Donnerstag, 26. Oktober 2023

Er weckt mich alle Morgen

Losung: Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Jesaja 50,4

Lehrtext: Lydia stammte aus Thyatira und handelte mit Purpurstoffen. Sie hielt sich zur jüdischen Gemeinde. Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie begierig aufnahm, was Paulus sagte. Apostelgeschichte 16,14


Liebe Leserin, lieber Leser,

leider ist mir soeben ein Missgeschick passiert. Ich bin unterwegs und kann die Losungsauslegungen nur auf dem Handy schreiben, was ziemlich mühsam ist. Als ich schließlich fertig war, habe ich aus Versehen alles wieder gelöscht. Jetzt ist es zu spät, um noch einmal von vorn zu beginnen. Stattdessen erhalten Sie / erhältst du die  Verse von Jochen Klepper, die er nach dem Losungswort gedichtet hat:

Er weckt mich alle Morgen,

Er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen,
führt mir den Tag empor,
dass ich mit Seinem Worte
begrüß das neue Licht.
Schon an der Dämmrung Pforte
ist Er mir nah und spricht.

Er spricht wie an dem Tage,
da Er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage;
nichts gilt mehr als Sein Ruf.
Das Wort der ewgen Treue,
die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs neue
so, wie ein Jünger hört.

Er will mich früh umhüllen

mit Seinem Wort und Licht,
verheißen und erfüllen,
damit mir nichts gebricht;
will vollen Lohn mir zahlen,
fragt nicht, ob ich versag.
Sein Wort will helle strahlen,
wie dunkel auch der Tag.

Einen gesegneten Tag wünscht

Ihr / dein Hans Löhr 

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt. 

Mittwoch, 25. Oktober 2023

Wer bekehrt sich?

Losung: Es werden sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden. Psalm 22,28 

Lehrtext: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war. Matthäus 13,33 

Liebe Leserin, lieber Leser,

so wie der Verfasser unserer heutigen Losung, so hoffte damals das kleine, völlig unbedeutende Volk Israel, dass einmal alle Völker zu seinem Gott umkehren würden. Das hätte ihm den ersten Platz verschafft nach dem Motto: ‚Unser Gott ist doch der größte und stärkste unter allen Göttern, und uns hat er erwählt.‘

Überraschende Wende 

Doch dann kam es genau umgekehrt. Gott hat sich zu allen seinen Menschen „bekehrt“, nicht nur zu einem Volk. Er wartet bis heute nicht darauf, dass wir uns zu ihm bekennen. Er bekennt sich in Jesus zu uns und zwar zuerst zu denen, die nach menschlichen Maßstäben dazu nicht würdig zu sein scheinen. 

Die würdigen Unwürdigen

Zur Zeit Jesu waren das die ausgestoßenen Kranken, die Huren, die Betrüger wie Zachäus, die schwierigen Kinder, die Ausländer, die Andersgläubigen, die Gottlosen, die Ehebrecher, die zerlumpten Hirten, die Armen und so weiter. Sie haben Gottes Güte und Nähe als erste gespürt.

Aber will denn auch ich mich in die Schlange hinter ihnen einreihen? Will ich überhaupt etwas mit ihnen zu tun haben? Oder bekehre ich mich lieber zu einem Gott der „besseren“ Gesellschaft?

Ich muss gestehen, mir sind verschiedene Menschen ziemlich fremd und es kostet mich manchmal Überwindung, mich auf sie  einzulassen. Und trotzdem sind auch sie Kinder Gottes und als solche meine Brüder und Schwestern. 

Er kommt nicht ohne sie zu mir und ich kann nicht ohne sie zu ihm kommen. Mit Dünkel, Abgrenzung, Geringschätzung und Angst grenze ich mich selbst von der Gemeinschaft mit dem Vater Jesu Christi aus. Mit Toleranz, Offenheit und Wertschätzung gegenüber denen, die mir nicht so vertraut sind, bin auch ich gemeinsam mit Ukrainern und Russen, Israelis und Palästinensern Mitglied der großen Familie Gottes.

Das Brot teilen

Fremdenfreundlichkeit ist die Hefe (der Sauerteig), die den Teig aufgehen lässt, damit ich gemeinsam mit anderen das Brot des Lebens teilen kann. Eine solche Gemeinschaft hat etwas vom Himmel auf Erden (Lehrtext).

Gebet: Herr, alles, was lebt, hast du geschaffen, auch die, die mir fremd sind und mit denen ich Probleme habe. Auch sie sind deine Kinder, sind meine Geschwister. Ich will sie mit deinen Augen sehen und mit deinem Herzen lieben. Ich will es wenigstens versuchen. Doch dabei musst du mir helfen. Amen

                                                                                                                             

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 24. Oktober 2023

Mutig und kühn hl

Losung: HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Psalm 40,6 

Lehrtext: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Kolosser 2,3 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Wunder? Hast du schon mal ein Wunder erlebt? Etwas, worüber du dich gewundert hast? Etwas, das so wunderbar ist, dass du es nicht begreifen kannst?

Ja, so etwas kommt vor. Aber ob das gleich ein Wunder ist? Das kommt wohl auf einen selbst an, wie man das sieht.

Für mich ist das größte Wunder, dass überhaupt etwas ist und nicht nichts. Warum es dieses unermessliche Universum gibt und mittendrin unsere winzige Erde und auf ihr uns winzige Wesen, darauf weiß die Wissenschaft keine Antwort. Nur der Glaube kann sagen, weil da ein Gott ist und er es so will.

Einblicke

Allerdings können die Naturwissenschaften Einblicke geben, wie wunderbar die größten und die kleinsten Dinge „gebaut“ sind, die galaktischen Superhaufen und die Welt der Elementarteilchen in den Atomen, und wie das eine mit dem anderen zusammenhängt. Unter diesem Gesichtspunkt ist schon ein einzelnes Sandkorn eine wunderbare Welt für sich. Man hat berechnet, dass sich in einem solchen Korn von 1 Millimeter Durchmesser 42 Millionen Millionen Millionen (=Trillionen) Atome befinden. Das kann niemand begreifen.

Das Wunder von Gottes bedingungsloser Liebe

Aber vielleicht gibt es doch noch ein größeres Wunder, nämlich dass der Schöpfer von allem an uns, seine Menschenkinder denkt (Losung). Mehr noch, dass er sich uns in Jesus Christus zuwendet. Anders gesagt: das größte Wunder aller Wunder ist nicht, dass jemand übers Wasser geht oder von den Toten aufersteht. Es ist Gottes bedingungslose Liebe, aus der er dich und mich geschaffen hat, in der er dich und mich erhält, die an Weihnachten in der Krippe liegt, am Karfreitag am Kreuz hängt und am Ostersonntag aufersteht.

Du und ich, wir sind Kinder der Liebe Gottes. Das in dieser Welt und in dieser Zeit zu sagen, ist kühn. Ich weiß. Aber ich bin nun mal der Ansicht, dass Christinnen und Christen kühne und mutige Menschen sind, die oft gegen den Augenschein, gegen viele negative Erfahrungen und gegen den Einspruch anderer bei dem Glauben bleiben, dass Gott seine Schöpfung liebt. Ohne diesen Glauben aber bleibt uns nur noch der blinde Zufall oder der Unglaube. Bleibt uns nur noch eine kalte, sinnlose Welt. 

Gebet: Herr, manchmal lebe ich so dahin, als ob es dich nicht gäbe. Dann brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich in mir gefangen bin. Aber dann schleichst du dich auf wunderbare Weise doch immer wieder in meine Gedanken und in mein Herz. Und sofort hat alles eine andere Farbe, einen anderen Wert als ob ein Licht anginge. Ja, Herr, öffne mir die Augen des Glaubens, damit ich die Welt, meine Mitmenschen und auch mich so sehen kann, wie du uns siehst. Amen

                                                                                                                             

Herzliche Grüße!

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 23. Oktober 2023

Gebet hl

Losung: Er ist ein lebendiger Gott, der ewig bleibt, und sein Reich ist unvergänglich. Daniel 6,27 

Lehrtext: Alles hat Gott unter Christi Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles. Epheser 1,22 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

heute lege ich wieder mal Losung und Lehrtext mit einem Gebet aus. Damit vergewissere ich mich meines Glaubens: 

Gebet: Herr, du bist ein lebendiger Gott, der keine Schwäche zeigt. Der nicht ermattet und müde wird. In deiner unerschöpflichen Kraft regierst du den Himmel und die Erde und damit auch mich. Du glühst vor Liebe zu deinen Geschöpfen (M. Luther, 7. Invokavitpredigt, 15.3.1522).
Du freust dich, wenn mir etwas gelingt. Du fühlst mit mir, wenn ich versage. Täglich überschüttest du mich mit deinem Segen. Doch du ersparst mir auch keine Leiden und Lasten, auf dass ich inwendig wachse und stark werde, auch wenn der äußere Mensch schwach wird und verfällt
(2. Korinther 4,16).
Du zeigst dich mir in Jesus. D
urch ihn regierst du deine Menschen (Lehrtext). Du ziehst dich nicht in einen Himmel zurück, sondern bist bei mir (Psalm 23,4), jetzt, in diesem Augenblick. Als König und Herr dienst du deiner Schöpfung und wäschst mir die Füße (Johannes 13). Bei dir und durch dich ist das Kleine groß (Matthäus 18,1-5) und das Schwache stark, sind die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten (Matthäus 20,16). So zeigst du mir, dass nicht meine Maßstäbe gelten, sondern deine.
Ja, Herr, du bleibst ewig und dein Reich ist unvergänglich (Losung)! Dir gehöre ich in Zeit und Ewigkeit. Ich preise deinen Namen und danke dir von ganzem Herzen. Amen

                                                                                                                             

Einen gesegnete, neue Woche!

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 22. Oktober 2023

Auf seine Weise hl

Losung: Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst. 3.Mose 19,17 

Lehrtext: Brüder und Schwestern, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist. Galater 6,1 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wenn ich Losung und Lehrtext heute lese, schwillt mir der Kamm. Dann sehe ich sie vor mir die "Heuchelhänse und Tugendgänse" (Nietzsche), die  Selbstgerechten und Superfrommen, die Moralapostel und falschen Pharisäer, wie sie über anderen den Stab brechen. Wie sie vor Jesus stehen mit den 10 Geboten in der einen und den Brocken in der anderen Hand, um die Ehebrecherin zu steinigen (Johannes 8,2-11). Wie sie die Gefallenen ausschließen, die Halbtoten in ihrem Blut liegen lassen (Lukas 10,31-32) und auf den Gescheiterten herumhacken.

Stopp

Doch Stopp, hatte ich mir nicht vorgenommen, mich nicht mehr zu ereifern und meinen negativen Gefühlen freien Lauf zu lassen? Ich weiß ja: „Auch der Hass gegen die Niedrigkeit verzerrt die Züge. Auch der Zorn über das Unrecht macht die Stimme heiser“ (Bert Brecht). Und die Empörung über die Selbstgerechtigkeit anderer macht einen selbst oft selbstgerecht.

Holz vom eigenen Balken

Jesus hat die selbsternannten Richter und Vollstrecker jener Frau aus Johannes 8 nicht beschimpft noch verurteilt. Er hat ihnen lediglich den Spiegel vorgehalten und gesagt: »Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein«. Und zu seinen Freunden sagte er: Wenn du deinen Mitmenschen richten willst, »so ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, bevor du den Splitter aus seinem ziehst.« Der Splitter im Auge des anderen stört deshalb, weil er zumeist Holz vom eigenen Balken ist. Aber wer will den schon sehen?

Darum will ich doppelt vorsichtig sein, wenn ich einen anderen kritisiere oder gar zurechtweise und mich fragen, woher ich mir das Recht dazu nehme. Ich weiß, dabei steht mir oft mein Temperament, meine Impulsivität im Weg. Doch das ist keine Entschuldigung. Wenn überhaupt, sollte ich meine Kritik "mit sanftmütigem Geist" (Lehrtext) anbringen. Ach, ich bin doch schon ziemlich alt und habe noch so viel zu lernen! 

Gebet: Herr, bewahre mich vor Dünkel und Selbstgerechtigkeit. Schenke mir die richtigen Worte zur rechten Zeit. Gib mir den Mut zum Widerspruch, wo er nötig ist. Doch lass mich für deine Sache auf deine Weise eintreten. Schenke mir dazu deinen Geist, dass ich ein Mensch des Friedens und der Versöhnung sein kann, aufrecht und entschieden, freundlich und einladend. Amen

                                                                                                                             

Einen gesegneten Sonntag!

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 21. Oktober 2023

Wer wenn nicht wir? hl

Losung: Wessen Zuversicht der HERR ist, der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte. Jeremia 17,7.8 

Lehrtext: Der Geist Gottes lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Galater 5,22-23. 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

hinter meinem Häuschen fließt der alte Mühlbach. Die Mühle gibt es schon lange nicht mehr. Aber der Bach fließt und fließt und versorgt Pflanzen und Tiere mit dem lebensnotwendigen Nass. An einem Abschnitt hat man vor längerer Zeit Pappeln gepflanzt, die inzwischen mächtig groß geworden sind. Die politische Gemeinde hat beschlossen, die Äste einiger dieser Pappeln komplett zu entfernen, damit sie nicht auf den darunter vorbeiführenden Weg fallen.

Neue Triebe

Nun stehen da große Baumstümpfe wie „Marterpfähle“. Kein schöner Anblick. Nun gut, man hat sie so stehen lassen, damit sie Insekten und Spechten als Nahrung und Brutstätten dienen. Aber siehe da, im darauffolgenden Frühjahr haben einige dieser Stümpfe wieder ausgetrieben. Da die Pappeln direkt am Bachufer stehen, haben sie genug Wasser, um die neuen Triebe zu versorgen. Jetzt freue ich mich, dass aus dem einen oder anderen „Marterpfahl“ wieder ein Baum zu werden verspricht. Schon erstaunlich, wie vital manche Pflanzen sind und selbst radikalen Einschnitten widerstehen, solange sie nicht vertrocknen.

»Bleiben Sie zuversichtlich!«, sagt seit der Corona-Pandemie der Tagesthemenmoderator Ingo Zamperoni am Schluss der Sendung. Ein schöner Wunsch, zweifelsohne. Aber woher die Zuversicht nehmen? Kann ich sie einfach so aus mir schöpfen?

Ein Zeichen sein

Ich kann das nicht. Ich brauche eine Quelle, die außerhalb meiner selbst liegt. Die Losung sagt, Gott der Herr ist diese Quelle. Wenn in mir die Befürchtung wächst, dass es mit der Gesundheit oder mit den gegenwärtigen Zuständen in der Welt nur noch schlechter wird, kommt es auf meine Glaubenswurzeln an. Sind sie tief genug? Reichen sie bis zur Quelle? Versorgen sie mich mit lebensspendender Zuversicht, die aus Gott kommt? Bin ich dann auch für andere nicht so ein trauriger Marterpfahl, sondern ein Zeichen, dass ich aus einer unsichtbaren Quelle lebe, die mir in den Stürmen des Lebens Widerstandskraft gibt und neue Hoffnungszweige wachsen lässt?

Wunsch für uns beide

Ich wünsche dir und mir, dass unsere Glaubenswurzel im Verborgenen wachsen und uns immer wieder mit neuer Zuversicht versorgen. Vielleicht tragen wir dann sogar solche Früchte, von denen der Lehrtext spricht. Sie sind in dieser Zeit besonders wichtig nicht nur für dich und mich, sondern auch für unsere Mitmenschen. Denn was können wir dem allgemeinen Hass Besseres entgegensetzen, als dass wir uns untereinander lieben? Dass wir nicht einstimmen in die üblichen Klagelieder, sondern Freude, Freundlichkeit und Güte zeigen? Dass wir in einer Welt voll Krieg und Gewalt, voll Rachsucht und Vergeltung zum Frieden raten? Dass wir geduldig und bescheiden bleiben, statt schnelle Lösungen für die verschiedenen Probleme zu erwarten? Dass wir Gott treu bleiben, der uns treu bleibt? Und dass wir unseren negativen Gefühlen, Gedanken und Verhaltensmustern nicht nachgeben, sondern uns immer wieder selbst zur Ordnung rufen und eine positive, konstruktive Einstellung an den Tag legen (Lehrtext)? Oder weißt du etwas Besseres? Ich nicht.

Wer, wenn nicht wir, die wir doch auf Gott vertrauen, hätte so viel Grund dazu? Das ist der Weg, auf den Jesus mich ruft. Das ist der Weg zur Versöhnung und zum Frieden im Kleinen wie im Großen. Ja, das ist der Weg der Zuversicht. Ich will ihn gehen, auch wenn ich nur kleine Schritte schaffe. Auch wenn ich mir dabei selbst immer wieder im Weg stehe. Gehst du mit? 

Gebet: Herr, du bist meine Zuversicht in guten und in schlechten Zeiten, im Leben und im Sterben. Gib mir starke Glaubenswurzeln, damit mein Gottvertrauen nicht verdorrt. Lass mich ein Mensch des Friedens sein, der, allem Negativen zum Trotz, dem Himmel und der Erde treu bleibt. Amen

                                                                                                                             

Gott segne dich!

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 20. Oktober 2023

Freund in der Not hl

Losung: Der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. 2.Mose 33,11 

Lehrtext: Jesus spricht: Ich nenne euch hinfort nicht Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich Freunde genannt; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. Johannes 15,15 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

meine Auszeit ist zuende. Ich habe mich entschlossen, die Losungsauslegungen vorerst wieder aufzunehmen - und zwar um meinetwillen. Ich brauche in dieser ungewissen, schwierigen Zeit den Trost Gottes und die Zusage Jesu, dass er bei mir ist und bleibt. Ich brauche inmitten all der schlechten Nachrichten die gute Nachricht, dass Gott sich von seinen Geschöpfen nicht abwendet und uns Menschen nicht unserem Schicksal überlässt. Ich brauche sein Versprechen, dass das Böse nicht das letzte Wort haben wird. Er soll und wird mir helfen, meine Lasten zu tragen. Er soll und wird mich behüten und mir die Kraft geben, anzunehmen, was kommt. Er sagt, er sei mein Freund (siehe Losung und Lehrtext). Darauf verlasse ich mich, weil er es zu mir sagt. Und Freunde lässt man nicht im Stich; er schon gar nicht.

Was wäre denn die Alternative zu diesem Glauben?

Vielleicht geht es dir ähnlich, dann sollen meine Gedanken und Gebete auch für dich eine Hilfe sein. Gott, wie er uns in Jesus begegnet, ist ja auch dein Freund.

In den Medien sehen wir Mord und Totschlag, hören von Lüge, Rache und Vergeltung. Klimawandel, Energiekrise, Inflation, Menschen auf der Flucht … Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste. Und dabei erfahre ich, wie hilflos unsere Politiker und Politikerinnen vor den verschiedenen Herausforderungen stehen. Sie wissen es auch nicht besser genauso wenig wie die zahlreichen Experten, die mit ihren Einschätzungen und Erklärungen die Talkshows bevölkern. Sie überschütten mich mit ihren Spruchblasen und Denkschablonen, sagen mir, wie ich denken soll und wie nicht. Aber ich brauche jetzt keine Vorschriften und auch keine Kaffeesatzleserei. Ich brauche Gottes Wort.

Im Psalm 146 lese ich, dass ich mich nicht auf die Regierenden (Fürsten) verlassen soll: »Sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne« (Psalm 146,3+4). Und weiter heißt es da:

»Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darinnen ist; der Treue hält ewiglich, der Recht schafft denen, die Gewalt leiden. Dieser HERR ist König ewiglich, dein Gott.«

Ich wüsste nicht, auf wen ich sonst meine Hoffnung setzen, wer sonst mein König sein könnte. Alle meine Vorfahren, so denke ich, haben ihre Hoffnung auf ihn gesetzt, sonst gäbe es mich nicht. Und sie lebten keineswegs in besseren Zeiten. Sie hatten mit noch größeren Herausforderungen zu kämpfen.

Fels in der Brandung

Jetzt werde ich herausgefordert, nicht zuerst von den Problemen, sondern von Gott selbst. Jetzt zeigt es sich, ob das, was ich bisher geglaubt, geschrieben und gesagt habe, Bestand hat. Es stürmt viel auf uns ein. Die Wogen der Verunsicherung, ja der Angst gehen hoch. Aber mitten in der Brandung steht der Fels, dein und mein Gott. Und weithin sichtbar steht darauf das Kreuz, das Zeichen, dass wir eine Hilfe haben, die nicht von dieser Welt ist. Die uns sagt, dass wir nicht nur vom Brot allein leben, sondern von Gottes Wort. Dieses Wort ist Mensch geworden in Jesus Christus, damit wir beide in ihm unseren Freund erkennen, der uns nicht im Stich lässt.

Solche Worte finde ich nur in der Bibel. Gerade jetzt sagt sie mir: ‚Wirf deinen Glauben nicht weg. Du brauchst ihn noch, vielleicht mehr denn je. Und vertraue auf deinen Gott. Er bleibt bei dir, wenn der Weg schwer und das Tal finster wird und sonst niemand mehr da ist, der mitgeht und tröstet und rettet.‘ 

Gebet: Herr, du bist mein König. Ich hoffe auf dich. Du hast alles in der Hand, auch, was jetzt in der Welt geschieht und in meinem kleinen Leben. Ich verstehe vieles nicht. Aber du weißt den Grund und den Weg. Dir vertraue ich mich an. Dir vertraue ich die Menschen an, die jetzt auf allen Seiten und allen Fronten leiden. Du hast sie ja geschaffen, sie sind deine Kinder. Lass mich glauben, dass du bei ihnen bist und hilfst. Du sagst, dass du mein Freund bist. Das glaube ich gern. Das macht mich ruhig. Amen

                                                                                                                             

Herzliche Grüße und eine gesegnete Zeit!

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 2. Oktober 2023

Mein Glaubenstestament hl

Warum es gut tut, zu glauben

Warum glaubst du so, wie du glaubst?

Ich denke, diese Frage sollte sich jeder selbst stellen und zwar immer wieder einmal. Glaube ich aus Freude, aus Dankbarkeit, aus Angst? Glaube ich, weil mir andere vorgeschrieben haben, wie ich glauben soll? Oder weil ich nichts falsch machen möchte, weil ich zu anderen Menschen dazugehören möchte, weil es die Kirche mir vorsagt, oder weil ich Gott in Jesus liebe …?

Es gibt so viele Gründe, zu glauben. Oft vermischen sie sich. Und meistens sind sie einem selbst gar nicht bewusst. Viele glauben aus Gewohnheit und hinterfragen ihre Gründe nicht.

Wenn du mit deinem Glauben zufrieden bist, wenn es dir gut damit geht und er dir in deinem Alltag hilft, dann ist es gut. Ebenso wenn dein Glaube dich veranlasst, nicht nur für dich selbst zu glauben, sondern auch für andere dazusein mit deiner Hilfsbereitschaft, Toleranz und Liebe. 

Der Glaube soll dir Freude machen (Evangelium) er soll, und darauf kommt es entscheidend an, dein Gottvertrauen stärken. Er soll ein Licht sein in deiner Dunkelheit und ein Trost in deinem Kummer. Er soll dir helfen, deine Lasten, deine Schmerzen, dein Leid und deine Sorgen zu tragen. Und er soll deine Hoffnung sein, die hinausragt über dein Leben und hineinragt in Gottes Ewigkeit.

Dein Glaube soll dir immer wieder neue Kraft und Zuversicht geben. Er soll dir helfen, ein positiver Mensch zu sein, der in jeder Hinsicht auf Gewalt verzichtet, jemand, auf den andere gern zugehen und in dessen Gegenwart sie sich gut fühlen können. Vor allem aber soll dein Glaube der Weg zu Jesus sein, in dem du Gott erkennst und in dem er dir begegnet.

In deinem Glauben sollst du zu Hause sein, geborgen in Gottes Liebe. Er umgibt dich in jedem Augenblick von allen Seiten. Er hat dich gewollt, in ihm bist du geboren, in ihm lebst du, in ihm stirbst du, in ihm bleibst du für immer. Er bleibt dir treu, auch wenn du ihm untreu wirst. An seiner Liebe zu dir kannst du nichts ändern wie auch immer du dich verhältst. Von ihr kann auch der Tod dich nicht trennen. Er achtet darauf, dass du nicht verloren gehst, weil du ihm gehörst. Dieser Gott begegnet dir in Jesus Christus, im Kind in der Krippe, im Mann am Kreuz, im Geist des Friedens, der versöhnt, heilt und lebendig macht.

Der Glaube soll dir keine Last sein und dir nicht Druck machen und schon gar keine Angst. Du sollst von Herzen gerne glauben und frei sein von allen Vorschriften und Gesetzen, Geboten und Verboten, weil du dich nicht aus Zwang, sondern aus Dankbarkeit an Gottes Güte orientierst. Weil du ihn, deine Mitmenschen, dich selbst und deine Feinde liebst. Weil es dir Freude macht, ihm Freude zu machen. Und wenn sich alles andere Glück aus deinem Leben zurückzieht, soll der Glaube dein Glück bleiben - der Glaube an den wunderbaren Gott, der dieses Universum und dich geschaffen hat, der jederzeit für dich da ist und der dich in Jesus Christus bedingungslos liebt für immer.

Vielleicht ist dir wichtig, vor allem nach Regeln, Gesetzen und Geboten zu leben, weil sie Halt versprechen. Dann wähle dir diese Form des Glaubens. Ich aber möchte dich für das Evangelium gewinnen, für die gute, befreiende Nachricht von Gottes Liebe und Barmherzigkeit in Jesus Christus. 

Es kann nicht darum gehen, dass du das alles auf einmal erfüllst, falls du das überhaupt willst. Sondern für mich geht es immer wieder von neuem darum, dass ich auf diesem Glaubensweg einen Schritt nach dem anderen gehe. Hauptsache, ich bin in der richtigen Richtung unterwegs. 

Ich wünsche dir und mir, dass aus dem Glaubenssamen der Baum des Gottvertrauens wächst. Seine Wurzeln finden Halt im Evangelium von Jesus Christus. Seine Zweige wiegen sich im Wind von Gottes Geist. An ihnen blüht die Hoffnung und reift die Frucht der Liebe.

Hans Löhr,

Sommersdorf, 1. Oktober 2023

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich benötige eine Auszeit bis 20. Oktober und muss deshalb die Auslegungen ersteinmal einstellen. Danach werde ich mitteilen, ob und wie es mit diesem Blog weitergeht. Auf den Smartphones gibt es unten auf der Seite den Link: „Web-Version anzeigen“. Hier kannst du in über 4000 Auslegungen stöbern. Ich hoffe, dass da etwas für dich dabei ist.

Bis dahin soll mein Glaubenstestament ein Impuls sein, über den eigenen Glauben nachzudenken. 

Herzliche Grüße und eine gesegnete Zeit!

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärk. Sten wachsen lässt. 


Sonntag, 1. Oktober 2023

Die Quelle des Segens hl

Bibelwort zum Erntedankfest: Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. (Wochenspruch, Psalm 145,15)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,


meine Großeltern waren damals im Dorf nicht die einzigen, die ihren kleinen Acker noch mit der Hand eingesät haben. Doch fertig waren sie damit erst, wenn sie sich anschließend am Feldrain hingekniet und Gott um seinen Segen gebeten haben. Und bevor ein Laib selbst gebackenes Brot angeschnitten wurde, haben sie mit dem Messer ein Kreuz darüber gemacht zum Zeichen des Dankes und des Segens. So war das noch vor 80 Jahren bei vielen fränkischen Bauern.


Flächen statt Äcker. Abräumen statt ernten.

Diese Zeit ist vorbei. Jetzt ist man modern. Jetzt muss man sich nicht mehr so plagen und erwirtschaftet ein Vielfaches. Jetzt bestellen die „Agraringenieure“ ihre „Flächen“ nicht mehr selbst. Jetzt wird auch nicht mehr geerntet, sondern abgeräumt. Denn jetzt kommt der „Maschinenring“ und erledigt mit gigantischen Geräten im Handumdrehen, wofür man früher Tage gebraucht hat. Allerdings haben die Tiere, hauptsächlich die Insekten, nun keine Chance mehr zu entkommen.

Gott? Wozu braucht man in der industriellen Landwirtschaft noch Gott? Für die Fruchtbarkeit der Böden hat man Kunstdünger oder Gülle. Gegen Ernteverlust durch Insekten hat man Spritzmittel. Gegen Wind und Wetter, die manchmal die Halme samt Ähren zu Boden gedrückt haben, hat man neue, kurzhalmige Sorten gezüchtet. Nur der Klimawandel macht noch einen Strich durch die Rechnung, wenn der Regen ausbleibt. Aber dann baut man künftig eben vermehrt Feldfrüchte an, die mit Trockenheit besser zurechtkommen oder dafür gentechnisch verändert worden sind.

Kann man‘s den Bauern verargen, dass sie, wie sonst auch überall in der Gesellschaft, so viel Ertrag und Profit wie möglich erzielen wollen?

Selbstsegnung?

Ja wozu braucht man in der industriellen Landwirtschaft heute noch Gott? Der Mensch in den sogenannten entwickelten Regionen dieser Erde, im Norden und im Westen, hat sein Schicksal offenbar ganz in die eigenen Hände genommen. Er scheint inzwischen sich selbst segnen zu können und braucht dazu Gott nicht mehr.

In einem Choral zum Erntedankfest um das Jahr 1800 heißt es:

Gott sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein,
er wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.

Ich denke, wir sollten bei allem, was wir Nützliches schaffen, nicht nur auf unsere Hände schauen, sondern auch auf Gott. Er ist die Quelle des Segens, der „durch unsere Hände geht“. Wir können die Leitungen bauen. Aber das Wasser bleibt sein Geschenk.

Gebet: Herr, danke für die reiche Ernte auch in diesem Jahr. Danke für die Kraft und den Verstand, womit wir unsere Nahrung erzeugen können. Vor allem aber danke ich dir für deinen Segen, den du uns nach wie vor schenkst, damit wir leben können. Ich will nicht vergessen, dass du es bist, der uns ins Leben ruft und erhält, der durch uns und in uns wirkt. Lass uns sorgfältig und behutsam mit der Erde umgehen, von der wir leben. Lass uns das Brot teilen, das durch deinen Segen und die menschliche Arbeit auf den Feldern wächst, dass es auch für uns zum Segen werde. Amen                                                                                                                            
Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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