Warum es gut
tut, zu glauben
Warum glaubst du
so, wie du glaubst?
Ich denke, diese
Frage sollte sich jeder selbst stellen und zwar immer wieder einmal. Glaube ich
aus Freude, aus Dankbarkeit, aus Angst? Glaube ich, weil mir andere
vorgeschrieben haben, wie ich glauben soll? Oder weil ich nichts falsch machen
möchte, weil ich zu anderen Menschen dazugehören möchte, weil es die Kirche mir
vorsagt, oder weil ich Gott in Jesus liebe …?
Es gibt so viele
Gründe, zu glauben. Oft vermischen sie sich. Und meistens sind sie einem selbst
gar nicht bewusst. Viele glauben aus Gewohnheit und hinterfragen ihre
Gründe nicht.
Wenn du mit deinem
Glauben zufrieden bist, wenn es dir gut damit geht und er dir in deinem Alltag
hilft, dann ist es gut. Ebenso wenn dein Glaube dich veranlasst, nicht nur für
dich selbst zu glauben, sondern auch für andere dazusein mit deiner
Hilfsbereitschaft, Toleranz und Liebe.
Der Glaube soll dir
Freude machen (Evangelium) er soll, und darauf kommt es entscheidend an, dein
Gottvertrauen stärken. Er soll ein Licht sein in deiner Dunkelheit und ein
Trost in deinem Kummer. Er soll dir helfen, deine Lasten, deine Schmerzen, dein
Leid und deine Sorgen zu tragen. Und er soll deine Hoffnung sein, die
hinausragt über dein Leben und hineinragt in Gottes Ewigkeit.
Dein Glaube soll
dir immer wieder neue Kraft und Zuversicht geben. Er soll dir helfen, ein
positiver Mensch zu sein, der in jeder Hinsicht auf Gewalt verzichtet, jemand, auf den andere gern zugehen und in
dessen Gegenwart sie sich gut fühlen können. Vor allem aber soll dein Glaube
der Weg zu Jesus sein, in dem du Gott erkennst und in dem er dir begegnet.
In deinem Glauben sollst du zu Hause sein, geborgen in Gottes Liebe. Er umgibt dich in jedem Augenblick von allen Seiten. Er hat dich gewollt, in ihm bist du geboren, in ihm lebst du, in ihm stirbst du, in ihm bleibst du für immer. Er bleibt dir treu, auch wenn du ihm untreu wirst. An seiner Liebe zu dir kannst du nichts ändern wie auch immer du dich verhältst. Von ihr kann auch der Tod dich nicht trennen. Er achtet darauf, dass du nicht verloren gehst, weil du ihm gehörst. Dieser Gott begegnet dir in Jesus Christus, im Kind in der Krippe, im Mann am Kreuz, im Geist des Friedens, der versöhnt, heilt und lebendig macht.
Der Glaube soll
dir keine Last sein und dir nicht Druck machen und schon gar keine Angst. Du
sollst von Herzen gerne glauben und frei sein von allen Vorschriften und
Gesetzen, Geboten und Verboten, weil du dich nicht aus Zwang, sondern aus
Dankbarkeit an Gottes Güte orientierst. Weil du ihn, deine Mitmenschen, dich selbst
und deine Feinde liebst. Weil es dir Freude macht, ihm Freude zu machen. Und
wenn sich alles andere Glück aus deinem Leben zurückzieht, soll der Glaube dein
Glück bleiben - der Glaube an den wunderbaren Gott, der dieses Universum und dich
geschaffen hat, der jederzeit für dich da ist und der dich in Jesus Christus
bedingungslos liebt für immer.
Vielleicht ist dir
wichtig, vor allem nach Regeln, Gesetzen und Geboten zu leben, weil sie Halt
versprechen. Dann wähle dir diese Form des Glaubens. Ich aber möchte dich für das
Evangelium gewinnen, für die gute, befreiende Nachricht von Gottes Liebe und
Barmherzigkeit in Jesus Christus.
Es kann nicht
darum gehen, dass du das alles auf einmal erfüllst, falls du das überhaupt
willst. Sondern für mich geht es immer wieder von neuem darum, dass ich auf
diesem Glaubensweg einen Schritt nach dem anderen gehe. Hauptsache, ich bin in
der richtigen Richtung unterwegs.
Ich wünsche dir
und mir, dass aus dem Glaubenssamen der Baum des Gottvertrauens wächst. Seine
Wurzeln finden Halt im Evangelium von Jesus Christus. Seine Zweige wiegen sich
im Wind von Gottes Geist. An ihnen blüht die Hoffnung und reift die Frucht der
Liebe.
Hans Löhr,
Sommersdorf, 1.
Oktober 2023
Liebe Leserin, lieber Leser,
ich benötige eine Auszeit bis 20. Oktober und muss
deshalb die Auslegungen ersteinmal einstellen. Danach werde ich mitteilen, ob
und wie es mit diesem Blog weitergeht. Auf den Smartphones gibt es unten auf
der Seite den Link: „Web-Version anzeigen“. Hier kannst du in über 4000
Auslegungen stöbern. Ich hoffe, dass da etwas für dich dabei ist.
Bis dahin soll mein Glaubenstestament ein Impuls sein,
über den eigenen Glauben nachzudenken.
Herzliche Grüße
und eine gesegnete Zeit!
Ihr / dein Hans Löhr
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1728 erschien
in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das
für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes
Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die
täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das
Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärk. Sten wachsen lässt.