Sonntag, 10. September 2023

Wachsen unter Lasten hl

Losung: Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends. 1.Mose 41,52

Lehrtext: Wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung. Römer 5,3-4


Liebe Leserin, lieber Leser,

warst du schon mal im „Land des Elends“ (Losung)? Zum Beispiel in einer Klinik oder in seelischen, beruflichen oder finanziellen Schwierigkeiten? Oder eingesperrt in Sorgen und Angst? Hast du schon mal die Erfahrung gemacht, von der die heutige Losung spricht, dass du in diesem „Land“ innerlich gewachsen bist?

Das Land des Elends, von dem Josef, der Sohn Jakobs, in der Losung erzählt, waren die Grube, in die ihn seine Brüder geworfen hatten und das Gefängnis, in dem er als hebräischer Sklave in Ägypten gelitten hatte. Doch Josef hat sich nicht aufgegeben. Er hielt trotz allem an seinem Gott fest.

Als er aus dem Gefängnis wieder herauskam, war aus dem Jüngling ein Mann geworden mit einem festen Charakter, unerschütterlichem Gottvertrauen und einem klaren Urteilsvermögen. Und Pharao, der ägyptische König, machte ihn wegen dieser herausragenden Eigenschaften zum zweitmächtigsten Mann in seinem Reich.

Wie war, wie ist das mit dir? Hat dich deine Zeit im Land des Elends stärker und reifer gemacht? Bist du insgesamt zufriedener und gelassener geworden? Natürlich ist Elend nicht gleich Elend. Manche sind von ihrem Unglück so gebeutelt, dass sie eher darunter zerbrechen. Viele aber wurden stärker, als sie Lasten zu tragen hatten.

Abendrot am Lebensabend

Aber auch die, die wissen, dass sie nicht mehr gesund werden, können in der ihnen verbleibenden Zeit seelisch wachsen und reifen, gerade auch im Glauben. Das Leben ist oft auch dann noch lebenswert, vielleicht sogar mehr als zuvor. Denn Gottes Welt leuchtet besonders schön im Abendrot. Und das Beste, was einem passieren kann, ist, wenn du gerade dann deinen Gott lieben, loben und ihm danken kannst.

Gebet: Hier der Link zum Lied „Im Abendrot“ von Franz Schubert:


O wie schön ist deine Welt,
Vater, wenn sie golden strahlet!
Wenn dein Glanz herniederfällt
Und den Staub mit Schimmer malet,
Wenn das Rot, das in der Wolke blinkt,
In mein stilles Fenster sinkt!

Könnt ich klagen, könnt ich zagen?
Irre sein an dir und mir?
Nein, ich will im Busen tragen
Deinen Himmel schon allhier.
Und dies Herz, eh' es zusammenbricht,
Trinkt noch Glut und schlürft noch Licht.

 

Musik: Franz Schubert (1797-1828). Text: Karl Gottlieb Lappe (1773-1843). Sänger: Fritz Wunderlich (1930-1966)

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärk. Sten wachsen lässt. 

Samstag, 9. September 2023

Die Probleme des Paulus hl

Losung: Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter. Psalm 105,8 

Lehrtext: Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. Römer 11,29 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gott hat sich mit seinem Volk, den Juden, verbündet, heißt es im Alten Testament (zB Losung). Doch die frühen Christen verstanden nicht, weshalb sich dann nicht alle Juden haben taufen lassen und, wie sie, Christen geworden sind.

Worüber sich Paulus den Kopf zerbrochen hat

Paulus war der erste Christ, von dem wir 20 Jahre nach Jesu Tod um das Jahr 50 ein schriftliches Zeugnis von seinem Glauben haben. Er setzt sich in seinen Briefen unter anderem mit jenem Problem auseinander. Er fragt sich, ob nach wie vor gilt, dass Gott sein Volk, die Juden, unter allen anderen Völkern auserwählt und sich für immer mit ihm verbunden hat (Losung)? Und was hat das für die vielen zu bedeuten, die keine Juden waren und deren Gott nicht kannten, nun aber Christen geworden sind?

Paulus‘ Flucht in die Unbegreiflichkeit Gottes und Unerforschlichkeit seiner Wege

Mit der Antwort, die Paulus zu geben versucht (Lies Römer 11,1-32), ist er selbst nicht zufrieden. Wer soll seine komplizierten Gedanken auch verstehen? Wie kann man erklären, dass Gott nach wie vor zu seinem Wort steht und die Juden sein erwähltes Volk bleiben, auch wenn sie jetzt erst mal auf Zeit für Jesus und damit für ihr Heil blind sind (Römer 11,25)? Jedenfalls bricht Paulus seinen Erklärungsversuch, aus dem unser heutiger Lehrtext kommt, abrupt ab, und gibt zu:

»O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn ‚wer hat des Herrn Sinn erkannt oder wer ist sein Ratgeber gewesen‘? Amen (Römer 11,33-36)

Vielleicht war das noch das Klügste, was Paulus machen konnte, da er sich als Jude, der er doch einst war, in den juristischen Kategorien seines alten Glaubens verfangen hatte. Er war noch nicht so weit, das Jesus-Geschenk, das Gott aller Welt gemacht hatte, egal ob sie Juden oder Heiden sind, in seiner ganzen Tragweite zu begreifen und anzunehmen. Nein, auch Paulus war kein Heiliger und musste innerhalb der Grenzen seines Verstehenshorizonts versuchen, sich und anderen die neue Situation zu erklären. Immerhin hat es 2000 Jahre gedauert, bis auch viele Christen, wenn auch längst noch nicht alle, die uneingeschränkte und bedingungslose Liebe Gottes in Jesus zu allen seinen Geschöpfen entdecken konnten.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass du nicht in erster Linie auf die Religion, den Glauben oder das Bekenntnis eines Menschen schaust, sondern in ihm dein geliebtes Geschöpf siehst. Denn was du geschaffen hast, das hast du auch gewollt. Und was du gewollt hast, das hast du auch erwählt. Du begegnest mir in Jesus Christus und ich entdecke dich in ihm. Darum will ich auf niemand herabschauen, der anders glaubt als ich, sondern mich über die Gabe des Glaubens freuen, die du mir gegeben hast. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 8. September 2023

Wie das Wasser für den Fisch hl

Losung: Deine Toten werden leben. Jesaja 26,19

Lehrtext: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Hebräer 12,1 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Vernunft und Verstand sagen, was tot ist, ist tot und bleibt tot. Die Kirche sagt, „Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben.“ Ich sage dazu nichts, weil ich nichts weiß.

Aber ich vertraue auf Gott, meinen Schöpfer. Er wird nichts verlieren von allem, was er geschaffen hat, von allem. Denn seine Liebe zu seinen Geschöpfen, ist stärker als der Tod. Dieser Glaube genügt mir. Wie das zugehen soll, weiß ich nicht. Das ist jenseits von dem, was ein Mensch sagen kann.

Keine Himmels- und Paradiesfantasien

Natürlich kann ich mir, meinem Glauben gemäß, einiges dazu ausdenken. So wie auch der Apostel Paulus sich einiges ausgedacht hat. Er schreibt, dass das, was verweslich  ist, die Unverweslichkeit anziehen wird (1. Korinther 15,53). Doch das sagt mir nichts. Besser gefällt mir, wenn er schreibt: „Ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn“. Mit den Himmels- und Paradiesfantasien aber der Muslime und vieler Christen kann ich nichts anfangen.

Mein Glaubensbekenntnis

Mein Glaubensbekenntnis zum Thema „ewiges Leben“ heißt: Gott hat mich gewollt, darum bin ich. In ihm bin ich geboren, in ihm lebe ich, in ihm sterbe ich, in ihm bleibe ich. Seine Liebe, wie sie sich in Jesus zeigt, ist für mich wie das Wasser für den Fisch. Mehr kann und will ich dazu nicht sagen.

Gebet: Herr, ich habe genug mit meinem Leben zu tun. Und auch wie ich sterbe, wird wohl meine Angelegenheit sein. Doch alles danach ist deine Sache. Alle meine diesbezüglichen Gedanken und Sorgen gebe ich an dich ab. Du weißt ja, wie du es mit mir aufs Beste machen wirst. Darauf verlasse ich mich. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Donnerstag, 7. September 2023

Entscheidungshilfe: WWJT hl

Losung: Frage doch zuerst nach dem Wort des HERRN! 2.Chronik 18,4 

Lehrtext: Bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist. 2.Timotheus 3,14                                                

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Geschichte, aus der die heutige Losung kommt, gehört für mich zum Interessantesten, was in der Bibel erzählt wird (lies 2. Chronik 18,1 bis 34). So etwas kann man meiner Meinung nach nicht komplett erfinden. Darin steckt zumindest ein dicker, historischer Kern.

„Frage doch zuerst nach dem Wort des Herrn!“ 

Hier nun die biblische Geschichte: König Ahab regierte von 871 bis 852 vor Christus den Teilstaat Israel im Nordosten des heutigen Israel. Er wusste schon, warum er der Losung zufolge Gott lieber nicht gefragt hat. Er befürchtete, dass sein Plan, gegen die Syrer (Aramäer) in den Krieg zu ziehen, von ihm nicht gebilligt würde. Doch genau dazu wollte er den Bruderkönig Josaphat aus dem südlichen Teilstaat Juda mit der Hauptstadt Jerusalem überreden. Aber Josaphat zögerte und sagte zu Ahab den Satz aus der heutigen Losung: „Frage zuerst nach dem Wort des Herrn!“ 

Ahab ließ nach den damaligen Gepflogenheiten seine zahlreichen Heilspropheten antreten. Sie waren so etwas wie die Medien an seinem Königshof. Doch sie redeten ihm nach dem Mund und logen allesamt das Blaue vom Himmel herunter. Mit dem König wollte es sich niemand verscherzen. So sagten sie: „Es wird alles gut gehen. Zieht nur in den Krieg!“ 

Trotzdem zögerte Josaphat noch immer und erwiderte: „Ahab, gibt es denn bei euch nicht noch einen Propheten?“ „Schon“, sagte dieser, „Micha Ben Jimla. Aber der ist mir nicht wohlgesonnen und kritisiert mich meistens.“ Doch er wollte Josaphats Bitte nicht abschlagen und ließ Micha kommen. Nach einigem hin und her rückte der Prophet mit der Sprache heraus und kündigte Ahab und seinem Königreich den Untergang an. Doch beide Könige setzten sich über dessen Warnung hinweg und begannen den Feldzug. 

Ahab aber traute sich selbst nicht so recht. Er wollte nicht als Zielscheibe dienen und verkleidete sich für die Schlacht als gemeiner Soldat. Die Syrer stürzten sich auf Josaphat, weil sie glaubten, dass er der König von Israel sei. Doch als sie ihren Irrtum erkannten, ließen sie von ihm ab. Einer ihrer Soldaten aber spannte von ungefähr seinen Bogen, schoss einen Pfeil in das feindliche Heer und traf den verkleideten König Ahab. Der starb.

Das Doppelgebot als Orientierungshilfe

„Frage doch zuerst nach dem Wort des Herrn!“ – Nun, Gott ist kein Orakel wie das in Delphi im antiken Griechenland, welches zweideutige Sprüche von sich gegeben hat. Aber wir sind nicht ohne sein wegweisendes Wort. So heißt es beim Propheten Micha im 6. Kapitel Vers 8: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir erwartet, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Doch vor allem so, wie er mir in Jesus begegnet, kann er mir eine Orientierungshilfe sein. Am besten eignet sich dazu das sogenannte Doppelgebot der Liebe: »Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst.«

Manche Jugendliche, denen der Glaube wichtig ist, haben deshalb ein Armband, auf dem diese Abkürzung steht: WWJT – Was Würde Jesus Tun? Zwar gibt es auch darauf keine 100-prozentig richtige Antwort. Aber bei wichtigen Entscheidungen lässt mich diese Frage innehalten, von mir und meinen augenblicklichen Interessen absehen und den Sachverhalt in seinem Licht beurteilen. Da kommen dann noch andere Gesichtspunkte ins Spiel, die meine Entscheidung beeinflussen können.

WWJT – Würde nur öfter so gefragt, könnte das im Großen wie im Kleinen manches Leid ersparen.

Gebet: Herr, du sollst mein Kompass sein, damit ich keine Wetterfahne bin. Nach dir will ich mich richten, auf dich sehen, auch wenn mir das Nachteile bringt. Ich weiß sonst niemand, an dem ich mich orientieren, dem ich folgen will. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Mittwoch, 6. September 2023

Schafft Frieden! hl

Losung: Rede einer mit dem andern Wahrheit und richtet wahrhaftig und recht, schafft Frieden in euren Toren. Sacharja 8,16

Lehrtext: Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander. Römer 14,19


Liebe Leserin, lieber Leser,

„Schafft Frieden!“ (Losung) – Frieden in euren Herzen. Frieden in euren Toren (Städten und Dörfern). Frieden in eurem Land. Frieden, wo Krieg herrscht. „Selig sind, die Frieden schaffen“, sagt Jesus in seiner Bergpredigt. Nun, darauf haben Christen noch nie gehört. Wieder einmal schlagen sie sich gegenseitig die Köpfe ein, die orthodoxen Russen auf der einen und die orthodoxen und katholischen Ukrainer auf der anderen Seite. Und die Christen des Westens, Katholiken, wie Protestanten, liefern die Knüppel.

Krieg geht nur ohne Gott

In ein paar Wochen wollen sie dann wieder Weihnachten feiern und lesen aus der Bibel vor:„Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“ Man hat ja ein gutes Gewissen, weil man für eine gerechte Sache tötet. Und machen wir uns nichts vor: alle, die in unserem Land Waffenlieferungen an die Ukraine unterstützen, töten indirekt mit. Auch die Spitzen der evangelischen und katholischen Kirche. Das ist einfach nur bitter. 

Ich hatte gehofft, Deutschland würde nach zwei Weltkriegen, die es angezettelt hat, jede Art von Krieg verschmähen und verurteilen. Doch dazu ist es nicht souverän genug. Dazu ist es nicht tapfer genug. Dazu ist es nicht besonnen genug. Dazu ist es nicht ehrlich genug. Dazu ist sein Gedächtnis offenbar zu schwach.

Doppelmoral

Man hat sich zurecht darüber empört, dass Russland seinen Angriff auf die Ukraine nicht „Krieg“ nennt, sondern verharmlosend eine „militärische Spezialoperation“. Zugleich aber lügt man sich hierzulande in die eigene Tasche und tut so, als ob wir jetzt keinen Krieg führen würden, sondern nur ein bisschen Waffen liefern für einen guten Zweck. Für mich ist diese Doppelmoral schwer erträglich.

Alle haben den Krieg schon verloren bis auf die USA

Glücklicherweise hat Putin den Krieg schon mit dem ersten Schuss verloren. Unglücklicherweise haben die Menschen in Russland ebenfalls verloren. Sie haben auf lange Sicht Europa verloren, wozu sie doch gehören, und sind sozusagen nach Asien abgeschoben, wozu sie nicht gehören. Viele ihrer Söhne haben das Leben verloren. Und alle haben sie den Frieden verloren, Ganz Europa, versinkt wieder auf Jahre hinaus in Feindseligkeit zwischen Ost und West. Was für eine Hypothek für die Kinder und Enkelkinder auf diesem Kontinent!

Unglücklicherweise hat der "militärisch-industrielle Komplex" (Expräsident Eisenhower) in den USA wieder einmal einen Krieg gewonnen. Nicht aber die Ukraine und auch nicht Europa. Jetzt wird wieder weiter um die Wette gerüstet, obwohl die NATO heute schon mehr als zwanzigmal so viel für das Militär ausgibt wie Russland (SIPRI). Zwanzigmal! Der Wahnsinn hat Methode.

Brennstoff für den Tod

Nun dauert der Krieg gegen die Ukraine schon mehr als eineinhalb Jahre, und täglich sterben durch unsere Waffen Menschen. Und es sterben nicht nur junge Russen, sondern vor allem Menschen in der Ukraine, weil mit deutschen Waffen der Krieg am Brennen gehalten wird statt einen Kompromissfrieden anzustreben.

Aber unterstützt nicht der Westen insgesamt und nicht nur unser Land die Ukraine mit Waffen aller Art bis hin zur geächteten Streumunition? Dazu kann ich nur mit Bertolt Brecht sagen: „Mögen andere von ihrer Schande sprechen, ich spreche von der meinen.“ Ja, für mich ist es eine Schande, was jetzt wieder getrieben wird unter dem Vorwand, den armen Ukrainern helfen zu müssen. Wie lange will man denn auf diese Weise noch „helfen“? Wie viele Menschen müssen denn noch sterben? Und was soll das Ziel, das Ergebnis sein? Was, wenn der Krieg vollends außer Kontrolle gerät?

Ekelhafte Kriegshysterie

Mich ekelt die Kriegshysterie in unserer Gesellschaft, dieses giftige Gemisch aus Angst, Empörung, Bestrafungsfantasien, Helfersyndrom und Selbstgerechtigkeit. Mich ekelt, dass man russische Künstler und Sportler von Auftritten und Veranstaltungen ausschließt und in der Ukraine die Denkmäler russischer Musiker, Dichter und Schriftsteller wie Tolstoi zerstört. Das ist kultureller Faschismus. Mich ekelt die Primitivität des Westens, dass Konflikte mit militärischer Gewalt gelöst werden sollen. Dass man wieder verteufelt, um sich selbst als die Guten darzustellen und die anderen als die Bösen. Was für eine Heuchelei! Wahrheit und Frieden aber sind Geschwister (Losung) ebenso wie Lüge und Krieg. Schafft Frieden!  

Gebet: Herr, dir liegt nicht an politischen Systemen, nicht an westlichen oder östlichen Werten, nicht an den Machtinteressen der einen oder der anderen Seite. Dir liegt am Herzen, dass wir Menschen im Frieden leben und nicht im Krieg sterben. Dazu hast du uns geschaffen. Du liebst deine Feinde und rufst auch mich dazu auf, sie zu lieben, damit ich dein Wort von der Versöhnung lebe und weitergebe. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Dienstag, 5. September 2023

Durchgestrichen und verbrannt hl

Losung: Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich! Jesaja 44,22

 

Lehrtext: Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet. Kolosser 2,14        

Liebe Leserin, lieber Leser,

Fehlverhalten, Sünde, Schuld - für mich kein Larifari, gerade weil ich weiß, dass mir das vergeben ist. Für mich sind das auch keine Fremdwörter. Zwar bemühe ich mich, meinen Mitmenschen gegenüber anständig zu sein, aber ich weiß doch, dass ich immer wieder mal den einen oder die andere durch ein unbedachtes Wort oder eine harte Kritik verletzt habe. Und dann sind da noch die negativen Gefühle und Gedanken, gegen die ich aktiv etwas unternehmen muss, damit sie nicht mein Denken und Fühlen und somit auch mein Verhalten beherrschen. Wenn ich mich über jemand ärgere, kann es schon sein, dass ich insgeheim denke: „Du Idiot!“ Doch inzwischen gelingt es mir öfter, dass ich dann gleich zu mir sage: „Hans, schäm dich!“ Ein „Heiliger“ bin ich trotzdem nicht. Ich muss mit meinen Unzulänglichkeiten leben. 

Ich glaube, dass meine Gefühle und Gedanken auch für Gott eine Rolle spielen. Er ignoriert mein Verhalten nicht einfach so. Im Gegenteil. Er registriert es. Er ist enttäuscht. Aber dann, menschlich gesprochen, nimmt er einen Stift in die Hand und streicht durch, was er registriert hat, was auf meinem Schuldbrief steht. Ich möchte gar nicht wissen, wie groß dieser Zettel ist und was da alles darauf steht. Das aber möchte ich wissen und das glaube ich auch, dass er mir vergeben hat, dass mir vergeben ist. Nicht einfach so, als ob mein Verhalten belanglos wäre. Sondern weil da einer ist, der mit seiner Liebe dafür bezahlt hat.

Der Tag, an dem ich vor ihm stehe 

Und dann kommt einmal der Tag, an dem ich vor ihm stehe und er mir den Schuldschein überreicht. Dann werde ich erschrocken sagen: „Um Gottes willen, so ein großer Zettel vollgeschrieben von oben bis unten. Habe ich wirklich so viel falsch gemacht? Habe ich wirklich so versagt? Ich kann mich gar nicht erinnern“. Und er wird mir antworten: »Du hast doch gelesen, was in der Bibel steht: »Unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.“ (Psalm 90,8). Ja, auch das steht hier drauf, was dir gar nicht bewusst geworden ist, was du verdrängt hast und schnell wieder vergessen wolltest und was du nicht der Rede wert erachtet hast. Und oft waren es die kleinen Dinge, die deinen Mitmenschen und mir am meisten zu schaffen gemacht haben. Aber mach dir deshalb keinen Kopf mehr. Ist ja alles vergeben. Hier, nimm den Zettel, und wirf ihn ins Feuer, ins Feuer der Liebe meines Sohnes Jesus.«
Tja, und dann werde ich beschämt sein, und er wird meine Scham in Freude verwandeln, die bleibt. 
 

Gebet: Herr, mit dir kann ich jeden Tag neu beginnen; denn du trägst mir nichts nach. Ich muss mich nicht mit einem schlechten Gewissen herumschlagen. Ich gebe dir, was misslungen ist und vertraue darauf, dass du vergibst. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Montag, 4. September 2023

Im Voraus danken hl

Losung: Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich. Psalm 42,7

Lehrtext: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Johannes 14,18

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich. Warum nur bin ich so traurig? Warum ist mein Herz so schwer? Auf Gott will ich hoffen, denn ich weiß: Ich werde ihm wieder danken. Er ist mein Gott, er wird mir beistehen!« (Psalm 42,7.12)

So wie ich heute glaube, habe ich das im Laufe vieler Jahre aus der Bibel gelernt. Wenn ich deprimiert bin, kann ich entweder in der Ecke sitzen und Nägel kauen oder mit meinen Seelenschmerzen zu meinem Gott kommen und sagen:

Gebet: Herr, wieder einmal komme ich zu dir mit dem, was mich bedrückt. Zu wem sonst sollte ich denn kommen? Wer sonst könnte die Schatten auf meiner Seele vertreiben? Du weißt, es geht mir gerade nicht gut. Doch ich will nicht warten, bis es mir wieder besser geht. Ich will dir jetzt schon danken, denn ich weiß, dass du mir helfen wirst. Du hast das schon so oft getan. Du wirst es auch dieses Mal wieder tun. Aber lass mich nicht so lange warten. Ich bin nicht so stark, wie ich sein möchte. Ich habe nicht so viel Geduld. Ich habe nicht so viel Widerstandskraft. Ich habe nicht so viel Hoffnung. Doch ich verlasse mich auf dich, dass du mich auch jetzt wieder aus meinem seelischen Tief herausholst wie du es bisher immer getan hast. Und darum sage ich: Danke, Herr, dass du mir auch dieses Mal wieder helfen wirst. Du bist ja mein Gott. Auf dich hoffe ich nicht vergeblich. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Sonntag, 3. September 2023

Ist Gott glaubwürdig? hl

Losung: So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Jesaja 63,15

 

Lehrtext: Im Geist und aus Glauben warten wir auf die Erfüllung unserer Hoffnung: die Gerechtigkeit. Galater 5,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

so wie in der Losung, so hat sich der Prophet Jesaja Gott vorgestellt: Er sitzt im himmlischen Thronsaal und schaut herab auf das Treiben der Menschen. Müsste er nicht öfter eingreifen? Wenigstens zu Gunsten seines Volkes, der Israeliten? Müsste er nicht seine Macht demonstrieren, damit die Mächtigen ihre Ohnmacht spüren und vor ihm zittern? Schön wär‘s.

Der Blick vom Kreuz

Stattdessen schaut er nicht vom Himmel herab und schon gar nicht von irgendeiner „heiligen, herrlichen Wohnung“ (Losung). Er schaut mit den Augen seines Sohnes Jesus vom Kreuz herab auf das Treiben von uns Menschen, auf die, die sich von ihm abgewandt haben, auf die, die ihn verurteilt haben, auf die, die ihn foltern, verspotten und töten.

Und wen sieht er da? Menschen, die nicht wissen, was sie tun. Und was tut er gleichsam mit dem letzten Atemzug? Er bittet für sie: „Vater, vergib ihnen.“ (Lukas 23,34) Und was tut Gott? Er erfüllt ihm seine letzte Bitte. So verrät Jesus die Liebe zu seinen Feinden nicht, auch nicht im letzten Augenblick. So erfüllt er den Willen Gottes.

Glaube ist keine Leistung, sondern ein Geschenk

Das macht ihn für mich glaubwürdig. Das lässt mich ihm vertrauen mehr als irgend jemand anderem, mehr als mir selbst. Er wird meine Hoffnung erfüllen (Lehrtext), dass Gott seine gesamte Schöpfung mit allen Geschöpfen, die jemals gelebt haben und leben werden, erlöst – unabhängig davon, was wir Menschen tun oder lassen. Unabhängig davon, ob wir glauben oder nicht. Ich denke, wir sollten unsere Fähigkeit zu glauben, nicht überschätzen. Denn Gottvertrauen ist keine Leistung des Menschen, sondern ein Geschenk.

Gebet: Herr, dir vertraue ich. Denn du wirst deine Geschöpfe nicht verraten, sondern retten. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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Samstag, 2. September 2023

Das fatale Flugblatt hl

Losung: Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten. 2.Mose 23,1

Lehrtext: Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Epheser 4,25 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Hubert Aiwanger ist nicht mein Fall. Ich habe ihn nicht gewählt und ich werde ihn auch nicht wählen. Aber mir gefällt der Verdachtsjournalismus nicht, der suggeriert, dass Herr Aiwanger als Sechzehnjähriger jenes widerliche Flugblatt verfasst hat. Auch für ihn gilt im Zweifel die Unschuldsvermutung. Und Zweifel, ob die Vorwürfe zutreffen, gibt es nach wie vor. Doch selbst wenn es sich so verhält, ist es problematisch, von den Flausen eines Teenagers, der von der Welt noch wenig Ahnung hat, sich aber selbst umso wichtiger nimmt, auf einen erwachsenen Mann und dessen Gesinnung heute zu schließen. In diesem Alter steckt man noch in der Pubertät und möchte auffallen. Und das gelingt am besten, wenn man die Erwachsenen provoziert.

Abstoßende Provokation

Bei mir waren es damals in den 60ern die langen Haare, über die sich Erwachsene aufgeregt haben. Hubert Aiwanger hat, wenn es denn stimmt, als Sechzehnjähriger eine besonders  abstoßende Provokation gewählt. Es würde ihm jetzt kein Zacken aus der Krone fallen, wenn er sagen könnte: „Ja, das tut mir leid und ich schäme mich noch heute dafür, zumal ich inzwischen weiß, wie menschenverachtend der Nationalsozialismus war.“ Wie gesagt, falls die Vorwürfe stimmen, die man ihm zur Last legt. 

Dann wäre es aber auch an der Zeit gewesen, das damalige Fehlverhalten zuzugeben. Denn wenn es ihm jetzt noch nachgewiesen wird, ist Herr Aiwanger als Politiker nicht mehr tragbar. Dann würde wieder einmal zutreffen, was schon so oft passiert ist: schlimmer als die böse Entgleisung des Sechzehnjährigen wäre der Umgang des 52jährigen damit. 

Es ist nichts bewiesen

Bis jetzt aber ist nichts bewiesen. So lange fordert es der journalistische und politische Anstand, dass man auf Unterstellungen dieser Tragweite verzichtet (Lehrtext) und erst recht darauf, Gerüchte zu verbreiten (Losung). Immerhin hat sich ein anderer zur Tat bekannt. Das muss ernstgenommen werden. 

Wenn aber die Vorwürfe haltlos sind, ob dann diejenigen, die Herrn Aiwanger jetzt vorverurteilen auch die Größe haben, ihn um Entschuldigung zu bitten? Ich habe da meine Zweifel. Gut möglich, dass der Schuss der Süddeutschen Zeitung nach hinten losgeht und manche nun erst recht Hubert Aiwanger bei den Wahlen zum bayerischen Landtag ihre Stimme geben. Ich nicht.

Gebet: Ach Herr, wir Menschen sind oft so gedankenlos, verantwortungslos und verletzend. Aber auch selbstgerecht, rücksichtslos und schadenfroh. Wir verbergen die eigenen Schwächen, die wir bei anderen aufdecken und spielen das Unschuldslamm. Vergib uns, wenn wir andere zu Unrecht beschuldigen. Vergib uns, wenn wir zu unserer eigenen Schuld nicht stehen können. Du bist der Weg, auf dem wir nicht fallen; die Wahrheit, die uns frei macht und das Leben, das zählt. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärk. Sten wachsen lässt. 

Freitag, 1. September 2023

Die Pläne der Hähne hl

Losung: Du hast dich müde gemacht mit der Menge deiner Pläne. Jesaja 47,13

Lehrtext: Haltet euch nicht selbst für klug. Römer 12,16

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.  

Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt. 

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag. 

Bertolt Brecht hat dieses Lied 1943 gedichtet, vermutlich, um sich und anderen Mut zu machen, dass der Nationalsozialismus mit seiner Menschenverachtung wieder untergehen wird, obwohl es in jenem Jahr noch nicht danach aussah. Die Melodie stammt von Hanns Eisler. Gesungen hat es unter anderem Wolf Biermann (dazu oben auf den Link klicken).

Jesajas Lied der Zuversicht

Ein sinngemäß ganz ähnliches Lied hat mehr als zweieinhalb Jahrtausende zuvor der Prophet Jesaja „gesungen“ (siehe Jesaja Kapitel 47 aus dem auch die Losung stammt). Es ist ein Gerichtswort über die Großmacht Babylon, die den Staat Juda mit der Hauptstadt Jerusalem und dem Tempel zerstört und einen Großteil der Bevölkerung deportiert und versklavt hatte. Die Untergangsfantasien für Babylon hat der Prophet Gott in den Mund gelegt, um ihnen so mehr Gewicht zu verleihen. Er wollte so seine erniedrigten und machtlosen Landsleute aufrichten und ihnen neue Hoffnung geben. Das war kein Trick, wie man heute vielleicht meinen könnte. Jesaja war vielmehr überzeugt, im Namen Gottes zu reden.

Aufstieg und Fall der Großmächte

Und in der Tat, was er sagte, hat sich in der Menschheitsgeschichte bis heute immer wieder bestätigt. Alle Großmächte haben sich nur eine bestimmte Zeit lang gehalten. Dann sind sie wieder untergegangen. Meistens deshalb, weil sie von innen heraus schwach geworden sind. Hier ein paar Beispiele: Chinesen, Inder, Assyrer, Hethiter, Ägypter, Babylonier, Perser, die Griechen unter Alexander dem Großen, Römer, Ostrom (Byzanz), muslimische Araber, Republik Venedig, das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“, Spanier, Portugiesen, Frankreich unter Napoleon, Engländer, Nazideutschland, Japan, Sowjetunion. Alle weg. Die nächste Großmacht, die über kurz oder lang fallen wird, sind die Vereinigten Staaten (USA). Danach scheint wieder China oder Indien an der Reihe zu sein.

Sie alle haben viele Pläne gemacht (Losung), wie sie andere Länder und Nationen besiegen, ausplündern und von sich abhängig machen können. Eine Zeit lang haben diese Pläne funktioniert. Danach aber war es damit vorbei.

Vom Irrtum der Macht

Alle glaubten auf dem Gipfel ihrer Macht, dass es nun für immer so weiterginge und niemand mehr sie vom Thron stoßen könne. Aber sie haben nicht mit den Steinen am Grunde der Moldau gerechnet, mit dem Lauf der Zeit, und auch nicht mit der kleinen, unbedeutenden Maria aus Nazareth, die (dem Evangelisten Lukas zufolge) gesungen hat: »Gott stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen« (Lukas 1,52+53). »Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.«

Der unbesiegte König

Hochmut, Überheblichkeit, Einbildung, Größenwahn, Machtgier – haben schon viele Großmächte stürzen lassen. Das wird auch so bleiben. Es scheint, dass Gott schon dafür sorgt, dass die Türme von Babylon nicht in den Himmel wachsen (1. Mose 11,1-9). Der einzige König, der immer noch herrscht, ist der mit der Dornenkrone, der arme, gewaltlose und machtlose Jesus. Er herrscht über die Herzen derer, die ihm vertrauen und ihn lieben. 

Gebet: Herr, die Menschenwelt will Eindruck schinden. Du aber hast es nicht nötig, deine Macht zu demonstrieren und dich mit Gewalt durchzusetzen. Denn du hast andere Wege, mich für dich zu gewinnen. Du bewegst mein Herz. Vor deinem Kreuz gehe ich auf die Knie. Deine Liebe hat mich für dich gewonnen. Das macht mich frei unter den Menschen und lässt mich voll Zuversicht über meine Sorgen hinausblicken auf dich. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

p.s. Heute vor 84 Jahren begann der 2. Weltkrieg. Am Ende waren 60 Millionen Menschen tot. Wofür?

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Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärk. Sten wachsen lässt.