Montag, 2. April 2018

Gott ist mein Schicksal hl

LosungMein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Psalm 22,3 

LehrtextDie Jünger sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. Lukas 24,29 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du schon mal so ähnlich beten müssen wie David im Psalm 22? Hier ein Ausschnitt aus seinem Gebet mit der heutigen Losung: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,... Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.« (Psalm 22 Auswahl) 
     Wer so betet, dem geht es wirklich schlecht. Manche Theologen meinen, dass Jesus Teile dieses Psalms am Kreuz gebetet hat, da auch er sagt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Jedenfalls ist das ein erschütterndes Gebet. Ob es auch das Herz Gottes erschüttert?
     Ich möchte ein solches Gebet nicht beten müssen. Aber wer weiß, vielleicht kommt die Zeit, da ich froh bin, überhaupt so beten zu können. Und trifft nicht oft genug zu, was David betet: „Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer“? Du und ich, wir haben doch keine Alternative zu Gott. Wer sollte uns denn sonst in großer Not helfen? Ich wüsste keinen. Es stimmt schon: „Von Mutterleib an bin ich auf ihn geworfen“, von Anbeginn meines Lebens ist Gott mein Schicksal. Dass ich überhaupt bin, meine gesamte Existenz ist mit ihm unauflöslich verwoben. Zum Leben, das er mir gegeben hat, gehören nicht nur die guten, sondern auch die schlechten Zeiten. Und wenn ich die einen gern aus seiner Hand nehme, sollte ich dann die anderen nicht auch annehmen? (siehe Hiob 2,10)
     Mir geht es nicht anders als meinen Vorfahren, die auch auf Gott gehofft haben auf ihrem Krankenlager und in den Schützengräben, in den Zeiten von Hunger und Seuchen und nicht zuletzt auf dem Totenbett. Hätten sie nicht Hilfe erfahren, könnte ich nicht ihr Nachkomme sein. Sie sollen mir ein Hinweis sein, dass Gott erhört und hilft. Und darum will auch ich auf ihn hoffen.
     Ja, Gott ist mein Schicksal. Es gibt kein Leben ohne ihn, für niemanden. Mögen es auch viele sein, die sich das einreden, die meinen, Gott nicht zu brauchen und ohne ihn leben zu können; die sich damit brüsten, gottlos zu sein und auf den Glauben verzichten zu können. – Auch sie gäbe es nicht ohne ihn. Keinen Augenblick könnten sie ohne seine Hilfe leben. Und was ist, wenn ihnen das Wasser der Leiden bis zum Hals geht und das Feuer der Schmerzen über ihnen zusammen schlägt? Wenn kein Mensch mehr helfen kann, kein Smartphone, keine Medizin, keine atheistische Weltanschauung?
     Gott ist unser aller Schicksal. Wie gut, wenn ich das weiß, wenn ich auch noch in schweren Zeiten auf ihn vertrauen, zu ihm beten kann. Und selbst wenn ich bete „Gott, warum hast du mich verlassen?“, so bleibt er doch meine Adresse, an die ich mich wenden, das Ohr, in das ich schreien und klagen kann.

Gebet Ja, Herr Jesus, bleibe bei uns am Abend eines jeden Tages (Lehrtext), am Abend des Lebens, am Abend der Welt. In dir erkenne ich, dass ich Gott nicht gleichgültig bin, sondern dass er barmherzig ist und hilft. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr


Mit Spracherkennung diktiert. 
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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