Sonntag, 8. November 2020

Sex in der Bibel hl

Losung: Josef sprach zur Frau des Potifar, die ihn verführen wollte: Wie sollte ich ein so großes Unrecht begehen und wider Gott sündigen? 1.Mose 39,9 

Lehrtext: Paulus schreibt an Timotheus: So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus. 2.Timotheus 2,1 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Sex-Geschichten gibt’s auch in der Bibel. Warum auch nicht. Sex ist ein Dauerbrenner, ein menschliches Grundbedürfnis ähnlich wie Essen und Trinken. Allerdings hochbrisant, oft mit Lust und Leid verknüpft und manchmal mit Schuld.

     So war es auch im Alten Ägypten, wo Josef, Jakobs Sohn, als Sklave an Potifar verkauft wurde. Aber da er intelligent und  geschickt war, ist er bald zum Verwalter von Potifars Personal und Vermögen aufgestiegen. Darüberhinaus war der junge Hebräer außergewöhnlich attraktiv. Kein Wunder, dass die ägyptische Damenwelt auf ihn aufmerksam wurde.

     Die Bibel erzählt: »So kam es, dass Potifars Frau ein Auge auf ihn warf. Eines Tages forderte sie ihn auf: »Komm mit mir ins Bett!« Josef wies sie ab: »Mein Herr hat mir seinen ganzen Besitz anvertraut und kümmert sich selbst um nichts mehr in seinem Haus. Er gilt hier nicht mehr als ich. Nichts hat er mir vorenthalten außer dich, seine Frau! Wie könnte ich da ein so großes Unrecht begehen und mich gegen Gott versündigen?« (1. Mose 39,7-9)

      In der langen, wunderbaren Josef-Erzählung kommt Gott nur selten vor. Aber wenn, dann an den entscheidenden Stellen. So auch hier. Der unbekannte Erzähler stellt uns Josef als einen Mann mit einem moralischen Kompass vor. Er hätte auch sagen können: „Ich will mich nicht gegen meinen Herrn und deinen Mann versündigen.“ Doch Josef nennt gleich die höchste Instanz und gibt somit der Frau des Potifar zu verstehen, dass jede Diskussion zwecklos ist. Er hätte wahrscheinlich auch Lust gehabt, mit ihr ins Bett zu gehen. Thomas Mann deutet das in seinem Roman „Joseph und seine Brüder“ an. Doch er wollte seinen Herrn nicht hintergehen und das Vertrauen, das dieser in ihn setzte, nicht missbrauchen. Aber noch wichtiger war ihm, Gott zu respektieren und sich an seinem Willen zu orientieren.

     Und, ist Josef dafür belohnt worden? Überhaupt nicht. Mehr als zehn Jahre verbrachte er im Gefängnis, weil Potifars Frau über die Zurückweisung so wütend war, dass sie ihn bei ihrem Mann der Vergewaltigung beschuldigte. Was galt da schon das Wort eines Sklaven gegenüber dem Wort der Herrin? Josef hatte einfach keine Chance.

     Und ‚die Moral von der Geschicht‘? Was man für richtig hält, soll man um seiner selbst willen tun und nicht wegen möglicher Belohnung oder aus Angst vor Strafe. Manchmal aber ist die Kraft dazu nicht stark genug. Jeder Mensch hat eben auch seine Grenzen. Und darum sagt Paulus im Lehrtext zu seinem Schüler Timotheus: »So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus.«       

Gebet: Herr, du kennst meine Kraft und meine Schwäche. Hilf mir, auch dann die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn mir das möglicherweise zum Nachteil gereicht. Denn »deine Kraft ist in den Schwachen mächtig« (2. Korinther 12,9). Amen 

Herzliche Grüße, 

Ihr / dein Hans Löhr 

Morgen stelle ich "die großen Fragen" und versuche, meine Antworten zu geben.

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