die Sommersdorfer Störche sowieso, die uns seit ein paar Jahren die Ohren vollklappern.
     Aber für Rotkehlchen, Bachstelze, Zaunkönig, Dompfaff und wie sie sonst noch alle heißen, habe ich einfach kein Ohr - trotz Vogelstimmen-CD. Hast du ein Ohr für Gott? Hörst du ihn heraus aus dem Stimmengewirr unserer Zeit?
     Er kommt nicht schrill, laut und bunt als Werbeblock zwischen den Spielfilmen in dein Wohnzimmer. Er springt dir nicht als Zeitungsschlagzeile in die Augen. Er klebt nicht als Plakat in Leuchtfarbe an den Schaufenstern und preist sich als Schnäppchen an.
     Gott kommt auf den Taubenfüßen des Heiligen Geistes zu dir, manchmal früh am Morgen, manchmal spät in der Nacht, manchmal mitten am Tag. Er kommt leise und er spricht leise.
     Viele hören ihn erst, wenn sie selbst mal Ruhe geben müssen im Krankenhaus, auf Reha und vielleicht im Urlaub. Aber wer keine Ruhe geben kann, bei wem ständig etwas los sein muss nicht nur auf der Arbeit, sondern auch im Privatleben, wer ständig aufs Display schaut, den Kopfhörer im Ohr hat und immer das Radio an – wie will der Gott hören, wie will der sich selbst hören, seine innere Stimme, sein Gewissen, sein Herz? Manche hören ihn nie. Ich „höre“ ihn mal mehr, mal weniger deutlich:
·      Wenn ich mir fürs Gebet Zeit genommen habe und ich danach beruhigt einschlafen kann, dann, so glaube ich, hat Gott zu mir durch mein Gebet gesprochen.
·      Wenn ich mal gar nicht viele Worte mache und nur wie Josua in der Losung Gott frage: „Was sagst du zu meinen Sorgen?“ und wenn ich dann vertrauen kann, dass er mir schon zur rechten Zeit die Antwort geben wird, dann hat er zu mir gesprochen.
·      Wenn ich die beiden Bibelworte für den Tag lese und darüber nachsinne, was sie für mich bedeuten und was ich anderen damit sagen kann, und die Auslegung überzeugt mich, dann, so hoffe ich, hat er zu mir gesprochen.
·      Wenn ich es miterlebe oder davon höre, wie einer sich aus freien Stücken um den anderen kümmert, der in einer Notlage ist, dann berührt mich das und dann spricht Gott mich damit an.
·      Wenn ich nach langen Wintermonaten zum ersten Mal wieder den Kuckuck höre und einen Zitronenfalter sehe, sagen sie mir, dass Gott die Welt nicht vergessen hat und das Leben wieder erwacht.
Ja, das alles ist nicht besonders spektakulär. Aber wie gesagt, Gott kommt auf den Taubenfüßen des Heiligen Geistes und spricht leise zu mir auf vielerlei Weise und auch zu dir. Ich wünsche dir ein Ohr für ihn.

Gebet: Herr, lass nicht nach, zu mir zu sprechen, auch wenn ich oft nicht hinhöre. Sage und zeige mir auf verschiedene Weise, dass du für mich da bist an jedem Tag. Gib mir auch das richtige Wort für die Menschen, mit denen ich zusammenlebe, damit sie mich hören und verstehen können. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 16. Januar 2019

frei hl

LosungWenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, so willige nicht ein. 5.Mose 13,7.9

Lehrtext: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Galater 5,1

Liebe Leserin, lieber Leser,

zu welchen Göttern sollten sie mich denn überreden, meine Angehörigen und meine Freunde?
- Zum Gott des Fortschritts? Doch wohin schreitet er fort?
- Zum Gott des Unglaubens? Doch wie kann der mich segnen und ermutigen?
- Zum Gott von Ehre, Macht und Geld? Doch wie will er mir helfen, wenn die Seele leidet?
     Das wäre ein schlechter Tausch, wenn ich mich zu diesen Göttern überreden ließe. Und noch schlechter wäre es, würde ich mich zu den alten Kirchengöttern überreden lassen, die mir die Hölle heiß machen, das Leben vergällen, die Welt schwarzmalen und sich in mein Gewissen bohren.
     Aber sind sie nicht längst verschwunden, diese Heizer, Giftmischer, Schwarzmaler und Gewissenswürmer mit und ohne Talar? Die nach der Macht über die Seelen der Gläubigen gieren? Die aus der frohen Botschaft Gesetze machen und sie ihnen wie Mühlsteine um den Hals hängen? Die so viel Unglück über die Menschen gebracht haben? Ich möchte es glauben, dass es mit ihnen zuende ist. Doch ich traue dem Frieden nicht.
     Gott sei Dank können sie mir gestohlen bleiben. Und wenn sie sich noch so aufblasen mit ihren Titeln und Ämtern, sie beeindrucken mich nicht.
     »Zur Freiheit hat dich Christus befreit! So stehe nun fest und lass dir nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!« heißt das heutige Bibelwort vom Apostel Paulus. Und er fährt fort: »Allein sieh zu, dass du durch die Freiheit nicht dem Egoismus Raum gibst, sondern durch die Liebe diene dem andern. Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt (3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!« (Galater 5,13+14)
     Im Glauben bin ich frei und niemandem untertan, keinem Papst, keinem Bischof, keinem Priester oder Pfarrer. In der Liebe aber soll ich andern dienen, statt mich über sie zu erheben. So Martin Luther. Diese „Freiheit eines Christenmenschen“ will ich mir nicht nehmen lassen.
     Und wie steht es bei dir damit?

Gebet: Herr, du sagst mir durch dein Wort, ich soll dir mehr gehorchen als den Menschen. Ja, das ist es, was mich frei macht. Du bist es. Ich muss nicht länger ein Knecht anderer Mächte sein, auch nicht der Mächtigen, auch nicht meiner selbst. Ich muss mich nicht knechten lassen von meinen Sorgen und Wünschen; nicht davon, was vielleicht andere über mich sagen könnten; auch nicht von ihren Erwartungen, wenn ich sie nicht erfüllen will oder kann. All denen will ich nicht dienen. Auch nicht mir selbst, sondern dir. Du sollst der bleiben, der du bist: Mein Gott und Herr, heute und für immer. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Siehe auch: Dazu bestimmt, frei zu sein

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Dienstag, 15. Januar 2019

Du Freudenbringer hl

LosungIch will deinen Namen kundtun meinen Brüdern. Psalm 22,23 

Lehrtext: Die Frauen gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Matthäus 28,8 

Vom Höchsten reden und vom Tiefsten – wie peinlich ist das den Flachen! 
Vom Liebsten reden und vom Schmerzlichsten – wie peinlich ist das den Stumpfen!
Mit brennendem Herzen reden und einem kühlen Kopf – wie peinlich ist das den Lauen!

Die Kleingläubigen, die anderen den Pelz waschen, ohne sie nass zu machen -
wie wollen sie von Seinem Namen reden und Seinen Taten?
Die Neunmalklugen, die meinen, alles richtig zu machen –
wie wollen sie das Richtige tun in Seinem Sinn?

Die Weltverächter, wie wollen sie Ihn preisen?
Die Leibverächter, wie mag Er sie segnen?
Die die Lebenslust verteufeln, wie mag Sein Engel sie küssen? 

Die Moralprediger sollen sich selber predigen.
Die Engherzigen gehen an sich selbst zugrunde.
Und wer andere belehrt, was hat der gelernt?

Wessen Herz ist voll, dass sein Mund übergehe?
Wer steckt mit seiner Begeisterung die Kranken an?
Wer sagt "Ich will!", statt "lieber nicht"?   

Wie will ich von Ihm reden, ohne Furcht und große Freude?
Wie will ich Ihm singen, ohne Lob und Dank?
Wie soll ich springen, ohne vom Grab wegzuspringen mitten ins Leben?
 

Ich will Deinen Namen kundtun, Du Freudenbringer.
Will von Dir singen, Du Lebensspender.
Will Dich preisen, Du Freund des Menschen.


Hans Löhr

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Montag, 14. Januar 2019

Von grauen Eseln und Gottes Wort hl


Losung: Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren. Jeremia 24,7 

Lehrtext: Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles. Apostelgeschichte 10,36 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie kann man sich denn das vorstellen, wenn in der Bibel davon die Rede ist, dass Gott spricht? Manche meinen, dass jedes Wort der Bibel den Menschen, die es aufgeschrieben haben, durch den heiligen Geist diktiert worden sei. Das klingt zunächst verlockend, weil es einem die Sicherheit verspricht, dass alles genauso ist, wie es in der Bibel steht. Doch diese Sicherheit zerbricht, wenn man sich intensiver mit diesem Buch befasst und den einen oder anderen Widerspruch entdeckt. Vor allem aber zeigt die Bibel, dass vieles in ihr doch sehr zeitgebunden ist und nicht mehr eins zu eins in unsere Welt heute passt. Manche meinen dann, dass uns die Bibel nichts mehr zu sagen habe. Aber das ist meines Erachtens ein voreiliger Trugschluss. Dieses Buch enthält wertvolle Glaubenserfahrungen von ungefähr 1000 Jahren, in denen es entstanden ist.
     Doch inwiefern kann man dann sagen, dass Gott aus diesem Buch spricht? Dass es sein Wort enthält?
     Ich bringe dazu einen Vergleich. Zurzeit lerne ich am Computer Französisch. Inzwischen gibt es hervorragende Sprachprogramme. Trotzdem bleibt das Lernen mühsam und es dauert seine Zeit, bis man so allmählich in die fremde Sprache eintaucht. Doch dann entwickelt man nach und nach ein Gefühl für die fremde Sprache. Man merkt intuitiv, ob der Satz, den man übersetzt hat, stimmen kann oder nicht, ob das richtiges Französisch ist oder eine unbeholfene, hölzerne und schwer verständliche Übersetzung.
     Und genauso geht es mir mit der Bibel. Je mehr ich mich mit ihr befasse, je mehr ich in sie „eintauche“, desto mehr redet sie zu mir. Desto mehr meine ich zu spüren, welche Worte und Geschichten den Geist Jesu atmen. Ich erkenne aber auch, welche Bibelworte zeitgebunden sind und persönliche Meinungen der jeweiligen Verfasser widerspiegeln. Die Tatsache, dass beispielsweise ein Satz vom Apostel Paulus stammt, sagt für sich genommen noch gar nichts. Er konnte seine Pharisäer-Ausbildung nie ganz abstreifen, und das merkt man auch manchen seiner Äußerungen an, die gesetzlich und polemisch daherkommen. Entscheidend ist, ob das, was er oder andere in der Bibel geschrieben haben, in Einklang zu bringen ist mit dem, was Jesus gesagt und gelebt hat. Er, Jesus Christus, ist der Maßstab, der Prüfstein, der mir hilft, herauszufinden, welches Gotteswort vertrauenswürdig ist und was nur Menschenwort ist.
     Und damit sind wir bei der heutigen Losung. Dass die Israeliten und infolge wir Christen und infolge alle Menschen, die Gott geschaffen hat, sein Volk sein sollen und er ihr Gott sein will, das ist für mich Gottes Wort. Aber die folgende Einschränkung im Nebensatz, dass es nur die sind, die sich von ganzem Herzen zu ihm bekehren, - das ist das Verständnis des israelitischen Nationalpropheten und Menschen Jeremia.
     Anders der Lehrtext. Er, Gott, hat sein Wort dem Volk Israel gesandt. So steht es da. Und am Anfang des Johannesevangeliums lese ich, dass Jesus das menschgewordene Wort Gottes ist. Was er gesagt hat, wie er geboren ist, gelebt hat, wie er gestorben ist und dass er auferstanden ist am dritten Tag - das ist Gottes Wort. Und auch das lese ich aus dem Lehrtext: Gott ist in dem Juden Jesus Mensch geworden. Durch ihn hat er ihnen und uns allen den Frieden angeboten. Aber sogleich haben Juden die ersten Christen verfolgt und später Christen die Juden zwei Jahrtausende lang. Man hat sich gegenseitig die Bekenntnisse um die Ohren geschlagen und mit dem Knüppel auf den Kopf, wer denn nun den rechten Glauben habe. Später haben dann auch noch die Muslime mitgemischt. Und noch später haben sich katholische und evangelische Christen gegenseitig massakriert. Alles im Namen Gottes, des barmherzigen.
     Was ist nun mit dem Friedensangebot Gottes? Er hat seinen Frieden mit den Menschen gemacht trotz allem, was wir ihm angetan haben und noch antun. Wir Menschen aber haben noch nicht den Frieden mit unseres gleichen gemacht. Noch immer teilen wir die Welt ein in gut und böse, richtig und falsch. Noch immer denken wir schwarz-weiß wie Kinder, obwohl wir doch alle, wirklich alle graue Esel sind.  

Gebet: Mein Gott, du begegnest mir in Jesus Christus. Durch ihn erfahre ich, wer und wie du bist. Ich danke dir, dass du ihn uns Menschen geschenkt hast. Jetzt kann ich dir von ganzem Herzen vertrauen. Jetzt weiß ich, dass du mich liebst, weil du ein barmherziger Gott bist. Jetzt weiß ich auch, was ich soll und was meinem Leben Sinn gibt, nämlich dich und meine Mitmenschen lieben wie mich selbst. Gib mir die Möglichkeit, dich immer besser kennenzulernen. Gib mir die Kraft, mich nach dir zu richten. Komm du selbst in mein Leben und begleite mich auf meinem Weg. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 13. Januar 2019

Ich bin ein Gotteskind! Und du? (Predigt) hl

Predigt von Hans Löhr am ersten Sonntag nach Epiphanias in den Gottesdiensten in Bechhofen und Sachsbach

Liebe Gemeinde,

jeder Erwachsene hier ist auch ein Kind, du und ich. Du bist das Kind deiner Eltern, zweifellos. Und du bleibst ihr Kind, egal wie eure Beziehung ist. Egal wie alt du bist, auch wenn deine Eltern längst gestorben sind. Du bist und bleibst immer auch Kind. Und damit meine ich nicht, dass du kindisch oder kindlich seist. Ich meine, dass jeder von uns auf die Frage „Woher komme ich?“ antworten kann: „Ich komme von meinen Eltern. Sie haben mich gezeugt. Das ist meine Herkunft. Ich bin ihr Kind und das bleibe ich.“ Keiner von euch kann dagegen etwas einwenden. Das steht einfach fest, zweifelsfrei.
Nicht jeder hat oder hatte ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Aber viele von uns können doch für ihre Eltern dankbar sein, auch wenn sie genauso fehlerhafte Menschen sind oder waren waren wie wir. Auch wenn sie manches falsch gemacht haben und uns vielleicht enttäuscht oder auch mal weh getan haben. Und wir? Wenn wir Eltern sind, geht es uns ja genauso. Auch wir sind nicht perfekt. Aber solange uns unsere Kinder mögen, vielleicht sogar lieben, und wir sie, solange ist alles in Ordnung.
Jeder Erwachsene hier ist ein Kind, du und ich. Du bist ein Kind Gottes, zweifellos. Jeder hier kann auf die Frage „Woher komme ich?“ antworten: Ich komme von Gott. Er hat mich geschaffen. Das ist meine Herkunft. Doch anders als bei deinen Eltern kannst du jetzt etwas dagegen einwenden und sagen: „Nein, ich glaube das nicht.“ Oder du sagst: „Ich bin mir da nicht sicher. Ich würde es gerne glauben können, dass da ein Gott ist, der mich geschaffen hat. Aber ich muss immer wieder zweifeln.“
Das mag sein. Und dann sage ich gerade dir: Du bleibst sein Kind, egal, wie deine Beziehung zu ihm ist. Egal wie alt du bist. Egal, ob du glaubst oder zweifelst. Wenn deine Eltern gestorben sind, kannst du das Verhältnis zu ihnen nicht mehr ändern. Gott aber lebt. Dein Verhältnis zu ihm kannst du ändern, jederzeit. Du kannst ihn verlassen. Du kannst aber auch wieder zu ihm zurückkommen. Du kannst an ihm zweifeln. Du kannst ihm aber auch wieder von neuem vertrauen.
Anders Gott. Er muss sein Verhältnis zu dir nicht ändern. Er ist dir von Anfang an treu, allezeit. Das bleibt so, unabhängig davon, ob und wie du glaubst und unabhängig davon, wie du lebst. Du kannst Gott nicht beleidigen, nicht erzürnen, nicht enttäuschen. Du kannst ihn nicht dazu bringen, dass er dich straft. Das kannst du nur bei Menschen. Aber er ist Gott, der Herr des Universums.
Du kannst ihn auch nicht dazu bringen, dass er dich liebt. Du kannst ihm nichts geben, opfern, spenden, damit er etwas für dich tut, damit er dir etwas schuldig ist. Was willst du denn schon geben, was nicht ohnehin ihm gehört? Wie willst du denn Gott beeinflussen, als ob er nicht von jeher wüsste, was er will und was er tut? Du kannst nur drei Dinge tun. Du kannst Gott achten, lieben und vertrauen. Und wenn du nach dem Gottesdienst wieder alles vergessen haben solltest, was ich in dieser Predigt sage, dann nimm diesen Satz mit nach Haus, nimm ihn mit in die neue Woche und sage selbst: „Ich kann Gott achten, lieben und vertrauen. Und das will ich auch tun.“
 Aber warum solltest du das tun? Warum sollte ich das tun? Weil ich sein Kind bin. Ich bin ein Gotteskind und du auch. Das gibt mir Würde. Und dir auch. Und wenn auch du das glaubst, dass du ein Gotteskind bist, dann kannst du dich auch selbst achten, kannst dich lieben und zuversichtlich sein. Als Gotteskind bist du nicht einsam, sondern hast deinen himmlischen Vater, mit dem du reden kannst, dem du deine Anliegen vortragen und dem du danken kannst. Als Gotteskind bist du gesegnet, behütet und von ihm geliebt. Und das alles, ohne dass du da für einen kleinen Finger rühren musst, ohne jegliche Voraussetzung und Bedingung.
Normale und gesunde Eltern lieben ihr Kind, wenn es geboren ist und sie es in den Armen halten, ohne dass es zuvor irgendetwas dafür getan hätte. So und noch mehr liebt dich Gott und mich auch. Das glaube ich. Warum sollte ich diesen schönen Glauben gegen einen hässlichen Zweifel eintauschen? Warum sollte ich mich von dieser Welt verunsichern lassen, da ich doch in Gott geborgen bin? Warum sollten Sorgen, Schmerzen und Leid mich von ihm trennen, da er doch der einzige ist, der mir helfen kann? Warum sollte ich ihm davonlaufen und lange Zeit viele Irrwege gehen, wenn ich doch sowieso einmal vor ihm stehen werde und er mich dann in seine Arme nimmt? Und warum solltest du das tun? Schade, wenn du erst dann erkennst: „Hätte ich ihm doch schon früher vertraut. Ich hätte leichter gelebt und besser.“
Nein, liebe Freunde, wir laufen ihm nicht davon. Wir geben unseren Glauben nicht auf und schmeißen unser Gottvertrauen nicht weg, egal was passiert. Das nehmen wir uns heute wieder von neuem vor, du und ich. Wir halten an Gott fest und lassen nicht los, weil er an uns festhält und nicht loslässt. Wir tun nicht ihm einen Gefallen damit, sondern uns selbst.
Der Glaube ist doch keine Pflicht, sondern ein Geschenk, sein Geschenk, damit es uns gut damit geht. Die Bibel nennt das Gnade. Er drängt sie uns nicht auf. Er lässt uns die Freiheit, sein Geschenk anzunehmen oder nicht. Was sollte auch ein Glaube wert sein, zu dem ich verpflichtet werde? Was sollte ein Glaube wert sein, mit dem es mir nicht gut geht? Was wäre das für ein Vater, egal ob irdisch oder himmlisch, der mich zwingen wollte, ihm zu vertrauen und ihn zu lieben. Das geht nur freiwillig.
Vielleicht fragt sich nun der eine oder andere, wie kommt denn der Pfarrer dazu, das alles zu sagen? Ich lese als Antwort den Predigttext für diesen Sonntag aus dem Matthäusevangelium Kapitel 3 Verse 13-17:
Um diese Zeit kam Jesus von Galiläa her an den Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen. Sobald er getauft war, stieg er aus dem Wasser. Da öffnete sich der Himmel (= öffnete Gott sein Herz), und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und Gottes Stimme sagte: » Dies ist mein geliebter Sohn, über den ich mich von Herzen freue.«
Das, liebe Gemeinde, geschah, als Jesus getauft wurde. Und genau dasselbe geschah, als du getauft wurdest. Und was damals geschah, das gilt seitdem Tag für Tag, solange du lebst. Denn als Jesus getauft wurde, wurdest du mit ihm getauft. Du bist doch von Anbeginn der Welt von Gott vorgesehen und gewollt. Alle seine Verheißungen, die er den Menschen der Bibel gesagt hatte, gelten auch dir. Und was er bei der Taufe zu Jesus gesagt hatte, hat er auch zu dir gesagt: „Du bist mein liebes Kind, über das ich mich von Herzen freue.“
Durch die Taufe sind wir mit Jesus auf das Engste verbunden, unauflöslich und für alle Zeit. So wie auf ihn Gottes Geist herabgekommen war, so fließt Gottes Liebe auf dich herab, jetzt in diesem Augenblick, und hüllt dich in das warme Licht seiner Gnade. Doch um das zu sehen, brauchen wir Augen des Glaubens. Und um das zu verstehen, brauchen wir ein Herz voll Vertrauen. Und genau das wünsche ich dir, ein solches Herz voll Gottvertrauen, mit dem du leben kannst. Und solche Augen des Glaubens, mit denen du die Welt und dich selbst im Licht seiner Gnade siehst.
Ich bin ein Gotteskind! Und du? Erst recht. Gemeinsam können wir unseren Vater im Himmel ehren, lieben und vertrauen.

Amen

Samstag, 12. Januar 2019

Von Astrologen und Wahrsagern hl

Losung: Die Völker hören auf Zeichendeuter und Wahrsager; dir aber hat der HERR, dein Gott, so etwas verwehrt. 5.Mose 18,14 

Lehrtext: Paulus schreibt: Wir lassen nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes. Kolosser 1,9-10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

interessierst du dich für Astrologie? Für Sterndeutung? Ich kenne einige Christen, die sich für Horoskope, besonders für ihr eigenes interessieren. Ihrer Meinung nach redet Gott auch durch die Sterne zu ihnen. Nun, die Weisen aus dem Morgenland waren ja auch Astrologen. Und die Bibel erzählt, dass sie ein Stern zum Jesuskind geführt habe.
     Ich persönlich interessiere mich sehr für Astronomie. Für die Wissenschaft von den Himmelskörpern. Und da ist es mit den Sternbildern so eine Sache. Sie verzerren sich im Lauf der Jahrmilliarden. Sie bestehen aus Sternen, die teilweise extrem weit voneinander entfernt sind, aber nur aufgrund ihrer starken Leuchtkraft als zusammengehörig erscheinen. Und dann sind die Sternbilder nur ein allerwinzigster Bruchteil der Sterne, die es insgesamt gibt. Was ist dann, so frage ich, mit den anderen Sternen. Haben die dann keine Bedeutung mehr?
     Und wie ist es mit Wahrsagern? Interessierst du dich auch dafür? Ich kenne niemand aus meiner näheren Umgebung, der das tut. Und selbst bin ich auch der Überzeugung, dass sich die Zukunft prinzipiell nicht vorhersagen lässt, weder durch Kristallkugeln, noch durch Karten, noch durch andere Medien.
     Der Wille Gottes, von dem im Lehrtext die Rede ist, muss nicht vorhergesagt oder gedeutet werden. Jesus hat ihn uns mitgeteilt in dem Doppelgebot der Liebe: »Gott und seinen Nächsten 
lieben wie sich selbst.« Mehr braucht es nicht. Damit „leben wir Gott ganz zu Gefallen“ (Lehrtext)Und die Erkenntnis, in der ich Paulus zufolge wachsen soll, ist für mich nichts weiter als ein tiefes Gottvertrauen, ein Vertrauen darauf, dass ich sein geliebtes Kind bin und dass er ein guter Gott ist, der alles zu einem guten Ende bringen wird. Das ist die Grundlage dafür, dass ich jenes Doppelgebot der Liebe auch erfüllen will. Und das nicht, weil es mir befohlen wird, sondern aus Dankbarkeit.
     Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass Gott in Jesus zu mir kommt so wie gestern, so auch heute und auch morgen.     

Gebet: Herr, ich kann nicht mal um die nächste Kurve schauen. Aber du überblickst meinen ganzen Lebensweg. Du überblickst den Lauf der Welt. Darum vertraue ich mich dir an. Du wirst mich auf meinem Weg begleiten und ans Ziel bringen, das du vorgesehen hast. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 11. Januar 2019

Das Fundament der Existenz hl

Losung: Du erfreust mein Herz mehr als zur Zeit, da es Korn und Wein gibt in Fülle. Psalm 4,8 

Lehrtext: Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den unsicheren Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genießen. 1.Timotheus 6,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

einen Apfel kannst du immer essen. Geld nicht. Du kannst dir nicht einmal immer für Geld etwas zu essen kaufen. Das geht nur solange wie alle an den Wert des Geldes glauben (!). Bricht dieser Glaube in einer schweren Wirtschaftskrise zusammen, kann man die Scheine verbrennen. Denn ohne den Glauben an den Wert des Geldes ist ein Geldschein nichts wert. Hoffen wir, dass wir so schnell keine Geldentwertung erleben wie noch meine Eltern und Großeltern, sonst hätten wir, gelinde gesagt, ein Problem.
     Geld ist eine geniale, wenn auch unsichere Erfindung von Menschen. Wer allein auf einen solchen „unsicheren Reichtum“ (Lehrtext) hofft, baut seine Existenz auf ein wackliges Fundament. Die Finanzkrise 2008 war schon einmal ein Warnschuss, auf welch schwachen Füßen unser Wohlstand steht. Die nächste Finanzkrise ist nur eine Frage der Zeit. Sind Vermögen und Besitz mein einziger Halt, wie will ich dann in schweren Lebenskrisen bestehen? 
     Von Flüchtlingen, die im Krieg ihren ganzen Besitz verloren hatten, weiß ich, dass ihnen die Hoffnung auf Gott die Kraft gegeben hatte, durchzuhalten. Sie haben hart gearbeitet, bis sie sich dann ihre kleinen Häuser bauen konnten. Diejenigen, die ich in meinem Dienst kennen gelernt hatte, sind oft bis zu ihrem Lebensende gläubig geblieben. Sie haben auch immer wieder verhältnismäßig viel für andere Menschen in Not gegeben, weil sie wussten, was es heißt „arme Teufel“ zu sein. Inzwischen sind sie fast alle gestorben, und ihre Nachkommen haben die Flüchtlingshäuschen zu stattlichen und komfortablen Wohnhäusern aus- und umgebaut. Oft erinnern nur noch die Fundamente an den Vorgängerbau. Ob sie aber die Nachkommen auch noch an die Glaubensfundamente erinnern, auf die die Vorfahren ihre Hoffnung gesetzt und ihr Leben gebaut hatten?

GebetIch lag in schweren Banden, / du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden, / du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren / und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren, / wie irdisch Reichtum tut.

(Vers 4 aus dem Lied „Wie soll ich dich empfangen“ von Paul Gerhardt, 1653))

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 10. Januar 2019

Glaubensbilder hl

​​Losung: Die Hand unseres Gottes war über uns, und er errettete uns. Esra 8,31 

Lehrtext: Jesus spricht: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Johannes 10,27-28 

Liebe Leserin, lieber Leser,

welche Bilder prägen deinen Glauben? Ich denke nämlich, dass man für seinen Glauben auch Bilder braucht, die man vor seinem inneren Auge hat oder die an der Wand hängen oder anderswo. Für viele wird das das Kruzifix sein. Mir sind Bilder mit dem lebenden Jesus wichtig. 
     Zu den wichtigsten Bildern, die meinen Glauben prägen, gehört Jesus als der gute Hirte. Und da sind es drei Bibelworte und ein Lied, die dazu beitragen. Erstens, der 23. Psalm „Der Herr ist mein Hirte“. Zweitens, Jesu Geschichte vom verlorenen Schaf (Lukas 15,3-6) und drittens, der heutige Lehrtext aus dem Kapitel 10 des Johannesevangeliums. Ja und dann ist da auch noch das Lied „Weil ich Jesu Schäflein bin“, das den 23. Psalm zum Klingen bringt. Mich stört nicht, dass das ein Kinderlied ist. Im Gegenteil.
     Den heutigen Lehrtext habe ich oft bei Trauerfeiern vorgelesen. Ich muss in einem solchen Fall hinter den Bibelworten stehen können, die ich an Trauernde weitergebe. Beim Lehrtext kann ich das. Ich glaube das einfach, dass mich niemand aus der Hand meines guten Hirten reißen wird. Der Apostel Paulus hat das auf seine Weise formuliert, als er an die Christen in Rom schrieb: »Nichts kann mich von Gottes Liebe trennen, die in Jesus Christus ist, auch nicht der Tod« (Römer 8,38+39).
     In der heutigen Losung ist ebenfalls von einer Hand die Rede, von Gottes Hand. Und davon spreche ich bei der Taufe, wenn ich das Kind segne und sage: „Gott halte seine schützende und segnende Hand über dich, heute und alle Tage deines Lebens!“ Das sage ich mit dieser Losungsauslegung auch dir.

Gebet: Herr, du bist mein guter Hirte „auf der grünen Aue und im finsteren Tal“. Du kennst mich und ich vertraue dir. Halte du weiterhin deine schützende und segnende Hand über mich und meine Lieben und jeden, der deine Hilfe braucht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 9. Januar 2019

Gott folgt seinem Herzen hl

Losung: David betete: Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du alle diese großen Dinge getan. 2.Samuel 7,21 

Lehrtext: Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 1.Johannes 4,9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kann man denn von Gott, von dieser alles bestimmenden Kraft, sagen, dass er ein Herz hat? Ist das nicht allzu menschlich gedacht? Nun, ich kann nur menschlich von Gott denken und reden. Dass er noch einmal ganz anders ist, als ich ihn begreifen und in Worte fassen kann, versteht sich von selbst. Aber in der Bibel wird ganz unbefangen von Gott gesprochen wie von einer Person, die eine menschliche Gestalt hat, menschliche Regungen und Verhaltensweisen. Da heißt es zum Beispiel: „Sollte der, der das Ohr geschaffen hat, nicht hören? Und der das Auge gemacht hat, nicht sehen“ (Psalm 94,9). Und diese Frage lässt sich auch auf alles andere übertragen. So sage ich: „Sollte der, der das Herz geschaffen hat, nicht ein Herz für mich haben?“
      Vielleicht trifft das Gottes Verhalten ganz gut, wenn ich sage: Er folgt seinem Herzen, wenn es um dich geht und um mich. Er folgt nicht irgendwelchen Gesetzen oder Prinzipien. Er folgt seinem Herzen. Und darum sagt David auch in der heutigen Losung: »Herr, nach deinem Herzen hast du alle diese großen Dinge getan.« Und weil er seinem Herzen gefolgt ist, hat er auch seinen Sohn zu uns gesandt, damit wir durch ihn leben sollen (Lehrtext). Vielleicht kann man sogar sagen, dass bei ihm in eins fällt, was bei uns getrennt ist: Die Weisheit, die Kraft und die Liebe. Eines gibt es nicht ohne das andere. Der biblische Sammelbegriff dafür heißt „Barm-Herz-igkeit“.
     Und nun frage ich mich, ob ich im Umgang mit anderen auch meinem Herzen folge oder eher einem berechnenden Kalkül, einer Nützlichkeitserwägung, einer kalten Logik oder irgendwelchen starren Prinzipien. Ich glaube, wer seinem Herzen folgt, sucht nicht nur das Seine, sondern auch das Wohl des anderen. Der will sich nicht auf Teufel komm raus durchsetzen, sondern lässt auch den anderen zu seinem Recht kommen. Für den gilt: Leben und leben lassen. Und damit bin ich schon ganz nahe am Lehrtext, dass ich Gottes Liebe weitergebe, damit wir gemeinsam gut leben können.

Gebet: Herr, das glaube ich, das stelle ich nicht infrage, dass du ein Herz hast, ein großes Herz für deine Geschöpfe und für mich. Und auch das glaube ich, dass du deinem Herzen folgst. Es führt dich zu mir, damit du bei mir bleibst. Denn du bist, was dein Wort sagt: »Barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte.« (Psalm 103,8) Amen

Herzliche Grüße
Hans Löhr

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Dienstag, 8. Januar 2019

Von außen Streit. Von innen Furcht. hl

LosungKeiner wird zuschanden, der auf dich harret; aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter. Psalm 25,3 

Lehrtext: Paulus schreibt: Allenthalben waren wir bedrängt: von außen Streit, von innen Furcht. Aber Gott, der die Geringen tröstet, der tröstete uns. 2.Korinther 7,5-6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

"von außen Streit, von innen Furcht" (Lehrtext) - das klingt nicht gut. Paulus hatte das erlebt. Ich kenne das auch. Ist schon eine Weile her. Damals habe ich meinen Dienst in einem Projekt für die Erneuerung kirchlicher Arbeit in der Großstadt gekündigt. Vorausgegangen waren Auseinandersetzungen um nicht eingehaltene Zusagen von Vorgesetzten und der fehlende Rückhalt, nachdem es einen Wechsel im Amt des Landesbischofs gegeben hatte. Das war der "Streit von außen". Die "Furcht von innen" war meine Sorge, wie es mit mir nun weitergehen würde, wo ich eine neue Stelle bekäme, was das für eine sein würde, ob ich dazu die Stadt, in der ich lebte und damit auch meine Freunde verlassen müsste. 
     So kam es dann auch. Als sich die Aufregung gelegt hatte, konnte ich bald Ähnliches sagen wie Paulus im heutigen Lehrtext. Ich war zwar kein Geringer, das nicht. Aber ich war mit dem, wie dann alles gekommen ist, "getröstet" (Lehrtext) und sehr einverstanden.
     Jetzt bist wieder mal du dran. Kennst auch du die Erfahrung "von außen Streit, von innen Furcht"? Das kann ja auch bei heftigen Partnerschaftsproblemen so sein oder wenn es um Erziehungsfragen geht, ums Geld geht oder was auch immer.
     Falls du gerade in so einer Situation bist, wünsche ich dir die Erfahrungen, die die Losung enthält und von der Paulus im Lehrtext spricht: Bei allem Streit, bei aller Furcht soll es auch für dich einen guten Ausgang geben. Manchmal geht es eben nicht ohne Streit, damit sich etwas ändern kann. Aber dann soll der Streit wenigstens zu einem guten Ergebnis führen.

Gebet: Herr, mitten in einem Streit, mitten in Auseinandersetzungen sehe ich den Ausweg nicht. Weiß ich nicht, ob es ein gutes Ende geben wird. Dann will ich innehalten, den Streitplatz verlassen, das Gespräch mit dir suchen und dir alles in die Hand legen, was mich umtreibt und beunruhigt. Dann will ich dir sagen: Ich kenne den Ausgang dieser Sache nicht, aber du. Ich vertraue darauf, dass du mich gut hindurch bringen wirst, auch wenn nicht alles nach meinem Willen geht. Nicht ich will mich behaupten, sondern dein Wille soll geschehen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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