Donnerstag, 12. November 2020

Abschiedslied hl

 Losung: Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für. Psalm 79,13 

Lehrtext: So lasst uns nun durch Jesus Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Hebräer 13,15 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

vor einiger Zeit wurde ich gebeten, einen Sterbenden zu besuchen. Ich habe ihn ganz gut gekannt. Doch wie verhält man sich an einem Sterbebett? Das ist auch für einen Pfarrer immer wieder neu die Frage. Jedes Sterben ist ja einzigartig. Da kann man nicht nach Schema „F“ verfahren. Da kann man nicht mit religiösen Formeln und Allgemeinplätzen daherkommen.

Und versteht ein Sterbender überhaupt noch, was da gesagt wird, vor allem, wenn er sich nicht mehr äußern kann? Besser als alle Worte erreichen ihn vertraute Lieder. Ich hab dann für ihn zwei Gesangbuchlieder gesungen, von denen ich wusste, dass er sie kannte. Zunächst ausgewählte Verse aus dem Lied „Gott des Himmels und der Erden“. Seine Frau und seine Tochter, die mit im Zimmer waren, haben leise mitgesungen. Dann habe ich noch für ihn gebetet, wir haben das Vaterunser gesprochen und ich habe ihn gesegnet. Doch mit welchem Lied sollte ich mich von ihm verabschieden - und ihn aus diesem Leben? Welche Botschaft sollte er noch einmal hören? Da fiel mir ein Kinderlied ein: „Weil ich Jesu Schäflein bin“:

1) Weil ich Jesu Schäflein bin,
freu ich mich nur immerhin
über meinen guten Hirten,
der mich wohl weiß zu bewirten,
der mich liebet, der mich kennt
und bei meinem Namen nennt.

2) Unter seinem sanften Stab
geh ich ein und aus und hab
unaussprechlich süße Weide,
dass ich keinen Mangel leide;
und sooft ich durstig bin,
führt er mich zum Brunnquell hin.

Und während ich noch sang, sah ich über dem Sterbebett das Bild zum Lied: Jesus als guter Hirte inmitten seiner Schafe. Ich musste schlucken, bevor ich weitersingen konnte:

3) Sollt ich denn nicht fröhlich sein
ich beglücktes Schäfelein?
Denn nach diesen schönen Tagen
werd ich endlich heimgetragen
in des Hirten Arm und Schoß:
Amen, ja, mein Glück ist groß!

(Ev. Gesangbuch Nr. 593 Marie Luise v. Hayn 1778 nach Psalm 23)

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

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