Freitag, 21. September 2018

Menetekel hl

Losung: Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. 1.Mose 2,15 

Lehrtext: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Matthäus 5,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

so sollte es sein, sagt die Bibel, so hatte es Gott ursprünglich geplant, dass die Menschen in seinem Garte Eden (=Paradies) in Frieden leben und arbeiten sollen. Arbeiten im Paradies? Ja, denn für die Bibel ist das Paradies kein Schlaraffenland, sondern der Ort, wo der Mensch ein sinnerfülltes Leben führt. Dazu gehört, dass er arbeiten kann. Und arbeiten nach Gottes Weisung meint bebauen und bewahren statt ausplündern und zerstören. 
     Doch jenseits von Eden, also nach der Vertreibung aus dem Paradies, da, wo wir uns jetzt befinden, geht es anders zu als ursprünglich geplant. Ich muss das jetzt nicht darlegen. Jeder weiß oder könnte wissen (wenn er denn will), in welchem Zustand sich unsere Erde befindet und dass wir Menschen drauf und dran sind, sie als Lebensort zu verlieren.
     Jesus aber sagt im Lehrtext aus seinen Seligpreisungen, worauf es ankäme, sie zu behalten: Sanftmütig sollen wir mit der Natur und vor allem mit den Tiere umgehen, um die Erde zu besitzen. Zu seiner Zeit wusste man noch nichts von Klimawandel, Insektengiften, Massentierhaltung oder Bodenversiegelung. Aber das wusste man, dass Gier in jeder Form vernichtet und zerstört. 
     Zur Zeit wird der Hambacher Wald abgeholzt, um der Erde die klimaschädliche Braunkohle zu entreißen. Global gesehen ist das eher ein kleines Problem. Aber für mich ist es ein Symbol, wie wir uns selbst den Boden unter den Füßen wegziehen und an dem Ast sägen, auf dem wir alle sitzen. Biblisch gesprochen ist es ein Menetekel, ein Unheil verkündendes Zeichen.

Gebet: Herr, wirst du uns Menschen vor uns selbst retten? Oder müssen wir die Suppe bis auf den Grund auslöffeln, die wir uns eingebrockt haben? Nein, nicht du strafst uns, sondern wir strafen uns selbst, dass wir dein Gebot so missachten. Ich bekenne, ich sehe keinen Grund zur Hoffnung, wenn ich auf uns Menschen sehe. Darum schaue ich auf dich und bitte dich: Herr, erbarme dich über uns. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Donnerstag, 20. September 2018

Ewiges Leben? hl

​​Losung: Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf. Psalm 49,16 

Lehrtext: Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. 2.Timotheus 1,10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

mir ist der Glaube, dass ich im Tod nicht verloren gehe, näher als der Zweifel. Ich glaube, dass Gott alles, was er geschaffen hat, nicht einfach so wieder verschwinden lässt, auch mich nicht. Er wird alles vollenden wie er es von Anfang an vorgesehen hat.
     Ob in der Zeit oder in der Ewigkeit, ich bin immer in ihm, jetzt als vergänglicher Mensch im Glauben und dann als auferstandener in seiner unmittelbaren Gegenwart. Ich komme aus ihm, bin in ihm, gehe zu ihm. Ich gehöre ihm und sonst niemandem. Nichts kann mich von seiner Liebe trennen, die in Jesus Christus ist, schon gar nicht der Tod (Römer 8,38 f.). Wie das alles geschieht, wie das alles sein wird, wie man sich das alles vorzustellen hat - es interessiert mich nicht. Ich gehe davon aus, dass es so ist und überlasse die Einzelheiten meinem Gott.

Gebet: Herr, du hast mich geschaffen. Darum hast du jetzt auch die Verantwortung für mich, für mein Leben hier auf der Erde und dafür, dass ich auch nach dem Tod in dir bleibe. Mit meinem Glauben nehme ich dich in die Pflicht. Du bleibst mir treu. Denn ich bin dein und du bist mein für immer. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 19. September 2018

Sich aufregen und abregen hl

Losung: Du stillst das Brausen des Meeres und das Toben der Völker. Psalm 65,8 

Lehrtext: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. Philipper 4,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

während ich diese Losung verfasse, ist es mir egal, ob Gott „das Brausen des Meeres und das Toben der Völker stillt“ (Losung). Ich ärgere mich gerade heftig über meine beiden jüngeren Kinder. Da braust und tobt es in mir, und ich habe Mühe, wieder ruhig zu werden. Ich weiß, ich werde mich wieder abregen. Aber jetzt will ich mich erst mal aufregen. Das hilft mir, den Ärger zu verarbeiten. Nein, ich will nicht alles schlucken, will nicht zu allem Ja und Amen sagen, will nicht den Gelassenen spielen, wenn ich es innerlich nicht bin. Meine Kinder sollen ruhig merken, dass ich Emotionen habe. Auch das ist ein Zeichen, dass sie mir nicht gleichgültig sind.
     Ob Gott mich wieder besänftigt? Ich spüre ja jetzt schon, da ich dies schreibe, dass mein „Brausen“ nachlässt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass er mir sagt: „Jetzt ist es auch wieder gut.“ Naja, ein bisschen werde ich schon noch brauchen bis ich wieder runterkomme.
     Im Lehrtext schreibt Paulus vom „Frieden Gottes“. Ausgerechnet Paulus, der sich mindestens ebenso aufregen konnte wie ich. Aber vielleicht hat er gerade deswegen den Frieden Gottes so hoch geschätzt, weil er in ihm wieder zur Ruhe gekommen ist und sein Herz wieder in den Griff gekriegt hat. Für mich gehört das zu den besten Früchten des Glaubens, dass ich immer wieder neu diesen Frieden spüren kann: ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit.
     Ich schätze die Vernunft (Lehrtext) hoch. Ohne sie ist ein erträgliches Zusammenleben im Kleinen wie im Großen nicht möglich. Sie ermöglicht einen klaren Blick auf die jeweilige Situation. Sie führt aus den Aufgeregtheiten wieder heraus und lässt mich besonnen reagieren. Aber noch höher als sie schätze ich den Frieden Gottes. Denn meine Vernunft ist kühl, sein Friede aber wärmt mich. Sie scheitert daran, den Glauben zu begreifen, den man nicht vernünftig begründen, den man nur erleben kann.
     So, das Brausen und Toben in mir hat jetzt schon beträchtlich nachgelassen. Wozu doch das "Nachdenken über die Bibel" alles gut sein kann!

Gebet: Herr, du hast den Sturm gestillt als deine Jünger mit dir auf dem See waren. Du hast in ihnen den Sturm der Angst gestillt. Hilf auch mir, dass ich das, was mich innerlich aufwühlt, wieder gelassener sehen kann. Ich bin froh, dass ich Gefühle haben kann, die mich das Leben mit allen seinen Facetten spüren lassen. Ich bin dir aber auch dankbar für deinen Frieden, in dem ich wieder zur Ruhe komme. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 18. September 2018

Erst hören hl

Losung: Rede, HERR, denn dein Knecht hört. 1.Samuel 3,9 

Lehrtext: Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch. 1.Johannes 2,24 

Liebe Leserin, lieber Leser,

drei Gedanken aus Losung und Lehrtext für den heutigen Tag:
     1. Seit Jesus sind wir nicht mehr „Knechte“, sondern Kinder Gottes. Darum können wir so beten: „Rede, Vater im Himmel, denn dein Kind (dein Sohn, deine Tochter) hört.“ Zwischen ihm und uns geht es nicht wie beim Militär nach Befehl und Gehorsam, sondern danach, wie ein guter Vater zu seinen Kindern spricht. Und natürlich geht es auch darum, was er zu sagen hat. 
     2. Ich selbst ertappe mich dabei, dass ich beim Beten sehr oft drauflos rede, statt erst einmal, wie in der heutigen Losung, zu sagen: „Rede, Vater, denn ich höre.“ Und dann sollte ich das auch tun: hören, erst mal nur hören. Ja, das nehme ich mir gleich für heute vor. Schließlich habe ich es schon öfter erlebt, dass ich dann von Gott eine Antwort oder auch einen Hinweis bekommen habe, womit ich nicht gerechnet hatte. Das hat mir nicht immer gefallen, aber schließlich doch gut getan.
     3. Was der Lehrtext sagt, ist scheinbar banal: Bevor du etwas in dir hast, musst du erst etwas in dich hineinlassen. Das ist mit dem Essen genauso wie mit dem Glauben. In unserer Gemeinde hat die Arbeit mit Kindern einen hohen Stellenwert. Wir möchten, dass der Glaube in ihnen wächst. Darum erzählen die Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit die Geschichten aus der Bibel. Doch ebenso wichtig ist es, dass sie ihre eigene Glaubensgeschichte erzählen, warum Gott ihnen wichtig ist und was sie mit ihm erlebt haben. Nicht alle Kinder nehmen das in gleicher Weise auf. Aber doch bleibt bei den meisten etwas hängen. Und das ist es auch, wofür ich bete:

Gebet: Herr,  was du mir an Glauben durch andere Menschen und durch das Wort der Bibel geschenkt hast, will ich um keinen Preis mehr verlieren. Denn daraus gewinne ich jeden Tag aufs Neue Lebensmut und Zuversicht. So will ich auch weiterhin offen sein für dich und dein Wort, dass ich höre, was du mir zu sagen hast und danach lebe. Und so bitte ich dich vor allem für unsere Kinder: Öffne du ihnen die Ohren und Herzen, wenn Menschen ihnen von dir erzählen. Schenke ihnen dann den Glauben, der sie für ein ganzes Leben reich macht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Montag, 17. September 2018

Auch du bist ein Priester / eine Priesterin hl

Losung: Ich will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein. Hesekiel 37,23 
Lehrtext: Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu einem Königreich gemacht hat, zu Priestern vor Gott und seinem Vater, dem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Offenbarung 1,5-6 

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Losung zufolge bist auch du ein Priester / eine Priesterin Gottes. Dazu hat dich kein Mensch berufen, sondern Jesus Christus. Wenn du der Losung glaubst, fragst du dich vielleicht, was soll ich dann tun? Im Lied „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“ (EG 288) in Vers 5 heißt es:
Dankt unserm Gott, lobsinget ihm,
rühmt seinen Namen mit lauter Stimm;
lobsingt und danket allesamt.
Gott loben, das ist unser Amt.  
     Das also ist unser "priesterliches" Amt, deins und meins, dass wir Gott loben und ihm danken. Er zwingt uns nicht dazu, sondern freut sich, wenn wir das freiwillig und von Herzen tun. Mit unserem Lob und Dank sagen wir zugleich, dass wir ihn ehren und ihm vertrauen. Mehr können wir nicht für Gott tun. Mehr müssen wir nicht tun. 
     Aber er hat in seinem Sohn mehr für uns getan: Er hat uns gerettet (Losung) und erlöst (Lehrtext) aus unseren Sünden. Sünden. Aus unserer Gottesferne. Aus unserem Gottvergessen. Aus unserem Misstrauen. Aus unserer Herzenskälte und „von allen unseren Abwegen“ (Losung). 
     Manche meinen, um eine Priesterin, ein Priester Gottes zu sein, bräuchte man besondere moralische Fähigkeiten. Und sie glauben dann, dass sie deshalb dazu nicht geeignet seien. Aber das ist ein Irrtum. Priester und Pfarrer sind keine besseren Menschen als andere. Sie kämpfen genauso mit ihren Problemen und ihrem Versagen. Auch sie werden schuldig und leben von Gottes Vergebung wie du auch. Also, „walte deines Amtes“ und lobe Gott. Lobe ihn dafür, was er in deinem Leben Gutes getan hat und was er nach wie vor tut.
     Wenn es nach Gott geht, braucht es keine Päpste, Bischöfe und Pfarrer. Da genügt es, dass jeder, wer er auch sei, ihn lobt, ihm dankt und ihn ehrt. Jeder Mensch steht unmittelbar vor ihm und braucht niemanden, um zu vermitteln oder Fürsprache einzulegen. Er hat uns zu mündigen Menschen gemacht, die selbst beten können. Und das will ich nun auch tun und sagen: 
   
Gebet: Herr, halte weiterhin deine schützende und segnende Hand über alle Menschen, die mir nahestehen und über die anderen auch. Insbesondere bitte ich dich für alle, von denen ich weiß, dass sie jetzt in großen Schwierigkeiten sind. Hilf du ihnen, wie nur du helfen kannst. Lass sie spüren, dass du ihnen nahe bist und sie liebst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 16. September 2018

Was ich mir selbst sage hl

Losung: HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! Psalm 90,13 

Lehrtext: Jesus spricht: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Johannes 16,22 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich spreche jetzt mal zu mir selbst und sage: 
     „Hans, wenn du jemals den Eindruck haben solltest, Gott habe sich von dir abgewandt, weil du seine Hilfe nicht spürst, dann glaube dir nicht. Es mag schon sein, dass Gott dir fern scheint. Von dir aus kann das schon mal so aussehen. Doch von ihm aus ist es anders. Er ist und bleibt dir treu. Sein Name heißt „IchBinDa“ und um dieses seines Namens willen lässt er dich nicht im Stich. Habe dann Geduld. Halte aus, auch wenn es dir schwer fällt. Halte am Glauben fest und wirf dein Gottvertrauen nicht weg. Du hast sonst nichts mehr, woran du dich halten könntest. Bitte ihn dann um ein Zeichen, dass er nach wie vor für dich da ist. Und strecke deine Hände nach ihm aus, Tag und Nacht, bis du spürst, dass er sie nimmt. Denn dein Gott, Hans, ist nicht irgendein Gott. Ist nicht irgend eine Idee oder Vorstellung oder Illusion. Dein Gott ist und bleibt der Schöpfer der Welt, dein himmlischer Vater, der dich segnet und behütet, der in Jesus zu dir kommt, weil er dich nicht verlieren will, weil du ihm doch gehörst. Er umgibt dich auch dann noch von allen Seiten. Er vergibt dir, liebt und rettet dich weiterhin, ohne dass du zuvor etwas dafür tun musst. Das gilt und bleibt so, auch wenn es dir einmal nicht gut gehen sollte. Überwinde dann deinen Schmerz, deine Enttäuschung, deine Verzweiflung. Falte deine Hände, öffne deinen Mund und sage: 

Gebet: Herr, gegen allen Augenschein, gegen meinen Zweifel und gegen meinen Kleinglauben will ich dir, mein Gott, danken. Du hast mir bisher in meinem Leben so viel Gutes getan. Und auch wenn ich davon jetzt nichts spüre, so wirst du mir auch weiterhin Gutes tun. Und jetzt lass mich erfahren, dass du da bist und mir hilfst. Geh du mit mir durch meine schwere Zeit, bis ich wieder Licht am Ende des Tunnels sehe. Bis ich mich wieder freuen kann an dir, meinem Gott. Amen“

Das, liebe Leserin, lieber Leser, sage ich jetzt zu mir. Und so ähnlich möchte ich dann beten können, wenn es an der Zeit ist. 

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Samstag, 15. September 2018

Leuchtfeuer und Kompass hl

Losung: Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Psalm 50,2-3 

Lehrtext: Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Hebräer 1,1-2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wohin kannst du dich wenden, wenn grundsätzliche Fragen auftauchen, wie du leben sollst? Wohin kannst du dich wenden mit deinen Sorgen? Was kann dir bei wichtigen Entscheidungen helfen? Die Losung sagt: Schau nach Jerusalem. Da geschehen auch für dein Leben entscheidende Dinge. Da geht einer bis zum äußersten für dich, bis ans Kreuz. Da bleibt einer nicht im Grab. Damit macht er dir Hoffnung, dass es selbst in einer ausweglosen Situation einen Ausgang gibt. Und dass nichts endgültig ist. Und dass da, selbst wenn alles verloren scheint und niemand die mir helfen kann, immer noch ein Gott ist, dessen Möglichkeiten erst beginnen, wenn alle anderen erschöpft sind.
     Das ist der schöne Glanz unseres Gottes, der aus Zion, aus Jerusalem anbricht. Das ist das Leuchtfeuer in deiner Nacht. Er redet dir gut zu. Er redet zu dir durch die Worte und Geschichten der Bibel. Vor allem aber redet er zu dir durch Jesus und sagt: „Ich segne dich mit der Kraft, mit der ich Himmel und Erde geschaffen habe. Ich segne dich mit der Liebe, die allen gilt, auch dir. Ich segne dich mit meiner Hilfe. Denn ich bin dir nahe am Tag und in der Nacht. Du sollst nicht vergeblich auf mich hoffen.

Gebet: Herr, wenn die Chaoswinde wehen in dieser Welt und in meinem Leben, woran soll ich mich orientieren? So vieles, was Menschen sagen, ist wie eine Wetterfahne, die sich mal dahin und mal dorthin dreht. Doch ich brauche einen verlässlichen Kompass, der mir die Richtung zeigt. Darum schaue ich auf dich und höre auf das, was du mir sagst. So lässt du mich hoffen, dass ich meinen Weg finde. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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Freitag, 14. September 2018

Wie beten und glauben? hl

​​Losung: Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen. Psalm 17,7 

Lehrtext: Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen? Lukas 18,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich kann nicht wissen, wie du glaubst. Aber ich kann dir sagen, wie ich glaube. Und dabei helfen mir die beiden Bibelworte heute.
     Glauben heißt für mich in erster Linie nicht, an etwas glauben, sondern dass ich auf Gott, wie er sich mir in Jesus zeigt, vertraue. Ich tue das nicht nur deswegen, weil das so in der Bibel steht oder weil mir das andere Menschen nahegelegt haben. Ich vertraue ihm, weil ich mich bisher schon so lange Zeit auf ihn verlassen konnte und seine Güte erfahren habe (Losung). 
     Nein, in meinem Leben lief auch nicht alles glatt. Ich habe genauso meine Höhen und Tiefen, meine Erfolge und mein Scheitern, meine Freude und meine Enttäuschung wie andere auch. Auch weiß ich, dass andere Menschen wesentlich mehr leiden mussten und müssen als ich. Insofern ist mein Glaube bisher nicht aufs Äußerste herausgefordert worden. Aber ich habe erlebt, dass mich Gott immer wieder aus schwierigen Zeiten herausgebracht hat. Mehr noch, ich habe erlebt, dass er meine Gebete erhört hat, wenn ich ihn gebeten hatte, meine Familie und mich zu behüten und zu segnen. Natürlich lag das nicht nur an meinen Gebeten. Andere haben auch gebetet. Und doch stärkt es meinen Glauben, wenn ich Gott immer wieder dafür danken kann, dass es meinen Lieben und mir im Großen und Ganzen gut geht. 
     Ich weiß, dass sich das schnell ändern kann. Doch dann will ich mich nur umso mehr an ihn halten und nicht aufhören, ihn so lange mit meinen Bitten zu bestürmen, bis er das, was schlimm ist, zum Guten wendet. Dabei ist mir jene Witwe aus dem Gleichnis von Jesus ein Vorbild, das ich hier ganz zitieren will, weil es mir für mein eigenes Gebetsleben viel bedeutet:

Das Gleichnis vom Richter und der Witwe  (Lukas 18,1-8)

1 Wie wichtig es ist, unermüdlich zu beten und dabei nicht aufzugeben, machte Jesus durch ein Gleichnis deutlich: 2 »In einer Stadt lebte ein Richter, dem Gott und die Menschen gleichgültig waren. 3 In derselben Stadt lebte auch eine Witwe. Diese bestürmte ihn Tag für Tag mit ihrer Not: ›Verhilf mir doch endlich zu meinem Recht!‹ 4 Lange Zeit stieß sie bei ihm auf taube Ohren, aber schließlich sagte er sich: ›Mir sind zwar Gott und die Menschen gleichgültig, 5 aber diese Frau lässt mir einfach keine Ruhe. Ich muss ihr zu ihrem Recht verhelfen, sonst wird sie am Ende noch handgreiflich.‹« 6 Und Jesus, der Herr, erklärte dazu: »Ihr habt gehört, was dieser ungerechte Richter gesagt hat. 7 Wenn schon er so handelt, wie viel mehr wird Gott seinen Auserwählten zum Recht verhelfen, die ihn Tag und Nacht darum bitten! (Lehrtext) Wird er sie etwa lange warten lassen? 8 Ich sage euch, er wird ihnen schnellstens helfen. Die Frage ist: Wird der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde überhaupt noch Menschen mit einem solchen Glauben finden?« 
Gebet: Herr, erhöre auch weiterhin meine Gebete, das, worunter ich leide oder was mir Sorgen macht zum Guten zu wenden. Und wenn es nicht anders geht, so hilf mir, meine Einstellung zu ändern, damit ich, was Unabänderlich ist, hinnehmen und damit leben kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 13. September 2018

Wie Gott zu einem Menschen spricht hl

Losung: Der HERR spricht: Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe. 2.Mose 23,20 

Lehrtext: Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei Ehre. 2.Timotheus 4,18 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Losung heute klingt eigentlich ganz „nett“. Aber mit diesem Engel, von dem da die Rede ist, möchte ich nichts zu tun haben. Denn das Bibelwort geht so weiter: »Hüte dich vor dem Engel und gehorche seiner Stimme und erbittere ihn nicht, denn er wird euer Übertreten nicht vergeben, weil mein Name in ihm ist.« Und schließlich wird gleich darauf auch klar, an welchen Ort er das Volk der Israeliten bringen soll, nämlich aufs Schlachtfeld zum Krieg gegen die Nachbarvölker.
     So sehr ich viele Psalmen, Geschichten und andere Bibelworte aus dem Alten Testament liebe, so sehr bin ich froh, dass andere Worte und Geschichten, in denen es um Blutvergießen, Zorn, Rache usw. geht für mich keine Bedeutung haben müssen. 
     An dieser Stelle will ich kurz darlegen, wie ich bestimmte Bibelworte verstehe, die mit dem Satz beginnen: »So spricht der Herr«. Sind das wirklich Gottes Worte, oder sind das die Worte der Verfasser der biblischen Bücher, die glaubten, Gott so verstanden zu haben? Ich bin überzeugt, dass Gott damals auf dieselbe Weise zu den Menschen gesprochen hat, wie er das heute tut. Das geschieht, indem ein Mensch auf Gott vertraut und in einer engen Beziehung zu ihm lebt. Er horcht immer wieder in sich hinein, betet und achtet darauf, was er vernimmt. Das mag für ihn persönlich stimmig sein. Aber er kann das, was er da in sich vernimmt, nicht verallgemeinern und erwarten, dass auch andere das als Gottes Wort für sich annehmen. Doch wie soll ich dann beurteilen, welche Bedeutung ein Bibelwort hat? 
     Für mich muss ein solches Wort damit vereinbar sein wie sich Gott uns Menschen in Jesus gezeigt hat. Beim Lehrtext ist das der Fall. Ich glaube, wer auf Jesus vertraut, hat allen Grund auf ihn zu hoffen. In ihm kommt Gott zu dir und zu mir, dass er uns suche, finde und rette. Diesem meinem menschenfreundlichen Gott erweise ich gern Ehre (Lehrtext).

Gebet: Herr, du hast viele Möglichkeiten, zu einem Menschen zu sprechen. Du kannst mir ins Gewissen reden. Du kannst meine Gedanken lenken und meine Gefühle bewegen. Du kannst durch ein Bibelwort zu mir sprechen, durch ein Lied, durch das, was ein anderer Mensch tut oder sagt oder auch durch die Natur. Hauptsache, du sprichst mich an und ich achte auf das, was du mir sagst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 12. September 2018

Ganz und gar beschenkt hl

Losung: Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele. Psalm 57,2 

Lehrtext: Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. 1.Johannes 2,12 

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Wort Gnade spielt in unserer Gesellschaft kaum noch eine Rolle. Viele wissen damit auch nichts mehr anzufangen und können nicht erklären, was Gnade ist. Und tatsächlich, nicht nur das Wort ist aus unserer Zeit verschwunden, sondern auch, was es bedeutet: ein Geschenk, für das du keinerlei Gegenleistung erbringen musst. 
     Wo in der Schule, wo in der Arbeitswelt kriegst du was geschenkt, einfach so? Wo in unserer Konsum- und Leistungsgesellschaft? Wo im Sport oder in der Unterhaltung? Am ehesten kriegen Kinder noch solche Geschenke. Aber auch da stecken oft geheime Absichten und Erwartungen dahinter. Sie sollten dann den Geber schon auch mögen und nett sein. Nun gut, wohl jeder hat wenigstens eine klitzekleine Erwartung, dass sein Geschenk positiv aufgenommen wird und der Beschenkte sich darüber ein bisschen freut.
     Und Gott? Was erwartet er für seine Geschenke von mir? Immerhin schenkt er mir das Leben und, genau besehen, seine gesamte Schöpfung: Himmel und Erde, Sonne, Mond und Sterne. Tiere und Blumen, die Jahreszeiten und so weiter. Vor allem aber schenkt er mir die Menschen, mit denen ich zusammen bin.
     Doch er schenkt noch etwas: seine Vergebung, seinen Segen, seine Liebe und Hilfe. Und er tut das alles ohne Gegenleistung und ohne die geringste Erwartung. Er schenkt einfach so. Jesus sagt, er lässt ausnahmslos (!) und voraussetzungslos (!) über alle seine Sonne scheinen und lässt es regnen über die, die an ihn glauben und über die anderen auch. Und warum? Nur aus dem einen Grund, weil er barmherzig ist und wir seine Vergebung, seinen Segen, seine Liebe und Hilfe brauchen, um leben zu können. Darin und davon leben wir wie ein Fisch im Wasser.
     In der heutigen Losung wird Gott noch gebeten, dass er doch gnädig sein möge. Doch im Lehrtext aus dem Neuen Testament heißt es dann schon, dass uns "die Sünden vergeben sind". Noch bevor wir überhaupt zum Glauben kommen, steht das schon fest. Noch bevor wir überhaupt einen Beitrag hätten leisten können, sind wir schon um seines Namens willen, um Jesu Christi willen, damit beschenkt. 
     Und jetzt? Da sind die einen, die wissen das nicht oder glauben es nicht. Sie können nicht freudestrahlend und dankbar sagen: "Ich bin ein von Gott reich beschenkter Mensch." Da sind die anderen, die das wissen und glauben. Da bin ich. Manchmal ist mir das durchaus bewusst. Dann bin ich dankbar und glücklich. Oft aber mache ich mir nicht bewusst, dass ich ein von Gott beschenkter Mensch bin. Dann lebe ich so dahin wie andere auch. Dabei wäre das Leben um so viel schöner und positiver, wenn mir das sooft wie möglich klar wäre. Ich müsste mir weniger oder auch gar keine Sorgen machen. Ich müsste mich weniger oder auch gar nicht ärgern. Ich könnte fröhlicher, zuversichtlicher, vertrauensvoller, sicherer, zufriedener und gelassener leben. Mit einem Wort: Ich könnte dankbarer sein.
     Jetzt, da ich darüber nachdenke, bin ich es auch. Damit das nicht wieder so schnell verfliegt, will ich heute vor dem Einschlafen zu mir sagen: "Hans, du bist ein von Gott reich beschenkter Mensch; du hast allen Grund, dankbar zu sein." Und morgen, beim Aufwachen will ich das wieder sagen. Und vielleicht noch ab und zu während des Tages. Ich denke schon, dass das mein Lebensgefühl spürbar beeinflussen wird. Vielleicht magst auch du das mal ausprobieren.

Gebet: 

         
Ich danke Gott, und freue mich
    Wie 's Kind zur Weihnachtsgabe,
Dass ich bin, bin! Und dass ich dich,
    Schön menschlich Antlitz! habe;
Dass ich die Sonne, Berg und Meer,
    Und Laub und Gras kann sehen,
Und abends unterm Sternenheer
    Und lieben Monde gehen.
Ich danke Gott mit Saitenspiel,
    Dass ich kein König worden;
Ich wär geschmeichelt worden viel,
    Und wär vielleicht verdorben.
Auch bet ich ihn von Herzen an,
    Dass ich auf dieser Erde
Nicht bin ein großer reicher Mann,
    Und auch wohl keiner werde.
Und all das Geld und all das Gut
    Gewährt zwar viele Sachen;
Gesundheit, Schlaf und guten Mut
    Kann's aber doch nicht machen.
Gott gebe mir nur jeden Tag,
    Soviel ich darf zum Leben.
Er gibt's dem Sperling auf dem Dach;
    Wie sollt ers mir nicht geben!

(Matthias Claudius, 1740-1815)

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Hans Löhr

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