Dienstag, 8. August 2023

Was tröstet mich? hl

Losung: Mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht der HERR. Jeremia 31,14 

Lehrtext: Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. 1.Petrus 4,10

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

hast du jemand, der dich tröstet, wenn dir danach ist? Als kleines Kind bist du zu deiner Mutter gelaufen, um dich trösten zu lassen. Vielleicht hattest du später eine Freundin oder Partnerin, einen Freund oder Partner, der dich trösten konnte. Vielleicht hast du sie oder ihn noch. 

Menschen, die andere trösten können, sind ein Geschenk. Es sind solche, die sich Zeit für dich nehmen und dir zu hören und dir nicht vorschnell mit irgendwelchen Ratschlägen kommen. Die dir aber nicht unbedingt Recht geben, wenn du dich über andere beschwerst. Die dich nicht einfach nur bedauern, sondern die Möglichkeiten wachrufen, die du in dir hast: Widerstandskraft, Zuversicht und Mut, sich dem zu stellen, was dir weh tut. Und die vielleicht mit dir beten, wenn du das willst. Die dann gemeinsam mit dir vor Gott bringen, was dich schmerzt und bedrückt. (Lehrtext)

Tröster aller Tröster

Doch nicht jeder hat so einen Tröster, eine Trösterin. Was du aber ganz bestimmt hast, ist der Tröster aller Tröster, dein verständiger, liebevoller Gott, der deine verletzte Seele heilen kann und dir neue Wege in die Zukunft zeigt.

Das Bibelwort in der heutigen Losung erzählt davon, wie er durch seinen Propheten Jeremia das geschundene Volk der Juden getröstet, wie er ihm Lebensmut gemacht und neue Hoffnung geschenkt hat. Hier zwei Verse, die unserem heutigen Losungswort vorangehen:

»Weinend werden sie kommen, sie werden zu mir beten, während ich sie aus der Verbannung nach Hause bringe. Ich führe sie zu Bächen mit frischem Wasser, ich lasse sie auf ebenen Wegen gehen, damit sie nicht stürzen. Denn ich bin Israels Vater. Die Mädchen tanzen im Reigen, die jungen Männer und die Alten feiern miteinander. Denn ich verwandle ihre Trauer in Freude, ich tröste sie und mache sie wieder froh nach all ihrem Leid. Mein Volk soll satt werden von meinen guten Gaben. Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort(Jeremia 31,9-14)

Damals wie heute

Was Gott seinen Menschen damals gesagt hat, kann er dir auch heute sagen. Was er damals getan hat, kann er auch heute für dich tun. Manchmal reicht es schon, sich still hinzusetzen, zu beten, den Psalm 23 und das Vaterunser zu sprechen oder zu lesen und Jesus zu hören wie er sagt: „Kommt alle zu mir, denen es schwer ums Herz ist, ich will euch trösten; ich helfe euch, eure Lasten zu tragen und will es euch wieder leicht machen.« (Mattäus 11,28)

Gebet: Herr, wenn ich trostbedürftig bin, wende ich mich an dich. Du hast Tag und Nacht ein offenes Ohr für mich. Hast Geduld, dir meine Klagen anzuhören und gibst mir neuen Lebensmut. Du bist die Kraft in meiner Seele und richtest mich wieder auf. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Montag, 7. August 2023

Gottes merkwürdige Sympathie hl

Losung: Josef blieb im Gefängnis, aber der HERR war mit ihm. 1.Mose 39,20.21 

Lehrtext: Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und es hörten sie die Gefangenen. Apostelgeschichte 16,25

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

immer wieder wurden die Menschen der Bibel auf das Heftigste erschüttert. Sie erlebten höchstes Glück und tiefstes Leid. Sie verstanden oft nicht, was sie da so anfasste, durchschüttelte, jubeln und klagen, danken und heulen ließ. Die Bibel ist ein Dokument starker Gefühle, tiefsinniger Gedanken, intensiven Lebens auf des Messers Schneide und eines tief bewegenden Gottvertrauens. Was sie im Guten wie im Bösen erlebt haben, versuchten sie mit Gott zusammenzubringen. Manchmal in ein und demselben Gebet wie in verschiedenen Psalmen und in den Geschichten, die sie sich jahrhundertelang erzählten, bis sie aufgeschrieben und nicht zuletzt für uns überliefert wurden.

Von Gott kann man nur mit Demut erzählen

Da, wo die Bibel uns heute noch im Innersten berührt, wird nicht trocken berichtet. Da geht es auch nicht um die irreführende Frage, ob das auch alles wirklich so war. Da werden menschliche Grunderfahrungen in Psalmliedern besungen, in Festen gefeiert, in Geschichten gedeutet. Anders kann man von Gott nicht reden. Er lässt sich nicht von uns einfangen in unsere Werte und Systeme, unsere Moral und unsere Gesetze. Von ihm kann man letzten Endes nur erzählen, ihn bestaunen, manchmal auch fürchten. Aber immer will ich vor ihm demütig sein, dem Schöpfer des Ganzen, von Licht und Finsternis, von Lust und Leid, von Leben und Tod, vor ihm, dem Heiligen und Allmächtigen.

Er war groß genug, in Jesus ein Kind zu werden und in einer Futterkrippe zu liegen. Er war stark genug, sich in seinem Sohn kreuzigen zu lassen. Er war mächtig genug, die Dornenkrone zu tragen, mit den Ohnmächtigen zu leben und die Beschädigten wie das Gesindel zu lieben. Er war und er ist über allem, von niemandem erreichbar. Gerade deshalb ist er in Jesus zu uns fehlbaren Menschen gekommen, die wir ihm mit unserem Gutmeinen, unseren Irrtümern und unserer religiösen Eitelkeit oft genug im Weg stehen.

Kleine Flamme Hoffnung

Dieser Gott hatte eine unerklärliche Sympathie für den Betrüger Jakob und seinen Sohn Josef, den eitlen Fratz, der so viel Unfrieden in die Familie gebracht hat, dass seine Halbbrüder ihn als Sklaven nach Ägypten verkauft haben. Und da, wo er am Tiefpunkt seines Lebens angekommen war ohne zu wissen, ob er jemals wieder aus dem Kerkerloch herauskommen würde, da saß Gott mit ihm im Knast, gab seiner Seele Kraft, nicht zu verzweifeln und hütete die kleine Flamme Hoffnung in Josefs Herzen.

Aber warum hielt Gott sich nicht zu den Braven, den Frommen, den Gerechten? Er wird wohl auf seine Weise auch bei ihnen gewesen sein, den selbstgerechten Brüdern. Doch seine Liebe zu den Grenzgängern, den Unangepassten, den Unruhestiftern ist auch für mich heute ein Trost. Gott beurteilt mich nicht nach meinem Verhalten, meinem Charakter, nach meinem Bemühen, anständig zu sein, um von meinen Mitmenschen gelobt zu werden. Er richtet sein Verhalten zu mir danach aus, wie sehr ich ihn brauche gerade in meinen Niederlagen und in meinem Scheitern.

Mir gefallen die Geschichten von Jakob sowie „Josef und seinen Brüdern“ besser als die Apostelgeschichte, die von den frommen Heldentaten des Apostels Paulus berichtet. Denn sie erzählen von Menschen in ihrem Widerspruch und mit ihren Brüchen, bei denen längst nicht alles glatt läuft und die Gott in Jesus gerade deshalb auf ihrem manchmal schwierigen Lebensweg begleitet. 

Gebet: Herr, daran halte ich fest, dass du in den Höhen und Tiefen meines Lebens bei mir bist, meine Freude mit mir teilst, meine Schmerzen mit mir trägst und mein Versagen nicht ansiehst. Was du für mich tust, lässt sich nur in Geschichten erzählen, in denen ich meine Erfahrungen mit dir wiederfinde. Niemand kann dich dingfest machen mit Dogmen und Geboten. So wie du mir in Jesus begegnest, bist du ein Gott der Freiheit, der mich erlöst aus dem Joch religiöser Vorschriften und Gesetze .(Galater 5,1 ) und befreit zu einem Leben in Liebe und Freundlichkeit. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 6. August 2023

Warum nicht hoffen? hl

Losung: Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Psalm 22,5 

Lehrtext: Voll Mitleid und Erbarmen ist der Herr. Jakobus 5,11

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

auf Gott hoffen, heißt für mich, zuversichtlich bleiben gerade auch inmitten von Problemen und Sorgen. Heißt, mich nicht unterkriegen lassen von Enttäuschungen und Schmerzen; die alltäglichen Herausforderungen annehmen und so gut es geht bestehen. Auf Gott hoffen, heißt für mich vertrauen, dass er bei mir ist und ich mich nicht allein durchs Leben schlagen muss. Heißt, dass er mir jeden Tag so viel Kraft gibt wie ich brauche; dass er meine Schwierigkeiten nicht wegzaubert, sondern mir hilft, sie zu tragen, damit zu leben und zu überwinden.

Was ich nicht zu hoffen wagte

Nicht alle meine Hoffnungen haben sich erfüllt. Da galt es Abschied nehmen von Illusionen und Träumen. Dafür geschahen aber auch immer wieder Dinge, wofür ich noch heute dankbar bin. Am Taufbecken meiner Kinder und Enkel hoffte ich, dass Gott sie mit Gesundheit segne und sie vor Unheil bewahre. Er hat mich nicht enttäuscht. Und manchmal geschahen Dinge, die ich nicht zu hoffen wagte, dass ich jetzt zufällig an der Stelle wohnen kann, wo es mir richtig gut geht. Aber was heißt schon zufällig. Für mich ist es eine Gebetserhörung.

Meine "Väter" (Losung), also meine Großeltern und Eltern, haben schlechtere Zeiten erlebt als ich: Krieg, Armut, Neuanfang ohne zu wissen, ob die Zeiten jemals wieder besser würden. Doch sie haben gerade deshalb die Hoffnung auf Gott nicht aufgegeben. Warum also sollte ich das tun?

Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich nicht umsonst auf dich gehofft habe. Auch wenn manches anders gekommen ist, so bist du mir doch treu geblieben und hast mir meine Lebensfreude erhalten. Und wenn ich einmal alles wieder hergeben muss, so wirst du mir bleiben. Denn auf dich hoffe ich für mich und alle, die mir am Herzen liegen. Du bist barmherzig (Lehrtext) und lässt uns nicht im Stich. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 5. August 2023

Mein Gebet in Gottes Ohr hl

Losung: HERR, höre meine Worte, merke auf mein Seufzen! Vernimm mein Schreien; denn ich will zu dir beten. Psalm 5,2.3 

Lehrtext: Was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr's empfangt, so wird's euch zuteilwerden. Markus 11,24 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

einmal musste ich in den Schockraum einer Klinik. Man hat mir zur Überwachung von Blutdruck und Puls verschiedene Sensoren auf die Brust geklebt, eine Infusion gelegt und Blut übertragen. Ich habe im Nachhinein den Arzt und die drei Krankenschwestern bewundert, mit welcher routinierten Sicherheit und wie schnell sie das gemacht haben. Jeder Handgriff saß. An einem Schrank stand „Wiederbelebung“ So weit war es mit mir Gott sei Dank nicht. Was ich aber auf der Behandlungsliege dachte, weiß ich noch. Während man mich versorgt hat und ich anschließend bewegungslos dalag, ging mir immer wieder derselbe Satz durch den Kopf: »Wie du willst, wie du willst  …«

Der zitternde Jesus

Ich wusste, ich kann jetzt gar nichts für mich tun. Ich muss und will die Schwestern und den Arzt machen lassen. Und zugleich muss und will ich ihn machen lassen. Das hat mich beruhigt. Das hat mir geholfen. 

Jenen Satz habe ich nicht selbst erfunden. Ich habe ihn mir ohne groß nachzudenken von Jesus geborgt. Kurz vor seiner Verhaftung im Garten Gethsemane, als er wusste, was in den nächsten Stunden auf ihn zukommen würde, hat er am ganzen Leib vor Angst gezittert (Markus 14,33). Dann hat er Gott gebeten, ob es nicht möglich wäre, ihm den bitteren Leidenskelch zu ersparen. Schließlich beendete er sein Gebet mit jenem Satz, mit dem man jedes Bittgebet beenden kann: »doch nicht, was ich will, sondern was du willst!« (Markus 14,36)

Worauf es letzten Endes ankommt

Ob ich in einer ähnlichen Notlage mal wieder so beten werde? Ich weiß es nicht. Natürlich kann man Gott auch ganz genau um das bitten, was man braucht. Jesus hat das ja auch getan. Aber letztlich kommt es nicht auf meine Wünsche und Bitten an, sondern darauf, dass Gottes Wille geschieht. Ihn anzunehmen, kann hart und bitter sein. Und doch ist es so, dass wir alle in seinem Willen geborgen sind. Nicht er braucht mein Gebet, sondern ich brauche sein Ohr. Nicht er braucht meinen Glauben, mein Gottvertrauen, sondern ich brauche seine Treue. Ich kenne meinen Weg nicht, aber er. Ich weiß nicht, warum bestimmte Dinge gut sein sollen. Aber er. Und darum verlasse ich mich darauf, dass das, was geschieht, nach seinem Willen ist und es darum letzten Endes auch gut für mich ist. 

Gebet: Herr, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Stärke meinen Glauben, dass ich hinnehmen und annehmen kann, was du schickst. Stärke meinen Glauben, dass ich dir aber auch danken kann für alle deine Hilfe und deinen Segen. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 4. August 2023

Eines der größten täglichen Wunder hl

Losung: Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein. Prediger 5,1 

Lehrtext: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Matthäus 7,1

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

das ist wirklich nicht so leicht einzusehen: Jeder Urteilsspruch eines Gerichts, jede Kritik, die ich an einem anderen Menschen habe, wird ihm nicht gerecht.

Natürlich ist es gut, wenn ein Verurteilter sein Urteil annehmen kann, weil er weiß, dass er nach dem Gesetz und den Maßstäben der Gesellschaft falsch gehandelt hat. Und erst recht ist es gut, dass ich mir die Kritik eines anderen an meiner Person durch den Kopf gehen lasse und überlege, inwiefern sie berechtigt ist. Wenn es so ist, dann muss ich um Entschuldigung bitten und bereit sein, daraus zu lernen.

Niemand versteht dich ganz

Das alles ist schön und recht und gut. Aber trotzdem wird man dir nicht gerecht und du nicht einem anderen, egal, wie sehr du dich bemühst, ihn zu verstehen. Das Problem ist ja, dass ein Mensch sich selbst nicht versteht und nicht genau sagen kann, warum er dieses oder jenes getan oder gesagt hat. Wer kann schon die Tiefe des menschlichen Herzens ergründen als Gott allein? Wer weiß schon genau, was ein Mensch alles mit auf die Welt bringt? Welche Gene sein Denken und Fühlen und Handeln in eine bestimmte Richtung lenken? Wer weiß schon, was ihn alles beeinflusst, nicht nur die Familie, sondern auch die Schule, Freunde, Arbeitskollegen, die Gesellschaft mit ihrem unüberschaubaren Medienangebot? Und da soll man guten Gewissens richten und verurteilen? Da soll man guten Gewissens über einem anderen den Stab brechen?

Gesetze und Regeln bleiben notwendig

Freilich ist es notwendig, dass Gesetze und Regeln aufgestellt werden, die von allen beachtet werden sollen. Und es ist auch notwendig, dass derjenige, der sie bricht, sanktioniert, also bestraft wird. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sonst eine Gesellschaft, wie sonst das Zusammenleben funktionieren soll. Aber gerecht wird man auf diese Weise einem Menschen nicht. 

Nur Gott wird mir gerecht. Und das zeigt Jesus zum Beispiel mit seiner Geschichte vom verlorenen Sohn. Da bestraft der Vater den Sohn nicht, als er wieder nach Hause zurückkommt, nachdem er das ganze Erbe durchgebracht hat. Er bleibt sein Sohn, den der kennt und den er liebt. Gott kennt mich ganz genau, viel besser, als jeder andere, viel besser als ich mich selbst. Wenn jemand weiß, warum ich mich so verhalte wie ich es tue, warum ich so fühle und denke, dann ist er es. Und darum kann ich immer wieder zu ihm kommen, egal wie sehr ich versagt habe. Er billigt mein Verhalten nicht. Aber er versteht es und deshalb kann er mir vergeben. Nicht irgendwelche Menschen sind mein letzter Maßstab. Nicht sie wissen, wer und wie ich bin. So wichtig ihr Urteil auch sein mag. Ich richte mich nach Jesus Christus, in dem der barmherzige Gott zu mir kommt.

Verzeihen und um Verzeihung bitten

Zugleich aber will ich versuchen, mit meinen Mitmenschen gut auszukommen, meine Fehler einzusehen, berechtigte Kritik anzunehmen und mich zu korrigieren. Und dazu gehört, dass ich bereit bin, sie um Verzeihung zu bitten, aber auch ihnen zu verzeihen, wenn sie sich mir gegenüber unangemessen verhalten haben. Und dann will ich nicht vergessen, dass man die Menschen, die man liebt oft besonders verletzt. Umso größer ist dann das Wunder, dass Gott und sie mich dennoch lieben.

 

Gebet: Herr, vor dir muss ich kein schlechtes Gewissen haben. Dich muss ich nicht fürchten, vor dir mich nicht ducken. Vor dir kann ich ein freier Mensch sein, der weiß, dass er Fehler macht und scheitern kann. Der aber auch auf dich vertraut, weil du mich verstehst und mir vergibst. Darum will auch ich nicht über anderen den Stab brechen, noch hinter ihrem Rücken lästern, sondern bereit sein, ihnen zu verzeihen und sie um Verzeihung zu bitten. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 3. August 2023

Tönendes Erz, klingende Schelle hl

Losung: Eure Liebe ist wie der Tau, der frühmorgens vergeht! Hosea 6,4 

Lehrtext: Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 1.Korinther 13,1 


Liebe Leserin, lieber Leser,  

du bist eine gute Christen, ein guter Christ. Du bist nicht nur getauft, du glaubst auch. Du sprichst am Morgen ein Gebet, vielleicht noch eins vor dem Essen und dem Schlafengehen. Du liest hin und wieder Losung und Lehrtext und vielleicht noch eine Auslegung dazu. Ab und zu besuchst du einen Gottesdienst. Vielleicht liest du ja auch mal ein Buch, in dem es um den Glauben geht, hörst eine CD mit Chorälen oder Lobpreisliedern oder singst selbst ab und zu ein solches Lied. Manchmal spendest du vielleicht auch für einen guten Zweck. Ach ja, Kirchensteuer bezahlst du auch noch. Es bleibt dir ja nichts anderes übrig, wenn du Mitglied deiner Kirche sein willst. Vielleicht kannst du hinter all dem, was ich genannt habe, einen Haken machen: abgehakt, erledigt, geschafft. - Na dann.

Und weiter?

Jetzt kommt’s: Lebst du auch, was du glaubst? Tust du auch, was du betest, was du liest, hörst und singst? Oder anders gesagt, liebst du Christus in deinen Mitmenschen?, Bist du Gott treu in dem, was du sonst den lieben langen Tag fühlst, denkst, tust?

Auf die Idee, dich so zu fragen, komme ich deshalb, weil ich über Losung und Lehrtext nachdenke und mich selbst so frage. Wie ist das mit meiner Liebe und Treue? Vergeht sie wieder Tau in der Morgensonne (Losung)? Bin ich „ein tönend Erz oder eine klingende Schelle“ (Lehrtext), viel Lärm und nichts dahinter?

Ganz so schlimm ist es hoffentlich nicht. Meine Liebe zu Gott und meine Treue zu Jesus beeinflussen schon auch mein Verhalten im Alltag, aber eben nicht durchgängig. Immer wieder schieben sich meine eigenen Interessen und Wünsche in den Vordergrund und ich lebe so, als ob es Gott nicht gäbe. Um dem vorzubeugen, hatten die Mönche im Mittelalter mehrere feste Gebetszeiten. Bei mir ist das nicht so. Aber ich merke, wenn ich mich jeden Tag mit dem Glauben befasse, wird  mir Gott präsenter, gegenwärtiger und entgleitet mir nicht wieder komplett.

Orientierung am Ideal

Und doch bin ich weit entfernt von der Lebensweise eines Franz von Assisi oder gar davon, wie Jesus gelebt hat. Ein Leben in ständiger und unmittelbarer Gegenwart Gottes bleibt für mich ein unerreichbares Ideal. Aber immer wieder versuche ich so zu leben und zu glauben, wie es Carl Schurz formuliert hat: »Ideale sind wie die Sterne. Wir erreichen sie niemals, aber wie die Seefahrer auf dem Meer richten wir unseren Kurs nach ihnen aus.«

Gebet: Herr, ich möchte gern intensiver lieben und glauben. Aber ich denke, dass du mich so ansiehst, als könnte ich es. Was ich mir wünsche, erfüllst du für dich. Du siehst nicht auf meine Defizite. Dir genügt schon meine Absicht, um zu vollenden, was ich nicht kann. Darum quäle ich mich nicht mit meinen Unzulänglichkeiten, sondern schaue auf dich, den „Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Hebräer 12,2) und der Liebe. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 2. August 2023

Sicher bei Gott hl

Losung: In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich. Psalm 118,5 

Lehrtext: Paulus schreibt: Unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil. 2.Korinther 1,7

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

Gott sagt zu dir:
„Ich bin größer als deine Not.
Wenn dir die Wasser der Angst bis zum Hals stehen, sollst du doch nicht ertrinken.
Und wenn dir die Feuer der Leiden schon das Haar versengen, sollst du doch nicht verbrennen
(Jesaja 43,2).
Angst und Schmerzen will ich dir nicht ersparen. Sie sind Teil des Lebens.

Doch rufe mich an in der Not. Ich höre dich und rette dich (Psalm 50,15; Losung).

Ich komme zu dir in Jesus Christus.
Denn ich bin der Grund, die Mitte und das Ziel deines Lebens, das A und das O.
Für dich habe ich Angst und Leid überwunden
(Johannes 16,33).
Ich bin dein Trost
(Losung), wenn du untröstlich bist.
Ich bin dein Lebensmut, wenn du niedergeschlagen bist.
Ich bin deine Kraft, wenn du schwach bist
(2. Korinther 12,9).
Ich bin deine Hoffnung
(1. Timotheus 1,1), wenn du verzweifelt bist.

Bei mir bist du sicher.

Frage nicht, wie das alles geschieht. Vertraue darauf, dass es geschieht, so wie es in deinem Leben bisher geschehen ist.“

 

Gebet: Herr, wer sonst außer dir kann mich immer wieder trösten und ermutigen, stärken und zuversichtlich machen? Wer sonst außer dir kann mich retten aus meinen Nöten und Ängsten und kommt zu mir am Tag und in der Nacht, um bei mir zu sein? Ich halte mich zu dir und verlasse mich auf dich, was auch geschieht. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 1. August 2023

Freude und Zuversicht hl

Losung: Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun. Psalm 73,28

 

Lehrtext: Der Geheilte ging mit Petrus und Johannes in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Apostelgeschichte 3,8

 

Liebe Leserin, lieber Leser,  

also wenn der Glaube keine Freude macht, kann man‘s auch lassen. Er lebt doch von der Frohbotschaft, dem Ev-angelium von Jesus Christus und nicht von einer düsteren Drohbotschaft, von einem sogenannten Dys-angelium.

Das Licht der guten Nachricht

Das heutige Bibelwort beschreibt für mich treffend, was meine Glaubensfreude ausmacht: Gottvertrauen und Zuversicht. Immer wieder leuchtet das auch schon im Alten Testament auf (Losung). Doch noch verdunkeln darin drohende Gewitterwolken den Glauben, wenn es zum Beispiel im Vers vor der heutigen Losung heißt: »Denn siehe, die von dir, Gott, weichen, werden umkommen; du bringst um alle, die dir die Treue brechen« (Psalm 73,27). Wieder einmal schließen hier Menschen von ihrem Verhalten auf Gott. Erst mit Jesus kommt das Licht der guten Nachricht ganz zum Durchbruch und vertreibt die schwarzen Drohworte. Denn »Gott ist Licht und in ihm ist keine Finsternis« (1. Johannes 1,5).

Die Schatten der schwarzen Gedanken

Doch in uns Menschen ist es nicht so. Ja, in unserem Herzen leuchtet auch das Licht des Glaubens. Doch zugleich verdüstern die Schatten unserer negativen Gefühle und Gedanken das eigene Leben und das der Mitmenschen. Die Bibel nennt das Sünde. Und davon ist niemand frei (1. Johannes 1,8).

Als Glaubende, sagt Luther, sind wir immer beides zugleich: Gerechte und Sünder. Das bleibt so, auch wenn ich direkt von der Beichte komme und mir die Sünden vergeben sind. Als Christ erfahre ich mich als einer, der immer wieder scheitert, doch  von Gott immer wieder eine neue Chance bekommt. Den er mit seiner Liebe heilt, und der allen Grund hat, froh zu sein und Gott zu loben (Lehrtext). Als Christ bleibe ich mit beiden Beinen auf dem Boden der Wirklichkeit und kann doch, wie jener Geheilte aus dem Lehrtext fröhlich herumspringen, weil ich in Gottes Licht lebe und bleibe.

Gebet: Herr, du bist der Quell meines Lebens. Aus dir kommen mein Glaube und meine Kraft, meine Freude und Zuversicht. Dafür bin ich dir dankbar. Du bist mein Licht, wenn es in mir und um mich finster wird. Du machst mein Leben hell und überstrahlst meine Bedenken und Sorgen. Bei dir bleibe ich, nicht weil ich soll, sondern weil ich will. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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