Dienstag, 14. Mai 2019

Zwei Geschichten über Zuflucht hl

LosungBoas sprach zu Rut: Du bist gekommen zu dem HERRN, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest. Rut 2,12 

Lehrtext: Paulus schreibt: Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe, die den Dienst an der Gemeinde von Kenchreä versieht, dass ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich's ziemt für die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie euch braucht. Römer 16,1-2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Mann von Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter, um dort als Fremdling zu wohnen, mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Der hieß Elimelech und seine Frau Noomi und seine beiden Söhne Machlon und Kiljon. Und als sie ins Land der Moabiter gekommen waren, blieben sie dort. Und Elimelech, Noomis Mann, starb, und sie blieb übrig mit ihren beiden Söhnen. Die nahmen sich moabitische (heidnische) Frauen; die eine hieß Orpa, die andere Rut. Und als sie ungefähr zehn Jahre dort gewohnt hatten, starben auch die beiden Männer. Und Noomi blieb zurück ohne ihre beiden Söhne und ohne ihren Mann. Da machte sie sich auf mit ihren beiden Schwiegertöchtern und zog aus dem Land der Moabiter wieder zurück; denn sie hatte erfahren, dass der HERR sich seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte. Und sie ging aus von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und als sie unterwegs waren, um ins Land Juda zurückzukehren, sprach sie zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin und kehrt um, eine jede ins Haus ihrer Mutter! Der HERR tue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Toten und an mir getan habt. Und sie küsste sie. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter, Rut aber ließ nicht von ihr. Noomi aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott; kehre auch du um, deiner Schwägerin nach. Rut antwortete: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Nur der Tod wird mich und dich scheiden. Als sie nun sah, dass sie festen Sinnes war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuzureden. So gingen die beiden miteinander. Es war aber um die Zeit, da die Gerstenernte anging, als Noomi mit ihrer Schwiegertochter Rut, der Moabiterin, zurückkam nach Bethlehem.
     Nun hatte Noomi einen Verwandten ihres Mannes, sein Name war Boas. Und Rut, die Moabiterin, sprach zu Noomi: Lass mich aufs Feld gehen und Ähren auflesen bei einem, vor dessen Augen ich Gnade finde. Sie aber sprach zu ihr: Geh hin, meine Tochter! Sie ging hin und las auf, den Schnittern nach, auf dem Felde. Und es traf sich, dass dies Feld dem Boas gehörte. Und siehe, Boas kam eben von Bethlehem und sprach zu seinem Knecht, der über die Schnitter gestellt war: Zu wem gehört das Mädchen? Der Knecht antwortete: Es ist eine Moabiterin, die ist mit Noomi gekommen. Sie hat gesagt: Lasst mich doch auflesen und sammeln hinter den Garben den Schnittern nach, und ist gekommen und dageblieben vom Morgen an bis jetzt und ist nicht einmal kurz heimgegangen. Da sprach Boas zu Rut: Hörst du wohl, meine Tochter? Du sollst nicht auf einen andern Acker gehen, um aufzulesen; geh auch nicht von hier weg, sondern halt dich zu meinen Mägden. Und sieh, wo sie schneiden im Felde, da geh ihnen nach. Ich habe meinen Knechten geboten, dass dich niemand antaste. Und wenn dich dürstet, so geh hin zu den Gefäßen und trinke von dem, was meine Knechte schöpfen. Da fiel sie auf ihr Angesicht und beugte sich nieder zur Erde und sprach zu ihm: Womit hab ich Gnade gefunden vor deinen Augen, dass du mir freundlich bist, die ich doch eine Fremde bin? Boas antwortete und sprach zu ihr: Man hat mir alles angesagt, was du getan hast an deiner Schwiegermutter nach deines Mannes Tod; dass du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Vaterland und zu einem Volk gezogen bist, das du vorher nicht kanntest. 
Du bist gekommen zu dem HERRN, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest. (Auszüge aus dem Buch Rut 1, 1+2)

Diese Toleranz und Menschenfreundlichkeit gegenüber einer Ausländerin mit einer anderen Religion ist schon erstaunlich. Immerhin ist diese Begebenheit mehr als zweieinhalb tausend Jahre alt. Daran können sich die Juden heute in Israel und die Christen heute in Deutschland eine Scheibe abschneiden. Doch Gott sei Dank gibt es in beiden Ländern nach wie vor Menschen, die tolerant und menschenfreundlich sind gerade gegenüber denen, die dessen bedürfen.

Während des ersten Golfkriegs 1990/1991 wurde meiner Familie in München ein französischer Deserteur „empfohlen“ (vergleiche Lehrtext). Wir versteckten ihn dann etliche Wochen bei uns in der Stadtwohnung im Zimmer einer unserer beiden Töchter. Schließlich hatte ich eine Lösung gefunden, und er konnte wieder nach Hause. Was hätten wir auch machen sollen? Ihn abweisen? Ihn ausliefern? Ich war damals ja selbst ein entschiedener Gegner des Golfkriegs. Ich würde mich heute noch in Grund und Boden schämen, wenn wir das damals getan hätten. Uns ging es nicht um die Frage, wie edelmütig wir sein wollten. Auch nicht darum, ob wir Gottes Gebot erfüllen müssten. Es ging nur darum, ob man sich am nächsten Tag noch im Spiegel würde anschauen können. Und das, liebe Leserin, lieber Leser, hat auch irgendwie mit dem Glauben zu tun.

Gebet: Herr, so viele Menschen auf dieser Welt sind schutzlos. So viele auch in unserem Land wissen nicht, wohin sie sich in ihrer Not und Angst wenden sollen. Lass sie Zuflucht finden unter deinen Flügeln. Breite sie auch über denen aus, die mir nahe stehen. Amen

Herzliche Grüße 

Hans Löhr

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Montag, 13. Mai 2019

Glauben heißt anders leben hl

LosungVom Aufgang der Sonne bis hin zu ihrem Untergang ist mein Name groß bei den Nationen, spricht der HERR. Maleachi 1,11 

Lehrtext: Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Philipper 2,11 

Liebe Leserin, lieber Leser,

bestimmte Bibelverse, wie den aus unserem heutigen Lehrtext, hat man in früheren Zeiten oft als Aufforderungen missverstanden, alle Welt missionieren zu müssen. Ende des ersten Jahrtausends geschah das mit Feuer und Schwert unter Karl dem Großen. Später sind die Missionare den Soldaten der Kolonialmächte gefolgt, um die unterworfenen Völker zum Christentum zu „bekehren“.
     Noch heute gibt es fanatische, meist amerikanische Missionare, die sich über das Verbot hinwegsetzen, die Rückzugsgebiete der letzten indigenen Völker (Ureinwohner) zu betreten und illegal Missionsversuche unternehmen. Erst im August letzten Jahres ist einer von ihnen deshalb auf den Andamanen-Inseln (Indien) ums Leben gekommen. Die Ureinwohner verteidigten ihren unberührten Lebensraum und töteten ihn mit Pfeil und Bogen. Nein, für mich ist dieser Missionar kein Märtyrer, sondern ein ignoranter und gefährlicher Fanatiker. Er nahm in Kauf, ihre Kultur und Gemeinschaft zu zerstören. Er ging das Risiko ein, die abgeschieden lebenden Menschen mit seinen Viren und Bakterien anzustecken und zu töten, weil sie dagegen keine Abwehrkräfte haben. Auf diese Weise haben europäische Missionare zahllose Ureinwohnern in Mittel- und Südamerika und in Ozeanien auf dem Gewissen, auch wenn sie das früher nicht wissen konnten.
     Zurück zum Lehrtext. Wie ist das zu verstehen, dass „alle Zungen (= Menschen aller Sprachen) bekennen sollen“? Soll man sie zu ihrem Seelenheil zwingen oder ist das mehr ein Wunsch beziehungsweise eine Erwartung des Apostels Paulus, die er in seinem Brief an die Gemeinde in Philippi äußert? Nehmen wir zu seinen Gunsten mal das Letztere an.
     Ich glaube, dass es Gottes Sache ist, wann und wie Menschen Jesus Christus kennenlernen und ihn als ihren Herrn entdecken. Unsere Sache ist es, unseren Glauben so überzeugend vorzuleben, dass andere von sich aus darauf aufmerksam werden und sich ebenfalls freiwillig zu Jesus bekennen. Doch das gelingt ja nicht einmal im eigenen Land. Wir Christen waren und sind bis jetzt nicht in der Lage, die meisten der in der DDR herangewachsen Atheisten für die Sache des Glaubens zu begeistern und die Desinteressierten im Westen auch nicht.
     Wie gesagt, es ist Sache Gottes, dass sein Name von Ost bis West groß ist bei den Nationen (Losung). Er hat seine Möglichkeiten und Wege, sich Menschen bekanntzumachen, die ihn bis jetzt nicht kennen. Ein Weg ist unser gutes Beispiel, dass man uns das Gottvertrauen und die Liebe anmerkt, ohne anderen damit auf den Leib zu rücken.

Gebet: Ja, Herr, das wäre schön, wenn andere Menschen Geschmack am Glauben bekämen, weil sie an uns sehen, wie Christen leben. Weil sie an uns den Unterschied bemerken, wie man anders leben kann.
Weil sie erleben,
·      dass wir konsequent auf Gewalt verzichten, auch auf militärische,
·      dass wir Gott und unsere Feinde lieben,
·      dass wir einen Lebensstil haben, der andere Menschen und die Natur nicht belastet,
·      dass wir fröhlich und unbeschwert sind, weil wir in allem auf Gott vertrauen, der sich uns in Jesus zeigt.
Ja, Herr, das wäre schön. So würden wir dir Ehre machen. Nein, nicht wir müssen andere bekehren, sondern du musst zuallererst uns bekehren. Amen


Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 12. Mai 2019

Bist du gütig? hl

LosungDer HERR ist gütig und eine Feste zur Zeit der Not und kennt, die auf ihn trauen. Nahum 1,7 

Lehrtext: Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 2.Korinther 4,8 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gott ist gütig, sagt die Bibel (Losung). Aber was ist das? Irgendwie klingt dieses Wort etwas altertümlich und betulich. Eigentlich schade, weil es doch so viele positive Aspekte umfasst: 
freundlich sein, wohlwollend, rücksichtsvoll, hilfsbereit, liebevoll, anteilnehmend, entgegenkommend, gutwillig, verständnisvoll, mitfühlend, verzeihend ... Ich glaube, jeder hätte gern eine gütige Mutter und einen gütigen Vater, einen gütigen Ehepartner und einen gütigen Chef. Und ein gütiger Lehrer war mir allemal lieber als ein strenger. 
     Wenigstens habe ich einen gütigen Gott. Das glaube ich. Zu ihm komme ich im Gebet, nicht nur in Zeiten der Not, sondern auch, wenn ich dankbar bin und mich freue.
     Aber gerade in Notzeiten, da brauche ich ihn besonders. Was hilft mir dann ein strenger Gott, wenn schon andere Menschen oder das Leben selbst streng mit mir ist? Ich möchte mich im Glauben an ihn schmiegen dürfen wie das mein Kater tut, wenn er meiner habhaft wird. Er weiß, dass er von mir keinen Fußtritt bekommt, dass ich ihm das Fell kraule und liebevoll mit ihm rede. Und ich weiß, dass er das mindestens genauso braucht wie sein Futter. So brauche auch ich Gott, meinen gütigen Vater. So zutraulich komme auch ich zu ihm.
     Ich selbst möchte zu anderen auch gütig sein. Auch zu denen, die ich nicht kenne oder die es meiner Meinung nach nicht verdienen. Doch da muss ich noch ein bisschen an mir arbeiten. Denn Güte, so heißt es, kann man lernen.

Gebet: Herr, wie froh bin ich, dass du gütig bist. Wie sonst könnte ich mich dir voll Vertrauen nähern. Du schenkst deine Güte allen Menschen. Lass sie das erkennen, damit sie sich auf dich verlassen. Bleib mit deiner Güte bei uns allen. Wer sonst könnte uns helfen und geben, was wir brauchen wie du?! Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Samstag, 11. Mai 2019

Klopfendes Herz hl

Losung: Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. 4.Mose 6,26 

Lehrtext: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Philipper 4,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

bist du zurzeit aufgewühlt wie das Meer in einem Sturm? Nagt ein Groll in dir und lässt dir keine Ruhe? Bist du erregt, weil du mit jemandem Streit hast? - "Aber wer wird denn gleich in die Luft gehen?! Greife lieber zu HB, dann geht alles wie von selbst!" So lautete eine legendäre Trickfilm-Werbung aus meiner Kindheit. Nun, die HB-Raucher bekamen mit der Zeit andere Probleme. Doch wesentlich älter als die Empfehlung aus dem Trickfilm sind die Segenswünsche aus Losung und Lehrtext. Seit über 2000 Jahren wünschen sich Menschen Gottes Frieden. In unserer Stress-Zeit ist das vielleicht noch wichtiger als damals. Doch mit am meisten brauchst du wohl Gottes Frieden, wenn du Stress hast mit Menschen, die dir nahestehen. Da geht einem ein Streit schnell an die Nieren und raubt dir Ruhe und Schlaf.      
     Ich weiß mir keinen besseren Rat, als in einem solchen Fall einen ruhigen Ort zu suchen, Gott um seinen Frieden zu bitten und ihm mein klopfendes Herz hinzuhalten. Denn »Unruhig ist mein Herz in mir, bis es Ruhe findet, Herr, in dir.« (Augustinus 384-430)

Gebet
Herr, ich suche deine Ruhe,
fern vom Getöse dieser Welt.
Ich hör jetzt auf mit allem was ich tue,
und tu das eine, das im Leben zählt.
Ich geh im Geist jetzt vor dir auf die Knie
und höre auf die Stimme meines Herrn!
Führe du mein Innerstes zur Ruhe
und lass dein Feuer meine Hast verzehrn.

Du bist ein starker Turm,
du bist das Auge im Sturm!
Du sprichst zum aufgewühlten Meer
meiner Seele in mir, Herr,
Friede mit dir, Friede mit dir.

Herr, ich suche deinen Frieden,
das was die Welt nicht geben kann,
in Harmonie und tief versöhnt zu leben,
denn das fängt erst in deiner Nähe an!
Ich löse mich von allen Ambitionen
und werd so still wie ein grad gestilltes Kind!
Denn du hast mehr für mich als Illusionen,
dein Rat für mich verweht nicht mit dem Wind! 
Amen
(Martin Pepper)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 10. Mai 2019

Glaubst du an Engel? hl

LosungDer HERR wird seinen Engel vor dir her senden. 1.Mose 24,7 

Lehrtext: Der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Matthäus 28,5.7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

glaubst du an Engel?
Engel, auf Lateinisch Angelus auf Englisch Angel, in der DDR-Sprache „Jahresendflügelfigur“, ist in der Bibel hauptsächlich ein Bote Gottes mit einem bestimmten Auftrag, so auch im Lehrtext. Manchmal erscheint er auch als Schutzengel wie im Psalm 91,11 »Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.« Und manchmal als „Türöffner“ wie in der heutigen Losung. Da soll der Engel es ermöglichen, dass Abrahams Sohn Isaak die richtige Frau bekommt. Hm, einen solchen Engel könnte man auch heutzutage ganz gut gebrauchen, um sich gegebenenfalls große Enttäuschungen zu ersparen.
     Von den Serafin und Cherubin, die nach alttestamentlicher Vorstellung um Gottes Thron schwirren, einmal abgesehen, haben Engel in der Bibel keine Flügel. Sie sind so etwas wie Gottes guter Geist bei uns Menschen. Und folgerichtig wurden die Engel später vom Heiligen Geist verdrängt und haben es nicht ins Glaubensbekenntnis geschafft. Und trotzdem, Weihnachten ohne Weihnachtsengel geht gar nicht. Und selbst ungläubige Eltern halten doch insgeheim an dem Wunsch fest, ihre Kinder möchten einen Schutzengel haben.
     Ich persönlich lasse die Sache mit den Engeln in der Schwebe. Da passen sie auch ganz gut hin. Ich glaube nicht an Engel wie ich auch nicht an Ufos glaube. Ich vertraue lieber auf Gott. Er ist es, der auch meine Familie bisher beschützt hat. Er wird, so hoffe ich, das auch in Zukunft tun. Und für mich ist auch der Bote nicht wichtiger als die Botschaft. Die Engel sollen sozusagen unterstreichen, dass ihre Botschaft von Gott kommt. Und in der Tat, was die Weihnachtsengel singen und was der Osterengel sagt, das sind himmlische Posts (Nachrichten), ohne die ich nicht sein möchte.

Gebet: Bleib bei mir, Herr, in deinem guten Geist. Behüte und beschütze alle, die mir nahe stehen. Komm allen deinen Geschöpfen zu Hilfe, weil niemand ohne dich leben kann. Du
erfreust mich mit der weihnachtlichen und österlichen Engelsbotschaft. Ich höre sie wohl und will sie auch glauben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 9. Mai 2019

Oh diese Zunge! hl

LosungIch habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Psalm 39,2 

Lehrtext: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Jakobus 1,19 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ja, was die heutige Losung sagt, habe ich mir auch schon vorgenommen. Schon oft. An Gott versündige ich mich dabei nicht. Er lässt sich von mir nicht verletzen und auch von sonst keinem. Aber an meinen Mitmenschen. Und am meisten dann, wenn ich in ihrer Abwesenheit und hinter ihrem Rücken nichts Gutes über sie sage. 
     Und weil ich ein impulsiver Mensch bin und schnell mal was sage, ohne die Folgen zu bedenken, will ich mir auch wieder vornehmen, was der Lehrtext sagt: „Schnell zum Hören, langsam zum Reden“. Und es wäre auch nicht schlecht, wenn mir der Kamm etwas langsamer schwellen würde.
     Also auf mich treffen Losung und Lehrtext zu wie offenbar auch auf viele Menschen der Bibel. Sonst würden jene Worte heute nicht in diesem Buch stehen. Glückwunsch, wenn das bei dir anders ist.

Gebet: Herr, damit ich mich hüten kann, etwas Dummes oder Verletzendes zu sagen, bitte ich dich, mir dabei zu helfen. Und wenn es mir nicht gelingt, so gib mir die Kraft, andere um Verzeihung zu bitten und auch ihnen zu vergeben, wenn sie mich beleidigen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 8. Mai 2019

gottesbewusst leben hl

Losung: Mose zum Volk der Hebräer: Du hast gesehen, wie dich der HERR, dein Gott, getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Wege, den ihr in der Wüste gewandert seid - Und trotzdem glaubtet ihr dem HERRN, eurem Gott, nicht. 5.Mose 1,31+32

Lehrtext: Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. 1. Johannes 4,16 

Liebe Leserin, lieber Leser,

manche erkennen, wie Gott sie in schwierigen Zeiten getragen hat, wenigstens im Nachhinein und "glauben dem Herrn". Manche, wie das Volk der Hebräer, glauben trotzdem nicht (Losung). Manche erkennen nicht einmal, dass sie getragen wurden und glauben darum auch nicht. Zu welcher Gruppe gehörst du?
     Ich möchte gern zu einer vierten Gruppe gehören, zu denen, die nicht nur in der Rückschau erkennen, dass sie von Gott in schweren Stunden getragen wurden. Ich möchte mir jederzeit, "in guten wie in bösen Tagen", bewusst machen können, dass Gott mich trägt "wie ein Mann seinen Sohn" (Losung) und wie eine Mutter ihr Kind. Das gelingt mir nicht so gut. Aber mir hilft dazu die Rückschau vor dem Einschlafen auf den vergangenen Tag. Und manchmal, mitten am Tage, wird mir plötzlich bewusst, dass er mich trägt. Dann trete ich gleich anders auf, nicht auftrumpfend, aber doch selbst- und gottesbewusst und darum sicher und zuversichtlich.
     Gottesbewusst - ja so möchte ich leben. Und ich glaube, dass das auch dir gut täte. Mir hilft dazu das Nachdenken über die Bibel und das Gebet, ein Gottesdienst und der Austausch mit anderen. Und was heißt gottesbewusst genau? Nun, wie gesagt, dass mir bewusst ist: 'Gott trägt mich. Er segnet und beschützt mich. Hilft mir und vor allem - er liebt mich.' 
     Gerade Letzteres bringt es auf den Punkt. Das sagt auch der Lehrtext. Das möchte auch ich "erkennen und glauben" im Rückblick, im Blick auf das Hier und Jetzt und im Blick auf das, was kommt.

(siehe dazu auch die Losungsauslegung von gestern "zu zweit")

Gebet: Herr, du lässt mich nicht fallen in die Einsamkeit eines Lebens ohne dich. Du lässt mich nicht fallen in Finsternis und Kälte. Du bleibst bei mir mit deiner Liebe und wärmst mich. Du trägst mich durch das Wasser der Angst, durch die Feuer der Leiden und in der Wüste meines Unglaubens. Du trägst mich, wenn ich keine Kraft mehr habe selbst zu gehen. In diesem Bewusstsein will ich leben. Schenke mir dazu den Glauben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr 

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