Freitag, 12. Dezember 2014

Unterschlupf bei Gott hl



Losung: Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Psalm 91,4

Lehrtext: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Philipper 4,7

Liebe Leserin, lieber Leser,

noch drei Wochen, dann ist dieses Jahr schon wieder vorbei. Vielleicht bleibt es auch deswegen in Erinnerung, weil ihm eine der schönsten Jahreslosungen überhaupt gehört: „Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“ Dieses Wort aus dem Psalm 73 bringt meinen Glauben auf den Punkt.
Das heutige Losungswort liefert sozusagen das Bild zur Jahreslosung:

Schon bei den alten Ägyptern und damit lange Zeit vor der Entstehung der Bibel waren die schützenden Fittiche (Flügel) ein Zeichen dafür, dass sie sich von ihren Gottheiten beschützt gefühlt haben. Heute noch sieht man über alten Tempeltüren die geflügelte Sonne, also den Sonnengott Ra (oder Re), der sein Volk behütet.
Ich wünsche Ihnen / dir, dass du bei Gott unterschlüpfen kannst, wenn du inneren Frieden suchst, dich Leid bedroht und deine Seele friert. Die Bibel verspricht dir das. Nimm sie beim Wort!

Gebet: Mein Gott und Vater, mit jedem Gebet komme ich wie ein Küken zu dir. Denn dein Friede bewahrt mein Herz und bei dir bin ich geborgen, was auch immer geschieht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Mitfühlender Menschenfreund hl

Losung: Der HERR sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und sollt innewerden, dass ich, der HERR, euer Gott bin. 2.Mose 16,11-12

Lehrtext: Jesus rief seine Jünger zu sich und sprach: Das Volk jammert mich; denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit sie nicht verschmachten auf dem Wege. Matthäus 15,32

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Herr Pfarrer, wir glauben doch eh alle an denselben Gott.“ So höre ich es immer wieder von Katholiken. Und ich nehme an, dass die katholischen Kollegen es so ähnlich auch immer wieder von Evangelischen hören. Also wenn man nach unserem gemeinsamen Glaubensbekenntniss geht, stimmt das. Aber wenn es darum geht, welchen Gott ich glaube und welchem ich vertraue, dann gibt es bereits unter uns Evangelischen enorme Unterschiede. Und die sind zum Teil so groß, dass ich zweifle, ob allein wir evangelischen Christen wirklich alle ein und denselben Gott glauben. Also ein Gott, der nur eine höchste, unpersönliche Idee ist oder der mit langem Bart über den Wolken thront und aufschreibt, was wir Menschen alles falsch machen, um uns schließlich und endlich eins reinzubraten – mit dem habe ich nichts zu tun.
Der Gott der Bibel, wie ich ihn erlebe, ist ein mitfühlender Menschenfreund (Titus 3,4). Er kümmert sich nicht nur um seine Leute, sondern ist auch zu denen gütig, die nichts von ihm wissen oder wissen wollen (Matthäus 5,45). Er kümmert sich nicht nur um deine Seele, sondern auch um deinen Leib. Er macht dich wieder gesund, und wenn du Hunger hast, gibt er dir das tägliche Brot. Er lässt hier Brot wachsen, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, und macht durch unsere Großzügigkeit auch dort seine Menschenkinder satt, wo das Klima keine guten Ernten (mehr) zulässt. Er gibt der Menschheit genug Nahrung, dass kein Kind hungrig zu Bett gehen müsste. Nun liegt es an uns, wie wir die Nahrung gerecht verteilen.
Der Gott der Bibel, wie ich ihn erlebe, nützt seine Menschen nicht aus, sondern wird in einem Viehstall selbst Mensch. Er leidet und stirbt in seinem Sohn mitten unter uns und rettet uns aus Schuld und Tod. An diesen Gott glauben weder Muslime noch Juden und nicht einmal die meisten Christen bei uns. Mehr als die Hälfte von ihnen glaubt neuesten Umfragen zufolge nicht mehr, dass es Jesus überhaupt gegeben hat. Schade, denn so verpassen sie etwas. So verpassen sie den fürsorglichen und mitfühlenden himmlischen Vater, wie er sich in Jesus gezeigt hat, dem ich ganz und gar vertrauen kann.

Gebet: Mein Gott, wie gut, dass ich dir nicht egal bin. Du weißt genau, wie es mir geht und hilfst mir immer wieder auf, wenn ich niedergeschlagen und enttäuscht bin. So lässt du meine Seele nicht hungern. Weil du so auf mich schaust, kann ich auch auf andere schauen, empfindsam werden für ihre Not und sie unterstützen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Weinende Männer hl

Losung: So spricht der HERR: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen. 2.Könige 20,5

Lehrtext: Hananias legte Saulus die Hände auf und sagte: »Bruder Saul, der Herr hat mich geschickt - Jesus, der dir unterwegs erschienen ist. Du sollst wieder sehen können und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden.« Apostelgeschichte 9,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

falls Sie / falls du ein Mann bist, der das jetzt liest, frage ich dich, ob du schon einmal vor Gott geweint hast. Es soll ja Männer geben, die schämen sich zu weinen. Warum nur? Die Tränen im heutigen Losungswort, die Gott gesehen hat, weinte ein König. Aber eigentlich ist es egal ob du ein König bist oder nicht. Wer vom Arzt eine schlimme Nachricht bekommt, wer todkrank im Bett liegt, kann und soll weinen, soll Gott seine Tränen zeigen und ruhig auch den Menschen, denen er sich nahe fühlt. Weinen hilft. Sich immer nur auf die Lippen zu beißen, tut auf die Dauer nicht gut. Und Tränen erzählen Gott mehr als 1000 Worte im Gebet.
Vor längerer Zeit besuchte ich einen Mann in einer Klinik. Er schien guter Dinge zu sein. Wir plauderten miteinander, machten auch den einen oder anderen Scherz, und dann wollte ich mich wieder verabschieden. Zuvor aber habe ich, wie ich es fast immer tue, für ihn gebetet. Als ich meine Augen nach dem Gebet wieder öffnete, sah ich, dass er mit den Tränen kämpfte. Und dann presste er zwischen den Lippen hervor: »Herr Pfarrer, es ist alles so schwer.« Ich war total überrascht. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Und dann blieb ich noch an seinem Bett sitzen, und er sagte mir, was ihn bedrückte.
Manchmal ist es ein Gebet, das die Schleusen öffnet und Menschen hilft, endlich zu weinen. Es ist so wichtig, dass die Angst mit den Tränen herausfließt, und sich all das löst, was sich in einem aufgestaut hat.
Der Mann ist inzwischen wieder gesund, sowie auch der König Hiskia gesund wurde und später auch Paulus, der zuvor Saulus hieß. Bei dem einen heilten die Geschwüre, beim anderen die Augen. Aber Paulus wurde auch in seinem Herzen sehend und erkannte in Jesus seinen Herrn.

Gebet: Herr, du zählst die Tränen deiner Menschenkinder. Niemand soll umsonst weinen, der sich an dich wendet. Du bist ja der große Tränentrockner und Tröster. Das warst du in der Vergangenheit. Das bist du heute. Und auch morgen lässt du deine Kinder nicht im Stich. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Dienstag, 9. Dezember 2014

Der Künstler liebt sein Meisterwerk hl

Losung: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jeremia 31,3

Lehrtext: In seiner Liebe hat Gott uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus. Epheser 1,4-5

Liebe Leserin, lieber Leser,

was für ein Geschenk, wenn du von einem anderen Menschen geliebt wirst! Das ist die beste Medizin für Leib und Seele. Dann kannst du auch schwierige Zeiten gut überstehen. Was für ein Geschenk, wenn zwei, die sich lieben, miteinander alt werden. Dann hat ihr Leben einen goldenen Glanz trotz allem, was vielleicht auch schwer gefallen ist und schwer fällt. Doch das Gegenteil gibt es leider auch, dass zwei jahre-, jahrzehntelang nur noch nebeneinander her laufen und sich persönlich nichts mehr zu sagen haben. Die Frau liebt vielleicht noch ihre Kinder und ihren Beruf, aber nicht mehr ihren Mann. Oder andersherum. Dann bleibt einer von beiden auf der Strecke und vereinsamt. Irgendwann ist da die Liebe abhanden gekommen, vielleicht durch einen Knall, vielleicht schleichend und zunächst unmerklich. Und jetzt ist es zwischen beiden nur noch kalt.
Gott kommt die Liebe nicht abhanden. Das ist die Botschaft der heutigen Losung. Wen er mal ins Herz geschlossen hat, der bleibt da drin. Schön dass Sie, schön dass du dazu gehörst. Denn wen Gott geschaffen hat, den liebt er auch. Er ist kein kleines Kind, das aus Bauklötzchen etwas schafft und es dann wieder zerstört. Er ist ein großer Künstler. Und ein solcher liebt seine Werke, wenn sie gut sind. Als du und ich geschaffen waren, da sagten die Engel bewundernd „sehr gut!“, denn wir beide sind seine Meisterwerke. – Aber die anderen auch. Und als solche sollten wir sie auch sehen und entsprechend mit ihnen umgehen.
Was für ein Geschenk, dass du von Gott geliebt wirst! Und wenn dich Menschen nicht lieben, bist du vielleicht allein, aber nicht einsam, und ist deine Welt auch nicht kalt.

Gebet: Herr, das tut mir immer wieder gut zu lesen oder zu hören, dass du mich liebst. Du lässt ja deine Sonne nicht nur für andere scheinen, sondern auch für mich. Doch ich will auch in denen, die mich nicht mögen, deine Kinder und darum meine Brüder und Schwestern sehen. Keiner hat deine Liebe exklusiv gepachtet. Du schenkst sie uns allen, damit wir sie einander weitergeben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Montag, 8. Dezember 2014

finden und gefunden hl

Losung: Wenn ihr den HERRN sucht, wird er sich von euch finden lassen. 2.Chronik 15,2

Lehrtext: Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Lukas 11,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

stimmt das denn, was die heutige Tageslosung sagt? So habe ich früher als Theologiestudent und noch in den Jahren danach gefragt. So frage ich nicht mehr. Denn die Zusagen der Bibel sind nicht dazu da, sie gleich wieder infrage zu stellen, kaum dass ich sie gehört oder gelesen habe. Sie sind dazu da, dass ich ihnen vertraue und mit diesem Vertrauen lebe. 
Und das gleiche gilt auch für den Lehrtext. Wer erst lang und breit problematisiert, ob er Gott um etwas bitten soll, weil er nicht weiß, ob er auch empfängt, der kriegt auch nichts. Wenn ich Gott in meinem Alltag (!) finden will und nicht nur alle paar Wochen im Gottesdienst am Sonntagmorgen, dann muss ich ihn auch im Alltag suchen, dann muss ich so lange bei ihm anklopfen, bis er mir öffnet. 
Und dabei mache ich die wunderbare Entdeckung, dass Gott mich, den Suchenden, längst gefunden hat, weil er mich in Jesus von Anfang an sucht und bei mir anklopft. Ich bin sein Geschöpf, von ihm gewollt, von ihm geliebt. Er lässt mich nicht mehr verloren gehen – und Dich auch nicht.

Gebet: Herr, Du selbst hast versprochen, dass man Dich nicht umsonst bittet und sucht und bei Dir anklopft. Manchmal gibst Du mir etwas anderes als das, worum ich Dich gebeten habe. Doch Du hast mich noch nicht leer ausgehen lassen. Und was Du mir gegeben hast, war letztlich doch ein Geschenk, auch wenn es zunächst wie eine Last schien. Das macht mir Mut, Dich auch künftig zu bitten, zu suchen und bei Dir anzuklopfen. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr 

Sonntag, 7. Dezember 2014

Hosianna und Jesus hl

207. Lichtblick am 7.12.2014. Adventspredigt von Hans Löhr

Liebe Freunde,

12. September 2014. Eine Musikgruppe der australischen Hillsong-Gemeinde gibt in Stuttgart in der Porsche Arena ein Konzert. Die Ränge der großen Halle sind dicht besetzt. In der Mitte der Arena stehen sie dicht an dicht – fast nur junge Leute zwischen 14 und 24. Das Licht geht aus, Schlagzeug, Gitarre und Bass setzen ein und nach ein paar Takten sind eine junge Frau: »Ich sehe den König der Ehren, er kommt auf den Wolken mit Feuer, die ganze Welt bebt: Ich sehe seine Liebe und Gnade, die meine Sünden wegwischt und die Menschen singen ‚Hosianna, Hosianna, Hosianna in der Höhe.« Und Tausende und mehr in der Halle singen mit ihr „Hosianna in der Höhe“. [YouTube-Video „Hillsong – Hosanna“ einspielen: Von 00:12 bis 01:50 laut. Dann leise bis 03:10]

Ein 14jähriger vor dem Grammophon

Ich war damals in Stuttgart vielleicht der älteste Konzertbesucher. Und trotzdem ging mir dieser Augenblick unter die Haut. Ich dachte an die Anfänge der Beat- und Rockmusik, die ich vor über 50 Jahren miterlebt hatte, wenn auch nur am Radio oder vor meinem Plattenspieler, einem Koffergrammophon, auf dem ich meine Singles abgespielt habe. Singles damals waren keine Menschen ohne Partner, sondern schwarze Scheiben aus Vinyl mit einem Loch in der Mitte und einem Song auf jeder Seite zum Preis von 4,50 DM Taschengeld. Inzwischen muss man das wohl erklären. Der Sound war jämmerlich. Doch vor dem Plattenspieler saß ein 14, 15-jähriger Hans und hat bei „I want to hold your hand“, bei „Pretty Woman“ und „Satisfaction“ alles vergessen, was in diesem Alter einem das Leben sauer machen kann: Hausaufgaben, Lehrer, Noten, Eltern.
Daran dachte ich in Stuttgart und an die großen Konzerte der Rolling Stones, die ich später in Fußballstadien besucht hatte, an Neil Young und Bob Dylan und wie sie alle heißen.
Mein Gott, wie weit weg von dir schien mir das damals zu sein, mein Gott. Und nun, in Stuttgart, tausende junge Menschen, die sich eine christliche Rockband aus Australien anhören und ihre Texte mitsingen: 'Hosanna, Hosianna in der Höhe!'.
Ehrlich gesagt, ich habe in diesem Moment ein Tempotaschentuch gebraucht und mir verstohlen das Wasser aus den Augen getupft. Die Rockmusik, die damals von den Eltern, Lehrern und Pfarrern so verteufelt wurde – und die ich gerade deshalb umso mehr liebte – die dient nun als Transportmittel, um die Glaubensbotschaft unter die Menschen zu bringen. Nicht nur seit Kurzem, inzwischen schon viele Jahre. Auch unsere Lichtblick-Band tut das. Und zu meinem Erstaunen sind es hier nicht nur die ganz Jungen, sondern auch die nicht mehr so ganz Jungen, von denen einer 91 Jahre ist. Und wenn ich die Älteren hier frage: Was gefällt euch am Lichtblick? Dann sagen viele: Die Musik.
Liebe Freunde, damals vor einem Vierteljahr in Stuttgart ist mir wieder mal klar geworden, dass Gott Sachen tun kann, die man für unmöglich hält.

Gottes Antwort

Hosianna heißt auf Deutsch: „Hilf doch!“ Damals wie heute sehnten sich Menschen danach, dass Gott ihnen helfen möge. Ich denke, jeder hier war schon in der Lage, wo er um Hilfe gebetet hatte. Oft beten wir so, wenn wir nicht mehr weiter wissen: „Hosianna – hilf doch!“ Und Gott antwortet auf alle diese Hilferufe, indem er es hat Advent werden lassen. Nein, das war keine clevere Geschäftsidee für die Kaufleute und Händler von heute. Das war die geniale Idee schlechthin. Denn da schickte Gott seinen Engel zu einem vielleicht 15-jährigen Mädchen namens Maria und ließ ihr sagen: „Du wirst einen Sohn bekommen und sollst ihn Jesus nennen!“ Jesus? Jesus! Das ist Gottes Antwort auf die zahllosen Hilferufe. Jesus? Warum Jesus? Weiß es jemand? Weil dieser Name auf Deutsch heißt „Gott hilft!“ Das ist mehr als ein vages Versprechen. Das ist eine deutliche Zusage. 'Jesus!', das ist Gottes Projekt hier bei uns auf der Erde.

Zurück in die Porsche-Arena von Stuttgart. Tausende sangen: „Hosianna, hilf doch!“ Und die Botschaft des Konzerts war dieselbe wie die eines jeden christlichen Gottesdienstes. Sie besteht aus nur einem einzigen Wort und heißt ‚Jesus!‘, auf Deutsch: ‚Gott hilft!‘ Das ist die gute Botschaft. Das ist das Evangelium. Dafür sind wir hier dar, die Mitglieder der Band, der Technik, Raimund der Parkplatzeinweiser genauso wie die Frauen an der Kaffeemaschine und die Dietrichs am Büchertisch und Christa, die am Samstag mithilft, die Stühle hier aufzustellen und alle, die dann wieder beim Aufräumen helfen. Wir alle sind dazu da, ein jeder mit seiner Aufgabe, euch diese Botschaft zu sagen: ‚Gott hilft!‘ Du bist unglücklich in deiner Ehe? ‚Jesus!‘ -  auf Deutsch: ‚Gott hilft!‘. Du machst dir Sorgen um dein Kind? ‚Jesus!‘ auf Deutsch: ‚Gott hilft!‘. Du bist krank und möchtest gesund werden? ‚Jesus!‘. Das ist, - er ist Gottes Antwort.

Ein schlichter Glaube

Aber ist das nicht alles ein bisschen arg schlicht und einfach? Ja, so ist es. Der Glaube ist nicht kompliziert. Auch schlichte Gemüter, auch einfältige Menschen, auch Kinder sollen glauben können. Diejenigen, die damals Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem mit diesem Ruf „Hosianna“ begrüßt haben, wir haben es vorhin in der Lesung (Matthäus 21,1-11) gehört, und die ihn bis in den Tempel nachgelaufen sind und dabei immer weiter gerufen haben, waren zu einem großen Teil Kinder. Darüber haben sich damals die Pfarrer, Bischöfe, Theologieprofessoren und Priester mächtig aufgeregt.
‚Jesus!‘ oder ‚Gott hilft!‘ – Diese Botschaft, dieses Evangelium können auch die behinderten Kinder in den Förderschulen in Herrieden verstehen, in der Strobel-Schule und in der Wolfhard-Schule, wo unsere beiden Kirchenvorsteherinnen Johanna und Angela arbeiten. Warum nur wollen wir es komplizierter haben, wenn es doch auch einfach geht? Aber das ist ein anderes Thema.
Kürzlich habe ich im Krankenhaus einen ehemaligen Oberkirchenrat besucht. Vor 15 Jahren hatte er es verhindert, dass meine Frau und ich als Pfarrerehepaar in seinen Kirchenkreis gekommen sind. Er meinte, dass ich da zu viel Unruhe hineintragen würde. Na dann haben wir eben die Unruhe hierher gebracht, nach Sommersdorf, Burgoberbach und Thann. Ich sagte zu ihm: „Wissen Sie, damals haben Sie mich ziemlich verletzt. Aber jetzt kann ich sagen, Sie haben uns unbeabsichtigt einen Gefallen getan. Sonst wären wir jetzt nicht schon über 13 Jahre so gern in unserer Pfarrei. Ich denke, dass Gott da seine Hand im Spiel gehabt hat. Ich habe nämlich einen schlichten Glauben.“ Und darauf sagte der kranke Oberkirchenrat: „Ich auch.“ Und dann haben wir uns noch gut unterhalten, haben gebetet und uns zum Abschied die Hand zur Versöhnung gegeben. Ja, ich habe einen schlichten Glauben, und der Oberkirchenrat hat ihn, und einen solchen wünsche ich euch auch.
‚Hosianna, hilf doch!‘ -  ‚Jesus, Gott hilft!‘ Was soll man da noch grübeln und problematisieren? Ich finde, es ist einfach nur schön, in einem solchen schlichten Glauben durch gute und schlechte Zeiten zu gehen, geborgen im Vertrauen auf den Vater im Himmel.

Hilft denn Gott wirklich?

Aber hilft denn Gott wirklich? Hilft er immer? Haben nicht schon viele Menschen für einen Kranken gebetet: ‚Hosianna – hilf doch!‘ Und dann ist er doch nicht mehr gesund geworden?
Ja, so ist es. Der Preis dafür, dass du leben darfst, ist irgendwann der Tod. Vielleicht bald schon, vielleicht in den nächsten Monaten, vielleicht erst in Jahrzehnten. Aber irgendwann musst du sterben, auch wenn du noch so oft ‚Hosianna, hilf doch!‘ betest. Gilt dann noch die Zusage ‚Jesus!, Gott hilft!‘?
Liebe Freunde, vielleicht müssen wir zwar nicht komplizierter, aber größer, umfassender denken und glauben. Gott ist doch nicht nur für einzelne Ereignisse wie Krankheiten, Enttäuschungen und Sorgen zuständig, sondern auch für das große Ganze.
‚Jesus!, Gott hilft!‘ – Das gilt im Leben und im Sterben. Wir haben doch nicht so einen kleinen Glücksgott, der wie ein Talisman bei Prüfungen helfen soll. Unser Gott ist der König der Welt, der Schöpfer von Himmel und Erde, der Herr über Leben und Tod. An seinem Sohn ist deutlich geworden, was der Name ‚Jesus!‘ wirklich bedeutet. Kurz vor seiner Gefangennahme und Hinrichtung hat Jesus im Garten Gethsemane noch für sich gebetet: „Hosianna, hilf doch!“ – und hat dennoch am Kreuz sterben müssen und hat in den Händen seines himmlischen Vaters sein Leben ausgehaucht und ist in seinen Armen wieder aufgewacht und auferstanden zum Leben in Herrlichkeit.
Gott hilft auch dann noch, wenn wir davon nichts mehr mitkriegen und darum vielleicht nicht mehr glauben. Seine Hilfe ist umfassend, denn er kennt das Ganze, er ist das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Wer an ihn glaubt, der bleibt in seiner Liebe, der bleibt in seinen helfenden Händen, was auch immer geschieht.
Ob bei jenem Konzert in Stuttgart junge Leute von diesem Glauben ergriffen worden sind? Ich weiß es nicht. Gott verkündigt sein Evangelium auch durch Rockkonzerte und verändert das Leben von Menschen für immer.

Amen

sich erinnern hl

Losung: Gedenke der vorigen Zeiten und hab Acht auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. Frage deinen Vater, der wird dir's verkünden, deine Ältesten, die werden dir's sagen. 5.Mose 32,7

Lehrtext: Paulus schreibt an Timotheus: Ich erinnere mich an den ungefärbten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiss, auch in dir. 2.Timotheus 1,5

Liebe Leserin, lieber Leser,

ach, es ist eine Tragödie, wie sich die Geschichte zwischen Gott und den Menschen immer wieder wiederholt. Da kommen Notzeiten über sie, Kriege, Hungersnöte, Flucht und Vertreibung, und sie wenden sich an Gott und bitten ihn um Hilfe. Da sind dann die Tempel und Kirchen voll und das Interesse am Glauben ist groß. Dann erhört sie Gott und hilft ihnen, rettet sie aus ihrem Elend, sodass Zeiten des Friedens und des Wohlstands kommen und die Menschen sicher leben. Und dann? Dann geschieht in schöner Regelmäßigkeit, wovon immer wieder in der Bibel die Rede ist, so auch im Zusammenhang des heutigen Losungswortes aus dem 5. Buch Mose: »Der Herr schloss die Israeliten fest in seine Arme, bewahrte sie wie seinen Augapfel…, der Herr allein, kein anderer Gott. Er machte sie zu Herrschern eines weiten, guten Landes und schenkte ihnen reiche Ernten… Da wurden diese ehrenwerten Leute fett. Sie wurden richtig rund und dick und meinten, Gott nicht mehr zu brauchen. Sie wandten sich von ihrem Schöpfer ab und lachten über ihren Retter, auf den sie sich zuvor noch fest verlassen hatten
Daran, so die heutige Tageslosung, daran sollen wir denken, nicht nur an das, was damals geschehen ist, sondern mehr noch, was bei uns in Deutschland in den letzten 70 Jahren geschah. Auch damals in der Notzeit um das Jahr 1945 herum schrien Menschen zu Gott um Hilfe. Da waren die Kirchen voll und das Interesse am Glauben war groß. Und dann erhörte er sie, half ihnen aus dem Elend, schenkte ihnen, schenkte uns in unserem Land Friedenszeit und Wohlstand bis zum heutigen Tag. Und was war, was ist der Dank?
Damit wir nicht wieder in dieselbe Falle tappen, sollen wir uns der vorigen Zeiten erinnern. Damit wir Gott in unserem Land nicht vergessen, sondern dankbar bleiben und ihn mit unserem Leben ehren. Ich meine, der spanische Philosoph Santayana hat schon recht, wenn er sagt: »Wer sich des Vergangenen nicht erinnert, ist dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben.«
Damit dies nicht geschieht, ist es die Aufgabe der Jüngeren, ihre Eltern zu fragen, was damals war, um besser zu verstehen, was heute zu tun ist. Und es ist die Aufgabe von uns Älteren, den Glauben und die Ehrfurcht vor Gott an sie weiterzugeben wie eine brennende Fackel, damit auch sie den Weg durch die Zeit finden. Dazu sind in erster Linie die Großeltern und Eltern gefragt, dass sie ihren Kindern erzählen, welch namenloses Leid in nicht allzu ferner Vergangenheit hinter uns allen liegt, und wie wichtig es deshalb ist, alles zu tun, dass sich das nicht wiederholt. Und zu dem „alles zu tun“ gehört meines Erachtens, dass wir miteinander an Gott festhalten und unseren Glauben leben, ob wir jung sind oder alt (Lehrtext).

Gebet: Herr, Du weißt, wie gottvergessen ich manchmal bin, wie ich durch den Tag stolpere ohne mit Dir zu gehen. Wohin mich das führt? Vergiss Du mich nicht und meine Kinder, vergiss die Menschen in unserem Land nicht, auch wenn zu viele Dich vergessen haben. Wie sollen wir ohne Dich in dieser schwierigen Welt zurechtkommen? Stärke unseren Glauben, schärfe unser Gewissen, gib uns Kraft, Dich und einander zu lieben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Samstag, 6. Dezember 2014

unbehelligt glauben hl

Losung: Gott, gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast. Psalm 74,2

Lehrtext: Jesus sprach: Die Pforten der Hölle sollen meine Gemeinde nicht überwältigen. Matthäus 16,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

die heutige Tageslosung ist ein Hilfeschrei zu Gott. In den nachfolgenden Sätzen im Psalm 74 heißt es dazu: »Der Feind hat alles verheert im Heiligtum… Hoch sieht man Äxte sich heben wie im Dickicht des Waldes. Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk mit Beilen und Hacken. Sie sprechen in ihrem Herzen: ‚Lasst uns sie ganz unterdrücken! Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande.‘« Das war vor gut zweieinhalb tausend Jahren im Staat Juda. Seitdem sind noch viele Tempel, Moscheen, Synagogen und Kirchen zerstört und verbrannt worden bis zum heutigen Tag.

Christenverfolgung heute

Die Kirchen der Christen im Irak und in Syrien sind inzwischen großenteils zerstört. Unsere Brüder und Schwestern im Glauben dort sind auf der Flucht. Sie rennen um ihr Leben. Manche haben es bis zu uns geschafft. In vielen islamischen Ländern werden sie um ihres Glaubens willen verfolgt, in Saudi-Arabien, von dessen Öl wir im Westen profitieren, genauso wie im Urlaubsparadies Malediven. Und in Nigeria werden sie von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram schlichtweg abgeschlachtet. Manche von ihnen könnten bleiben und Ruhe haben, wenn sie sich beugten und zum Islam überträten. Aber die meisten tun das nicht. Sie lassen lieber alles im Stich, als dass sie Jesus im Stich ließen. Sie geben lieber ihren Besitz preis als ihren Glauben. Sie wissen: ‚Wenn wir keinen Glauben mehr haben, dann haben wir gar nichts mehr‘

Christenschikane damals

Vor 70 und mehr Jahren haben in Deutschland die Nazis die bekennenden Christen drangsaliert. Bis vor 25 Jahren wurden sie in der DDR schikaniert. Nun haben wir Ruhe. Jetzt ist eine Pfarrerstochter Bundeskanzlerin und ein evangelischer Pfarrer Bundespräsident. Jetzt leben wir Christen in Deutschland wie im Paradies. Eigentlich, ja eigentlich müssten doch wir Christen hier die Grenzen weit öffnen für unsere verfolgten Glaubensgeschwister. Aber merkwürdigerweise tun sich gerade Parteien, die sich selbst christlich nennen, schwer, so viele von ihnen wie nur möglich aufzunehmen. Immerhin vollzieht sich allmählich ein Bewusstseinswandel bei Politikern und Bürgern, und die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen steigt. Eigentlich, ja eigentlich müssten doch wir Christen täglich Gott dafür danken, dass wir, was unseren Glauben betrifft, solch paradiesische Zustände haben.

Spielt der Glaube eine Rolle?

Aber das Interesse am Glauben schwindet spürbar. Noch nie hatten wir so viele Kirchenaustritte wie in diesem Jahr. In den allermeisten Fällen ist die Kirchensteuer der Grund dafür. Viele, die getauft sind, wissen nichts mit ihrem Glauben anzufangen. Sie fragen sich: ‚Wozu soll er gut sein? Er spielt in meinem Alltag keine Rolle. Und auch sonst in meiner Familie, bei den Nachbarn, bei meinen Freunden und Arbeitskollegen ist der Glaube weithin bedeutungslos. Wozu also noch Mitglied der Kirche sein?‘
Wie ist das bei Dir? Weißt Du darauf eine Antwort? Spielt der Glaube in Deinem Alltag eine Rolle, sodass andere es bemerken können, und Du für sie ein Zeichen bist?

Ein Versprechen

Die Zukunft der Kirche ist ungewiss. Nicht aber die Zukunft der Gemeinde Jesu Christi. Vielleicht wird sie wieder klein. Vielleicht geht die Zahl der Gläubigen in unserem Land weiter zurück. Aber Jesus wird auch künftig in unserem Land seine Leute haben, die an ihn glauben, die ihm vertrauen und ihr Leben nach ihm ausrichten. Es gilt sein Versprechen, dass die „Pforten der Hölle seine Gemeinde nicht überwältigen werden“. Nicht der Teufel ist die Gefahr, sondern die Gleichgültigkeit; nicht die Christenverfolger, sondern der Unglaube; nicht die Not, sondern der Überfluss.

Gebet: Herr, erinnere dich daran, dass wir dir gehören. Hol uns zurück, wenn wir auf unseren selbst gewählten Wegen verloren gehen. Rüttle uns wach, dass wir uns für unsere verfolgten Glaubensgeschwister in dieser Zeit einsetzen. Bewahre uns vor neuer Bedrängnis und mach uns bewusst, was für ein großes Geschenk es ist, unbehelligt glauben zu dürfen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

Freitag, 5. Dezember 2014

Den Frieden suchen ebl


Lehrtext: Bemüht euch darum, die Einheit zu bewahren, die der Geist Gottes euch geschenkt hat. Der Frieden, der von Gotte kommt, soll euch alle miteinander verbinden! (Epheser 4, 3)

Liebe Leserinnen und Leser,

gestritten ist schnell. Ob unter Geschwistern oder in einem Freundeskreis oder in einem Verein. Wo mehrere Leute zusammenkommen, braucht es immer die Bereitschaft zum Zuhören und die Fähigkeit, andere Meinungen neben der eigenen stehen und gelten zu lassen, wenn es gemeinsam gut gehen soll. Es ist bezeichnend, dass sogar Josef das seinen Brüdern ans Herz legt, nachdem ihr Jahrzehnte dauerndes Familiendrama jetzt klar auf ein Happy End zusteuert. (Wer die ganze Geschichte kennen will, muss im ersten Buch Mose die Kapitel 37 bis 45 lesen.)
Das ist für einen emotionalen Menschen wie mich manchmal ganz schön schwer. In der 'Hitze des Gefechts' verliere ich leicht die Fähigkeit, mir klar zu machen, warum jemand so oder anders denkt und argumentiert. Dabei ist es wichtig, um Verständnis für einander zu entwickeln. Gut, wenn der Geist Gottes uns da immer wieder auf die Sprünge hilft. Er lässt mich eine Mail schreiben, in der ich einen schwelenden Konflikt beilege. Er lässt mich nachfragen, statt zu verurteilen. Er gibt mir die Kraft für Neuanfänge nach Auseinandersetzungen.

Gebet: Vater, ich danke dir für deinen guten Geist, der mich mit vielen Leuten verbindet. DEIN Friede hat schon vieles wieder zurecht gerückt, was sich ungut verschoben hatte. Bleib bei mir mit dieser heilenden Kraft. Ich brauche sie. Wir brauchen sie. Unsere Welt braucht sie. Amen.

Ein erholsames und friedliches Wochenende wünscht euch und Ihnen


eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Grüß Gott! ebl

Losung: "Gott sei mit euch!", begrüßte (der Grundbesitzer und Bauer) Boas seine Leute (auf dem Acker) und sie erwiderten: "Der HERR segne dich!" (Ruth 2, 4)

Lehrtext: Johannes schreibt an einen gewissen Gaius, einen der Kirchenvorsteher in einer Gemeinde: "Ich wünsche dir Frieden! Die Freunde hier lassen grüßen. Grüße die Freunde dort, jeden persönlich!" (3. Johannesbrief, Vers 15)

Liebe Losungsgemeinschaft,

heute bekommen wir eine kleine geistliche Lektion in Puncto 'Begrüßung und Verabschiedung'. Kann sein, dass es für die meisten von uns ein bisschen seltsam klingt, dass ein Bauer seinen Erntearbeitern ein 'Gott sei mit euch!' zuruft, als er auf den Acker kommt. Aber so weit sind wir mit unserem 'Grüß Gott' davon gar nicht weg. In dieser Kurzform schwingt nämlich der Wunsch mit, dass Gott den anderern, dem ich 'Grüß Gott' sage, einen Gruß schickt, seinen Heiligen Geist und gute Gedanken.
Wenn mir jemand am Ende einer E-Mail oder am Ende eines Briefes Gottes Segen oder seinen Frieden wünscht, freue ich mich darüber und bin dafür dankbar. Ich stelle fest: Die biblische Gruß-Kunde trifft uns gar nicht so überraschend. Sie frischt nur auf und macht uns wieder neu klar, wo von Gott in unserem Begrüßen und Verabschieden auch heute ganz selbstverständlich die Rede ist. Schön, dass wir hier in Süddeutschland 'Grüß Gott' zueinander sagen und manchmal auch 'behüt dich Gott'. 

In diesem Sinn heute ganz bewusst: Behüt' euch Gott.


Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Innerlich gelassen ebl

Losung: Auf den HERRN kann ich mich verlassen. Er hat mir geholfen, darum freue ich mich und danke ihm mit meinem Lied. (Psalm 28, 7)

Lehrtext: "Maria war sehr froh, als sie das hörte ( - dass sie als Mama von Jesus in ganz besonderem Maß gesegnet sein würde, Anm. EBL): 'Danke Gott, ich bin dir so dankbar! Alles in mir freut sich über dich, du bist mein Gott, du hast mich gerettet!'" (Lukas 1, Verse 46 und 47 nach der 'Volxbibel')

Liebe Leserinnen und Leser,

dass Maria sich so freuen kann, ist ein kleines Wunder. Sie muss sich dafür innerlich unabhängig machen von dem, was andere Leute jetzt vielleicht über sie hinter vorgehaltener Hand tratschen: "Die ist nicht verheiratet und schon schwanger!" Gott ist Maria so nah mit seinem Heiligen Geist, dass die Vorfreude auf ihr Kind stärker ist als alle Angst und sonstigen negativen Gefühle. Sie geht, genau so wie David in seinem Psalm, davon aus, dass sie sich auf Gott voll verlassen kann. Diese Sicherheit macht sie gelassen und fröhlich.

Gebet: HERR, das kannst nur du: uns in unserem Inneren fröhlich machen oder zumindest gelassen, wenn es äußerlich chaotisch aussieht. Du wirkst in uns mit deinem guten Geist. Du gibst uns die Sicherheit, dass wir den richtigen Kurs behalten, wenn wir an deiner Seite bleiben. Danke.

Herzliche Grüße!


Ihre / deine Elfriede Bezold-Löhr

Dienstag, 2. Dezember 2014

wirklich aufmachen ebl


Lehrtext (Paulus schreibt das an die Gemeinde der Christen in der griechischen Stadt Thessaloniki): Ich hatte eine solche Zuneigung zu euch, dass ich bereit war, nicht nur Gottes Gute Nachricht mit euch zu teilen, sondern auch mein eigenes Leben. So lieb hatte ich euch gewonnen." (1. Thessalonicher 2, 18)

Liebe Losungsgemeinschaft,

erzählen, was Gott im eigenen Leben getan hat - wer von uns traut sich das so ohne weiteres? Vielleicht noch vor vielen Leuten? Ganz schön schwierig. Es ist die große Chance von Kleingruppen, dass man dort leichter solche Erfahrungen austauschen kann. Wir sind es als Leute, die Jahrzehnte lang von einer gelegentlichen Stunde Gottesdienst am Sonntag Morgen gelebt haben, nicht gewöhnt, dass wir davon erzählen, welche Erlebnisse wir mit Gott und unserem Glauben haben. Aber wenn es dann jemand macht, sei es in einem unserer Hauskreise oder in einem Vorbereitungsgespräch für den Kinderlichtblick oder gleich nach einem Gottesdienst, dann ist das immer sehr, sehr bewegend. Es macht mir Mut dazu, dass ich mein Vertrauen weiterhin in Gott setze.
Doch es geht mir wie Paulus, der ein bisschen einschänkt, wenn er sagt: "Je mehr ich Menschen vertraue, je wichtiger sie mir werden, desto offener kann ich ihnen gegenüber auch von sehr persönlichen Glaubens-Dingen reden." Ist doch tröstlich, oder?

Gebet: HERR, du brauchst uns als deine 'Botschafterinnen' und 'Botschafter'. Das wissen wir. Und zugleich merken wir auch, dass es nicht leicht ist, einladend und doch mit dem nötigen Tiefgang über unseren persönlichen Glauben mit anderen Leuten zu reden. Hilf du uns auf die Sprünge. Segne du, was wir sagen. Danke. Amen.

Ein zweites Advents-Türchen geöffnet? Da beginnt der Tag doch gleich anders. Vielleicht ist ja auch die Losung dein Adventskalender und der Mausklick der Türöffner.

Liebe Grüße aus Sommersdorf.

Deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

Montag, 1. Dezember 2014

aufmerksam ebl

Losung: Der Herr wird dir gnädig sein, wenn du rufst. Er wird dir antworten, sobald er's hört. (Jes. 30, 19)

Lehrtext: Der Engel antwortete (Kornelius): "Gott hat genau bemerkt, wie treu du betest und wie viel Gutes du den Armen tust, und er will dich dafür belohnen." (Apostelgesch. 10, 4)

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist gut, dass wir heute durch diese zwei Bibelverse daran erinnert werden, wie sorgfältig Gott uns zuhört. Da unterscheidet er sich deutlich von mir. Ich kann dann gut zuhören und schnell aktiv werden, wenn ich ausgeschlafen bin und nicht zu viel Verschiedenes gleichzeitig im Kopf habe. Gott ist da 'ganz Gott': immer aufnahmebereit, immer zur Hand mit erster Hilfe für mich, immer mit dem vollen Durchblick. Und es gibt noch einen Unterschied zwischen ihm und mir: Ich höre nur dann bereitwillig zu, wenn zwischen dem anderen und mir eine 'gute Chemie' besteht, wenn wir gut miteinander klar kommen. Auch in diesem Punkt ist Gott ganz anders als ich: Er hört auch dann zu, wenn Menschen ihm gegenüber lange völlig gleichgültig waren und sich erst in einer großen Krise wieder an ihn erinnern. Er freut sich über den treuen Kornelius aus dem Lehrtext genau so wie über die verwirrten Israeliten, die sich wieder einmal viel zu lange ohne seine Hilfe durchgewurstelt haben. So großzügig in puncto Liebe kann nur Gott sein.

Gebet: Danke, Vater, dass du mich an dein aufmerksames Wesen erinnerst. Du hörst mich, wenn ich mit dir rede. Du verschränkst nicht die Arme, sondern du breitest sie aus und bist für mich da. Egal, ob ich mehrmals am Tag deine Nähe suche oder ob ich das heute seit Jahren zum ersten Mal wieder tue. Danke. Amen.

Heute schon ein Türchen am Adventskalender geöffnet? Hoffentlich hat jemand an dich gedacht.

Liebe Grüße,

deine / Ihre Elfriede Bezold-Löhr