Donnerstag, 19. September 2024

Geh hin in Frieden! hl

Losung: HERR, geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Psalm 143,2

Lehrtext: Jesus sprach zu der Frau: Dir sind deine Sünden vergeben. Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden! Lukas 7,48.50

Liebe Leserin, lieber Leser,

dass ich vor Gott nicht gerecht bin (Losung),  weiß ich. Dass ich auch meinen Mitmenschen immer wieder mal nicht gerecht werde, weiß ich. Dass ich damit auch mir und meinen Ansprüchen an mich nicht gerecht werde, weiß ich. Und am wenigsten bin ich gerecht, wenn ich anderen gegenüber selbstgerecht auftrete, um sie zu beeindrucken oder weil es mir an Einsicht oder Wissen fehlt oder aus welchem Grund auch immer. Dass auch sonst "niemand von den Lebendigen gerecht ist" (Losung), weiß ich auch. Doch das macht die Sache nicht besser.

Nein, selbstgerecht möchte ich nicht sein und auch nicht rechthaberisch. Aber merke ich das auch? Der sprechendste Kommentar dazu ist, wenn ich beschuldigend mit dem Zeigefinger auf einen anderen deute, denn dann weisen drei Finger auf mich zurück. Das gilt auch für jede Form der üblen Nachrede.

Unverzichtbare Selbstkritik

Ohne Selbstkritik, ohne dass ich mir zuerst den Balken aus meinem Auge ziehe, bevor ich den Bruder auf den Splitter in seinem hinweise (Matthäus 7,1-5) geht es nun mal nicht. In der Bibel heißt das "Buße". Wenn mir das klar ist, ist auch meine hoffentlich berechtigte Kritik an anderen nicht mehr so verletzend und gnadenlos. Sonst wäre ich ein Heuchler, einer "mit doppelten Standards", der an anderen andere Maßstäbe anlegt als an sich selbst. Für mich gilt das nicht nur im persönlichen Umfeld, sondern auch in der Politik und für die Medien, wenn zum Beispiel nur die Angriffskriege der amerikanischen Regierungen verurteilt und die der russischen gerechtfertigt werden – und umgekehrt.

Und Jesus? Wie kritisiert er? Falls du das wissen willst und du dir die Zeit nehmen kannst, lies bitte die Geschichte, aus der unser heutiger Lehrtext kommt (klick) Lukas 7,36-50. Sie gehört zum Grundbestand meines Glaubens.

Gebet:  Herr, du bist der Arzt, der mich von Selbstgerechtigkeit und Rechthaberei heilen kann und immer wieder muss. Auf dich will ich schauen, dein Wort hören, tun und sagen, was in deinen Augen recht ist und meinem Nächsten nützt. Dir glaube und vertraue ich, weil auch ich dir recht bin und du mich nicht verurteilst. Du vergibst mir, wenn ich zu anderen ungerecht bin und zu schwach, um ihnen gerecht werden zu können. Gib mir deine Kraft, um mich zu besinnen, zu beherrschen und sie um Verzeihung zu bitten. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.« J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Mittwoch, 18. September 2024

Anders glauben, anders leben hl

Losung: Es sagt Bileam, der die Offenbarung des Allmächtigen sieht: 17 Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob* aufgehen und ein Zepter aus Israel* aufkommen (4.Mose 24,17 = Losung) und wird zerschmettern die Schläfen der Moabiter und den Scheitel aller Söhne Sets. 19 Aus Jakob wird der Herrscher kommen und umbringen, was übrig ist von den Städten. 4.Mose 24,15-17.19)

Lehrtext: Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern. Offenbarung 22,16.

 Liebe Leserin, lieber Leser,

heute finde ich im Losungswort keine frohe Botschaft und auch keinen Trost, da ich aus Gründen der Wahrhaftigkeit auch die Sätze vor und nach diesem Wort berücksichtigen muss. Für sich genommen, scheint das Wort des heidnischen Propheten Bileam, also die Losung, auf Jesus vorauszudeuten. Ein solches Anliegen hatten schon die ersten Christen. Sie wollten aus ihrer Bibel, und die war damals nur das Alte Testament, nachweisen, dass in ihr Jesus schon lange vor seiner Geburt vorhergesagt worden ist. Aus ihrer Situation damals ist mir das verständlich. Heute verbietet sich das von selbst. Der Stern, der aus Jakob aufgegangen und das Zepter, das aus Israel aufgekommen ist, war kein Todesstern für die Nachbarvölker der Israeliten und keine Keule, mit der Jesus ihnen die Schädel eingeschlagen hätte. Noch würde er sämtliche Bewohner der feindlichen Städte vom Säugling bis zum Greis umbringen (4.Mose 24,15-17.19).

Hoffnungsstern

Statt eines Todessterns ging in Bethlehem ein Hoffnungsstern auf. Statt mit einem Totschlag-Zepter regierte und regiert Jesus mit dem Zepter der Barmherzigkeit und des Friedens. Doch bis heute baden fanatische Juden wie Christen in Gewaltfantasien und haben für andere Völker und Religionen nur das eine Ziel, dass wenigstens Gott sie vernichten möge, wenn man schon selbst zu schwach dazu ist.

Ich lerne aus dem Abschnitt, in dem die heutige Losung steht, dass ich nicht nur solche Bibelverse kritisch lesen, sondern mich auch selbst kritisch sehen muss. Denn das Evangelium, die gute Nachricht, die uns Jesus von Gott gebracht hat, die er gelebt und für die er gestorben ist, bürstet den "gesunden" (?) Menschenverstand gewaltig gegen den Strich und mit ihm alle negativen Gefühle von Feindseligkeit, Rache und Hass gegenüber denen, die nicht so sind, wie man selbst.

Und immer wieder Feindesliebe

Am deutlichsten kommt das in den Worten Jesu aus der Bergpredigt (Matthäus 5) zum Vorschein und in seiner „Feldrede“ im Lukas-Evangelium (Kapitel 6, 27-37). Diese Worte möchten vermutlich die meisten Christen auch heute noch am liebsten aus den Evangelien verbannen, weil sie sie für weltfremd und naiv halten. Denn da sagt Jesus: »Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. So werdet ihr Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. (Lukas 6,27-37 gekürzt)

Ich lerne daraus, dass Gott, so wie er sich in Jesus zeigt, auf eine geradezu verstörende Weise anders ist, als man das als Mensch normalerweise erwartet. Er tritt mir in Jesus in den Weg, wenn ich destruktive Gefühle und Gedanken gegen andere hege, wenn ich Bestrafungs- und Gewaltfantasien nachhänge und meine, mein Heil in Waffen, in Vorurteilen und im Militarismus zu finden.

Fürchte dich nicht!

Keinesfalls darf ich diffuse Ängste zum Antrieb meines Verhaltens machen. »Fürchtet euch nicht!«, sagt Jesus ein ums andere Mal. Ér weiß, Furcht, Angst und Misstrauen sind das Gift, welches im Großen wie im Kleinen das Zusammenleben der Menschen zersetzt und den Frieden zerstört. Und ich weiß, wie schwer das ist, ganz und gar auf Gott zu vertrauen und den Weg Jesu mitzugehen. Ich weiß ja, dass ich immer wieder scheitere. Aber das darf keine Ausrede sein, sondern ein Grund sich zu schämen und sich zu ändern. Denn, liebe Leserin, lieber Leser, gerade jetzt kommt es entscheidend darauf an, alle Feindseligkeit aus dem Herzen zu verbannen, miteinander zu reden, den Frieden zu suchen, zu vergeben und kompromissfähig zu sein. Ich sehe keinen anderen Weg, auf dem wir und unsere Kinder mit allen anderen Menschen in Frieden zusammenleben und eine Zukunft haben können. Und wer, wenn nicht wir kann den ersten Schritt tun?

Gebet:  Herr, ich weiß, du freust dich, wenn ich jeden Tag wenigstens ein paar Samenkörner Frieden, Hoffnung und Liebe säe. Wenn ich meine negativen Gefühle und Gedanken nicht ins Kraut schießen lassen. Wenn ich mich von dir leiten lasse und nicht von irgendwelchen Ängsten. Gib mir dazu die Kraft und vergib mir, wenn es mir nicht gelingt. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

* "Jakob" und "Israel" sind beides Namen für das Volk der Israeliten und gehen auf seinen Stammvater Jakob zurück.

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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Dienstag, 17. September 2024

Die Krönung hl

Losung: Du krönst das Jahr mit deinem Gut. Psalm 65,12

Lehrtext: Gott hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt. Apostelgeschichte 14,17

Liebe Leserin, lieber Leser,

so wie im Psalm 65, in dem das heutige Losungswort steht, haben viele in unserem Land noch weit in das letzte Jahrhundert hinein Gott für die Fruchtbarkeit der Erde und für die Ernte gepriesen. Sie kannten die Erfahrung von Missernten mit zum Teil katastrophalen Folgen. Doch aufs Ganze gesehen, überwogen die guten Erfahrungen. In anderen Teilen der Erde feiern viele auch heute noch auf unterschiedliche Weise Erntedankfeste. Im Alten Testament haben sie ihre guten Erfahrungen mit Gott in diesem Psalm niedergeschrieben:

Jubel und Gesang

10 Herr, du sorgst für das ganze Land, machst es reich und fruchtbar. Du füllst die Bäche und Flüsse mit Wasser, damit Getreide in Hülle und Fülle wächst.
11 Du befeuchtest das gepflügte Land und tränkst es mit strömendem Regen. Das ausgedörrte Erdreich weichst du auf, und alle Pflanzen lässt du gedeihen.
12 
Du schenkst eine reiche und gute Ernte – sie ist die Krönung des ganzen Jahres. (Losung)
13 Selbst die Steppe fängt an zu blühen, von den Hügeln hört man Freudenrufe.
14 Dicht an dicht drängen sich die Herden auf den Weiden, und mit wogendem Korn sind die Täler bedeckt. Alles ist erfüllt von Jubel und Gesang. (Psalm 65,10-14)

Die Erntekrone

Noch heute wird in manchen Kirchen auf dem Land die große Erntekrone zum Erntedankfest aufgestellt. Sie ist das Sinnbild für das Losungswort. Nein, nicht wir machen Land und Pflanzen fruchtbar. Noch immer ist die Fruchtbarkeit, zumindest für die Gläubigen, ein Zeichen für Gottes Segen. Nicht wir krönen uns selbst mit unserer Tüchtigkeit und unserem Fleiß. Gott krönt das Jahr mit einer Krone, kostbarer als alle Königs- und Kaiserkronen zusammen. Denn Gold und Edelsteine kannst du nicht essen, aber das in der Sonne golden wogende Korn und die in allen Farben leuchtenden Früchte an den Bäumen und in den Gärten.

"Es (das Brot) geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott", heißt es in einem Erntedanklied aus dem evangelischen Gesangbuch. Diese Einsicht kann uns wieder demütig und dankbar machen und zugleich „unsere Herzen mit Freude erfüllen“ (Lehrtext), dass wir „jubeln und singen“ (Psalm 65). Denn dazu sind unsere Gottesdienste da.

Gebet:  Herr, auf dich kommt alles an. Von dir hängt alles ab. Dir verdanke ich mein Leben. Dir verdanke ich, dass ich mich bis heute satt essen kann. Segne uns alle auf deiner Erde, dass wir im Frieden unser Brot teilen und dir gemeinsam danken. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr 

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.«
 J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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Montag, 16. September 2024

Vertrauen trägt hl

Losung: Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Jesaja 50,7

Lehrtext: Als Petrus die hohen Wellen sah, bekam er Angst. Er begann zu sinken und schrie: "Hilf mir, Herr!" Matthäus 14,30

Liebe Leserin, lieber Leser,

manche meinen, dass Jesus auf dem Wasser ging, sei eine Wundergeschichte. Doch für mich geht es in dieser Geschichte in erster Linie um Petrus. Deshalb ist sie eine Glaubensgeschichte und das macht sie auch zu einer Erzählung für dich und für mich (Vielleicht kannst du dir die Zeit nehmen und magst die ganze Geschichte lesen siehe weiter unten: Matthäus 14,23-32).

Was ich lerne

Ich lerne aus ihr, dass ich über die Wasser der Angst zu Jesus laufen kann. Denn was mich trägt, ist nicht das Wasser, sondern dass ich ihm vertraue. Aber wenn ich mitten im Sturm der Zeit den Kontakt zu ihm verliere und auf das Wasser schiele, wird die Angst übermächtig. Dann wachsen die Wellen zu riesigen, alles verschlingenden Wogen. Zugleich schnurrt mein Vertrauen zusammen und der Boden, auf dem ich gerade noch gestanden habe, gibt nach. Ich verliere meinen Halt und versinke in meinen Zweifeln.

Mehr muss ich zu dieser Erzählung eigentlich gar nicht sagen. Nur das noch: Das Stoßgebet des Petrus hilft mir, wieder auf den zu schauen, der helfen kann. Weil er seine rettende Hand ausstreckt, kann ich sie ergreifen. Weil er mich herauszieht, habe ich wieder festen Boden unter den Füßen. Diese Glaubenserfahrung hat, wie es der Psalm 18 erzählt bereits König David gemacht. Sie blieb 1000 Jahre später gültig, als Matthäus die Geschichte vom sinkenden Petrus erzählte. Sie ist heute, 2000 Jahre danach, noch immer gültig.

Rettungserfahrungen

Wenn ich nicht immer wieder solche, für Außenstehende oft unspektakulären Rettungserfahrungen gemacht hätte, ich würde diese und alle anderen Losungsauslegungen nicht schreiben. Meist waren das innere Erfahrungen, so wie auch Matthäus mit jener Erzählung eine solch innere Erfahrung beschreibt. Manchmal waren es aber auch „handfeste“, äußere Ereignisse und Gefahren, aus denen ich gerettet wurde.

Doch, ich kann mich im Petrus des Lehrtextes durchaus wiederfinden. Und wer weiß schon, wie oft mich Jesus noch in stürmischen Zeiten aus gefährlichen Wassern ziehen muss. Irgendwo habe ich mal diesen Vers gelesen: ‚Jesus lässt zwar sinken, aber nicht ertrinken‘. Da ist was dran.

Gebet:  Herr, wenn es drüber und drunter geht in dieser Welt und auch in mir, drohe ich in meinen Zweifeln zu versinken. Aber du hast mich da noch immer herausgezogen und wieder auf den Boden des Gottvertrauens gestellt. Du lässt mich nicht untergehen. Darauf verlasse ich mich. Amen

Herzliche Grüße und einen guten Wochenstart!

Ihr / dein Hans Löhr

Und hier die komplette Erzählung:

23 Jesus ging auf einen Berg, um ungestört beten zu können. Bei Einbruch der Nacht war er immer noch dort, ganz allein.
24 Die Jünger aber waren schon weit draußen auf dem See, als ein Sturm heraufzog. Der starke Gegenwind peitschte die Wellen auf und machte dem Boot schwer zu schaffen.
25 In den frühen Morgenstunden kam Jesus über den See zu ihnen. 26 Als die Jünger ihn auf dem Wasser gehen sahen, waren sie zu Tode erschrocken. »Es ist ein Gespenst!«, meinten sie und schrien voller Entsetzen. 27 Aber Jesus sprach sie sofort an: »Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht!«
28 Da rief Petrus: »Herr, wenn du es wirklich bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.« 29 »Komm her!«, antwortete Jesus. Petrus stieg aus dem Boot und ging Jesus auf dem Wasser entgegen. Kaum war er bei ihm, 30 da merkte Petrus, wie heftig der Sturm um sie tobte. Er erschrak, und im selben Augenblick begann er zu sinken. »Herr, hilf mir!«, schrie er.
31 Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegen, hielt ihn fest und sagte: »Vertraust du mir so wenig, Petrus? Warum hast du gezweifelt?« 32 Sie stiegen ins Boot, und der Sturm legte sich. (Matthäus 14, 23-32)

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Sonntag, 15. September 2024

Tischgebet für mich hl

Losung: Wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst. 5.Mose 6,11-12

Lehrtext: Jesus sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Johannes 6,32

 Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bete ein Tischgebet meistens vor dem Mittagessen. Manchmal vergesse ich es auch. Früher hatte ich deswegen einen Anflug von schlechtem Gewissen (siehe Losung). Heute nicht mal das. Mir ist klar geworden, dass ich nicht Gott zuliebe vor dem Essen bete, sondern im eigenen Interesse. Es ist für mich eine Gelegenheit, mir bewusst zu machen, dass ich dankbar sein kann. Und genau das will ich auch sein und bleiben, ein dankbarer Mensch und nicht einer von der wachsenden Zahl übel gelaunter Zeitgenossen, denen nichts passt, die schimpfen und jammern und sich selbst und anderen das Leben vermiesen.

Ich bin für mein Gesicht verantwortlich

Nein, ich verachte diese Menschen nicht. Vielleicht wären sie auch gerne anders. Vielleicht können sie nicht aus ihrer Haut. Wer weiß, in welchem Milieu sie aufgewachsen und durch wen sie beeinflusst worden sind. Aber trotzdem sage ich: man ist auch für sein Gesicht verantwortlich, besonders, wenn man in der Öffentlichkeit steht und vielfach abgebildet wird. Mit einem freundlichen Gesicht fällt es schwer, zu schimpfen, anzuklagen und aggressiv zu sein.

Das stimmt schon, in unserem Land ist längst nicht alles optimal. Da kann viel verbessert werden. Aber ist es irgendwo anders? Deshalb schaue ich lieber auf die Möglichkeiten, die es bei uns gibt und starre nicht ständig auf die Defizite und das Versagen. Dann muss ich mich aber auch selbst fragen, was kann ich dazu beitragen – und wenn es nur wenig ist –, dass es bei mir, in meinem Verantwortungsbereich und in meinem Umfeld besser wird.

Gottes Segen im Blick behalten

Natürlich bin auch ich immer wieder mal schlecht gelaunt und ärgere mich über dies und das, was anders sein sollte - auch bei mir. Aber mir liegt daran, den Segen Gottes nicht aus den Augen zu verlieren, den er mir und dir und allen anderen täglich schenkt. Und dabei hilft mir das Tischgebet. Es macht mich wenigstens ein bisschen dankbarer als wenn ich mich einfach so an den Tisch setze und drauflos esse.

Manchmal denke ich daran, was alles erforderlich ist, damit ich vor meinem gefüllten Teller sitzen, satt werden und dankbar sein kann. Dazu gehören auch die vielen, vielen Menschen in vielen Ländern mit ihren Kulturen, ihren Religionen, Sprachen und Hautfarben, die mit dazu beitragen, dass die Regale im Supermarkt gefüllt sind. Und dann denke ich auch, dass ohne Sonne und Regen, ohne fruchtbare Erde und den Fleiß der vielen nichts wäre, wie es ist. Und ich bete dieses schlichte …

Gebet aus Kindertagen: Alle guten Gaben, / alles was wir haben, / kommt, o Gott, von dir; / Dank sei dir dafür! Amen

Herzliche Grüße und einen gesegneten Sonntag!

Ihr / dein Hans Löhr 

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Samstag, 14. September 2024

Trost für die Trostlosen hl

Losung: Ich hatte viel Bekümmernis in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele. Psalm 94,19

Lehrtext: Jesus sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Lukas 22,42-43

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich weiß nicht, wie Gott dich tröstet. Er hat viele Möglichkeiten. Er kann jeden, egal ob er gläubig ist oder nicht, durch Mitmenschen trösten, durch Haustiere, auch mit einem Spaziergang in der Natur oder mit Musik und vieles andere mehr. Jeder echte und nicht destruktive (Drogen, Alkohol …) Trost, so sage ich mal, kommt von ihm. Auch mich tröstet er auf verschiedene Weise.

Trost, ein starkes Argument für den Glauben

Doch seinen stärksten Trost erlebe ich im Gebet, wenn ich mich auf ihn konzentriere und mir vorstelle, wie er mich mit Jesu freundlichem Gesicht anblickt, wie er mich „von allen Seiten umgibt“ (Psalm 139) und ich in sein Ohr alles sagen kann, was mich bewegt (Psalmen 10,17 &  94,9)Deshalb sind die Dinge, weswegen ich trostbedürftig bin, nicht einfach verschwunden. Aber ich betrachte sie sozusagen aus seiner Umarmung heraus. Und das ist für mich ein großer Unterschied, ob ich ihnen allein gegenübertreten und mit ihnen fertig werden muss oder gemeinsam mit ihm. Gerade der Trost ist für mich ein starkes Argument für den Glauben.

Jesus selbst hat Gottes Trost in seiner schwersten Stunde erfahren. Der Engel, der ihn stärkte, muss nicht Flügel gehabt haben. Er kann auch die innere Stimme gewesen sein, durch die Gott zu ihm sprach. Dies aber lerne ich von ihm: Wohl darf ich Wünsche und Hoffnungen an Gott haben und sie ihm im Gebet sagen. Doch sie stehen immer unter dem Vorbehalt: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lehrtext). Das bewahrt mich vor der tiefsten Verzweiflung, wenn etwas nicht so geschieht, wie ich es gerne gehabt hätte. Und nicht verzweifelt sein, ist doch auch schon ein kleiner Trost.

Gebet: Herr, wie sonderbar, dass ich nicht untröstlich geblieben bin, als ich trostlos war. Oft bist unmerklich in mein Herz gehuscht und hast es besänftigt. Oft hast du mir im Gebet den inneren Frieden wiedergebracht, den ich verloren hatte. Oft hast du deinen Trost wie Balsam auf meine wunde Seele geträufelt und ich wurde wieder ruhig und gesund. Und darum danke ich dir mit den Worten des Propheten Jesaja und sage: »Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe« (Jesaja 38,17).  Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Freitag, 13. September 2024

Zuflucht finden hl

Losung: Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die Zuflucht suchen vor denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben. Psalm 17,7
Übersetzung HFA: Du rettest alle, die bei dir vor ihren Feinden Zuflucht suchen. Zeige doch auch mir deine wunderbare Liebe! 8 Beschütze mich vor denen, die mich hart bedrängen, 10 Sie haben ihr Herz verschlossen und kennen kein Mitgefühl, voll Überheblichkeit reden sie daher. Psalm 17,7 (8-10)

Lehrtext: Ihr könnt euch glücklich preisen, wenn ihr beschimpft werdet, nur weil ihr euch zu Christus bekennt; denn dann ist der Geist Gottes bei euch, in dem Gottes Herrlichkeit gegenwärtig ist. 1.Petrus 4,14 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was meinst du, haben die beiden Bibelworte heute etwas mit denen von gestern zu tun, mit der Auslegung und den Kommentaren? Urteile selbst.

Gebet
: Herr, dein Wort heute sagt: „Du bist der Heiland derer, die Zuflucht suchen“ (Losung). Ja, das glaube ich. Sei du auch mein Heiland, mein Helfer und Retter, wenn ich zu dir fliehe mit meinen Sorgen, in meinen Nöten und Ängsten. Du bist barmherzig und weist mich nicht ab. Darauf verlasse ich mich. So will auch ich barmherzig sein zu denen, die mich brauchen. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr 

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Donnerstag, 12. September 2024

Migranten und Menschenwürde hl

Losung: Helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht. Psalm 82,3
Fortsetzung: Behandelt die Armen und Bedürftigen, wie es ihnen zusteht! 4 Reißt sie aus den Klauen ihrer Unterdrücker!« 5 Aber sie handeln ohne Sinn und Verstand und sehen nicht, dass durch ihre Bosheit die Welt ins Wanken gerät. (Psalm 82,4+5) 

Lehrtext: Euch aber lasse der Herr wachsen und immer reicher werden in der Liebe untereinander und zu jedermann. 1.Thessalonicher 3,12

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich will mich hier nicht zu jedem aktuellen politischen Thema äußern, sondern nur, wenn es für mich von den Bibelworten geboten ist. Heute geht es um die Frage, ob wir uns die „Elenden und Bedürftigen“ vom Leib halten sollen, indem wir sie an unseren Grenzen zurückweisen und das Recht auf Asyl de facto verweigern. Dazu ein Blick zurück auf die Zustände in unserem Land vor knapp 80 Jahren:

Damals ...

Wie war das damals in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, als Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in das Gebiet der heutigen Bundesrepublik kamen? Sie wurden hier keineswegs mit offenen Armen aufgenommen, obwohl sie Deutsche waren. Teilweise musste die Polizei sie in den Häusern unserer Städte und Dörfer einquartieren, weil sich die Bewohner vehement dagegen sträubten. Nun waren auch unter jenen Millionen ein paar Mörder und Vergewaltiger. Grund genug für nicht wenige, die Flüchtlinge und Vertriebenen insgesamt zum Teufel zu wünschen und zu fordern, dass keine mehr kommen dürfen. Die Militärbehörden der alliierten Besatzungsmächte warnten sogar vor der Gefahr eines Bürgerkrieges zwischen den Flüchtlingen und den Einheimischen, so sehr war die Stimmung aufgeheizt. 

Soweit darf es nicht wieder kommen. Wir brauchen keine Scharfmacher und Hetzer, keine Angstmacher und Aufwiegler. Wir brauchen in den Medien und in der Politik Menschen, die verantwortungsbewusst und besonnen sind, die die Menschenrechte und die Menschenwürde aller achten und auf eine humanitäre und sozialverträgliche Weise den Zuzug in unser Land regeln.

... und heute?

Die heutigen Politikerinnen und Politiker aller Parteien, die jetzt populistisch die Geflüchteten und Asylsuchenden für ihre Wahlkämpfe instrumentalisieren, sollten das bedenken. Vielleicht haben auch ihre Vorfahren zu jenen Flüchtlingen und Vertriebenen gehört. Auf dem Rücken von Unglückseligen um die politische Macht im Lande zu kämpfen und dabei auf die Ängste in der Bevölkerung zu spekulieren, ist für mich unanständig und verantwortungslos. Ich jedenfalls möchte von solchen Leuten nicht regiert werden. Sie verunsichern und erschrecken auch noch die Deutschen mit Migrationshintergrund in unserem Land. So geht es nicht!

Der Bundespräsident

Ich erinnere an eine Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (CDU), die er am 29.5.1993 nach den Brand- und Mordanschlägen von Rechtsradikalen auf zwei türkische Familien in Mölln gehalten hat. Darin sagt er:

»Deutschland den Deutschen. Mit solchen Parolen ziehen Extremisten durch die Straßen. Was soll das heißen? Eine neue Verfassung. Nein, in unserem Artikel 1 steht nicht „Die Würde des Deutschen ist unantastbar“, sondern „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Dabei bleibt es. Und käme es anders, dann wäre es um die Würde der Deutschen geschehen.
Wir haben die dringliche Pflicht, ein System zu schaffen, das die Zuwanderung steuert und begrenzt, und zugleich das wahre Asyl schützt. Mit allem Nachdruck ist zu verlangen, dass wir in der Politik die Kraft auf allen Seiten finden, nun gemeinsam den nächsten notwendigen Schritt zu tun – nach den Regeln der Verfassung (vergleiche Losung) und ohne die schrecklichen schrillen Töne, die uns keinen Schritt weiterbringen, sondern am Ende nur Wasser sind auf die Mühlen der gewalttätigen Extremisten.«
Soweit der damalige Bundespräsident.

Vor 30, vor 2500 Jahren und heute

Diese Sätze sind 30 Jahre alt und die heutige Losung rund 2500 Jahre. Und doch sind beide nach wie vor wichtig und aktuell.

Für uns Christen ist es selbstverständlich, dass jeder Mensch Würde und Rechte hat. Zumindest sollte es selbstverständlich sein. Denn die Würde eines Menschen wird ihm nicht von Menschen verliehen. Er hat sie von Gott als sein Geschöpf. Darum kann sie ihm auch nicht genommen werden, obwohl die Menschenwürde seit Jahrtausenden bis in unsere Gegenwart geschändet und mit Füßen getreten wird. 

Und ein Letztes: Was würde deiner Meinung nach wohl Jesus in unserer Zeit zu dieser Problematik sagen? Wem würde er ins Gewissen reden, falls er ein Gewissen findet? Die Antwort überlasse ich dir.

Gebet: Herr, du selbst sagst: „Ich bin ein Fremder (ein Ausländer, ein Flüchtling, ein Migrant) gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Was ihr ihm getan habt, das habt ihr mir getan. Und was ihr ihm nicht getan habt, das habt ihr mir auch nicht getan“ (Matthäus 25,31-40). Hilfsbedürftigen helfen ohne Ansehen der Person, das hast du vorgelebt. Das ist meine Menschenpflicht. Und daran will ich mich halten. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr 

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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.«
 J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht. Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Mittwoch, 11. September 2024

Das gereinigte Herz hl

Losung: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Psalm 51,12 

Lehrtext: Das Ziel aller Weisung ist die Liebe, die aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben kommt. 1.Timotheus 1,5

Liebe Leserin, liebe Leser, 

»Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein!« – Kennst du dieses Kindergebet? Meine Mutter hat mit mir so gebetet. Vermutlich hat sie es von ihrer Mutter übernommen und über den Sinn nicht weiter nachgedacht. Naja und dann halten nach wie vor viele Mütter ihre eigenen Kinder für kleine Unschuldsengel, auch wenn sie das nicht sind. Mit meinen Kindern habe ich so nicht gebetet. Spätestens als junger Vater habe ich gewusst, dass nicht stimmen kann, was dieses Gebet sagt.

Schon in der Sintfluterzählung sagt Gott zu Noah, dass er nicht noch einmal eine solch verderbliche Flut schicken werde, denn »Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.« (1. Mose 8,21) Manche meinen, dass Gott mit diesem Satz resigniert habe, was die Besserung der Menschen betrifft. 

Sind wir wirklich alle miteinander unverbesserlich? Ist denn niemand unter uns, der oder die ein reines Herz hat? Ich weiß niemanden. Du vielleicht?

Für mich gilt nach wie vor die Erkenntnis von Martin Luther, der diesen für Theologen berühmten Satz geschrieben hat: „Simul iustus ac peccator“ - der Mensch ist beides zugleich, ein Gerechter und ein Sünder. Und das bleibt er auch, selbst wenn er gerade von der Beichte kommt. Deshalb habe ich in der Losungsauslegung vor drei Tagen geschrieben, dass die Grenze zwischen gut und böse mitten durchs eigene Herz geht.

Nicht aus eigener Kraft

Aber heißt es nicht in der Bergpredigt Jesu: »Selig sind, die reines Herzens sind«? Ja, heißt es. An diesem Satz hatte ich lange zu kauen. Wie sollte ich ihn nur verstehen? Zu Hilfe kam mir die heutige Losung. Da bekennt der Mensch, der den Psalm 51 zum ersten Mal gebetet hat, dass er aus eigener Kraft nicht in der Lage ist, ein reines Herz zu bekommen. Das muss Gott für ihn und in ihm tun, für mich und in mir. Wenn überhaupt, dann habe ich ein von ihm gereinigtes Herz.

Auch in diesem Fall gilt, was ich in der Losungsauslegung gestern geschrieben habe: „Weil – darum“, weil Gott von mir nimmt, was mich von ihm trennt, weil er mir vergibt, darum bin ich ihm in seinen Augen recht, obwohl ich ein Sünder bleibe. Er behält die Initiative und tut, was er will. Er „reinigt“ die Herzen auch der Menschen und vergibt ihnen, die ihn nicht kennen. Auch sie sind ja seine Geschöpfe, seine Kinder. Er kann nicht anders, weil er nicht anders will. Gott sei Dank! 

Gebet: Herr, ich weiß, dass du in mir ein reines Herz schaffen kannst und es auch tust. Ich selbst bin dazu nicht in der Lage. Doch in deiner Nähe werde ich heil, fällt ab von mir wie ein Grind, was mich belastet, weichen die Schatten, die auf meiner Seele liegen. Du machst mein Herz frei und meinen Geist neu. So muss ich mich nicht mit meinen Skrupeln abplagen, sondern kann auch für andere da sein. Amen                            

Herzliche Grüße,                                                    

Ihr / dein Hans Löhr 

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