Samstag, 11. November 2017

Feuermauer hl

LosungIch selbst will, spricht der HERR, eine feurige Mauer rings um Jerusalem her sein. Sacharja 2,9

LehrtextJesus spricht: Die Pforten der Hölle sollen meine Gemeinde nicht überwältigen. Matthäus 16,18 

Liebe Leserin, lieber Leser,

am 29. Mai 1453 eroberten die Muslime die christliche Stadt Konstantinopel, das heutige Istanbul. Lange hielten ihre mächtigen Mauern dem Ansturm der Türken stand. Aber dann war es die "Kerkoporta" eine kleine, vergessene Tür, durch die die Eroberer eindrangen und ein furchtbares Blutbad anrichteten. Stefan Zweig hat dieses Ereignis in seinem Buch „Sternstunden der Menschheit“ anschaulich beschrieben und daran erinnnert, wie damals das christliche Europa Konstantinopel schmählich im Stich gelassen hat.
     In der heutigen Losung sagt Gott durch den Propheten Sacharja, dass er „eine feurige Mauer rings um Jerusalem“ sein will, unüberwindbar für jeden äußeren Feind. Doch Jerusalem ist seitdem mehrfach erobert worden. Seine Mauern wurden geschleift, seine Paläste und schließlich auch der Tempel zerstört. Die Juden haben gegen den Rat des Propheten wieder Schutz hinter selbst gebauten Mauern aus Stein gesucht, die ihnen dann doch nichts geholfen haben, so wie auch die meisten Städte in früherer Zeit trotz ihrer Mauern erobert und zerstört wurden. Nicht nur Jerusalem, auch Konstantinopel, auch Rom - die ehemaligen Hauptstädte der Christenheit. Auf Gott allein wollte man sich lieber doch nicht verlassen. Und was hat's genützt?
     Ich kenne mich in militärischen Angelegenheiten nicht aus. Aber ich kenne mich einigermaßen in mir aus und weiß: Wenn ich mich in allem nur auf mich selbst verlasse, auf meinen Verstand, auf meine Kraft, auf meine Möglichkeiten, dann bin ich verlassen. Eine gewisse Zeit mag ich den Widrigkeiten des Lebens widerstehen. Aber dann? Manchmal schaue ich mit gemischten Gefühlen auf das, was in meinem Leben möglicherweise noch passieren könnte. Und dann taucht die Frage auf: Wie wird es sein, wenn ich einmal alt bin? Und wie wird das dann mit dem Sterben sein? Gut, dass ich es nicht weiß.
     Mir hilft bei alledem das Bild, dass Gott selbst eine feurige Mauer sein will. Ich bin so frei und nehme sein Versprechen persönlich. Er soll um mich eine solch unüberwindbare Mauer sein, die mich vor dem Ansturm des Bösen schützt. Und ich hoffe auch, dass er das tun wird. Wenn da nur nicht die "Kerkoporta" wäre, jene kleine vergessene Tür, durch die das Unheil in mein Herz dringen kann. Was nützt mir Gottes Feuermauer, wenn ich nicht auch auf mich selbst achte, auf die "undichte Stelle" meines Herzens, in die sich die negativen Gedanken und Gefühle einschleichen können? Vermutlich bin ich von innen mehr bedroht als von außen. Gegen andere Menschen kann ich mich wehren. Aber gegen mich selbst? Ich muss auch auf mich selbst aufpassen und dem Bösen widerstehen.
     Seiner Gemeinde gibt Jesus die  Zusage, dass „die Pforten der Hölle“, also die Macht des Todes sie nicht zerstören wird. Zu seiner Gemeinde gehören alle, die vor uns geglaubt haben, die ihm jetzt vertrauen und die das in künftigen Zeiten tun werden. In ihr sind wir vereint mit unseren Vorfahren, mit unseren Mitmenschen heute und denen, die nach uns kommen werden. Jesu Gemeinde ist mehr als jede in der Zeit existierende Kirchengemeinde. Sie ist seine Schar in Zeit und Ewigkeit, geschützt von Gott mit einer Mauer aus dem Feuer seiner Liebe. 

Gebet: Herr, sei du eine solche Mauer für mich, dass ich mich bei dir sicher und geborgen fühlen kann. Das bitte ich dich für alle, die auf dich vertrauen, für alle, die dir gehören. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Freitag, 10. November 2017

Seelische Schwerhörigkeit hl

LosungJeremia sprach: Mich jammert von Herzen, dass die Tochter meines Volks so zerschlagen ist. Ist denn keine Salbe in Gilead, oder ist kein Arzt da? Jeremia 8,21.22 

LehrtextJesus spricht: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße. Lukas 5,31-32 

Liebe Leserin, lieber Leser,

äußerlich gesehen ist in unserem Land vieles in Ordnung, jedenfalls besser, als in den meisten Völkern auf dieser Erde. Wir haben einen allgemeinen Wohlstand, niedrige Arbeitslosenzahlen und auch sonst lässt es sich für die allermeisten in Deutschland gut leben. Obwohl man fragen kann, auf wessen Kosten es uns so gut geht. Vielleicht auch auf Kosten unserer Kinder? Doch darum geht es in den heutigen Bibelworten nicht, sondern um den Arzt, der heilen kann, was krank ist.
     Der Lehrtext spricht auch nicht von einem bestimmten Volk, sondern von denen, die in Gottesferne leben und deren Seele darunter leidet, auch wenn sie das vielleicht nicht so sehen. Für die, sagt Jesus, bin ich da, für die, die mit der Kirche und dem Glauben nichts anfangen können oder damit immer wieder große Schwierigkeiten haben. Sie will ich zur Umkehr rufen, nicht zuerst in die Kirche, sondern zu mir. Durch mich sollen sie erfahren, dass Gott sie nicht verurteilt, sondern liebt. Die Gerechten und Selbstgerechten aber, die meinen, schon alles richtig zu machen, wie soll ich die erreichen?
     Ich möchte nicht so ein Selbst-Gerechter sein. Ich weiß doch, dass auch mir Jesus, der Seelenarzt, gut tut. Ich stehe nicht über den Sündern, sondern bin selber einer.

Gebet: Herr, ich bitte dich, werde nicht müde mich immer wieder zu rufen. Vielleicht musst du zuerst meine seelische Schwerhörigkeit heilen, damit ich dich hören und zu dir kommen kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Donnerstag, 9. November 2017

So wird man erwachsen hl

LosungDer HERR hat mich gesandt, zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN und einen Tag der Rache unsres Gottes. Jesaja 61,1.2 

LehrtextJesus spricht: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium! Markus 1,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du Angst vor Gott? Hast du Angst, er könnte mit dir ins Gericht gehen und dich bestrafen? Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du an ihn denkst und daran, dass nach seinen Maßstäben dein Leben manches zu wünschen übrig lässt? Dann, so behaupte ich, sind für dich Gott und Jesus Christus zweierlei. Dann könnte der eine dich mehr bedrohen als der andere dich liebt. Als Christ glaube ich nicht an Gott, wie ihn sich die Juden vorgestellt haben und noch heute vorstellen. Als Christ glaube ich, was im Neuen Testament steht, dass sich der allmächtige und unbegreifliche Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, in Jesus zeigt und mir nahe kommt. 
     Das konnte der Prophet Jesaja noch nicht glauben, der lange vor Jesus gelebt hatte. Er durfte für sein, in der babylonischen Gefangenschaft geschundenes Volk ein „gnädiges Jahr des Herrn“ verkündigen, die Rückkehr in die Heimat. Doch das musste aus seiner Sicht dann auch für die Feinde heißen, dass sich Gott selbst an ihnen rächen würde. (Losung) Das hatten doch auch die anderen Völker von ihren Göttern so erwartet. Aber Jesaja übersieht, dass sein Volk nicht unschuldig unterworfen und in die Verbannung deportiert worden war. 
     Die anderen Propheten sagten sehr klar, dass dies eine Strafe war dafür, dass Gott in seinem eigenen Volk keine Rolle mehr gespielt hat und sie eigenmächtig taten, was sie wollten. Die Babylonier waren für ihn nicht mehr und nicht weniger als sein Werkzeug, um das Gericht an seinem Volk zu vollstrecken.
     Aber war das wirklich so? War Gott der strenge und strafende Richter für sein Volk?

     Jesus hat so nicht gedacht, obwohl auch er allen Grund gehabt hätte, so ähnlich wie Jesaja zu reden. Er schrie nicht nach Rache an den Römern, die sein Land im eisernen Griff ihrer Militärdiktatur hatten. Er sagte stattdessen: „Schaut weniger auf die politischen Verhältnisse und mehr auf euch selbst und ändert euch. Tut Buße", wortwörtlich übersetzt: "Besinnt euch, denkt um und schlagt einen neuen Weg ein. Die Zeit hat sich geändert. Was die Vorfahren ersehnt hatten, hat sich erfüllt. Gott selbst ist nahe herbeigekommen. Das ist die gute Botschaft (Evangelium). Die sollt ihr glauben. Ihr könnt ihr vertrauen."
     Und was wäre der neue Weg, den wir einschlagen könnten? Ich kenne nur den, den Jesus uns zeigt, wenn er sagt: "Liebe Gott und deine Mitmenschen wie dich selbst. Das ist alles." Liebe statt Strafe und Rache, ja sogar Feindesliebe. Keine Schuldvorwürfe mehr gegen andere. Stattdessen Selbstbesinnung, Selbstkorrektur und unbedingtes Vertrauen, dass dieser Weg Gottes Weg ist, die "rechte Straße" (Psalm 23) auf der er mich führt.
     Puh, das ist anspruchsvoll. Denn jetzt habe ich nichts mehr, worauf ich mich hinausreden könnte. Keinen, auf den ich Schuld schieben könnte. Stattdessen muss ich selbst die komplette Verantwortung für mein Leben übernehmen, mich selbst ändern, wenn ich will, dass sich in meinem Leben etwas ändern soll. Stattdessen muss ich werden, was nur wenige sind: erwachsen.

Gebet: Herr, es ist zu einfach, die Schuld für das, was mir nicht passt oder nicht gelingt auf andere zu schieben. Aber dabei komme ich bei dir nicht weit. Du willst, dass ich als dein Sohn eigenverantwortlich lebe und mich bereitwillig für den neuen Weg entscheide, den du mir zeigst. Ich weiß, ich kann nicht von anderen erwarten, dass sie sich zu meinen Gunsten ändern, selber aber so bleiben wie ich bin. Ich bin es, der sich neu orientieren muss und die anderen so annehmen, wie sie sind. Dabei wirst du mir helfen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mittwoch, 8. November 2017

Auf den Schultern der Vorfahren hl

LosungHERR, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören
Jeremia 14,21 

LehrtextGott hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David, dass er Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund. Lukas 1,69.72 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Losung heute wirst du auch in der Übersetzung Martin Luthers verstehen. Aber auch den Lehrtext mit dem "Horn des Heils"??? Deshalb bringe ich ihn hier noch einmal in einer neuen Übersetzung (HFA): »Gott hat uns einen starken Retter geschickt, einen Nachkommen seines Dieners David. Damit erweist er sich unseren Vorfahren gegenüber barmherzig und zeigt, dass er seinen heiligen Bund nicht vergessen hat.« Diese Sätze spricht Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer. Und er sagt sie im Blick auf Jesus.
     Wenn Gott sich unseren Vorfahren, die längst tot sind, heute barmherzig erweist, dann kann das nur heißen, dass er seine Zusagen eingehalten hat und sie nicht umsonst geglaubt und gehofft haben. Wir leben auch von ihren Gebeten. Wir stehen, auch was den Glauben angeht, auf ihren Schultern und unsere Kinder und Enkel auf unseren? Doch was wird mit ihnen sein, wenn sie nicht mehr glauben wollen oder können. Auch sie werden mit unseren heutigen Gebeten und unserem Glauben gesegnet sein. Gott hat bis zu diesem Augenblick den Treuebund nicht aufgehoben, den er schon in biblischer Zeit mit unseren Glaubensvorfahren geschlossen hatte. Er bleibt uns auch heute treu - und morgen auch unseren Nachkommen. Denn Gott ist kein wankelmütiger Mensch. Er macht seine Treue nicht abhängig von unserer Treue. Auf ihn ist Verlass zu jeder Zeit, auch jetzt und morgen noch.

Gebet: Herr ich danke dir für meine Vorfahren, durch die das Leben und der Glaube auch zu mir gekommen ist. Ich danke dir für die Gebete meiner Eltern und Großeltern, die sie für mich gesprochen haben. Und ich bitte dich, dass du durch meine Gebete auch meine Kinder und Enkelkinder segnest. Ich vertraue sie dir an. Und wenn es dir gefällt, wirst du eine Tür zu ihnen finden. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 7. November 2017

Vom Harnisch, vom Bärenfell und vom Geist der Besonnenheit hl

LosungWer den Harnisch anlegt, soll sich nicht rühmen wie der, der ihn abgelegt hat. 1.Könige 20,11 

LehrtextEin jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist. Jakobus 1,19-20 

Liebe Leserin, lieber Leser,

     das Losungswort mit dem „Harnisch“ (Rüstung) war unter den alten Israeliten ein geflügeltes Wort. König Ahab antwortete damit dem großmäuligen König Ben-Hadad aus Syrien, der gegen ihn Krieg führte. Und Ahab gewann die Schlacht. Du und ich, wir müssen nicht Krieg führen. Gott sei Dank. Darum haben wir zivile Sprichwörter für die selbe Sache wie »Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben« und »Man soll das Fell des Bären nicht verteilen bevor er erlegt ist.« Diese Sprichwörter bewahren uns, den Mund zu voll zu nehmen und dann doch nicht halten zu können, was man versprochen hat. Auch wenn diese Lebensweisheiten vordergründig mit dem Glauben nichts zu tun haben, sind sie doch nützlich. Sie bewahren mich vor Blamage und Enttäuschung und raten zur Vorsicht.
     Auch der Lehrtext geht in diese Richtung. Ich habe mir schon manches Mal die Zunge verbrannt, weil ich zu vorschnell war mit meinem Urteil oder mich zu rasch in Harnisch habe bringen lassen statt erst mal zu hören und gelassen zu bleiben. Besonnenheit aber ist eine Geistesgabe, um die ich Gott bitten kann und die er mir dann auch nicht verwehrt: »Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.« (1. Tim. 1,7)

Gebet: Herr, du kennst mich. Du weißt, dass sich ein emotionaler Mensch bin. Ich danke dir auch für die Gefühle, die ich empfinden kann. Ohne sie wäre ich arm, ja tot. Aber ich bitte dich auch, dass ich besonnen damit umgehen kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Montag, 6. November 2017

Mut zum Leben hl

LosungDer HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unausforschlich. Psalm 145,3

LehrtextIn Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllt durch ihn, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist. Kolosser 2,9-10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

welcher Geist ist denn in dich gefahren? Ich will es dir sagen, nicht mit eigenen Worten, sondern mit denen der Bibel, mit Losung und Lehrtext heute:

Der HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unausforschlich. Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Er hält alle, die da fallen, und richtet auf, die niedergeschlagen sind. In seiner ganzen Fülle wohnt er in Jesus Christus leibhaftig. In ihm ist er zu finden.
Deshalb lebt Gott auch in euch, die ihr mit Christus verbunden seid. Er, der Herr über alle Mächte und Gewalten.

Sein Geist ist es, der in dich gefahren ist. Er selbst. Er lebt in dir, der alles beherrscht und in der Hand hat: die guten und die bösen Mächte. Dein Leben und dein Sterben. Deine Freude und deine Angst. Deine Kraft und dein Versagen. Deine Einsamkeit und deinen Glauben. Und weil das so ist, habe Mut zum Leben. Habe Mut, dich gegen das Böse zu wehren in dir und außer dir. Habe Mut, Gott zu vertrauen und deine Mitmenschen zu lieben. Und habe Mut, ihn um solchen Mut zu bitten.
Gebet: Herr, du bist nicht irgendein Gott, nicht irgendeine Macht oder Kraft, nicht irgend ein Geist oder eine Idee. Du bist es, der sich mir in Jesus zeigt. In ihm kommst du zu mir und wohnst in mir. Ich weiß, ich bin ein schwacher Mensch. Ich weiß aber auch aus deinem Wort, dass  du in den Schwachen mächtig bist. Mit dir werde ich überwinden, was mich niederwirft. Mit dir werde ich immer wieder aufstehen und weiterleben, solange es dir gefällt. Du machst mir Mut zum Leben. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Sonntag, 5. November 2017

Wirf die Krücken weg! (Predigt) hl

Predigt zu den Seligpreisungen

Liebe Freunde,

im Juni war ich mit einer Gruppe von 16 Personen in Israel und Palästina. Und wieder hat mich dieses Land fasziniert wie schon zuvor, besonders der Berg der Seligpreisungen am Nordufer des Sees Genezareth. Oben steht eine Kirche, die vom katholischen Orden der Franziskanermönche gebaut worden ist. Drumherum hat man einen schönen Park angelegt mit Palmen und blühenden Sträuchern. Trotz der vielen Touristen ist das immer noch eine Oase des Friedens, wenn man von oben auf den See hinunterblickt und die Dörfer, die an seinem Ufer liegen.
Hier oben also soll es gewesen sein. Hier soll Jesus seine berühmte Bergpredigt gehalten haben. Am Anfang seiner Predigt stehen die acht Seligpreisungen. Für mich sind sie Worte aus einer anderen Welt und doch alles andere als weltfremd. Jesu Zuhörer damals waren einfache Leute aus den Dörfern: Fischer, Bauern, Arbeitslose, Handwerker, Bettler, Gesunde und viele Kranke, Junge und Alte, Traurige und Fröhliche. Solche, die keinen Einfluss hatten auf das Weltgeschehen, die eher am Rand der Gesellschaft standen. Für sie war Jesus da. Und er sagte ihnen, wer nach seinen Maßstäben glücklich und selig genannt werden kann.
Seine Worte wirken bis heute nach. Wenn ich mir zum Beispiel einen Kaffee mache, frage ich normalerweise meine Frau, ob sie auch eine Tasse will. Aber vor kurzem habe ich mich über sie geärgert – ja, das soll‘s geben –, und nur so viel Kaffeepulver in den Filter gegeben, wie für meine Tasse nötig war. ‚Soll sie sich doch ihren Kaffee selber machen‘, dachte ich mir. Aber dann dachte ich mir auch, dass ich doch am Sonntag über die Seligpreisungen predigen würde und damit auch über die innere Einstellung, von der Jesus spricht. Da habe ich mich ein bisschen geschämt und schnell noch weiteres Kaffeepulver hinzugetan, damit es wieder für zwei Tassen reicht. Gut, das ist nur eine Kleinigkeit. Und auch das, woran ich mich bei der Vorbereitung erinnert habe, ist eine Kleinigkeit: Als ich Pfarrer in Röthenbach an der Pegnitz war, sagte mir ein junger Mann, dass diese Worte von Jesus seinen Vater so sehr berühren, dass er Tränen in den Augen hat, sooft er sie hört. Doch, die Seligpreisungen wirken bis heute, oft nur im Kleinen, aber sie wirken.
Auch für mich sind es Worte aus einer anderen Welt. Sie sind das Gegenprogramm dazu, was sonst hier gilt. Sie stellen die herrschende Meinung infrage, dass alles immer noch schöner, schneller, reicher, größer und attraktiver sein muss. Dass nur der etwas gilt, der leistungsstark und durchsetzungsfähig ist. Die Seligpreisungen sind Sand im Getriebe unserer Zeit.

Gleich die erste Seligpreisung ist die wichtigste, wenn Jesus sagt: »Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich« In diesem Wort geht es um den Kern des Glaubens. Aber wie ist das zu verstehen? In unsere heutigen Sprache heißt es: „Selig, ja glücklich zu preisen ist, wer mit leeren Händen vor Gott steht. Er bekommt alles von ihm.“

Ich werde zu diesem Wort gleich mehr sagen. Doch zuvor will ich die anderen sieben Seligpreisungen auslegen. Jesus spricht hier von der inneren Einstellung, die ein Mensch hat, der selig und glücklich zu nennen ist. Es geht ihm darum, dass ich eine Haltung habe, genauer, dass ich als ein Mensch lebe, der sich von Gott bedingungslos geliebt weiß und ihn und seine Mitmenschen wieder liebt.
Doch dazu bin ich nur ansatzweise in der Lage. Immer wieder kommen mir meine negativen Gefühle in die Quere und meine persönlichen Interessen. Jesus aber konnte das. Er ist der Mensch der Seligpreisungen. Auf ihn trifft in erster Linie zu, was sie sagen. Darum schaue ich auf ihn und nehme ich mir ihn als Beispiel, wenn er sagt:

»Selig sind, die Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden«. Damit sind gemeint, denen ein persönliches Leid das Herz beschwert, aber auch die, die unter dieser heillosen Welt leiden, unter Zerstörung und Krieg, Flucht und Unterdrückung. Nein, das Böse wird nicht das letzte Wort haben, sondern Gott.

»Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.« Im Umkehrschluss heißt das: Die werden die Erde verlieren und damit auch ihre Lebensgrundlage, die sie in maßloser Gier ausbeuten, sich ihrer mit Gewalt bemächtigen und rücksichtslos sind gegenüber Mensch und Tier. Doch die Sanftmütigen und Behutsamen sollen eine Zukunft haben.

»Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.« Gerecht, liebe Freunde, sind wir, wenn wir einander gerecht werden. Wenn wir verstehen, warum der andere so ist, wie er ist, ihn so annehmen wie er ist und ich ihn nicht gleich wieder so haben will, wie ich das möchte. Letztlich aber wird nur Gott dir und mir gerecht, weil nur er uns durch und durch kennt und versteht.

»Selig sind, die barmherzig sind; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.« Damit spricht Jesus von denen, die ein Herz haben für andere, für Menschen wie für Tiere. Die Mitleid spüren. Die warmherzig und nicht hartherzig sind. Gott hat auch für sie ein Herz.

»Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.« Als Kind habe ich gebetet: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein.“ Heute weiß ich, dass ich mich nicht selbst weißwaschen kann. Ich lebe von Gottes Vergebung, ständig. Das befreit mich, dass ich ohne schlechtes Gewissen in seiner Gegenwart sein und ihm unter die Augen treten kann.

»Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.« Zum Frieden fähig ist, wer selbst Frieden hat und mit Gott in Frieden lebt. Wer auf Gewalt verzichtet und sich für Versöhnung einsetzt. Ein solcher Mensch ist, so sagt es Jesus, ein Sohn oder eine Tochter des Höchsten.

»Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.« Hier geht es nicht um die Gerechtigkeit der Menschen und schon gar nicht um meine Selbstgerechtigkeit. Es geht darum, dass ich Gott recht bin. Und das bin ich, wenn ich alles von ihm erwarte und mich nicht mehr abhängig mache vom Willen der Menschen oder meiner Kraft. Dann hat niemand mehr Macht über mich, weder die Gesellschaft noch die Politik noch die Kirche oder sonst wer. 

Dieser Glaube ist das Ende aller Religion, aller Versuche, auf Gott in irgendeiner Weise einzuwirken, ihn für meine Zwecke einzuspannen. Ich kann nichts tun, um Gott recht zu sein, weil er das längst für mich getan hat. Alles, was ich im Glauben tue wie Beten, Gottesdienste besuchen, in der Bibel lesen, Lobpreislieder singen, Kerzen anzünden, wallfahren, beichten, Weihnachten und Ostern feiern dient nur dem Zweck, mich zu vergewissern, dass Gott in Bethlehem und auf Golgatha bereits alles für mich getan hat. Was auch immer man in der evangelischen und in der katholischen Kirche so tut, muss dazu dienen, mich zu vergewissern, dass ich Gott recht bin, dass er mich liebt, dass er mir gibt, was ich brauche und ich ihm dafür danke.
Jesus hat mit dieser Seligpreisung den ganzen Religionsbetrieb infrage gestellt. Seitdem sind die Hohenpriester und Bischöfe, die Theologen und Pfarrer nicht mehr nötig, um zwischen Gott und den Menschen zu vermitteln. Sie haben keine Macht mehr über die Seelen, sondern sollen den Menschen auf ihrem Glaubensweg dienen und sie begleiten. Diese Entmachtung des Tempels und der Kirche hat Jesus das Leben gekostet. Wer gibt schon kampflos seine Privilegien auf und seine Macht ab? Darum hat man ihn gekreuzigt und die bekämpft, die ihm darin gefolgt sind und folgen.

Und damit zurück zur ersten Seligpreisungen, der wichtigsten von allen: »Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.« Ja sie sind glücklich und selig zu preisen. Und warum?
[HL stützt sich auf ein Paar Krücken]
Wie, liebe Freunde, kann ich mit leeren Händen vor Gott stehen, wie also kann ich Jesus zufolge glücklich und selig sein, wenn ich mich an Krücken festhalten muss und mich so durchs Leben schleppe? Aber muss ich das wirklich? Sind es nicht meine Angst und mein Stolz, woran ich mich klammere?
Die Antwort auf diese Fragen gibt mir Gott selbst durch die Bibel. Er sagt: „Lass alles los, wenn du zu mir kommst. Unter den Menschen magst du erfolgreich sein mit deinen Leistungen, mit deiner Frömmigkeit, mit deinem Lebenswandel. Mich beeindruckst du damit nicht. Was wolltest du mir denn geben, das ich dir nicht ohnehin gegeben habe? Du hast nichts in diese Welt gebracht. Darum wirst du auch nichts hinausbringen. Nackt bist du aus dem Leib deiner Mutter gekommen. Nackt wirst du wieder dahinfahren. Nackt stehst du vor mir. Und wenn du das schönste Kleid dieser Welt anziehst, ich beachte es nicht. Ich bin es, der dich kleidet mit meiner Freundlichkeit und Güte. Ich bin es, der deine leeren Hände füllt mit allem, was du brauchst. Ich bin es, der dich führt und trägt, der dich segnet und behütet, der dir vergibt und dich rettet. Ich bin so, weil ich Gott bin. Ich rechne nicht auf und rechne nicht ab und rechne dir nicht deine Versäumnisse vor wie Menschen tun. Ich liebe dich, bedingungslos, ohne dass du etwas dafür tun könntest.“
So, liebe Freunde, so kann ich, so kannst du deine religiösen und moralischen Krücken wegwerfen [HL wirft die Krücken weg] und aufrecht vor Gott stehen, mit leeren Händen und einem leeren Herzen. Er wird deine Hände mit Segen füllen und dein Herz mit Liebe. Damit dies geschehen kann, glaube ihm, was er sagt und vertraue, dass er‘s auch tut.
Und dann sage ihm:

Gebet: „Ja, Herr, so ist es. Ich lasse los, was mir in dieser Welt Sicherheit verspricht und halte mich an dich, denn du hältst mich. Du hältst mich in meinen guten und in meinen schlechten Zeiten. Ich weiß ja, dass ich in einer Welt voll Schatten und Licht lebe zu der auch das Leiden gehört. Darum lasse ich meine falschen Sicherheiten los und hänge ich mich an dich. So bin ich frei und unbeschwert und lebe die Zeit, die du mir gibst, voll Zuversicht. Du bist mein Licht. Wovor sollte ich mich fürchten? Du bist die Kraft meines Lebens. Wovor sollte ich Angst haben? Ich bin dein und du bist mein. Das bleibt, was immer auch kommen mag.“

Das, liebe Freunde, ist aus meiner Sicht evangelischer Glaube. Er gipfelt in dem Satz, den Martin Luther am Ende seines Lebens sagte: »Wir sind Bettler, das ist wahr.« Ja, vor Gott sind wir Bettler. Vor ihm stehen wir mit leeren Händen. Ihm können wir nichts geben. Denn alles, was wir sind und haben, kommt von ihm. Amen

Musik

Liebe Freunde, ich möchte mit euch auf die Seligpreisungen antworten, indem wir gemeinsam das Glaubensbekenntnis von Martin Luther sprechen:

»Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde.
Ich setze mein Vertrauen in keinen Menschen auf Erden, auch nicht in mich selbst,
auch nicht in meine Kraft, Können, Besitz, Frömmigkeit oder was ich sonst habe.
Ich wage und setze mein Vertrauen allein in den unsichtbaren, unbegreiflichen, einzigen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat und allein über alles Geschaffene herrscht.
Ich glaube nichtsdestoweniger an Gott,
ob ich auch von allen Menschen verlassen oder verfolgt wäre.
Ich glaube nichtsdestoweniger an Gott,
ob ich auch arm, unverständig, ungebildet und verachtet bin oder nichts besitze.
Ich glaube nichtsdestoweniger an Gott, ob ich auch ein Sünder bin.
Ich vertraue beständig auf ihn, wie lange er auch auf sich warten lässt.
Weil er denn Gott ist, so weiß er, wie er's mit mir aufs Beste machen soll.
Und weil ich daran nicht zweifle und setze mein Vertrauen auf ihn, so bin ich gewiss sein Kind und mir wird geschehen, wie ich glaube.« Amen


Revidiert und gekürzt von Hans Löhr, Weimarer Ausgabe Band 6 S.215, 23-216, 29

Samstag, 4. November 2017

Geteilt durch zwei hl

LosungHERR, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht
Psalm 21,14 

LehrtextWovon das Herz voll ist, davon redet der Mund! Lukas 6,45 

Liebe Leserin, lieber Leser,

     wovon ist dein Herz jetzt voll? 
Vielleicht ist es ja sogar leer, weil du erschöpft bist. Dann gönne ihm eine Pause und ruhe dich aus bis deine Akkus wieder voll sind. 
     Vielleicht ist es voll Zorn oder Enttäuschung, Sorgen oder Angst. Dann lass das raus. Sprich es aus. Sage deinem Gott, was du auf dem Herzen hast. Sag es ihm am besten laut. Und wenn du dabei schreien musst, ist es auch gut. Hauptsache, du schluckst nicht alles runter und machst dir damit dein Leben schwer. Und manches Mal ist es besser, die negativen Gefühle erst mal vor Gott rauszulassen als vor den Menschen. Er versteht dich, auch wenn er dir nicht in allem Recht gibt genausowenig wie mir und hilft, dass du dich beruhigen kannst.
     Vielleicht ist dein Herz aber auch voll Freude und Dankbarkeit. Dann sage auch dies deinem Gott. Zeige ihm deine Freude. Singe, summe, pfeife ihm eine Melodie. Denn, um jenes alte Sprichwort wieder mal zu bemühen, das einfach stimmt: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteilte Freude ist doppelte Freude.
     Schön, wenn du einen vertrauten Menschen hast, mit dem du alles teilen kannst. Er ist ein Gottesgeschenk. Aber ein solcher Mensch ist rar und steht, trotz Handy, nicht immer gleich zur Verfügung. Doch Gott schon. Frage also nicht lang, ob er dich wirklich hört und wie und ob er dir helfen wird. Öffne ihm dein Herz und deinen Mund und sprich aus, was dich bewegt. Es wird dir gut tun.
     Und wenn du vor einer Herausforderung stehst, die über deine Kräfte geht, dann sprich wie König David in der Losung und sage: 

Gebet: Erhebe dich, Herr, und zeige meinen Problemen deine Macht. Kämpfe meinen Kampf. Überwinde, was gegen mich steht. Auch ich will mich anstrengen, aber mehr noch vertrauen, dass ich mit dir bestehe. Amen   

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Freitag, 3. November 2017

Warum? hl

LosungHERR, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not? Psalm 10,1 

LehrtextJesus rief laut am Kreuz: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Markus 15,34 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich habe zur Zeit keinen Grund zu jammern oder mich zu beklagen. Nun, ein paar Kleinigkeiten gibt es immer, die nicht passen. Aber es sind Kleinigkeiten. Und in dieser Verfassung lege ich für den heutigen Tag Losung und Lehrtext aus. Wahrscheinlich würde ich andere Worte finden, würde es mir richtig schlecht gehen. Manchmal ist es aber auch ganz gut, nicht unmittelbar betroffen zu sein. Etwas Abstand hilft den Überblick zu behalten und das eine oder andere klarer zu sehen.
     In unserem Land ist es Mode geworden, sich Buddha-Statuen in den Garten oder in die Wohnung zu stellen. Da sitzt er dann also, der Erleuchtete, im Lotussitz mit überkreuzten Beinen und dem berühmten Buddha-Lächeln im Gesicht. Stimmt schon, das ist cooler als ein Kruzifix, an dem der sterbende Jesus hängt. Doch wie geht es den Anhängern und Sympathisanten Buddhas mit ihm, dem ewig Lächelnden, wenn es ihnen so richtig dreckig geht? Ich weiß es nicht. Aber das weiß ich, dass gläubige Christen in ihrem Leid Trost finden, wenn sie auf den Gekreuzigten schauen. Da sehen sie einen, der nicht lächelnd über allem schwebt, fern von den Menschen und ihren Nöten. Einen, der gleich ihnen weiß, was Leiden und Sterben bedeutet. Der geweint hat wie sie weinen. Der Angst gehabt hat wie sie Angst haben. Der gelitten hat wie sie leiden, und der in seiner größten Not gefragt hat wie sie fragen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
     Gerade dann, wenn Gott ferne steht (Losung), kommt Jesus nahe. Und er kommt nicht als Besserwisser oder Glaubensprüfer. Er kommt in menschlicher Gestalt als einer, der mit seinen Menschenbrüdern und -schwestern solidarisch ist. Der dich und mich in unserer Not versteht, ohne dass wir ihm viel erklären müssen. Der bei mir aushält bis zuletzt und auch mein Leiden aushält, ohne sich abzuwenden wie Menschen tun, die den Anblick eines Leidenden nicht lange ertragen können. Nein, auch Jesus wendet nicht alle Not. Er hat es am eigenen Leib gespürt, dass in dieser Welt auch das Leiden wie das Sterben ein Teil des Lebens ist. Aber er hat mir auch gezeigt, worauf es dann ankommt und was das Leben bis zuletzt sinnvoll und lebenswert macht: Liebe bis zum letzten Atemzug. Ich glaube, wir, denen es zur Zeit gut geht, leben auch von der Liebe der Leidenden und Sterbenden. Sie sind unsere Lehrer. Und der gekreuzigte Jesus ist unsere Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern das Leben in Gott.
     Aber was ist nun mit der Frage aus der heutigen Losung? Warum verbirgt sich Gott zur Zeit der Not? Ich weiß es nicht. Auf solche Warum-Fragen habe ich keine Antwort. Aber ich glaube und hoffe, dass er sich in dem Gekreuzigten verbirgt und mir in ihm nahe kommt.
     Noch Vieles wäre zu Losung und Lehrtext heute zu sagen. Ich möchte am Schluss nur noch einen Gedanken hinzufügen: Ja, Menschen, die leiden, fragen zurecht: Warum ich? Warum hat Gott mich verlassen? Ich will ihnen diese Fragen nicht ausreden. Wer bin ich denn, dass ich das dürfte? Aber ich möchte zu bedenken geben, dass auch wir, die wir zurzeit keinen Grund zum Jammern haben, mal fragen könnten: Warum nur, Gott, lässt du es mir gut gehen? Wozu?

Gebet: Herr, einmal ist es soweit, dann muss ich mich in Geduld üben und ertragen lernen, was getragen werden muss: Schmerzen und Angst, Abschied und Sterben. Stärke mich dann in dem Glauben, dass du bei mir bist und mich, mit allem was ich ertragen muss, trägst wie der gute Hirte sein Schaf und mich durch das finstere Tal nach Hause bringst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Donnerstag, 2. November 2017

Ans Licht glauben auch wenn es noch dunkel ist hl

LosungSagt den verzagten Herzen: »Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott!« Jesaja 35,4 

LehrtextDas ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen. 1.Timotheus 1,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

soll ich die Zeitung abbestellen, keine Nachrichten mehr hören und keine Tagesthemen mehr ansehen? Soll ich davor die Ohren verschließen, wie sich seriöse Wissenschaftler zu unseren mittelfristigen Überlebenschancen auf dem Planeten Erde äußern?Ja vielleicht sollte ich das tun bevor ich depressiv und hoffnungslos werde. Aber ob ich dann das ungute Gefühl abschütteln kann, das sich jedesmal einstellt, wenn es um unsere Zukunft geht, vor allem um die meiner Kinder und Enkel?
     Manche verbreiten einen etwas verzweifelten Zweckoptimismus, wie jener Mann, der aus dem 80. Stockwerk fällt und beim zehnten denkt: 'Na bis jetzt ist es doch gut gegangen.' Nein, ein solch platter Optimismus hilft mir nicht und erst recht nicht die Beschwichtigungen derer, die mit ihrer Gier zur Katastrophe beitragen. Aber was dann?
     Der Prophet Jesaja tröstet die demoralisierten Juden, die in der Verbannung in Babylon festgehalten werden mit dem Satz aus der heutigen Losung. Noch hat sich an ihrer elenden Situation nichts geändert. Noch sehen sie keinen Silberstreif am Horizont. Noch herrscht nach wie vor schwarze Ausweglosigkeit. Aber wie ein Vogel, der schon singt, obwohl es noch finster ist, spricht der Prophet vom Licht und sagt: 
     ‚Schaut nicht auf die Leiden der Vergangenheit. Schaut nicht auf das Elend der Gegenwart. Schaut nach vorn, auf Gott. Die Herren, die jetzt über euch herrschen, müssen gehen. Gott aber kommt. Er hat die Zeit in der Hand und die Macht, sie zu euren Gunsten zu ändern. Und es wird die Zeit kommen, in der alles anders sein wird als jetzt. Da werdet ihr euch freuen und jubeln über Gott, der euer Schicksal wendet.‘
     Ich weiß nicht, wie viele damals dem Propheten Glauben geschenkt haben. Aber einige müssen es doch gewesen sein, weil sie sich diese Worte gemerkt und später sogar aufgeschrieben haben. So sind sie in die Bibel gekommen als Zeugnis dafür, dass Gott seine Menschen nicht im Stich gelassen und ihre Lage zum Guten verändert hat.
     Gott kommt zu Hilfe. Und er kommt auch dann, wenn für uns alles aussichtslos zu sein scheint. Das ist die Glaubenserfahrung der Menschen der Bibel. Das ist es, was auch mich heute wieder ermutigt und tröstet. Ja, ich weiß, dass ich die Hände nicht in den Schoß legen und darauf warten darf, bis Gott etwas zu meinen Gunsten tut. Ich soll mich jetzt an meinem Platz mit meinen Möglichkeiten und meiner Kraft für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Ich soll das gemeinsam mit anderen tun. Doch Gott wird auch das Seine dazu tun, dass die Menschen nicht weiter an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen. Ich weiß nicht wann und wie er das machen wird. Wahrscheinlich ist er längst am Werk und zählt dabei auf dich und mich.
     Gott kommt zu Hilfe und macht es hell egal wie dunkel es noch ist. Das kann ich nicht beweisen, aber glauben. Doch dieser Glaube ist wirksam. Mit ihm überwinde ich Depression und Hoffnungslosigkeit. Was sonst sollte mich den zuversichtlich machen? Die Menschen sind es nicht. Die Sternbilder auch nicht. Und erst recht nicht der Zufall. Er ist es, von dem der Lehrtext sagt: Christus ist in die Welt gekommen und kommt auch heute noch, um die zu retten, die versagt haben.

Gebet: Herr, du bist nicht gefangen in den Geschichten der Vergangenheit, sondern kommst aus der Zukunft zu mir. Das hilft mir, immer wieder nach vorn zu schauen, ob ich mir gleich Sorgen um mich selbst machen muss, meine Lieben oder um unser aller Zukunft. Du wirst meine Hoffnung nicht enttäuschen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mittwoch, 1. November 2017

Gott, mein Arzt hl

LosungMeint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht? Hiob 13,9 

LehrtextDas Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Hebräer 4,12 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich kann mir selber was vormachen und mir in die eigene Tasche lügen. Aber Gott kann ich nichts vormachen (Losung). Er fragt mich: „Stimmt das Bild, das du dir von dir selbst machst, wirklich? Bist du tatsächlich so, wie du dich nach außen gibst? Trittst du deinen Mitmenschen ungeschminkt gegenüber oder trägst du eine Maske, hinter der sich dein wahres Ich verbirgt, deine wahren Absichten?“
     Nun gut, Ich kann und will meinen Mitmenschen nicht mit größtmöglicher Offenheit entgegentreten. Einerseits will ich mich selber schützen und mein Herz nicht auf jeden Tisch legen. Andererseits will und soll ich mich gegenüber anderen zusammenreißen und ihnen die Wahrheit nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren schlagen. Ich will sie ihnen wie einen Mantel hinhalten, in den sie gern hineinschlüpfen. Und dafür gibt es eine Art Faustregel, die besagt: ‚Man soll nicht alles sagen , was wahr ist. Doch was man sagt, soll wahr sein.‘ Aber ehrlich gesagt, ich bin so ein Typ, der manchmal ziemlich direkt sein kann und andere damit verletzt.
     Gott gegenüber brauche ich keine Faustregeln und keine Samthandschuhe. Und erst recht keine Maske. Er kennt mich durch und durch. Und darüber bin ich froh. Wenn ich zum Arzt gehe, möchte ich auch, dass er meinen Gesundheitszustand so genau wie möglich kennt. Und wenn mein Blinddarm entzündet ist oder die Mandeln oder wenn ich gar einen Tumor habe, dann soll er mit seinem Skalpell schneiden und das kranke Gewebe entfernen.
     So sehe ich auch Gott. Er ist, wie die Bibel sagt, mein Arzt (2. Mose 15,26). Sein Wort deckt auf, was in und mit mir nicht in Ordnung ist (Lehrtext), nicht um mich dann fertig zu machen, sondern um mich zu heilen. So hilft er mir gegen so üble Krankheiten, die „Selbstgerechtigkeit“ oder "Egoismus" heißen. So öffnet er mir die Augen für die Wirklichkeit, wenn ich mich habe blenden lassen. Aber es ist bei ihm wie bei einem Menschen-Arzt: Ich muss ihn an mich heranlassen und bereit sein, auch eine unangenehme Wahrheit über mich zu hören. Ich muss auch dazu bereit sein, ihm mein Versagen und meine Schuld zu bekennen und ihn um Vergebung zu bitten. Aber dazu, liebe Leserin, lieber Leser, bin ich nur bereit, weil ich ihm ganz und gar vertrauen kann.

Gebet: Herr, du bist mein Arzt. Du kennst mich und weißt, wo du mir helfen musst. Ich brauche dich, wenn ich ein Problem habe, sei es mit meinem Körper oder mit meiner Seele. Du hilfst mir auch durch die Kunst der Ärzte und der Medizin. In deinem Licht erkenne ich die Wahrheit über mich. Doch davor muss ich nicht erschrecken, weil ich darauf vertraue, dass du mich heilst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 31. Oktober 2017

All you need is love - Alles, was du brauchst, ist Liebe hl

LosungLass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. Psalm 34,15 

LehrtextNehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre. Römer 15,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Tut Gutes!", heißt es heute in der Losung. Das sagt sich so leicht. Aber was ist das genau, das Gute? „Sind wir uns halt wieder gut“, sagt die Frau zu ihrem Mann nach einem Streit - oder er zu ihr. Offenbar heißt „gut sein“ auch, miteinander gut auskommen und im Frieden leben. Kannst du zustimmen, wenn ich sage: Im Frieden leben heißt, dass sich nicht einer auf Kosten des anderen durchsetzt, sondern jeder immer wieder ein Stück zurücksteckt. Dass man nicht auf seinen Maximalforderungen besteht, sondern den Kompromiss sucht, mit dem beide leben können, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Und das bedeutet natürlich auch, miteinander im Gespräch zu bleiben, sich auch mal auf die Zunge zu beißen und den einen oder anderen aufkommenden Ärger wieder runter zu schlucken. Den »Frieden suchen und ihm nachjagen« (Losung), das muss ich schon wollen und dafür muss ich eben auch etwas tun. 
     Das gilt nicht nur in der Partnerschaft oder in der Familie. Das gilt auch am Arbeitsplatz, in der Kirchengemeinde und in der Politik. Auch der Friede zwischen Staaten mit unterschiedlichen Interessen ruht auf der Bereitschaft zum Kompromiss und darauf, dass man immer wieder miteinander redet, gerade dann, wenn es Probleme gibt. Die beste Voraussetzung für den Frieden im Kleinen wie im Großen ist, wenn es für beide Seiten eine WIN-WIN-Situation gibt, wie es neudeutsch heißt. Wenn also beide dem Kompromiss etwas Gutes abgewinnen können und niemand als Verlierer den Schauplatz verlassen muss.
     Dazu gehört auch, was der Apostel Paulus in seinem Brief an die Christen in Rom schreibt (Lehrtext). Er fordert sie und somit auch mich auf, den anderen erst einmal so anzunehmen, wie er ist und ihn nicht schon wieder anders haben zu wollen. Wer Kinder in der Pubertät hatte, weiß, dass das der Königsweg zu einem gedeihlichen Miteinander in der Familie ist. Natürlich hätte ich gerne, dass mein Sohn oder meine Tochter so ist, wie ich mir das vorstelle. Aber meine Eltern hätten das auch gern gehabt und mussten Geduld mit mir haben so wie ich mit meinen Kindern. Sie sind nun mal nicht ich. Gott weiß, warum er sie als einzigartige Menschen geschaffen hat, die eben so sind wie sie sind. Und er weiß auch, was einmal aus ihnen wird, wie sie sich entwickeln werden, was noch alles bei ihnen zum Vorschein kommt.
     Von Jesus Christus glaube ich, dass er mich auch heute noch so annimmt, wie ich bin trotz meiner Schwächen und meines Versagens. Aber das habe ich jetzt falsch ausgedrückt. Nicht „trotz“, sondern wegen meiner Schwächen und meines Versagens. Er weiß, dass ich seine Liebe brauche. Er weiß, dass ich mich nur dann positiv ändern kann, wenn er mich annimmt und mir den Rücken stärkt. 
     Das heißt in der Sprache des Glaubens „Gnade“. Sie gehört zu den zentralen Einsichten Martin Luthers, dessen Reformation heute auf den Tag genau vor 500 Jahren mit der Veröffentlichung der 95 Thesen begonnen hat. Er hatte In der Bibel wiederentdeckt, was solange verschüttet war, dass jeder durch Jesus von Gott angenommen ist noch bevor ein Mensch etwas dazu tun kann. Das ist die frohe Botschaft, das „Evangelium“. Und, liebe Leserin, lieber Leser, diese Botschaft ist deshalb froh, weil Gott nicht erst auf unseren Sünden herumreitet bis wird demoralisiert im Dreck liegen, um uns dann da wieder herauszuholen. Sie ist deshalb froh, weil er uns nicht nach Menschenart gönnerhaft sagt: „Ich nehme dich an trotz deiner Sünde und trotz deines Versagens". Damit würde er mir nur ein schlechtes Gewissen machen. Die Botschaft ist froh, weil sie mich froh und frei macht, weil Gott mir damit sagt: „Ich liebe dich egal, was gewesen ist, weil du mein Kind bist und bleibst. Denn alles, was du brauchst, um ein freier und froher Mensch zu sein, ist Liebe: „All you need is love!" - Immer und überall.

Gebet: Herr, das wär's, wenn ich andere so annehmen könnte, wie du mich annimmst, so bedingungslos, voraussetzungslos und vorurteilsfrei, so „voll Wärme und Licht im Angesicht“. Aber ich kann das nicht. Ich kann es deshalb nicht, weil ich ja nicht einmal mich selbst so annehmen kann. Weil ich nicht einmal mich selbst so lieben kann, wie du mich. Umso mehr brauche ich dich, dass du mich mit deiner Liebe zum Guten veränderst. Erhalte mir den Glauben, dass du das tust und ich mich darauf fest verlassen kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Nachtrag: Oh Boy, 50 Jahre ist es her, dass diese Hymne, dass "All you need is love" veröffentlicht wurde und ich damals vor dem Schwarzweiß-Fernseher saß mit einem dicken Kloß im Hals, weil mir die Beatles aus dem Herzen sangen.

Montag, 30. Oktober 2017

Worte als Geschenk hl

LosungIch will euch mehr Gutes tun als je zuvor, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Hesekiel 36,11 

LehrtextGott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Römer 8,32 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist dir eigentlich bewusst, welche Macht in deinen Worten steckt? Du kannst damit andere ermutigen und entmutigen, erfreuen und erzürnen, trösten und beleidigen. Mit dem, was du sagst, kannst du bei anderen unterschiedliche Gefühle auslösen, kannst ihre Gesellschaft gewinnen oder es dir mit ihnen verderben. Worte stehen am Anfang einer Beziehung und an ihrem Ende. Und manchmal spricht auch ein Schweigen Bände.
     Noch mal eine ganz andere Wirkung und Macht haben die Worte Gottes. Die Bibel sagt, dass er durch sein Wort die gesamte Schöpfung aus dem Nichts ins Dasein gerufen hat. Im Evangelium des Johannes heißt es dazu: »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.« 
     Jesus ist das menschgewordene Wort Gottes. Durch ihn, seinen Sohn, spricht der Vater. Und was er zu sagen hat, gilt auch dir und mir. Im Unterschied zu uns Menschen ermutigt Gott, aber er entmutigt nicht. Er erfreut, aber reizt nicht zum Zorn. Er tröstet, aber er beleidigt nicht. Er beginnt mit dir eine Beziehung und bleibt dir treu. Und wenn du an Weihnachten das Kind in der Krippe siehst, so achte darauf, was Gott dir durch das Jesuskind sagt. Es ist nur ein Satz. Der Satz aller Sätze, der im Innersten berühren und verändern kann: "Ich liebe dich!" Und Gott tut, was der Liebende dem Geliebten tut, er schenkt dir sein Herz. Er schenkt sich dir ganz. (Lehrtext)
     Von seiner Seite ist alles getan. Mehr geht nicht. Und jetzt bist du, jetzt bin ich dran: Will ich auf ihn hören? Will ich mir zu Herzen nehmen, was er zu mir sagt? Will ich seinen Worten Glauben schenken? Freue ich mich über seine Liebeserklärung und will ich sie erwidern? Viele Menschen wollen das nicht. Sie kennen den nicht, der so zu ihnen spricht. Sie überhören ihn. Aber du und ich, wir können ihn kennen. Wir müssen nur darauf hören, was Jesus sagt und darauf schauen, was er getan und wie er gelebt hat. Will ich das?
     Als die Israeliten damals das heutige Losungswort aus dem Buch des Propheten Hesekiel gehört haben, wussten sie noch nicht, worauf Gott hinaus wollte. Ja, sie sollten wieder in ihr Land zurückkehren und Jerusalem wieder aufbauen können. Das war schon viel von dem Guten, das sie sich erträumt hatten. Aber sie konnten nicht wissen, was ich wissen kann, dass Gott selbst das Gute ist, das er mir tut und schenkt. (Lehrtext) 
     Was, so frage ich mich, könnte mir denn Besseres passieren als dass Gott sich mir schenkt? Was könnte mir mehr Lebensmut machen, mehr Trost spenden, mehr Energie geben? Weil ich darauf keine Antwort weiß, will ich seinen Worten Glauben schenken und seine Liebeserklärung erwidern. Ja, ich möchte lieber mit ihm leben als ohne ihn. Das will ich. Unbedingt. 

Gebet: Herr, so wie ich mich auf dich besinne und mir bewusst mache, dass du dich mir geschenkt hast, ändert sich mein Befinden. Sofort bin ich mit meinen Lasten und Sorgen nicht mehr allein. Sogleich hellt sich meine Stimmung auf und habe ich wieder mehr Zuversicht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Sonntag, 29. Oktober 2017

Was für einen Gott will ich? Was für einen Menschen will er? hl

LosungAmos sprach: Ich bin ein Rinderhirt, der Maulbeerfeigen ritzt. Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel! Amos 7,14-15 

LehrtextWer prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. 1.Korinther 14,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,

'Tja, lieber Amos, hättest du nur mal den Mund gehalten, statt dich mit der Kirche, dem Bischof und der Regierung anzulegen. Du hättest in Ruhe weiterhin Vieh züchten und Maulbeerfeigenbäume anpflanzen können. Hättest du dir doch an deiner Privatfrömmigkeit genügen lassen, an deiner Innerlichkeit, und auf deine unverschämte Kritik an den gesellschaftlichen und kirchlichen Verhältnissen verzichtet, dann hätte Bischof Amazja nicht zu dir gesagt: „Hau ab! Verschwinde aus unserem Land!“ Aber du musstest dich ja auf Gott berufen, dass er es gewesen sei, der dir den Auftrag gegeben hat, der Kirche und dem Staat den Untergang anzukündigen. Was geht's dich an, Amos, wie wir, die Oberschicht der Gesellschaft, die Herrschenden, die Großgrundbesitzer und Kirchenleute Politik machen und die kleinen Leuten behandeln? Du meinst, Gott hätte was dagegen? Was bildest du dir bloß ein! Du hast ja noch nicht mal Theologie studiert. Wir aber haben unsere große Kirche, in der wir regelmäßig Geld sammeln, in der wir Weihrauch anzünden und in feierlichen Gottesdiensten Gebete zu Gott schicken, in der wir aus den alten Schriften vorlesen und den kleinen Leuten sagen, wie sie sich zu verhalten haben. Was brauchen wir da dich und deine Kritik?! Störe uns nicht! Halt die Klappe und verpiss dich!‘ (siehe Amos 7,10-17)
     So hatte man mit dem Propheten geredet. Wie es mit ihm, wie es mit Amos weiterging, wissen wir nicht. Aber solche Leute wie er wurden in der Regel einen Kopf kürzer gemacht. Und der, der sich 800 Jahre später auf Amos und die anderen Propheten berufen hat, wurde gekreuzigt. Er sagte: »Wehe euch, ihr Theologen (Schriftgelehrten) und Superfrommen (Pharisäer)! Ihr Heuchler! Den toten Propheten baut ihr Denkmäler. Dazu behauptet ihr noch: ›Wenn wir damals gelebt hätten, wir hätten die Propheten nicht umgebracht wie unsere Vorfahren.‹ Damit gebt ihr also selbst zu, dass ihr die Nachkommen der Prophetenmörder seid. Ja, weiter so, macht das Maß eurer Väter nur voll! Ihr Schlangenbrut!« (Matthäus 23,29-32) Tja, lieber Jesus, hättest du nur mal den Mund gehalten, dann hättest du friedlich in deinem Bett sterben können...
    Und jetzt zu mir. Welchen Jesus will ich? Welchen Gott? Den, der sich nur dafür interessiert, ob ich denn auch recht fromm bin oder den, der sich in mein ganzes Leben einmischt, in meine Innerlichkeit sowohl wie auch in mein Verhalten gegenüber anderen und in der Öffentlichkeit? Will ich einen Gott, der sich mit ein paar Lobpreisliedern begnügt, mit ein paar Gebeten und frommen Sprüchen an der Wand? Oder will ich einen, der mich auch herausfordert, da, wo ich lebe und arbeite Stellung zu beziehen, den Mund aufzumachen und die Ungerechtigkeit beim Namen zu nennen?
   Und was für einen Menschen will er? Wie will er mich? Reicht es ihm, dass ich glaube oder will er ebenso, dass ich das, was ich glaube auch lebe? Will er, dass ich die Verantwortlichen in Staat und Kirche für verantwortungsloses Verhalten kritisiere? Oder will er, dass ich erstmal Selbstkritik übe und über mich nachdenke, über den Balken in meinem Auge und den Schmutz vor meiner Tür und das Glashaus, in dem ich sitze? Oder will er beides? Was meinst du?

Gebet: Herr, ich danke dir für die Menschen, die mich mit dem, was sie mir von dir sagen, aufbauen und trösten. Ich will dir aber auch danken, wenn sie mich herausfordern, dass ich mich dort, wo es möglich ist, einsetze für den Schutz unserer Umwelt, für Menschen, die Unrecht leiden und für mehr Frieden im Kleinen wie im Großen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Samstag, 28. Oktober 2017

Befreier damals und heute hl

LosungMit fröhlichem Schall verkündigt dies und lasst es hören, tragt's hinaus bis an die Enden der Erde und sprecht: Der Herr hat seinen Knecht Jakob erlöst. Jesaja 48,20 

LehrtextEs wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen. Matthäus 24,14 

Liebe Leserin, lieber Leser,

das war der Urknall des Glaubens für die Israeliten, nicht dass da ein einziger Gott ist, der alles geschaffen hat, sondern der Menschen aus einer hoffnungslosen Lage befreit (=erlöst). Und das haben sie als Volk zweimal erlebt. Das erste Mal, als sie unter Moses aus der Sklaverei in Ägypten ausgebrochen sind und das zweite Mal, als sie nach rund 70 Jahren aus dem Exil in Babylon wieder heimkehren konnten. 
     Beide Ereignisse brachten sie im Glauben mit Gott zusammen. Darum heißt die heutige Losung im Zusammenhang: »Schnell, verlasst Babylonien, ihr Israeliten, flieht aus dem Land der Chaldäer! Singt und jubelt vor Freude! Die ganze Welt soll hören, was geschehen ist. Erzählt es überall: ›Der HERR hat Israel, das Volk, das ihm dient, befreit!« (Übersetzung: HFA) Für die Israeliten und später die Juden war und ist Gott zuallererst der große Befreier und dann auch Schöpfer. Diese Gotteserfahrung prägte auch den Glauben der ersten Christen. Denn auch Jesus war für sie der große Befreier aus einem Leben ohne Gott und Sinn, der Erlöser aus Schuld und Tod. 
     Und wie ist das heute bei dir? Ich will sagen, wie es bei mir ist. Ja, ich glaube, dass Gott auch in der Geschichte handelt und ganze Völker aus der Gewalt des Bösen befreit. Das letzte Jahrhundert hat dafür einige Beispiele parat: Die Befreiung unseres Volkes von der mörderischen Ideologie des Nationalsozialismus. Die Befreiung der Völker Osteuropas von der ähnlich mörderischen Ideologie des Stalinismus. Die Befreiung der Kambodschaner aus der Terror-Herrschaft von Pol Pot und seiner Roten Khmer. Die Befreiung der Chinesen vom radikalen Maoismus, dem ebenfalls Millionen zum Opfer gefallen sind. Die Befreiung der Südafrikaner aus der Apartheid. Die Befreiung der Völker Afrikas vom europäischen Kolonialismus und nicht zuletzt noch einmal wir Deutsche, die wir 1989 ohne Blutvergießen dem Kalten Krieg entronnen sind und unser Land wieder vereinigen konnten. 
     Das muss man nicht mit Gott zusammen bringen. Aber ich frage, womit sonst? Mit Zufall? Mit einem anonymen Weltgeist? Oder, wie es 1989 hieß, mit "Wahnsinn"? Überall, wo Menschen der Macht des Bösen entrinnen, sehe ich Gott am Werk. Und was im Großen gilt, gilt in besonderer Weise auch im Kleinen. Denn mein Glaube hängt nicht am Weltgeschehen, sondern daran, was ich ganz persönlich erlebe. 
     Und so glaube ich, wenn ich auf mein Leben zurückschaue, dass Gott mich mehrfach „von dem Bösen erlöst“ hat, wie es im Vaterunser heißt. Da hätte manche Krankheit, die ich als Kind hatte, einen ganz anderen, einen tragischen Verlauf nehmen können. Da hätte ich als junger Mensch in atheistische und gewaltbereite politische Kreise geraten können, wie der eine oder andere, der meinen Lebensweg gekreuzt hat. Manche gefährliche Situation auf der Straße hätte mich die Gesundheit oder gar das Leben kosten können. Und wenn ich nur lange und intensiv genug nachdenke, werden mir noch andere Beispiele einfallen. 
     Ja, ich kann von mir sagen, dass ich immer wieder einmal aus einer verhängnisvollen Situation erlöst worden bin. Ich kann mir das natürlich auch an die eigene Brust heften. Aber ich weiß es besser. Ich weiß, wem ich es zu verdanken habe, dass ich in keiner Katastrophe untergegangen bin. Und wenn ich heute mal nicht gut drauf bin, weil ich meine, ich hätte dies oder jenes anders machen können und sollen oder es sollte mir besser gehen als es mir ohnehin schon geht, dann halte ich mir vor Augen, was für ein treuer Hirte mein Gott ist, ob "auf der grünen Aue" oder "im finsteren Tal" (Psalm 23). Doch, ich hätte allen Grund vor Freude und Dankbarkeit laut oder leise zu singen und zu jubeln. Manchmal mache ich das auch. Ich sollte es öfter tun.
     Wenn im Lehrtext vom »Evangelium vom Reich (Gottes)« die Rede ist, dann verstehe ich darunter auch, was ich soeben geschrieben habe. Nämlich dass Gott in dieser Welt handelt und regiert, allen schlechten Nachrichten zum Trotz. Und dass er das auch in meinem kleinen Leben tut. Nein, ich verstehe viele Dinge nicht, die geschehen. Und manchmal habe ich Schwierigkeiten, sie mit meinem Glauben zusammenzubringen. Aber meine Lebens- und Glaubenserfahrung lehrt mich, dass es gut ist und mir gut tut, an Gott festzuhalten so wie er sich in Jesus gezeigt hat. Dieser Glaube hat mir bisher geholfen. Er wird es auch künftig tun, der Glaube an und das Vertrauen auf den Gott, der seit Urzeiten hilft und befreit.

Gebet: Danke, Herr, du hast Menschen oft genug aus der Macht des Bösen befreit. Darum hoffe ich für mich und alle, die mir am Herzen liegen, dass du das auch künftig tun wirst. Und wenn ich einen kleinen Teil dazu beitragen kann, so nimm mich in deinen Dienst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Freitag, 27. Oktober 2017

Im Licht des Friedens hl

LosungKommt nun, lasst uns wandeln im Licht des HERRN! Jesaja 2,5 

LehrtextIhr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. 1.Thessalonicher 5,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn es doch endlich soweit wäre, wovon schon der Prophet Jesaja vor mehr als zweieinhalb tausend Jahren gesprochen hat. Wenn doch endlich Frieden wäre auf dieser Welt, überall und für immer! Danach haben sich Menschen zu allen Zeiten gesehnt und sehnen sie sich noch. So viel sinnloses Blutvergießen in der Geschichte der Menschheit! Und wofür? Zumeist nur für die Interessen einiger weniger, die ihre Raub- und Machtgier befriedigen wollen. 
     Nein, es gibt keinen gerechten Krieg. Den hat es noch nie gegeben. Den wird es nie geben. Denn in jedem Krieg ist das erste Opfer immer die Wahrheit. Und der Vater des Krieges ist immer der Krieg. So wie zuletzt der Irakkrieg der Westmächte der Vater des Krieges des sogenannten islamischen Staates war. Und, so frage ich dich, weißt du eigentlich, warum deutsche Soldaten am Afghanistan-Krieg teilnehmen? Was sie dort wollen und sollen? „Die Freiheit unseres Landes am Hindukusch verteidigen“, wie der damalige Verteidigungsminister Struck gesagt hat? Glaubst du das? 
     Einmal, so sagt es der Prophet Jesaja, soll sich die große Sehnsucht nach Frieden in dieser Welt erfüllen. »Dann wird Gott »die Völker zurechtweisen und ihren Streit schlichten. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führenKommt nun, ihr vom Volk Gottes, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!« (Jesaja 2,3-5) Ja, einmal, wird es soweit sein, wenn Gott selbst den Streit schlichtet, wenn wir Menschen zur Besinnung kommen und uns gegenseitig ermuntern: ‚Jetzt lasst uns doch endlich alle so miteinander leben, wie Gott es will und tun, was dem Frieden dient!‘ Aber was ist bis dahin?
     Vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York steht jene berühmte Statue, wie ein Mann ein Schwert in eine Pflugschar umschmiedet. Dieses biblische Bild ist eine Mahnung und ein Sehnsuchtszeichen für alle Völker. Gestiftet wurde sie vor Jahrzehnten von der atheistischen Sowjetunion. Kaum zu glauben, aber wahr. Dieses Bild ist das Leuchtfeuer, das den Nationen den Weg aus der Finsternis der Gewalt zeigt in das Licht des Friedens, in das Licht des Herrn, wie der Prophet sagt. Auf diesem Weg zählt jeder kleine Schritt.
     Die ersten Schritte aber muss ich selbst tun. Ich darf nicht darauf warten, bis sich andere bewegen. Ich selber muss Frieden schließen mit mir und mit meinem Gott, mit meinen Angehörigen, Nachbarn und Arbeitskollegen. Ich selbst muss zuerst die Hand zur Versöhnung ausstrecken, das Wort der Vergebung aussprechen und die Bitte um Entschuldigung. Das ist schwer, aber nicht unmöglich. Wenn ich das nicht will - und der Frieden im Kleinen wie im Großen ist immer eine Sache des Wollens -  wenn ich das nicht will, wie kann ich dann von anderen erwarten, dass sie Frieden halten? Wenn ich nicht bereit bin, mein Schwert der Unversöhnlichkeit in die Pflugschar der Verträglichkeit zu schmieden, wie kann ich das von den politischen Führern verlangen? 
     Der Geist des Krieges entsteht im Kopf. Aber auch der Geist des Friedens. Gott wird einmal allen Streit schlichten, wie Jesaja sagt. Aber er braucht jetzt schon Streitschlichter, dich und mich.

Gebet: Herr, noch herrschen Krieg und Gewalt in dieser Welt. Aber schon scheint dein Licht des Friedens und zeigt den Ausweg. Lass mich ein Kind deines Lichtes sein, dass ich an meinem Ort diese Welt ein bisschen heller mache, statt nur auf die Dunkelheit zu schimpfen. Gib mir dazu deinen Geist, den Geist von Jesus. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Dienstag, 17. Oktober 2017

Notruf hl

LosungWer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden. Joel 3,5 

LehrtextKlopfet an, so wird euch aufgetan. Lukas 11,9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn du dich in einer schweren Notlage für Leib und Leben befindest, kannst du entweder die 110 anrufen, den Polizeinotruf, oder die 112, den Rettungsdienst beziehungsweise die Feuerwehr. Du kannst fest damit rechnen, dass dann Hilfe unterwegs ist, die nach einer gewissen Zeit auch bei dir ankommt. Allerdings kann auch Unvorhergesehenes passieren, zum Beispiel, dass der Rettungswagen selbst verunglückt und du dann keine Hilfe bekommst. Das ist zwar möglich, aber doch recht unwahrscheinlich.
     Doch immer kannst du Gott um Hilfe anrufen, auch wenn es dir seelisch nicht gut geht, auch wenn kein Arzt kommen würde, weil ihm deine Probleme zu unbedeutend erscheinen. Immer kannst du beten: „Herr, hilf!“ oder noch kürzer „O Gott!“. Du brauchst ihm erst nicht lang und breit zu erklären, worum es geht. Wenn du im Verkehr in eine gefährliche Situation gerätst, hast du sowieso nur noch für ein Stoßgebet Zeit. Wichtig ist nur, dass dieses Stoßgebet keine gedankenlose Floskel ist, sondern von Herzen kommt.
     Die Tageslosung heute sagt: Tu‘s, ruf ihn an in deiner Not und er wird dir helfen. Denn „der Name des Herrn“, das ist der Name Gottes, der auf Deutsch heißt „IchBinDa“ bzw. der Name Jesu, der auf Deutsch heißt „Gott hilft“. Und seine erste Hilfe ist, dass er dir Glauben gibt, um beten zu können. Damit fängt alles an. Er hilft dir auf jeden Fall. Und nichts Unvorhergesehenes kann ihn daran hindern.
     Wird er dir aber auch dann helfen, wenn du ihn längere Zeit vergessen hattest? Selbstverständlich! Schließlich ist er Gott und kein kränkbarer Mensch, keine beleidigte Leberwurst.
Also tue, was Jesus im Lehrtext sagt: Wenn du Hilfe brauchst, klopfe bei ihm an. Seine Tür steht offen für dich. Bei ihm bist du jederzeit willkommen. Sage ihm deinen Kummer, nenne ihm dein Leid, erzähle ihm, was du auf dem Herzen hast und es wird dir besser gehen, weil du darauf vertrauen kannst, dass er dir bereits hilft. Aber falls nötig, dann rufe auf jeden Fall auch noch die 110 oder 112 an. Denn auch die Polizei und der Rettungsdienst können seine Werkzeuge sein, mit denen er dir hilft.

Gebet: Herr, du bist meine erste Adresse, wenn ich in Not bin. Wenn ich dich bitte, dann weiß ich, dass Hilfe unterwegs ist. Dann muss ich nicht panisch werden, sondern kann überlegen, wie die nächsten Schritte aussehen, welche Menschen ich zu Hilfe rufen kann. Du gibst mir das gute Gefühl, dass deine Hilfe nur ein Gebet weit weg ist. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Hinweis: Die nächsten Losungsauslegungen erscheinen wieder am 27. Oktober. In der Zwischenzeit bin ich verreist. Die Losungen ohne Auslegung finden Sie hier: https://www.losungen.de/die-losungen/