Donnerstag, 5. April 2018

Es geht ums Ganze hl

​​Losung: Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott und sonst keiner mehr. Jesaja 45,22 

Lehrtext Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 1.Johannes 2,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

worum geht es dir, wenn du an Gott denkst? Um einzelne Erfahrungen in deinem Leben? Um ein Gebet? Um einen Gottesdienst? Um bestimmte Zeiten und bestimmte Orte? … Bei Gott geht es ums Ganze. Ihm geht es nicht um die Kirche. Ihm geht es nicht um die Gemeinde. Ihm geht es nicht um Christen, auch nicht um Juden oder sonst eine Religion. Ihm geht es ums Ganze und um alle, weil er Gott ist, der Gott des Ganzen statt nur einzelner Teile und weil er der Vater allen Lebens ist. Ihm geht es um dich. Und auch bei dir geht es ihm um dein ganzes Leben statt nur um einzelne Teile. 
     Worum geht es dir, wenn du an Gott denkst? Um Einzelheiten? Oder ebenfalls ums Ganze? Um dein ganzes Leben ohne Lücken und Ausnahmen? Von Anbeginn bis zum Ende?
     „Aller Welt Enden“, also alle Menschen werden gerettet, sagt die Losung. Zugleich schränkt dieses Bibelwort ein: Gerettet wird, wer sich Gott zuwendet. Das ist schon mal viel. Sehr viel sogar. Jedem, der sich Gott zuwendet, wird versprochen, dass er gerettet wird mitten in diesem Leben und am Ende. Als einer, der auf Gott vertraut, kannst du dieses Versprechen persönlich nehmen. Es ist auch dir gesagt.
     Der Lehrtext aus dem Neuen Testament aber überbietet die Losung aus dem Alten Testament. Zum Kernbestand des Glaubens gehört der Satz, dass Christus die ganze Welt am Kreuz mit Gott versöhnt hat (Lehrtext). Auch diejenigen, die sich ihm nicht zuwenden aus welchem Grund auch immer. Er erlöst alle Menschen aus ihren Sünden, alle ohne Ausnahme und ohne Vorbedingung. Das ist die gute Nachricht, das Evangelium. Wer sie hört und sich zu Herzen nimmt, muss nicht darum bangen, ob er auch dazugehört. Wer sie nicht hört oder dieser Nachricht nicht glaubt, hat leider nichts davon, obwohl sie auch ihm gilt.

Gebet: Herr, ich gehöre dir ganz, auch mit meinen problematischen Seiten so wie ein Kind seinen Eltern ganz gehört, mit seinen Begabungen und Schwächen. Dir gehört mein ganzer Tag, nicht nur die Augenblicke des Gebets, nicht nur ein Gottesdienstbesuch, nicht nur die wenige Zeit, in der ich über dich nachdenke. Die weitaus meiste Zeit des Tages denke ich nicht an dich, mache ich mir nicht bewusst, dass du für mich da bist und deine schützende und segnende Hand über mich hältst. Aber wenn ich es tue, dann tröstet es mich, zu wissen, dass du in jedem Augenblick meines Lebens an mich denkst und bei mir bist. Daraus schöpfe ich immer wieder neue Lebenszuversicht und Energie für den Alltag. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Mittwoch, 4. April 2018

Die Menschenwürde verteidigen hl

Losung: Du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich. Psalm 63,8 

LehrtextWer aus Gott geboren ist, den bewahrt er und der Böse tastet ihn nicht an. 1.Johannes 5,18 

Liebe Leserin, lieber Leser,

kennst du eigentlich den Artikel 1 unseres Grundgesetzes, die Basis aller Rechtsprechung sowie der politischen, sozialen wie wirtschaftlichen Bedingungen unserer Gesellschaft? Hier ist der Originalwortlaut: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Und daraus folgt Artikel 2:  Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
Diese Sätze wurden in das Grundgesetz aufgenommen aufgrund leidvoller Erfahrungen im Nationalsozialismus, wo sogenannte Nichtarier, Juden, Slawen, Zigeuner und Menschen mit anderer Hautfarbe als Untermenschen abgestempelt wurden. Sie, so hieß es damals, hätten keine Menschenwürde, die man achten müsse. Damals mussten Millionen erleben, dass »der Böse« sie und ihre Würde angetastet hat (vergleiche Lehrtext). Obwohl ich mich sonst gegen die Aufteilung der Menschen in gute und böse sträube, wer die Menschenwürde anderer antastet, gehört zu den Bösen, von denen in der Bibel die Rede ist.
     Es ist darum nicht nur die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt, sondern die Pflicht eines jeden Christen, die Menschenwürde eines anderen zu achten und zu schützen, egal ob er ein Deutscher ist oder ein Flüchtling, ein Ausländer oder ein Jude, egal ob er schwul ist oder Muslim, egal ob er behindert ist oder dement oder ein hinfälliger Greis oder ein noch nicht geborenes Kind. Die Menschenwürde zu achten und zu schützen dürfen wir nicht der staatlichen Gewalt allein überlassen. Das ist eine alltägliche Aufgabe, wenn zum Beispiel in der Schule oder am Arbeitsplatz andere gemobbt werden, wenn gegen Ausländer oder Muslime Hassparolen geschleudert werden oder wenn Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht und Frauen als Freiwild betrachtet werden. Die Achtung der Menschenwürde gilt auch in der Ehe und in der Familie. Auch in diesem intimen Bereich ist es nicht erlaubt, den anderen herabzuwürdigen und zu erniedrigen.
     Die Würde des Menschen, genauer: eines jeden Menschen, kommt für Juden und Christen von Gott, der den Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen hat, als Mann und als Frau, wie es in der Bibel heißt. Der Atheist oder der Andersgläubige hat von Gott dieselbe Menschenwürde wie ein gläubiger Jude oder Christ.
     Wir aber, die wir auf Gott vertrauen und im Glauben leben, sind Gottes Wächter für Menschenwürde und somit Anwalt für alle, deren Würde missachtet und angetastet wird. Dabei können wir mit seiner Hilfe rechnen und uns im Vertrauen auf ihn unerschrocken vor die Erniedrigten stellen.

GebetHerr Jesus Christus, auch dir hat man die Menschenwürde genommen, als man dich schmähte, folterte und kreuzigte. Darum bist du der Bruder aller, denen ihre Würde genommen wird. So wie damals viele bei deiner Kreuzigung weggeschaut haben, so schauen auch heute viele weg, wenn andere erniedrigt werden. Gib mir die Kraft und den Mut, hinzuschauen, für sie Partei zu ergreifen und gegen die Menschenverächter einzuschreiten. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Dienstag, 3. April 2018

Die Bibel verstehen hl

Losung: Sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: »Auf und hilf uns!« Jeremia 2,27 

LehrtextWeißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet? Römer 2,4 

Liebe Leserin, lieber Leser,

es macht mich traurig, dass nicht wenige die Bibel nach wie vor als ein „Du musst, sonst …“-Buch lesen. Ich verstehe schon, dass man sie als ein Buch lesen kann, das einen Menschen unter Druck setzt, auf ihn Zwang ausübt, ihm Angst vor Strafe macht. Allerdings hat das mit der frohen Botschaft von Jesus nichts zu tun. Nun kann man auch in den Evangelien Bibelstellen finden, in denen Jesus selbst so ähnlich redet. Manche stürzen sich geradezu begierig darauf, meistens deshalb, um mit seiner Autorität andere Menschen nun ebenfalls unter Druck zu setzen, ihnen ein schlechtes Gewissen und Angst zu machen. Ich lehne das ab. 
     Aber was ist dann mit solchen Sätzen von Jesus, die in diese Richtung gehen?
Damit sind wir wieder mal bei der Frage, wie man denn die Bibel lesen und verstehen kann. Es genügt eben nicht, alles so zu nehmen, wie es dasteht. Dann wäre jeder Satz der Bibel gleich gültig und dieses Buch würde schnell gleichgültig. Stattdessen brauche ich Kriterien, Maßstäbe, nach denen ich die Bibel lesen kann. Und da ist Jesus der erste und wichtigste Maßstab. Ich zitiere dazu wieder einmal Martin Luther, der gesagt hat, die Bibel soll man mit dem Maßstab lesen »was Christum treibet«, also was den Kern seines Redens, Handelns und Lebens zum Vorschein bringt. Nur was damit vereinbar ist, ist für einen Christen, der die Bibel liest, auch wichtig. 
     Aber was ist denn nun dieser Kern? Auch dieser sogenannte Jesus-Samenkern hat ein Zentrum, in dem alle Vitalität und Fruchtbarkeit steckt, und eine Schale, die überflüssig ist, wenn der Same auf den fruchtbaren Boden des Glaubens gefallen ist. Man kann diesen Samenkern, dieses Zentrum der Bibel, um das sich alles dreht, mit drei Wörtern zusammenfassen: »Gott ist Liebe« (1. Joh. 4,8) oder, wie es ein paar Verse weiter heißt:  »Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe« (1. Joh. 4,16) von ihr kann uns nichts trennen, nichts, wie Paulus schreibt. »Diese Liebe Gottes ist in Christus Jesus, unserm Herrn« (Römer 8,39). Daran muss sich alles messen lassen, was sonst noch in der Bibel steht, auch, was Paulus und Johannes darüber hinaus geschrieben haben und was manchmal nur bedingt mit dieser tiefen Einsicht vereinbar ist.
     Und diese Liebe, um das noch einmal klarzustellen, gilt nicht denen, die liebens-wert sind, sondern liebes-bedürftig. Sie gilt nicht in erster Linie den Gerechten, sondern den Sündern. Für sie lag Jesus in der Krippe, hing er am Kreuz und ist er auferstanden. Das mag uns gefallen oder nicht, es ist so. Und wer meint, dass er doch im Sinne der Bibel oder der Kirche alles richtig mache, muss sich fragen lassen, wie gut er sich selbst und die Bibel kennt.
     In der lutherischen Kirche hängt man noch bis heute der problematischen Vorstellung an, dass es in der Bibel und im Glauben um „Gesetz und Evangelium“ gehe, wobei zuerst das Gesetz komme und dann, wenn man aufgrund des Gesetzes (Zehn Gebote  etc) sein Versagen erkannt und bekannt habe, dass dann Gott vergebe, weil sein Sohn für unsere Sünden am Kreuz gestorben sei. Ich habe das auf der Universität so gelernt und zunächst brav nachgeplappert. Doch meine Glaubens- und Lebenserfahrung sowie meine tägliche Beschäftigung mit der Bibel hat mich zu einem anderen Schluss gebracht: Kein Mensch braucht die Peitsche des Gesetzes. Aber jeder Mensch braucht Gottes Liebe.
     Manche meinen, dass dies „billige Gnade“ sei. Nein, die Gnade ist nicht billig. Sie ist umsonst. Gott schenkt sie uns. Manche meinen, dass Sodom und Gomorrha ausbrechen würden, wenn man die Menschen nicht zwingen würde, sich an das göttliche Gesetz zu halten. Sodom und Gomorrha sind längst und mehrfach ausgebrochen, gerade auch in den Zeiten, als die Kirchen das Predigen von Gottes Gesetz, Zorn und Strafen in den Mittelpunkt stellten, zuletzt in Deutschland vor 70 und mehr Jahren. Manche meinen, Menschen würden nur auf Druck Gottes Willen tun und sich nach seinem Gesetz halten.
     Ich meine das alles nicht und halte es für einen Irrtum. Ich meine und glaube, dass Gott keinen Gefallen daran hat, dass Menschen nur aufgrund von Druck und Angst seinen Willen tun und glauben. Ich meine und glaube aber, dass er sich daran freut, wenn sie das freiwillig und aus Dankbarkeit tun, weil sie seine Liebe erfahren haben und weitergeben, weil sie auf ihn vertrauen können und und sich gern an das wichtigste Gebot halten, das Jesus uns gegeben hat: Gott lieben und seinen Nächsten wie sich selbst.
     Und genau dazu leitet uns Gottes Güte (Lehrtext), dass er uns Zeit gibt, zu diesem Glauben zu finden, ihn zu entdecken und zu leben. Und dann lehrt nicht erst die Not beten (Losung), sondern dann ist es mir ein Herzensanliegen, täglich im Gebet mit Gott verbunden zu sein, ihn zu bitten, ihm zu danken und ihn zu preisen.  

Gebet: Herr, ich danke dir für das große Geschenk, dass ich dir vertrauen und im Glauben mit dir leben kann. Du hast versprochen, mir in Liebe verbunden zu bleiben, komme was da mag. Darum verlasse ich mich auf deine Treue und bitte dich um die Kraft, auch dir treu bleiben zu können. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. 
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Montag, 2. April 2018

Gott ist mein Schicksal hl

LosungMein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Psalm 22,3 

LehrtextDie Jünger sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. Lukas 24,29 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du schon mal so ähnlich beten müssen wie David im Psalm 22? Hier ein Ausschnitt aus seinem Gebet mit der heutigen Losung: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,... Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.« (Psalm 22 Auswahl) 
     Wer so betet, dem geht es wirklich schlecht. Manche Theologen meinen, dass Jesus Teile dieses Psalms am Kreuz gebetet hat, da auch er sagt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Jedenfalls ist das ein erschütterndes Gebet. Ob es auch das Herz Gottes erschüttert?
     Ich möchte ein solches Gebet nicht beten müssen. Aber wer weiß, vielleicht kommt die Zeit, da ich froh bin, überhaupt so beten zu können. Und trifft nicht oft genug zu, was David betet: „Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer“? Du und ich, wir haben doch keine Alternative zu Gott. Wer sollte uns denn sonst in großer Not helfen? Ich wüsste keinen. Es stimmt schon: „Von Mutterleib an bin ich auf ihn geworfen“, von Anbeginn meines Lebens ist Gott mein Schicksal. Dass ich überhaupt bin, meine gesamte Existenz ist mit ihm unauflöslich verwoben. Zum Leben, das er mir gegeben hat, gehören nicht nur die guten, sondern auch die schlechten Zeiten. Und wenn ich die einen gern aus seiner Hand nehme, sollte ich dann die anderen nicht auch annehmen? (siehe Hiob 2,10)
     Mir geht es nicht anders als meinen Vorfahren, die auch auf Gott gehofft haben auf ihrem Krankenlager und in den Schützengräben, in den Zeiten von Hunger und Seuchen und nicht zuletzt auf dem Totenbett. Hätten sie nicht Hilfe erfahren, könnte ich nicht ihr Nachkomme sein. Sie sollen mir ein Hinweis sein, dass Gott erhört und hilft. Und darum will auch ich auf ihn hoffen.
     Ja, Gott ist mein Schicksal. Es gibt kein Leben ohne ihn, für niemanden. Mögen es auch viele sein, die sich das einreden, die meinen, Gott nicht zu brauchen und ohne ihn leben zu können; die sich damit brüsten, gottlos zu sein und auf den Glauben verzichten zu können. – Auch sie gäbe es nicht ohne ihn. Keinen Augenblick könnten sie ohne seine Hilfe leben. Und was ist, wenn ihnen das Wasser der Leiden bis zum Hals geht und das Feuer der Schmerzen über ihnen zusammen schlägt? Wenn kein Mensch mehr helfen kann, kein Smartphone, keine Medizin, keine atheistische Weltanschauung?
     Gott ist unser aller Schicksal. Wie gut, wenn ich das weiß, wenn ich auch noch in schweren Zeiten auf ihn vertrauen, zu ihm beten kann. Und selbst wenn ich bete „Gott, warum hast du mich verlassen?“, so bleibt er doch meine Adresse, an die ich mich wenden, das Ohr, in das ich schreien und klagen kann.

Gebet Ja, Herr Jesus, bleibe bei uns am Abend eines jeden Tages (Lehrtext), am Abend des Lebens, am Abend der Welt. In dir erkenne ich, dass ich Gott nicht gleichgültig bin, sondern dass er barmherzig ist und hilft. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


Mit Spracherkennung diktiert. 
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Sonntag, 1. April 2018

Eine trotzige Hoffnung (Osterpredigt) hl

Liebe Freunde,

manches, was Christen so sagen und tun, ist eigentlich ganz vernünftig. Zum Beispiel, dass man anständig leben soll, nicht stehlen, nicht lügen und nicht egoistisch sein. Dass man seinen Mitmenschen helfen soll und bereit sein, zu vergeben und um Verzeihung zu bitten. Dass man verträglich ist, dass man auch mal nachgibt, auch mal was hergibt, Bedürftigen etwas abgibt und auch mal was für die Allgemeinheit tut.
     Das alles und noch das eine oder andere, was ich jetzt nicht genannt habe, ist vernünftig. Und weil nach wie vor viele Menschen in diesem Sinn anständig und vernünftig sein möchten, bezeichnen sie sich als Christen und bleiben in der Kirche.
     Aber zum Christsein gehört auch, womit manche, vor allem Männer, Probleme haben. Zum Christsein gehört, dass man glaubt. Nun gut, an Gott, den Schöpfer von Himmel und Erde, kann man noch glauben. Aber an Jesus? Und besonders kritisch wird es, wenn man glauben soll, was wir heute an Ostern feiern, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Das passt einfach nicht mehr in unsere moderne, aufgeklärte Welt. Ist nicht mehr zeitgemäß.
     Wie ist das eigentlich bei dir? Glaubst du denn, was wir heute feiern? Glaubst du, dass Jesus von den Toten auferstanden ist? Vielleicht hilft es dir, darauf eine Antwort zu finden, wenn ich sage, was ich glaube:
Ich glaube nicht an die Auferstehung, weil das die Kirche so will. Ich glaube auch nicht an den Satz »Am dritten Tage auferstanden von den Toten«, weil er im Glaubensbekenntnis steht. Ich glaube überhaupt nicht an etwas, weder an übernatürlichen Wahrheiten noch menschliche Gewissheiten.
     Aber ich vertraue. Ich vertraue auf Gott und glaube, dass er diese Welt und alle seine Geschöpfe aus Liebe geschaffen hat. Und dass er darum kein Geschöpf verloren gibt, auch mich nicht und dich nicht.
Ich glaube, dass Gott das, was er begonnen hat, vollenden wird – auch dich und mich.
Ich glaube, dass dem Allmächtigen auch der Tod unterworfen ist und ihm dienen und wieder hergeben muss, was er sich genommen hat.
Ich glaube, dass Gott, der alles, was ist, aus dem Nichts geschaffen hat allein durch sein Wort, - dass dieser Gott auch die Toten auferwecken wird allein durch sein Wort. 
Und ich glaube, dass sich dieser Gott dir und mir in Jesus zeigt, uns in ihm begegnet, in ihm sein Wesen enthüllt.
Darum und nur darum glaube ich, dass er Jesus auferweckt hat, damit wir erkennen, wer und wie unser Gott ist, wer und wie er für dich und für mich ist. Das glaube ich und darauf vertraue ich.
Das ist es auch, was mich hoffen lässt über Sarg und Grab hinaus. Das ist es, was mich hoffen lässt nicht nur für mich und für dich, sondern für alle seine Geschöpfe. Das ist es, was mich hoffen lässt, dass nicht alles vorbei ist, wenn wir Menschen unsere Welt zu Grunde richten.
     Ist denn zur Zeit die politische Lage so bedrohlich, dass man so reden muss? Ich denke ja. Die Regierenden in unserem Land und weltweit benehmen sich wie Kinder. Sie teilen die Welt ein in Gut und Böse, wobei wir natürlich immer die Guten sind und die anderen die Bösen. Russland und der Westen bestrafen sich gegenseitig mit Sanktionen. Beleidigen sich mit Vorwürfen und Unterstellungen. Weisen Diplomaten aus, wo man doch gerade jetzt Diplomaten bräuchte, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Sie schrecken auf beiden Seiten nicht vor Halbwahrheiten zurück und nicht vor ganzen Lügen. Sie rüsten auf - auf Teufel komm raus. Das ist der Weg in den Krieg. Wo bleibt da die Vernunft? Wo die Besonnenheit? Wo der Wille zur Verständigung? Wo die Einsicht, dass wir nur miteinander den Frieden erhalten und nicht gegeneinander?
     Ja, das alles verheißt nichts Gutes. Aber ich rechne schon lange nicht mehr damit, dass Menschen vernünftig handeln, besonnen reagieren und auf Versöhnung bedacht sind. Würde ich mich nur auf Menschen verlassen, auch auf mich, so wäre ich verlassen – und nicht nur ich. Aber das ist doch auch ein Grund, warum wir heute Ostern feiern, weil wir aller menschlichen Vernunft und Logik zum Trotz bekennen: „Der Herr ist auferstanden“. Weil wir Gott mehr zutrauen als uns selbst, weil wir immer noch auf ihn hoffen, wenn es sonst nichts mehr zu hoffen gibt. Weil wir nach wie vor auf ihn vertrauen und sagen: „Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat“.
     Das gilt im Hinblick auf die große Welt genauso wie auf unsere kleine. In beiden Fällen vertraue ich auf Gott. Er der Allmächtige hat alles in seiner Hand, die Mächtigen in aller Welt genauso wie die vielen Ohnmächtigen, die nichts zu sagen, die keinen Einfluss haben. Er hat auch Leben und Tod in seiner Hand. Ihm will ich mit euch die Ehre geben. Ihn will ich loben und ihm danken, dass er alles regiert und wir noch immer leben können.
     Liebe Freunde, jetzt mal ehrlich, was bleibt uns denn noch, wenn wir nicht mehr auf Gott vertrauen und darauf, dass sein Wille geschieht, dass er regiert und dass er alles zu einem guten Ende bringt? Nichts bleibt dann als die Angst, dass alles ein schlechtes Ende nimmt, weil nach menschlichem Ermessen alles mit dem Tod endet.
     Doch ich weigere mich, das zu glauben. Ich räume dem Tod nicht eine solche Macht über mich ein. Zwar weiß ich, dass er stärker ist als ich und auch mich holen wird. Aber ich glaube, dass ich nicht ihm gehöre, sondern Gott und dass er mich darum wieder hergeben muss, weil Gott es so will. 
     Auf vielen Bildern wird der Tod als ein klapperdürres Gerippe dargestellt. Aber warum? Macht er nicht unablässig reiche Beute? Sammelt er nicht ständig Menschen in seinen finsteren Sack? Eigentlich müsste der Tod doch dick und fett sein. Doch jedes Mal, wenn er in seinen schwarzen Sack greift, weil es ihn hungert, ist der Sack leer. Der Tod ist nicht nur dürr, sondern auch dumm. Er merkt nicht, dass sein Sack ein Loch hat. Denn das, was der Tod sammelt, gehört ihm nicht, sondern dem, der es geschaffen hat. Der hat ihm das Loch in den Sack geschnitten und sorgt dafür, dass der Tod seine Beute wieder verliert und du und ich das Leben gewinnen.
     Manches, was Christen so sagen und tun ist eigentlich ganz vernünftig. Aber zum Christsein gehört auch der Glaube, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Gott hat ihn auferweckt. Er wird auch mich auferwecken und dich. Daran, liebe Freunde, lasst uns festhalten was immer auch andere uns einreden wollen. Das ist unser Osterglaube, von dem es in der Bibel heißt, er ist höher als alle Vernunft und bewahrt unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen
Frohe Ostern!
Hans Löhr 

Nachtrag: Diese Predigt wurde nicht gehalten, stattdessen die österliche "Spontanpredigt" "Ein Grab mit Ausgang" in der Kirche am Ostersonntag und im Lichtblickgottesdienst am Ostermontag. Hier die Audio-Version.

Samstag, 31. März 2018

Die Welt steht Kopf hl

Losung: Der HERR harrt darauf, dass er euch gnädig sei. Jesaja 30,18 

Lehrtext Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war, und sprach: Der Menschensohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Lukas 24,6-7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was meinst du, wer sind die „Sünder“ von denen im Lehrtext die Rede ist? Sind das besonders böse Menschen, besonders verwerfliche, gottlose, unmoralische, liederliche? Ja, sie alle sind Sünder. Und was ist mit den anderen? Den Guten, den Gläubigen, den moralisch Korrekten, die „immer strebend sich bemühen“ wie Goethe sagt, was ist mit den Menschen von hohem Ansehen? Hm, wenn ich die Bibel richtig verstanden habe, dann sind auch sie Sünder, vielleicht umso mehr, je weniger sie es selbst wahrhaben wollen (Lukas 18,9-14)
     Im Lehrtext sprechen zwei Männer in weißen Gewändern und erinnern die erschrockenen Frauen am leeren Grab, was Jesus vor seinem Tod gesagt hatte: Er werde „Sündern“ in die Hände fallen, die ihn kreuzigen. Wer waren diese Leute? Waren das Diebe und Ehebrecher, Huren und Betrüger und sonst allerlei Gesindel? In der Bibel tragen sie andere Namen. Da heißen sie nach den damaligen Begriffen Hohepriester, Priester, Schriftgelehrte. Nach heutigen Begriffen: Bischöfe, Pfarrer, Theologieprofessoren. Es war also die kirchliche Elite, in deren Händen er gefallen ist, die ihn gekreuzigt hat und die er „Sünder“ nennt. Das gibt mir als Pfarrer zu denken. 
     Aber die beiden weiß gewandeten Männer erinnern noch an etwas anderes. Er hatte auch gesagt, dass er am dritten Tage auferstehen werde. Doch wofür das alles, die Verhaftung, die Kreuzigung, die Auferstehung? Für die Sünder, für Menschen mit und ohne Kirche, mit und ohne Glauben, mit und ohne Moral, mit und ohne Gesetz … Für das Gesindel genauso wie für die sogenannte „ehrenwerte Gesellschaft“. Denn Gott besteht darauf, dass er ihnen allen gnädig sei (Losung neu übersetzt).
     Will ich das, dass Jesus auch für die Bösen gestorben und auferstanden ist und nicht nur für Leute wie mich, die sich für gut halten und meinen, anständig zu sein? Oder ist es nicht gerade diese Selbstgerechtigkeit, die mich zu einem Sünder macht, zu einem der schlimmsten überhaupt?
     Die Bibel kann einen manchmal ganz schön durcheinanderbringen, weil aus ihrer Sicht plötzlich längst nicht mehr alles so klar und einfach ist, wie es aus menschlicher Sicht zu sein scheint. Da sind plötzlich die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten (Matth. 20,16). Mächtige werden vom Thron gestürzt und Geringe emporgehoben. Hungernde werden reich und Reiche müssen hungern (Lukas 1,52+53). Wer weint ist glücklich dran, denn er wird lachen (Lukas 6,21b). Und die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten (Pslam 126,5). Einer steht gar von den Toten auf. Und der als Verbrecher hingerichtet wird, ist plötzlich Richter über alle Welt. Ja, wo man es mit Gott zu tun bekommt, steht die Welt Kopf. Wer aber will, dass alles so bleibt wie es ist, sollte ins Bett und sich mit Traditionen, Riten und Ritualen zudecken. Vom Glauben aber sollte er besser die Finger lassen. 

Gebet
„Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit“ (Evang. Gesangbuch Nr. 263,2) -
Darum bitte ich dich, Herr, in diesen Ostertagen. Denn ohne dich ist mein Glaube tot. Durch dich aber wird er lebendig. Darum klammere ich mich nicht an tote Traditionen, so ehrwürdig sie auch sein mögen. Sondern ich halte mich an dich, dass du mich wachrüttelst zum großen Wecken. Amen
Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Freitag, 30. März 2018

Osterglaube am Karfreitag hl

​​Losung: Als Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind. 2.Mose 14,21 

LehrtextIch bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. Römer 8,38-39 

Liebe Leserin, lieber Leser,

alle Flüsse münden ins Meer. Alles Leben mündet in den Tod. Und dann? Die Losung erzählt, dass Gott auch durchs Meer einen Weg bahnen kann, wo keiner ist. Und im Lehrtext spricht Paulus davon, dass uns auch das Meer des Todes nicht trennen kann vom rettenden Ufer des Lebens, weil uns der liebende Gott nicht verlässt, dich nicht und mich nicht.
     Am Karfreitag schien es so, als ob Gott seinen Sohn und mit ihm auch uns alle verlassen hätte. So klagte Jesus am Kreuz. Am Tag nach Karfreitag war für alle, die ihm nachgefolgt waren, die Zukunft schwarz. Alles war sinnlos. Alles hoffnungslos. Alles erbarmungslos. Doch am dritten Tag wälzte Gott den Stein vom Grab, nicht, damit die Frauen hinein kamen, um den toten Jesus zu salben, sondern damit er herauskam, lebendig wie nie. Nicht damit wir dort in der Gruft trauern, sondern uns in der Welt freuen. Nicht damit auch wir für immer im Grab liegen, sondern mit Jesus auferstehen.
     Unser Glaube ist Osterglaube - auch am Karfreitag.

Gebet: Herr, eines Tages muss ich sterben. Aber an allen anderen lebe ich. Sie soll der Tod nicht überschatten. Sie will ich leben im Licht des Glaubens. Sie will ich genießen so gut es geht und mich an ihnen mit anderen freuen. Und an den schweren Tagen vertraue ich darauf, dass du sie  mir tragen hilfst. Darum starre ich nicht in die Dunkelheit, sondern blicke auf dich; denn du bist meine Sonne. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Donnerstag, 29. März 2018

Tanzen mit Gott hl

Losung: Siehe, alle Menschen gehören mir. Hesekiel 18,4 

LehrtextJesus spricht: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Johannes 14,2 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gebet

Herr, alle Menschen gehören dir und darum können auch Tod und Teufel dir keinen nehmen, den du geschaffen, den Jesus Christus am Kreuz erlöst hat. Alle Menschen gehören dir und darum auch ich. Das gibt mir Zuversicht und Lebensmut.
     Durch dein Wort weiß ich, dass ich nicht allein bin; denn du bist für mich da. Durch dein Wort weiß ich, dass niemand verloren geht, der war, der ist, der sein wird. Auch die von meinen Angehörigen und Freunden nicht, die nicht glauben. Du liebst sie genauso wie mich. Ja, ich gehöre dir und sie auch. Ohne dich gäbe es mich nicht und sie auch nicht. Alles, die ganze Schöpfung ist in dir geborgen, darum geht nichts verloren. Alles ist von dir bestimmt, darum ist nichts sinnlos. Alles ist von dir gesegnet, darum wirst du alles vollenden. Denn du bist alles in allem. (1. Korinther 15,28)
     In dir bin ich daheim. In deinem Haus findet jeder eine Bleibe. Niemand kann mich daraus vertreiben. Jetzt wohne ich da im Glauben und einmal auch im Schauen. Dann sind wir alle willkommen an Jesu Tisch und feiern gemeinsam mit dir das Fest der Erlösten. Dann trinken wir den Wein der Versöhnung und essen vom Brot des Lebens. Dann tanzen wir mit dir, mein Gott, Sirtaki und singen dir unsere Lieder. Unser Mund wird voll Lachens sein und unser Gesicht wird strahlen vor Freude. Leid, Tränen und Schmerzen werden vergangen sein, weil du in unserer Mitte bist und alles zu einem guten Ende gebracht hast.
     Halleluja, Herr, dich will ich loben mein Leben lang - für immer. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Mittwoch, 28. März 2018

Frieden: durch Militär oder Versöhnung? hl

Losung: Du wirst ferne sein von Bedrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten, und von Schrecken, denn er soll dir nicht nahen. Jesaja 54,14 

LehrtextJesus spricht: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Johannes 14,27 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie gibt denn die Welt Frieden? Vielleicht sollte man besser fragen: Wie meint denn die Welt, dass sie Frieden geben könne? 
Nehmen wir Deutschland als Beispiel: Armee (Bundeswehr) mit Kampfeinsätzen, Aufrüstung, steigende Rüstungsausgaben (2017: 41,7 Milliarden €), viertgrößter Rüstungsproduzent weltweit. Deutsche Waffen töten in diesem Augenblick in allen Kriegen und militärischen Konflikten. Das lässt die Gewinne und Steuern steigen und schafft Arbeitsplätze.
Wird so der Frieden erhalten? Vor allen Kriegen der letzten Jahrhunderte wurden Armeen aufgestellt und aufgerüstet, stiegen die Ausgaben für das Militär, wurden Waffen produziert und Pläne für Kriegsführung entworfen. Der Friede wurde damit nicht erhalten, sondern der jeweils nächste Krieg möglich gemacht. Warum macht man überall in der Welt immer so weiter, obwohl man wissen kann, dass auf diesem Weg der nächste große Krieg kommt und mit ihm unermessliches Leid vor allem für die schutzlose Zivilbevölkerung?
Nein, die Welt kann keinen Frieden geben, jedenfalls keinen dauerhaften. Friede, das war bisher immer eine längere oder kürzere Atempause zwischen dem letzten und dem nächsten Krieg.
Und wie gibt Jesus seinen Frieden? 
Er nennt die Friedensstifter selig und sagt: »Alle die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.« Die ersten Christen hatten das verstanden. 300 Jahre bis Kaiser Konstantin haben sie sich nicht an Kriegsdiensten aller Art beteiligt. Dann wurde das Christentum Staatsreligion und damit kam es - bis heute - zum Sündenfall der Gewalt.
Nein, Jesus hatte mit Waffengewalt nichts zu tun. Er sprach auch nicht davon, dass man mit Armeen und Rüstung Frieden schaffen könne. Stattdessen ging es ihm um den inneren Frieden, um den Frieden mit Gott, aus dem dann auch der Frieden mit den Mitmenschen, ja sogar mit den Feinden hervorgeht. Frieden kann man nur mit friedlichen Mitteln schaffen und erhalten. Und wie der Krieg in den Köpfen und Herzen der Menschen entsteht, so auch der Friede. Denn wer mit Gott und mit sich selbst versöhnt ist, könnte auch mit anderen versöhnt leben, wenn nicht - die Bösen immer die anderen wären. Aber was sind dann wir in ihren Augen? Und was antworten wir auf die Frage: »Wenn ihr an seinen Sohn glaubt, warum tut ihr nicht, was er euch befohlen hat?«

Gebet: Mein Gott, du hast durch deine Propheten gesagt, dass die Menschen in den letzten Tagen ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und nicht mehr lernen werden Krieg zu führen. Doch wir Menschen sind von uns aus dazu nicht in der Lage. Ob wenigstens die, die an dich glauben, den Krieg verabscheuen und sich aller Vorbereitungen enthalten? Sende uns den Geist deines Sohnes Jesus, den Geist der Sanftmut und Barmherzigkeit, den Geist der Versöhnung und des Friedens. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Dienstag, 27. März 2018

Der tiefere Sinn des Karfreitags hl


LosungMächtig waltet über uns seine Güte, und die Treue des HERRN währt in Ewigkeit. Halleluja. Psalm 117,2 

LehrtextGott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Römer 8,32 

Liebe Leserin, lieber Leser,

gibt es jemanden, den du zu 100 Prozent liebst? Bei meinen großen Töchtern habe ich den Eindruck, dass sie ihre Kinder so lieben. Und ich wünsche mir, dass meine Kinder sich von mir so geliebt fühlen. Aber ich weiß auch, dass ich ein unvollkommener Mensch bin. Wie soll ich da vollkommen, also hundertprozentig lieben können?
     Soviel vorab. Und jetzt zum Lehrtext: Seit 2000 Jahren, schon zur Zeit des Neuen Testamentes, zerbrechen sich Theologen den Kopf, welchen Sinn Jesu Tod hat. Eigentlich hatte diese Hinrichtung am Kreuzgalgen aus menschlicher Sicht nur den einen Sinn, dass die damaligen Kirchenführer ihren schärfsten Kritiker beseitigt haben, um so ihre Macht und ihren Einfluss erhalten zu können. 
Aber könnte der Kreuzestod Jesu aus Gottes Sicht vielleicht einen anderen Sinn haben? 
     Der Evangelist Johannes (Joh 3,16) wie auch der Apostel Paulus (Lehrtext) wollten mit ihrem Verständnis verdeutlichen, dass Gott die Welt (Johannes) bzw. uns alle (Paulus) ganz und gar, also hundertprozentig geliebt habe. Welch größeres Opfer sollte er bringen, als dafür seinen Sohn »dahinzugegeben«? Auf welch anderem Weg hätte er zeigen können, wie groß, wie unübertrefflich seine Menschenliebe ist?
     Der Sinn von Jesu Tod am Kreuz liegt also nicht im blutigen Opfer, wie nicht wenige meinen. Er liegt nicht darin, dass Gottes Zorn über die sündigen Menschen gestillt werde. Der Kreuzestod soll vielmehr zeigen, wie umfassend Gottes Liebe zu allen Menschen ist, dass er dafür sogar das Opfer bringt, seinen einzigen Sohn sterben zu lassen.
     Nicht Gott hat seinen Sohn umgebracht, sondern die damalige Kirche (siehe auch Evang. Gesangbuch S. 189). Nicht er war grausam, sondern sie. Aber im Glauben sehen wir schärfer und erkennen durch den heiligen Geist: Der tiefe Sinn dieses Todes ist, dass Gott seine sündigen Menschen bedingungslos liebt, um ihnen, um dir und mir, zu vergeben und uns alle zu erlösen.
     Auf diesem Hintergrund wird deutlich, dass das Schwergewicht auch im Lehrtext des Paulus nicht auf dem Wort „dahingegeben“ liegt, sondern auf dem Satz, auf den alles zuläuft: „Wie sollte Gott uns mit ihm (seinem Sohn) nicht alles schenken?“ Das ist aus meiner Sicht der Sinn des Karfreitags, dass wir in jeder Hinsicht von Gott beschenkte Menschen sind. Beschenkt mit seiner vollkommenen und voraussetzungslosen Liebe. Was sich an Weihnachten andeutet, vollendet sich am Karfreitag: Gott lässt seine Menschen mit ihren Problemen, ihrer Schuld und ihrem Versagen nicht im Stich. Er kommt in Jesus, um zu vergeben, zu retten und zu erlösen. (Siehe auch 1. Johannes 4,10)
     Jetzt verstehe ich auch die heutige Losung, wo es heißt: »Mächtig waltet über uns seine Güte, und die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.« Ja, Gott bleibt uns in Jesus treu bis in den Tod und darüber hinaus. 
     Wahrscheinlich gibt es niemanden, den du hundertprozentig lieben kannst. Aber es gibt den einen, der dich so liebt.

Gebet: Mein Gott, du bist das Geheimnis der Welt. Und dein Geheimnis ist Liebe.* Aus ihr heraus hast du alles geschaffen, auch mich, und willst nichts verloren geben, was du ins Leben gerufen hast. Aus ihr heraus kommst du in Jesus zu mir, damit ich mich selbst erkenne als einen Menschen, der von dir geliebt wird, für den du da bist und den du erlösen wirst. Das gibt mir meine Würde. Das macht mich frei in den Bindungen dieser Welt. Das lässt mich getrost und fröhlich sein. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

* siehe 1. Johannes 4,16 

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach