Dienstag, 7. Mai 2019

zu zweit hl

Losung: David wusste sich stark durch den HERRN, seinen Gott. 1.Samuel 30,6 
 
Lehrtext: Paulus schreibt an Philemon: Ich danke meinem Gott allezeit, wenn ich deiner gedenke in meinen Gebeten, dass dein Glaube, den wir miteinander haben, kräftig werde in Erkenntnis all des Guten bei uns, auf Christus hin. Philemon 1,4.6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

falls du (Sie) meine Losungsauslegungen öfter liest, weißt du vielleicht, dass der Glaube für mich kein Fürwahrhalten religiöser Dinge ist, sondern schlicht und einfach Gottvertrauen. Wenn ich etwas nur für wahr halte, sage ich zum Beispiel ja dazu, dass Jesus auf dem Wasser laufen konnte. Und, was hab ich davon? Inwiefern wirkt sich das auf mein Leben, auf meinen Alltag aus?
     Gottvertrauen aber ist, was David hatte, als die Männer aus Ziklag ihn steinigen wollten, weil er ihre Frauen und Kinder nicht beschützen konnte (1. Samuel 30). Martin Luther übersetzt das auf geniale Weise. Er schreibt: David wusste sich stark in dem Herrn (Losung). Ja, so verstehe auch ich Gottvertrauen, dass ich in dem Bewusstsein lebe: Gott ist mit mir und gibt mir Kraft. Mein Gott und ich, wir sind zu zweit, wo immer ich bin, in welcher Situation ich mich auch befinde. So will ich das Wort Glauben "übersetzen": Ich bin nicht allein. Wir sind zu zweit. Und jetzt soll erst mal jemand daherkommen und mich niedermachen wollen. Ich werde ihm widerstehen in dem Bewusstsein, dass mein Gott hinter mir steht!
     Dabei denke ich gar nicht an gewaltsame Auseinandersetzungen mit anderen Menschen, sondern an jede schlechte Nachricht, die mich betrifft, an gesundheitliche Probleme, an Konflikte mit anderen, an Sorgen und Probleme aller Art. Ich kämpfe damit nicht auf verlorenem Posten. Gott kämpft mit. Wer will es da mit uns beiden aufnehmen?!
     Gut, das klingt jetzt ziemlich großspurig. Und ich weiß selbst, dass das bei mir nicht immer so ist, sondern dass ich mir das vorsage und vornehme. Aber, liebe Leserin, lieber Leser, Jesus  ermutigt mich durchaus, großspurig zu sein und von Gott viel, sehr viel, alles zu erwarten. Er ermutigt mich, nicht nur ein paar Glaubenssätze im Kopf zu haben, sondern Gottvertrauen im Herzen. Er ermutigt mich, mich von Gott gestärkt und geliebt zu wissen und in diesem Bewusstsein meiner selbst zu leben. 
     Dieses Gottvertrauen ist größer als ich selbst bin so wie auch das Werk eines Künstlers größer ist als er selbst. Ich kann es mir nicht selbst zusammenbasteln. Gott hat es mir geschenkt, damit ich darin lebe. Das versteht sich nicht von selbst. Da muss noch hinzukommen, was Paulus im Lehrtext schreibt, dass ich für meinen Glauben und den anderer bete, damit er wächst und kräftig wird. Und genau das will ich jetzt tun:

Gebet: Herr, wie David will ich mich stark in dir wissen. Will ich in dem Vertrauen leben, dass ich mit dir zu zweit bin und du mir in den Herausforderungen meines Lebens beistehst. Doch dazu brauche ich einen starken Glauben. Schenke mir dieses Bewusstsein, dieses Vertrauen und diesen Glauben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Montag, 6. Mai 2019

Lernst du aus deiner Vergangenheit? hl

LosungKommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll! Jeremia 50,5 

Lehrtext: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Johannes 6,68 

Liebe Leserin, lieber Leser,

lernen wir Menschen aus unserer eigenen Vergangenheit? Können wir Fehler vermeiden, die wir schon einmal gemacht und bereut haben? Ich denke, manchmal ja, manchmal nein.
     Unser eigenes Volk hat sich vom Kaiser bereitwillig in den Ersten Weltkrieg führen lassen. Und danach waren viele Soldaten auf den Schlachtfeldern geblieben oder sind gedemütigt, verwundet und seelisch traumatisiert heimgekehrt. Aus heutiger Sicht müsste man meinen, dass unsere Großväter und Urgroßväter aus dieser Katastrophe gelernt haben. Aber so war es nicht. Nur 20 Jahre später sind allzu viele ihrem „Hirten“ und Führer erneut in einen noch schrecklicheren Raub- und Vernichtungskrieg gefolgt. Und wieder sind überlebende Elendsgestalten aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekommen in ihr zerbombtes Land. Und andere mussten aus ihrer Heimat fliehen in eine ungewisse Zukunft. Dabei hatten unsere Vorfahren Jahrhunderte Zeit, aus der Bibel zu lernen, wie verderblich es ist, sich Feinde zu machen, auf militärische Stärke zu setzen und politische Konflikte mit Gewalt zu lösen.
     Und heute? Haben wir wenigstens aus der jüngeren Vergangenheit gelernt? Ich fürchte nein. Schon wieder sind Feindbilder, Aufrüstung, militärische Drohgebärden, Sanktionen und Verunglimpfungen eines eingebildeten Feindes an der Tagesordnung. Ist das Gedächtnis wirklich so kurz? Sind Politiker wirklich so schwach? Oder sind wir Menschen grundsätzlich verblendet? Vor wenigen Tagen war in unserer Lokalzeitung ein Leserbrief eines Professors für Altes Testament, der es eigentlich wissen müsste, und trotzdem in das Horn des Militarismus geblasen hat.
     Die heutige Losung weist darauf hin, was er und wir schon längst hätten lernen können und was wir wenigstens jetzt lernen sollten. Ich bringe sie einmal in ihrem Zusammenhang:
     4 In jenen Tagen, wenn Babylon untergegangen sein wird, spricht der HERR, werden kommen die Leute von Israel samt den Leuten von Juda, die dort in Kriegsgefangenschaft waren, und weinend (!) einherziehen und den HERRN, ihren Gott, suchen. 5 Sie werden fragen nach dem Wege nach Zion und sich dorthin kehren: »Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll!« 6 Denn mein Volk war eine verlorne Herde. Ihre Hirten (= politischen Führer) haben sie verführt und in die Irre gehen lassen und ihre Feinde sprachen: Wir tun nicht unrecht! Denn sie haben sich versündigt an dem HERRN, der ihrer Väter Hoffnung war. (Jeremias 50,4-7)
     Müssen wir oder unsere Kinder erst wieder weinen? Müssen wir mit Tränen in den Augen unseren Gott suchen, weil wir militaristischen oder nationalistischen Parolen gefolgt und so in die Irre gegangen sind? Können wir uns nicht jetzt schon dem Herrn, unserem Gott zuwenden und uns erinnern, dass er in Jesus einen ewigen Bund mit uns geschlossen hat? Er hat ihn nicht gebrochen und bricht ihn auch jetzt nicht. Die Frage geht an uns, wie wichtig uns dieser Bund ist und ob wir uns überhaupt noch daran erinnern wollen.
     Die Frage des Petrus aber, die uns im heutigen Lehrtext begegnet, betrifft nicht nur meinen Glauben. Sie betrifft mein Leben. In persönlichen wie in öffentlichen Dingen, in privaten wie in politischen soll und will ich fragen: „Herr, wohin soll ich gehen? Welche Entscheidung soll ich treffen? Wonach soll ich mich richten? Was soll ich tun?“ Und die Antwort, die Petrus sich selbst gegeben hat, soll auch meine Antwort sein. Ich habe dieses Bibelwort vor langer Zeit als Konfirmationsspruch bekommen. Es ist für mich seitdem so eine Art Kompass, der mir hilft, auf Kurs zu bleiben und meinen Weg durchs Leben zu finden. Nein, ich habe nicht immer auf diesen Kompass geschaut. Manchmal habe ich mich nach meinen Interessen und Wünschen gerichtet, auch nach meinen Ängsten. Habe auf andere gehört und die warnende Stimme meines Gewissens überhört. Dass ich dann doch wieder nach Gott fragte, ja, schon auch mal unter Tränen, das habe ich ihm zu verdanken, meinem wirklichen Hirten Jesus Christus und seinem Wort.
     
Gebet:  Herr, du bist mein Hirte. Du weidest mich auf einer grünen Aue. Du führst mich auf rechter Straße. Und auch im finsteren Tal bist du bei mir. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 5. Mai 2019

Weide meine Lämmer! (Predigt) hl

Predigt von Hans Löhr am Sonntag zum guten Hirten, 5. Mai 2019 in Reuth bei Neuendettelsau 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was erwartest du dir eigentlich von der Kirche, du ganz persönlich? Was soll sie für dich tun? Die meisten Kirchenmitglieder erwarten sich wohl, dass ihre Kinder und Enkel getauft und später konfirmiert werden, dass sie kirchlich heiraten können und eine christliche Trauerfeier bekommen. Deswegen sind sie dabei und zahlen Kirchensteuer. Und vielleicht auch deshalb, weil sich das zumindest hier auf dem Land noch so gehört und die meisten anderen es genauso machen.
     Aber hat die Kirche auch eine Bedeutung für deinen Glauben? Mindestens 90 Prozent der Evangelischen, meistens noch mehr, besuchen sonntags keinen Gottesdienst, hören keine Predigt und interessieren sich auch sonst nicht für das, was Kirche sagt und tut. Im besten Fall ist da noch die Diakonie interessant, wenn es um Behinderte, um Kranke und Hochbetagte geht, die einen Heimplatz benötigen. Doch so wie Diakonie heute organisiert ist, kann sie auch ohne Kirche leben.
     Und so frage ich noch mal: Was erwartest du dir eigentlich von Kirche, du ganz persönlich? Da du heute in den Gottesdienst gekommen bist, nehme ich an, dass auch der Glaube für dich wichtig ist. Und hier in der Kirche Sankt Kunigunde soll es ja genau darum gehen, wie dir der Glaube hilft, im Leben zurechtzukommen. Aufgabe der Kirche ist es dann, dich im Glauben zu unterstützen und zu begleiten. Ich denke, dass du jetzt zu Recht erwarten kannst, nachher gestärkter und getroster wieder heimzugehen als du gekommen bist. Dazu sollen die Lieder, die Gebete und der Segen beitragen und nicht zuletzt die Predigt.
     Ich selbst habe lange geglaubt, Aufgabe der Kirche sei es, in alle Welt zu gehen, zu taufen und zu lehren wie es im letzten Kapitel des Matthäusevangeliums heißt. Das ist nicht falsch. Doch inzwischen glaube ich, dass es noch einen wichtigeren Auftrag gibt. Darauf hat mich kein Theologieprofessor aufmerksam gemacht, kein Kollege und kein theologisches Buch. Darauf hat Heinrich Böll hingewiesen in seinem Roman „Billard um halb zehn“. Und dieser Auftrag findet sich im Johannesevangelium. Da heißt es:
     Nach seiner Auferstehung erschien Jesus den Jüngern zum dritten Mal früh morgens am See Genezareth. Als sie an diesem Morgen miteinander gegessen hatten, fragte Jesus Simon Petrus: »Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich mehr als die anderen hier?« »Ja, Herr«, antwortete ihm Petrus, »du weißt, dass ich dich lieb habe.« »Dann weide meine Lämmer!«, sagte Jesus. 
Er wiederholte seine Frage: »Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich?« »Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dich lieb habe«, antwortete Petrus noch einmal. Da sagte Jesus zu ihm: »Dann hüte meine Schafe!« 
Und ein drittes Mal fragte Jesus: »Simon, Sohn von Johannes, hast du mich wirklich lieb?« Jetzt wurde Petrus traurig, weil Jesus ihm nun zum dritten Mal diese Frage stellte. Deshalb antwortete er: »Herr, du weißt alles. Du weißt doch auch, wie sehr ich dich lieb habe!« Darauf sagte Jesus: »Dann weide meine Lämmer, sorge für meine Schafe! Dann forderte Jesus ihn auf: »Folge mir nach!« Johannes 21,14-17.19b
     »Weide meine Lämmer!« – Das ist der Auftrag, den der Herr seinem Jünger Petrus und durch ihn seiner Kirche gibt. Sie, also die Geistlichen, sollen Jesu Schafe auf der grünen Aue des Gottvertrauens weiden und zum frischen Wasser der Hoffnung führen. Sie sollen die Seelen der Gläubigen erquicken mit der Botschaft von Gottes bedingungsloser Liebe in Jesus Christus. Und sie sollen ihnen Orientierung geben, wie sie ihren Weg durchs Leben finden. Und wenn die Zeit des finsteren Tales kommt, sollen die Pastoren, auf Deutsch die Hirten, sie beschützen, sie begleiten und nicht von ihnen weichen. Genauso soll die Kirche im Auftrag Jesu für die Gläubigen sorgen, so wie ein guter Hirte seine Lämmer weidet.
     Ich lasse mich jetzt nicht auf die Frage ein, ob man heute noch von den Geistlichen als Hirten und von den Gläubigen als Schafen reden dürfe. Ich mache mir bewusst die Worte Jesu zu eigen und nicht die Einwände irgendwelcher Bedenkenträger. Und darum frage ich jetzt: Sind wir, die Pfarrerinnen und Pfarrer, solche guten Hirten und Hirtinnen, die Jesu Lämmer weiden, die für seine Schafe sorgen? Und wenn ja, was macht uns dazu?
     Dem Wort Jesu zufolge, das wir vorhin aus dem Johannesevangelium gehört haben, ist der ein guter Hirte, der ihn liebt. Das ist das Erste und Wichtigste, was einen Menschen zu einem Seelenhirten macht, zu einem Pfarrer oder einer Pfarrerin, dass er oder sie Jesus liebt. Nicht das Theologiestudium, nicht die praktische Ausbildung im Vikariat, nicht das Amt, nicht der Titel, nicht die Erlaubnis einer Kirchenbehörde. Das alles macht noch keinen guten Pfarrer.
     Auch Petrus hatte das alles nicht als Jesus ihn fragte: »Liebst du mich?« Zu einem Seelenhirten gehören auch kein astreiner, moralischer Lebenswandel und keine nachweisbaren Erfolge. Petrus hatte noch wenige Tage zuvor versagt, als er Jesus dreimal verleugnete. Er war ein Großsprecher, der seinen Worten keine Taten folgen ließ. Im Grunde genommen war er ungeeignet, die Lämmer Jesu zu weiden. Aber der Herr suchte sich gerade ihn aus, diesen Menschen mit seinen Schwächen. Er gab ihm eine zweite Chance und Petrus dankte es ihm und liebte ihn dafür. Dreimal hatte er Jesus verleugnet. Dreimal wurde er von Jesus gefragt: Liebst du mich? Dreimal sagte Petrus ja.
     Wer von uns Pfarrerinnen und Pfarrern kann ein solches dreifaches Ja sagen? Das erst wäre die richtige Ordination, die richtige Beauftragung zum Dienst des Hirten. Damit man mich nicht falsch versteht, ich glaube schon, dass ein Pfarrer, eine Pfarrerin eine solide Ausbildung braucht und zum Gemeindedienst befähigt sein muss. Aber das alles hat keinen Wert, wenn er oder sie Jesus nicht liebt. Das erst macht ihn zu einem Hirten, der von ihm berufen ist, seine Lämmer zu weiden.
     Heinrich Böll beklagt in seinem Roman, dass viele Amtshirten in der Zeit des Nationalsozialismus die Lämmer Jesu im Stich gelassen haben, als sie von den Nazi-Wölfen verfolgt und getötet wurden. Dazu gehörten damals nicht nur Christen, die sich nicht gleichschalten lassen wollten, sondern behinderte Kinder, auch Juden, Zigeuner, Homosexuelle und politisch Verfolgte. Jeder Mensch, der in Not ist, ist ein Lamm Jesu. Denn jeder, ob gläubig oder nicht, ist Gottes Kind, von ihm geschaffen, geliebt und erlöst mit dem Recht sich seines Lebens zu freuen.
     Damals, vor über 70 Jahren, als Finsternis über Deutschland lag, haben auch die angeblichen Hirten in der Diakonie Neuendettelsau versagt und „mehr als 1.200 von über 1.700“ ihrer behinderten Schützlinge den Nazi-Mördern ausgeliefert. Einige wurden ins Bezirkskrankenhaus Ansbach verfrachtet, wo man sie mit weit über tausend anderen verhungern ließ und totgespritzt hat. Andere wurden in Linz vergast. Ich bin in Neuendettelsau aufgewachsen. Ich war fassungslos, als das erst viel später bekannt wurde und ich davon erfahren habe.
     „Weide mein Lämmer!“, heißt Jesu Auftrag an die Hirten. Doch alles, liebe Freunde, alles hängt davon ab, ob die Pfarrerinnen und Pfarrer Jesus und seine Schafe auch lieben, damit sie ihre Hirten sein können. Es ist zu wenig, irgendwie gottgläubig zu sein. Wir begegnen Gott nur in dem, der von sich sagt: »Ich bin der gute Hirte, der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Ich gebe ihnen das ewige Leben und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Ich und der Vater sind eins(Johannes 10,11.28.30)
     Weide meine Lämmer! – dieser Auftrag Jesu gilt noch heute. Wo das geschieht, da ist Kirche. Wo du ermutigt und getröstet wirst, wo du geachtet und angenommen wirst, wo man dich in schwierigen Lebenslagen begleitet, wo man dich schützt vor einem gnadenlosen Markt, der nur den Wert des Geldes kennt, wo du die befreiende Nachricht von Gottes Liebe hörst, die in Jesus erschienen ist, mit einem Wort, wo du geliebt wirst.
     Wo das geschieht, da ist Kirche, und sei es in einer Bretterhütte in Tansania. Wo das nicht geschieht, da ist Kirche nicht, auch wenn sie sich so nennt, trotz aller Dome und Kathedralen, Ämter, Titel und Gewänder.
     Doch Gott sei Dank sind nicht nur fehlbare Menschen Hirten für andere. Gott sei Dank bleibt Jesus unser guter Hirte, wenn auch Menschen versagen. Gott sei Dank kann ich als Kind wie als Erwachsener in jeder Lebenslage beten:
Weil ich Jesu Schäflein bin,
freu ich mich nur immerhin
über meinen guten Hirten,
der mich wohl weiß zu bewirten,
der mich liebet, der mich kennt
Und bei meinem Namen nennt.
Amen

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************

 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 4. Mai 2019

In Gottes Namen hl

LosungMit Gott wollen wir Taten tun. Psalm 60,14 

Lehrtext: Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kolosser 3,17 

Liebe Leserin, lieber Leser,

überlege doch mal, wenn du alles, was du tust, mit Gott tun willst (Losung), was ginge dann nicht mehr? Wo würde er nicht mitmachen? Ich denke bei allem, wo du direkt oder indirekt anderen oder dir selbst schadest. Wie ist das mit deinen Meinungen, die du äußerst. Schadest du damit jemandem? Zum Beispiel deinen Kindern und Enkelkindern, was ihre Zukunft betrifft. Was ist mit dem, das du über Abwesende sagst? Schadet es ihnen? Könntest du das auch genau so ohne Abstriche sagen, wenn sie anwesend sind? Was ist mit deinem Verhalten Zuhause und auf der Arbeit? Und deine Lebensgewohnheiten, schaden sie dir oder tun sie dir gut? ... Dieselben Fragen muss auch ich mir stellen.
     Und wobei macht Gott mit? Welche deiner Taten, Worte und Verhaltensweisen heißt er gut und unterstützt sie? Vielleicht kommt da bei dir nach ein wenig Nachdenken mehr zusammen, als du auf Anhieb glaubst.
     Der Lehrtext gibt uns den Hinweis, das, was wir tun, in seinem Namen zu tun. Hin und wieder gibt es noch solche, die bewusst "In Gottes Namen" sagen, wenn sie ihr Auto besteigen, eine Prüfung beginnen, eine Reise antreten, eine schwierige Entscheidung treffen, eine große Herausforderung annehmen oder ihren Kindern etwas gestatten, was ihnen nicht so leicht fällt.
     In Gottes Namen, in Jesu Namen - was ich auch tue, es soll von ihm gutgeheißen und gesegnet werden können. In seinem Namen soll alles beginnen. In seinem Namen soll alles geschehen. 

Hierzu ein altes Lied (Gebet):

was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan
und glücklich ausgeführet.
Was man in Gottes Namen tut,
ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

2. Gott ist´s, der das Vermögen schafft,
was Gutes zu vollbringen;
er gibt uns Segen, Mut und Kraft
und lässt das Werk gelingen;
ist er mit uns und sein Gedeihn,
so muss der Zug gesegnet sein,
dass wir die Fülle haben.

EG 494, 1-2 Text: Salomo Liscow, Melodie: Johann Crüger wie "Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut"

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Freitag, 3. Mai 2019

Zu jeder Zeit, an jedem Ort hl

LosungIch werde mich an euch als heilig erweisen vor den Augen der Nationen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich euch auf Israels Boden bringe, in das Land, das euren Vorfahren zu geben ich meine Hand erhoben habe. Hesekiel 20,41-42 

Lehrtext: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28,20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

für wen ist Gott da?
Für die Propheten des Alten Testaments war Gott ein hebräischer Nationalgott, der in erster Linie für das eigene Volk da war, aber doch auch Macht und Gewalt über die anderen Nationen hatte (Losung). Für Jesus war und ist er der Gott und Vater aller Menschen. Wäre es nicht so, würden wir in Deutschland vielleicht noch die alten germanischen Götter anbeten oder wären, wie viele andere inzwischen auch, Atheisten. 
     Für die Juden im babylonischen Exil ging es darum, wieder in die alte Heimat zurückzukehren und Jerusalem mit dem Tempel aufzubauen. Sie glaubten, dass Gott da unter ihnen wohnen würde. Worum geht es für uns?
     Ich brauche keinen Tempel mehr, um glauben zu können, dass Gott da und Jesus alle Tage bis ans Ende der Welt bei mir ist 
(Lehrtext). Mir soll sein Versprechen genügen, dass es sich so verhält. Ich schaue nicht auf einen Tempel, auf keine Kathedrale, auf kein anderes Kirchengebäude oder sonst einen "heiligen" Raum. Ich schaue und vertraue auf Gott. Jedenfalls jetzt. Ob das morgen auch noch so sein wird, weiß ich nicht. Aber jetzt ist es so und ich wünsche mir, dass es so bleibt.
     Ein besonderes Gebäude ist dazu nicht nötig. Der Schöpfer des Universums braucht kein von Menschen gebautes Haus, um darin zu wohnen. Aber mir hilft es, dass ich mich da mit anderen treffe und wir uns gemeinsam im Glauben bestärken.     

GebetHerr, damit du für mich da bist, braucht es kein besonderes Haus und keinen besonderen Tag. Du warst gestern da. Du bist es heute. Du wirst morgen da sein. Du bist für jeden da, der dein Geschöpf und Kind ist, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Du schaust nicht auf Hautfarbe und Herkommen. Du stellst keine Bedingungen und verlangst keine Voraussetzungen. Dich interessieren die Unterschiede nicht, die wir Menschen machen. Du bist für mich da in deinem Wort, in deinem Sohn, in seiner Liebe. Das macht mich dankbar und froh. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach 

Donnerstag, 2. Mai 2019

Höfliche Migranten hl

LosungVor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren. 3.Mose 19,32 

Lehrtext: Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst. Philipper 2,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,

man mag den jungen Männern, die als Flüchtlinge aus Syrien oder Afghanistan zu uns gekommen sind, einiges nachsagen. Man sollte den Hochmut gegenüber Frauen von manchen von ihnen nicht dulden, erst recht nicht, wenn sie übergriffig werden. Aber eines kann man ihnen nicht nachsagen, dass sie respektlos wären gegenüber älteren und alten Menschen. An diesem Punkt unterscheiden sie sich positiv von manchen ihrer deutschen Altersgenossen.
     Wenn ich in unserer Kreisstadt bin, begegne ich hin und wieder Gruppen von jungen Männern mit Migrationshintergrund, wie man jetzt zu sagen pflegt. Manchmal sind sie laut und schreien herum, wie das auch deutsche Jugendliche tun. Dann gehen ihnen die meisten Passanten eingeschüchtert aus dem Weg. 
     Ich nicht. Ich gehe dann direkt auf die Gruppe zu und frage, welche Probleme es gebe, dass sie so schreien. Und dann bin ich gleich mit ihnen im Gespräch. Bis jetzt haben sie sich mir gegenüber ausnahmslos höflich und respektvoll verhalten. Sie achten meine weißen Haare (gut, dass ich noch welche habe). Sie ehren das Alter (Losung). So sind sie erzogen worden. Das ist ihre Kultur. Ich schimpfe dann auch nicht und schon gar nicht beleidige ich sie. Aber ich sage schon, ob es nicht auch ein bisschen leiser ginge, vor allem am späteren Abend. Na ja, einmal habe ich zu den Jüngsten in der Gruppe gesagt, das sie längst ins Bett gehörten. Da haben die Älteren zustimmend gelacht. Und siehe da, das Geschrei hörte auf. Wenigstens vorübergehend.
     Manchmal denke ich, ihr auffälliges Benehmen ist auch ein Signal an uns Deutsche, sie wahrzunehmen und sich ihnen zuzuwenden. Meistens reicht ja schon ein freundliches Wort, ein Lächeln, ein Gruß.
     Sie ehren die Alten. Und wir Alten oder Älteren haben gute Chancen, von ihnen gehört zu werden. Doch wir sollten auch ihre Menschenwürde achten und uns klarmachen, dass sie genauso Gottes geliebte Kinder sind wie wir selbst. Wir müssen sie ja nicht gleich höher achten als uns selbst (Lehrtext). Aber wenigstens sollten wir ihnen auf Augenhöhe begegnen. Höher als mich selbst sollte ich den achten, der meine Hilfe und Pflege braucht, der mir nichts zurückgeben kann. Aber das ist schwer, jedenfalls für mich. 

GebetHerr, du schaust nicht auf mich herab. Du bist zu mir herab gekommen, um mir in deinem Sohn von Mensch zu Mensch zu begegnen. Du kommst zu mir als Menschenfreund. Und ich? Ich fühle mich geehrt. Und auch wenn du nicht auf mich herabschaust, so schaue ich doch auf zu dir. Meine Mitmenschen achte ich. Aber dich ehre ich. Unter Menschen bin ich frei und gehöre nur mir selbst. Aber sooft ich an dich denke, weiß ich: Ich gehöre dir. Als dein Geschöpf und Kind will ich auf deine anderen Geschöpfe und Kinder nicht herabschauen, sondern ihnen als meinen Geschwistern auf Augenhöhe begegnen. Gib mir aber auch den Mut und die Kraft, denen zu dienen, die meine Zuwendung und Hilfe brauchen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Mittwoch, 1. Mai 2019

Genieße dein Leben! hl

LosungEs gibt nichts Besseres, als dass der Mensch sich freut bei seinem Tun, denn das ist sein Teil. Prediger 3,22 

Lehrtext: Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. Kolosser 1,11-12 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kannst du ohne schlechtes Gewissen genießen? Viele können das offenbar nicht. Man hat sie schon von klein auf zur Sparsamkeit erzogen und zu einer, wie ich meine, übertriebenen Bescheidenheit. Oder sie haben andere Menschen vor Augen, denen es schlecht geht. Oder sie denken an das Klima, das auch durch einen schrankenlosen Konsum weiter aufgeheizt wird. Andere können aus Glaubensgründen nicht genießen, weil sie meinen, dass Christen immerzu diszipliniert, ernst und asketisch leben und die Genüsse dieser Welt meiden sollten. 
     Was meint die Bibel? Da ist zunächst die Losung: »Es gibt nichts Besseres, als dass der Mensch sich freut bei seinem Tun, denn das ist sein Teil.« Prediger 3,22. Ein paar Kapitel weiter heißt es dann: »Darum pries ich die Freude, dass der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein. Das bleibt ihm bei seinem Mühen sein Leben lang, das Gott ihm gibt unter der Sonne.« (Pred 8,15) Und schließlich heißt es noch: »Genieße das Leben mit der Frau, die du lieb hast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das ist dein Teil am Leben und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst unter der Sonne.« (Pred 9,9) Na dann.
     Der Lehrtext heißt in einer neueren Übersetzung: »Ihr habt wirklich allen Grund, Gott, dem Vater, voll Freude dafür zu danken. Denn er hat euch zu seinen rechtmäßigen Erben gemacht. Zusammen mit allen, die zu ihm gehören, dürft ihr einmal bei ihm sein, in seinem Reich des Lichts.« 
     Ja, das denke ich auch. Wir haben wirklich allen Grund Gott zu danken, wenn wir unser Leben hier auf der Erde genießen können, aber auch dass wir ihm gehören in Zeit und Ewigkeit. Er sorgt für unsere Seele und für unseren Leib. Er sorgt für unser Leben hier auf der Erde und er sorgt für unser Leben dort in seinem Reich. Er segnet uns mit irdischen Freuden und mit himmlischen. Beides dürfen wir dankbar von ihm nehmen. Und darum loben, ehren und preisen wir ihn, indem wir unser Leben hier nicht verachten, sondern es genießen und uns seiner freuen solange es geht. "Denn es fähret schnell dahin als flögen wir davon." (Psalm 90,10)

     "Wenn Gott gute, große Hechte und guten Rheinwein erschaffen darf, dann darf ich sie wohl auch essen und trinken." (Martin Luther)
     "Meinst du, weil du tugendhaft bist, solle es auf dieser Erde keine angenehmen Torten und keinen süßen Sekt mehr geben?" (William Shakespeare)

Gebet: Danke, Herr, dass ich in dieser Zeit und in diesem Land die Möglichkeit habe, mein Leben zu genießen. Ich will darüber andere nicht vergessen, die das nicht können. Aber alles zu seiner Zeit. Danke auch für deinen geistlichen Segen, für den Glauben, dass ich zu dir gehöre und das Gottvertrauen, das du mir schenkst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
***************************************************************************
Alle bisherigen Losungsauslegungen im Internet-Blog<http://glaubenswachstum.blogspot.com/
***************************************************************************
 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach