Sonntag, 1. November 2020

Die Kerze am Pflegebett hl

 Losung: Der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht. Psalm 18,29 

Lehrtext: Jesus antwortete dem Blinden und sprach: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege. Markus 10,51-52 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

sie haben die Oma heimgeholt. Die Ärzte sagten, sie sei „austherapiert“, eine beschönigende Umschreibung dafür, dass sie nichts mehr für sie tun können. Nun soll sie also die letzten Wochen daheim sein und dann da auch sterben können. Vielleicht sind es aber auch nur noch Tage.

Omas schwere Krankheit hat sich wie ein schwarzer Schatten über die ganze Familie gelegt. Das Lachen im Haus ist verstummt. Man redet auch nicht mehr laut. Die ganze Atmosphäre ist bedrückend. Das belastet auch sie. Und so ruft sie die ganze Familie zu sich ans Pflegebett und sagt:

„Wie‘s mir geht, brauche ich euch nicht zu sagen. Und ich weiß selbst am besten, dass ich nicht mehr lange zu leben habe. Aber ich bin soweit, dass ich gehen kann. Schaut, ich bin 78. Ich habe mein Leben gelebt und wenn ich darauf zurückschaue und euch hier vor mir sehe, dann kann ich dankbar sein. Ich wär schon noch gerne ein bisschen bei euch geblieben. Aber einmal ist eben Schluss. Macht mir den Abschied nicht schwerer als nötig. Lebt so gut ihr könnt euer normales Leben weiter und lasst mich daran teilnehmen. Und vergesst nicht, ich gehe doch nur heim, dorthin, wo ich hergekommen bin. Und jetzt zünden wir eine Kerze an, damit es heller wird, nicht nur im Zimmer, sondern auch in uns und beten das Vaterunser.“

     Zwölf Tage später ist sie gestorben. Das war noch einmal eine schwere Zeit für alle. Aber die Kerze und das Gebet hatte niemand vergessen, der dabei war.

     Die Oma hatte gewusst, was sie wollte und der Blinde von Jericho auch. Und genau das will Gott auch von mir hören, weil es mir selbst gut tut, wenn ich mein Anliegen in Worte fasse und mir so bewusst mache. So wie der Familie damals am Pflegebett der Oma, so hilft auch mir der Glaube, wenn ich Gott bei meinen Anliegen nicht außen vor lasse. Das heißt nicht, dass alles so wird, wie ich mir das wünsche. Aber das heißt es, dass ich nicht allein durch meine schweren Zeiten gehe.    

Gebet: Herr, du bist mein Licht in dunklen Stunden. Du stehst mir bei in meiner Not. Und auch wenn es nicht mehr so wird, wie es einmal war, so lässt du mich doch auch wieder helle Tage sehen. Denn du weißt wie es mir geht und wie du mir eine Freude machst. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr.

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