Montag, 12. März 2018

Gruben, und wie man aus ihnen wieder herauskommt hl

Losung: Der HERR zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann. Psalm 40,3 

Lehrtext: Jesus spricht: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören, die werden leben. Johannes 5,25 

Liebe Leserin, lieber Leser,

grausige Gruben aus Schmutz und Schlamm (Losung) gibt es viele. Ich weiß nicht, in welcher David, von dem die heutige Losung stammt, gesteckt hat. Ich selbst bin mal mit dem Motorrad unsanft in einem verschlammten Straßengraben gelandet. Außer einer schmerzhaften Rippenprellung und einem Sehnenabriss am Mittelfinger bin ich heil geblieben. Aber ich war von oben bis unten voll Schmutz und Schlamm. Notdürftig reinigte ich mit Schnee und Papiertaschentüchern mein Helmvisier, damit ich wenigstens mit der übel zugerichteten Maschine zur Werkstatt fahren konnte. Jetzt kann auch ich sagen „der Herr zog mich aus der grausigen Grube aus lauter Schmutz und Schlamm “, denn er hat mich – so habe ich es jedenfalls erlebt – wieder auf meine Füße gestellt (Losung), und ich bin ihm zutiefst dankbar, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Klar war ich selbst schuld. Warum bin ich auch so schnell in die Kurve gefahren. Ich hätte mich nicht beschweren dürfen, wäre ich im Krankenhaus gelandet. 
     Doch grausige Gruben aus Schmutz und Schlamm gibt es ja auch im übertragenen Sinn, die Grube einer lebensbedrohlichen Krankheit, die Grube einer üblen Nachrede, die Mobbing-Grube, die Grube einer kaputten Partnerschaft und so weiter. Da kann man schon mal in Panik geraten und fürchten, zu versinken und nicht mehr herauszukommen. Doch falls auch du schon einmal in einer solchen oder ähnlichen Grube gesteckt hast, so weißt du, dass Gott dich wieder herausgezogen hat. Und wenn du gerade drinstecken solltest, so lass dir sagen, auch du wirst wieder auf sicherem Boden stehen und deinen Gott preisen können.
     Und dann gibt es noch die Grube aller Gruben, das Grab. Da muss jeder mal hinein ob im Sarg oder in der Urne. Nach menschlichem Ermessen gibt es da kein Entrinnen. Doch ich vertraue darauf, was Jesus im Lehrtext sagt , dass auch die Toten seine Stimme hören werden und leben. Natürlich weiß ich, dass viel gegen einen solchen Glauben spricht. Wie gesagt, nach menschlichem Ermessen gibt es keine Hoffnung. Aber Gott hat andere Maßstäbe und andere Möglichkeiten. Wenn ich ihm schon sonst vertraue, dann auch in diesem Fall.

Gebet: Herr, endlos ist die Reihe der Zeugen, die schon mal in einer Schlammgrube steckten und die du wieder herausgezogen hast. Auch ich bin mit deiner Hilfe aus manchem Loch wieder herausgekommen. Dafür kann ich dir nur danken. Sei du auch für die, die jetzt mitten in ihrem Schlamassel stecken, die Hoffnung, dass du sie wieder auf ihre Füße stellen wirst. Und sei die lebendige Hoffnung für uns alle, dass auch das Grab uns wieder hergeben muss, wenn du uns rufst.

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 11. März 2018

Wie beten, wenn die Not groß ist? hl

Losung: Lass leuchten dein Angesicht über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, Herr! Daniel 9,17 

LehrtextFürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben. Lukas 12,32 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die aktuelle Losung hat mit uns heute scheinbar nichts zu tun. Darin geht es um die vor zweieinhalb Jahrtausenden zerstörte Stadt Jerusalem. Doch wenn ich anstelle von Jerusalem meinen Namen einsetze, sieht die Sache gleich anders aus. Lies zunächst einmal das Losungswort in seinem Zusammenhang und in einer neueren Übersetzung: Unser Gott, blicke wieder freundlich auf dein Heiligtum! Es geht um deine Ehre! Wende dich mir zu und erhöre mich, du, mein Gott! Öffne deine Augen und sieh, wie es um uns steht: Die Stadt, die deinen Namen trägt, liegt in Trümmern. Wir flehen zu dir, nicht weil wir deine Hilfe verdient hätten, sondern weil du gnädig und barmherzig bist. Herr, vergib uns!
     Im Glauben treten wir mit unseren Problemen heute an die Stelle der Menschen der Bibel. Denn nicht um sie, sondern um dich und mich geht es doch, darum, dass auch wir mit unserem Versagen, mit unseren Brüchen und Niederlagen zu Gott kommen dürfen und sollen. Und so gibt uns der Prophet Daniel einen Hinweis, wie man in seiner auch selbstverschuldeten Not mit Gott reden kann.
     Natürlich hört Gott. Doch ist es gut, wenn ich ihn noch einmal darum bitte, jetzt mir zuzuhören. Und manchmal reicht es eben nicht, ruhig zu beten. Wenn die Not nur groß genug ist, dann geht ein Mensch auch schon mal auf die Knie und fleht ihn an und bittet, ihn nicht nur anzuhören, sondern seine Not auch anzusehen. Dann packt er Gott auch schon mal bei seiner Ehre, appelliert an seine Gnade und bittet um Vergebung.
     So hat man sich in seiner Verzweiflung vor zweieinhalb tausend Jahren an Gott gewandt. Genauso kann ich, kannst du das auch heute tun. Die Menschen der Bibel helfen uns dabei, wie wir mit Gott reden und in solchen Gebeten wieder neue Hoffnung schöpfen können.
     Im Lehrtext tröstet Jesus die damals noch kleine Schar seiner Anhänger. Er will ihnen ihre täglichen Sorgen nehmen und weist sie auf Gott hin, von dem sie alles bekommen, was sie brauchen. Im Vergleich zu den Menschen damals muss heute niemand in unserem Land Angst ums Überleben haben. Keiner muss bei uns hungern. Keiner erfrieren. Für das Allernötigste ist gesorgt. Die Frage also ist, worüber mache ich mir berechtigterweise Sorgen? Sind nicht viele Probleme auch Luxusprobleme? Andere wären froh, wenn sie solche Problem hätten. Aber ich verstehe natürlich auch, dass jeder gerne seinen Status behalten und niemand wieder absteigen möchte auf einen niedrigeren Lebensstandard. Ich auch nicht. Doch das hat mir Gott nicht versprochen. 

Gebet: Herr, ich bin zur Zeit nicht in großer Not und hoffe, dass das auch nicht so schnell sein wird. Aber ich kenne andere, die jetzt große Not haben. Und du kennst sie auch. Für Sie bitte ich, dass du ihre Gebete, ihre Klagen und Seufzer hörst und ihre Not siehst. Du bist doch der barmherzigen Gott, der seinen Geschöpfen hilft. So hast du dich uns in Jesus gezeigt. Darum zeige dich auch jetzt denen, die dich dringend brauchen. Erweise dich als der, der du bist. Ich weiß, wer ist schon deiner Hilfe würdig.  Darum sieh unser aller Versagen nicht an, sondern vergib und hilft denen, die dich und deine Hilfe brauchen wie du auch mir helfen mögest, wenn ich in Not bin. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 10. März 2018

Welchen Sinn hat Jesu Tod? hl

Losung: Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Jesaja 53,7

LehrtextWahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Johannes 12,24 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hat für dich schon mal jemand ein richtig schweres Opfer gebracht oder du für jemand anderen? In der Regel sind es Frauen, die für ihre Familie Opfer bringen, für ihre Kinder oder für pflegebedürftige Angehörige. Bei Männern spricht man zumeist von Kriegsopfern, davon, dass sie sich für das Vaterland geopfert hätten. Meiner Meinung nach trifft hier das Wort ‚Opfer‘ nicht zu. Aber das ist ein anderes Thema.
      Und Jesus? Er hat sich nicht freiwillig geopfert. Er hat wohl gewusst, was ihm blühen würde, als er sich mit den Religionsführern und den Mächtigen seiner Zeit angelegt hatte (Matthäus 23,1-36 usw). Aber er hat den Tod nicht gesucht, sondern hätte gern weitergelebt (Matthäus 26,39-42). Und er ist auch nicht stumm gestorben wie es das heutige Losungswort nahelegt. Als man ihn beim Verhör schlug, hat er den Schergen gefragt: "Warum schlägst du mich?" (Johannes 18,23). Man hat ihn einfach umgebracht, weil die Herrschenden damals um ihre Macht und ihre Privilegien fürchteten. Aber er hat sich dagegen auch nicht gewehrt, sondern blieb gewaltlos bis zuletzt und hat nicht zurückgeschlagen. Darum hat man später von ihm gesagt, er sei sanft und unschuldig wie ein Lamm, Gottes Lamm. Und seinen Kreuzestod hat man so verstanden, dass er die Sünden nicht nur seiner Feinde, sondern aller Menschen getragen habe, »auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt«. So heißt es im Jesajabuch (53,5) unmittelbar vor dem heutigen Losungswort. Nun, dieses Wort ist Jahrhunderte vor Jesus gesagt und aufgeschrieben worden. Aber Christen beziehen es bis heute auf ihn. Es hilft ihnen, seinen Tod besser zu verstehen.
     Doch welchen Nutzen („Frucht“) und welchen Sinn hatte sein Tod? (Lehrtext) Schon in der Bibel gibt es darauf verschiedene Antworten. Mich überzeugt vor allem die, die er selbst gegeben hat: »Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.« (Johannes 15,3) Und ganz in seinem Sinn möchte ich hinzufügen: auch für seine Feinde. Für sie hat der Sterbende seinen himmlischen Vater gebeten: »Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.« (Lukas 23,34) So hat Jesus seine Liebe zu uns allen auch im Tod nicht verraten. Und nur so hat er unserem Glauben zufolge vom Bösen erlöst, den Hass besiegt und den Tod getötet. 
     Menschen, die nicht glauben können oder wollen, nennen das einen Mythos, also die nachträgliche religiöse Interpretation eines profanen Geschehens. Mir ist das gleich wie man das nennt. Mir ist wichtig, dass Jesus nicht umsonst gestorben ist, sondern dass sein Kreuz, welches vordergründig ein schnöder Galgen war, für uns alle zum Siegeszeichen geworden ist. Und so hat sein zunächst sinnloser Tod doch einen überragenden Sinn.

Gebet
Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,
Mich in das Meer der Liebe zu versenken,
Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen
Uns zu erlösen!
Amen
(Christian Fürchtegott Gellert, 1757. EG Nr. 91 Vers 1)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Übrigens, in Heinrich Bölls Roman „Billard um halb Zehn“ wird ein Junge öfter von Gleichaltrigen geschlagen und dabei als „Lamm Gottes“ verspottet. Man hat fast den Eindruck, dass immer wieder Menschen geboren werden müssen, um von anderen gequält zu werden und ihren Sadismus zu (er)tragen.

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Freitag, 9. März 2018

Der Bibel-Spiegel hl

LosungHERR, deine Augen, sind sie nicht auf Treue gerichtet? Jeremia 5,3 

LehrtextDie Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben! Lukas 17,5 

Liebe Leserin, lieber Leser,

»Du, Herr, suchst nach aufrichtigen, treuherzigen Menschen« heißt das aktuelle Losungswort in einer neuen Übersetzung. Aber Gott wird keine finden, damals nicht und heute nicht, mich nicht und dich nicht. Zu dieser Erkenntnis komme ich, wenn ich in den Spiegel schaue, den mir die Bibel vorhält. Darin sehe ich mein wahres Gesicht, unmaskiert und ungeschminkt. Ich sehe darin einen Menschen, der sich wohl bemüht, anständig und gut zu sein, aber dabei auch immer wieder scheitert. Ich bleibe Gott, meinen Mitmenschen und mir selbst immer etwas schuldig. Immer. Und sei es die Liebe, die ich schuldig bleibe. Nein, Beispiele führe ich jetzt keine an. Ich denke, jeder kann seine eigenen anführen.
     Nun könnte ich schuldbewusst und mit einem schlechten Gewissen leben. Wem wäre damit gedient? Der Schadenfreude anderer? Den Absichten Gottes? Stattdessen blicke ich noch einmal in den Bibel-Spiegel, länger, intensiver und sehe, wie mich daraus Jesus anblickt. Und höre, wie er sagt: 
     „Ich bin dein wahres Gesicht. Du weißt ja selbst, dass du oft nicht der Mensch bist, der du sein möchtest. Lass die verzweifelten Versuche, dich zu maskieren. Nimm dich mit deinen Defiziten an wie ich dich annehme. Ich weiß, dass du die Liebe schuldig bleibst, darum schenke ich dir die meine. Ich weiß, dass du nicht alles richtig machst. Darum mache ich das Richtige für dich.  Ich weiß, dass es mit deinem Glauben nicht weit her ist. Darum stärke ich ihn (Lehrtext). Ich weiß, dass du für deine Treue nicht garantieren kannst. Doch ich bin und bleibe dir treu bis in den Tod. Und so trage ich dein Versagen, deine Schuld, deine Sünde, damit du im Vertrauen auf Gott unbeschwert leben und immer wieder neu anfangen kannst.

Gebet: 
Herr,
dein Lieb und Treu vor allem geht,
kein Ding auf Erd so fest besteht;
das will ich frei bekennen.
Drum soll nicht Tod,
nicht Angst, nicht Not
von deiner Lieb mich trennen.
Amen
Johannes Eccard (1553 - 1611)
Evang. Gesangbuch Nr. 473 Vers 2

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. 
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Donnerstag, 8. März 2018

Ein Herz für Tiere hl

​​Losung: HERR, du hilfst Menschen und Tieren. Psalm 36,7 

LehrtextSeht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Matthäus 6,26 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du ein Haustier? Dann weißt du, dass höhere Tiere nicht weniger empfindsame Wesen sind als Menschen und genauso Schmerzen empfinden wie Freude. Wahrscheinlich auch diejenigen, denen man das nicht sofort anmerkt. Tiere sind unsere Mitgeschöpfe. Wir haben den gleichen Ursprung wie sie. Die genetische Übereinstimmung beträgt über 90 Prozent. Ohne Tiere könnten wir nicht leben. Sie ohne uns schon.
     Die Bibel sagt an verschiedenen Stellen, dass Gott die Tiere nicht nur geschaffen hat, sondern sich auch um sie kümmert, sie ernährt (Lehrtext) und ihnen hilft (Losung), ja, dass auch sie auf Erlösung warten (Römer 8,21+22)In der Bibel sind auch die ersten Ansätze für Tierschutz zu finden zum Beispiel im Buch der Sprüche Kapitel 12 Vers 10 »Ein guter Mensch sorgt für seine Tiere, der Gottlose aber ist durch und durch grausam«, oder die Geschichte von der Arche Noah, oder 5. Buch Mose, Kapitel 25 Vers 4: »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.« Tierquäler jeder Art sind der Bibel ein Graus.
     Sprichst du dich aber öffentlich dafür aus, dass Tiere artgerecht gehalten werden und sorgfältig behandelt werden müssen, kann es immer noch sein, dass man dich als wirklichkeitsfernen „Romantiker“ belächelt oder gar als Spinner verunglimpft. Doch wenn dir Gott und sein Wort wichtig sind, kommst du nicht umhin, dein Verhältnis zu deinen Mitgeschöpfen, den Tieren, zu überdenken.
     Von dem Russen Graf Leo Tolstoi, der zu den größten Schriftstellern der Menschheit gehört (‚Krieg und Frieden‘; ‚Anna Karenina‘;...), stammt der Satz: »Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.« Er verabscheute jede Form von Gewalt und war konsequenter Vegetarier. Ich bin das nicht. Aber mir liegt das Tierwohl in den Ställen und bei den Tiertransporten sehr am Herzen. Ganz langsam beginnt in unserer Gesellschaft sich etwas zu Gunsten der Tiere zu ändern. Eier von Hühnern in Legebatterien gibt es kaum noch zu kaufen. Und da die Politik bis jetzt flächendeckend versagt hat und weiterhin vor der Lobby des Bauernverbandes einknickt, beginnen sogar die Supermärkte ihr Sortiment zu ändern. Lidl zum Beispiel beabsichtigt demnächst Fleisch anzubieten, an dessen Etiketten der Kunde ablesen kann wo und wie das Tier gehalten und womit es gefüttert worden ist. Man würde es vermutlich nicht machen, wenn nicht immer mehr Kunden einen entsprechenden Druck ausübten, weil sie sich beim Kauf von Fleisch und Eiern an Tierquälerei nicht mitschuldig machen möchten.
     Ich kann nur hoffen, dass dieser Weg weitergeht. Der Druck auf die Tierhalter muss so groß werden, dass sie kein Fleisch mehr verkaufen können, wenn die Tiere nicht artgerecht gehalten worden sind und sich in ihrem Fleisch keine Rückstände von Medikamenten mehr befinden. Dazu kann jeder von uns etwas beitragen, indem er an den Fleischtheken der Supermärkte und Metzgereien gesundes Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren verlangt. Und wenn man darüber hinaus den Fleischkonsum einschränkt (siehe CO2-Bilanz), tut man  auch der Umwelt, seiner Gesundheit und unseren Nachkommen etwas Gutes. Natürlich kostet das etwas mehr als minderwertiges Fleisch aus industrieller Landwirtschaft. Doch den Preis zahle ich gern.


Gebet: Herr, ich bitte um Vergebung für das, was wir Menschen den Tieren angetan haben und dafür, dass auch ich so oft bedenkenlos Fleisch gegessen habe, ohne an ihr Los in den Ställen zu denken. Ich bitte dich, dass die Initiativen für mehr Tierwohl erfolgreich werden und wir es lernen, die Lebensrechte auch unserer Mitgeschöpfe zu achten. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. 
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Mittwoch, 7. März 2018

ganz unten hl

LosungIch will sie sammeln von den Enden der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter, dass sie als große Gemeinde wieder hierher kommen sollen. Jeremia 31,8 

LehrtextJesus spricht: Ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder: Sie sind schon reif zur Ernte. Johannes 4,34-35 

Liebe Leserin, lieber Leser,

es schreibt sich verhältnismäßig leicht, dass der Stall von Bethlehem der unterste Ort war, zu dem Gott hinabgestiegen ist. Denn da, zwischen den Exkrementen von Ochs und Esel, wollte er Mensch werden in seinem Sohn Jesus Christus. Und es schreibt sich auch leicht, dass er so zuerst zu denen gekommen ist, die ganz unten sind. Ja, das ist auch so. Nur welche Konsequenzen hat das für mich und vielleicht auch für dich? Einmal ist es ein gewisser Trost, dass es keinen Ort auf dieser Erde gibt, an dem Gott nicht zu finden wäre. Selbst in das Reich des Todes ist er hinabgestiegen, wie wir im Glaubensbekenntnis sagen. Aber das, was sich leicht schreibt, lässt sich oft nur sehr schwer in der Wirklichkeit umsetzen. Denn die Konsequenz für einen, der Jesus nachfolgen möchte, wäre doch – oder besser – ist, dass er ihm auch dorthin nachfolgt, wo ganz unten ist. Aber will ich da wirklich hin? Und du?
     Ganz unten ist da, wo schwerkranke Obdachlose auf dem Gehsteig liegen und bestialisch stinken. Ich kann das schreiben, denn ich hab's in meiner Zeit in München erlebt. Ich hab dann den Krankenwagen gerufen. Man wollte erst nicht kommen, weil man schon wusste, was das bedeuten würde, einen solchen Menschen zu transportieren. Da ich aber nicht nachgab, hat man den Obdachlosen doch ins Krankenhaus gebracht, wo er dann gerettet wurde. Ich aber war fein raus. Die schmutzige Arbeit musste die Besatzung des Krankenwagens machen und dann das Pflegepersonal im Krankenhaus. Nein, zu den Menschen die ganz unten sind, zieht mich eigentlich nichts hin. Und wenn ich in der Klinik, im Altenheim oder im Bezirkskrankenhaus die Verwirrten besucht habe oder auf der Intensivstation die hoffnungslosen "Fälle", war ich doch immer froh, diese Orte wieder verlassen und in meine normale Umgebung zurückkehren zu können.
     Ich bewundere die Menschen, die da Tag für Tag arbeiten, auch das Personal im Gefängnis, die Gerichtsvollzieher, die Leute vom Jugendamt, Polizistinnen und Polizisten, die immer wieder nach ganz unten gehen müssen, um Probleme zu regeln und auch das Personal auf den Ämtern, das sich um Flüchtlinge und Asylbewerber kümmert. Ich bewundere vor allem die, die das ehrenamtlich tun und den Stress, die Enttäuschungen, auch die Aggressionen aushalten, um anderen zu helfen. Was wäre mit unserer Gesellschaft, wenn es solche Menschen nicht gäbe? Liebe Leserin, lieber Leser, lasst uns doch immer wieder einmal für sie alle beten und auch für die, die ganz unten sind.
     Und wollen wir nicht vergessen: Auch die, die ganz unten sind, sind seine Kinder. Ja, er sammelt Blinde, Gelähmte und Schwangere, wie die Losung sagt. Aber alle anderen auch. Er liest jeden Menschenkrümel sorgfältig vom Weg auf, damit er nicht zertreten und vergessen wird (Losung).
     Und wer weiß, vielleicht lande auch ich noch einmal ganz unten aus welchem Grund auch immer. Niemand kann das für sich gänzlich ausschließen. Dann bin ich ganz und gar auf meinen barmherzigen Gott angewiesen, der mir hoffentlich barmherzige Menschen schickt, durch die er mir hilft. Ob diese dann Christen sind, Muslime, Buddhisten oder Atheisten - das ist ihm, das wäre auch mir dann herzlich egal (Lukas 10,25-36)

Gebet: Herr, ich will nicht vergessen, was du gesagt hast, dass du mir in denen begegnest, die ganz unten sind (Matthäus 25,40). Du weißt, wie schwer es mir fällt, das anzunehmen. So will ich wenigstens den ersten Schritt tun und auf niemanden herabsehen, der ganz unten ist, sonst würde ich auch auf dich herabsehen und meinen Glauben zerstören. Ich danke dir für alle, die sich um Hilfsbedürftige kümmern wie arm und elend diese auch sind. Und bitte dich für sie, dass du ihnen immer wieder die nötige Kraft und Liebe für ihren Dienst gibst. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sommersdorf 5, 91595 Burgoberbach 

Dienstag, 6. März 2018

Die Bibel ist eine Zumutung hl

LosungSprich nicht: »Ich will Böses vergelten!« Harre des HERRN, der wird dir helfen. Sprüche 20,22 

LehrtextSeht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach füreinander und für jedermann. 1.Thessalonicher 5,15 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bin immer wieder erstaunt, wie oft in der Bibel davon die Rede ist, dass man Böses nicht mit Bösem vergelten soll (z.B. Sprüche 25,22-23; Römer 12,20). Dahinter steckt die Erfahrung, wie sehr der Wunsch nach Vergeltung in einem Menschen brennen kann. Dahinter steckt aber auch die Erfahrung, wie zerstörerisch Rache und Vergeltung sein können. Und darum mutet die Bibel mir zu, auf Selbstjustiz zu verzichten, die Angelegenheit Gott anheim zu stellen und das Böse, das mir ein anderer angetan hat, zu ertragen ohne zurückzuschlagen. Ja mehr noch, sie mutet mir zu, das Böse mit Gutem zu vergelten (Römer 12,21).
     Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Wenigstens in meinen Gedanken und Gefühlen möchte ich meinen Wunsch nach Rache und Vergeltung ausleben können. Und wenn ich den anderen schon nicht töten kann, so soll er wenigstens für mich gestorben sein. Also kein Wort mehr zu ihm, kein Gruß mehr, schon gar kein freundliches Gesicht.
     Vielleicht ist das für den Anfang ganz gut, den Wunsch nach Vergeltung erst einmal auf diese Weise auszuleben. Aber dabei darf es nicht bleiben. Irgendwann, und damit meine ich in naher Zukunft, muss ich mich selbst Stück für Stück überwinden bis ich an dem Punkt bin, wenn schon nicht vergessen, so doch wenigstens vergeben zu können.
     Nichts, was mir jemals von einem anderen Böses widerfahren ist, reicht im Entferntesten an das heran, was Jesus erleiden musste. Er hat nicht zurückgeschlagen, obwohl er die Macht dazu gehabt hätte (Matthäus 26,53). Noch am Kreuz hat er unter Todesqualen seinen Feinden vergeben (Lukas 23,34) und hat so an der Liebe festgehalten, statt sie von uns Menschen für immer verraten zu lassen. Wenn er das im Großen auf sich genommen hat, dann will ich auch im Kleinen das Böse nicht mit Bösem vergelten. Und vielleicht gelingt es mir ja auch, für meinen Widersacher zu beten, zu ihm freundlich zu sein und ihm Gutes zu tun. 
    Manchmal ist die Bibel eine Zumutung. Sie schmeckt mir nicht immer, aber ich muss und will sie mir gefallen lassen.

Gebet: Herr, ich bitte dich, sei du in mir stärker als jeder Wunsch nach Vergeltung. Hilf mir, das Böse, das mir zugefügt worden ist, zu ertragen und zu vergeben. Denn sonst frisst es mich innerlich auf. Denn sonst verbrennt der Wunsch nach Rache meine Seele. Du hast mir alle meine Schuld vergeben. So will auch ich meinen Schuldigern vergeben, allen, die an mir schuldig geworden sind. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sommersdorf 5, 91595 Burgoberbach

Montag, 5. März 2018

Das Große im Kleinen sehen hl


LosungMeine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort. Jesaja 66,2 

LehrtextAls Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Matthäus 9,36 

Liebe Leserin, lieber Leser,

nein, ich bin kein Freund von Andrea Nahles. Ich will das jetzt auch gar nicht näher erklären. Es ist eben so. Aber auf dem letzten SPD-Parteitag am 21. Januar hat sie etwas gesagt, was sich mir eingeprägt hat. Als es darum ging, ob man mit der CDU/CSU in Koalitionsverhandlungen eintreten solle, erzählte sie in ihrer Rede von einer Frau, die 35 Jahre lang gearbeitet und sie gefragt habe, wie das denn nun ausgehe am Sonntag bei der SPD. Sie hoffe nämlich darauf, am Ende die Grundrente zu bekommen, die man in den Sondierungsgesprächen mit CDU/CSU erreicht habe. Und dann sagte Nahles wörtlich: „Für viele hier (die von großen Dingen reden) ist das vielleicht zu klein, aber für diese Frau ist es etwas Großes, was wir (in der Regierungsverantwortung) erreichen können!“ Und dann sagte sie noch sinngemäß, dass es genau darauf ankomme, nämlich im Kleinen das Große zu sehen.
     Diese Sichtweise, liebe Leserin, lieber Leser, hat mit Parteipolitik nichts zu tun, sondern mit Verantwortung für seine Mitmenschen. Und daran musste ich denken, als ich die heutige Losung gelesen habe. Ich möchte sie sinngemäß so wiedergeben: „Ich habe all das Große gemacht, was da ist, spricht Gott. Darum achte ich auf die Kleinen und Unbedeutenden, die in Not sind und auch auf den, der voll Ehrfurcht auf meine Worte hört.“
     Ja, das ist das wirklich Große, was Gott schafft, nicht Himmel und Erde, sondern dass er auf dich sieht, wenn du dich ganz klein, unbedeutend und elend fühlst. Das wirklich Große, das er schafft, ist, dass er sich klein macht im Jesuskind im Futtertrog und mitten in der Pisse von Ochs und Esel zur Welt kommt, ganz unten, wo die ganz Kleinen sind, die sozial Schwachen, die Pflegebedürftigen, die Gescheiterten..., damit niemand mehr tiefer fallen kann als in seine Hand.
     Ich hab einige Zeit gebraucht, bis ich zur Erkenntnis gekommen bin, dass es sich dabei um die größte und tiefste Einsicht handelt, die ein Mensch in Glaubensdingen haben kann. Und diese Einsicht gewinnst du nicht mit deinem Kopf, sondern mit deinem Herzen.
     Jesus selbst hat nicht die soziale und politische Situation seinerzeit kühl analysiert und daraus Strategien abgeleitet. Er sah einfach auf die Menschen, auf die Kleinen, und sie taten ihm in der Seele leid, wie sie ohne Orientierung und Schutz dahin leben mussten, weil die Mächtigen nur ihre eigenen Interessen im Blick hatten (Lehrtext). Zu ihnen fühlte er sich hingezogen. Zu ihnen hatte Gott ihn gesandt. Für sie wollte er der gute Hirte sein, der sein Leben für die Schafe lässt, für dich und für mich.

Gebet: Herr, viele, die größer und mächtiger sind als ich, würden sich mit mir nicht abgeben, weil ich zu wenig Einfluss habe, zu wenig Macht, zu wenig Geld. Aber du, der Größte und Mächtigste, gibst dich mit mir ab. Siehst auf mich. Sorgst für mich. Bist für mich da. Was zählen da für mich große und mächtige Menschen, wenn ich doch dich habe. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Sonntag, 4. März 2018

verlassen von – verlassen auf hl

Losung: Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf. Psalm 27,10 

LehrtextWir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. 2.Korinther 4,8-9 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Wortspiel, das mehr als ein Spiel ist: 
     Ich bin nicht verlassen, weil ich mich auf Gott verlassen kann. Würde ich mich auf mich selbst verlassen, wäre ich von allen guten Geistern verlassen; denn dann müsste ich mein Schicksal ganz und gar in die eigene Hand nehmen und alle Herausforderungen allein bestehen. Würde ich mich nur auf Menschen verlassen, so wäre alle Hilfe, auf die ich hoffen könnte, begrenzt, brüchig und vergänglich. Selbst Eltern, die es mit ihrem Kind gut meinen, können ihm nicht garantieren, dass es sich immer auf sie verlassen kann. Sie sind nicht immer in seiner Nähe. Sie werden hinfällig und alt und müssen sterben. „Aber der Herr“, „aber der Herr“, „aber der Herr“ – er „nimmt mich auf“ (Losung). Darauf verlasse ich mich, verlasse, wenn es sein muss, auch mein Selbstvertrauen hin auf mein Gottvertrauen und halte daran fest, wenn mein Leben ins Rutschen kommt und die Welt wankt. 
     Ja, mir ist kein sorgen- und angstfreies Leben versprochen. Ich muss mit meinen Herausforderungen leben und andere mit ihren. Aber auch wenn ich bedrängt werde, so will ich mich doch nicht ängstigen. Und auch wenn mir bange ist im Blick auf das, was kommen könnte, will ich doch nicht verzagen. Und auch wenn man mir nachstellt und ich fliehen muss und alles verlassen, was mein bisheriges Leben ausmacht, so werde ich doch von meinem Gott nicht verlassen (Lehrtetxt). Das hoffe ich. Das glaube ich. Darauf verlasse ich mich.

Gebet: Herr, zahllose Menschen vor mir und zahllose mit mir verlassen sich auf dich. Du bist die einzige und letzte Hoffnung, wenn es hart auf hart kommt. Und wenn ich mich nicht mehr an mir selbst festhalten kann und auch nicht an anderen Menschen, so bist du doch mein letzter Halt. Denn solange ich glauben kann, bin ich nicht allein und solange ich hoffen kann, bin ich nicht verlassen. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 3. März 2018

aufrecht und frei hl

​​Losung: Sobald der HERR zu mir sprach, kam Geist in mich und stellte mich auf meine Füße, und ich hörte den, der zu mir sprach. Hesekiel 2,2 

Lehrtext Die Frau spricht zu Jesus: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet. Johannes 4,25-26 

Liebe Leserin, lieber Leser,

im heutigen Losungswort geht es um die Berufung Hesekiels zum Propheten durch Gott. In einer Vision schaut Hesekiel Gottes Thron und seine Herrlichkeit und fällt daraufhin überwältigt auf sein Gesicht (Hesekiel 1,26-28). So liegt auch ein katholischer Priester bei seiner Weihe auf dem Boden vor dem Bischof, um alle Heiligen des Himmels als Fürsprecher anzurufen und den Segen des Bischofs zu empfangen. Doch Gott will so nicht mit Hesekiel reden. Er will nicht, dass der Prophet vor ihm auf dem Bauch liegt, wenn er ihm etwas zu sagen hat. Der Mensch soll aufrecht vor ihm stehen und sich nicht künstlich klein machen. Und so sagt er zu ihm: »Du Menschenkind, stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir reden.« Daraufhin geschieht, was im Losungswort steht.
   Darum sage ich dir jetzt, wovon ich überzeugt bin: Vor Gott muss sich kein Mensch klein machen. Vor ihm muss niemand im Staub liegen wie vor den altorientalischen Königen. Es sind immer nur Menschen, die andere erniedrigen, um sich über sie erheben zu können. Gott aber erniedrigt seine Kinder nicht. Er will auch nicht, dass ich mich selbst erniedrige. Er will, wie die Losung sagt, dass wir von Angesicht zu Angesicht mit ihm reden. Er ist ein Gott der aufrichtet, und darum kann man vor ihm aufrecht stehen, erhobenen Hauptes und mit einem offenen, geraden Blick.
    Die heidnische Frau, von der im Lehrtext die Rede ist, hätte nach den damaligen Gepflogenheiten mit Jesus gar nicht sprechen dürfen und er nicht mit ihr. Doch in ihm wirkt der menschenfreundliche Gott, der alle Sitten, Gebräuche und Traditionen sprengt, die Menschen verkrümmen, entstellen, entfremden...  Auch jene Frau war für Jesus eine Tochter seines himmlischen Vaters. Er achtet ihre Menschenwürde. Und so hält er sie für würdig, ihr sein wahres Wesen zu offenbaren und sagt: »Ich bin der Gesalbte (= Christus, = Messias), auf den du hoffst. Und du bist es mir wert, dass ich dich treffe, mit dir rede, dir vergebe und dich erlöse. Ich sehe doch, wie du dich nach Liebe und Verständnis sehnst, und sage dir, dass Gott deine Sehnsucht stillen wird.« (Vergleiche Johannes 4 Verse 7.9.10.13.14.27)
     Ich finde, uns Christen sollte ein gesundes Selbstbewusstsein auszeichnen, dass wir die freien und geliebten Kinder des Höchsten sind. Und wir sollten durch unser Beispiel auch andere dazu ermutigen, dies für sich zu entdecken.     

Gebet: Herr, es hat lange gedauert, bis wir Menschen den aufrechten Gang gelernt haben. Und darum will ich mich auch nicht mehr krümmen und beugen, vor keinem Menschen, wer er auch sei. Und du willst das auch nicht. Als dein Kind stehe ich vor dir mit allen anderen auf gleicher Stufe und sie mit mir. Keiner ist unter mir, dass ich ihn verachten dürfte und keiner über mir, dass ich ihn verehren dürfte. Nur dir allein gehört alle Ehre, alles Lob, aller Respekt und alle Liebe. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Freitag, 2. März 2018

Licht in der Finsternis hl

Losung: Gott weiß, was in der Finsternis liegt, und nur bei ihm ist das Licht. Daniel 2,22 

LehrtextJesus spricht: Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Johannes 12,46 

Liebe Leserin, lieber Leser,

vorgestern habe ich im Fernsehen einen Beitrag über die Geheimnisse der Tiefsee gesehen. Dort unten, mehrere tausend Meter unter dem Meeresspiegel herrscht ewige Nacht. Kein Sonnenstrahl reicht bis dahin. Nur das künstliche Licht der Tauchroboter erhellt einen winzigen Ausschnitt dieser finsteren Welt. Zur Verblüffung der Forscher gibt es auch in diesen Tiefen noch Leben, wo mit über 1000 bar in bis zu 11.000 Metern Tiefe ein so mörderischer Druck herrscht, dass nur die stabilsten Roboter ihm standhalten können. Manche vermuten, dass an den heißen Quellen des Meeresbodens vor 3,77 Milliarden Jahren die Wiege des irdischen Lebens stand. Die Tiefsee bedeckt den größten Teil der Erde und doch ist über sie weniger bekannt als über die Oberfläche des Mondes. 
     Daran dachte ich als ich die heutige Losung las. Gott weiß, was alles in dieser Finsternis liegt. Aber es gilt auch, was unmittelbar vor unserem Bibelwort im Buch Daniel steht »Er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand, er offenbart, was tief und verborgen ist.« Ja, er gibt uns Menschen die Möglichkeit, auch solche Geheimnisse zu entdecken und zu erforschen und Licht in die tiefsten Tiefen des Planeten zu bringen. Manchen Forschern ist das durchaus bewusst. Und sie danken Gott dafür, was er sie entdecken lässt. Andere meinen, dass jede Entdeckung allein ihr Verdienst sei und rühmen sich ihrer Großartigkeit. Sollen sie.
     Aber es gibt noch andere Finsternisse, die unerforschbar bleiben: Alles, was ein Mensch im tiefsten Grunde seines Herzens fühlt und im hintersten Winkel seines Gehirns denkt. Ja, man kann inzwischen auch erforschen, ob jemand lügt oder Stress empfindet oder an angenehme Dinge denkt. Aber worum es dabei genau geht, das bleibt einem Außenstehenden verborgen. Nur Gott allein weiß, was in mir vorgeht und darum kann ich ihm das auch alles sagen, ohne mich schämen zu müssen. Alle meine Ängste und Sorgen, alle meine negativen Gefühle und Gedanken – ich kann sie ihm sagen. Und in dem Augenblick, da ich das tue, hilft er bereits auf seine Weise. Ich habe dann das alles vor ihm ausgesprochen, herausgesprochen aus meinem Herzen. Das entlastet und beruhigt mich.
     Und dann gibt es noch die Finsternis, von der Jesus im heutigen Lehrtext spricht. Damit meint er die Zukunft, die für uns unerforschbar und damit dunkel bleibt. Niemand weiß, was noch alles auf ihn zukommt. Doch Jesus sagt, ich bin deine Zukunft. Ich komme auf dich zu. Schau auf mich, dann läufst du nicht blindlings in die Finsternis; denn ich bin dein Licht, das dir den Weg weist. 
     Ohne ihn tappe ich orientierungslos durchs Leben. Ohne ihn muss ich mich an anderen Menschen orientieren, an deren Meinungen und Kenntnissen, auch an deren Irrtümern und Fehlentscheidungen. Ohne ihn ist kein Schritt sicher, den ich gehe. Denn weiß ich denn, ob die Richtung stimmt? Weiß ich denn, wohin mein Weg führt? Doch er verheißt mir, dass ich ihm vertrauen kann und »nicht in der Finsternis bleibe«.

Gebet Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke! Er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand, er offenbart, was tief und verborgen ist; er weiß, was in der Finsternis liegt, und nur bei ihm ist das Licht (Daniel 2,20-22).
Darum, Herr, schaue ich auf dich. Denn ich kenne meinen Weg nicht. Aber du. Du bist das Licht in meiner Nacht, in der Nacht meiner Ängste und Sorgen, in der Nacht meiner Schmerzen und Leiden, in der Nacht meines Todes. Dein Licht tröstet und wärmt mich, es gibt mir Hoffnung und Frieden. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. 
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Donnerstag, 1. März 2018

Der Spur folgen hl

LosungWer ist es, der den HERRN fürchtet? Ihm weist er den Weg, den er wählen soll. Psalm 25,12 

Lehrtext Ihr wisst doch: Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. 1.Petrus 2,21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

es kann schon mal vorkommen, dass man in einem größeren Wald spazieren geht und plötzlich die Orientierung verloren hat. Da steht man dann an einer Weggabelung und weiß nicht mehr, welchen Weg man wählen soll: den rechten oder den linken? Schlaumeier sagen jetzt: Dann schaue ich eben auf dem Smartphone bei Google Maps nach. Aber wenn keines zur Hand ist oder der Akku leer? Gut, dann kannst du mit deinem Begleiter schnick, schnack, schnuck machen oder dergleichen. Das ist aber dann schon sehr unsicher. Gegebenenfalls kannst du dich auch grob an der Himmelsrichtung orientieren. Dann hältst du nach dem Stand der Sonne Ausschau oder guckst, auf welcher Baumseite die Flechten wachsen. Irgendeinen Anhaltspunkt braucht man in einem solchen Fall, wenn man nicht komplett in die Irre gehen will.
     Das gilt erst recht im Leben. Denn, wie du weißt, ist das Leben nicht nur ein Spaziergang. Zwar gibt es leichte und sonnige Strecken, aber auch steile Wege und finstere Täler. Wie finde ich da meinen Weg?
     Die Losung sagt, wer Ehrfurcht vor Gott hat und sich nach seinen Geboten richtet, dem zeigt er den Weg, den man wählen soll. Da ist was dran. Die Zehn Gebote und andere Gesetze der Bibel, insbesondere des Alten Testamentes, können so etwas wie Leitplanken und Wegweiser sein. Zahllose Menschen haben sich seit 3000 Jahren daran orientiert, Juden und Christen. Sie hätten es wohl nicht getan, wenn sich das nicht im Großen und Ganzen bewährt hätte. Aber habe ich denn überhaupt noch eine Wahlfreiheit, wenn mir sowieso der Weg gezeigt wird, den ich gehen soll? Und wie ist es, wenn es zum Beispiel zum Konflikt kommt, wenn es einerseits in der Bibel heißt „Du sollst nicht töten“ und es andererseits in jedem Land zu aller Zeit Soldaten gibt, die genau dazu ausgebildet werden? Wie ist es, wenn es heißt „Du sollst nicht stehlen“ und von einem Bankangestellten verlangt wird, dass er den Kunden die Anlagemodelle verkauft, die der Bank am meisten Profit bringen?...
     Mein Konfirmationsspruch steht im Johannesevangelium und da fragt Petrus: »Herr, wohin sollen wir gehen?« und gibt sich auch gleich selbst die Antwort: »Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.« (Joh 6,68+69) Da geht es nicht gleich um Gebote und Verbote, sondern darum, dass ich, wie auch der Lehrtext heute sagt, Jesus erkenne und seiner Spur folge.
     Er ist, so glaube ich, von entscheidender Bedeutung dafür, was ich von Gott erkennen kann und dafür, wonach ich mich in meinem Leben richten kann. Er ist sozusagen mein Kompass. So weit, so gut. Wenn es so ist, und ich glaube, dass es so ist, dann kommt nun ganz viel darauf an, dass ich möglichst genau weiß, wer Jesus für mich ist. Dass ich möglichst genau weiß, wie das mit seiner Geburt war, was er gesagt hat, was er getan hat, wie er gelitten hat und wie sich das mit seiner Auferstehung verhält. Niemand, der Christ sein und seinen Weg finden will, kommt umhin sich mit Jesus zu befassen, von ihm zu lesen, Filme über ihn anzuschauen, Predigten anzuhören und mit anderen über ihn zu sprechen. Und dabei geht es meines Erachtens nicht so sehr um Einzelheiten, sondern hauptsächlich um das Gesamtbild, das ich von Jesus gewinne. Darum gebe ich jetzt ein paar Hinweise, welche ausgewählten Abschnitte aus der Bibel (die) man kennen sollte:

Gottes Liebe 1 (Johannes 3,16), Die Weihnachtsgeschichte des Lukas (Lukas Kapitel 2,1-21), Die Seligpreisungen (Matthäus Kapitel 5, 1-16), Vom Sorgen (Matthäus 6,19-34), Von der Selbstgerechtigkeit (Matthäus 7.1-11), Vom Steinewerfen (Johannes 8,1-11), Vom Glauben der hilft (Matthäus 9,18-22), Vom Senfkorn und vom Sauerteig (Matthäus 13, 31-35),  Der Hauptmann von Kapernaum (Lukas 7,1-10), Der Glaube besiegt die Angst (Matthäus 14,22-33), Der heilende Jesus (Matthäus 15,21-31), Der Mensch kommt vor dem Gesetz (Markus 2, 23-27), Von der Feindesliebe (Lukas 6,27-35 ), Der barmherzige Samariter (Lukas 10,25-37), Der Blinde von Jericho (Markus 10,46-52), Das größte Gebot (Markus 12,28-34), Das wiedergefundene Schaf (Matthäus 18,12-14), Der verlorene Sohn (Lukas 15,11-32), Jesus segnet die Kinder (Matthäus 19,13-15), Zachäus auf dem Feigenbaum (Lukas 19,1-10), Jesus, das Brot des Lebens (Johannes 6,28-38), Jesu Streit mit den religiösen Führern (Matthäus 23,1-36), Jesus begegnet in den Elenden (Matthäus 25,31-40), Jesus, der gute Hirte (Johannes 10,1-30), Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße (Johannes 13,1-15), Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen (Matthäus 26,14 bis 28,20), Der Auferstandene am See Genezareth (Johannes 21), Gottes Liebe 2 (Römer 8,31-39), Jesus, das Ebenbild Gottes (Kolosser 1,15-17)

     Wie gesagt, das sind nur Ausschnitte und das ist meiner Ansicht nach das Minimum, das man von Jesus kennen sollte. Aber wer diese Bibelabschnitte gelesen hat, hat schon mal einen guten Eindruck davon, welche Bedeutung Jesus für den Glauben und das Leben hat. Als Bibelübersetzung empfehle ich „Hoffnung für alle“ oder „Die gute Nachricht“.  Empfehlenswert ist auch das Neue Testament mit Erklärungen: Die Gruppenbibel. NT, Hoffnung für alle, Brunnen-Verlag, 20 Euro. Auch die, die das alles schon kennen, werden diese Geschichten wieder mit Gewinn lesen.

Gebet: Herr, was und wo auch immer ich gesucht habe, ich habe niemanden gefunden, dem ich so glauben kann wie dir und dem ich mein Leben anvertrauen möchte. Darum will ich dich auch nicht mehr verlieren und bitte dich, dass du mich bei dir hältst und ich immer wieder deine Nähe spüren darf. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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